Leben


Jeanette Kuster am Mittwoch den 8. September 2010

Rosarot schützt vor blöden Fragen nicht: Die Top 15 der nervigsten Bemerkungen

MAMABLOG-TRAGETUCH-02

«Sogar in Entwicklungsländern haben die Frauen heute Kinderwagen...»: Junge Tragetuchträgerin aus einer Industrienation.

Rosa Kleider, rosa Sonnenbrille, rosa Muckisack: Meine Tochter war während ihrer ersten Lebensmonate oft von Kopf bis Fuss in den zarten Farbton gehüllt. Ich mag Rosa. Und meine Kleine sieht süss aus darin. Vor allem aber habe ich auf die Bedeutung der Farbe vertraut und war mir sicher: Ganz in Rosa gekleidet erkennt jeder von Weitem, dass es ein Mädchen ist – und die nervige Frage «Ist es ein Junge?» bleibt mir erspart.

Falsch gedacht! Die Kleine kann noch so kitschig daherkommen, es findet sich unterwegs garantiert jemand, der einen nach dem Geschlecht des Babys fragt. Ist das nun bloss eine etwas hilflose Taktik, um mit der Mutter ins Gespräch zu kommen? Oder sind unsere Mitmenschen tatsächlich alle so aufgeschlossen, dass sie denken, auch Jungs tragen rosa Röckchen?

Im Vergleich zu anderen Kommentaren ist die Frage «Junge oder Mädchen?» natürlich harmlos. Junge Mütter bekommen noch ganz anderes zu hören. Hier meine absolut subjektive, von verschiedenen Mamas inspirierte Hitparade:

Platz 15 Thema Familienplanung: «Ihr habt doch schon ein Pärchen, weshalb wollt ihr trotzdem noch ein drittes Kind?»

Platz 14 Die Mutter trägt ihr Baby im Tragetuch: «Das Kleine erstickt ja fast, es ist so eng eingepackt.»

Platz 13 Tragetuch zum Zweiten: «Verwöhnen Sie es nur schon jetzt, indem Sie es immer tragen. Das wird mal ein richtig frecher Bengel.»

Platz 12 Tragetuch zum Dritten: «Sogar in Entwicklungsländern haben die Frauen heute Kinderwagen, aber in der Schweiz tragen die Mütter ihre Babys plötzlich alle in diesen Tüchern herum.»

Platz 11 Ein Mann steht auf dem für Kinderwagen vorgesehenen Platz im Bus, die Mutter muss ihren Wagen in den Gang stellen: «Immer diese Kinderwagen, die versperren alles.»

Platz 10 Im Manor-Restaurant: «Was machen Sie denn in der Stadt mit Ihrem Baby? Das arme Kind gehört doch in die Natur.»

Platz 9 Die Schwiegermutter zum Thema Wiedereinstieg ins Berufsleben: «Macht doch schnell ein Brüderchen, dann kannst du zu Hause bleiben.»

Platz 8 Die Kassiererin fragt, wie alt das Baby ist: «Es ist aber gross für sein Alter.»

Platz 7 Ein Tag später, dasselbe Baby, dasselbe Thema: «Es ist aber klein für sein Alter.»

Platz 6 Auf dem Nachhauseweg am Sonntagabend um 22 Uhr, das Baby schläft friedlich im Kinderwagen: «Sie sollten sich schämen, um diese Zeit noch mit dem Baby unterwegs zu sein. Das Kleine gehört doch schon lange ins Bett!»

Platz 5 Das Baby weint, weil es müde ist: «Es hat bestimmt Hunger.»

Platz 4 Das Baby weint, weil es zahnt: «Es hat bestimmt Hunger.»

Platz 3 Die schwangere Mutter hebt den Buggy alleine ins Tram, weil ihr niemand hilft. Da sagt ein anderer Passagier zu ihr: «Sie sollten nicht mehr so schwer heben in ihrem Zustand.»

Platz 2 Eine Pensionierte an der Migros-Kasse: «Warum müssen Sie denn kurz vor Ladenschluss mit dem Baby einkaufen gehen, Sie hätten doch den ganzen Tag Zeit dafür.»

Platz 1 Wenige Wochen nach der Geburt, die Mutter hat noch einen kleinen Bauch: «Oh, gibt es schon bald ein Geschwisterchen?»

Bestimmt haben auch Sie schon einiges erlebt. Was sind Ihre persönlichen Top 3 der nervigsten Sprüche?

MAMAMBLOG-KUSTER-200Jeanette Kuster, 35, ist freie Journalistin und Mutter eines bald einjährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie zehn Jahre lang als Redaktorin bei verschiedenen Medien tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich.

286 Kommentare zu „Rosarot schützt vor blöden Fragen nicht: Die Top 15 der nervigsten Bemerkungen“

  1. Katharina sagt:

    Frage: Kann ich eine dumme Frage stellen?

    Antwort: Ich wüsste niemand, der das besser kann.

    • zysi sagt:

      für dumme antworten wende ich mich also känftig an sie, danke für die orientierung

      • Katharina sagt:

        Für dumme Antworten gibt es schon zwei Nebenveranstaltungen. Daher finde ich es sinnlos, hier auch noch eine Top 15 Liste von Zeugnissen der vorverurteilenden bornierten Respektlosigkeit zu lesen.

      • mark lachmann sagt:

        @Katharina

        Dumme Fragen gibt es nie — nur dumme Menschen, die den Sinn einer Frage nicht erkennen
        Die Nebenveranstaltungen geben sich grosse Mühe nicht allzu dumm auf intelligente Fragen zu antworten. Immerhin wählen sie die Fragen sehr umsichtig, engagiert und mit grossem Mut aus.

        Dass eine Journalistiin nicht merkt, wenn jemand einfach ein bisschen plaudert, das ist eigentlich sehr peinlich. Die gute Frau Kuster nimmt sich zu wichtig, wenn sie so schnell auf Dummheit von anderen schliesst.

  2. Stefan W sagt:

    Als ich mal mein Göttikind im Kinderwagen schob: “Oh, ganz der Papi!” (Das wüsste ich aber…)

  3. Bärnerin sagt:

    Möchtet Ihr noch viel mehr solche lustigen und weniger lustigen Bemerkungen lesen? Bei Swissmoms hat es einen ganzen Thread dazu:

    http://www.swissmomforum.ch/forum/viewtopic.php?f=22&t=116960

  4. Regina sagt:

    Meine Grossmutter zur Geburt meines Sohnes:” Gratuliere, Du hast es gleich beim ersten Mal geschafft.”
    Schwiegergrossmutter gleich nach der Geburt (der Vater meines Sohnes ist Mischling):” jetzt sieht man es fast nicht mehr.”
    Später, das Kind geht und spricht bereits:” Ist der adoptiert?” Mein Sohn fragt:”Mami, was heisst adoptiert?”

  5. Carla sagt:

    Ich höre von meinen Freundinnen, die Kinder haben, auch, dass sie sich über solche Sprüche nerven. Und ja, das kann ich auch als freiwillig Kinderlose verstehen – da hat sich niemand einzumischen, schon gar keine Fremden im Tram oder an der Migros-Kasse. Trotzdem rutscht auch mir ab und zu mal ein solcher Spruch raus. Z.B. “ist aber gross (Varianten: hat schon viele Haare, ist aber klein etc.) für sein Alter”. Dahinter steckt mitnichten böse Absicht. Meist ist es Verlegenheit, weil man ja etwas Nettes sagen will, aber einem einfach gerade nichts Passendes einfällt. Und: Ich bin stolz, dass ich mir inzwischen wenigstens merken kann, wann Kinder etwa anfangen zu krabbeln oder zu laufen. Da ist dann halt bei einem 16-Monatigen, das noch nicht läuft, schnell ein Spruch gefallen, der die Mutter oder den Vater vielleicht an einem wunden Punkt trifft. Ich muss aber auch sagen, dass man sich als Kinderlose ständig dieselben doofen Fragen anhören muss. “Warum denn nicht?” – “Hast Du keine Angst, dass sich Dein Partner eine andere sucht?” Und Platz 1: “Das ändert sich schon noch!” Mittlerweile hab ich mit 39 Angst, dass ich mir das Gelabber noch bis zur Menopause anhören muss.

    • Gaby sagt:

      keine angst, ab 40 hört die fragerei endlich auf…

    • yellow sagt:

      haha ja DIESE fragen kenne ich auch…..am schlimmsten finde ich die fragerei von meiner frauenärztin (die mich seit ich 16 bin behandelt): bei JEDER kontrolle, seit dem 30. geburtstag kommt irgendwann “und, wann ist denn der nachwuchs geplant?”
      @carla: dein platz 1 ist wirklich super nervig :-) ….diesen satz höre ich auch ab und zu im familiären umfeld, ich lächle dann jeweils zuckersüss und suche das weite :-D

      • Thomas sagt:

        Die meisten Personen wissen nicht, was sie da den ganzen Tag blabbern. Kinderlose Paare müssen da am meisten leiden. “Wieso sie denn keine Kinder haben?”, wann es denn so weit sei. Es wird keinen Gedanken verschwendet, dass das vielleicht ein heikles und schmerzvolles Thema sein könnte. Und die Frage nach Grösse/Alter etc. ist halt einfach Floskel weil man/frau eigentlich nichts zu sagen hat.

    • Gianin May sagt:

      Nun Frauen erwarten doch DIE ANMACHE um sich überhaupt für den Typen zu interessieren – also für jemand anderen. Am besten sind die ANMACHUNGEN, welche den Typen sooo gut erscheinen lassen, wie sie selbst niemals sein würde.
      (bringt sie, was sie von ihm verlangt?)

      Und was eine gute Anmache ist, wird von der/dem anzmachenden definiert – nur sind diese Attribute Allgemeingut oder basieren sie auf ihrem/seiner Perönlichkeit oder sogar seinem/ihrem Komplex?

      Dem “Mut” zu Anmache wird keinerlei Triput gezollt, (weil der/die Angemachte es ja immer kann und das umso besser)

      Die Antwort (mündlich oder Verhalten) zeigt doch, dass diese angemachte Person in umgekehrter Richtung in einem anderen Thema wahrscheinlich genauso eine Pfeiffe ist wie derjenige, der angemacht hat; denn es wird nur der Andere beurteilt nie aber ich selbst.

  6. xyxyxy sagt:

    ich staune immer wieder welche Horden von Hinterwäldlern sich offenbar in Zürich herumtreiben – natürlich gibt es überall blöde Leute, aber ausser “ist es ein Mädchen” (bei blau gekleidete Buben) mussten wir noch nie solch dumme Sätze hören – da fragt man sich doch wirklcih worauf denn die urbanen hippen Städter so stolz sind…. wenn ich das lese, dann sind sie Dörfler der schlimmsten Sorte

    • Elisabeth sagt:

      Ich war als Kind sehr gross und hatte lange Zöpfe. Mindestens drei Mal wurde ich als Bub angesprochen… (Grösse? Hosen? Nicht rosarot? Weil ich gerade an einer Schneeballschlacht beteiligt war?) Bin übrigens in einem Dorf aufgewachsen…
      Carla hat recht: Häufig ist es der Versuch, was zu sagen, und manchmal ist es Besserwisserei. Aber zu Eurer Seelenruhe ist es wohl am besten, das ein wenig lockerer zu nehmen. Die Zeit, in der die Mädchen rosarot tragen, ist schnell vorbei, und bald könnt Ihr Euch über Sprüche zu Nabelpiercings oder Teenagergekicher aufregen. Oder sie (die Sprüche) selber machen?!

  7. StefanB sagt:

    Von den ungeschickten Versuchen zur Kontaktaufnahme mal abgesehen: kleinen Kindern in Beleitung eines allein stossenden Elternteils helfe ich immer gerne ins oder auch aus dem Tram, und ich mache auch gerne Platz. Allerdings muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit nicht mehr so viel Tram fahre….

    • Elisabeth sagt:

      Lieber Stefan – meiner Erfahrung nach (und die ist ausführlich, da wir kein Auto haben) gibt es einen Männerschlag, der sich mit Freuden auf Kinderwagen in öffentlichen Verkehrsmitteln stürzt, geschickt und korrekt hilft, das Ding raus- oder reinzubuggsieren und freundlich grüsst. Ich musste (bei zwei Kindern) ein einziges Mal allein den Wagen raushieven – und da war wirklich niemand mehr im Zug. Also: Danke Dir, stellvertretend für all die freundlichen Männer (und ab und zu Frauen)!!!

  8. meitli-mami sagt:

    Liebe Jeanette – sehr schöner Artikel – vielen Dank!

    Viele deiner Punkte kenne ich von mir selber oder von Freundinnen…

    Ist es ein Junge höre ich andauernd – obwohl meine Tochter fast immer in rosa/pink gekleidet ist. Ich denke aber, das ist einfach nur so eine “ich-sag-mal-was” Frage… Viele der Leute wollen doch einfach nur pläuderlen… Ich merke einfach dass ich mittlerweile einfach noch innerlich die Augen verdrehe aber trotzdem höfflich antworte… Ob es mich “nervt” oder nicht liegt meist an meinem eigenen Gemütszustand!
    Manchmal hab ich absolut KEINE Lust zu pläuderlen und manchmal kommt es mir auch grad recht ein bisschen zu smalltalken…

    Was aber ein absolutes NO GO ist finde ich – BABIES ständig anfassen zu wollen!!!! Da kann ich auch schon mal giftig werden… aber meist spüre ich das schon bei welchen Personen es “kritisch” werden könnte und nehme dann gleich eine Haltung ein, dass die genau merken; ANFASSEN IST NICHT… :-)

    Ich finde es einfach cool dass es anscheinend vielen Müttern ähnlich geht… und einige Kommentare von den Vätern finde ich ja eigentlich auch schön traurig… Muss man Mitleid haben wenn ein Mann ALLEINE mit einem Kind unterwegs ist?!? Als ob das Männer nicht könnten… Sie machen es meist genauso gut aber wohl meist anders als es eine Frau resp Mutter machen würde – man soll doch aber auch die Männer einfach machen lassen (–>Meine Meinung).

    Ich denke viele Mütter erkennen viele dieser Sprüche wieder – aber glaub so richtig böse wird doch keine Frau, auch nicht wenn man zum Millionsten Mal gefragt wird ob das pink gekleidete Baby ein Junge ist… :-)

    Freue mich auf weitere solch frische Texte von Dir!

    • Peter sagt:

      Ich kann an der Farbe der Kleider nicht auf das Geschlecht von Bébés schliessen, da Ich zu den Männern gehöre, die farbfehlsichtig sind. Rosa, hellgrau, violett oder hellblau sehe ich je nach Farbtönung als hellblau, violett, hellgrau oder rosa …

  9. Stefan Molikoff sagt:

    Ist ja übel, zu was ist dieser Blog hier denn verkommen? Kommt mir vor wie ein Mutter-Kind-Treff im Seefeld wo jede noch ihr “Gschichtli” zum besten geben möchte bevor sie ins Pilates geht, natürlich mit Kind und Hund. Man erzählt sich noch ein paar kleine Anektödchen und trinkt dazu entkoffeinierten Latte Matschiato (extra gemacht, ätsch)

    Gott sei Dank ist meine Partnerin – trotz 3 Kindern – immer noch Mensch und Frau. Nicht nur eine sich ums sich selbst drehende Mutti. Kein Wunder sind hier viele alleinerziehend, so kann das mit einer Beziehung einfach nicht klappen. Nur mal so nebenbei.

    • Roland Mühlemann sagt:

      Sehe ich auch so. Schon die “15 nervigsten Bemerkungen” geben das Niveau an: spiessbügergliche Mütter, die aus alltäglichen Trivialitäten ein Drama machen. Ja, all diese Sprüche gibts. Na und? Soll man sich jetzt deswegen besonders klug vorkommen, wenn man sie durchschaut? Zuerst jammern darüber, dass die Schweiz so familien- und kinderfeindlich sei, dann wieder unzufrieden sein, wenn aus Interesse einmal eine unangehme Äusserung fehlt. Gejammer auf hohem Niveau. Narzisstisch: “Ich und mein Kind, ein Universum für sich, warum erkennen nicht allle um mich herum meine Wahrheit auf den ersten Blick. Warum ist der so böse, und versteht mich nicht gleich ohne Worte? Warum ist er so böse, dass er mich so etwas fragen kann.”
      Desperate Housewives.

  10. Max Meli sagt:

    Stefan Molikoff.. vielleicht hast Du übersehen dass es sich hier um das “Mamablog” handelt. Was sollen denn diese dummen Bemerkungen und Beleidigungen? Sich austauschen ist menschlich, Deine Ansicht scheint bedauernswert.

    Katharina, Du hast eine interessante Definition gefunden mit “der vorverurteilenden bornierten Respektlosigkeit” aber da es sich hier um ein mamablog handelt ist Deine Kritik in etwas genauso am Platz wie in eine Beiz zu gehen und über Biertrinker zu motzen.

    Zum Thema, ich verstehe sehr wohl warum diese Fragen teilweise als Dumm aber auch als Frech reinkommen; Beleidigungen sind kein Gesprächs-Starter. Warum muss man sich auch überall einmischen?

  11. Olga Baumgartner sagt:

    Man kann auch ohne Worte ETWAS BLÖDES aussagen. – Als Alleinerzieherin gehe ich mit meinem kleinen Sohn, – ein Mischlingskind – einkaufen. Eine betagte Frau geht rasch im Freien ihre Blumen giessen, um uns genau anzusehen. – Dass ich nicht lache; – in der Giesskanne hatte es kein Wasser. – Dazu hat die Zeit nicht mehr gereicht. -
    Ich bin mit meinem kleinen Sohn im Dorf: ein Senor fragt: Ja kannst du denn deutsch? – Ich erkläre, dass mein Kind ein Schweizer ist. – Einfach klipp und klar antworten, ohne Angst vor den dummen Menschen, – die ” BLÖDEN ” sind sie sowieso selbst!!!

  12. Patrick sagt:

    @ Stefan Molikoff: Danke!

    @ Andere Mamis und Papis: Irgendwie seltsam, habe ich doch auch 2 Töchter – wir mussten nie irgendwelche Bermerkungen dieser Art über uns ergehen lassen. Vielleicht sollte man mit der Fehlersuche bei sich selbst anfangen, denn mal ehrlich – Kinder (auch schlafend im Kinderwagen) gehören in der nacht weder in den Kinderwagen, noch an ein Dorffest, noch an die Chilbi… etc… ;o)

    • sandramami sagt:

      Danke Patrick !
      Habe selber zwei Kinder und bin Deiner Meinung.Ueberall hin und zu jeder Tages und Nachtzeit werden die Kleinen mitgeschleppt,nur damit die lieben Eltern nicht noch irgendetwas verpassen.

      • hausmannus sagt:

        Einspruch! Es kommt bei uns oft vor, dass wir nachts (oder irgendwann) noch in der Öffentlichkeit mit den Kindern unterwegs sind, insbesondere auch im ÖV -> z.B. auf der Heimreise von Ferien, Ausflügen oder was auch immer. Wir tun es unseren Kindern nicht an, im Privat-Auto unterwegs sein zu müssen. Egal welche Zeit es ist. Eltern müssen den Rest ihres Lebens nicht im eigenen Garten und Haus verbringen, bloss weil andre denken, den Kindern könnte unterwegs ein Meteorit auf den Kopf fallen – oder was sonst ist denn die Begründung, nicht mit Kindern auch mal spät an die Chilbi zu können?

      • Frank Thorsten sagt:

        Auch hier kann man toleranter werden, wenn man mal im aussereropäischen Ausland war und sich ansieht, wie es da mitunter geht.

      • Sportpapi sagt:

        @Patrick und Sandramami. Das sehe ich nun wirklich nicht so. Wichtig ist, dass die Kinder genügend Schlaf erhalten. Das geht im Kinderwagen ganz gut – mein Grosser hat sogar lange Zeit seinen Mittagsschlaf nur im Wagen gemacht. Auch wir sind vorwiegend mit ÖV unterwegs. Wenn da die Kinder müde sind, liegen sie in ihrem Wagen und schlafen. Was ist da dagegen einzuwenden? (natürlich mit sauberen Zähnen und im Pijama…). Bei einem Familientreffen kürzlich ebenso: Der kleine ist im Kinderwagen (nach ein paar Schritten) eingeschlafen, als der grössere müde war, sind wir gegangen. Alternative wäre gewesen. a) ganze Familie bleibt zuhause, b) Kinder bleiben mit Babysitter zuhause (aber unsere Verwandten wollten doch die Kinder sehen…), c) wir hätten dort ein Kinderzimmer bezogen. Was bringts?

  13. Louis Ehrensberger sagt:

    ich werde nie mehr wieder eine frisch gewordenen mutter ansprechen…

    • Roland Mühlemann sagt:

      Wenn man so etwas hier liest – müsste man diesen Schluss ziehen. Aber dann wärst du ja wieder familien- oder kinderfeindlich.

  14. Ashiro Moto sagt:

    Diese Fragen zeigen auf klare Weise auf, dass die Mehrheit unsere Gesellschaft NICHT mehr mit Kindern bzw. Babys Kontakt hat. Daraus resultiert ein realitätsfremdes Bild von Kind und Familie, was wahrscheindlich auch einen direkten Einfluss auf die Familienplanung bzw. Geburtenrate hat. Leider wird meist auch im Film oder der Werbung nur ein entweder idealisiertes oder verzerrtes Bild der Familie gezeichnet. Kurz, wenn ich mit meinem einjährigen Sohn unterwegs bin antworte ich meist mit einer zynischen Blosstellung der fragenden Person, schlichtweg um ihr aufzuzeigen, dass Dummheit und Unwissenheit in Kinderfragen durchaus eine Lücke im Wissen über die eigene Gesellschaft ist.

    • StefanB sagt:

      Durchaus richtig beobachtet. Kleiner Blick auf Windelwerbung: da sind diese süssen Babys, die krabbeln und ihre ersten Geh-Versuche machen, die Mütter sehen aus wie zwanzigjährige Models, die Väter sind smarte Yuppies um die dreissig, und die Grosseltern alles in Ehren ergraute rüstige Rentner.

      alles in allem liegen zwischen der Baby- und der Elterngeneration nur halb so viele Jahre, wie zwischen Eltern und Grosseltern.

      • Roland Mühlemann sagt:

        Dummerweise gehören die mit dummen Fragen gequälten Mütter auch zu dieser Gesellschaft, die keine Ahnung mehr von Kindern hat. Vielleicht müsste man die Kinder von ihren Müttern trennen und in ein Heim stecken, wo sie professionell erzogen würden…. !?

  15. Tina sagt:

    Die Frage, ob es ein Junge ist (obwohl ersichtlich ein Mädchen) kommt von daher, dass früher ein Junge als Stammhalter zu bekommen Pflicht war. Und ich denke bei vielen ist das halt irgendwie immernoch so im Instinkt drin. Ich nehme solche “nervige” Fragen mit Humor und so kommt man oft in lustige Gespräche… also an alle, sich nicht ärgern sondern darüber lachen!

  16. Hier einmal aus anderer Warte: Ich finde es eigenartig, wenn frischgebackene Eltern von mir als kinderlosem Alleinstehenden erwarten, ich würde mich in der Baby- und Eltern-Welt auskennen geschweige denn mich dafür interessieren.

    Ein für alle mal: Nachwuchs oder nicht Nachwuchs sind zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Ich habe keine Ahnung,

    Wie gross und wie schwer ein typisches Baby bei der Geburt sein sollte

    Wie oft es gefüttert werden muss und wie oft es in die Windeln scheisst

    Ab wann ein Baby Krabbeln, Gehen, Lallen, Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen können sollte. Ich war noch zu jung, um mich daran erinnern zu können.

    Ab welchem Babyalter man davon ausgehen kann, dass das Gehirn eines Babys mehr als “Lala lulu brumm brumm bibbi babba mamma mumu” verarbeiten kann.

    Wann ein Säugling schlafen sollte und wann nicht (In der Nacht oder dann wann man es erwarten würde offensichtlich nie)

    Wieso diese Babys ständig schreien, obwohl die Müttern immer versichern, dass es eigentlich “ein ganz ruhiges” sei. Sagen sie es gerade deswegen? Ist es eine wirallewissenesisteineLüge Lüge?

    ob man aus der Farbe der Kleidung auf das Geschlecht des Windelscheissers schliessen kann (funktioniert bei erwachsenen Babys auch nicht zuverlässig, wieso sollte es bei einem noch unterentwickelten?)

    Welche Trageformen gerade besonders modisch sind. Die Zeit der SUV-Buggys scheint etwas aus der Mode zu sein, jetzt ist der Tribe-Kult mit Rücken oder Brusttuch im Trend. Als nächstes werden sich die Tribe-Mütter vielleicht noch Buschmesser zutun, um für sich und ihre Jungbrut einen Weg durch den überbevölkerten Stadtdschungel zu schlagen. Oder kommt es zum Rückzug auf die Bäume?

    Ich weiss gerade noch knapp, dass die Tragzeit (sagt man dem so?) beim Menschen 9 Monate beträgt und dass die Brutpflege sehr aufwendig ist und unglaublich lange dauert.

    Liebe Mütter und Väter, seid darum doch bitte nicht beleidigt, wenn einmal eine für eure Welt komische Frage aus der anderen Welt kommt! Seid doch froh, dass wir Anderen überhaupt fragen und nicht wie böse Marsianer alles, das uns nicht interessiert, kommentarlos über den Haufen schiessen.

    • Ueli Eichenberger sagt:

      Yeah, ein wenig krass – aber den Nagel auf den Kopf getroffen!

    • hausmannus sagt:

      Guter Einwand. Dann fragt aber bitte so, dass man euer Interesse spürt. Die Frage nach dem erstickenden Kind im Tragtuch zeugt nämlich wirklich nur von Blödheit (oder freundlicher ausgedrückt: Von Besserwisserei). Ebenso das wegen dem schweren Tragen in der Schwangerschaft. Beides leider selber erleben müssen.

  17. v.hunziker sagt:

    Hm, die genannten Sprüche höre ich nie. Im Gegenteil: Mir sagt mindestens einmal am Tag irgendjemand “Nei, wie heeeeerziiig, sie müend das so richtig gnüssä – es gaht so schnäll und sie sind gross” – das finde ich immer total süss und ich finde es richtig schön wenn man einfach so mal mit jemandem ins Gespräch kommt…

  18. Fabienne sagt:

    beeindruckend wie feindlich die bisher vorwiegend männliche spezies auf dieses thema reagiert. ich nehme mal an, das liegt daran, dass ihr einfach mehr oder weniger “ausgeschlossen” seid ab dem zeitpunkt der schwangerschaft.
    nur um es gleich klar zu stellen: ich habe auch keine kinder, bin 28ig und die chance welche zu kriegen ist gering. aber ich freue mich für jeden der sich dazu entschlossen hat.
    es ist eine entscheidung die schwerwiegend und anspruchsvoll ist. die verantwortung lastet schwer auf den schultern der jungen mütter und entscheidungen müssen behutsam und in abklärung aller eventualitäten getroffen werden.
    wenn dann jemand neunmalkluges kommt und frägt: warum haben sie ein tuch und nicht einen babywagen, dann würde ich dem wohl auch am liebsten an den kragen gehen. denn was mütter auch immer machen, sie überlegen sich mehrmals was angebracht ist für sie und was nicht.
    deswegen ist ein bevormunden von aussen etwas entmündigendes, welches die junge mutter als unfähig darstellt. da diese mutter die sicherheit und das selbstvertrauen ALLES richtig zu machen, noch nicht da ist (und wohl auch nie 100%ig da sein wird), verstehe ich die reaktionen hier.
    versucht doch bei der nächsten kontaktaufnahme gleich zu fragen wie alt es ist, anstatt das geschlecht rosarot zu erraten. sagt der mutter, dass sie schon super aussieht, obwohl sie erst gerade geboren hat. fragt nach dem vater, was auch immer, seid einfach mal ein bisschen kreativ.
    ich kenne dieses problem von einer anderen seite. ich habe einen 18 wochen alten boxerwelpen in weiss mit braunen pünktchen. sie hat eine schwarze nase und einen schwarzen strich auf der stirn: trotzdem werde ich täglich gefragt ob das eine ART von albino sei… arrrgh, da fässt man sich doch auch an den kopf. somit: ich verstehe die leicht entnervten mütter hervorragend! aber auch die andereseite, dass man sich immer wieder mit menschen auseinander setzen muss, die kinder bekommen haben udn den ganzen tag nur noch über schnuller und wickeltuch ja oder nein reden.
    DAS IST DOCH VÖLLIG OKAY. beide seiten haben ihre daseinsberechtigung.
    aber bitte, hört auf mütter hier auf dem MAMABLOG anzufeinden. konstruktiv ist das auch möglich… scharfe töne sollten nicht so schnell gespukt werden.

  19. Mirjam sagt:

    Als mein Sohn noch schulterlange Haare hatte: das ist aber ein hübsches Mädchen. Er trug kurze Hosen, Tshirt mit Bob der Baumeister darauf, Schirmmütze mit Lightning (Rennauto) und Turnschuhe. Er war 5 Jahre alt. Das Umgekehrte bei meiner Tochter (noch recht kurze Haare da sie nicht so schnell wachsen konnten): Das ist aber ein herziges Bübchen. Sie trug eine hellrosa Hose und ein violettes Rüschenoberteil mit einer Glitzerkatze darauf aufgedruckt. Sie war zu diesem Zeitpunkt 4,5 jahre alt und bei gutem Hinschauen hätte man gemerkt, dass sie ein Mädchen ist…

  20. Pippi Langstrumpf sagt:

    Seien wir doch froh, dass jemand Notiz nimmt von unseren Kindern, sie herzig finden etc. Es ist doch egal, wenn sie mit dem Geschlecht daneben tippen, es ist nie eine Beleidigung, weil es gerade so gut wäre, wenn mein Sohn ein Tochter oder umgekehrt wäre. Ich finde, man kann aus allem ein Problem machen, wer die Rollenklischees ablehnt, sollte hier zuletzt empfindlich sein.

Kommentieren

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.