
Streitbare Feministin: Elisabeth Badinter.
Im April war Elisbeth Badinters Buch «Le Conflit, la Femme et La Mère» Thema hier im Blog. Vergangenen Sonntag nun erläuterte die französische Feministin ihre Thesen im Interview mit der «SonntagsZeitung» etwas detaillierter. Wie schon im Buch kritisiert sie im Gespräch Still-Zwang und Öko-Windeln, sowie die Überbewertung der Mutter-Kind-Bindung, den gesellschaftlichen Druck auf Frauen, in der Mutterrolle die Rolle ihres Lebens zu sehen. Ganz allgemein ortet Badinter im «Zurück zur Natur»-Trend, der gerade in der Schweiz und Deutschland sein Unwesen treibe, eine reaktionäre Ideologie. Und diese gefährde die Errungenschaften des Feminismus und die Freiheit moderner Frauen.
So weit, so kontrovers. Im Interview nimmt Badinter kämpferisch die Position der Feministin ein, die für die Freiheit moderner Frauen streitet. Dabei entblösst sie aber auch die Schwachstellen ihrer Argumentation. Hinter dem gesellschaftlichen Druck auf die Frauen sieht Badinter nicht die düstere Macht des Patriarchats am Werk, sondern die Frauen selbst. Das ist richtig. Es ist wohl mehrheitlich der stärkeren sozialen, politischen und ökonomischen Position der Frauen zu verdanken, dass wir uns heute mehr Gedanken über Ökologie und Nachhaltigkeit machen und bewusster konsumieren. Badinter argumentiert nun, dass die grün gefärbte Geisteshaltung auch zur Mystifizierung der Mutterrolle geführt habe – ein Zusammenhang, den man anzweifeln darf. Der eigentliche Punkt ist aber der: Wenn niemand die Frauen an den Herd zwingt, sondern sie sich aus freien Stücken dafür entscheiden, kann man ihnen zwar unterstellen, dass sie der falschen Ideologie folgen. Aber will man die Frauen nun einfach mit einer anderen Ideologie zu ihrem Glück zwingen?
Und dann frage ich mich auch: Existiert dieser Öko-Druck tatsächlich? Badinter meint, er zeige sich vor allem in der Tendenz, Frauen die pränatale Verantwortung für das werdende Leben zuzuschieben und ihnen bezüglich Geburt und der späteren Aufzucht der Kinder allerlei Öko-Klimbim aufzudrängen. Sie hat insofern recht, als ein gewisser Naturalismus tatsächlich im Trend liegt, wie man so schön sagt – wie so vieles andere auch. Aber knechten uns diese Trends tatsächlich so sehr? Ich habe zwei Kinder geboren und ich wurde nie irgendwo unter Druck gesetzt, weder von Leuten aus dem Gesundheitssystem, noch aus meinem Umfeld oder meiner Familie. Vielleicht reagiere ich nicht besonders empfindlich auf Druck, aber auch wenn ich mich bei befreundeten Müttern umhöre, erzählen die mir keine entsprechenden Gruselgeschichten. Im Gegenteil, es ist eher die Generation der Babyboomer, die zu ihrer Zeit unter unsensiblen Ärzten litt und sich darüber freut, dass man heute alle Möglichkeiten hat, die Geburt so zu gestalten, wie man will. Auch politisch ist es nicht das linksgrüne Öko-Lager, das die Mutter-Kind-Bindung hochstilisiert und erwartet, dass Frauen die Kinder zu Hause betreuen. Solche Forderungen kommen nach wie vor aus dem rechtsbürgerlichen Lager. Bislang wurde ich auch nur von Männern als Feminazi beschimpft.

Im Visier: Badinter kritisiert unter anderem den Öko-Trend und Still-Zwang für Mütter.
Und welche Ideologie hat nun Badinter als Alternative zum Mütterlichkeits-Trend anzubieten? Die Feministin bemüht dafür das französische Modell von Mutterschaft, das traditionell auf der körperlichen Trennung von Kind und Mutter beruhe. Die Kronzeugin dieser Ideologie ist die weibliche Karriere. Die berühmte, ominöse Karriere, auf die angeblich alle Frauen verzichten, die ihre Kinder nicht vollumfänglich fremd betreuen lassen, hat aber einen Haken – und je grösser die Karriere, desto grösser der Haken. Will man nämlich beruflich in die Spitzenpositionen, fordert dieses Unterfangen etwa ähnlich viel Lebenszeit ein wie ein Kind. Im Gegensatz zum Kind kann man eine Karriere aber nicht fremd betreuen lassen. Es ist möglich, eine Familie zu haben und einem Job nachzugeben, vielleicht auch aufzusteigen, auch wenn es nicht der ganz grosse Karriere-Wurf sein sollte. Der Verzicht auf die Zeit mit den Kindern zugunsten einer Spitzenkarriere scheint dagegen nicht sonderlich attraktiv.
Bleibt noch ein letzter Punkt: Partnerschaft. Für französische Frauen, so Badinter, käme traditionell die Rolle der Gattin noch vor jener der Mutter, ein Erbe aus der Aufklärung, das sich die Französinnen durchs Bürgertum bis in die Gegenwart gerettet hätten. Und hier hat sie einen Punkt. Solange Frauen Kinderhaben als ihre Privatsache und den Mann nur als willigen Vollstreckungsgehilfen sehen, werden sie auch die Verantwortung für das häusliche Leben grösstenteils alleine zu tragen haben. Kinderhaben ist ein Zweierdeal, dies sollte die Basis für jede Familie sein. Und auf dieser Basis, mit all ihren Implikationen, muss über die Aufteilung der Aufgaben verhandelt werden. Und solche Verhandlungen gestalten sich wesentlich einfacher, wenn auch die Liebe zwischen Mann und Frau gepflegt wird (oder welcher Paarung auch immer). Und nicht nur die von der Mutter zum Kind.



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Wahlfreiheit
In diesem Blog wird immer wieder die sogenannte Wahlfreiheit bemüht. Ja, hat denn nicht jede Frau die Wahl sich für eine Mutterkarriere zu entscheiden? Hat sie, ich will dies auch nicht ändern oder jemanden anfeinden. Frau Badinter sicherlich auch nicht.
Doch (und das muss erlaubt sein) bezweifele ich folgende Argumentationen: 1. Das ist der Instinkt. 2. Das ist die wahre Bestimmung. 3. das ist für die Gesellschaft absolut notwendig.
Für mich ist es – wie alle anderen Modelle – nur eine Entscheidung. Da:
Zu 1. Der Mutterinstinkt zum grössten Teil ein soziologisch/historisches Phänomen ist. Man lese die Werke von Frau Badinter und andere. (nur nicht die Weltwoche oder Frau Eva H.)
Zu 2. Das würde ja bedeuten, dass die erledigte Arbeit am Kind nach 10-15 Jahren in die absolute Bestimmungslosigkeit der Frau führt.
Zu 3. Siehe Überbevölkerung, mangelnde Umverteilung etc.
Doch: diese Entscheidung zur Vollzeit/- oder Teilzeitmami kann doch jede/jeder so treffen. Mit den folgenden gesamtgesellschaftspolitischen Konsequenzen:
1. Andere Modelle finden keinen Eingang, die eine wirkliche Chancengleichheit für Familien mit Beruf erhöhen, da Politik/Wirtschaft/alte Machtstrukturen die notwendigen Anpassungsleistungen nicht machen müssen.
2. Der Mann einfach nicht die Chance zu einer sinnvollen Familienarbeit erhält und sich auch nicht vom Mutter-Fürimmer-Versorgungsgen verabschieden kann.
3. Wir Frauen bleiben gerne Hausvorstand No. 2; die Ehebesteuerung bleibt in dieser Form bestehen.
4. Wir stellen unsere Arbeit auch gerne für 20% weniger Gehalt zur Verfügung.
5. Gerne haben wir auch niedrige Renten.
6. Super gerne beziehen wir, wie es heute 70% der Rentnerinnern tun, im Alter Ersatzleistungen vom Staat. Denn: der Mann stirbt früher oder hat die Nase voll.
Kurz, dies alles ist unsere Wahl und alle Anderen die feministische Parolen in die Welt schreiben sind „Alte“ und „Unverbesserliche“. Man bedenke: dies wählen wir Frauen als erwachsene Menschen.
Da kann ich meine Geschlechtsgenossinnen nur fragen: Bitte? und verstehe die Welt nicht mehr …
Penelope, sehr gute Auflistung der Missstände. Ich mache genauso wie Sie ein grosses Fragezeichen hinter die Freiwilligkeit, ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Königsfrage der Emanzipation die Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit ist.
Aber: Ich bin überzeugt, dass auch die Bedürfnisse der Kinder dabei nicht vergessen werden dürfen, deshalb bin ich eine grosse Befürworterin der Teilzeitarbeit für Eltern, solange die Kinder Betreuung brauchen. Wenn ich von mir persönlich sprechen darf, ich hätte es als furchtbar empfunden, wenn ich meine Kinder schon als Säuglinge oder Kleinkinder während 5 Tagen pro Woche 8 Stunden hätte fremdbetreuen lassen müssen. Ich finde die 100% Berufstätigkeit für Eltern von kleinen Kindern eine Zumutung, abgesehen davon macht lange nicht jeder, ob Mann oder Frau, eine Karriere, wie hier schon mehrfach angemerkt wurde. Wir brauchen die Bereitschaft der ganzen Gesellschaft, die neuen Modelle zu leben. Es stimmt schon, viele Paare, die ich kenne, lebten eine moderne, gleichberechtigte Partnerschaft, es gab keine grossen Reibereien, der Haushalt für zwei ist schnell gemacht – bis die Kinder kamen. Wer nicht gut aufpasst und sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen auseinandersetzt, landet ganz schnell beim alten Modell der Rollenteilung, Mami zu Hause, Papa auf dem Bau, eben, weil es so bequem ist. Dieses Rollenmodell ist das Gängige, alles ist darauf ausgerichtet. Wer in diese Falle tappt, findet oft nur mit Mühe heraus. Wenn sich dann die Partnerschaft (folgerichtig oft wegen des Rollenfrusts) als nicht tragfähig erweist, fangen die Probleme erst recht an.
Wenn ich die neuen Familienmodelle sehe, würde ich mich eher nach Norden als nach Westen orientieren.
Zu 1. Der Mutterinstinkt ist bei allen höheren Wirbeltieren, insbesondere bei Vögeln und allen Säugetieren, sehr ausgeprägt. Da auch unsere Spezies dazugehört, bezweifle ich die Behauptung, es handle sich “nur” und ein soziohistorisches Phänomen. Es sei denn, man betrachte die Tatsache, dass diese Tiere die ganze Erde beherrschen, auch nur als soziohistorisches Phänomen.
zu 2. Erledigte Arbeit am Kind nach 10 bis 15 Jahren: im Alter von 15 Jahren sind die Kinder in der Pubertät, und die Arbeit noch lange nicht getan. Gerade dann brauchen die Kinder wieder vermehrt ihre Eltern, die ihnen auch Grenzen setzen, und an denen sie sich auch reiben können.
Zu 3. Was hat denn die Überbevölkerung mit der Wahl zwischen Mutterschaft und Karriere zu tun?
Zu den Konsequenzen:
1. Es ist weder für einen Mann noch eine Frau zur Zeit möglich, 100% sowohl für die Familie als auch den Job/Karriere da zu sein. der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.
3. Da der Staat es bisher versäumt hat, den Begriff Haushalt genau zu defnieren, hängt alle Besteuerung an den Einzelpersonen, die in diesen Haushalten leben. Sollte es einmal so kommen, dass nicht mehr Personen, sondern Haushalte besteuert werden, so wäre auf einen Schlag alle Ungerechtigkeiten wie Heiratsstrafen etc. beseitigt.
4. Ganz klar gilt: gleicher Lohn für gleiche Leistung.
5 und 6. Die Renten in der Schweiz sind für alle, auch für Rentner, nicht mehr existenzsichernd, deshalb gibt es Ergänzungsleistungen. Aber der Schweizer misstraut nun mal allen Monopolen, und so zahlt er nebst der AHV auch noch BVG-Beiträge….
@ stefan b.
der mutterinstinkt ist eine erfindung der neuzeit. die wissenschaft (sei es soziologie, psychologie, neurologie oder geschichte) ist sich da einig. die diskussion unter punkt 1. erübrigt sich also. (glauben sie mir ich bin vom fach)
doch verhält es sich wie bei vielen anderen themen auch hier so, dass was als wissenschaftlich erwiesen betrachtet wird, nicht auch zwingend von der gesellschaft akzeptiert wird (oder werden will).
Er spricht vom Muttertier, das nämlich gibt es. Ausser es wäre neuerdings so, dass auch Männchen werfen können. Ob mit dem Muttertier automatisch auch eine Art Mutterinstinkt einhergeht, erscheint zumindest unter biologischen Gesichtspunkten einigermassen naheliegend. In welcher Ausprägung dieser Mutterinstinkt vorhanden ist, ist wahrscheinlich Deutungssache.
nein, er sagt “Zu 1. Der Mutterinstinkt ist bei allen höheren Wirbeltieren, insbesondere bei Vögeln und allen Säugetieren, sehr ausgeprägt.”
@Marcel: tja, aber gemäss lara ist diese Ausprägung psychologisch, soziologisch, neurologisch und historisch gesehen bloss eine Erfindung der Neuzeit…
@lara: wenn sich also unsere Empfindungen nicht mit “wissenschaftlichen” Erkenntnissen decken, dann sind die “falsch”, bloss “konditioniert”, im schlimmsten Fall “patriarchalisch” eingeimpft?
@brunhild steiner
kulturell geprägte wahrnehmungen werden in gleicher weise empfunden wie ‘natürliche’. ausser sie dekonstruieren ihre emotionen wird es ihnen nicht gelingen den unterschied festzustellen.
oder denke sie, dass jede mutter mit postnataler depression keine frau ist?
Eine Erfindung der Neuzeit ist lediglich die Mutterrolle innerhalb der bürgerlichen Familie, die ebenfalls eine Konstruktion ist. Dass der Mutterinstinkt eine Erfindung sein soll, ist mir neu. An seiner Ausprägung darf aber durchaus gezweifelt werden- vor allem im klassisch bürgerlichen Kontext.
die mutterrolle nimmt ja ihre berichtigung aus der ‘natur’. mit dem angeblich ‘natürlich’ vorhandenen mutterinstinkt wird die mutterrolle erst als eine von der natur aus gegebene rolle konstruiert.
@lara:
zur Sicherheit noch hier oben:
da komm ich nicht mit, was hat nun postnatale Depression damit zu tun?
Sind das in Ihren Augen Frauen, welche ihre Emotionen de-konstruiert haben?
Und aufgrund welcher meiner Aussagen kommen Sie zur Vermutung, ich könnte denken diese seien keine Frauen?
(Und ich hätte offenbar kein medizinisches Wissen???…)
Und wer nimmt sich das Recht zu befinden ich hätte offenbar konstruierte Emotionen bezüglich Mutterschaft, und um zur richtigen Einstellung zu gelangen müsste ich diese de-konstruieren?
De facto wird mir also keine Denkfreiheit zugestanden, solange ich nicht im gewollten Rahmen denke.
Das ist immer derselbe Punkt den ich ankreide.
@brunhild steiner
wenn alle frauen einen mutterinstinkt hätten, dann würden nicht jedes jahr tausende von müttern depressiv werden weil sie eben diese gefühle nicht haben.
ergo… wenn nicht alle frauen diesen instinkt haben, kann er auch nicht ‘natürlich’ sein. d.h. der mutterinstinkt ist kulturell geprägt. (das macht ihn aber für die einzelnen mütter nicht anders wahrnehmbar. nicht jede mutter muss so fühlen wie sie und ich das getan haben.)
die wissenschaft sagt nicht, sie hätten – wie sie es sagten – etwas falsch empfunden. nur der ursprung dieser emotionen liegt in unserer geschichte nicht in unseren genen.
es gibt keine richtige oder falsche einstellung zur mutterschaft. sie dürfen denken was sie wollen!
ich nerve mich nur grauenhaft ab der ‘natur’-fraktion, die behauptet mutterschaft/mutterinstinkt sei natürlich und jede frau, die nicht so empfinde sei krank und abartig.
@lara: ich finde da wird etwas verwechselt!
Von postnatalen Depressionen können alle Frauen betroffen werden, völlig egal wie stark oder wenig stark sie sich auf das Kind freuen, ob sie zuhause bleiben wollen oder der Wiedereinstieg schon geplant ist.
Mit quasi fehlendem Instinkt hat das gar nichts zu tun!
Was Sie ansprechen ist, dass sich nicht alle Frauen mit dem “nicht-lohnarbeiten und hauptsächlich die Drinnenrolle übernehmen” identifizieren können.
Das hat hier drin ja auch gar niemand in Abrede gestellt.
Aber: darum geht es Frau B. nicht in erster Linie, denn sie plädiert ja nicht dafür dass jede Frau ihren eigenen Weg erkennen soll, sondern den einzig richtigen Weg, von ihr definiert notabene… .
Ich unterscheide aber explizit zwischen Mutterrolle innerhalb bürgerlicher Geschelchtsverhältnisse und Mutterinstinkt. Im Übrigen halte ich die Dekonstruktion nicht für das allein selig machende Mittel, insbesondere auch deshalb, weil damit in gewissen Kreisen allerhand Schindluder getrieben wird. Da sind übrigens dieselben Kreise, in denen die Gendertheorie mittlerweile denselben Stellenwert eingenommen hat, wie die Religion. Dabei spielt die eigenen sexuelle Gesinnung leider eine übergeordnete Rolle. Und von Menschen, welche ihre eigene sexuelle Gesinnung zum Politikum erheben, halte ich nicht gerade viel- weder von hetero- noch von homosexuellen Menschen.
Dekonstruktion bedeutet ja im Umkehrschluss, dass alles eine Konstruktion ist- und das ist nicht immer wahr.
Fragen:
Was ist “Dekonstruktion der Emotionen” – insbesondere im vorliegenden Kontext?
Was sind bürgerlicher Geschlechtsverhältnisse?
Zu Mutterinstinkt (Maternal bond: “http://en.wikipedia.org/wiki/Maternal_bond”) :
“Production of oxytocin during lactation increases parasympathetic activity, thus reducing anxiety and theoretically fostering bonding, so it is generally understood that maternal oxytocin circulation can predispose women to form bonds and show bonding behaviour.
Breastfeeding is also strongly believed to foster the early post-partum maternal bond, via touch, response, and mutual gazing.” – es gibt keinen deutschen Artikel dazu.
Kurz: Es gibt biologische Aspekte, die zu Mutterinstinkt führen. Es kann somit nicht gesagt werden, dass es sich dabei um eine kulturelle Prägung handle.
@Lara:
Den “Mutterinstinkt”, den Sie wohl meinen, ist aber kein “Instinkt”, sondern eine psychosoziale Rolle (ich gehe davon aus, dass Sie Soziologin sind), und damit kein Instinkt in biologischem Sinn, wie ich den Begriff Instinkt verstehe. Deshalb auch mein expliziter Hinweis auf andere Spezies, oder gestehen Sie Spatzen, Mäusen, Ratten, Katzen und Hunden eine psychisch-soziologischen Überbau zu? Bei all diesen Spezies kümmern sich die Eltern, vor allem die Muttertiere, um den Nachwuchs, bis der so weit entwickelt ist, um selbständig sein Leben zu fristen.
Und was den “Babyblues” betrifft: Ist es nicht so, dass von allen Seiten die junge Mutter mit ihrem Kind beglückwünscht und über den grünen Klee gelobt wird? Dass es auch anstrengend ist, ein kleines neues Menschlein umsorgen zu müssen, dass der kleine Racker einem auch gehörig auf den Geist gehen kann, wenn er in der gleichen Nacht zum vierten, fünften Mal die Eltern aus dem eh schon kurzen Schlaf reisst, das wird doch ziemlich ausgeblendet. Kommt dazu, dass vielen Müttern (wie auch Vätern) erst nun klar wird, dass das sorgenfreie Leben endgültig zu Ende ist. Wenns denn eine Katze oder ein Hund wäre, die könnte man ja bei Nichtgefallen zurück ins Tierheim geben, aber es ist halt ein Mensch da, da gibts kein Zurück…
In diesem Zusammenhang: Kennt jemand eine Statistik, die zeigt, ob pränatale Depression von der Kinderzahl abhängt, ob sie also vor allem beim ersten, zweiten oder dritten Kind auftritt, oder unabhängig von der Familiengrösse ist?
@StefanB:
“Den “Mutterinstinkt”, den Sie wohl meinen, ist aber kein “Instinkt”, sondern eine psychosoziale Rolle” es ist eben auch keine psychosoziale rolle, sondern biologisch gesteuert. in den meisten faellen.
“gestehen Sie Spatzen, Mäusen, Ratten, Katzen und Hunden eine psychisch-soziologischen Überbau zu” bei katzen und Hunden kann ganz sicher von sozialem verhalten gesprochen werden.
was das ganze mit dem hauptthema zu tun haben soll ist mir schleierhaft.
das hauptthema ist doch, dass DIE ideologie Kornzeugin von allem ist, die Franzosen per definitionem alles besser machen, weil sie die grande nation sind, dabei anscheinend, weils eben franzoesisch ist, auch der staatsbankrot als nebenwirkung gut sein muss, und dass franzoesische frauen eben sexier und gluecklicher sind, weil, ja warum denn? wohl von all dem franzoesisch.
da wär zusätzlich noch spannend, gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Ländern?
Insbesondere den skandinavischen, oder, von besonderem Interesse, Frankreich?
Und existieren in jenen Ländern dafür Unterschiede zu anderen “Auffälligkeiten” die hier weniger hoch sind?
@StefanB:
“Den “Mutterinstinkt”, den Sie wohl meinen, ist aber kein “Instinkt”, sondern eine psychosoziale Rolle” es ist eben auch keine psychosoziale rolle, sondern biologisch gesteuert. in den meisten Fällen.
“gestehen Sie Spatzen, Mäusen, Ratten, Katzen und Hunden eine psychisch-soziologischen Überbau zu” Bei Katzen und Hunden kann ganz sicher von sozialem Verhalten gesprochen werden.
Was das ganze mit dem Hauptthema zu tun haben soll ist mir schleierhaft.
@Katharina:
Es geht mir in erster Linie darum, aufzuzeigen, dass das Wort Instinkt falsch benutzt wird, wo eigentlich (Mutter-)rolle gemeint ist.
Und weil das Wort falsch gebraucht wird (oder, um es anders zu sagen: das selbe Wort mag in anderen Wissenschaften als der Biologie mit anderer Bedeutung benutzt werden), entstehen die grossen Konfusionen, weil nicht klar ist, wer den Begriff wie versteht.
und was ist ihr Lösungsvorschlag?
müssen nun die “soziologisch/historisch manipulierten Frauen” umgepolt werden? Und wenn ja, wer soll diese Umpolung steuern? Madame B als Allwissende, soll das Monopol zur Umpolung bekommen oder jemand von ihren Gegenstreitern?
haben sie mit ihrem Elitären Selbstverständnis manchmal nicht Angst vor sich selber?
wollen sie anders denkende Frauen zwingen – anders zu leben, als sie es wollen – oder in eine staatlich verordnete Umerziehungsanstalt schicken?
- als Beispiel für Wahlunfreiheit nehmen sie 70 jährige Rentnerinnen – hmm…. und dann sagen sie nicht, dass sie über Probleme von vorgestern diskutieren….
jede Frau kann doch heute 100% arbeiten, mit ihrem Partner absprechen ob sie heiraten will, ob sie 100% arbeiten will oder falls nicht, als Bedinung stellen, dass finanzielle Absicherungen gemacht werden, damit sie eben nicht einmal im Schilf steht
und jeder Mann kann doch Hausmann werden oder mehr Zeit mit der Familie verbringen wenn er es wirklcih will.
Dass Mann oder Frau unweigerlich weniger Geld oder weniger Altersvorsorge haben, wenn sie einfach der Familie frönen, ist allerdings selbstverständlich, denn sie geben ja auch nur Geld an Fremde, solange sie dafür etwas bekommen.
Wenn ich nicht 100% arbeite, kann ich nicht erwarten, dass nirgendwo Löcher entstehen
wie ich und meine Frau – die uns zu einer Familieneinheit verschmolzen haben – das alles Lösen ist unsere Sache – ob ich einen gebildeten oder nicht gebildeten, einen gut verdienenden oder nicht gut verdienenden Partner für mich aussuche ist ebenfalls meine Sache.
NAtürlich sind wir uns als Jungverliebte selten der Tragweite unserer Entscheidungen bewusst und sind erst hinterher schlauer. Aus diesem Grund bestimmten früher die Eltern was gearbeitet und wer geheiratet werden soll. Aber dahin zurück möchte ja niemand von uns. Oder sollen wir von jetzt an den STaat über uns bestimmen lassen, was gut für uns ist und was nicht?
Also um es kurz zu machen, ich verstehe ihr Gezeter nicht. Jeder Mensch in der Schweiz kann (so fern er Intelligenz und Fleiss und Attraktivität dazu hat) selbst bestimmen, welches Lebensmodell und welchen Partner er hat und haben wird.
@ Stefan B AHV ist eine Sozialversicherung ab einem Lohn von 80′000 zahle ich für alle wenig verdienenden ein. Das ist OK.
BVG zahlt jeder für sich selbst. Meiner Meinung nach ein sinnvolles System.
Wenn eine Ehefrau nichts verdient gehört die hälfte des BVGguthabens ebenfalls ihr (errungenschaft) – ich weiss nicht, wo in Gottes Namen das Problem liegt (ausser dass bei einer Scheidung halt ein Lohn möglicherweise zu wenig ist, zum Teilen) das aber trifft ja die Männer oft härter als die Frauen.
Für das Alter muss ein Eigenverantwortung zusätzlich gespart werden, das ist a) steuerlich begünstigt b) zumutbar, da unsere Löhne um ein WESENTILICHES höher sind als im Ausland.
Fakt ist: unser Wohlstand in der Schweiz ist höher als in den europ. Nachbarländern, deshalb wandern z.B. ja auch so viele Deutsche bei uns ein.
xyxyxy:
Eigentlich ist dies nicht der richtige Ort, aber:
AHV ist eine Sozialversicherung, die eigentlich den Zweck hätte, Alte, Wittwen und Waisen sozial abzusichern, damit ihre Existenz gesichert ist. Wer weiss, wie hoch die Beträge sind, die die einzelnen Personen erhalten, weiss, dass dieser Anspruch heute bei weitem nicht erfüllt ist. die zuvor freiwillige Betriebliche Vorsorge wurde Mitteder 1970er Jahre für obligatorisch erklärt, als sich abzeichnete, dass die AHV diesen Anspruch nicht (mehr) erfüllen konnte. Also heisst dies, dass die Personen, die im BVG-Obligatorium ihr volles Arbeitsleben verbracht haben, erst in zehn Jahren pensioniert werden. Dies ist ein Grund, weshalb soviele Rentner arm sind. Es sind überproportional viele Frauen darunter, weil (unter anderem, nicht ausschliesslich) Frauen schlicht älter werden als Männer, und es deshalb viel mehr Rentnerinnen als Rentner gibt.
Die Einkommen mögen bei uns höher sein, als in den Nachbarländern, da aber bei uns die Preise für Artikel des täglichen Bedarfs auch exorbitant höher sind, gleicht sich dies wieder aus.
@Lara: Spätestens seit den Einsichten der Epigenetik kann ein Mutterinstinkt durchaus genetsich sein – ohne auf eine Geschichte bis in Urzeit aufweisen zu müssen.
ihr exkurs über 1- und 2. Säule ist richtig – besten Dank – aber was ändert das am gesagten? die jetzige Generation wird die vollen Beitragsjahre haben.
1. Säule Existenzminimum
2. Säule Lebensstandard erhalten, das ist bei 60% nur sehr bedingt erfüllt (bei kleineren Einkommen, reicht es aber durchaus)
3. Säule Selbstvorsorge = ich bestimme, mit wiviel Luxus ich leben kann
für mich ein sehr gutes Ausgewogenes System.
Da ich Verwandte im Ausland habe, kann ich sagen, dass bei uns in der Schweiz der Wohlstand sehr wohl höher ist. Selbst die heutige Generation von Rentnern lebt (Ausnahmen gibt es immer) besser in der Schweiz als im europ. Ausland.
Im übrigen sind die Preise längst nicht mehr exorbitant höher. Das müssen all die Rentner feststellen, welche mal meinten sie könnten mit ihrer Rente in Spanien wie Könige leben.
aber sie haben recht – ist off Topic – war ja alles nur, weil von den 70 jährigen Rentnerinnen geschlossen wurde, dass heutige junge Frauen in der Schweiz keine Wahlfreiheit haben.
Wegen solch unsinnigen Behauptungen führt man dann plötzlich eine Diskussion übers Vorsorgesystem. Freut mich, dass sie etwas davon verstehen.
@Penelope: ich ergänze zu den Ausführungen von StefanB.
2. ausser Acht blieb bis jetzt die Anzahl Kinder und deren Altersabstände, denn daraus ergeben sich komplett unterschiedliche Szenarien. Und ganz wichtig, (danke StefanB.) gerade in der Pubertät finde ich eine Anwesenheit sehr wichtig. Dies schliesst eine Lohnarbeit nicht aus, aber sie sollte die Eltern (je nach Aufteilungsmodell) nicht derart an den Rand bringen, dass sie für den/die Teenager keine Kapazität mehr haben, oder für die Paar-Beziehung welche eventuell durch die Teenagereskapaden zusätzlich unter Druck kommt.
Dazu kommt noch dass es nicht nur Lohnarbeit gibt sondern ganz viele nebenamtliche, ehrenamtliche usw Engagements welche einerseits sinnvoll für die Gesamtgesellschaft, andererseits auch sich selber, sein können.
“Hauptamtliche Mütter oder Väter” ^reduzieren ihre Sinnvollheit nicht zwangsläufig auf diese Tätigkeit.
Finden Sie wirklich dass Madame niemanden “anfeindet”? Tut mir leid, aber ich fühle mich von ihr in meiner Lebensentwurfentscheidung weder aktzeptiert, wertgeschätzt, ernstgenommen, gleichberechtigt, daseinsberechtigt, usw, im Gegenteil.
Das Problem ist eben, dass die Emanzipation eben auch kein ganzheitliches Konzept zur weiterentwicklung der Gesellschaft ist/war, sondern eine Revolution zur Änderung einer einzigen Situation egal auf Kosten von was oder wem. Revolutionen haben noch NIE ein Grundproblem gelöst sondern nur verlagert. Die Gesellschaft verändert sich nicht aufgrund der Maturität der deren, sondern aufgrund dessen Rückentwicklung ins Kindesalter. Wer am lautesten Schreit bekommt den Schleckstengel und wenn einer in die Hosen scheisst, will es der nächste ebenfalls.
@Penelope: Ja, hat denn nicht jede Frau die Wahl sich für eine Mutterkarriere zu entscheiden? Ja diese hat sie, aber warum soll ich als Single dafür Geld bezahlen, mir werden meine Wüsche auch nicht quesubentioniert.Dabei gäbe es so einiges, was es wert wäre zumindest aus meine Sicht.
Es wundert mich nun doch, wie emotionalisiert hier argumentiert wird. Trotz allem Verständnis für das entstandene Gefühl Frauen wie Frau B. akzeptieren das Vollzeit-Mama-Modell nicht (ja, ich sehe es nicht als Anfeindung, sondern als Standpunkt an!): Fakten bleiben Fakten! Altersarmut in der Schweiz ist grösstenteils Frauenarmut … etc., etc. Auch werden Frauen, da sie ja Hausfrauenpflichten haben, schneller entlassen. Das hat uns die Wirtschaftskrise je gezeigt. Da kann man schreien, fluchen, diskreditieren o.ä. An den den Tatsachen ändert dies nichts. Sorry!
Sinnvoll wäre eine Diskussion zur Problemlösung, wie sie “Pippi Langstrumpf” vorschlägt. (@ Pippi – Über die “richtigen” Arbeitszeit-Modelle lässt sich streiten und da ist Frankreich nicht das Mass aller Dinge. Aber Frauen wie Badinter sind m.E. wichtig, besonders im Zeitalter des Wohlfühl-und-wie-haben-alles-erreicht-Feminismus).
@Penelope: diese beiden Sachen haben aber nicht zwingend miteinander zu tun,
und ich finde es nicht gerade phantasievoll den Grund dieser Problematik einzig in den nicht/teilzeit-lohnarbeitenden Eltern oder Frauen festzumachen.
Was bei Frau B. die Emotionen auslöst, ist die Unterstellung eines ideologischen Joches unter welches sich die Mütterlichkeits-Trend-Unterworfenen begebenhaben sollen.
@Penelope
Konsens
Wie wäre es mit Vorleben anstatt diskutieren.
Für meine Kinder ist es das selbstverständlichste der Welt, dass ich als Mutter arbeiten gehe, es ist genauso selbstverständlich, dass ihr Vater die Erziehung, den Haushalt, das Einkaufen genauso im Griff hat wie ich.
Für meine Tochter ist es heute keine Frage ob sie Familie oder Job will, für sie ist es sonnenklar, dass sie als Frau auf gar nichts verzichten muss nur weil sie Frau ist, für meinen Sohn ist es auch keine Frage, ob er Familie oder Job will, für ihn ist es auch sonnenklar, dass er auf nichts verzichten muss, nur weil er ein Mann ist. Ich nehme an die Töchter von Cara Mia werden das auch so sehen und die Söhne von Pippi auch. Wir sollten anfangen unseren Standpunkt mit Taten zu untermauern und nicht mit Sprüchen.
“Solange Frauen Kinderhaben als ihre Privatsache und den Mann nur als willigen Vollstreckungsgehilfen sehen, werden sie auch die Verantwortung für das häusliche Leben grösstenteils alleine zu tragen haben. Kinderhaben ist ein Zweierdeal, dies sollte die Basis für jede Familie sein. Und auf dieser Basis, mit all ihren Implikationen, muss über die Aufteilung der Aufgaben verhandelt werden. Und solche Verhandlungen gestalten sich wesentlich einfacher, wenn auch die Liebe zwischen Mann und Frau gepflegt wird (oder welcher Paarung auch immer). Und nicht nur die von der Mutter zum Kind.”
Das ist meiner Ansicht nach der wichtigste Teil dieses Beitrages. Ja, Kinderhaben ist ein Zweierdeal- bislang noch oder zumindest im Rahmen unserer Vorstellungen davon, wie eine Beziehung heute aussieht / aussehen könnte / auszusehen hat. Und genau das ist der springende Punkt in der ganzen Argumentation dieses Beitrages, die auf den ersten Blick zwar offen daher zu kommen scheint, sich aber auf den Zweiten genauso im Kreis bewegt, wie der ganze Feminismus seit Jahren. Natürlich ist Kinderhaben ein Zweierdeal und natürlich sollte über die Aufgabenteilung verhandelt werden- aber auf welcher Basis? Nebst dem Mutterwahn existiert nämlich noch ein anderer Wahn: der Ernährerwahn! Solange die Haushaltseinkommen (mit und ohne Kinder) überwiegend von den Männern erbracht werden, gibt es gar nichts zu verhandeln! Solange es für Männer nur die Wahl zwischen Haupt- oder Alleinernährer gibt, Beruf oder Beruf also, wie ich in meinem Beitrag dargelegt habe, wird es uns nie gelingen, ein einigermassen gleichberechtigtes Beziehungsmodell auf die Beine zu stellen, in dem beide Partner zumindest Wahlfreiheit haben- oder ganz kurz: Solange es den Ernährerwahn gibt, wird es auch den Mutterwahn geben, so einfach ist das! Oder, noch prägnanter: Ohne Ernährerwahn kein Mutterwahn!
mein mann trägt ‘nur’ zu 50-60% des einkommens bei. oh wunder…bis jetzt ist ihm sein gemächt noch nicht abgefallen ; )
Freut mich sehr. Nur so einfach ist dieser Wunsch nicht für alle erreichbar. Es gibt auch noch Dimensionen einer Person, die nichts mit dem Geschlecht, sei es biologsich, psychologisch oder sozial, zu tun haben. Diese haben genau so einen Einfluss auf das ausgehandelte Rollenmodell wie auch die realen ökonomisch-gesellschaftlichen Bedingungen.
Glück gehabt, lara: Dann gehört Ihr in der BRD zu gut zehn und in der Schweiz zu weniger als 7 Prozent aller Paare. Ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen Gemächteverlust und Einkommenbasis gibt, vermag ich leider nicht zu beurteilen
Die Einkommensverteilung in gemeinsamen Haushaltensieht in der Schweiz übrigens z. Z. so aus:
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/05/blank/key/Vereinbarkeit/beitrag.html
Du siehst, Ihr beide seid also eine Minderheit. In Deutschland wird mittlerweile statsitisch anders gemessen- was insofern interessant ist, als dass bei dieser neuen Messmethode Alleinernährerhaushalte gar nicht mehr auftauchen. Doch zum Glück habe ich darüber schon genug Daten gesammelt und brauche destatis dafür gar nicht mehr
Insofern verfüge ich also über einen recht klaren Blick auf die soziale Wirklichkeit.
Was ich eigentlich noch nie ganz verstanden habe. Warum kann man den Haushalt nicht als normalen Beruf akzeptieren. Das tut man heute ja selbst schon bei der Prostitution. Ich habe im Moment leider nicht die Möglichkeit als Hausmann zu arbeiten, für die Zukunft wünsche ich mir das sehr. Es gibt doch nichts Schlimmeres als Welt der Berufskarriere. Das Berufsleben ist in diesem Debatten oft auch eine krude Idealisierung, die einmal dekonstruiert werden sollte.
“Das Berufsleben ist in diesem Debatten oft auch eine krude Idealisierung, die einmal dekonstruiert werden sollte.”
Solange man an der männlichen Erwerbsbiografie als dem eigentlichen Mass der Dinge festhält- ein merkwürdiger Wiederspruch übrigens- und ihn noch zusätzlich mystifiziert, wird das niemand tun.
…ganz abgesehen davon, dass der begriff dekonstruieren wohl zur konstruktion einer pseudo-kompetenz in literaturwissenschaften herangezogen wird.
ist das ganze nun eine veranstatung des dadaismus oder des gagaismus?
Katharina en attendant godot.
@penelope
@michèle binswanger
Eigenverantwortlich? Ich lach mir einen Schranz in den Bauch. Eigenverantwortlich ist also, wenn die anderen/der Staat/der Steuerzahler oder ganz einfach die sozialistischen Appartschiks die eigene Brut versorgen!
Man schaue sich doch die Zustände in Frankreich einmal unvoreingenommen an: Der Zusammenbruch des Rentensystems, die explodierende Jugenarbeitslosigkeit. Dann können wir die Ausbildung eines akademischen Proletariates beobachten, wo jeder im Lycée war, jeder zweite einen Bachelor hat und keiner, aber wirklich ausnahmslos keiner eine richtige Berufslehre absolvieren konnte. Das ganze wird unter der Knute gehalten von einer allmächtigen, allgegenwärtige Bürokratie.
Dann wuchert die institutionalisierte Korruption und wenn eine belgische Untersuchungsrichterin einheiratet und der Sache auf den Grund gehen will, wird sie von der Regierung zurückgepfiffen. In Frankreich hat die Regierung ein direktes Weisungsrecht gegen die Untersuchungsrichter!
Und in dem Land, unverändert seit 40 Jahren, wenn irgendeine Regierung etwas an diese katastrophalen wirtschaftlichen und bürokratischen Zuständen ändern will, wird sie von den Kommunisten mit landesweiten Streiks gebodigt.
In einem solchen Land kommt dann eine kommunistische Philosophin daher und träumt davon, dass ihre Goofen und die Kinder aller anderen Mütter vom Staat übernommen werden.
Und Ihr hier kommt daher und diskutierte solche Kopfgeburten in allem Ernst als wären sie in irgendeiner weise als Vorbild erwähnenswert. Was lernen wir daraus? Richtige Männer wären dringend nötig, damit mamablog wieder ein bisschen Augenmass hällt!
kann ich unterschreiben
aber Herr Munter wie können sie nur so taktlos sein und hier die unschöne Seite von Frankreich aufzeigen – wir unzufriedenen Schweizer müssen doch den Grund für unsere unzufriedenheit unbedingt in unserem Land begründet sehen (mit vl. der höchsten Lebensqualität) da brauchen wir doch nicht solche knallharten Anaylsen von anderen Ländern, nein wir wollen hören, dass es andernorts viel besser ist – also wirklich, das ist gar nicht fein von ihnen. Einzig ihr “rechte Männer” konnte uns ein wenig darüber hinwegtrösten, dass der Schreibende evt. nicht ganz ernst zu nehmen ist und wir deshalb diese Analyse getrost wieder vergessen können.
Marcel Munter: Soviel ich weiss, ist unser duales Bildungssystem ausserhalb der Deutschsprechenden Ländern so gut wie unbekannt. Es gibt also dort sowas wie eine “Lehre” nicht. ..
Und was die Übernahme der Kinder durch den Staat betrifft: So richtig durchgezogen wurde so ein Modell erst einmal, als die Regierung eines Staates Soldaten für den Kampf gegen die “jüdisch-bolschewikische Weltverschwörung” brauchte.
Eine Gattin – auch eine solche, die unbedingt Karriere den Kindern vorzieht – kann man sich aussuchen.
Eine Mutter nicht.
Falls “Mutterinstinkt” soziohistorisches Phänomen sein soll, dann sind die Frauen noch manipulierbarer als ich bisher angenommen habe… Die Torschlusspanik, die sich in gewissen Altersgruppen breit macht, um doch noch trotz jahrelang geprädikten anderslautenden emanzipierten Ansichten einen Mann, eins oder mehrere Kinder und schliesslich gute Alimente zu ergattern erinnert zeitweilen an Lemminge.
Kann sein, dass ein Teil davon einfach nur gemerkt hat, dass trotz grossen Anstrengungen kommt die Karriere dennoch nicht automatisch und dass es viel bequemer ist jemanden anderen für das Finanzielle aufkommen zu lassen. Aber diese verzweifelte Suche nach dem finanzpotenten Erzeuger kann nicht nur diesen Grund haben…
Ich habe schon starken Druck gespuert, was man als Frau und Mutter alles soll. Als Beispiel nur schon, biologisches Gemuese zu kaufen, dafuer ins Reformhaus zu gehen oder auf den Markt, oder es womoeglich gleich selber im Garten zu zuechten… Wenn man arbeitet, hat man dafuer wenig Zeit, und dennoch hat man das Gefuehl, man muesste doch, man will doch nur das Beste fuer die Kinder und die Umwelt. Und wenn man arbeitet, und in meinem Fall durchaus aus Berufung, denn ich liebe meinem Job und arbeite weder des Geldes noch des Prestige willens, der ewige Spruch, dafuer muesse man die Kinder nicht haben. Mich duenkt also, es sei durchaus Druck da, der auf Frauen ausgeuebt wird, wenn auch auf subtile Weise.
@brunhild steiner
kulturell geprägte wahrnehmungen werden in gleicher weise empfunden wie ‘natürliche’. ausser sie dekonstruieren ihre emotionen wird es ihnen nicht gelingen den unterschied festzustellen.
oder denke sie, dass jede mutter mit postnataler depression keine frau ist?
@lara: da komm ich nicht mit, was hat nun postnatale Depression damit zu tun?
Sind das in Ihren Augen Frauen, welche ihre Emotionen de-konstruiert haben?
Und aufgrund welcher meiner Aussagen kommen Sie zur Vermutung, ich könnte denken diese seien keine Frauen?
(Und ich hätte offenbar kein medizinisches Wissen???…)
Und wer nimmt sich das Recht zu befinden ich hätte offenbar konstruierte Emotionen bezüglich Mutterschaft, und um zur richtigen Einstellung zu gelangen müsste ich diese de-konstruieren?
De facto wird mir also keine Denkfreiheit zugestanden, solange ich nicht im gewollten Rahmen denke.
Das ist immer derselbe Punkt den ich ankreide.
Nimm dir Zeit und nicht das Leben, ich bin endlich soweit, dass ich mich mal zurücklehnen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, getraue mich aus dem Haus ohne geschminkt und gestylt zu sein, sind Menschen nur akzeptiert, wenn sie konform sind ? Mit der grossen Masse schwimmen ist nicht mein Ding. Im Bahnhof SBB Basel geht es zu wie in einem Bienenhaus, Hetze, Schnelle ist nicht mein Ding. Mein innerer Antreiber und Bremser stehen ständig in Konflikt. Letzhin hab ich ein Buch entdeckt – “possitives Denken macht krank” Wertungen “possitiv-negativ” machen krank. Menschenwürde hat nichts mit Kotau zu tun, ich mag alte Traditionen nicht. In der RKK stand das Weihwasserbecken kurz nach der Tür am Eingang, Finger eintauchen und im Namen Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Papst Pius der XII. hat Waffen gesegnet, erreicht die Waffe besser das Ziel, wenn sie mit Weihwasser abgesegnet ist? Sind Rabentöchter nach wie vor Sündenböcke, da sollten Rabenmütter mal in den Spiegel gucken, es gibt auch uralte Mütterchen, die ein selbständiges Leben führen , es gibt ja viele Hilfsmittel und Gehhilfen für alte Mütterchen, alte Mütterchen die sich eine Zigi anstecken oder genüsslich ein Eis schlecken
auf einem Bänkli, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder……….. den zweiten Satz lass ich jetzt bewusst aus, Moralin ist nicht mein Ding das verlogene goldene Kalb inkl. “Nichts ist wirklich wichtig, nach der Ebbe kommt die Flut” aus der einer CD von Herbert Grönemeyer . Ich bewahre meinen guten Draht zu Kindern , Kinder und Narren sagen die Wahrheit.
Ich habe dazu meine ganz persönliche Meinung: Mutter hin oder her, Karriere da oder dort, egal was: wir können lange diskutieren – das Leben vor Kindern ist 180 Grad umgekehrt als das Leben nachher, mit Kindern. Dies zu meistern, so dass es für alle irgendwie stimmt, bleibt schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Da können wir noch so diskutieren und einander Sachen vormachen. Wenn wir alle ganz ehrlich sind, kommt man schlicht und einfach auf die Welt!
Das bestreitet ja gar niemand, hier geht es um was ganz anderes, und wie ich finde enorm Entscheidendes, nämlich ob Frauen die sich gegen das Ganz-Ausserhaus-Lohnarbeit-Modell entscheiden dies aufgrund unbewusster Denkprozesse tun, aufgrund von Emotionen, die bloss konditioniert worden sind und dringend de-konstruiert werden sollten um zur Erlangung des wahren Frauseins zu gelangen,
oder ob diesen Frauen genauso reflektierendes und gründliches Denk- sowie Entscheidungsvermögen zugesprochen wird.
Was mich bei solchen Diskussionen immer befremdet: Warum um Himmels Willen (von mir aus auch um Emmas Willen) wird hier “Karriere” (besser wäre: Erwerbstätigkeit) gegen Kinder ausgespielt?
Ganz sicher ist es nicht möglich (ausser vielleicht, man entstammt einer grossbürgerlichen Familie, oder hat in sie hineingeheiratet), ein Kind oder auch mehrere zu hundert Prozent fremdbetreuen zu lassen. Nein, es ist nicht “die Gesellschaft”, es sind die Bedürfnisse des Kindes, die dies verunmöglichen!
Aber bitte, wer muss denn alles gleichzeitig, hier und jetzt, haben? Ich denke, wir müssten es möglich machen, beides zu ermöglich, und zwar zeitlich gestaffelt.
Da aus biologischen Gründen (rapide Abnahme der weiblichen Feritlität nach dem 25. Altersjahr) es am günstigsten ist, sollte dies so aussehen:
bis 18 Jahre: Grundausbildung,
bis 30 Jahre: Mutterschaft, also Kinderkriegen, Kindergarten, erste Schuljahre
ab 25 Jahre: Vervollständigung der Ausbildung, teilzeitlich neben der Mutterschaft
ab 30/35 Jahre: Erwerbsleben und “Karriere”
(Die Altersangaben sind natürlich nur ungefähr. )
Das hätte dann auch den grossen Vorteil, dass wir im Erwerbsleben lebenserfahrene Frauen hätten, die wissen, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen.
@StefanB.
erstens mal klingt “Karriere” viel besser, aber mir gefällt sehr, wie diese Worttäuschung doch von vielen durchschaut wird. Und, in Frankreich oder nordischen Ländern ist eine 100% Fremdbetreuung gegeben. Allerdings sind die Wochenstunden auch tiefer, und daher die gemeinsame Zeit pro Tag ein bisschen mehr als es hier wäre.
Und wenn sich das Paar mit dem Lohn (viel höhere Steuerbelastung) nicht noch die Annehmlichkeiten von Haushälterin oder Putzfrau leisten kann, dann gibt es auch dort heftige Diskussionen darüber, wer für den Haushalt zuständig sei.
Und wo ist eigentlich der väterliche Lebensplan?…;-)
Super!!!!
Siehe Antwort zu Beitrag von 11:33! Sie sind Spitze. Aber eine Frage: Was ist, wenn ich nun zwischen 25 und 30 nicht den richtigen Erzeuger an der Hand habe? Egal und das Motto: Augen zu und durch? Hauptsache ich halte den Plan ein. Das wäre dann ein DDR-Retro: der Fünfjahresplan in Sachen Befruchtung.
Dann noch: Sie berücksichtigen nicht die akademische Ausbildung. Ich finde, da muss noch eine Angleichung her.
Herr StefanB: ein Merci für diesen lustigen Tagesabschluss.
Das Wort Erzeuger ist so hässlich. Ich find es ist symptomatisch für die Stellung des Vaters in vielen Fällen. Wenn ich nur Erzeuger bin, dann geh ich halt wieder. Problematisch wirds dann bei dem Sorgerecht, denn genau die Sorte Frau, die in einem nur einen Erzeuger sieht, will das Kind nicht teilen, und muss dann auch nicht dank unserem Recht…
Ich finde Frau Badinter hat Recht auf ganzer Linie, bitte mehr solche “Feministinnen”!
Ich bin froh, dass diese Rollenchliches von früher endlich ihren Stellenwert verloren haben, zum Glück ist es nichtmehr wie früher Zuckerbrot und Peitsche ist nicht mein Ding, wer sein Kind liebt züchtigt es, brrr pfui teufel, brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
Wir sind nicht auf der Welt, um die Erwartungen der andern zu erfüllen, Kinder brauchen Begleitung bis sie selbst gehen können, einfach blindlings Kinder aufzustellen ist fatal, vergleichen mit andern Völkern ist fatal, Freiheit heisst für mich auch Menschen zu akzeptieren, die keine Kinder wollen ob Mann oder Frau, Familienideologien sind meist Clichevorstellungen, Kinder sind keine Garanten, deine Kinder sind nicht deine Kinder………. Kalil Gibran lässt grüssen…………
Nö, eine Beziehung wird sicher nicht verhandelt. Wir sind ja nicht auf der Börse oder dem Wochenmarkt.
Als Frau muss man sich zwischen Karriere und Kind entscheiden. Als Mann muss man sich zwischen Freiheit und Kind entscheiden.
Was mich sowieso wundert ist, dass Karriere immer zum höchsten Lebensziel hochstilisiert wird. Nach 5-10 Jahren im Beruf fragen sich 90% doch sowieso ob die Lebenszeit mit langen Büronächten richtig investiert ist.