Leben


Michèle Binswanger am Dienstag den 31. August 2010

Mehr Gattin, weniger Mutter

Streitbare Feministin: Elisabeth Badinter.

Streitbare Feministin: Elisabeth Badinter.

Im April war Elisbeth Badinters Buch «Le Conflit, la Femme et La Mère» Thema hier im Blog. Vergangenen Sonntag nun erläuterte die französische Feministin ihre Thesen im Interview mit der «SonntagsZeitung» etwas detaillierter. Wie schon im Buch kritisiert sie im Gespräch Still-Zwang und Öko-Windeln, sowie die Überbewertung der Mutter-Kind-Bindung, den gesellschaftlichen Druck auf Frauen, in der Mutterrolle die Rolle ihres Lebens zu sehen. Ganz allgemein ortet Badinter im «Zurück zur Natur»-Trend, der gerade in der Schweiz und Deutschland sein Unwesen treibe, eine reaktionäre Ideologie. Und diese gefährde die Errungenschaften des Feminismus und die Freiheit moderner Frauen.

So weit, so kontrovers. Im Interview nimmt Badinter kämpferisch die Position der Feministin ein, die für die Freiheit moderner Frauen streitet. Dabei entblösst sie aber auch die Schwachstellen ihrer Argumentation. Hinter dem gesellschaftlichen Druck auf die Frauen sieht Badinter nicht die düstere Macht des Patriarchats am Werk, sondern die Frauen selbst. Das ist richtig. Es ist wohl mehrheitlich der stärkeren sozialen, politischen und ökonomischen Position der Frauen zu verdanken, dass wir uns heute mehr Gedanken über Ökologie und Nachhaltigkeit machen und bewusster konsumieren. Badinter argumentiert nun, dass die grün gefärbte Geisteshaltung auch zur Mystifizierung der Mutterrolle geführt habe – ein Zusammenhang, den man anzweifeln darf. Der eigentliche Punkt ist aber der: Wenn niemand die Frauen an den Herd zwingt, sondern sie sich aus freien Stücken dafür entscheiden, kann man ihnen zwar unterstellen, dass sie der falschen Ideologie folgen. Aber will man die Frauen nun einfach mit einer anderen Ideologie zu ihrem Glück zwingen?

Und dann frage ich mich auch: Existiert dieser Öko-Druck tatsächlich? Badinter meint, er zeige sich vor allem in der Tendenz, Frauen die pränatale Verantwortung für das werdende Leben zuzuschieben und ihnen bezüglich Geburt und der späteren Aufzucht der Kinder allerlei Öko-Klimbim aufzudrängen. Sie hat insofern recht, als ein gewisser Naturalismus tatsächlich im Trend liegt, wie man so schön sagt – wie so vieles andere auch. Aber knechten uns diese Trends tatsächlich so sehr? Ich habe zwei Kinder geboren und ich wurde nie irgendwo unter Druck gesetzt, weder von Leuten aus dem Gesundheitssystem, noch aus meinem Umfeld oder meiner Familie. Vielleicht reagiere ich nicht besonders empfindlich auf Druck, aber auch wenn ich mich bei befreundeten Müttern umhöre, erzählen die mir keine entsprechenden Gruselgeschichten. Im Gegenteil, es ist eher die Generation der Babyboomer, die zu ihrer Zeit unter unsensiblen Ärzten litt und sich darüber freut, dass man heute alle Möglichkeiten hat, die Geburt so zu gestalten, wie man will. Auch politisch ist es nicht das linksgrüne Öko-Lager, das die Mutter-Kind-Bindung hochstilisiert und erwartet, dass Frauen die Kinder zu Hause betreuen. Solche Forderungen kommen nach wie vor aus dem rechtsbürgerlichen Lager. Bislang wurde ich auch nur von Männern als Feminazi beschimpft.

Im Visier: Badinter kritisiert unter anderem den Öko-Trend und Still-Zwang für Mütter.

Im Visier: Badinter kritisiert unter anderem den Öko-Trend und Still-Zwang für Mütter.

Und welche Ideologie hat nun Badinter als Alternative zum Mütterlichkeits-Trend anzubieten? Die Feministin bemüht dafür das französische Modell von Mutterschaft, das traditionell auf der körperlichen Trennung von Kind und Mutter beruhe. Die Kronzeugin dieser Ideologie ist die weibliche Karriere. Die berühmte, ominöse Karriere, auf die angeblich alle Frauen verzichten, die ihre Kinder nicht vollumfänglich fremd betreuen lassen, hat aber einen Haken – und je grösser die Karriere, desto grösser der Haken. Will man nämlich beruflich in die Spitzenpositionen, fordert dieses Unterfangen etwa ähnlich viel Lebenszeit ein wie ein Kind. Im Gegensatz zum Kind kann man eine Karriere aber nicht fremd betreuen lassen. Es ist möglich, eine Familie zu haben und einem Job nachzugeben, vielleicht auch aufzusteigen, auch wenn es nicht der ganz grosse Karriere-Wurf sein sollte. Der Verzicht auf die Zeit mit den Kindern zugunsten einer Spitzenkarriere scheint dagegen nicht sonderlich attraktiv.

Bleibt noch ein letzter Punkt: Partnerschaft. Für französische Frauen, so Badinter, käme traditionell die Rolle der Gattin noch vor jener der Mutter, ein Erbe aus der Aufklärung, das sich die Französinnen durchs Bürgertum bis in die Gegenwart gerettet hätten. Und hier hat sie einen Punkt. Solange Frauen Kinderhaben als ihre Privatsache und den Mann nur als willigen Vollstreckungsgehilfen sehen, werden sie auch die Verantwortung für das häusliche Leben grösstenteils alleine zu tragen haben. Kinderhaben ist ein Zweierdeal, dies sollte die Basis für jede Familie sein. Und auf dieser Basis, mit all ihren Implikationen, muss über die Aufteilung der Aufgaben verhandelt werden. Und solche Verhandlungen gestalten sich wesentlich einfacher, wenn auch die Liebe zwischen Mann und Frau gepflegt wird (oder welcher Paarung auch immer). Und nicht nur die von der Mutter zum Kind.

152 Kommentare zu „Mehr Gattin, weniger Mutter“

  1. Penelope sagt:

    Guten Tag Frau Binswanger

    Um Ihre Eingangsfrage zu beantworten: Frau Badinter lebt in meiner Welt. Ich teile Ihre Auffassung vollkommen und interpretiere den Kinder-Lifestile-Wahn- welcher sich z.B. auch durch MamaBlogs in Tageszeitungen ausdrückt -ebenfalls als eine durchgestylte Retro-Bewegung. Darüber hinaus ist diese “Frau” eine der anerkanntesten Wissenschaftlerinnen und … Mutter von drei Kindern.

    Leider, und hier hat Ihr Artikel eine Schwachstelle, scheinen Sie die anderen Werke von Frau Badinter nicht gelesen zu haben. Frau Badinters Ziel ist die vollständige Eigenverantwortlichkeit (Mann wie Frau). Dies bedeutet, dass Frau kein (auch kein biologisches) Recht hat, ihren ach so starken Mutterinstinkt auf Kosten des Vaters oder der Gesellschaft auszuleben. Sie legt seit ihrer Dissertation dar, dass dieser Instinkt nichts anderes als ein soziologisches/historisches Konstrukt ist und die Frau – will sie als eigenständiges Wesen ernst genommen werden – sehr wohl eine “Spitzenkarriere” ins Auge fassen darf. Doch lesen Sie selbst! Vielleicht wird Ihnen dann deutlich wie unsozial das Mutter-Natur-Teilzeit-Modell heute ist und der weiteren Gleichstellung (Mann wie Frau) schadet.

    • Brunhild Steiner sagt:

      “Frau Badinters Ziel ist die vollständige Eigenverantwortlichkeit (Mann wie Frau).”
      Eigenverantwortung zugestehen würde miteinschliessen,
      dass andere Lebensentwürfe in Freiheit getroffen, als gleichwertig betrachtet werden würden.

      “Dies bedeutet, dass Frau kein (auch kein biologisches) Recht hat, ihren ach so starken Mutterinstinkt auf Kosten des Vaters oder der Gesellschaft auszuleben.”
      Ist aber auch wirklich eine perverse Sache dieser Mutterinstinkt, der uns bloss unterjocht und zu nichts nütze ist, mal sehr prägnant formuliert. Was, wenn der Vater mit dem gelebten Modell einverstanden ist? Wird Wahlfreiheit nur für ihr eigenes Modell zugestanden? Bezüglich der Kosten für die Gesellschaft, so viel kostet das die Gesellschaft nun auch wieder nicht, im Gegenteil, sehr viel nicht-Lohnarbeit kommt der Gedamtgesellschaft zugute, was in Frankreich dann entweder gar nicht, oder von amtlichen Stellen erledigt werden muss.

      “Sie legt seit ihrer Dissertation dar, dass dieser Instinkt nichts anderes
      als ein soziologisches/historisches Konstrukt ist”
      tja, offenbar hat die Natur nun mal die Frau zur Trächtigkeit/Geburt auserkoren, und im Gegensatz zu den Tieren sind die Menschenkinder nicht so schnell in Eigenverantwortung unterwegs. Das ist nicht einfach ein soz/hist Konstrukt! Aufgrund dieses Umstandes wurde viel Unterdrückung getrieben, einverstanden, aber die Mutterschaft beinahe schon als Knechtschaft zu sehen, der es dank Kindauslagerung möglichst schnell zu entkommen gilt, naja…. .

      “und die Frau – will sie als eigenständiges Wesen ernst genommen werden –
      sehr wohl eine “Spitzenkarriere” ins Auge fassen darf.”
      Aha, da haben wir ja schon die Frau, welche andere Frauen unter Druck setzt. Wer bitte sagt denn, dass wir nur als eigenständige Wesen ernst genommen werden wenn wir Variante Awählen?

      Und Sie, Penelope, sind nicht zufällig Pippi?

      Bloss noch am Rande, aus dem Land der AKW’s (inklusive ab und zu Störfälle) zu vernehmen dass der Trend zurück zur Natur verheerend sei, naja…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Nein, Penelope ist nicht Pippi, ich habe dazu nämlich eine etwas differenziertere Meinung. Ich habe die Bücher von Badinter auch gelesen, nicht alle, aber ich weiss, was sie vertritt. Sie hat in vielem Recht, ich muss aber auch sagen, dass IMHO die Interessen der Kinder dabei zuwenig berücksichtigt werden. Vielleicht hätte ich, bevor ich Mutter wurde, das etwas anders gesehen. Badinter kommt aus dem Grossbürgertum, da war es immer so, dass die Kinder sehr früh und grösstenteils fremdbetreut wurden, was ich nicht unbedingt gut finde. Andererseits stimmt es auch, dass die übertriebene Muttertiereinstellung, die gewisse Frauen, vor allem auch aus dem Ökolager, an den Tag legen, sehr nervig ist und niemandem dient. Ich würde mich in sehr vielem nahe bei Badinter positionieren, dabei aber die Interessen der Kinder, die Nähe zu den Eltern suchen und brauchen, entschieden mehr beachten.

        Nicht zuletzt frage ich mich auch, wo denn die Kinder der Nanny bleiben, während die damit beschäftigt ist, die fremden Kinder zu betreuen? Oder muss die auf Kinder verzichten? Im Tierreich hat nur die Leitwölfin Nachwuchs, bei den Bienen nur die Königin.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Guten Morgen Pippi!
        Da bin ich ehrlich gesagt erleichtert!…:-)
        Die Ausschliesslichkeit der Kinder gegenüber was das Auslagern betrifft hat mich schon ein wenig gewundert, aber ich dachte, dass Sie vielleicht auch bewusst extrem schreiben.
        Gefälllt mir so aber schon viel besser, uff!

      • Nath sagt:

        Pippi, wieviel Nähe brauchen Kinder Ihres Erachtens? Müsste Frau die ersten paar Jahre ganz auf Arbeit verzichten oder wäre eben das Teilzeitmodell ideal, bis die Kinder soweit flügge sind, dass man sich wieder einer “Spitzenkarriere” widmen kann? Wie schätzen Sie das ein?

    • Michèle Binswanger sagt:

      @Penelope: Vollständige Eigenverantwortlichkeit ist auch mein Credo – die Frage aber bleibt: wenn die Fraun nicht freiwilig wollen, soll man sie dazu zwingen, weniger Zeit mit ihren Kindern zu verbringen?

      • Georg sagt:

        “Wenn die Fraun nicht freiwilig wollen, soll man sie dazu zwingen, weniger Zeit mit ihren Kindern zu verbringen?”

        WTF?

      • Brunhild Steiner sagt:

        Sie übersehen, dass es verschiedene Verantwortlichkeiten gibt, mir scheint dass es bei so Disputen immer um die finanzielle Eigenständigkeit geht. Eine Familie steht aber auf vielen Beinen die spielen müssen, vollständige Eigenverantwortlichkeit bedeutet, dass man in Paarfreiheit die Aufteilung so vornimmt wie das Paar das möchte. Und nicht wie es irgendwelche Vordenker gerne hätten.
        Vorallem ist das ja ein Organismus, und keine Einzelstücke die unabhänig voneinander ausschliesslich ihrer Selbstverwirklichung (Mann wie Frau) nachgehen können.

      • StefanB sagt:

        Nein, vollständige Eigenverantwortlichkeit ist eine Illusion, die bestenfalls in totaler Einsamkeit verwirklicht werden kann. Sobald mehrere Personen involviert sind – und wenn es um Familie und Kinder geht, ist dies der Fall – , kann es nur darum gehen, einen für alle Beteiligten tragbaren Kompromiss auszuhandeln.

        Wenn wir wirklich eine freiheitliche Gesellschaft wollen, können wir niemanden zu etwas zwingen, noch nicht mal zu seinem Glück. Und ja, über das Glück könnte man Tausende Seiten füllen – und hat man bereits.

    • Leonidas sagt:

      Viel störender, freiheitsberaubender & beängstigender als der Kinder-Lifestyle-Wahn und alle anderen von Badinter aufgeführten Pseudo-Zwänge empfinde ich den Karriere-Wahn, sowohl von Frauen als auch von Männern. Der Karriereweg führt direkt in die Sklaverei, sei es für den Vorgesetzten, das Unternehmen, den Bonus etc. Ist das wirklich erstrebenswert? Ich persönlich betrachte es als grössten Luxus Zeit für meine Familie und mich zu haben. Scheiss auf dickes Gehalt und “Prestige”. Eigenverantwortung in allen Ehren, wer diese aber so sehr überbetont wie Badinter, muss wohl einen gehörigen Komplex und einen krankhaften Stolz haben, denn wirklich alleine geht es ohnehin nicht. Wir alle sind angewiesen auf unsere Familie, Freunde, Mitbürger und umgekehrt etc.. Der Mensch ist halt ein “zoon politikon” und kein einsamer Steppenwolf. Finde es auch grundsätzlich überaus unsympathisch, wenn möchtegern-intellektuelle Klugscheisser ihren Mitmenschen resp. GeschlechtsgenossInnen vorschreiben welcher Lebensentwurf toll ist und welcher nicht. Da wird mir gleich übel bei sowas. Solange es für beide Partner und die Kinder stimmt, sollen sie ihre Leben so leben wie sie wollen.

      • Creepwood sagt:

        Na gut, Leonidas, dann viel Spass beim Geld verdienen. Nicht vergessen, es muss dann für die ganze Familie reichen! Wie soll das ohne “Karriere” BEIDER Elternteile bitte gehen?

  2. xyxyxy sagt:

    da haben sie völlig recht mit ihrer beurteilung Frau Binswanger.
    Ich denke, die Alten können es einfach nicht lassen. Sie stecken verkorkst in den alten Geschichten von ihrem “Kampf” den sie einfach nicht mehr loslassen können. Die Welt und die Gesellschaft hat sich verändert und einige Entwicklungen sind nicht so, wie sie es erwartet haben, das können sie nicht akzeptieren.
    Wenn Frauen Familie als wichtiger erachten als Karriere, müssen solche Personen dahinter wieder eine Verschwörung wittern, anstatt schlicht und einfach zu erkennen, dass halt viele Menschen etwas anderes wollen, als das wofür sie mir ihrer Ideologie gekämpft haben.
    Mein Trost: unsere Generation kümmert sich wenig um solche Dinosaurier aus der Zeit des kalten Kriegs. Medial haben diese Personen zwar noch eine grosse Bühne, im Altag der jüngeren Leute spielen sie aber keine Rolle.

    • Zeljko sagt:

      Wieso muss man Frauen kritisieren die beides unter einen Hut bringen wollen und können? Wieso werden so Frauen von euch “Übermüttern” gleich als Rabenmütter hingestellt?
      Unsere Gesellschaft sollte sich ein Beispiel an der Französischen nehmen was die Kindererziehung und die Karriere betrifft. Dort sind Kinderkrippen vom Staat subventioniert und wird nicht wie hier gleich das Geld aus der Tasche gezogen. In der Schweiz wird man “gezwungen” Zuhause zu bleiben. Hier “lohnt” es sich nicht für eine Frau 50% zu arbeiten weil das Geld das man verdient gleich wieder für die anderen 50% ausgegeben wird in denen das Kind in der Kinderkrippe ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Entschuldigung bitte, Sie haben das wohl nicht ganz verstanden, da wurde überhaupt kein Rabenmuttervorwurf geäussert, im Gegenteil! Wahlfreiheit ohne gegenseitiges Hickhack, das wäre erstrebenswert.

      • xyxyxy sagt:

        zeljko – sie schiessen auf eine Front, die hier niemand aufgebaut hat.
        die Intoleranz liegt ganz bei Frau Badinter, die einfach nciht wahrhaben will, dass nicht jede Frau eine Superkarriere machen will, dass es halt auch viele Frauen gibt, denen Zeit mit der Familie wichtiger ist und zwar nicht weil sie dazu gezwungen werden, sondern weil sie es einfach so wollen und ihnen Frau Badinters Lebensentwurft nicht erstrebenswert scheint.

        Das Prolbem ist doch eher folgendes: weil sie (bzw. Badinter) keine Toleranz für einen anderen Lebensentwurf haben, meinen sie, die “Anderen” hätten das auch nicht. Deshalb meinen sie die “anderen” würden Karrierefrauen gleich als Rabenmütter defamieren. Aber das hat ja heute bis jetzt gar niemand gesagt.

        Dann würde ich mich noch davor hüten, STaaten wie F blindlings zu loben, für alles mögliche was dort vom Staat bezahlt wird. Diese Staaten sind oft hochverschuldet und wenn man dann nur ein wenig sparen möchte, läuft gleich die ganze Gesellschaft Amok mit Streik und Strassenschlachten.

      • Creepwood sagt:

        xyxyxy, ich möchte stark bezweifeln, dass es diesen “natürlichen Wunsch” gibt. Können Sie das mit seriösen Studien belegen oder liegt hier nur eine naturalistic fallacy vor?

        Und ich bin durchaus intolerant gegenüber Menschen, die sich für die Dauerbetreuung des eigenen Nachwuchses in komplette finanzielle Abhängigkeit begeben. Das ist schon nur deshalb kompletter Blödsinn, weil mehr als 50% aller Ehen geschieden werden, man also schnell ganz dumm dasteht – Hausmütterchendasein ist mithin gefährlicher als russisches Roulette. Ausserdem entgeht der Volkswirtschaft sehr viel Potenzial, wenn gut ausgebildete Menschen den ganzen Tag mit Kleinkindern zu Hause sitzen. Ganz zu schweigen vom Druck, der dann auf dem “Ernährer” der Familie lastet und von der gähnenden Langeweile, die eine Partnerschaft befällt, wenn der eine Partner gar nicht mehr aus dem Haus kommt.

    • Patrick Keller sagt:

      @xyxyxy

      xyxyxy sagt:
      “Mein Trost: unsere Generation kümmert sich wenig um solche Dinosaurier aus der Zeit des kalten Kriegs. Medial haben diese Personen zwar noch eine grosse Bühne, im Altag der jüngeren Leute spielen sie aber keine Rolle.”

      Ich möchte mich in Ihrem Votum nicht subsumiert wissen.
      Glücklicherweise gibt es diese “Generation” per se nicht. Der “Alltag der jüngeren Leuten” besteht nicht nur aus Menschen wie Ihnen, die glauben, ohne das geschichtlich-philosophische Fundament auszukommen, das unsere postmoderne Gesellschaft und die damit verbundenen Errungenschaften erst ermöglicht hat.
      Auch wenn ich mit EB durchaus nicht in jedem Punkt übereinstimme, so sind mir ihre scharfsinnigen und kritischen Positionen zum verklärenden Stillwahn der neuzeitlichen Genussmütter eine Wohltat.
      Ach ja und: Mit dem kalten Krieg hat das im Übrigen herzlich wenig zu tun…

      • xyxyxy sagt:

        es geht doch nicht um den STillwahn – das haben sowohl Frau Binswanger, wie seinerzeit auch ich persönlich gegeisselt.
        es geht darum, dass die Frau intolerant ist, gegenüber Frauen, welche einen anderen Lebensentwurft haben.
        Sie möchte eine Gesellschaft welche Frauen geradzu zwingt, ihre Kinder fremd zu betreuen und sie kann es nicht gelten lassen, dass der natürlcihe Wunsch vieler Frauen eben genau das nicht ist. Dahinter wittert sie irgendeine Verschwörung die ausgemerzt werden muss. Diese Leute leben immer noch im alten 68er Zwist und verschwanzen sich hinter ideologischen Fronten.

        Den haben wir hinter uns gelassen, wir sind heute so frei, dass wir nicht mehr die eine oder andere Position in diesem Kampf von vorgestern einnehmen müssen. Sondern wir können unser Leben so gestalten wie wir wollen.

        und ob ich mich nicht für Geschichte und Philosophie interessiere sei einmal dahin gestellt…

  3. Lara Kraft sagt:

    “Es ist wohl mehrheitlich der stärkeren sozialen, politischen und ökonomischen Position der Frauen zu verdanken, dass wir uns heute mehr Gedanken über Ökologie und Nachhaltigkeit machen und bewusster konsumieren.”

    Ist doch nicht ihr Ernst, Frau Binswanger?

    • Michèle Binswanger sagt:

      Doch, das ist es.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Da schliesse ich mich Michèle an.

      • Tim sagt:

        Jede und jeder darf so seine Meinung haben…
        Das ist der stärkeren sozialen, politischen und ökonomischen Position der Männer zu verdanken. ;)

      • sportpapi sagt:

        Bewusster konsumieren, ok. Aber verzichten und sich einschränken zu Gunsten der Ökologie fällt wohl Frauen mindestens so schwer wie den Männern. Für mich ist dieses “bewusster Konsumieren” vor allem eine Luxus- und Modeerscheinung und in der Regel keineswegs eine konseqzente Lebensführung. Mit Ausnahme allenfalls des Fleischverzichts…

    • kaugel sagt:

      selbstverständlich ist das frau binswangers ernst. zu sagen, wir männer würden einfach fressen, was uns vor die nase gestellt wird, wäre zwar ein bisschen extrem, aber auch nicht ganz falsch. mein cholesterinhaushalt interessiert mich einen feuchten kehricht, mein körpergewicht ist mir, wenn nicht gleich ganz egal, nicht allzu wichtig; da ist es dann schon eher meine frau, die mich dran erinnert, dass man eher dunkles brot essen sollte als weisses, und dass es ein salat als zmittag auch mal tut und man nicht immer die schweren saucen der kantine haben muss, nicht wahr…

      wir konsumieren bewusst, indem wir aufs geld achten. aber damit ist’s bei den meisten männern fertig. ökologie und nachhaltigkeit mögen heute dazugehören, aber als allgemeines konsumverhalten hatten sie ihren anfang bei den frauen. das muss man nicht diskutieren.

      • Georg sagt:

        “ökologie und nachhaltigkeit mögen heute dazugehören, aber als allgemeines konsumverhalten hatten sie ihren anfang bei den frauen. das muss man nicht diskutieren.”

        Oder bei geschickten Marketingfuzzies? ;-)

        Egal, Hauptsache die Primärauswirkung davon ist positiv.

      • xyxyxy sagt:

        sie sind ja ein hirni kaugel – meine Frau sagt mir doch nicht was ich essen soll, als Mann habe ich ebenfalls ein sehr gutes Körpergefühl und weiss am besten selbst, was für mich gut ist

        das ist doch keine Frage von Frau oder Mann – manche Leute leben nahe bei sich selbst und anderen fehlt irgendwie der Draht dazu – völlig Geschlechtsunabhängig

    • Hobbes sagt:

      Schon mal von der Environmental Kuznets Curve gehört … so widersprüchlich ist das gar nicht mit dem bewussteren Konsum bei gestiegenem verfügbaren Einkommen.

  4. Christian Schenk sagt:

    So So Aha. Aber dann geht die junge moderne und schöne Frau – also genau jene Kategorie die am meisten Freiheiten beansprucht – in Italien mit Begeisterung freiwillig an eine Gaddafi-Werbeaktion für den Islam. Und reklamiert dann die Gefährdung der Errungenschaft des Feminismus. Wieder mal typisch Frau…

    • adlerauge sagt:

      ich glaube, sie verwechseln da etwas.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Das waren arbeitslose Models und Studentinnen, die wurden dafür bezahlt. Ein Job, fertig. Gut, ich hätte das wohl nicht unbedingt gemacht, vielleicht aber auch grad extra, um dem Typen kräftig Contra zu geben zu seinen Ausführungen.

  5. Sandra sagt:

    Ich erlebe diesen Druck genau anders rum. Ich bin schwanger und habe vor, nach der Geburt voll und ganz für Kind und Familie da zu sein. Diese Rollenteilung haben mein Partner und ich so miteinander besprochen.
    Aber überall lese und höre ich, dass moderne Frauen heutzutage arbeiten, denn sich um die Kinder zu kümmern fordert zu wenig, man hat ja schliesslich nicht „umsonst studiert“. „Was, du willst mal nicht mehr arbeiten?“ höre ich immer wieder ungläubig. Mir ist eine Karriere einfach nicht so wichtig. Ob ich nach ein paar Jahren wieder arbeite, entscheide ich dann, wenn es soweit ist.
    Ich kann diese Diskussion langsam nicht mehr hören. Ich mache genau das, was ich will und wie ich es will. Ich will mich von Feministinnen nicht ständig unter Druck setzen lassen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sandra: ich wünsche Ihnen ganz viel Freude dabei! Echte Freiheit bedeutet, dass diese Frage von jeder Familie selber entschieden wird, und nicht irgendeiner Vorgabe, egal von welcher Seite sie kommt, nachgerannt wird. Wenn Sie und Ihr Partner das so entschieden haben, dann ist das okay so!
      Denken Sie sich einfach schon mal ein paar schlagfertige Antworten für die Standartfragen aus, die, so war das jedenfalls bei mir, halt vorallem von meinen Geschlechtsgenossinnen gestellt wurden. Auch die Frauen jenseits des “Traditionalismus” können ganz schön Druck ausüben… ;-)

    • Greatsheep sagt:

      Schön, endlich wieder jemand wie wir! Auch wir haben uns entschieden, dass wir uns um die Kinder kümmern und dies nicht an irgendwen delegieren wollen.
      Ich wünsche viel Kraft und Gelassenheit; die Anfeindungen sind teilweise massiv und heftig. Beispielsweise wird der auswärts arbeitende Partner als “Sklavenhalter, Zurückgebliebener, SVPler” etc. tituliert.
      Der der sich zuhause um die Brut kümmert, dem gehts nicht besser! ;-)

    • Creepwood sagt:

      Leider haben Sie in diesem Fall tatsächlich umsonst studiert und dadurch der Volkswirtschaft hohe Kosten verursacht. Ich hoffe nur, dass Ihre Partnerschaft intakt bleibt, denn Sie planen einen Schritt in die komplette Abhängigkeit… Und viel Spass beim Wiedereinstieg nach ein paar Jahren allein mit dem Kind.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Creepwood: Sie sind ja richtig auf Motivationskurs…

        Dieses ewige Argument der Volkswirtschaftschädigung ist einfach nur oberflächlich gedacht.
        Meinen Sie nicht, dass Kinder mit solch einem Denkhintergrund ganz gewaltig profitieren können?
        Gerade auch in Bezug auf die Schuldebatte letzte Woche.
        Diese Kinder werden dann einstmal Erwachsene sein und sich, wie es sich gehört, volkswirtschaftlich engagieren.
        Und was das ewige Argument der gähnenden Langeweile etc (im in Ihrem anderen Post erwähnt) betrifft, offenbar mangelt es an Phantasie sich ein ausgefülltes Leben in Nicht-Lohnarbeit vorzustellen? Ist Ihnen eigentlich klar wie schnell Ihre arme Volkswirtschaft zusammenbrechen würde wenn die Unmenge von Gratisdienstleistungen der Freiwilligenarbeiter nicht mehr erbracht werden?
        Da müsste eher mal ein Denkansatz, wie ihn Pippi schon mehrmals postuliert hat, her.

      • Katharina sagt:

        creepwood ist ein agent provocateur.

      • Katharina sagt:

        und obige aussage bewirkt warten.

  6. Scarlett O'Hara sagt:

    Frau Badinter spricht für einen Teil der Frauen, im Gegensatz zur Kategorie “Ich stille 8 Jahre und mein Kind wird frühestens mit 12 eingeschult, alles andere ist Kindesmisshandlung” beansprucht sie keine Universalität:

    “Ich bin Kämpferin, ja eine Partisanin für die Freiheit. Ich befinde mich im Krieg mit all denen, die sich nach Einheitsmodellen richten. Es gibt Frauen, die ihr Glück darin finden, zu stillen und 24 Stunden mit dem Baby zusammen zu sein, und das sollen sie auch so machen.”

    Der Druck besteht sehr wohl, ich fühle mich dadurch auch nicht beeinträchtigt, musste mich aber schon oft vehement wehren. “Schiebe und schob” ich doch unsere Kinder mit drei Jahren in einen privaten Kindergarten ab; sie sind jeden Morgen (5 mal pro Woche!) dort… wann können sie dann noch in Ruhe spielen und das Kindsein geniessen? Sind denn diese Mütter alles so überwältigende Persönlichkeiten, dass sie sich einzig und alleine ihrem Kind aufhalsen müssen? Den ganzen Tag mit der gleichen, motzigen, oft überforderten Frau zu verbringen, das muss definitiv schrecklich sein!

  7. Jo Mooth sagt:

    Natürlich soll jede Frau und jeder Mann das Leben selbst gestalten können, was ja ohne Kinder auch sehr gut geht. Wer dann aber doch und entgegen jeder ökologischen und ökomomischen Vernunft, also sozusagen zum Privatvergnügen Mutter oder Vater werden will, muss um das Wohl seiner Kinder besorgt sein. Wie das ein Paar oder auch ein Alleinstehender anstellt, ist seine bzw. ihre Sache. Problematisch wird es, wenn die Verantwortung nicht wahrgenommen wird oder Forderungen an die Gesellschaft gestellt werden. mütter und Väter müssen sich endlich bewusst werden, dass die Erde keine weiteren Kinder braucht und sie, wenn sie eben doch welche zeugen, Sonderanstrengungen erbringen müssen.

    • xyxyxy sagt:

      sie haben recht – aus ökologischen und ökonomischen Gründen braucht es überhaupt keine Menschen. Deshalb wäre es vernünftig, wenn wir uns zum freiwilligen Aussterben unserer Spezies entschliessen.

      • Jo Mooth sagt:

        Wieso gleich ins Extrem fallen? Eine Denkpause genügt. Viel gewonnen wäre schon, wenn die Weltbevölkerung stabil bliebe, um dann auf ein verträgliches Mass abzunehmen. Stattdessen haben reiche Staaten mit Geburtenrückgang Angst um das Austerben ihrer Primärvölker, die ihrer Ansicht nach durch die Zuwanderung aus ärmeren Gegenden natürlich nicht ersetzt werden können. So geht denn dieser nationalistisch ausgerichtete Zeugungswahn weiter, ob nun zum Privatvergnügen oder als angeblicher Dienst an der Gemeinschaft.

      • xyxyxy sagt:

        wieso ist das extrem? sind denn Menschen ökonomisch und ökologisch ein Gewinn?
        und warum gehen sie von der hirnrissigen Annahme aus, dass die explodierenden Völker, welche in spätestens 40 Jahren unsere Ausgestorbenen leeren Länder besiedeln, ökologischer Handeln und plötzlich nicht mehr 7-8 Kinder haben werden?
        Denkpause wäre mal bei Träumern wie ihnen angesagt.

        Daneben noch eine ganz einfache Alltagsbeobachtung: Menschen die keine Kinder mögen – mögen keine Menschen. So einfach ist das und – wir legen uns immer die ideologie zurecht, die uns selbst rechtfertigt.
        Wünsche angenehme Denkpause.

        und wie gesagt: wieso ist das extrem? sind denn Menschen ökonomisch und ökologisch ein Gewinn?

  8. Waren die Frauen früher unter der Fuchtel des Patriarchats, so sind sie heute unter derjenigen der FeministInnen.

    Das ist keine einfache Situation. Könne sie nicht einfach so leben, wie es ihnen behagt? Sind Frauen das manipulierte Geschlecht?

  9. Tobe or not Tobe sagt:

    Sei Du selbst die Veränderung die du dir wünschst für diese Welt: zitat M.Ghandi…

    Mann und Frau reden heute von der Emanzipation, doch wenn wir usn umsehen, sind viele junge Frauen wieder im Rückwärtstrend, nämlich den, sich einen potentiellen Grossverdiener mit Sicherheiten zu Angeln. Selbstständigkeit ist nicht mehr gefrag, sonder wieder Männer die ihre Familie durch das heutige Chaos durchbringen können (natürlich in finanzieller Hinsicht)
    Dadurch das auch viele Junge Frauen studieren, Karriere machen etc. haben sie auch das Bedürfnis einen Mann mit gleichwertiger Schulbildung oder höher natürlich. Dies setzt auch viele Männer heute unter druckt und gibt einem auch mehr und mehr das Gefühl nicht mehr als Mann gebraucht zu werden, sonder als notwendigse Übel für die erfüllung vom “traum” von Kindern etc.
    Ich möchte nicht das das falsch verstanden wird, aber bei manchen Frauen in der heutigen Zeit hat es einen Beigeschmack von Edelprostitution. Frau putzt sich raus, gibt sich hin, bekommt aber im Gegenzug was sie möchte.
    Wer nun der schlauere ist, ist ganz klar eine gute Frage. Den viele Frauen möchten nicht als dummchen angeschaut werden und als Trophäe vorgezeigt werden.

    Ich bin froh, eine Frau gefunden zu haben die Selbständig ist und sich ihrem dasein als selständige Frau oder zukünftige Mutter bewusst ist und dies mit gesundem Stolz lebt.

    • markus roth sagt:

      wenn sie “selbstständig” ist, dann könnte sie dies hier ja selber schreiben ?!

      • Tobe or not Tobe sagt:

        Nei sie ist zuhause im Keller eingesperrt, während ich mich hier mit ihrer freiheit und selbständigkeit brüstet. Und natürlich gehört sie an den Hert während ich nach der Arbeit noch in der Stammbeiz hange bis Mitternacht!!!

        Was hat das mit ihr zu tun wenn ich stolz bin mit einer Frau zusammen zu sein, die selsbständige und selbstsicher durchs Leben geht, ohne alles von mir abhängig zu machen. Ein Beziehung ist ein ZWEIERSPIEL wie im Interview genannt und keine monotheistische Zwechsgemeinschaft….!!!

        Das das gerade von einem ” Mann” kommt Herr Roth ist bedenklich. Hat den ihre Frau die Freiheit und Selbständigkeit? Liest sie diese Beiträge hier oder ist sie an der Arbeit während sie zuhause bleiben?

        Bin forh das ich nicht so ein verkorktes Weltbild habe, wie die meisten hier drin. Es werden nämlich immer und immer wieder zuviele Unterschiede zwischen Frau und Mann gemacht und danach gesucht. So alt wie der Mensch selber, ist diese Diskussion

  10. zeitungsleser sagt:

    “Die berühmte, ominöse Karriere, auf die angeblich alle Frauen verzichten, die ihre Kinder nicht vollumfänglich fremd betreuen lassen, hat aber einen Haken – und je grösser die Karriere, desto grösser der Haken. Will man nämlich beruflich in die Spitzenpositionen, fordert dieses Unterfangen etwa ähnlich viel Lebenszeit ein wie ein Kind. Im Gegensatz zum Kind kann man eine Karriere aber nicht fremd betreuen lassen. Es ist möglich, eine Familie zu haben und einem Job nachzugeben, vielleicht auch aufzusteigen, auch wenn es nicht der ganz grosse Karriere-Wurf sein sollte. Der Verzicht auf die Zeit mit den Kindern zugunsten einer Spitzenkarriere scheint dagegen nicht sonderlich attraktiv.”

    ich finde es gut, dass das mal jemand klar gesagt hat (betrifft allerdings entgegen manchmal anzutreffenden gegenteiligen behauptungen nicht nur die frauen).

  11. Tomas sagt:

    Frauen, die Kinder als Last für ihre Karriere betrachten, sollten lieber keine haben – sich selbst und der Gesellschaft zuliebe.
    Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen, was übrigens auch für uns Männer und unsere Lebensentwürfe gilt.

    Die herausragendste Eigenschaft von jeder Ideologie ist, dass sie die Abschaltung von Hirn als erste Voraussetzung braucht.
    Jedem das seine, ich brauche lieber meinen Verstand auch wenn es nicht so bequem ist, auf Fragen selber die Antworten suchen zu müssen.

  12. v for vietcong sagt:

    “Zurück zur Natur-Trend”??

    wo bitteschön kehren wir zur natur zurück? in der gentechnik? nur weil neuerdings überall bio draufsteht, heisst das nicht, dass wir jetzt total umweltbewusst leben. es heisst bloss, dass wir uns eine schöne, grüne illusion geschaffen haben, hinter der wir uns mit reinem gewissen verkriechen können, während wir die kugel auf der wir leben auffressen und niederbrennen. es wird nicht besser, meine damen und herren, es wird schlimmer. auch wenn benzinschleudern durch elektromotoren ersetzt werden – produzieren wir doch täglich mehr. und mehr produktivität, also wachsende märkte – und das ist ja scheinbar der heilige gral der wirtschaft – bedeutet mehr verbrauch. nicht nur vom öl, auch von stahl, eisen, aluminium, kohle, gas usw. bald ists aus damit, das kann ich euch verklickern.

    “Es ist wohl mehrheitlich der stärkeren sozialen, politischen und ökonomischen Position der Frauen zu verdanken, dass wir uns heute mehr Gedanken über Ökologie und Nachhaltigkeit machen und bewusster konsumieren”?????

    gerade die shoppingverrückten frauen sollen verantwortlich dafür sein, dass ‘bewusster’ konsumiert wird????????
    bewusster konsum – das unwort des jahrhunderts! wir konsumieren, nein wir fressen, von morgens bis abends, stehen schlange, wenn der grosse apfel uns die siebenundzwanzigste version des ipod schenkt, unsere autos und fernseher und sogar unsere fetten kinder sind heute doppelt so gross wie noch vor zehn jahren. wir konsumieren einen scheiss bewusster! wir konsumieren mehr und mehr, so siehts aus.

    gott, natürlich ist die menschheit verdammt unterzugehen, wenn sie tatsächlich so denkt wies da im thema beschrieben wurde. dann hat sies auch nicht anders verdient. ein haufen ignoranter idioten.

    • xyxyxy sagt:

      aber, aber Rambo – wer möchte denn den Finger gleich so in die wunden Punkte strecken.

      Wir sind doch jetzt Frau sei dank, extrem ökologisch und nachhaltig gesinnnt. Denken sie nur an Coop und Stress, die uns zeigen, dass sie die Artenvielfalt retten und schliesslich kaufe ich immer im Coop.
      Oder auch der gute Brad Piit, der einen PB Manager schon mal die Todesstrafe wünscht, beweist mit seiner Wut ein tiefes ökologisches Bewusstsein (wahrscheinlich hat es ihm seine Frau beigebracht). Die findet es zwar cool, wenn sie manchmal mit Privatflieger schnell nach Italien fliegen um sich einen Espresso zu genehmigen, einfach so aus Jux – aber die ökologische Gesinnung ist unverkennbar an dem Auto miit tiefen Emissionen zu erkennen und dem Energiesparkühlschrank und dem Applaus für den extrem ökonomisch nachhaltig lebenden Al Goore. Diese Verdienste der Frauen, sollten nicht einfach herunter gespielt werden.

      • v for vietcong sagt:

        verdammt… wie konnte ich das bloss übersehen… der brad pitt ist total pro-umwelt… na dann ist ja alles im lot. phu! und ich dachte schon wir wären verloren! *freu* ich geh mir gleich einen ipad kaufen! immerhin, solange es fussball gibt, muss es rasen geben, das sollte an natur eigentlich reichen. :)

  13. Adrian sagt:

    Interessant wäre wenn Mamablog sich mal der Frauen annehmen würde welche keine Karriere machen. Und dem Sinn, beziehungsweise der Sinnlosigkeit, nachgehen den es ergibt als Mutter zu arbeiten wenn kaum Karrierechancen bestehen. Denn offenbar geht alle feministische Theorie stets davon aus dass der arbeitstätigen Mutter eine Karriere offen steht und es sich deshalb lohnt auf Beruf anstatt Mutterschaft zu setzen. In der Realität aber macht die Mehrheit der Frauen (und auch Männer) keine Karriere sondern arbeit Jahrzehnte im selben, oft nicht sehr erfüllenden, Beruf … die Situation dieser Frauen anzuschauen wäre mal was neues, anstatt such zum hundert-und-einten mal die Situation der wenigen Karrierefrauen zu widmen …

    • lara sagt:

      im scheidungsfall macht es sinn

      • xyxyxy sagt:

        sie haben das ARgument nicht verstanden Lara:

        es ging darum: es ist gar nicht jeder Mensch dazu in der Lage Karriere zu machen – die meisten Männer und Frauen bleiben Fussvolk – es braucht eine gewisse Begabung um erfolgreicher Unternehmer und gutbezahlter Arbeitnehmer in der Chefetage zu werden

      • lara sagt:

        ich bezog mich auf die sinnlosigkeit zu arbeiten.

        karriere machen wirklich nur die wenigsten. da sind wir uns einig.

        Viel zu viele ziehen sich zurück in ihr mutterdasein und überlassen den ganzen finanziellen stress den männern.

    • v for vietcong sagt:

      karriere ist eh was für schwachköpfe. solche egomanen mit angeschlagenem selbstbewusstsein, ohne plan und ziel im leben, ohne verständnis für den sinn ihres daseins, hungern sie dem einzigen nach, was glänzt und doch kein gold ist. so steigen sie denn zu hunderten treppchen für treppchen hoch, ohne zu merken, dass es zuoberst nur einen platz gibt. und so verdorren sie denn irgendwo auf stufe 80, ohne ihr endziel erreicht zu haben und doch völlig überfordert und in der arbeit ertränkt und wenn sie dann spätabends nach ihrem fünfzehnstundentag die gewöhnlichen, unerfolgreichen aus der ferne kurz zu sehen kriegen, können sie sich für 10 minuten schon total geil vorkommen, wie weit sie es doch gebracht haben in ihrem kümmerlichen dasein. und dafür haben sie dann ein leben lang gelebt. die wenigen die das glück eines burnouts haben, der sie auf den boden der tatsachen zurückholt, seien davon ausgenommen. das frauen nicht klüger sind ist offensichtlich. leute, kümmert euch nicht um diese paar armleuchter. sie sind es nicht, die die welt bewegen – auch wenn sie nicht müde werden es zu behaupten, denn es ist das einzige, dass sie antreibt. nimmt man ihnen diese illusion sind sie nichts mehr. lehre hüllen. kleiderständer mit kravatten. niemande. verlierer. versager.

      • xyxyxy sagt:

        mit anderen Worten, wer nicht so lebt und sich so kleidet wie sie – gehört zu den Untermenschen – ganz objektiv gesehen, ohne jegliche Klischees zu bemühen – find ich eine ganz schöne, weltoffene und selbstkritische Einstellung die sie da an den Tag legen

      • v for vietcong sagt:

        chabis herr xyxyxy, mir tun diese menschen leid. als mensch sind sie gleich viel wert wie alle anderen auch. es sind ja gerade die schwachen und die selbstbewusstseinslosen und denen muss man doch helfen in dem man ihnen aufzeigt wie sehr sie sich doch etwas anderes wünschen würden, hätten sie nur den mut es auch anzugehen.

      • v for vietcong sagt:

        in jedem bürokraten und in jedem kapitalisten steckt ein hippie der aus ihm raus will! ;)

  14. lara sagt:

    warum müssen wir immer von einem extrem ins andere? die meisten frauen (und männer) bewegen sich im mittelfeld. sie wollen keine super karriere hinlegen, aber doch so viel arbeiten, dass sie am ball bleiben und aufstiegschancen (wenn auch in zwei-drei jahren) noch vorhanden sind. die meisten eltern verbringen gerne zeit mit ihren kindern und wünschen sich ein stabiles herzliches umfeld für ihre kleinen. dennoch wäre es schön, wenn man wie melanie winniger auch mal laut sagen darf, dass einem die kinder auf den sack gehen und fremdbetreuung keine psychopathen aus den kindern macht.

    • xyxyxy sagt:

      entschuldigen Sie meine voreilige Antwort – sie haben den Punkt ja hier aufgegriffen.

      natürlich haben sie recht: wenn Schweidung zum Lebenskonzept gehört sollten beide unbedingt 100% arbeiten, das macht die Sache nach der Scheidung für beide SEiten wesentlich einfacher und die Kinder sind sich schon gewohnt, nicht so sehr in eine Familie eingebettet zu sein.

      was nun das die Kinder gehen auf den Sack betrifft – so kann ich nicht ganz nachvollziehen, dass das in der Schweiz ein Tabu sein sollte – in unserer Burn-Out hippen Gesellschaft gehört es fast zum guten Ton, dass einem alles ein wenig zu viel ist. Jeder Frau wird doch heute geraten, wenigstens ein- zwei Tage zu arbeiten, damit ihr nicht die Decke auf den Kopf fällt.
      Ich glaube überhaupt nicht dass da handlungsbedarf besteht.

      Den einzigen Druck den ich Geselschaftlich registriere sind doch die Heimchen am Herd ausgesetzt. “Was du arbeitest nicht?”
      etc, – aber selbst das, ist für eine selbstbewusste Frau nicht wirklcih ein Problem

      • lara sagt:

        leben wir beide in der schweiz?

        haben sie das geschrei der mütterfraktion mitbekommen nachdem melanie winniger das gesagt hat? ’so eine sollte gar keine kinder haben’ usw.

        scheidung gehört wahrscheinlich nie zum lebenskonzept. niemand wünscht sich das bei der heirat. dennoch lässt sich die hälfte später scheiden.

      • Nath sagt:

        Sorry, xyxyxy, aber es gibt nicht nur Scheidung, sondern auch Unfall, Krankheit, Tod – oder verdrängen Sie das einfach? Frauen, die jahrelang nicht gearbeitet haben, haben’s dann gleich doppelt schwer… Ausserdem ermöglicht eine Teilzeitmami ihrem Ehemann auch, Teilzeitpapi zu sein und somit mehr Zeit mit seinen Kindern zu verbringen…

      • xyxyxy sagt:

        liegt daran, dass ich mich nicht für den Klatsch interessiere von für mich unbedeutenden CH-Sternchen
        zudem traue ich den Medien nicht: das Geschrei ist natürlich auch inszeniert, denn man muss ja ständig etwas zum schreiben haben und aus jedem Furz einen Skandal konstruieren – im Alltag fällt mir eine solche hysterische Stimmung eben nicht auf – die Medienwelt ist oft nur virtuell und widerspiegelt keineswegs die Gesellschaft

      • lara sagt:

        das ist ja das schöne am mann-sein. dieses geschrei wird gar nie an sie herangetragen. als mutter werden sie von den verwandten, nachbarn, freunde immer unaufgefodert mit solchem sch**** eingedeckt. mein mann meint auch das sei ein medienhype… schön wärs!

      • xyxyxy sagt:

        ob zwei Teilzeiter bei Krankheit und Unfall besser dran sind möchte ich mehr als nur bezweifeln – denn mit einem halben Lohn kann ja nicht leben – gegen diese Risiken muss man sich so oder so absichern. Zudem trifft es nicht zu dass Mann und Frau immer in der lgleichen Lohnklasse spielen.
        Im übrigen haben auch sie den Artikel von Madame B nicht verstanden. Sie ist ja gerade GEGEN zwei Teilzeiter. Sondern sie sagt: der einzige Weg sind zwei 100% Vollzeiter und Fremdbetreuung, nur so sind beide absolut gleich und absolut unabhängig (womit sie natürlich irgendwie recht hat). Aus finanzieller Sicht sind zwei volle Löhne immer mehr als weniger davon. Da hat sie auch recht. Das Problem ist, dass es viele Menschen gibt, denen andere Werte wichtiger sind. Und das möchte Madame B nicht akzeptieren. Sie möchte, dass alle Menschen auf ihre Lebensphilosophie konditioniert werden und möglichst mit einem staatlichen Programm. Alles andere ist aus dem Bösen.

      • xyxyxy sagt:

        @lara – da haben sie wohl recht – im Fitnessstudio höre ich deshalb ipod, damit ich von dem Geschnatter verschont werde.
        Oft machen es sich die Frauen schon auch selber schwer.

  15. Cara Mia sagt:

    Die Frau hat völlig Recht. Man sieht es ja den Französinnen an, dass sie Spass haben, sie sind schick, sie sind sexy und offenbar auch zufrieden. Und den Kindern geht es auch gut, weil die Betreuung optimal ist. Ist ein Kind krank, wird nicht einfach nach den Eltern geschrieen, sondern man sorgt sich. Wenn die Kinder bei den Eltern sind, dann habe diese auch Zeit für sie. Die Krippen sind kontrolliert und BetreuerInnen können es sich nicht erlauben, derart gelangweilt und unsorgfältig mit den Krippenkindern umzugehen, wie ich das hierzulande erleben musste.

    Bloss in einem Punkt ist Frankreich Entwicklungsland, und das ist die Ökologie. Wir kommen nicht drum herum, ökologischer zu denken, wenn wir die Welt für unsere Kinder erhalten wollen. Das hat aber nichts mit Stillzwang und Kompostwindeln zu tun.

    • xyxyxy sagt:

      galten Französinnen nicht schon in den 30er Jahren als sexy? und französisches Klische vom “dolce vita” ist doch auch schon älter als Madame B.

      nur keine voreiligen Schlüsse ziehen….

    • Brunhild Steiner sagt:

      Es geht hier aber nicht darum schick und sexy zu sein,
      sondern um die Wahlfreiheit für unsere Lebenswege! Und da hat diese Frau weder Recht, noch ist sie differenziert.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Doch, für viele Frauen geht es auch darum, schick und sexy zu sein. Warum auch nicht, ist doch schön, wenn frau sich gut fühlt, dann strahlt sie das auch aus. Ich wurde zu oft runtergemacht von der Mütterpolizei, weil ich Wert auf mein Äusseres legte, das würde in Frankreich wohl wirklich nicht passieren, in Italien übrigens ist mir das auch nie passiert, da freuen sich auch die Frauen, wenn ihre Geschlechtsgenossinnen gut aussehen. Ja Schwestern, so sieht es aus, ein bisschen mehr Gelassenheit und etwas weniger Neid wäre schön.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Es geht hier mehr um die Argumentation “weil sie schick, sexy etc ist, hat sie auch in allem Recht”
        Und da haben Sie ja auch angemerkt, dass Sie die Angelegenheit ein bisschen differenzierter betrachten.
        Niemand soll jemandem vorschreiben sich nicht schick anziehen zu dürfen,
        aber auch niemand soll die verschiedenen Lebensentwürfe derart werten.

      • xyxyxy sagt:

        aber Pippi – das hat doch nichts mit Arbeiten ode rnicht zu tun – ist eine Mentalitätssache, in Italien oder F sollen und dürfen die Frauen sexy sein.
        In der Schweiz war das lange verpönt – sei es aus biederkeit und bünzlitum und später wurde das von den “Revolutionären der 68er” übernommen, die moderne Frau wollte sich doch nicht bei den Männern anbiedern etc.
        man deckte es hinter einen ideologischen Mantel, aber in Wahrheit ist das einfach urtümliche Schweizermentalität, das findet man in D genauso.
        Andere Länder andere Sitten – hat aber nichts mit staatlich finanzierter Kinderbetreuung zu tun.
        Das war ja das unüberlegte Argument von Cara Mia, dem jeglichen Weitblick abgeht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Weil, zusammenfassend gesagt, schick und sexy sein wollen nichts mit lohnarbeiten versus nicht lohnarbeiten zu tun hat, oder gibts da irgendwo eine Studie die das Gegenteil belegt?…;-)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Es hat schon etwas mit Lohnarbeiten zu tun, nicht zwingend, aber in der Realität immer wieder zu beobachten. Wenn ich regelmässig aus dem Haus muss, kleide ich mich anders, als wenn ich zu Hause bin, da tun es auch die geliebten bequemen Leggins und das TShirt. Wenn ich arbeite, trage ganz andere Sachen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: einverstanden, ist man (oder sollte ich da frau schreiben?) nicht von Natur aus am Schick-sein interessiert, und muss sich nicht an einer Ausserhausarbeitsstelle in den Alltagskleidern präsentieren, dann ist die Versuchung für “Pyjamalook” wohl grösser.

    • Cara Mia sagt:

      Fakt ist, dass die Französinnen mehr Kinder haben, als sonst wer. Warum wohl? Und Feministinnen sind sie nicht, brauchen sie gar nicht zu sein, sie können auf der ganzen Linie Frauen sein, weil sie eben gerade nicht in diese Wisch-Koch-Putz-Bastel-Sing-Kinder-Coaching-Liga gepresst werden, kaum haben sie ein Kind. Wehren wir hier uns dagegen, sind wir nicht mehr weiblich und Frauen, sondern Emanzen und Megären. Wehren wir uns nicht, sind wir auch keine Frauen mehr, sondern Mütter, mit dem Besen in der Hand in Leggings und langen T-Shirts.

      Das Kinderkriegen hierzulande ist die Kastration der Weiblichkeit, egal, wie man’s angeht, als Berufsfrau oder Hausfrau.

  16. Nath sagt:

    Ich finde, die grosse Frage, die bei der Kinderbetreuung immer vernachlässigt wird, ist die der HAUSHALTSBETREUUNG. Ich verbringe fürs Leben gern Zeit mit meiner Tochter, aber der monotone Haushaltsalltag, der sich durchs 100% zuhause sein ergibt, finde ich unerträglich. Ich bin keinesfalls eine Karrierefanatikerin, im Gegenteil, hatte immer einen sehr pragmatischen Zugang zu dem Thema, aber ich finde, dass eine berufliche Betätigung nicht nur Stress, sondern auch Struktur und Abwechslung in den Alltag bringt – womit aber meiner seelischen Befindlichkeit zuliebe meine Tochter ein paar Tage aufs Mami verzichten muss. Wieviel vom einen (zuhause sein, was eben nicht nur Kinderbetreuung bedeutet in der Regel) und wieviel vom anderen (Beruf) jede Frau braucht, um Ausgeglichenheit zu finden – wir sprechen ja hier nicht von den Frauen, die gezwungen sind, Geld zu verdienen, oder keinem Beruf nachgehen dürfen aus kulturellen/religiösen/patriarchalischen Gründen, ist ja dann wohl selbstverständlich individuell zu definieren, oder nicht?

    • StefanB sagt:

      Nun, den monotonen Haushaltsalltag können Sie auch auflockern: Verzichten Sie einfach mal eine Woche auf alle Annehmlichkeiten, die einige Erfindungen das Leben der Hausfrauen erleichtern: Waschen Sie das Geschirr von Hand, wischen die Böden täglich mit dem Besen und einmal feucht, statt kurz mit dem Staubsauger drüberzugehen, kochen Sie ein Menü ohne Halbfertigprodukte, von den selbst gerüsteten Kartoffeln bis zur selbst gemachten Sauce. Wenn Sies extrem möchten: Waschen Sie die Kleider auch von Hand im Zuber, und hängen Sie sie zum Trocknen auf – draussen. Aber haben Sie ein Auge drauf, nicht, dass es zu regnen beginnt und Ihre schöne Wäsche wieder nass macht – und schmutzig. Falls Sie auf dem Land wohnen, haben Sie auch ein Auge auf den Bauern von nebenan, damit die Wäsche nicht draussen hängt, wenn er die Gülle ausbringt.

      Kurz: führen Sie den Haushalt nur eine Woche, wie vor hundert Jahren, und Sie werden staunen, wieviel Zeit damals für den Haushalt aufgewendet wurde. Da wundert man sich gerade, dass da noch Zeit blieb, die Kinder zu erziehen.

      Da könnte man natürlich sagen: Wenn schon damals die Frauen keine Zeit zur Erziehung der Kinder hatten, da können wir ja ganz getrost die Karriere in Angriff nehmen! Wäre wohl richtig, lässt aber ausser acht, dass Haushaltführung am selben Ort stattfand, wo sich die Kinder aufhielten, und diese zudem in die Hausarbeit miteinbezogen worden sind.

      • Georg sagt:

        Word!

      • Nath sagt:

        Ou ja, werd ich machen, danke für den Tipp!

      • Penelope sagt:

        Sagen Sie mal Herr StefanB: sind sie so eine Art Ratschlagtante respektive -onkel? Ich amüsiere mich köstlich und das ist in diesem Kontext an sich schwer. Kann ich Sie zu meiner neuen Leitfigur des Feminismus küren? Was zerbrechen wir uns alle den Kopf? Sie stellen mal schnell einen Arbeitsplan für uns auf und regeln auch kurz den Ablauf unserer Befruchtung! Ich bekomme mich vor Lachen nicht mehr ein …..
        Super!

    • Cara Mia sagt:

      @Nath: so Deppen wie den Stefan B. gibt’s halt, soll der doch mal seinen Beruf nach Steinzeitmethoden machen. Sache ist: Hausarbeit IST todlangweilig und zudem einsam, vor allem, wenn man sie alleine zu erledigen hat, und Kinder brauchen verschiedene Bezugspersonen, um ihre eigene Persönlichkeit entwickeln zu können. Wenn es immer nur die Mutter ist, tagsüber, dann ist das eine Verarmung der Impulse. Und als Mutter kann man unmöglich alles abdecken. Ich bin in einer Grosshaushaltung aufgewachsen, und jeder der Erwachsenen, die da herum schwirrten, gab mir etwas mit, meine Mutter war zwar Hausfrau, aber längst nicht immer zu haben. Schliesslich bewirtschaftete sie einen Riesenhaushalt. Diese Wohnställe mit MuKi-Fusion sind vollkommen unnatürlich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Cara Mia: ist ja okay dass Sie ziemlich rasant wieder zurück in die Berufswelt gedüst sind, und ist auch okay, dass Sie Haushaltarbeit langweilig finden. Dass StefanB. Depp genannt wird, find ich schon weniger okay, denn erstens mal war dieser Beitrag wohl inklusive ironischem Unterton und zweitens sind andere Posts von ihm so dumm nicht.
        Dass Sie aber quasi der Muttertierhaltung Kindsreizverarmung unterstellen, das ist gar nicht mehr okay.
        Sie mögen diesbezügliche Beispiele erlebt haben, aber die Regel ist es nicht dass diese Kinder NUR und AUSSCHLIESSLICH auf die Mutter fokussiert sind und keine anderen Impulse in Reichweite hätten. Das liegt immer an der Mutter und wie sie ihr Muttersein halt organisiert!

  17. heidi reiff sagt:

    @ xyxyxy

    Mit der Aussage ” ich weiss selbst was mir gut tut ” haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Viele Menschen lassen sich manipulieren, aus was für Hintergründen auch immer. Die Seele des Menschen ist rational nicht fassbar. Das Fühlen hat nichts mit
    dem Geschlecht Mann/Frau zu tun. Wenn es um Supervision geht kneifen die meisten Menschen, bei einer Supervision im Hier und Jetzt müssen wir ja nicht aufs Schaffott.

  18. StefanB sagt:

    Immer das Gleiche: die schärfsten Kritiker einer Frau (und zwar egal, was sie macht), sind andere Frauen.

    Frau Badinter hat insoweit recht, dass es durchaus auch eine konservativ-ökologische Ecke gibt, die zur Zeit relativ laut Stimmung macht. Sie hat aber dahingehend unrecht, als sie ihre grossbürgerlich-feministische Lösung zum Königsweg hochstilisiert.

    Es ist nicht leicht, weder für eine Frau noch für einen Mann, Familie und Karriere auf einen Nenner zu bringen, und vielen ist die Familie nun mal wichtiger. Das Dumme ist, dass eine Frau nun wirklich nur die Wahl hat zwischen:

    1. Nur für die Familie dazusein – und von Feministinnen als unterdrücktes Heimchen am Herd betrachtet zu werden
    2. Sich für die Karriere einzusetzen – und als Rabenmutter betrachtet zu werden, teure Fremdbetreuung zahlen zu müssen und bei Scheitern der Karriere mit leeren Händen dazustehen.
    3. Mit Teilzeit-Arbeit sich zwischen Stuhl und Bank zu setzen.

    Dies betrifft – wie schon an anderer Stelle gesagt – ebenso auch die Männer. In der Firma arbeitet Herr a oder Frau B ja für den Chef oder die Chefin und ganz sicher für die Besitzer, also immer für Fremde, in der Familie aber für so was “altväterisches” wie “das eigene Fleisch und Blut”. Da im übrigen die Erfolgsaussichten sowieso für die Familie sprechen, und dies in der Schweiz sowieso, da die meisten Betriebe KMU und die Hierarchien flach sind, wundere ich mich nicht, dass für viele Paare die Kinder zovorderst stehen.

  19. Nath sagt:

    Ach, noch ein Input: als Teilzeitmami kriegt man gleich böse Kommentare von beiden Seiten (und das tatsächlich fast häufiger von Frauen als von Männern). Die einen kritisieren die verantwortungslose Fremdbetreuung/den egoistischen Wunsch nach einem Job, die anderen die fehlende Karrierebereitschaft/Verdummung einer Akademikerin zuhause. Alle beide schreiben sie mir mangelnde soziale Verantwortung zu. Ich bedanke mich auf beiden Seiten für die wertvollen Denkanstösse und mache weiterhin, was mir am besten passt. Die einzigen Meinungen, die für mich zählen, sind die meines Mannes und meiner Tochter.

    • Tobe or not Tobe sagt:

      “Die einzigen Meinungen, die für mich zählen, sind die meines Mannes und meiner Tochter.” SCHÖN SOWAS ZU HÖREN…

  20. Peter E. M. Schudel sagt:

    Einmal mehr zeigt sich, dass ALLE Modelle funktionieren! Es kann nicht auf eine Richtung polarisiert werden, denn jede Frau/Familie wählt nach ihrem Bedürfnis. Ist doch ganz einfach. Wie kann ich als als “Feministin” meine Sicht der Dinge durchdrücken wollen! Wenn Frau Badinter allen Frauen das gleiche Einkommen/Vermögen garantieren kann, dann sind wir sicher gerne bereit, unsere Kinder einer Nanny anzuvertrauen…

    Ich liebe diese “Kampffeministinnen”. Sie liegen meist um rund 100% neben dem tatsächlichen Leben und bekommen für ihre windigen Thesen auch noch eine gut dotierte Stelle an einer “Eliteuni”! Das, Frau Badinter, ist für mich schräg, inkl. französisches Bildungsbürgertum…!

    • StefanB sagt:

      “Wenn Frau Badinter allen Frauen das gleiche Einkommen garantieren kann (…) unsere Kinder einer Nanny anzuvertrauen”

      Die Nanny ist auch eine Frau…. Wenn alle Frauen das (sicher nicht allzu kleine) Einkommen von Frau Badinter hätten, dann könnte sie keine Nanny finden, da sie nicht mehr aus wirtschaftlichen Gründen angewiesen wäre, ihr Geld als Nanny zu verdienen.

      • xyxyxy sagt:

        Verflixt – jetzt haben sie doch gleich eine Utopie einer schönen neuen WElt zerstört, wirklcih ärgerlich

        doch dafür habe ich einen Lösungsvorschlag: auch Nannys verdienen gleich viel, dass die Kosten dennoch tragbar sind, muss man einfach die Betreuung “Rationalisieren” mit welchen Mitteln auch immer…

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