Zum Abschluss der Experten-Woche «Schule-Spezial» beantwortet die Zürcher Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Regine Aeppli die Fragen der Mamablog-Leserinnen und -Leser.

«Am stärksten beeinflusst der familiäre Hintergrund den Schulerfolg»: Regine Aeppli. (Bild: Keystone)
Frau Aeppli, haben Sie nicht übertrieben mit den unzähligen Reformen, die Sie eingeleitet haben? Kinder seien „unschuldige Versuchskaninchen in einem gigantischen Labor namens Schule“, hiess es schon im Mamablog
Regine Aeppli: Die Schule ist für die Kinder da und die Kinder stehen im Zentrum der Schule. Unsere Lehrpersonen machen einen sehr engagierten Unterricht, was ich auf Schulbesuchen immer wieder feststellen kann. Den Vergleich mit Versuchskaninchen im Labor weise ich in aller Form zurück. Die Erneuerung der Volksschule entspricht dem Willen einer Mehrheit der Bevölkerung: Das neue Volksschulgesetz von 2005 wurde von gut 70 Prozent der Stimmberechtigten angenommen. Der Grundgedanke dahinter ist ein einfacher: Die Schule kann nicht stehen bleiben, wenn sich die Gesellschaft verändert. Neue Bedürfnisse kristallisieren sich heraus, etwa durch die vermehrte Berufstätigkeit der Frauen, worauf neue Antworten gefunden werden müssen, beispielsweise mit Blockzeiten und einer guten ausserschulischen Betreuung. Richtig ist, dass Schulen und Lehrpersonen durch den Wandel der letzten Jahre stark gefordert waren.
Haben die Lehrerinnen und Lehrer heute zu wenig Kompetenzen, um Störenfriede unbürokratisch und schnell aus dem Unterricht zu entfernen?
Wegweisungen dürfen nicht locker angeordnet werden, und das machen unsere Lehrpersonen auch nicht. Treten Probleme auf, spricht die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer mit dem Schüler und seinen Eltern. Es können ja auch Probleme sein, die sich wieder legen, etwa familiäre Spannungen. In ernsten Fällen kann die Schulpflege Kinder und Jugendliche bis zu vier Wochen vom obligatorischen Unterricht wegweisen. Während dieser Zeit sind die Eltern allein für ihr Kind verantwortlich. Handlungsbedarf sehe ich auf der Sekundarstufe: Hier sollte für «schulmüde» Leistungsverweigerer die Möglichkeit eines längeren Time-outs geschaffen werden. Der Jugendliche soll statt zur Schule zu gehen, einen Arbeitseinsatz leisten. Vielleicht erkennt er dann auch den Wert und die Vorteile der Schule wieder. Eine entsprechende Gesetzesvorlage ist in Vorbereitung.
Wie kann die schulische Chancengleichheit verbessert werden? Quartier/Wohnort/Soziale Schicht sind in der Schweiz immer noch entscheidend für den Schulerfolg
Am stärksten beeinflusst der familiäre Hintergrund den Schulerfolg, Quartier oder Wohnort sind weniger entscheidend. Kinder aus bildungsfernen Schichten sind schulisch im Nachteil. Dies konnten wir trotz zusätzlicher Mittel für Schulen mit schwieriger sozialer Zusammensetzung und trotz des hohen Engagements der Lehrpersonen nur leicht verbessern. Schon vor dem Schuleintritt sind grosse Unterschiede feststellbar. Ich verspreche mir deshalb einiges von einer gezielten Förderung vor dem Eintritt in die Schule.
Warum ist die Maturitätsquote in anderen Kantonen höher als in Zürich? Und was wird gegen diese kantonale Form von Chancenungleichheit unternommen?
Die Leistungen der Zürcher Maturandinnen und Maturanden liegen im Schweizer Durchschnitt. Mit einer Erhöhung der Quote bestände die Gefahr, unter den Durchschnitt zu fallen. Das würde der Forderung der Hochschulen nach einer Aufnahmeprüfung Auftrieb geben. Die Mittelschulen würden dadurch abgewertet. Ich sehe keine Notwendigkeit zur Erhöhung der Maturitätsquote. Im Übrigen wurde unser Bildungssystem mit der Schaffung der Berufsmatura und den Fachhochschulen auf sinnvolle Weise ergänzt. Es gibt nun zwei Wege zum Hochschulstudium – via Gymnasium und via Berufsmatura. Zudem herrscht viel mehr Durchlässigkeit als früher. Niemand ist mehr gestraft, wenn es am Ende der 6. Klasse nicht für den Übertritt ins Gymnasium reicht. Das ist ein Riesenfortschritt!
Allan Guggenbühl erwähnt (im Mamablog) eine Untersuchung des Kantons Zürich, die aufzeigt, dass Jungs, obwohl von der Intelligenz her geeignet, schlechtere Chancen haben ins Gymi zu kommen. Warum wurde diese Studie schubladisiert?
Mir ist es ein Anliegen, dass der gymnasiale Weg auch für Buben attraktiv ist. Es ist aber eine Tatsache, dass viele junge Männer den praxisbezogenen Weg über Berufsmaturität und Fachhochschule bevorzugen. Im Übrigen: Wir schubladisieren keine Studien. Wenn Herr Guggenbühl solche Vorwürfe erhebt, soll er konkret werden und uns sagen, welche Erkenntnisse wir unterschlagen. Ich teile seine Meinung, dass an der Schule – wie er schreibt – auch «bübisches Verhalten» möglich sein soll wie «witzeln, provozieren oder prahlen». Nur weiss ich, dass Mädchen auch witzig sind und gerne bluffen. Ich bin aber froh, wenn Herr Guggenbühl mehr männliche Lehrpersonen für den Lehrberuf motiviert.
Warum wird der IQ Test bei der Gymiprüfung wieder abgeschafft?
Der Test für die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten (AKF-Test) wurde an den Zürcher Gymnasien nur versuchsweise eingeführt, d.h. er zählte nie für die Aufnahmeprüfung. Er wurde erprobt, um Jugendlichen aus bildungsfernen Familien einen besseren Zugang ans Gymnasium zu ermöglichen. Es hat sich gezeigt, dass er keine zusätzlichen Erkenntnisse lieferte. Der Aufwand für diesen Test bei Tausenden von Schülerinnen und Schülern lohnt sich deshalb nicht.
Gemäss Largo beträgt der Entwicklungsverzug der Jungs im Alter von 12 Jahren im Schnitt 1,5 Jahre. Warum wird dann nicht ermöglicht, dass Jungs später in die Oberstufe selektioniert werden?
Die unterschiedliche Entwicklung von Mädchen und Knaben, die Professor Largo erwähnt, betrifft nicht alle Faktoren, welche für den Schulerfolg massgebend sind. So erreichen beispielsweise Knaben gleich gute Ergebnisse in Mathematik wie die Mädchen. Man sollte die Frage, wann ein Kind für eine bestimmte Schulstufe reif ist, nicht nach dem Geschlecht beurteilen, sondern aufgrund des individuellen Entwicklungsstandes. Die Gymiprüfung kann man am Ende der Primarschule machen. Wer dann noch nicht parat dafür ist, hat am Ende der 2. oder 3. Sek nochmals die Möglichkeit dazu. Ich bin sehr für individuelle Schullaufbahnentscheide: Ich bin darum auch für altersdurchmischtes Lernen, wie es immer mehr Schulen praktizieren. Dies ist übrigens auch die grosse Stärke der Grundstufe, welche die beiden Kindergartenjahre und die 1. Klasse umfasst.
Ist die Koedukation an ihre Grenzen gestossen? Müsste man vielleicht den geschlechtergetrennten Unterricht wieder ins Auge fassen? Zumindest in einigen Fächern?
Die Koedukation hat sich insgesamt bewährt. Hingegen kann es sinnvoll sein, für einzelne Unterrichtsinhalte oder einzelne Sequenzen eine Klasse nach Geschlechtern aufzuteilen. Das ist in der Freiheit der Lehrpersonen.
Oberstufenlehrer kritisieren die mangelnden Resultate des Frühenglisch. Gibt es Erhebungen, was die Einführung von Fremdsprachen in der Primarschule gebracht hat? Und was dabei verloren ging, etwa an Deutschkompetenz?
Im Rahmen des Schulversuchs 21, in dem Englisch ab der 1. Klasse erprobt wurde, fanden Evaluationen statt. Sie zeigten, dass frühes Erlernen einer Fremdsprache nicht auf Kosten der Deutschkompetenz geht. Jede Auseinandersetzung mit Sprache – Muttersprache oder Fremdsprache – fördert das Sprachbewusstsein. Zudem bekomme ich immer wieder Rückmeldungen, die mir zeigen, dass viele Kinder mit grossem Einsatz Englisch lernen. Plötzlich verstehen sie einzelne Sätze in einem Song von Lady Gaga oder sie können in London selbstständig nach dem Weg zum Big Ben fragen.
Wie kann die Schule als Arbeitgeber für Männer wieder attraktiver werden? Welche konkreten Massnahmen wurden in der Bildungsdirektorenkonferenz bereits diskutiert?
Ich möchte attraktive Arbeitsbedingungen für männliche und weibliche Lehrkräfte. Darum hat der Regierungsrat kürzlich eine Lohnrevision beschlossen, mit welcher die Einstiegslöhne um 10′000 Franken pro Jahr angehoben und der Lohnanstieg bei guten Leistungen gesichert wird. Ausserdem sind wir derzeit daran, mit allen Akteuren im Schulfeld zu eruieren, was sich verändern muss, um den Beruf wieder attraktiver zu machen. Interessant ist übrigens, dass sich für die geplante Ausbildung für Quereinsteiger viele Männer gemeldet haben, mehr als für den ordentlichen Ausbildungsgang.
Wie realistisch ist eine Lehrer-Quote von 50 Prozent an Primarschulen?
Wir können niemanden zwingen, einen bestimmten Beruf zu ergreifen. Aber es wäre schön, wenn sich wieder mehr Männer für diesen Beruf entscheiden würden. Kinder brauchen weibliche und männliche Vorbilder.
Was halten Sie von der freien Schulwahl? Sie haben ja eines Ihrer Kinder in eine Privatschule geschickt.
Ich bin nicht gegen Privatschulen, aber ich bin dagegen, dass der Staat sie finanzieren muss. Das ginge zwangsläufig zulasten der Volksschule, denn das Geld vermehrt sich bekanntlich nicht. Die Volksschule ist heute noch der einzige Ort, wo Kinder unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Nationalität, ihrer Konfession und ihrer sozialen Schicht zusammenkommen. Die integrative Kraft der Volksschule ist etwas Einmaliges und Wertvolles, das nicht aufgegeben werden darf. Meine beiden Kinder besuchten die öffentlichen Schulen vom Kindergarten bis zum Schulende. Mein Sohn war während zwei Jahren in der Sek an einer Privatschule.
Gibt es die Volksschule in hundert Jahren noch?
Das hoffe ich und dafür setze ich mich ein. Allerdings kann eine Institution, die auf das Verbindende setzt, vor lauter Einzelwünschen auch zusammenbrechen. Die Volksschule kann nicht jedes gesellschaftliche Problem lösen, sie kann nicht für jedes Kind immer das absolut massgeschneiderte pädagogische Angebot machen, das schnurstracks ins Gymnasium führt. Natürlich sind viele Erwartungen auch berechtigt. Auch ich wollte und will für meine Kinder das Beste. Aber bitte vergessen wir den Blick auf das Ganze nicht. Es wird die Volksschule in hundert Jahren nur dann noch geben, wenn wir ihr Sorge tragen.
Regine Aeppli, SP, ist seit 2003 Regierungsrätin und Bildungsdirektorin des Kantons Zürich. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Schade, ich hatte mir doch tatsächlich Antworten auf die gestellten Fragen erhofft,
aber vielleicht bin ich bloss noch zu müde um sie zu erkennen?
Insbesondere auf die Fragen die nun gar nicht gestellt wurden?
Zum Englisch, (auch so eine Schlaufenantwort…)
“Zudem bekomme ich immer wieder Rückmeldungen, die mir zeigen, dass viele Kinder mit grossem Einsatz Englisch lernen. Plötzlich verstehen sie einzelne Sätze in einem Song von Lady Gaga oder sie können in London selbstständig nach dem Weg zum Big Ben fragen.”
Ist ja sehr beeindruckend, sie verstehen einzelne Sätze von Lady Gaga und können in London den Weg erfragen, ach, dafür zahle ich doch unheimlich gerne meine Steuern! Besonders für Kinder die in diesem Frühenglischalter schon in London unterwegs sind… . Und der “grosse Einsatz” wurde ja auch gar nicht in Frage gestellt, sondern der Nutzen!
Was die Wesentlichkeit für das spätere Englischlernen, wo es nicht mehr um die Lady Gaga geht, betrifft, weder eine Antwort noch eine überzeugende Rechtfertigung des Aufwandes.
Und dass die Kinder kein gutes Deutsch mehr können, das ist eine Wirklichkeit der endlich ins Auge gesehen werden sollte!
Das sind designte Antworten aus einem Kommunikationsbüro. Daher tönt es so. Jede öffentliche Stelle hat eine eigene Kommunikationsabteilung. In diesem Interview ist keine Journalistenleistung erkennbar. Keine Antwort wird kristich hinterfragt.
Vielleicht klemmt sich ja nun noch ein Tagi-Journalist dahinter und fragt mal nach. Das ist auf jeden Fall viel weniger, als wir nach der grossspurigen Ankündigung erwarten durften!
Politiker. Cover your ass. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.
Die Kinder sollten in erster Linie Disziplin und Anstatt lernen. Viele Lehrer und Lehrerinnen lassen viel zu viel durchgehen.
Danach steht die deutsche Sprache an erster Stelle. Es wird viel zu wenig geschrieben.
Das ist die Realität in “Schweizer Schulen”.
qed.
Nein sollen sie nicht. In der Schule sollen sie Mathe, Deutsch, Französisch, Englisch etc. lernen. DEN KINDERN ANSTAND BEIBRINGEN IST SACHE DER ELTERN!
Erziehen heisst wiederholen, wenn Kinder zu Hause Anstand und Ordnung gelernt haben, heisst das noch lange nicht, dass sie das in der Schule auch so handhaben. Wenn signalisiert wird, dass es da Freiräume gibt, wird das schnell und gerne genutzt, nicht weil die Kinder unerzogene Ungeheuer sind, sondern weil sie Menschen sind! Der Mensch ist so, vor allem auch der kleine Mensch, der noch lernen muss, sich selber zu motivieren. Deshalb hat Schule auch einen Erziehungsauftrag. Sonst könnte man einen Roboter hinstellen, der den Stoff runterleiert und abfragt, gibt es alles schon, in Japan z.B für alte Leute, damit sie geistig fit bleiben, aber das macht bei Kindern keinen Sinn. Im Wort Erziehung steckt auch Beziehung, die muss hergestellt werden, dann können die Kinder lernen.
Ganz genau. Und wenn die Eltern die Kinder nicht erziehen, was es geben soll, wer erzieht sie dann, wenn nicht die Schule? Die Schule kann sich da nicht einfach raushalten, schon den Kindern zuliebe nicht, die Zuhause erzogen werden und dann in der Schule erleben, dass den andern alles das durchgeht, was sie Zuhause nicht dürfen. Denn dann nützt alle Erziehung Zuhause rein gar nichts und die erzogenen Kindern lassen sich von den andern anstecken.
Matthias: Damit die Kinder von den Eltern Anstand lernen können, müssten diese ihn selbst gelernt haben.
Mehr Disziplin – tolle Idee… Und wie sollen die Lehrer das bitte machen, wenn bei der kleinsten Kritik gleich der Papa des Schülers samt Anwalt vor der Türe steht? Ich hab von Lehrern dazu schon Geschichten gehört, da stehen einem die Haare zu Berge. Das ist auch ein gesellschaftliches Problem, nicht nur das der Schule. Wenn die Eltern vor dem Lehrer keinen Respekt mehr haben, brauchen die Kinder auch nicht auf den Lehrer zu hören.
Die Lehrer müssen den Eltern gewachsen sein, so einfach ist das. Sich nicht einschüchtern lassen. Auch in andern Berufen muss man eine dicke Haut haben, zuweilen, und ich denke, bei den Lehrpersonen ist das vielleicht eine Schwäche. Sie sind es gewohnt, überlegen zu sein, weil sie nicht tagtäglich mit Erwachsenen zu tun haben, die sich ihnen entgegenstellen. Das kann und muss man lernen.
@ Cara Mia
Vielleicht haben die Lehrer aber keine Lust dazu ständig den Fussabtreter zu spielen für frusrtierte Eltern und deren Anwälte und wollen auch nicht 24 Stunden am Tag sich mit diesen rumschlagen.
Wenn Sie Feierabend haben, dann gehen Sie auch nach Hause und lassen sich nicht von Ihren Klienten terrorisieren.
Ja Eni, aber ich sitze ab sieben Uhr früh non-stop in der Arbeit, gerade eben hatte ich ein Marathon-Wochenende, ohne ein Pause währen 12 Stunden Verhandlung, und ich habe vier Wochen Ferien. Wenn da mal ein Lehrer abends das Telefon abnehmen muss, wenn ein Vater anruft, wird ihn dies wohl nicht umhauen, denke ich. Zudem rufen auch mich Klienten zu aller Tages- und Nachtzeit an, und wenn ich da nicht antworte, verdiene ich schlicht nichts. Man muss lernen, sich abzugrenzen, und sich durchzusetzen, egal, ob Lehrer oder sonstwas.
“Die Kinder sollten in erster Linie Disziplin und Anstand lernen.”
Auf welchem Wertesystem basierend sollten Kinder Anstand lernen? Talmud? Koran? Bibel? Oder auf dem Prinzip der französischen Revolution mit dem Optium fürs Volk namens Freiheit, in der sich jeder ein Maximum erlauben darf und wer dabei sich nicht wehren kann, Kinder, Alte und Schwache, ist “selber Schuld wenn man zu kurz kommt”?
Disziplin ist bekanntlich “nur” ein Werkzeug. Dieses Werkzeug kann man konstruktiv, als auch destruktiv einsetzen …
“Viele Lehrer und Lehrerinnen lassen viel zu viel durchgehen.”
Nur, wenn sie weniger durchgehen lassen, haben sie eine Armee von Eltern gegen sich und das kann das berufliche Ende bedeutetn, wenn dann das Gerücht herum geht, man sei pädophil. Die Eltern haben heute in der Regel “nur” ein, zwei Kinder welche Karriere machen müssen und gute Chancen haben sollten sich fort zu pflanzen. Andernfalls stirbt ein Familienast aus. Anders ist es, wenn man zehn Kinder hat, da dürfen ruhig neun Kindern in die Sonderschule gehen.
“Den Kindern Anstand beibringen ist Sache der Eltern”? Ist es das? Wie will man als Eltern einem Kinder Anstand beibringen, wenn das Kind im Wachzustand mehr Zeit mit den Schulkollegen verbringt an den Tagesschulen als mit der Familie? Dazu müsste man Väter und Mütter den “Befehl” erteilen: Heim zu den Kindern und weg vom Arbeitgeber. Dies gefällt aber der Wirtschaft nicht, die will heute nur kurzfristig einen maximalen Profit von mindestens 10% und nicht langfristig.
Auch ich erkenne in den Worten von Regine Aeppli keine Antworten auf die gestellten Fragen. Alles ist gut, weil wir uns bemühen? Im Wesentlichen geht es in der Bildung bei beschränkten Ressourcen heute doch um Aufwand und Ertrag, darum, wo man mit dem eingesetzten Franken den besetzten Nutzen erzielen kann. Da reicht es nicht, dass Frühenglisch nicht zu Lasten der Deuschkenntnisse geht, wenn es erwiesenermassen nichts bringt! Recht hat Aeppli mit dem Hinweis auf den demokratischen Entscheid für das neue Volksschulgesetz. Der erste Anlauf war aber vor allem auch an der Grundstufe gescheitert, die Regine Aeppli nun durchzwängen möchte.
Inzwischen habe ich den Artikel zum zeiten Mal durchgelesen und kann immer noch keine Antworten finden.
Kann man noch hundertmal durchlesen, Poliker können nicht aus ihrer Haut, die haben immer Valium-Antworten.
Wenigstens hat sich Frau Aeppli die Mühe gemacht, Antworten aufsetzen zu lassen.
Das allerwesentlichste lässt sie geschickt aus: Wo lernen unsere Kinder lesen, schreiben, rechnen? Dreiviertel von allen können all das Ende 9. Klasse nicht ordentlich.
Die heutigen Schulen verletzen das verfassungsmässige Recht der Kinder auf Bildung. Vor dieser Verantwortung schleicht sich Frau Aeppli davon.
Eine plumpe Lüge ist die Behauptung, Schulen seien kein Experimentierfeld und die Kinder keine Versuchskaninchen. Die ständig neuen Reformen und Schulversuche beweisen das Gegenteil.
Dass sich die Schule den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen müsse stimmt zwar. Nur leider sind 90% dieser “gesellschaftlichen Veränderungen” nichts als ideologisch motiviertes sozialistisches Wunschdenken.
Die gesellschaftlichen Anforderungen an eine brauchbare Schulbildung sind nämlich seit 130 Jahren dieselben geblieben:
Die Kinder müssen nämlich heute genau wie vor 130 Jahren vor allem dies: Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. Das und nur das garantiert den Zugang zu soliden Berufsausbildungen.
Zudem haben wir wieder mit Armutsproblemen zu kämpfen, die heute wie vor 130 Jahren dieselben Ursachen haben: Ein grosser Teil der Bevölerung kann sich im Alltag nicht helfen. Diese Armut kann mit Unterricht in handwerklichen Fähikeiten und in der gesunden Haushaltsführung nachhaltig bekämpft werden. Die Familienoberhäupter brauchen mit gutem hauswirtschaftlichem Können weniger Geld und können das verfügbare Geld gezielter einsetzen!
Der Troll im Federkleid, jetzt kommen wir der Sache schon näher. Moorhuhn=xaM-Huhn.
Was soll denn diese Antwort mit einem Troll zu tun haben. Nur weil er nicht deiner Meinung ist? Begriffe sollten nicht 1:1 übernommen werden wenn man sie nicht versteht, Pippi.
hauptsache die sozialisten sind an allem schuld. hauptsache die armen lernen mit der armut umzugehen, dann ist die armut nämlich auch kein problem mehr. hauptsache ich kenne die wahrheit und alle anderen hören nur mir zu…
haben sie sich die mühe gemacht und die erz.direktoren aus allen kantonen verglichen in den letzten 10-15 jahren; welche verteilung der politischen pole können sie erkennen?
auch wenn es ihnen nicht klar wird; aber das sind eigentlich fakten…
eben: hauptsache die sozialisten sind an allem schuld. ist ja logisch dass die die schule zerstören wollen. die fressen nämlich kinder zum frühstück, hab ich gehört.
Eine plumpe Lüge ist die Behauptung, Dreiviertel von allen Schülern könnten Ende 9. Klasse nicht ordentlich lesen.
Ausserdem ist der Anforderungskatalog an die Schule und die Lehrkräfte weit über lesen, schreiben, rechnen hinaus erweitert worden.
@cybot
Das ist eigentlich eine Frage von Statistik. Ich schrieb, nicht dreiviertel könnten ordentlich lesen, schreiben und rechnen. Wenn sagen wir dreiviertel einen kurzen Text von sechs Sätzen lesen und verstehen können, zweidrittel von allen vier ordentliche, fehlerfreie Deutsche Sätze hinbekommen und immerhin jeder zweite mit Hilfe eines Taschenrechners einen Dreisatz und Brüche rechnen kann oder sogar ein einfaches Bionom auflösen, dann wären wir bei der Wahrscheinlichkeit, dass ein Schüler alle drei Fähigkeiten beherrscht:
p=0.75*0.66*0.5=0.25.
Leider wahr. Darum wollen alle in den Gymer. So lernen sie wenigstens bis zur Matur doch noch einigermassen lesen und schreiben. Aber nicht einmal das ist sicher.
@Hans Mustermann
Exakt, das ist das Problem: Die Lehrer sollen den sozialistischen Ideologien konform die Welt verändern. Dafür lernen die Kinder nicht mehr lesen, schreiben, rechnen.
@Dschungelmörder
Keine Ahnung wie Sie Armut definieren. Ich kann auch 100′000 Franken im Jahr durchbrennen ohne dass meine Kinder genug Vitamine und Minerale mit dem Essen aufnehmen, genug ausgeruht am Morgen zur Schule gehen und ohne dass sie lebenstauglich einen anständigen Beruf erlernen.
@Sybille Moorhuhn: Die Berechnung gilt aber nur, wenn die drei Fähigkeiten voneinander unabhängig und zufallsverteilt wären… Ich hoffe, dass die Schüler in der Schule etwas mehr als lesen, schreiben und rechnen lernen. Aber das zumindest sollten sie schon können (und für die Grundlagen nicht unbedingt 9 Jahre benötigen). Aber über die Lernziele könnte man sicher breit diskutieren und würde sich nicht so schnell einig. Was sollen die Schüler nach 9 Jahren wirklich können? Was wäre zusätzlich wünschenswert? Meiner Meinung nach werden aktuell beispielsweise die Sprachen massiv überbewertet. Das sehen andere Leute sicher anders…
@Sportpapi
genau. Besonders das ach so landesverbindende Französisch hat mir ausser schlechte Noten und Lernstress nichts gebracht.
Dafür ist Englisch trotz schulischem Nischendaseins ein elementarer Bestandteil meines heutigen Job’s
Aber wer wird den auch gegen eine zweite Landessprache sein, auch wenn sie weder in der Deutschschweiz und noch weniger im französischen oder italienischen Landesteil wirklich gebraucht oder geliebt wird, wenn es doch ach so Wichtig für den Zusammenhalt der Schweiz ist.
Ups schon wieder ein politischer Entscheid der nicht wirklich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingeht.
@Sportpapi
Ja, Sprachen werden heute zu stark gewichtet. ich denke, da hat jemand mal was von “Kommunikationszeitalter” gehört, und daraus geschlossen, dass ja mit Sprache kommuniziert wird.
Sicher wäre es wünschenswert, jeweils die Sprache des anderen Mitschweizers zu verstehen; aber schon vor über zwanzig Jahren waren wir auf unserer Schulreise nach Genf (und ich hab immerhin ein neusprachliches Maturadiplom in der Tasche!) auf Englisch ausgewichen, um uns mit den “Eingeborenen” unterhalten zu können.
Und was die Berechnung betrifft: die 66%, die einen ordentlichen Kurztext formulieren können, sind wohl in den 75% enthalten, die einen Text verstehen. Also ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 37.5% .. was meiner Meinung nach zu tief ist.
Unabhängig davon, was ich von Regina Aepplis Antworten halte, schliesslich ist sie ja Politikerin und nicht Gast bei einer Talk-Show (zudem müssen “übergeordnete Interessen” gewahrt werden;-): Der Mamablog hat mit diesem Beitrag aufgezeigt, dass einem Blog, der in den redaktionellen Kontext einer Zeitung eingebunden ist, sehr viele Möglichkeiten offen stehen. Das ist ein interessanter Ausblick für die Zukunft. Ich bin überzeugt davon, dass sich in diesem Bereich noch vielen lassen machen wird. Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die sich noch weit in die Zukunft fortsetzen wird.
junger mann, die menschheit entwickelt sich ständig weiter und wir stehen nicht am anfang. am anfang war das feuer.
Für mich zeigt sich gerade das Gegenteil. Im redaktionellen Kontext sollten keine unhinterfrage PR-Meldungen erscheinen dürfen. Aber leider ist das sowieso der Trend heutiger Medien. Wo bleibt da die redaktionelle Bearbeitung, das kritische Hinterfragen?
absolut einverstanden der herr!
@sportpapi : das kritische Hinterfragen finden sie – das nur so als Beispiel – in den Beiträgen: der Elterabend, Niedergang der Sekundarstufe, Jetzt hört mal zu Jungs, Reglionsstunde, powered by the church ——alle in diesem Blog!
@sportpapi: So sieht problematische PR für mich aus:
http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2005/09/insm-marienhof-thema/
http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2009/07/insm-kampagne-deutschland-2430/
Wer beginnt, TV-Serien inhaltlich zu sponsern- in diesem Falle ganze Dialoge- der hat ein echtes Problem. Und für die ARD wurde das seinerzeit ebenfalls zum Problem. Dito die Kampagne 24/30 von der INSM: Einfach ein paar Journalisten durchs Land schicken, die natürlich völlig unabhängig berichten- so nach dem Motto, wes Brot ich fress, des Lied ich sing- das geht heutzutage auch nicht mehr, ohne dass das irgendjemand bemerkt. PR und Journalismus, das ist ohnehin ein heisses Eisen, ganz speziell in Deutschland: da arbeiten mittlerweile mehr Personen in der PR-Branche, als bei den Medien…
Doch davon sind wir hier meilenweit entfernt!
@Marcel Zufferey
Danke für die Links. Ich bin noch nicht durch mit den Texten. Mir wird übel. Sogar wenn ich mit den Meinungen der Lobbyisten einverstanden wäre, so ist das eine Sauerei.
@Marcel Zufferey
In der Schweiz ist die Situation insofern anders, als die Regierungen, insbesondere der Bundesrat selber umfangreiche Presseabteilungen mit spezialisierten Journalisten pflegen.
Diese doktern an den Mitteilungen herum, die die Öffentlichkeit bekommt. Im Bundeshaus hat es ungefähr doppelt soviele vom Bund selber bezahlte Journalisten wie solche, die für die Zeitungen und Massenmedien arbeiten.
So berichten Journalisten hier in Bern von folgenden Zuständen: Vor 10 Jahren noch, wenn sie über einen Vorgang in einem bestimmten Amt Bescheid wissen mussten, telefonierten sie dem zuständigen Beamten und der gab entweder Auskunft oder er unterstand dem Amtsgeheimnis. Heute darf der Bundesbeamte keine Auskunft mehr geben, sondern muss an die “Presseabteilung” verweisen. Dort werden dann gefilterte und manipulierte, schön polierte Worthülsen präpariert.
Die grösste und am besten organisierte Lobby in der Schweiz ist also die Regierung selber, die nach freiem Belieben die Öffentlichkeit manipuliert.
Man lese zum Funktionieren dieser manipulierten Öffentlichkeit dazu auch Judith Barben: “Spin Doctors im Bundeshaus”.
“Die größte und am besten organisierte Lobby in der Schweiz ist also die Regierung selber, die nach freiem Belieben die Öffentlichkeit manipuliert.”
Das stimmt wohl. Die logische Konsequenz wäre, das Staatskonstrukt SRG abzuschaffen, denn TV und Radio sind die von der Einflusskraft her stärksten Medien.
Unabhängige Meinungsbildung funktioniert also nur, wenn der Staat nicht finanziell in diesen Medien engagiert ist und eine Zwangsabgabe erlässt.
Wer kämpfte vehement gegen Roger Schawinsky, als er Radio 24 lancierte? Dies inklusive diplomatischer Intervention in Italien?
Aber: Leute mit Meinungen formuliert ähnlich den Ihrigen würden bei einem deregulierten privaten Medienszenario nur noch in den obskuren Public Access Kanälen reden. Schliesslich sind die public access Kanäle ja meist die Domäne einiger tacky Cross-Dressers, die nicht begriffen haben, dass die 80-er Jahre vorbei sind und Boa-Federn außerhalb von Las Vegas so uncool sind wie Pfadfinderuniformen mit Pailleten und Haarschnitt im Afrolook. Man stelle sich so ein Sumpfhuhn optisch vor…angesumpft.
Danke. So sehe ich das auch. Und: Frau Aeppli beantwortet die Fragen der Mamablog-Leser. Ich habe die Bildungsdirektorin nicht interviewt, sondern ihr eine Auswahl an Fragen, die gepostet wurden geschickt. Also konnte ich auch keine Gegenfragen stellen. Die ganze Woche haben Experten Ihre Meinung zum Thema schule gepostet. Der Mamablog war Plattform für deren Ansichten und Meinungen. So wie der Blog auch Plattform ist für Ansichten und Meinungen seiner Leserinnen und Leser .
Ich lese den Blog ja vor allem, weil vieles kritisch und aus ausgefallenen Standpunkten beleuchtet und anschliessend diskutiert wird. Fand die Themenwoche interessant, wenn auch die Auswahl der Experten etwas speziell war. Dafür meinen Dank. Die heutige Mitteilung von Frau Aeppli ist aber keine Diskussionsgrundlage mehr. Sie gibt entweder keine Antworten auf brennende Fragen, weicht aus oder verharmlost die Probleme. Da hätte ich mir deutlich mehr erwartet. Ist das die Frau, die wir gewählt haben (jawohl, auch ich!)? Und ich bleibe dabei: Es drängt sich auf, jetzt auch ein Interview zu führen, in dem nachgefragt werden kann – ob Frau Aeppli dafür zur Verfügung steht, ist eine ander Frage.
Bitte beachtet die Fomulierung genau: “Der Mamabl0g WAR Plattform für …Ansichten und Meinungen”.
@Katharina: also im Moment sehe ich da rauchschwarz diesbezüglich, echt jammerschade
Macht Regina Aeppli denn hier PR in eigener Sache? Und wenn ja: PolitikerInnen sind gewissermassen auf PR angewiesen- ganz im Gegensatz zu privaten Firmen und Konzernen: die können immer noch auf die klassische Werbung zurückgreifen. Insofern wäre jedes Interview, jede öffentliche Äusserung die von den Medien wiedergegeben wird, PR. Ich spreche hier nicht vom Wahlkampf und dem ganzen Werbebrimborium, das damit im allgemeinen einhergeht, sondern vom hundskommunen PolitikerInnen-Alltag. Dass die Grenzen zwischen PR und Redaktionellem immer mehr zerfliessen, halte auch ich für ein Problem, doch im Bereich der Politik (zumindest von staatlicher Seite, nicht von privaten Institutionen, die auch Politik machen, wie zum Beispiel die Wirtschaftsverbände) halte ich sie zumindest für die weniger grosse Gefahr. Der PR-Faktor dürfte hier in diesem Beitrag nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben, wenn überhaupt.
Stimmt, es gäbe durchaus Möglichkeiten…. Leider ist es beim Tagi (noch) nicht möglich, jeden Online-Artikel zu kommentieren. Einige schon, aber ich hätte gern auch meinen Senf zu Artikeln gegeben, bei denen keine Kommentar-Funktion vorhanden ist.
Super “Antworten”….
auf schlecht gestellte fragen kann man keine guten antworten erwarten.
Die Antwort auf meine Frage fehlt auch…
was war denn die frage?
Was die Steinerschulen heute noch von den Staatsschulen unterscheidet.
ok. noch ne frage:
was heisst denn ‘heute noch’? das tönt so wertend, als wäre die steinerschule ein scheiss und die volksschule auf dem besten weg dazu. was ich, wie ich meine, beides überhaupt nicht stimmt.
scheint mir eher, als hätte die svp neben der ausländerfrage auch schleichend eine schulfrage in die köpfe der unaufmerksamen gesetzt. wohlgemerkt wie immer ohne lösungsansätze. ausser vielleicht ‘früher wars besser’. einfach nur ein wenig angst machen und auf den stammtisch kloppen. es sind ja bald wieder wahlen. lächerlich. oder liege ich falsch?
sowas nennt man sich disqualifizieren, fachlich, menschlich und journalistisch.
du sprichst bestimmt über den tagi-online.
Also, die Foto spricht ja Bände. Die Frau wehrt mit ihren Händen alles ab. Und ebenso mit den Worten. Wozu die Übung?
Oh je, ein Freeze-Bild, und schon packt man die Küchentisch-Psychologie aus und entscheidet, wie der Mensch in seinem Kern ist.
Wir haben Dienstag, die ganze letzte Woche und bis heute wurde von den Bloggern mehr oder weniger eifrig diskutiert, Fragen wurden gestellt, mögliche Antworten (ja, manchmal auch, ob die Frage berechtigt war) besprochen. Das Ganze ohne allzu grosses Zutun der beiden Hauptpersonen… Ich habe das Gefühl, die Red. hat sich die letzte Woche nicht sehr bemüht, denn diese Expertenbeiträge waren offensichtlich schon lange vorbereitet. “Making me my life easy”
Kann’s ja verstehen, R1 ist kurz vor dem Absprung, R2 wohl damit beschäftigt, den Ersatz für R1 einzuarbeiten, da hat man wohl kaum Zeit, sich um diesen Blog zu kümmern, die Damen haben ja auch andere Dinge zu tun.
Mons edidit mus…
Gut – also: Ich bin tatsächlich vor dem Absprung – was mich und Frau Binswanger aber nicht davon abgehalten hat, zum Schulbeginn 6 Experten-Beiträge zum Thema Schule zu organisieren. Ich finde, es hat dem Blog gutgetan andere Meinungen zum Thema Schule zu diskutieren. Meine Ansichten habe ich ja des öfteren kundgetan. Und das – so höre ich von verschiedener Seite – nicht in einer PR-Sprache. Ich mag jetzt hier nicht des Langen und Breiten erklären, dass Arbeit dahintersteckt, eine solche Woche zu organisieren, Themen abzustecken, Autoren, vielbeschäftigte , dafür zu gewinnen. Expertenmeinungen flattern nicht einfach so ohne unser Zutun in den Blog – genau so wenig wie der Sonntagsbraten jeweils auf den Tisch. Und: ich kann den Experten nicht vorschreiben, welche Meinung sie zu haben haben. Gottlob, oder?
Die Expertenbeiträge waren ja gar nicht so schlecht,
aber die Ankündigung, Frau Aeppli würde dann zu Leserfragen Stellung nehmen,
die ist angesichts des heutigen Artikels wirklich zu hoch gegriffen.
Es haben sich einige die Mühe gemacht ausgefeilte und sauber formulierte Fragen zu formulieren bis zu ganzen Fragekatalogen (und ich meine da explizit nicht mich!), irgendwie dachte ich schon, dass ihr das alles vorgesetzt werden würde. Und ich denke die Meisten haben auch wirklich gedacht, dass nun mal zu den brennenden Fragen eine echte Antwort kommen würde… .
Denn brennen tut es, auch wenn das Frau Aeppli anders sieht.
Gottseidank, Frau Althaus, kann niemand Experten die Meinung vorschreiben (eigentlich ein sehr passendes Wort für einen Blog). Und dass Sie sich beruflich weiter enwickeln möchten, kann ich gut verstehen, und ich wünsche Ihnen auch alles Gute!
Aber als Journalistin wissen Sie ebenso sehr wie ich als wohlwollend-kritischer Bürger, dass mit der Auswahl von Experten durchaus auch die Richtung der Diskussion gesteuert werden kann. Dass auch für Experten die akademische Leistungsregel “publish or perish” gilt, macht es aber gar nicht so schwer, dem einen oder der anderen ein paar Zeilen zu entlocken. Sicher, der Text muss natürlich vorher begutachtet werden: Kommt der Artikel rechtzeitig, ist er genügend lang, ist er allgemein verständlich geschrieben, usw. Das gibt ja durchaus zu tun.
Und ja, Sie haben die Fragen ausgewählt, an Frau Äppli geschickt, und die Antworten hier publiziert. Interessanter aber wäre vielleicht, Frau Äppli direkt und online mit den Fragen der LeserInnen zu konfrontieren. Da gabs doch mal eine Sendereihe: Bürger fragen – Politiker antworten – sowas in der Art halt….
Frau Steiner: Wenn es Frau Äppli wirklich ernst ist, kann sie ja die Fragen hier nachlesen und im Blog selbst beantworten. Mich persönlich würde das aber überraschen.
*Grins* Als ob sich ein Politiker so weit aus dem Fenster lehnen und eine Aussage machen würde, die nicht als “schwammig” zu bezeichnen ist.
Hans Mustermann:
Stimmt. Und selbst, wenn hier ein Nick “R. Aeppli” auftaucht, wir können ja nicht sicher sein, wer das nun wirklich ist.
“Kann’s ja verstehen, R1 ist kurz vor dem Absprung,….”
Schade, kaum “gewöhnt” man sich an das abartige Gedankengut gibt es einen Wechsel.
Gääääääääääääääähn!
Und mit so einem Beitrag verdient man als Journalist seine Brötchen.
Nein, Eni
Mit so einem Beitrag wird man als SP-Politikantin beim nächsten mal wiedergewählt.
Nein – ich glaube mit solchen Nicht-Aussagen wird es jede Politiker/in schwer haben, wiedergewählt zu werden. Irgendwann muss man auch mal Farbe bekennen!
@sportpapi
Immerhin hatte die Aeppli ja genug stimmen für die Wiederwahl.
Meine Meinung: Wer nicht grundsätzlich immer lügt, macht keine politische Karriere.
Und anders gesagt: Moorhuhn wird sicher nicht Bundesrat.
@Sybille Moorhuhn: Ja, die bösen Politiker… Wir haben die Leute, die wir verdienen. Wer ehrlich dringende Massnahmen anstösst, wird ja auch in der Regel nicht wiedergewählt. Dennoch hat alles seine Grenzen. Von einer engagierten Bildungspolitikerin darf man erwarten, dass sie sich Problemen auch mal stellt, auch wenn sie keine Antwort hat.
Na, bei solchen wischi-waschi- Politikern/innen. bin ich froh nicht im KT Zürich zu wohnen. Da sagt man besser nichts als so seichtes Gefasel.
Jaja, so ist es gut. Zuerst unter dem Mantel der Integration die Kleinklassen etc streichen und dann in den grösseren Klassen von den Lehrern noch mehr Einsatz für den einzelnen Schüler verlangen. Typisch Politiker. Aber so kommt es eben wenn der “homo oeconomicus” die Ziele vorgibt. Ohne Matur und Studium schon ein Versager und aus Kariereleiternn die noch vor ein paar Jahren mit einer Lehre begannen ausgeschlossen. Und wichtig ist und bleiben die Quartalszahlen. Nun auch in Bund und Kanton.
Sparen um jeden Preis und immer auf dem Buckel derer die es eh schon nicht leicht haben. Hauptsache wir haben ein paar Millionäre mehr jedes Jahr
Ach, Hans Mustermann, das wissen wir doch alle: Zunächst lobt man sich selbst über den grünen Klee, streicht heraus, was für Patrioten man doch ist, indem man an Jodler- Schwing und älperfesten die Klappe aufreisst, wenn es aber darum geht, eben diesem Vaterland zu dienen, statt den Partikularinteressen der eigenen wohlbestallten Klientel, so wird unter dem Mäntelchen des Sparen eben dieses Vaterland zu Tode gehungert.
Mich wuerde interessierten, welche Berufe die Kommentatoren ausueben.
Und… was euch wirklich dermassen in Rage bringt.
@Scourceress
Aha, wieder so ein sozial-progressives Emanzenweib, dem die offen sichtbare Motivation nicht genügt, sondern das die Motivation hinterfragen muss, damit sie die prononcierten Meinung abwerten kann.
Sie wechseln die Kommunikationsebene und können vom Problem ablenken, nämlich, dass die Kinder in den Schulen nicht mehr ordentlich lesen, schreiben, rechnen lernen. Die Forderung nach diesem Mindeststandard genügt als Motivation.
Er kanns nicht lassen, richtig pathologisch, sein Beschimpfungswahn. Demontiert sich laufend selber, weil er jedes Argument in einer Beschimpfungstirade enden lässt. Mal sehen, wie lange die R. zuguckt.
Stimmt egal was die Kommentatoren arbeiten das Hauptproblem bleibt, da nützt auch schönreden und ausweichen nichts.
@Mohrhuhn: Ich bitte Sie, Ihrer Meinung nicht jedes Mal eine Beschimpfung vorauszuschicken.
Das Wort ‘Euch’ ist falsch. Es handelt sich um eine Person plus etwa zwei ferngesteuerte Vasallen. Eine richtige Pfadfinder-Übung gegen einen imaginären Feind. So grotesk wie der Don Quixote.
Pathologisch ist wahrscheinlich korrekt, weil hinter all dem Verletzung und Hass steht.
@Moorhuhn das sehe ich ganz genau auch so. Reduktion aufs Wesentliche. Nebelpetarden der halbstudierten -ologen und -ogen aussen vor lassen und die Lehrer wieder Lehrpersönlichkeiten und Autoritäten sein lassen.
Rolf Schumacher
Danke.
Ich nehme an, das war von wegen die Schulen sollen gefälligst dafür sorgen, dass die Kinder ende neunte Klasse ordentlich lesen, schreiben, rechnen und hauswirtschaften können
Jawohl
Die Schule ist halt ein Endlosthema und der gordische Knoten schwer zu lösen. Man investiert zu wenig in die Bildung, und zwar auf allen Stufen, und jeder schiebt die Schuld dem nächsten in die Schuhe. Es gibt deshalb wohl wirklich nur eins: die PolitikerInnen müssen sich stark machen für Investitionen in die Bildung, die Jugend und somit die Zukunft. Ein Blick nach Frankreich wäre nicht wirklich schädlich…
Ich bin derzeit ein wenig schlecht zu sprechen auf die Placebo Antworten von politischer Seite, weil ich sie auch in andern Belangen dauernd serviert erhalte. Frau Aeppli möge mich entschuldigen.
@Cara Mia
Sie arbeiten angeblich in einer Kaderposition in der Privatwirtschaft. So zumindest habe ich frühere Einwürfe von Ihnen verstanden.
Wenn Sie noch einmal durchlesen, was Sie da schreiben und das mit Ihrer Firma vergleichen:
Wollen Sie mir im Ernst die Behauptung andrehen, in Ihrer Firma werde der Erfolg am Aufwand gemessen?
Die Schulkinder haben nämlich maximal 35 Stunden pro Woche den Kopf frei für Schule. Die Frage ist, ob man Ihnen diese Zeit mit Selbsterfahrungspädagogik, mit Psychospielchen und politischer Propaganda vertrödelt oder ob man ihnen ordentliches Lesen, Schreiben, Rechnen beibringt.
Die einzige notwendige Investition wäre höchstens die Weiterbildung von Lehrern, die an den pädagogischen Hochschulen all diesen Psycho-Shit gelernt haben, der in der Schulpraxis untauglich ist.
Ohne Aufwand kein Erfolg, selbstverständlich. Egal wo. Ich muss investieren, wenn ich Resultate sehen will. Und wenn der Aufwand grösser ist, als der Erfolg, stimmt das auch wieder nicht.
Bloss ist die Bildung eine langzeitige Investition und man sieht den Erfolg nicht vor den nächsten Wahlen, weshalb die Politiker sich ungern für Investitionen in die Bildung einspannen lassen.
Ich rede auch nicht von Beschäftigungstherapien wie die, die Sie da erwähnen. Wir müssen die Jugend ernsthaft trainieren in allen Belangen, die sie im Erwachsenenleben benötigen und gemäss ihren Talenten. Dazu gehört Erziehung und Wissensvermittlung in allen Bereichen.
Mit dieser extremen Mischungen an Kindern, die ein Lehrer heute vor sich hat, kann nicht mehr sinnvoll unterrichtet werden, wenn 25 Kinder in einem Raum sitzen. Die Klassen müssen kleiner werden, der Unterricht muss später beginnen (nicht um halb acht, da schlafen die noch, das ist längst bewiesen), es müssen regelmässige Stundenpläne her, nicht mal zwei Stunden an einem Tag und am nächsten acht. Es müssen Mittagstische her, und die Kinder müssen früher eingeschult werden. Ende der Diskussionen.
@Cara Mia: Wir müssen uns entscheiden, wie viel wir in die Bildung investieren möchten. Im Moment wird das – zu Recht! – immer mehr, ohne dass offenbar die Schule besser wird. Im zweiten Schritt müssen wir uns dann überlegen, wo wir am sinnvollsten das Geld investieren. In neue Schulmodelle? Integration? Pädagogische Konzepte? Jahrgangsübergreifende Klassen, Basis- oder Grundstufen? Lehrerbildung? Oder einfach kleinere Klassen?
Meiner Meinung nach gehören regelmässige Stundenpläne, Mittagstische, frühere Einschulung,, usw. nicht zum Kernauftrag der Schulen, sondern erleichtern – zu recht – das Leben der Eltern. Hier ist ein Kompromiss zwischen den verschiedenen Wünschen zu finden. Persönlich habe ich zum Beispiel die 6-Tagewoche und den damit verbundenen zusätzlichen freien Nachmittag geschätzt, ich hätte auch die mit den Bliockzeiten verbundenen zusätzlichen Betreuungsstunden nicht gebraucht, da ich auch mal ein paar Stunden ohne Eltern zuhause habe verbringen können.
Lustig. SP-FRAU die ihre Kinder in eine Privatschule schickt, dass deren Weg ins Gymi nicht von “Bildungsfremden Schichten”gestört wird.
Frau Aeppli wollen sie mich veraeppeln? Reden hier von Volksschule und wie sie dafür kämpfen aber im Hintergrund wollen sie das beste für ihre Kinder und schicken sie in die Privatschule. Wie zum Teufel geht das auf????? Heuchelei nix anders.
Zitat Frau Äppli : “Es wird die Volksschule in hundert Jahren nur dann noch geben, wenn wir ihr Sorge tragen.” und schickt die Kinder in Privatschulen.
das mit der privatschulde finde ich auch etwas merkwürdig (wenn es auch verständlich ist; den beschimpfungen schliesse ich mich nicht an)
Die “Beschimpfungen” sind ja noch Human und auch nicht beleidigend. Ist strikt meine Meinung und wenn die Dame was zu sagen hätte würde sie sich hier auf dem Blog ein bisschen aktiver beteiligen. Aber hauptsache gute PR in eigener Sache, doch wenn man zwischen den Zeilen liest sieht man das nicht alles Gold ist das glänzt.
Ich würde der Frau Äppli diese Frage gerne persönlich stellen. Das Frau Sylvia Blocher lieber eine Schule nur für Schweizer hätte, ist ja klar, aber von der ist ja nicht die Rede Heute. Aber das eine SP-Frau die für die Volksschule eintreten sollte, bei dem Eigenen Nachwuchs Unterschiede macht, zeigt die schizophrenie heutiger Politik.
Wie soll man dann noch ernsthaft Wählen gehen?
Also ich kann mir sehr gut vorstellen, welche zwei Jahre genau der Sohn von Frau Aeppli in einer Privatschule verbracht hat: Das letzte Sek-Jahr war auf jeden Fall bestimmt dabei! Ohne die Private hätte er wahrscheinlich die Sek nicht bestanden: Hm, kommt mir irgendwie bekannt vor…
Ja das ist doch paradox? Sie ist sich bewusst das die öffentliche Schule ihren Kindern keine genügende Schuldbindung bieten kann, aber redet hier von wegen alles ist in Ordnung und wir versuchen unser Bestes.
Durch die Blume hat sie das Problem genannt aber das Kind nicht beim Namen!. Ganz klar ist es schwierig sich alls einzig deutschrpechender unter vielen Eindwanderkinder zurechtzufinden. Doch dies ist die Realität die sich im täglichen Leben widerspiegelt und nicht wegzusperren ist, sowies gern eine Frau Blocher hätte. Wie auch viele Secondos nicht Bildungsfern sind sondern eher sprachliche Barrieren überwinden müssen, soll es auch deutschprechenden Kindern ergehen, dies kann auch für die ganze Gemeinschaft in dem Land eine Chance sein.
Umso mehr Unterschiede gemacht werden, umse mehr klafft eine Lücke zwischen der Bevölkerung.
Wir sind alle Gleich, doch manche sind wohl gleicher……
In Bayern hatte man vor wenigen Jahren eine ähnliche “Scheinheilige” wie Frau Äppli. Monika Hohlmeier, als Kultusministerin zuständig für die Staatlichen Schulen und Tochter von Franz Josef Strauss, hatte ihre Kinder alle auf der Waldorfschule, da sie denen das staatliche Schulsystem nicht zumuten wollte.
Ich frage mich regelmässig, was es bedarf, bis Menschen aufwachen (und sich nicht alles bieten lassen).
Alle, die sich hier über mangelnde journalistische Qualität auslassen, haben bestimmt zwei abonnierte Qualitätszeitungen zu Hause und helfen so mit, hochstehenden Journalismus zu finanzieren… Oder irre ich mich? Wer glaubt, mit Blick am Abend und Tagi Online genügend informiert zu sein, muss sich nicht wundern, wenn die öffentliche Meinungsbidlung zunehmend von Spin Doctors bestimmt wird…
3! und diverse Zeitschriften…
die sache mit den junglehrer ist die antwort auf das “problemfeld” schule.
wer eine gute schule will, braucht gute lehrer. diese brauchen eine gute ausbildung und wertschätzung sowie achtung der eltern, die ihre hausaufgaben (mindestmass an erziehung für einen geregelten unterricht) zu machen haben. inhaltlich müssen weltanschauliche wünsche aussenvor bleiben. grundfertigkeiten sind massgebend in unserem schulsystem. danach kommen dann ja die vertiefungen und spezialisierungen in diversen branchen/industrien.
alles andere ist symptombekämpfungsaktivismus.
Also Frau Äppli. Da bin ich aber doch sehr entäuscht, über das. was Sie hier von sich geben. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Die europäischen Bildungseinrichtungen liegen am Boden, das Niveau der Schulabgänger (Jungen und Mädchen) ist in den letzten 20 Jahren nachweislich massiv gesunken (bestätigt Ihnen auch jeder erfahrene Hochschulprofessor), in den von Pisa gebeutelten Ländern (alle ausser den Skandinavischen, die ein ganz anderes Schulsystem haben), sucht man verzweifelt nach neuen Wegen, und Ihnen fällt nichts besseres ein, als die bestehenden Verhältnisse zu belobhudeln. Traurig.
Wo bleiben denn der pädagogische Ansatz und die Antworten auf die heutigen Lebensverhältnisse? Die altgriechische Jungsschule kann es doch nicht sein, oder!?