
Dieses Kind wird fürs Leben traumatisiert sein: Witzbild aus den Weiten des Webs.
Im Jahr 2005 bekannte die Schriftstellerin Ayelet Waldman in der «New York Times», dass sie keine gute Mutter ist. Dass es Dinge gebe, die sie mehr liebe als ihre vier Kinder. Zum Bespiel ihren Mann, der zwar kein Ding ist, aber der Punkt war klar. In den Leserbriefspalten und in den Niederungen der Blog-Kommentarstränge der Zeitung wurde Waldman beschimpft und mit Hohn und Spott übergossen. «Gute-Mütter-Terror» nennt Waldman diese Hetzjagd auf die sogenannten bösen Mütter, die nicht nur die Boulevardpresse betreibt, sondern auch die ganz normalen Mütter da draussen. Waldman fragte nach den soziopolitischen Grundlagen dieser modernen Fixierung auf mütterliches Versagen, welche enttäuschenderweise nicht vom bösen Patriarchat, sondern zumeist von Frauen und Müttern selbst ausgeht. Und weil sie ähnliche Mechanismen auch an sich selbst schon beobachtet hatte, setzte sie sich hin, dachte darüber nach und sammelte Material für ein ganzes Buch zusammen, das sie treffend mit «Böse Mütter» betitelte und das nun endlich auch auf Deutsch vorliegt.
«Böse Mütter» ist ein tolles Buch, glänzend geschrieben, schmerzhaft ehrlich, lustig, böse und wahr. Es erzählt die Geschichte von Ayelet Waldman, eine feministisch erzogene Anwältin, die nach ihrem ersten Kind die Karriere aufgibt, um Vollzeitmutter zu werden, die davon nicht ausgefüllt war, Schriftstellerin wurde und drei weitere Kinder kriegte. Eine solche Biografie berührt natürlich all die Themen, die auch den Mamablog umtreiben: Sie beschreibt, wie sie, die erfolgreiche Anwältin, beschloss, für ihre Kinder da sein zu wollen, um sich dann unausgefüllt und gelangweilt auf Spielplätzen und in Elterngruppen wiederzufinden, wo sie sich fragte, ob dies das Opfer wert war. Sie schreibt von der weiblichen Identitätssuche zwischen Beruf und Mutterschaft. Es ist das Dilemma der modernen Frau, für die Mutterschaft alleine gleichzeitig zu viel und nicht genug ist. Ds hat auch damit zu tun, dass das Ideal der Supermutter fest im Gehirn gerade gutgebildeter Frauen installiert ist, mit der Fetischisierung der Kinder in unserer Gesellschft und den Ansprüchen, denen man gar nie gerecht werden kann. Eine gute Mutter ist eine, die die Bedürfnisse ihrer Kinder über ihre eigenen stellt. Und wer das nicht tut, ist eine schlechte Mutter. Und wird von der Mütterpolizei gestellt.

Ayelet Waldman: Böse Mütter, Klett-Cotta, 183 Seiten.
Man fragt sich: Woher kommt das alles? Waldmann weiss darauf zwar auch keine Antwort, trotzdem wirft ihre Biografie ein interessantes Schlaglicht auf die Thematik. Waldmans Mutter nämlich war selber eine Feministin der ersten Stunde, die für das Recht auf Abtreibung eintrat und sich fortwährend selbst reflektierte. Nur leider heiratete sie den falschen Mann und musste deshalb ihre beruflichen Ambitionen zur Makulatur erklären. Aber die Tochter sollte es einmal besser haben, anders machen, glücklich sein. Sie sollte Kinder haben, klar, vor allem aber sollte sie ihre Unabhängigkeit wahren und zwar mit einem Mann, der bereit war, in diesem Kampf um Emanzipation den Fusssoldaten zu spielen. Und damit sind wir bei den Problemen. Denn erstens: kann man einen solchen Mann lieben? Und wie genau soll das gehen, Karriere zu machen und da eine Familie nahtlos einzufügen?
Es ist nicht unmöglich Aber es ist schwierig. Ein solcher Lebensentwurf muss immer aufs Neue verhandelt werden und er verlangt Opfer. Vor allem aber besteht immer die Möglichkeit zu versagen; zumindest, wenn man sich am Ideal der «guten Mutter» misst. Das ist es, worauf viele gebildete, ehrgeizige Frauen nicht vorbereitet sind. Und welche Lehren ziehen wir nun daraus? Welche Lehren geben wir unseren eigenen Töchtern mit, wenn es um die Frage geht, ob sie Kinder oder Karriere oder beides wollen? Vielleicht sagt es Waldman am besten selbst: Obwohl ich meinen Töchtern meine Erwartungen aufbürde, versuche ich ihnen gleichzeitig beizubringen, dass jedem Jongleur mal ein Ball runterfällt und dass Bälle das verkraften, egal, wie sehr die Mütterpolizei nörgeln mag. Man muss den Ball einfach aufheben und wieder in die Luft werfen.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Den wichtigsten Tip hat Ayelet Waldman vergessen zu geben: Was die “Mütterpolizei” meint, interessiert niemanden! Sind eh’ meistens Männer.
>”Waldman fragte nach den soziopolitischen Grundlagen dieser modernen Fixierung auf mütterliches Versagen, welche enttäuschenderweise nicht vom bösen Patriarchat, sondern zumeist von Frauen und Müttern selbst ausgeht.”
Die meisten Männer haben wohl eher den Hang dazu alles zu locker zu nehmen.
Auch schon mal miterlebt, wie heute Mütter eine Mutter “zurechtweisen”?
Nicht wirklich was schönes.
:-/
zur ausgangsfrage: ja sie sinds, denn – wie meine ‘gspürschmi – antrhoposophen – kinderärztin’ mal treffend meinte: gehts den eltern auf kosten des kindes nicht mehr gut – e.g. endloses stillen à la who, oder eben auch unzufrieden auf dem spielplatz rumsitzen und nervtötende gespräche belauschen müssen – dann ist das nicht zum wohl des kindes!
Unsere ‘gspürschmi – anthroposophen – kinderärztin’ meinte auch mal: “Sie sind die Eltern und das Kind hat Ihnen zu folgen. Nicht umgekehrt”.
Richtig. Aufopfernde Eltern, die ihre eigenen Bedürfnisse andauernd und massiv vernachlässigen, tun ihrem Nachwuchs nur auf den ersten Blick etwas Gutes. Ich glaube, Kinder wollen und brauchen einfach nur glückliche Eltern, sind für deren Glücklichwerdung aber nicht verantwortlich!
“Sind böse Mütter die besseren Mütter?”
Die Frage darf man auch “umdrehen”: Sind böse Väter die besseren Väter? Das wirft die Frage auf nach, was ist böse?
Wenn man/frau nur seinen/ihren eigenen Willen durchsetzen will ohne sich zu hinterfragen was gerecht ist und was den (un)fähigkeiten des Kindes entspricht, dann wird man eines Tages von seinem Kind etwas verlangen, dass es gar nicht kann oder als sehr ungerecht wahr nimmt. So gesehen sind böse Eltern schlechte Eltern.
Hingegen, wenn ein Kind gegen eine vernünftige, klare Regel verstossen hat, so ist es m.E. gut, wenn es bestraft wird mit dem Ziel es zur Einsicht zu bringen.
Das Dilemma ist, ein Kind braucht eine Vertrauensperson, an die es sich bei schlechtem Gewissen wenden kann ohne gleich eine Strafe zu fürchten. Früher war dies die Rolle der Mutter. Wie erziehen AE’s heute ihre Kinder?
tja… die früchte des feminimus! alles haben wollen und dann merken, dass frau nicht alles haben kann, bzw. dass frau sich entscheiden muss. (ich hab’ den helm auf… die kommentarprügel können kommen
)
und noch etwas aus dem kontext gerissenes: warum sind es immer die unausgefüllten die schreiben müssen?
Na denen brennt’s halt unter den Nägeln…
die haben zuviel zeit um nachzudenken und glauben dann das erdachte müsse alle interessieren.
kommt auf eine uralte definition von glück: ‘dumm sein und arbeit haben’
wieso ist das immer nur ein problem der frauen?die männer wollen ja auch kinder und karriere – auf kosten der frauen…?
Auf Kosten der Frauen, Claudia? Bislang können Männer noch keine Kinder gebären, nein.
Claudia hat recht, bisher haben ja immer die Frauen den Männern den Rücken freigehalten, damit die Herren der Schöpfung Karriere machen konnten.
Oder wo ist denn der Mann, der erfolgreich und ohne Hilfe einer Frau Kind und Karriere unter einen Hut gebracht hat?
Was ist unter “Rücken freigehalten” zu verstehen?
Emazipation haben wir solange nicht erreicht, als dass Männer keine Kinder gebären- und Frauen nicht stehend pinkeln können!
@StefanB
Oh vielen Dank für diese träfen Worte. Du hast sie mir aus dem Mund genommen.
@Widerspenstige
Kinder kriegen ist also der Kulmunationspunkt der Emanzipation….- Prost!
Ginola, erschreck mich nicht so mit diesem sonderbaren Wort in diesem Zusammenhang ‘Kulmunationspunkt’. Gemäss Wiki gibt es das eigentlich nur in der Astronomie oder es benennt auch ‘die höchste Spitze des Berges’ – wie kommst Du auf dieses Wort in diesem Zusamenhang übrigens?
Aber zurück zum Thema: Es scheint wirklich so zu sein, dass den Frauen das Kindergebären zur Falltüre in ihrer Karriereplanung wird – oder weniger hoch gegriffen – in ihrer vollen Entfaltung innerhalb der Arbeitswelt und der Vollendung ihrer Emanzipation. Einige haben es schon mehrmals erwähnt hier, dass u.a. die Industrialisierung innerhalb der letzten Jahrzehnte der partnerschaftlichen Pflege der Kinderbetreuung einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Flexiblität und Mobilität wurde von Seiten der Arbeitgeber zum Markenzeichen eines guten Arbeitnehmers. Dies muss geändert werden, sonst sind eigentlich solche Diskussionen auf die Dauer sinnlos da völlig am Grundübel vorbei. Je näher der Arbeitsplatz am Wohnort oder gar ‘home office’, desto eher ist dies realisierbar ohne Kinderkrippen etc. Ich habe dies selber so gemacht und es hat glaube ich allen Familienmitgliedern gut getan. Na dann Prost auf eine zukunftsträchtige Vision!
@Widerspenstige
Nun, die Menschen haben es selber in der Hand. Ändern sich die Menschen, so ändert sich die Gesellschaft. Und somit ändern sich auch gewisse Selbstverständlichkeiten: Es ist zum Beispiel heutzutage schwierig, für Männer in einer Kaderposition eine Teilzeitstelle zu finden. Dies wird vielleicht in einigen Jahren ganz anders auseehen. Und das ändert dann die Situation gewaltig und schafft Perspektiven.
Ich bin mir sicher, dass es genügend Männer gibt, die das durchaus machen würden.
@ginola ich bin dabei
Eine Frage, nur eine: Wieviele Menschen machen eigentlich wirklich Karriere, Männer und Frauen? Wenn man hier zum teil die Beiträge liest, könnte man meinen, mit jeder Mutter gehe eine hochbezahlte Topmanagerin und mit jedem vater der Teilzeit arbeitet, gehe ein schwerreicher Unternehmensgründer verloren…
Ich überzeichne mal wieder, wie immer, das Gebot der Kürze lässt mir keine Wahl: Abewr wollen alle hier nur noch eines, nämlich Karriere machen? Ob mit oder ohne Kinder: Wirklich Karriere machen prozentual nur die Allerwenigsten! Und der ganze Rest macht sie nicht- so what? Könnt Ihr nicht einfach einmal glücklich sein mit dem was Ihr habt?
Kulminationspunkt, auch Peripetie in der Dramaturgie.
Peri..um herum. lassen wird die Umschweife aus, sind wir bei…petie oder petting.
ein Vorgang, der selten dazu fuehrt, das ein Kind geboren wird, aber in der tat oft etwas mit “selber in der Hand haben” zu tun hat.
Peripetie ist auch der Beginn der Katharis (Dramaturgie).
Bei einer ballistischen Laufbahn (siehe Astronomie) auch der Beginn des Niederganges.
Fazit:
Emanzipation ist ein Drama sondergleichen mit viel Auf und Ab, wo so einiges auf den Boden faellt und anscheinend doch viel Spass machen kann. Meist leidet die Karriere. Denn der Chef tritt einem in den Hintern und der Hintern mitsamt der Karriere macht einen ballistischen Flug zum Fenster raus.
@alle
‘glücklich sein mit dem was Ihr habt’ ist eine buddhistische weisheit
Der Ansatz ist falsch. Es ist völlig uninteressant, ob man eine “gute” oder “schlechte” oder “böse” Mutter ist. Wichtig ist, wie man die Kinder erzieht damit die das Leben dereinst meistern können.
Die Mütter fokussieren sich viel zu sehr auf sich und ihren Leistungsausweis als Mutter. Das nimmt ihnen die natürliche Autorität, den gesunden Menschenverstand und setzt sie blödsinnig unter Druck. Drum brauchen sie “me-time” …
Der Erfolg oder MIsserfolg einer Erziehung zeigt sich ja erst, wenn das Kind keines mehr ist. Alles dazwischen sind nur Etappen, die sich verbessern oder verschlechtern können und kein Abschlusszeugnis. Also muss Mutter warten, bis das Kind die Dissertation abgeschlossen hat ohne auf der Liege des Psychiaters zu landen, bevor sie sich ihr Zeugnis ausstellen kann, und das dauert Jahrzehnte. Bis dann steht sie immer in der Kritik und nagt an ihren Selbstzweifeln bis zum Abwinken.
Also, aufhören damit. Muttersein ist kein Beruf, sondern ein Glücksfall. Man macht’s einfach, wie man’s schafft. Die Kinder tragen auch ihren Teil dazu bei, zudem der Vater, das weitere Umfeld, die Schule, wer auch immer. Wird schon schief gehen. Oooohhhm.
Mutter sein ist ein Glücksfall und viel, viel harte Arbeit.
Sie sagen: ” Also muss Mutter warten, bis das Kind die Dissertation abgeschlossen hat ohne auf der Liege des Psychiaters zu landen..”
Sie halten wohl nicht viel von Nicht-Akademikern und noch weniger von Psychiatern oder Psychiatrie-Patienten…
Der Erfolg und Misserfolg einer Erziehung zeigt sich jederzeit, in allen Phasen der Kindheit und des Erwachsenen-Seins. Meiner Meinung nach jedenfalls.
Ich rede ja nicht von mir oder Ihnen, sondern diesen Supermüttern. Da muss doch jedes Kind einen Uniabschluss haben, Chinesisch können und ein Solistendiplom in Klavier haben.
Für mich, die ich mich nicht als von Beruf Mutter sehe, gibt es gar keinen Erfolg oder Misserfolg, nur ein Zusammenleben und ein Helfen und Unterstützen. Was ist schon Erfolg, was Misserfolg. Für mich wichtig ist einzig die Beziehung zu meinen Kindern, und dass die gut ist und bleibt, Vertrauen da ist. Ich rede von meiner Beziehung mit dem Vater der Kinder ja auch nicht von Erfolg oder Misserfolg, mal geht es besser, mal schlechter, mal richtig gut. Beziehungen sind ein Prozess, Erziehung auch. Amen.
Agreed. Amen.
Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass man angesichts des bevorstehenden “Eidgenössischen” etwas vorsichtig sein sollte mit Begriffen wie “böse”. Dort sind die “Bösen” die Guten.
Und links ist das neue Rechts und oben das neue Unten und sowieso ist alles durcheinander in dieser postmodernen Welt…
Nun, dieser Beitrag hat sozusagen nichts mit dem Blog zu tun sondern bezieht sich auf einen Begriff in der Schwingerwelt und hat überhaupt nichts mit Postmoderne sondern mit Tradition zu tun.
@ Melanie
Und ich dachte es wäre eine Anspielung auf Gutmensch – was ja eine Beleidigung sein soll.
Meiner Meinung nach ist der Begriff “böse Mütter” irreführend und riecht stark nach Aufmerksamkeits-Heischen.
Böse Mütter gibt es in allen Variationen: Als Hausfrauen, als Karrierefrauen, als Teilzeitmamas. Böse Mütter stellen sich und ihre Bedürfnisse IMMER in der Vordergrund und lassen es an Empathie mangeln. Sie lassen ihre Kinder leiden und tun nichts dagegen. Sie haben eine sadistische Ader.
Wer aber seine Kinder liebt und das Beste für sie will, ist keine böse Mutter. Egal, ob sie Schriftstellerin, Anwältin, Migros-Kassiererin oder einmal pro Woche Yogalehrerin für Schwangere ist.
Ich finde es alarmierend, dass Frauen mit dem Begriff “böse Mutter” hausieren gehen, denn es verschleiert die Tatsache, dass es wirklich böse Mütter gibt, deren Kinder die Gesellschaft schützen muss!
Das ist genau so!
Ich versteh nicht, wie ein Mensch stolz drauf sein kann, sozial inkompatibel zu sein.
das seh ich ähnlich.
jemandem fehlende perfektion vorzuwerfen ist daneben (wenn man nicht selber perfekt ist. und sowieso: was wäre das?). aber vorsätzliche unzulänglichkeit quasi zum ideal zu erheben (”ich bin böse”) ist auch keine gute idee – und wenn es nur plakativer protest ist. man sollte schon hochhalten was wirklich wichtig ist, finde ich, und das ist ganz banal: dass man sich recht bemüht und dass das kind alles in allem das bekommt, was es braucht.
In all ihren Büchern seit “Das Drama des begabten des begabten Kindes”hat Alice Miller zu zeigen versucht , dass die an Kindern ausgeübte Gewalt irgendwann auf die Gesellschaft zurückschlägt. Die neuesten Entdeckungen über die Entwicklung des menschlichen Gehirns haben ihre analythischen Arbeiten inzwischen nicht nur vollauf bestätigt, sondern sie auch sie auch zum Weiterdenken angeregt. Die Erkenntnis, dass unser Körper ein vollständiges Gedächtnis unserer sämtlichen Kindheits unserer sämtlichen Kindheitserfahrungen enthält, die unser Bewusstsein allerdings leugnet, half ihr, die Dynamik der emotionalen Blindheit zu verstehen und ihre heutigen Vorstellungen über Psychotherapie in “Evas Erwachen” in einfacher, zugänglicher Form zu erklären.
Ich habe einige Gruppenthearpien hinter mir als Laiin. Die Aussage des Gruppenleiters ist noch präsent – das ist auch einer der sagt, dass ihm die Ohrfeigen gut getan haben – . Es gibt keine bösen Kinder, ich habe viel von meinen Kindern gelernt, es gibt viele böse Mütter das ist Fakt.
Sowas habe ich leider auch schon mal miterlebt: Ein Kind bekam als Strafe ein paar Schläge auf den Hosenboden und es hat diese mit Zufriedenheit hin genommen, da es sich vorher selbst völlig daneben benahm.
:-/
Der Artikel bestätigt wieder einmal, dass die grössten Kritiker der Frauen nicht die Männer sind, sondern sich die Frauen zumeist selbst gegenseitig im Weg stehen, denn die “Mütterpolizei” ist die Gemeinschaft der Mütter, die diese Regeln aufstellen, was denn nun eine “gute Mutter” zu sein hat.
Aber wie so oft im Leben: Alle Regeln stets zu befolgen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb kann zwar mal ein Ball dem Jongleur aus den Händen rutschen, aber was macht das schon? Aufheben und weitermachen! Denn auch die “Supermütter”, die sich den Mund fusselig schwatzen, was denn Mama A und Mutter B nun schon wieder falsch gemacht haben, sind beileibe nicht so perfekt, wie sie vorgeben. Sie sind nur Meisterinnen im Vertuschen!
Das sind Frauen: Meisterinnen des Kaschierens.
Nein. Euer Problem ist ganz einfach: Lebensstilfaschismus, beziehungsweise jede(r) meint er/sie müsse über die Art und Weise des Lebens anderer Leute ein Urteil haben. Dann weiter das Urteil nicht für sich behalten, sondern dem Opfer sozusagen noch unter die Nase rümfpen zu müssen. oder was noch häufiger geschieht, hinter dem Rücken über Umwege zukommen zu lassen.
Männer kaschieren nicht. Richtige Feministinnen würden da sagen, dazu seien Männer zu dumm.
Ich sage die Lügen einfach und meinen trotzdem sie hätten recht.
so. Jtetz hab ich auch noch auf die Klischee-Pauke gehauen.
“Dann weiter das Urteil nicht für sich behalten, sondern dem Opfer sozusagen noch unter die Nase rümfpen zu müssen.”
Wie im Beispiel des Barmherzigen Samariters: Irgend wann ist das Opfer zu schwach um sich selbst helfen zu können. Ist es heut verpönt anderen zu helfen, damit sie eines Tages sich selbst helfen können?
Was genau ist denn die Definition einer bösen Mutter in diesem Blog-Beitrag? Wenn dies Frauen sind die ihr Leben nicht für die Kinder augeben möchten finde ich diesen Begriff zu hart.
Ich stimme jedoch zu, dass es meistens Frauen sind die Frauen kritisieren. Das ganze Leben lang jedoch, nicht nur in Bezug auf die Mutterschaft. Die Konkurrenz zwischen den Frauen ist meines Erachtens immer vorhanden, auch wenn es nur darum geht, dass eine die gleichen Schuhe hat oder die schönere Haarfarbe…
Vielleicht müssen sich diese kritisierenden Frauen über ihre Kinder definieren weil sie sonst nicht ausgefüllt sind? Bzw. dies nicht waren als sie noch keine Kinder hatten.
Es gibt in den USA die so genannte “Böse Mütter”-Bewegung, Frauen, die diesen negativen Begriff für sich besetzen, um sich gegen die allgemeine Hysterie um Mutterschaft zu stellen. Ich habe den Begriff gewählt, weil das Buch so heisst. Ich denke allerdings, dass die “Mütterpolizei” bei uns etwas schwächer vertreten ist und weniger offensiv vorgeht. Die wirklich interessante Frage bleibt aber meines Erachtens: Was wollen wir unseren Töchtern bezüglich der Frage “Kind oder Karriere” eigentlich mitgeben?
wir sollten ehrlich sein mit unseren töchtern. d.h. eingestehen, dass frauen eben doch benachteiligt sind, weil wir nicht dieselbe karriere hinlegen können wie männer (geburt, stillen, betreuung usw. in eine zeit fallen, in welcher für die meisten berufe die grössten karrieresprünge gemacht werden).
Ich stehe selber gerade vor dieser Frage – soll heissen mir steht jeder Weg noch offen. Aber ehrlichgesagt keine Ahnung wie denn das nach dem Studium aussehen wird, Zuerst bräuchte es dann auch noch den passenden Mann um Kinder zu kriegen.
Einen Ratschlag von meiner Mutter habe ich in dieser Richtung aber nie gekriegt, bis vor kurzem konnte ich mir selbst nie Kinder vorstellen.
Ich kann mir aber, wenn ich mir meine Zukunft vorstelle, nicht denken dass ich nur zuhause sitzen möchte. Sonst müsste ich ja gar nie studieren gehen. Was dann aber die Karriere angeht, kann man auch nie im Voraus sagen wie es kommen wird, ist wie vieles im Leben Glückssache. Und dann frage ich mich sowieso oft wie viele Menschen (auch Männer) glücklich sind mit ihrem Job. Super Interview gestern im Tagi, Zitat daraus: Beziehen wir Lohn oder Schmerzensgeld?
Darum beantworte ich mir selbst die Frage ob Kind oder Karriere: dasjenige das mich hoffentlich glücklicher macht.
“Was wollen wir unseren Töchtern bezüglich der Frage “Kind oder Karriere” eigentlich mitgeben?”
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
@ lara
Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass man sich auch auf den Standpunkt stellen könnte, dass das Leben einer Frau heutzutage Optionen bereithält, die sich hinter denen eines Mannes überhaupt nicht zu verstecken brauchen – ganz im Gegenteil.
@ lara
ist es denn so wichtig, Karriere zu machen? Ungleichheit besteht sowie überall im Leben, jemand aus der untersten Schulstufe kann auch nie die gleiche Karriere machen wie jemand mit einem MBA.
Interessant wäre es mal zu wissen, ob sich z.Bsp. Kassiererinnen die gleichen Fragen stellen wie diejenigen mit einem Bürojob? Oder ist das berufsunabhängig?
Vielleicht gibt es auch Berufe in denen die Frauen denken: endlich ein Kind, ein paar Monate nicht arbeiten?
@ lara… wer so denkt sollte das kinderkriegen sein lassen und karriere machen. darin sehe ich auch gleich die message an unsere töchter (UND söhne): familien- und karrierenplanung gehören zusammen und sind frühzeitig anzugehen! und ja… ich bin ein mann. d.h. ich mag keine halben sachen.
1) Dieses Thema sollte erweitert werden. Es geht auch um Väter: Inwieweit funktioniert das Konzept “Familie und Karriere” für normale Leute, Superhelden mal ausgeschlossen? Es geht nicht nur um Kinder, sondern um Familie, um ein möglichtst gesundes Umfeld in dem sich alle (Kinder UND Erwachsene) positiv entwickeln können. Familie braucht viel Investition an Zeit und Energie. (Vielleicht sollte das Zölibat für Karrieristen eingeführt werden
)
2) Zu oft sehe ich, dass das Umfeld (Besserwisser/”Mütterpolizei”) erwartet, dass einem Kind alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt und alle schlechten Gefühle beseitigt werden sollen. Damit werden Kinder aber auch unselbstständig gemacht und abhängig gehalten. Ich glaube nicht, dass das für eine Persönlichkeitsentwicklung zuträglich ist. (Gilt auch für Erwachsene).
@ mira… ja, aber der weg ist steinig
@ melanie meier, die karriere ist nicht das a und o. wer aber 5-8 jahre (je nach studium) an der uni war, sollte sein wissen auch anwenden. vielleicht ist karriere das falsche wort. ein job, der ausbildung und fähigkeiten der person berücksichtigt, sollte das ziel sein.
@ samuel, wollen sie in einer gesellschaft leben, in welcher keine führungsperson kinder hat? wir brauchen die spezialisten (siehe einwanderung aus deutschland, uk und us). wieso bilden wir diese selbst aus und lassen sie dann zuhause oder in einem tieferem gebiet teilzeit arbeiten?
@lara
Nicht zwingenderweise. Wer von zu weichen Matratzen Rückenweh kriegt, bevorzugt ein härteres Bett…
Ich komme aus einem emanzipierten, bzw. gleichgestellten Haushalt. Diese Frage stellte sich nicht und hätte ich sie gestellt, meine Mutter wäre völlig perplex gewesen. Jedoch merke ich an mir, dass ich mich von der Mütterpolizei beeinflussen lasse. Ständig versuche ich mich für meinen Weg zu rechtfertigen. Was ich vorgelebt bekam, lebe ich auch aber ich merke, dass es weder selbstverständlich noch allgemein akzeptiert ist.
Ich lebe seit zwei Jahren in einer sehr konservativ geprägten Region in Deutschland, beide Kinder sind die jüngsten je (!) KiTa-Kinder in der städtischen KiTa. Viellecht liege ich falsch, aber in Züri wäre dies weniger ein Thema als hier?
Im Übrigen finde ich die Frage an die Söhne nicht minder wichtig. Sie sollen wissen, dass sich die Frage: Kind und Karriere auch an sie richtet. Und indem ich dies vorlebe, hoffe ich, ein gutes Vorbild zu sein.
@Lara
Das hat doch nichts mit ehrlich oder unehrlich zu tun. Es muss möglich sein, dass auch Frauen mit Kindern Karriere machen kann. DieZutaten wären: Verzichten lernen, einen Mann haben, ein klein wenig Zeit (damit sich die Gesellschaft und mit ihr die Wirtschaft anpassen kann). Et voilà
Die Frage hat sich mir nie gestellt, weil für mich befriedigende Berufsarbeit und Muttersein keine Gegensätze sind. Man ist als Mutter einfach Vorbild und meine Töchter sehen es ganz offensichtlich gleich: sie studieren oder wollen studieren und natürlich auch Kinder haben.
Einer jungen Frau sollte man sagen, dass sie sich erst mal auf den Beruf konzentrieren und dafür sorgen soll, dass sie sich selber durchbringen kann. Beruflich mit angezogenen Bremsen zu fahren, weil man eventuell Kinder möchte, ist viel zu gefährlich, denn wer kann schon sagen, dass es dann auch klappt, mit Mann und Kindern. Und wenn, ob die Ehe dann auch hält.
Zudem war mir immer wichtig, dass ich mir auch einen Mann “leisten” kann, der nicht ein Grösus ist, weil ich mir meine Ansprüche selber erfüllen kann. Ist doch nichts erniedrigender, als wenn man einen Mann nach seinem Kontostand aussuchen muss, weil man selber nicht in der erwünschten Art für sich sorgen kann.
@Melanie Meier: Folgerung für Dich also: mach vorwärts im Beruf, alles andere kommt dann von alleine. Wer da sitzt und den Familienwunsch auf der Stirne geschrieben hat verschreckt nur die Männer. Und irgendwann ist der Zug dann abgefahren, wenn ncht gar beide: berufliche Karriere UND Familie.
@ cara mia.
genau so ist es gut auf den Punkt gebracht. Ich möchte immer in der Lage sein, die Familie alleine unterhalten zu können etc.
Ich denke das Problem ist, dass die Gesellschaft das Thema Kinder voll und ganz an die Mütter abegeben hat. Das war früher nie so, weder bei den Jäger und Sammlern, dort hat sich die ganze Sippe gekümmert, noch bis vor wenigen Generationen bei den Bauern oder Handwerkern. Da gab es eine Gemeinschaft, die die Kinder integriert hat. Keine Bauersfrau, keine Handwerkersfrau… hätte es sich leisten können, sich nur noch auf die Kinder zu konzentrieren, sie war im “Produktionsalltag” integriert. Diese gesellschaftliche Isolation der Mütter in unserer Zeit ist ein völlig neues Phänomen und in keinster Weise natürlich. Die ganze Debatte geht an der eigentlichen Frage vorbei, nämlich wie es dazu kommen konnte, dass sich außer den Müttern niemand mehr zuständig fühlen braucht für die “Pflege und Hege” der Kinder. Im Übrigen sei das Buch empfohlen von Hans Joachim Maaz “Der Lilith Komplex – die dunkle Seite der Mütterlichkeit”.
Das stimmt! Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die Kinder aus genau den genannten Gründen zumeist von den Grossmüttern erzogen. Kommt noch hinzu, dass früher die Trennung Arbeitsort – Wohnort nicht vorhanden war: man arbeitete dort, wo man auch wohnte, und umgekehrt; also in kaum 10 Minuten Gehdistanz im Maximum.
Ich unterschreibe jetzt einfach mal hier. Mütter, in Isolationshaft in einer 3-Zimmer-Wohnung, als Begleitung nur ein Säugling oder auch mehrere, ist keine artgerechte Haltung. Wie bei anderen Tieren in Isolation müssen da mit der Zeit allerlei neurotische und psychotische Verhaltensweisen entwickeln, anders geht es gar nicht. Da hilft das Internet auch nur bedingt
Ich wäre mit Garantie depressiv geworden, das hätte ich niemals ausgehalten.
Sehr interessantes Gespräch mit Ayelet Waldman auf National Public Radio anlässlich der Publikation von Bad Mother
http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=103794433
Zur Frage: “Was wollen wir unseren Töchtern bezüglich der Frage “Kind oder Karriere” eigentlich mitgeben?”
Hat Michèle Binswanger eigentlich auch schon eine Antwort gegeben: “Sie sollte Kinder haben (…) und zwar mit einem Mann, der bereit war, in diesem Kampf um Emanzipation den Fusssoldaten zu spielen. (…) kann man einen solchen Mann lieben?”
Das ist doch eingentlich das Problem. Entspricht ein “Fusssoldat” der Emanzipation effektiv dem Wunschpartner der Mehrheit der Frauen. Wie wird die Tochter wirklich beeinflusst? Durch die Ratschläge, Weissheiten, etc. oder doch eher durch die effektiven Handlungen der Mutter? Was soll die Tochter denken, wenn sowohl die Mutter als auch die Grossmutter sich für die Rechte der Frau einsetzen und als Verfechterinnen des Feminismus gelten, aber beide zur Hausfrau mutierten als sie Mutter wurden? Ich gehe jede Wette ein, dass die Tochter eine akademische Ausbildung abschliessen wird, eine gute Karriere beginnt und im entscheidenden Augenblick den Traumman, ein Macho alter Schule kennen lernt, diesen heiratet, Kinder kriegt und die Karriere zu Gunsten der Kinder abbricht.
das ist doch genau was die emanzipation erreichen wollte: ‘können aber nicht müssen’
nicht selten scheint emanzipation mit unterdrückung statt mit gleichstellung übersetzt zu werden.
Das geht doch glatt in das von Thomas Freudenthalers Buch beschriebene Thema “Mutter-Futter” hinein. Dieses Buch zu lesen hat mir die Augen geöffnet. Kann eine moderne Frau auch die Dualität einer modernen Mutter verkörpern wenn sie gewisse Gewissenbisse aussen vorlässt und somit verhindert, dass Unnahbares ihrer Kinder in der verzweifelten Selbstanalyse endet?
Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass Sie Ihre Frage noch einmal so formulieren sollten, dass alle, die das Buch nicht gelesen haben, sie auch verstehen könnten. Das würde die Chancen auf eine brauchbare Antwort ziemlich erhöhen.
Wer will schon brauchbare Antworten? Ich jedenfalls nicht.
Kunstück, bei der Fragestellung.
- Schluss mit Kinderpipipapapupufetisch- Kinder sind nämlich viel selbstständiger als man glaubt,
- Schluss mit Mütterpolizei (niemand braucht eine moralische Instanz, die ständig rumschleicht),
- Schluss mit dem Homo oeconomicus, der 25 Stunden an 366 Tagen im Jahr für’s Geschäft da sein muss
- Schluss mit Hausfrau schlecht, Businessfrau gut-Vorurteilen,
- Schluss mit Haushalt nix, Business is everything,
- Schluss mit “was wohl die anderen denken..?” Ist doch gut, dass sie überhaupt denken, oder? Also lässt man sie denken.
Und Frau wäre dem Ziel schon erheblich näher.
Da schliesse ich mich an. Wobei hinzuzufügen wäre, dass diese Punkte Extreme sind, welche selten in ihrer Reinform anzutreffen sind.
Ach so… sie hat nur die Frauen gemeint, die zuhause noch den Master nachholen (MBA).
Na dann ist ja alles in Butter
- schluss mit dem vorurteil hausfrau = bessere mutter, berufstätig = schlechte mutter
“- Schluss mit Hausfrau schlecht, Businessfrau gut-Vorurteilen,”
naja, bei der von Michèle angesprochenen “Mütterpolizei” finden sich überproportional viele Akademikerinnen oder sonst gut Gebildete Spätdreissigerinnen, die sich nun dem Hausfrauendasein widmen und darin geistig völlig unterfordert sind und deshalb auf alles einhacken, was sich noch bewegt.
hehe, wo Du Recht hast…
Ja, Kathrin, das hat was. Ich habe sowieso manchmal das Gefühl, als ob AkademikerInnen langsam zum gesellschaftlichen Sonderfall werden…
Marcel, sie hat von Akademikerinnen gesprochen, die dann Zuhause sitzen und ihren Master mit den Kids machen, nicht von denen, die weiterarbeiten.
Etwas daneben finde ich dass die Gesellschaft nach wie vor oft so über althergebrachte CLICHES definiert wird, andererseits wird dieser paranoide Schönheitswahn aus dem Traumland Amerika kopiert, hier im Kleinbasel schiessen Coiffeurläden wie Pilze aus dem Boden, Haarverlängerungen etc. etc. etc. Ich kleide mich nicht nach Mode, brauch kein Piercing und kein Tatoo, Quantensprung – es gibt Menschen, die sich entschlossen haben aus was für Gründen auch immer keine Kinder auf die Welt zu stellen – hat nicht immer mit Karrieregeilheit zu tun – ich geniesse mein Single-Dasein in vollen Zügen – endlich kann ich machen was ICH will –
Erwachsene können wählen- Kinder nicht. Kinder sind auf Gedeih und Verderb ihren Eltern ausgeliefert. Keine Verantwortung ist grösser, als die elterliche Verantwortung. Deshalb sind hohe Ansprüche an Eltern mehr als gerechtfertigt. In der westlichen Welt ist niemand gezwungen Kinder zu haben- wer es als Opfer empfindet auf den Spielplatz zu gehen, der soll sich gegen eigene Kinder entscheiden.
Den Kindern ist sehr viel mehr gedient mit einem lebendigen Umfeld und vielen Kontaktmöglichkeiten, als einer Mutter, die ihre Aufgaben tierisch ernst nimmt, denn die Gefahr einer Überforderung einer solchen Mutter ist sehr gross.
Aber selbstverständlich müssen die Kinder gefördert, gefordert, geliebt und betreut werden. Es ist jedoch einfach verrückt, was daraus heute für ein Leistungskatalog gemacht wird, der manche Mutter fast erdrückt. Gerade die Perfektionistinnen, die ihre Karriere für die Kinder aufgaben und diese nun managen. Der Druck geht auf die Kinder über und jegliche Natürlichkeit und Spontaneität geht verloren.
Ein Kind muss man nicht managen, sondern sich gemäss seinen eigenen Fähigkeiten entfalten lassen. Die Kinder holen sich schon, was sie brauchen.
Meine Mutter war/ist eine “gute” Mutter. Sie hat alles für mich und meinen Bruder aufgegeben (Heimat, Familie, Freunde, Karriere).
Ich wünschte mir, sie hätte es nicht getan. Denn Wir “Kinder” sind ihre ganze Freude und ihr ganzes Leben. Das macht es schwierig, ein eigenens Leben zu führen. Ich denke, dass eine “böse” eigenständige Mutter viel besser ist, damit das Blatt sich nicht kehrt und dann die Kinder für das Glücklichsein der Eltern verantwortlich sind.
Kenne ich. “Ich habe aaaaalles für Euch gemacht und daaaas ist nun der Dank”. Pfff…
kenn ich auch. sich schuldig zu fühlen, weil die mutter ihr leben aufgeben musste und dies nicht wollte.
Ich verstehe beim Vorwurf “böse Mutter” nicht, wieso es für eine Frau nicht erlaubt sein soll, nach der “Verwandlung” zur Mutter nicht auch weiterhin alle Facetten ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln; will heissen, wieso sie dann nur und ausschliesslich die Rolle der Mutter zu spielen hat, um das Prädikat “gut” zu bekommen. Gute Mütter, gute Eltern, sind meiner Meinung nach ausgeglichene Persönlichkeiten und ich denke, dazu bedarf es den Freiraum, sich selbst in mehr als nur einer Rolle zu verstehen und zu (er-)leben.
Vielleicht hilft es ja, wenn ich sage, dass ich im Osten Deutschlands gross geworden bin, also seit der frühen Kinderkrippenzeit “fremdbetreut” wurde. Mir hatte übrigens das Verbringen des Tages mit gleichaltrigen Kindern immer viel Spass gemacht, von den positiven Einflüssen auf die Entwicklung des Sozialverhaltens (lernen, sich in eine Gruppe einzufügen, lernen, sich durchzusetzen und auch einzuordnen) ganz zu schweigen.
Ich denke, der Hinweis, dass die “Mütterpolizei” womöglich aus einer Truppe identitätskrisengebeutelter Damen besteht, ist gar nicht so verfehlt. Womit wir wieder bei ausgeglichenen Persönlichkeiten wären. Gute Mütter, gute Eltern, sind meiner Meinung nach solche, die mit sich im Reinen sind, sich nicht mit gesellschaftlich vorgegebenen Rollenbildern identifizieren müssen und dadurch ein gutes, weil charakterlich reifes Vorbild für ihre Kinder sein können.
NB: Ich wuchs übrigens mit einem alleinerziehenden, 100% arbeitenden Vater auf und finde, die Fähigkeit von Vätern, Kinder auf- und zu erziehen wird völlig unterschätzt. Meiner kriegt von mir jedenfalls das Prädikat “sehr gut”.
@Melanie Meier 11. August 2010 um 11:20: „Ich stehe selber gerade vor dieser Frage – soll heissen mir steht jeder Weg noch offen. Aber ehrlichgesagt keine Ahnung wie denn das nach dem Studium aussehen wird, Zuerst bräuchte es dann auch noch den passenden Mann um Kinder zu kriegen.“
@Cara Mia 11. August 2010 um 15:22: „Einer jungen Frau sollte man sagen, dass sie sich erst mal auf den Beruf konzentrieren und dafür sorgen soll, dass sie sich selber durchbringen kann. Beruflich mit angezogenen Bremsen zu fahren, weil man eventuell Kinder möchte, ist viel zu gefährlich, denn wer kann schon sagen, dass es dann auch klappt, mit Mann und Kindern. Und wenn, ob die Ehe dann auch hält….Zudem war mir immer wichtig, dass ich mir auch einen Mann “leisten” kann, der nicht ein Grösus ist, weil ich mir meine Ansprüche selber erfüllen kann. Ist doch nichts erniedrigender, als wenn man einen Mann nach seinem Kontostand aussuchen muss, weil man selber nicht in der erwünschten Art für sich sorgen kann.“
und was geschah mit dem rest meines beitrages?
Also gut, dann den Teil, der oben fehlt, nun auf Deutsch und ohne die Fett-, Kursiv- usw. Markierungen:
Hätte ich einen Dollar für jedes Mal wenn ….
Da die meisten von Ihnen hier gerne über Fragen und Erfahrungen anderer lest, hier ist eine, die die einen oder anderen vielleicht erfahren haben:
Junge trifft Mädchen. Beide suchten eine Beziehung aus verschiedensten Gründen, welche beinhalten könnten:
Ich bin es müde ein ‘date’ zu suchen.
Ich bin alt genug für eine seriöse Bekanntschaft und fähig, eine solche zu handhaben.
Ich will jemanden, um mein Leben zu teilen.
Ich will eine Familie gründen.
Alle meine Freunde sind verheiratet.
Andere Gründe.
Energien fliessen – Eine seelische Verbindung wird gespürt.
Es vergeht ein Monat.
Der Mann sagt der Frau, er wolle den Rest seines Lebens mit ihr verbringen. Es geht nicht um Sex, sondern um seine echten Gefühle in jenem Moment. Die Frau ist begeistert, verliebt und öffnet ihr Herz all diesem gegenüber und gegenüber dem, was daraus werden könnte.
Nachdem die Frau den Mann kurze Zeit kennt, besucht sie mich, überzeugt, dass die Beziehung funktionieren kann. Wir reden über seine Problempunkte und Schwächen. Sie ist ahnungslos, fest im Glauben, alles könne überwunden werden.
Ich sage ihr, sie solle sich Zeit lassen …denn sie kennen einander eigentlich nicht. Eine kluge Frau erlaubt der liebe, sich zu entwickeln und lebt immer zuerst mit einem Partner zusammen, bevor sie eine Heirat in Betracht zieht.
Einige, denen ich das sage, glauben mir und gehen ihren Weg weiter mit liebevoller Fürsorge.
Diese war verzweifelt erpicht, ihr Leben mit jemandem zu teilen und bestand darauf: “Er ist DERJENIGE und will mich heiraten” , ganz aufgebracht darüber, dass ich nicht sah, wie die Beziehung dauerhaft sein könne oder eine Bekanntschaft sei, die von höherer Warte so bestimmt sei.
Ich rede mit ihr über impulsives Verhalten. Wenn ein Impuls endet, gehen Leute weiter (auf ihrem eigenen Weg)
“Nein” insistiert sie, “Dies ist ES (This is it!)” ihre Stimme erfüllt mit tiefen Emotionen.
Ich antworte bestimmt, “ich weiss, dass Du mir nicht zuhören wirst, denn so ist Dein Wesen, also wirst Du es durchziehen, nur um eines Tages für ein Gespräch hierher zurückzukommen.”
Sie macht einen verwirrten Eindruck. Falls sie diese Realität nicht verstehe, so erkläre ich weiter, können wir die Diskussion beenden. Sie geht weg, überzeugt ich sei im Fehler, aber etwas wurde in ihrem Gewissen gesät, das hoffentlich aufwachen wird, wenn benötigt und so dass sie nicht am Boden zerschmettert sein wird, wenn er weggehen wird.
Die Zeit vergeht.
Hätte ich einen Dollar für jedes Mal wenn ….eine Frau nach einigen Monaten zurückkommt und mir sagt er oder sie hätte sie grundlos verlassen…dann wäre ich eine sehr reiche Frau.
Die Trennung scheint plötzlich zu sein, aber die (Vor-)Zeichen sind immer an die Wand geschrieben (Wand, die Facebook-Metapher)
Die Beziehung durchging etwas, das ich Jojo-Effekt nenne – Getrennt und dann wieder nicht bevor sie auseinanderbrach. Tatsächlich waren die Gründe für die Trennung von Anfang an offensichtlich, aber die Liebe verschleierte sie.
Wir sehen das, was wir sehen wollen.
Liebe ist oft blind, bis die Wirklichkeit sich zurückmeldet.
Die Frau fragt wieder über ihre(n) Seelenverwandte(n)…
Weshalb ging der Partner/die Partnerin weg?
Sich in einer Beziehung zu überfordern ist sein/ihr Verhaltensmuster, aber er/sie kann nichts durchziehen (go the distance).
Ein ehemalige(r) Partner(in) kehrte zurück.
Er/sie traf jemand anders.
In seinem/ihrem Leben änderten sich Umstände.
Die Moral der Geschichte:
(ver)plant Euer Leben nicht mit jemandem, ohne wirklich genau zu wissen, wie diese Person reagiert, denkt, fühlt, welches ihre Ziele und Schwächen sind usw.
Handelt nicht aus einer vermeintlichen Verzweiflung heraus.
Etwas für die Frauen:
Einige Frauen denken immer noch, ein Mann werde ohne eigene Opfer sich ein Leben lang um sie kümmern und sie versorgen. Das ist lahm.
In einer Partnerschaft muss alles paritätisch und respektvoll sein. Respektierst Du die andere Person nicht, stirbt alles ab.
Heutzutage arbeiten Frauen. Rollen ändern sich. Zuhause ist Teamwork gefragt. Leidenschaft kann erhalten werden, aber das ist nicht einfach, vor allem da Scheidung um das Leben vieler Paare herumlungert.
Etwas für die Männer:
In dieser verrückten Welt müsst Ihr vorsichtig sein.
10 verdächtige Verhaltensweisen von Freundinnen:
Sie weiss Sachen über Dich, die Du ihr nicht gesagt hast.
Sie stellt sich hinter Deinem Rücken Deinen Freunden und Familie vor.
Sie beantwortet Mitteilungen in Deinem Namen.
Sie kennt alle Deine Passwörter, ohne dass Du diese ihr gegeben hast.
Sie taucht überraschend an Orten und Anlässen auf.
Sie lässt sich ohne zu fragen einen Schlüssel zu deinem Haus oder Wohnung anfertigen
Sie setz die Pille ab, ohne dies mit Dir abzusprechen.
Sie wird bei Argumenten physisch
Sie droht damit, sich etwas anzutun.
Sie lässt nicht zu, dass du Dich von ihr trennst.
Und am Ende des Tages…
Bevor Ihr heiratet oder eine feste Beziehung wollt, werdet in Euch selber stark und vollständig, Meister Eures eigenen Schicksals und – vor allem – kennt Euch selber, seit Euch Eurer selbst bewusst.
“Die Moral der Geschichte:
(ver)plant Euer Leben nicht mit jemandem, ohne wirklich genau zu wissen, wie diese Person reagiert, denkt, fühlt, welches ihre Ziele und Schwächen sind usw.”
Welche Person gibt schon gerne ihre Schwächen preis? Und wenn man z.B. im Berufsleben seine wahren Ziele preis gibt, findet sich dann garantiert jemanden der “dazwischen schiesst”.
“Sie weiss Sachen über Dich, die Du ihr nicht gesagt hast.”
Das haben heute Frauen so an sich. Man nehme mal den Fehler, dass man eine Bekannte in die Wohnung lies. Ein paar Wochen später erhält man von einer anderen Bekannten ein Geschenkt mit dem Hinweis “das passt zu deinem Badezimmer”. Woher weis sie wie das Badezimmer aussieht und was dort hinein passt, ohne es selbst mal gesehen zu haben?
Würde man aussehen wie ein Mr. Schweiz, so wäre es verständlich, dass Frauen über einen reden, hingegen wenn man gerade das Gegenteil ist …
Sehr bedenklich wird es dann, wenn wie bei der Arbeit Menschen Dinge über jemanden wissen, die er selbst nicht weis.
“Sie stellt sich hinter Deinem Rücken Deinen Freunden und Familie vor.”
Das spricht dafür eine Freunde und Familie zu haben *fg*. Wie vermeidet man es, dass sich die Familie/Verwandtschaft hinter dem Rücken der Freundin vorstellt?
Tia. Wer eine Liebesbeziehung gleich behandelt wie den Job, hat ein Problem, nicht?
Alle menschen haben Schwaechen. manchmal koennen menschen gerade wegen diesen geliebt werden. manchmal aber sind diese schwaechen fuer den partner nicht langerfristig mitlebbar . ich denke da als beispiel an muster des ausrastens, die sich erst ueber die zeit in bestimmten situationen zeigen und nur dann, wenn die ausloesenden muster vollstaendig vorhanden sind. das kann sich eben erst mit der zeit zeigen.
dann sollte eine beziehung doch auf vertrauen basiert sein. dazu gehoert eben auch, die schwaechen zuzugeben.
schwaechen zugeben ist zudem ein zeichen von staerke und charakter, auch im berufsleben.
schwaechen zu verbergen schwaecht doppelt und ist in sich selber eine charakterschwaeche.
fuer mich ein hinderungsgrund fuer eine beziehung.
die waren ziele nicht zu kennen…. kann ein hinderungsgrund sein, den kandidaten einzustellen.
ich finde da schon, wenn zwei sich fuer eine langfrisitge beziehung entscheiden wollen, dann muessen eben diese aspekte klar sein. es ist unfair, da nicht offen zu sein.
““das passt zu deinem Badezimmer”” bestimme ich selber. ich hasse solche geschenke. aus hoeflichkeit entsorge ich solche in abwesenheit der schenkenden. es geht um all diese leutchen, die einen fremdbestimmen wollen und dies auf so ‘nette’ art tun.
und eben: bekannte, die dann hinter meinem ruecken in ihrem bekanntenkreis quasseln gehen, brechen ein vertrauen. somit keine beziehung.
nebenbei: Sie sagen zu schnell “Das haben heute Frauen so an sich.” mein beitrag habe ich soweit es ging gender-neutral geschrieben. das geht auf deutsch eben nicht so gut, daher war das original englisch (und der englische teil wurde entfernt).
meine erfahrung hier ist, dass das quasseln nicht damit korreliert, chichis zu haben oder nicht. ihre behauptung ist somit sexistisch…
an einem anlass ohne einladung aufzukreuzen mit der begruendung der freund / die freundin von xy zu sein ist gelinde gesagt aeusserst unhoeflich und wiederum ein vertrauensbruch.
im wiederholungsfall ist es auch harassment.
was wuerden sie sagen, wenn die betreffende person an einem geschaeftsanlass aufkreuzt, ohne dass sie sie eingeladen haben?
hmm. das gegenteil von mr schweiz waere ja swissmiss ugly, nicht?
Wie vermeidet man es, dass sich die Familie/Verwandtschaft? geht ja nicht, wenn die nicht vorher introduced wurden, nicht? es geht um die neugierigen kleinen low lives, die hinterruecks adressbuch usw ausschnueffeln und dann anrufen gehen.
alles vertrauensbrueche. es geht um vertrauen und respekt. all die aufgezaehlten verhaltensweisen sind vertrauensbrueche und zeugen von disrespekt.
you seem to be a little naive, mr. eremit.
“Wer eine Liebesbeziehung gleich behandelt wie den Job, hat ein Problem, nicht?”
Nicht unbedingt, das kommt darauf an wie die Einstellung zum Job ist.
“geht ja nicht, wenn die nicht vorher introduced wurden, nicht?”
Das geht, wenn z.B. eine Bekannte anruft und dann gerade die Freundin das Telefon entgegen nimmt.
“alles vertrauensbrueche. es geht um vertrauen und respekt. all die aufgezaehlten verhaltensweisen sind vertrauensbrueche und zeugen von disrespekt.
you seem to be a little naive, mr. eremit.”
Sie wollen jetzt aber nicht Urteilen, was Respekt ist und was nicht? Wie lautet die Definition für Respekt?
richtig – Kinder sind unsere Nr. 1 – sollten es aber nicht sein. Der Ehepartner sollte Nr. 1 bleiben z.B. und natürlich muss man so leben, dass man selbst zufrieden und ausgeglichen ist – sonst nützen alle “Opfer” nichts- denn das wichtigste was wir den Kindern weitergeben sind wir selbst. Wenn wir ungllücklich und ausgezehrt sind, haben wir ihnen mit unseren Opfern kein Geschenk gemacht.
Zudem ist jeder Mensch glücklicher der begreift, dass sie nicht die ganze Welt um ihn dreht. Aber wie soll das ein Kind lernen, wenn wir uns nur um es drehen?
Rezepte hingegen gibt es keine. Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden, das richtig umzusetzen.