Leben


Michèle Binswanger am Donnerstag den 5. August 2010

Was Geld über den Geist einer Beziehung verrät

Damit die Geldfrage nicht alles andere verdeckt, unterhält man sich besser frühzeitig darüber. Aus der Aktion Wir sind das Geld

Damit die Geldfrage nicht alles andere verdeckt, unterhält man sich besser frühzeitig darüber. Aus der Aktion: Wir sind das Geld

Blut ist ein ganz besonderer Saft. Und Geld hat eine ganz besondere Kraft. Und wenn beides sich vermischt, also Paare zu Familien werden, ergibt das eine nicht selten explosive Mischung. Das liebe Geld. Schweizer reden nicht gern darüber. Und Paare schon gar nicht. Einer Studie des Berliner Wirtschaftszentrums für Sozialforschung zufolge reden die sogar lieber über ihre geheimsten Wünsche im Bett als über ihre Finanzen. Nun, das ist leicht nachzuvollziehen.

Aber früher oder später, spätestens wenn Kinder sich ankündigen, muss sich jedes Paar die Frage stellen: «Wie halten wir es eigentlich mit den Finanzen, Schatz?» Und dann gehts rund. Denn wie kaum ein anderes Instrument hat Geld die Eigenschaft, ansonsten diffuse Angelegenheiten und Vorstellungen in nüchterne Zahlen zu übersetzen und damit nicht immer das Beste aus den Menschen herauszuholen.

Tatsächlich kristallisieren sich in der Geldfrage die ganzen Kliffs einer modernen Paarbeziehung. Dies jedenfalls lässt sich aus besagter Studie des Berliner Wirtschaftszentrums für Sozialforschung schliessen. Unter dem Titel «Gemeinsam leben getrennt wirtschaften» wurden da die Geldarrangements von Paaren im internationalen europäischen Vergleich untersucht, mit interessanten Ergebnissen.

Während früher das Vermögen der Frau automatisch an den Ehemann ging und er ihr in der Folge ein gnädiges Taschengeld gewähren konnte, wenn er gerade Lust hatte, wird der Zahlungsverkehr heute, wie viele andere Fragen, unter Berücksichtigung der konkreten Situation der beiden Partner meist umständlich ausgeknobelt. Grob gesagt, gibt es zwei Typen von Paaren: Individualisten mit getrennter Kasse legen Wert darauf, auch in der Beziehung ein eigenes Leben zu führen. Sie verstehen sich als separat agierende Ich-AGs. Kollektivisten mit gemeinsamem Konto sehen sich dagegen eher als Kleinunternehmen, in dem beide mit unterschiedlicher Funktion am selben Strick ziehen.

Welches Modell ist besser? Das lässt sich vielleicht nicht so pauschal beantworten. Interessanterweise scheinen Paare mit höherem Bildungsstand eher die individualistische Finanzverwaltung zu bevorzugen, was auch eher im europäischen Norden verbreitet ist, so ergab die Studie. In südlichen Ländern wird hingegen lieber alles in den gemeinsamen Topf geschmissen. Die individualistischen Paare, so heisst es in der Studie weiter, verfolgten mit ihren getrennten Kassen auch die Absicht, sich für ihre Ausgaben vor dem andern nicht rechtfertigen zu müssen. Niemand schuldet dem andern etwas – das ist die Idealvorstellung dieser Regelung.

Nur leider wird dieses Ideal natürlich geschleift, sobald sich Kinder ankündigen. Mit Kindern ist es ungleich komplizierter, getrennte Kassen aufrechtzuerhalten. Denn wenn sie beispielsweise arbeitet und er zu den Kindern schaut: hat er dann nicht genauso ein Anrecht auf das Geld, welches sie in der Zeit verdient, während er zu Hause die Stellung hält? Oder müsste sie ihm dann nicht zumindest die Altersvorsorge zahlen? Und im Falle, dass beide arbeiten: Muss derjenige, der weniger verdient, dann mehr Hausarbeit leisten? Und wie regelt man einen allfälligen Erwerbsausfall während Schwangerschaft und Geburt?

Mein Mann und ich fanden, wie ungefähr die Hälfte der Paare mit Kindern, diese Diskussionen zu nervenaufreibend und entschieden uns deshalb kurzerhand für den Kollektivismus. Dies bedingt natürlich, dass man sich in Grundsatzfragen einig ist, etwa wer wie viel Geld für was ausgeben kann und darf, oder eben nicht. Statt auf Kontrolle setzen die Kollektivisten vielleicht eher auf Vertrauen, was einer Beziehung meiner Meinung nach nur guttun kann. Das Modell bedingt allerdings auch, dass man sich nicht scheut, diese Fragen auch zu diskutieren, wenn man nicht einverstanden ist.

Bis heute sind wir mit unserem Modell gut gefahren. Immerhin steht man mit gemeinsamen Kindern ohnehin immer auf die eine oder andere Art in der Schuld des andern, weshalb die Geld-Diskussionen an Brisanz verlieren. Oder was meinen Sie? Streiten Sie sich über Geld mit ihren Partnern? Und gibt es das ideale, gerechte Familien-Finanzierungs-Modell?

136 Kommentare zu „Was Geld über den Geist einer Beziehung verrät“

  1. heidi reiff sagt:

    Ich besorge mir einfach das Nötigste was Essen und Trinken betrifft, ich spekuliere nicht, kaufe keine Aktien, für meine 2-Zimmerwohnung läuft ein Dauerauftrag, ich habe eine gestörte Beziehung zu Geld, damit kann ich leben.

    • Also ich habe auch ein gestörtes Verhältnis zu Geld: manchmal esse ich es sogar, ich weiss gar nicht warum, aber schmecken tut’s erstaunlich gut! Vor allem gedünstet à la Sauce Bernaise zum Beispiel. Oder Barbeque- wenn ich Geld verbrennen- oder noch besser: verkohlen!- will! Gelegentlich roh oder gebacken, aber nur mit einer dicken Salzkruste, denn Geld stinkt ja bekanntlich. Und ein Tip zum Schluss noch: Vor dem Verzehr immer waschen, als Schweizer wissen wir ja warum. Und wenn Schwarzes drunter ist: einfach fortwerfen!

      • Katharina sagt:

        was machen wir mit rosaroten zweihunderternoten?

      • Tja, Katharina: Auf keinen Fall sollte man diese rosa Zweihunderter unbesehen aus dem Fenster schmeissen! Man könnte sie aber in die Waschmaschine geben: Die Schweiz wäscht ja bekanntlich weisser- hat zumindest Jean Zigeler vor Jahren einmal geschrieben.

  2. Charley sagt:

    Es fing an mit Verliebtheit, dann wurde es Liebe und schliesslich entstand eine Familie. Wenn in einer Familie so abgerechnet wird, ist es keine Familie sondern ein Geschäft. Und die Kinder sind was? Zinsen? Marge? Come on. Wenn Geld so wichtig in einer Paarbeziehung ist, kann es dann noch Liebe sein?
    Ich betrachte das Geld, das ich “nach Hause bringe” als das Geld der Familie. Meine Frau hat die Finanzen im Griff, unsere Ausgaben haben wir gemeinsam im Griff. Auch als wir noch keine Kids hatten, kam alles in einen Pot, den sie betreute (klar haben wir beide die entsprechenden Karten, um zu Bargeld zu kommen oder Einkäufe zu tätigen).
    Wenn ich meiner Frau die grösste Zeit über unsere Kinder “anvertraue”, das Geld aber nicht, bedeutet das nicht, dass Geld wichtiger ist als das Wohl der Kids (und somit auch der Familie?)
    Jedem das Seine, aber Verständnis für so getrennte Kassen kann ich in einer Familie nicht aufbringen (Ja, ich bin Südländer;-)

    • Nadine sagt:

      …. genau meine Meinung! Wem ich nicht mein Geld anvertrauen kann, den möchte ich auch nicht als Vater meiner Kinder.

    • Simone sagt:

      Super geschrieben! Genauso sehe ich Familie.

      • Javed sagt:

        bin ganz deiner Meinung….

        Die Gründe denke ich liegen in die Prioritätensetzung innerhalb der Gesellschaft und die sind verschieden, sprich auf das Individuum oder auf die Gruppe ausgerichtet. In einer individualistisch ausgeprägten Gesellschaft, wie in meist entwickelten (materiell Wohlhabend) Länder, steht das Individuum im Vordergrund.

        Der Familie, als Spiegelbild der Gesellschaft, zeigt sich Individualistisch, bzw. Kollektivistisch. So erziehen Eltern in individualistischen Ländern ihre Kinder überwiegend zur Selbstständigkeit – wie z.B. in Grossbritannien und den USA, wo es die Regel ist, dass die Kinder spätestens bei Studienbeginn von zuhause ausziehen. In Spanien oder Italien ist dies nicht die Regel – viele junge Erwachsene leben auch weiterhin, oft bis zur Heirat, bei ihren Eltern. Überhaupt spielt die “erweiterte” Familie in kollektivistisch ausgeprägten Gesellschaften eine sehr viel wichtigere Rolle als in den individualistisch-orientierten Gesellschaften.

    • Isobel sagt:

      Charley, ja du hast da etwas meiner meinung nach ganz wichtiges ausgesprochen, was in der schweiz vielfach einfach fehlt: der gemeinschaftssinn und solidaritätsgedanke wenn geld im spiel ist. Eine familie ist doch kein geschäft und deshalb kann sie auch nicht so geführt werden.

  3. Katharina sagt:

    Aus aktuellem Anlass, auch wenn es nur ganz entfernt mit dem Thema des heutigen Artikels zu tun hat. I hope you don’t mind, Michlle :-) and maybe this inspires you to some thoughts:

    Proposition 8 (2008) wurde heute in Kalifornien als nicht verfassungskonform annulliert. Endlich!

    “http://nymag.com/daily/intel/2010/08/judge_vaughn_walker_hands_vict.html”
    “http://www.mercurynews.com/samesexmarriage”

    Das Urteil selber als pdf:

    “http://extras.mercurynews.com/news/prop8ruling.pdf”

    Interessant darin die Argumente. Unbedingt lesen! Es werden viele Aspekte des Lebens als Paar berührt, die auch hier, seit ich seit über einem Jahr mitlese, diskutiert werden. Auch die Rechte und Pflichten gegenüber Nachkommen. Das Dokument ist etwas lang und in Amerikanischem Legaleze geschrieben. Aber so ist es auch ein Einblick darin, wie die Gerichtsbarkeit hier funktioniert.

    marriage is “a couple’s choice to live with each other, to
    remain committed to one another, and to form a household based on
    their own feelings about one another, and their agreement to join
    in an economic partnership and support one another in terms of the
    material needs of life.”

    United States District Court
    For the Northern District of California

    Case3:09-cv-02292-VRW Document708 Filed08/04/10 Page137 of 138:

    CONCLUSION
    Proposition 8 fails to advance any rational basis in
    singling out gay men and lesbians for denial of a marriage license. Indeed, the evidence shows Proposition 8 does nothing more than enshrine in the California Constitution the notion that opposite-sex couples are superior to same-sex couples. Because California has no interest in discriminating against gay men and lesbians, and because Proposition 8 prevents California from fulfilling its
    constitutional obligation to provide marriages on an equal basis, the court concludes that Proposition 8 is unconstitutional.

    REMEDIES
    Plaintiffs have demonstrated by overwhelming evidence
    that Proposition 8 violates their due process and equal protection rights and that they will continue to suffer these constitutional violations until state officials cease enforcement of Proposition 8. California is able to issue marriage licenses to same-sex couples, as it has already issued 18,000 marriage licenses to same-sex couples and has not suffered any demonstrated harm as a result,
    see FF 64-66; moreover, California officials have chosen not to defend Proposition 8 in these proceedings.
    Because Proposition 8 is unconstitutional under both the
    Due Process and Equal Protection Clauses, the court orders entry of judgment permanently enjoining its enforcement; prohibiting the official defendants from applying or enforcing Proposition 8 and directing the official defendants that all persons under their control or supervision shall not apply or enforce Proposition 8.
    The clerk is DIRECTED to enter judgment without bond in favor of plaintiffs and plaintiff-intervenors and against defendants and defendant-intervenors pursuant to FRCP 58.

    IT IS SO ORDERED.

    VAUGHN R WALKER
    United States District Chief Judge

    Jetzt können wir ein Gemeinschaftskonto eröffnen, ohne mit komischen Fragen und juristischem Hokuspokus konfrontiert zu sein. Oder so, um den Bogen zurück zum Thema zu machen. Aber uns freut dieses Urteil. Endlich! Bald ist unser 24. Jahrestag.

    • Hobbes sagt:

      Danke, viel Spass

    • Piero Grande sagt:

      “…does nothing more than enshrine in the California Constitution the notion that opposite-sex couples are superior to same-sex couples”

      duh! Natürlich sind sie superior, otherwise würde es no life geben, aber hello! Es geht hier nicht um hautfarbe oder Religion oder Behinderung. Es geht darum, wieso sich 96% von irgend einer devianten Lebensform vorschreiben lassen soll, dass diese spiessigen Normalos im Fall kein Bisschen legitimiert seien, gewisse zuvorkommende Behandlung zu erhalten. Das ist also etwa das gleiche, wie wenn wir unser Verbot häuslicher Gewalt revidieren und so biegen würden, das es auch jenen Moslemherren passt, die ihre Frauen und Mädchen gerne mal mit der Faust traktieren – ihre Lebensart erlaubt dies ja!

      Nein, marriage ist nicht “a couple’s choice” sondern eine Institution zwischen Mann und Frau. Eines der sehr wenigen Sakramente, wenn sie so wollen.

      Bevor sie jeden angeblichen Zwanzigsten fragen, wie er’s gerne hätte, fragen sie bitte die neunzehn anderen!

      • Matthias sagt:

        Und was für ein Problem haben sie nun genau mit homosexuellen? Warum sollten diese nicht heiraten können? Eine Heirat hat nicht mit religiösem bullshit zu tun sondern ist oftmals ziemlich wichtig in Rechtsfragen und sollte somit jedem paar (zwischen Menschen) ermöglicht werden (ausser die form der Beziehung ist von Gesetzenswegen verboten, wie zb. mit minderjährigen oder was auch immer, aber ich denke das ist klar).

      • Cara Mia sagt:

        Genau.

      • Long John Silver sagt:

        @ Matthias

        [Eine Heirat hat nicht mit religiösem bullshit zu tun sondern ist oftmals ziemlich wichtig in Rechtsfragen und sollte somit jedem paar (zwischen Menschen) ermöglicht werden]

        Da bin ich völlig mit Ihnen einverstanden, Matthias, und zu diesem Zweck wurde in der Schweiz (gesamtschweizerisch? bin nicht sicher) das Partnerschaftsgesetz eingeführt, welches m. E. genau diesen Aspekt regelt, und längst überfällig war.

        Heirat für Homosexuelle, das ist für mich etwas anderes, ich bin nicht der Meinung dass das unbedingt nötig ist und so befürworte ich es auch nicht. Wenn jetzt andere Blogteilnehmer mich deswegen für ein reaktionäres Schwein halten wollen, dann ist das ihr gutes Recht das zu denken – demzufolge nehme ich mir das Recht, diese Meinung zu vertreten. So, und jetzt zurück zum Thema.

      • Katharina sagt:

        Long John Silver, vielleicht haben Sie die Argumente in dem Gerichtsurteil nicht gelesen. Wir forderten nicht ein neues Recht:
        (Seiten 116 und folgende des Urteils)

        Plaintiffs do not seek recognition of a new right. To
        characterize plaintiffs’ objective as “the right to same-sex
        marriage” would suggest that plaintiffs seek something different
        from what opposite-sex couples across the state enjoy —— namely,
        marriage. Rather, plaintiffs ask California to recognize their
        relationships for what they are: marriages.

        Die Kläger suchen nicht die Anerkennung eines neuen Rechts.
        Würde das Ziel der Kläger mit „das Recht auf eine homosexuelle Ehe“ charakterisiert, würde suggerieren, dass die Kläger etwas suchen, das etwas anderes sei als das, was heterosexuelle Paare im ganzen Staat geniessen: nämlich Ehen.
        Die Kläger ersuchen stattdessen nur, dass der Staat Kalifornien ihre Beziehungen als das anerkennt, was sie sind: Ehen.

        Weiter zu eingetragenen Partnerschaften (Sie erwähnen das Schweizer Partnerschaftsgesetz):

        DOMESTIC PARTNERSHIPS DO NOT SATISFY CALIFORNIA’S OBLIGATION TO
        ALLOW PLAINTIFFS TO MARRY

        Having determined that plaintiffs seek to exercise their
        fundamental right to marry under the Due Process Clause, the court must consider whether the availability of Registered Domestic Partnerships fulfills California’s due process obligation to same-sex couples. The evidence shows that domestic partnerships were created as an alternative to marriage that distinguish same-sex from opposite-sex couples. FF 53-54; In re Marriage Cases, 183 P3d
        384, 434 (Cal 2008) (One of the “core elements of th[e] fundamental right [to marry] is the right of same-sex couples to have their official family relationship accorded the same dignity, respect, and stature as that accorded to all other officially recognized family relationships.”); id at 402, 434, 445 (By “reserving the historic and highly respected designation of marriage exclusively to opposite-sex couples while offering same-sex couples only the
        new and unfamiliar designation of domestic partnership,” the state communicates the “official view that [same-sex couples’] committed relationships are of lesser stature than the comparable relationships of opposite-sex couples.”).

        The evidence at trial shows that domestic partnerships
        exist solely to differentiate same-sex unions from marriages. FF 53-54. A domestic partnership is not a marriage; while domestic partnerships offer same-sex couples almost all of the rights and responsibilities associated with marriage, the evidence shows that
        the withholding of the designation “marriage” significantly
        disadvantages plaintiffs. FF 52-54. The record reflects that marriage is a culturally superior status compared to a domestic partnership. FF 52. California does not meet its due process obligation to allow plaintiffs to marry by offering them a substitute and inferior institution that denies marriage to same-sex couples.

      • Long John Silver sagt:

        Ich hab’ jetzt da nicht alles begriffen, Katharina. Was meinen Sie mit “Wir forderten nicht ein neues Recht” ? Wer ist “wir” ?

        Und ich muss zugeben, ich habe die Argumente in Ihrem Text habe ich nicht gelesen. Während dieser Zeit habe ich meine Tageszeitung gelesen, weil mir das mehr bringt, zumal ich eher hetero veranlagt bin. Schon aus diesem Grund sehe ich nicht ein, warum ich mich in diese Debatte einmischen sollte – ich kann ja schon mal gar nicht wissen, was ein Homo fühlt um sich diesem Kampf zu widmen. Also lass’ ich die direkt und indirekt betroffenen Personen mal machen.

        Wenn Sie mich von Ihrer Meinung Überzeugen wollen, Katharina, dann habe ich nichts dagegen, ich möchte nur schnell klarstellen dass ich zu keiner Zeit Ihre Argumente bzw. Meinung angefochten habe. Demzufolge ist es auch nicht von Interesse, wenn weiterhin diesen oder jenen Standpunkt vertrete, meine Meinung ist ja bekannt.

      • Katharina sagt:

        @Long John Silver:

        Ich lebe in Kalifornien und seit 24 Jahren in einer lesbischen Beziehung. die Klägergruppe wurde finanziell von Interessengruppen unterstützt, eben auch von uns. der Fall und das Urteil haben wegen der Behandlung wichtiger Grundsatzfragen eine Signalwirkung und rechtsgebende Kraft.
        Da die Argumentation sich mit wichtigen Rechtsgütern auseinandersetzt, finde ich, dass das Urteil auch für Leute in anderen Ländern interessant und nachvollziehbar ist.
        Die sehr lange Urteilsschrift behandelt viele Themen, die eben hier auf dieser Plattform auch diskutiert werden. Da dann interessant die Beweise, die in die Verhandlung einflossen.

        Die Argumentation der Kläger war, dass Proposition 8, welche Heirat zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern in Kalifornien untersagte, gegen die 14. Änderung der Verfassung der USA verstoße:

        (Seite 111 des Urteils)

        CONCLUSIONS OF LAW
        Plaintiffs challenge Proposition 8 under the Due Process
        and Equal Protection Clauses of the Fourteenth Amendment. Each
        challenge is independently meritorious, as Proposition 8 both
        unconstitutionally burdens the exercise of the fundamental right to
        marry and creates an irrational classification on the basis of
        sexual orientation.

        und eben, es geht nicht um Meinungen, sondern um die Verteidigung unserer Rechte.

        das Gericht ist der Meinung der Kläger gefolgt und hat mit dem Urteil eben bestätigt, dass dies unser verfassungsmäßiges Recht ist, nicht mehr und nicht weniger. Ich finde diesen Aspekt eben wichtig, dass es nicht um eine Forderung eines neuen Rechts oder Status ist, sondern ein in der Verfassung garantiertes Grundrecht und, dass die Argumente der Gegner eben auch diskriminierend sind und einen Versuch darstellten, eine private Meinung als öffentliches Recht zu zementieren – beides nicht mit unserer Verfassung konform.

        Was etwas wütend macht, sind Antworten wie Ihre: dass es Sie als hetero nicht betreffe. Dem ist eben nicht so, wenn es um Grundrechte der Verfassung geht. Stellen sie sich vor, sie dürften nicht heiraten, weil ihre Partnerin Afrikanerin ist. Auch das gab es hier mal und wurde glücklicherweise gekippt. Oder stellen Sie sich vor, sie müssten Ihre Zeugungskraft unter Beweis stellen und nur wenn die Fähigkeit, Kinder zu zeugen, erwiesen wäre, Ihnen das Recht zum Heiraten zugestanden würde. Meschugge, nicht?

  4. Sportpapi sagt:

    Langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich zuhause weder Budget noch Ausgabenkontrolle habe. Offenbar ist das extrem wichtig… Bei uns ist es so, dass wir beide weiterhin unsere Kontos haben, die wir (leer…) in die Ehe mitgebacht haben. Weil meine Frau in Folge Mutterschaft zwischenzeitlich kein oder nur ein geringes Einkommen hatte, habe ich mittels Dauerauftrag dafür gesorgt, dass auch auf ihrem Konto Geld für laufende Ausgaben ist (= nicht im Sinne eines Taschengeldes…). Da wir kein Auto haben, reicht das Einkommen sogar, ohne dass wir uns speziell weiter einschränken müssen – also, was wollen wir mehr?

  5. Anita sagt:

    Wir haben ein Haushaltskonto, auf das jeder gleichviel einzahlt, und beide Zugriff haben. Davon werden Ausgaben getätigt, die uns beide betreffen (Miete, Essen, Möbel, Urlaub.. etc..) Das funktioniert perfekt und ich superunkompliziert! Geht natürlich nur bei Doppelverdienern…

  6. Stef sagt:

    Wir haben unser Geld zusammen, haben lange überlegt, ob wir ein gemeinsames Konto machen sollen und davon je ein Taschengeld für ego- Käufe bezahlen sollen. Sind wieder davon abgekommen, weil es uns ja gut reicht, wir nicht diskutieren wollen, was jetzt unter das Taschengeld fallen würde und wir uns auch ziemlich einig sind im täglichen Leben. Wir haben zwei Kinder, falls es mal zu einer Trennung kommen würde, wäre das eh kompliziert, was sollen wir da jetzt eins auf Gütertrennung machen? Bin vielleicht altmodisch, aber ich kanns mir halt schon vorstellen, zusammenzubleiben.

  7. T.Frey sagt:

    Nun ich habe mein eigenes gutes Geld verdient, mein Mann auch. Ich wollte immer eine getrennte Kasse und weil ich besser mit Geld umgehen kann habe ich auch jeden Monat Buch geführt.Mein Mann hatte neben allem anderen Fr. 500.– Sackgeld, damit das Gejammer aufhört du liebst mich nicht wenn du nicht dein Geld mit mir teilst. Da war auch noch der Sohn für den habe ich auch gesorgt inklusive den Haushalt geschmissen. Wie kann man solch einen Blödsinn mitmachen und sein gut verdientes Geld aus Liebe oh, je teilen.

    Hätte ich das getan hätte ich mir nicht mit meinem Sohn kein neues schöneres Leben aufbauen können. Denn mein Ehemann bekam Lust nach Geld ausgeben mit vollen Händen aber konnte nur seines ausgeben mit den Freundinnen meines nicht. Somit verliess ich ihn brauchte nur der Form halber einen Anwalt und es kostete somit nicht viel.

    Selbbestimmtes Leben heisst das, was soll denn das Getue wenn ich liebe dann teile ich mein Geld.
    Ja und die AHV-Beiträge werden dem berechnet der mehr verdient hat. Wusste ich und habe daher nur 80% gearbeitet, so musste mein gesch.Mann mir etwas von seinen Beiträgen geben. Er hat wieder geheiratet und somit hätte ich diese Ehe mit meinen Beiträgen mitfinanziert nein danke.

    Studiert zuerst das Gesetz, denn wer nichts weiss der kann ganz schlimm aus LLLLiebe auf die Nase fallen. Keine Liebe ist das wert.

    • Stef sagt:

      Sorry, so wichtig ist Geld für mich nicht, ich wüsste zum Beispiel gar nicht, was ich mit 500 Franken Taschengeld machen sollte. Wenn ich das Ende einer Beziehung einplanen würde, hätte ich Angst davor, Kinder zu basteln. Deine Beziehung klingt auch sonst sehr unglücklich und einseitig.
      Ich kann natürlich nicht ausschliessen, dass wir uns irgendwann trennen, ich kann allerdings auch nicht ausschliessen, dass ich heute noch verunfalle, trotzdem will ich nicht allles drauf einrichten.

    • E. Ronge sagt:

      Gratuliere, sehr kluge Entscheidung so und nicht anders zu handeln!
      “Keine Liebe ist das wert” kann ich nur bestätigen, denn diese (muss nicht, kann aber) wieder gehen.

      Meinen Mann hatte ich aus Liebe geheiratet und dummerweise nach dem Motto, was mein ist, ist auch dein, gehandelt.
      Zugang zu meinen Konten war für mich selbstverständlich, jedoch nicht für meinen Mann. Ich erfuhr per Zufall warum, er hatte Schulden und wollte mir alles verheimlichen, auch was er verdient hat. Da ich zu der Zeit weniger verdiente, habe ich immer wieder, das meiste für den gemeinsamen Haushalt, von meinem Guthaben geholt.
      Dennoch konnte sein Verhalten mein Vertrauen leider zuwenig erschüttern, anstatt entsprechend zu handeln, habe ich mich noch mit einem Teil meiner Ersparnissen und einen Kredit selbstständig gemacht.
      So einiges ist in den Jahren vorgefallen, unter anderem musste ich feststellen, mein Mann war dem Alkohol nicht abgeneigt und das lange vor meiner Zeit, er hatte sich nur anfänglich unserer Beziehung “im Griff”.
      Nach knapp fünf Jahren haben meine Nerven und Geduld versagt.
      Heute muss ich froh sein, mit meinem Einkommen Monat für Monat auszukommen. Bei jedem Einkauf Gedanken im Kopf zu haben, wie: kann ich mir dies oder jenes leisten? Macht nicht wirklich Spass! Ständig den Kontostand im Kopf, vorausschauen, welche Kosten habe ich wann zu berappen, wie z. B. Versicherungen, Steuer usw. Wehe es geht mal was kaputt und muss ersetzt werden. Ferien? was ist das?

      Bei Geld hört die Freundschaft auf! Wie wahr, ich könnte heute sorgloser leben hätte ich das vorher eingesehen. Kein Mann soll sich wundern, wenn Frau nach solchen Erfahrungen das nächstemal anders handelt. Was mich betrifft habe ich meine Lehre daraus gezogen.
      Durch meine vergötterte Liebe bin ich sehr unsanft auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet und das tut mir heute, selbst nach vier Jahren, noch weh.

      • Peter sagt:

        DAs Gesetz ist eindeutig, warum also darüber diskutieren.
        Es spielt doch gar keine Rolle, ob man getrennte oder gemeinsame Kasse hat: In der Ehe erarbeitetes oder verdientes Geld gehört beiden.
        Ausgenommen vom Kellektivismus sind nur die erben und das in die Ehe eingebrachte Vermögen.
        Meine Frau und ich haben noch vor der Heirat genau darüber gesprochen: Vermögen, Absicherung und Ehevertrag.
        Und wir kamen zum einfachen Schluss wie Frau Birswanger: EINE Familie hat EINE Kasse, EIN Budget, EIN Gewinn oder EINE Schuld.
        Das hat mit Liebe nicht viel zu tun, sondern mit Erziehung und mit Versprechen, mit Vertrauen und Verstand.
        Natürlich muss man den Egoismus dafür etwas zurück stellen…

  8. Christoph sagt:

    Wir haben 2 Kinder, dies seit nun mehr als 7 Jahren und getrennte Kassen. Wir rechnen 1 monatlich ab und das funktioniert, Super. Wir können uns nichts anderes vorstellen, denn wir wollen uns trotz allem unabhängig fühlen. Meine Frau arbeitet 60 % und ich 80 %, wir teilen uns nicht nur die Finanzen sondern auch die Kids, die Restaurant Rechnungen, Ausflüge etc. Wir lassen uns durch die Wirtschaft, Wissenschaft und frustrierten Mitmenschen unser gemeinsames Glück nicht vermiesen. Auch Sex haben wir noch immer Regelmässig und unsere Beziehung hält seit 10 Jahren. What more do you want ?

  9. divine sagt:

    Ich bin seit 12 Jahren (glücklich!) mit meinem Mann verheiratet und wir haben zwei Kinder. Wir haben von Anfang an getrennte Konti gehabt und fahren sehr gut damit. Ich arbeite 60%, mein Mann 80%. Da wir in etwa gleich viel verdienen, teilen wir alle Kosten durch zwei. Wir haben ein gemeinsames Konto wo wir beide monatlich je 1500 CHF einzahlen. Davon bezahlen wir alle Haushaltsartikel, Wünsche/Bedürfnisse der Kinder und was sonst noch so anfällt. Die Miete wird uns beiden zu 50% per Dauerauftrag belastet.
    Finde diese Lösung einfach ideal. Schliesslich muss ich doch die Technik-Gadgets meines Mannes doch nicht mitfinanzieren, genauso wenig wie ich von ihm erwarte meinen Shopping-Spleen zu unterstützen.

    • Eni sagt:

      Und wenn Sie mit Ihrem Mann essen gehen, bezahlen Sie dann jeder für sich?

      • aplysia sagt:

        @divine: das ist genau die variante, die ich auch lebe. ganz einfach und doch ist alles klar und geregelt.
        @eni: gemiensames essen geht unter “was sonst noch so anfällt”. macht besonders spass zum ausgeben, wenn ende monat mehr als erhofft übrig bleibt. oder manchmal hab ich lust, meinen mann ein zuladen, und andere male passiert ihm das. ich geniesse jede variante. ist das so schwer zu verstehen?

      • Eni sagt:

        @ aplysia

        Sorry, ich habe nur gefragt, wie divina und ihr Mann das regelt, Sie brauchen mich deswegen nicht aufzuhängen. Die Todesstrafe ist bei uns seit einiger Zeit verboten.

        Im Uebrigen weiss ich jetzt immer noch nicht, wie divine das regelt wenn sie zusammen mit ihrem Mann essen geht. Die Frage war auch nicht abschätzig gemeint.

  10. stephan s. sagt:

    Erst ist es sexuelle Anziehung, dann Nestbautrieb und man nennt es Liebe. Wenn die Kinder gross sind und man materiell konsolidiert ist, zeigt sich beim Auseinandergehen, wie materiell die “Liebe” war und ist. Frauen sind da oft sehr geschäftstüchtig. Sogar bei den Affen tauschen sie Sex gegen Kokosnüsse. Liebe ist eine Erfindung der Romantik, an die wir uns gerne klammern, um die Zweckhaftigkeit einer Beziehung übersehen zu können.

    • Long John Silver sagt:

      @Max Offenherz: [Wie geizig und verlogen seid Ihr eigentlich alle?] Vor allen Dingen möchte ich mal klarstellen, dass jeder und jedem das Recht zusteht, (sofern nicht gegen Gesetz und Sitte verstossen wird) den Haushalt und die Beziehung so zu gestalten, dass der Karren läuft. Das braucht Zeit, Energie und Sinn für die wirklichen Bedürfnisse, und das muss man selbst herausfinden. Wenn ich Rat von einem Aussenstehenden benötige, dann suche ich mir diese Person selber aus und achte dabei darauf, dass sie 1) wenigstens mal weiss, wovon sie spricht und 2) dabei etwas auf ihren Ton achtet.

      Max, wenn das bei Ihnen so gut funktioniert, umso besser, Gratuliere. Ich stelle fest, dass sich bei diesem Thema viele Leute gemeldet haben, die ihre Vision in etwa mit Ihrer teilen, das ist eine erfreuliche Bilanz. Aber daraus zu schliessen, dass bei all diesen Haushalten immer Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, das wäre naiv. Geld kann man ignorieren, wenn mehr als genug davon da ist (mehrere Blogteilnehmer haben das ja auch eingeräumt), da hat man’s sicher leichter – obwohl auch das beileibe keine Garantie für ein friedliches Zusammenleben ist. Fazit: Jedem seine eigene Situation.

      Und mit Geiz hat eine Ich-AG ganz und gar nichts zu tun – das kommt darauf an, wie man sich organisiert hat (z.B. wieviel jeder Partner in die gemeinsame Kasse einzahlt).

      Was Geld betrifft, kann man sehr wohl alles durch die rosa Brille sehen. Eine Bekannte von mir hat vor Jahren mal einen Mann geheiratet, von dem sie wusste dass er Fr. 80′000.– Schulden hatte – und kurz nach der Heirat seine Schulden tilgte, weil “meins ja Deins ist”. Ich bin mir nicht sicher ob es ihre moralische Aufgabe war, die Schulden eines Mannes zu begleichen, der beim Aufbau einer 156er-Sextelefon-Firma von einem “Geschäftspartner” übers Ohr gehauen wurde. Zur Belohnung hat er natürlich kurz darauf das Weite gesucht. Manche Leute finden die Grosszügigkeit dieser Dame vielleicht romantisch, ich persönlich finde solches Verhalten just doof.

      @Hermann: [... und solange wir profitabel sind, koennen wir uns auf Besseres konzentrieren als auf Geld.]. Sehr schön gesagt.

  11. akade sagt:

    tatsächlich ein riesiges problem, auch bei uns. ich als kollektivistin (und nicht, weil ich’s auf sein geld abgesehen habe, verdiene genug) bin immer wieder mal zutiefst verletzt, über die abrechnungs-momente meines liebsten, der überzeugter vertreter der ich-ag ist. das führt dazu, dass ich ohne im hinterkopf eine laufende ausgabenbilanz festzuhalten, für gemeinsames einfach bezahle, weil das für mich dazugehört. mein partner hingegen hat mich immer wieder mal schockiert, wenn er nach wochen gemeinsamen essens, ausgehens etc plötzlich bilanz zog. ich habe bis jetzt keine brücke gefunden, die über diese ideologische kluft führt. es ist für mich unvorstellbar, jeden rappen zu zählen dem menschen gegenüber,mit dem ich mein leben teile. dies zu tun, ginge für mich einher mit dem verlust ganz vieler dinge: vertrauen, rückhalt, geborgenheit etc. wer gibt nach?

    • Long John Silver sagt:

      Ich denke, dass der Umgang mit Geld sehr tief in uns verankert ist, zurechtbiegen kann man da nicht viel. Die einen hamstern (ist nicht unbedingt schlecht, sonst gäbe es in der Schweiz 2x weniger Eigenheime), die anderen verprassen das Geld. Meine Freundin verdient weniger als ich, hat aber einen ausgeprägten Hautcreme-, Parfüm-, Zeitschriften-, Restaurant- und Schuhfimmel; ich bin eher der Hamsterer. Wenn wir nicht ein Ich-Modell herausgearbeitet hätten (ähnlich wie Divine weiter oben, ausser dass mehrheitlich ich in die gemeinsame Kasse einzahle), dann wären wir vor lauter Krach längst nicht mehr zusammen. Wenn es in der Beziehung dauernd Knatsch wegen dem Geld gibt, dann kann das aus meiner Sicht drei Gründe haben: 1) es ist zuwenig davon da, 2) einer der Partner hat den Umgang mit Geld generell nicht im Griff, oder 3) es wird das falsche Finanzmodell angewandt. Wer „eine Brücke bauen will, die über diese Ideologische Kluft führt“, der muss hier ansetzen.

  12. Max Offenherz sagt:

    Wir haben uns entschieden, ein gemeinsames Leben zu führen und dazu gehört auch das Geld. Eine Beziehung ergibt sich aus einer Unmenge verschiedenster Facetten – eine davon ist Geld. Das Bett teilen – aber nicht das Geld; das ist doch hirnrissig. Wie geizig und verlogen seid Ihr eigentlich alle?
    Diese Abrechnerei ist ja eh nur Augenwischerei, schliesslich gehört in einer Ehe alles beiden (ausser man hätte die wenig verbreitete Gütertrennung vereinbart oder ungleich viel mehr oder weniger in die Ehe eingebracht); und im Falle einer Scheidung wird alles geteilt – auch die eigenen Konti….

  13. Pascal Mauser sagt:

    Zuhause kümmert sich meine Frau um das Soziale, ich um die Finanzen. Trotzdem war/ist es mir wichtig, dass meine Frau vollständig und regelmässig informiert ist.
    So haben wir einen Ehe- und Erbvertrag (meistbegünstigten Klausel sowie Aufteilung des Eigenguts bei Heirat) und gemeinsame Konti (Auto, Ferien, Steuern, Hypothek usw.), welche monatlich mit Daueraufträgen gefüllt werden. Jeder hat aber auch ein privates Konto, worauf beide monatlich gleichviel “Sackgeld” erhalten. Dieses Sackgeld kann jeder ausgegeben, wie er/sie will und ohne Rechtfertigung. Z.B. habe ich mir einmal einen Fernseher gekauft, einfach so…
    Seit wir diese “Finanzplanung” sowie das Sackgeld eingeführt haben, können wir viel schneller und einfacher Zukunftspläne schmieden (da ja klar ist, wie viel drauf ist bzw. noch einbezahlt wird) oder auch Ausgaben tätigen und dies mit völliger Transparenz.
    Das Schöne am Ganzen ist: man sieht, dass wir sparen und können mit gutem Gewissen auch mal etwas ausgeben bzw. uns etwas leisten.
    Nächster Plan für in ca. drei Jahren: grosse Ferien in Australien mit unseren 3 Kindern… wir freuen uns darauf, auch dank der Planung…

  14. Hermann sagt:

    Wir verdienen beide etwa gleichviel. Jeder hat sein eigenes Konto und redet dem anderen nicht drein. Es gibt nur eine Regel: Wenn ein Kontostand abnimmt (also mehr ausgegeben als eingenommen wird), diskutieren wir warum, und wie das korrigiert werden kann, denn die Idee ist, schuldenfrei zu bleiben und etwas sparen zu koennen. Wir denken, dass eine Familie einen Business Aspekt hat, und solange wir profitabel sind, koennen wir uns auf Besseres konzentrieren als auf Geld.

  15. Mary sagt:

    Habe alle Kommentare gelesen…
    mein mann ist der verdiener! ich mache haushalt etc. er verdient gut, ich bin aber diejenige, die zahlungen macht und auch das geld einteilt. vor kurzem hat mein mann mit seinem verdienten bonus ein oldtimer-auto gekauft, ohne dies vorher mit mir zu besprechen. es sei gesagt, dass er schon ein oldtimer und 2 weitere autos hat. ich war enttäuscht, dass er mich nicht gefragt hat. dieses jahr müssen wir nun auf ferien und extras verzichten. ich überlege mir, ob ich weiterhin seine “exras” tolerieren soll, oder ob wir auch ganz einfach separate konti einrichten sollen. da ich keine regelmässiges einkommen habe, wie viel lohn kann ich für arbeiten im und ums haus von ihm verlangen?
    geld kann wirklich ein scheidungsgrund sein und dies nach über 20 jahren!

    • Isobel sagt:

      Mary, das ist wirklich zu überlegen, ob du weiterhin auf deine extras verzichten willst oder ob du sofort separate konti einrichtest. Ich würde nach allen fixen kosten die hälfte des restgeldes auf ein separtes konto einzahlen wo nur du zugriff hast und zwar ohne lange noch zu überlegen. Bei einer evtl. scheidung erhälst du die hälfte des eingebrachten gutes während der ehe, aber auch das musst du dann hart erkämpfen denn dein mann kann seinen lohn jederzeit anderweitig verpulvern bevor du ihn überhaupt siehst. Leider scheint er in einer branche zu arbeiten, wo geld macht bedeutet und dein antwalt will dann erst mal einen vorschuss sehen von dir, bevor er sich an seine arbeit macht. Zögere nicht lange und beginne damit gleich diese woche. Du wirst es nicht bereuen denn du siehst ja selber, wie weit dein vertrauen innerhalb der 20 ehejahre geführt hat. Besitzt du auch einen oldtimer und ein auto auf deinen namen oder sind das alles seine lieblinge?

      • Long John Silver sagt:

        Jetz emal nöd eso gsprängt, Isobel ! Sie klingen etwas nach gebranntem Kind. Mary hat, soweit ich sehen kann, nirgends zum Ausdruck gebracht, dass sie sich jetzt scheiden lassen will… also warum diese Empfehlung, bereits das Kriegsbeil auszugraben ? Sätze wie Du wirst es nicht bereuen denn du siehst ja selber, wie weit dein vertrauen innerhalb der 20 ehejahre geführt hat. klingen schon etwas nach Konfrontation – und letzten Endes wissen weder Sie noch ich, wie die Vertrauenslage bei Mary & Ehemann wirklich aussieht, das ist ihre Sache. Und deren finanzielle Gesamtsituation kennen wir noch weniger.

        Vielleicht lässt sich Mary’s Haushalt-Finanzmodell etwas perfektionieren, aber man sieht schon was für Gefahren lauern können, wenn die Ehefrau vom Einkommen des Mannes abhängig ist, sogar für’s Sackgeld. Bei den Eltern meiner Freundin ist das so und es geht gut, aber auch nur weil die Mutter ihren Mann als legitimes Familienoberhaupt betrachtet, und das auch nie anders haben möchte (ist ja auch ihr Recht). Aber sobald die Frau etwas Unabhängigkeit will, dann wird’s harzig.

        Bei Mary könnte die Lösung ja lauten, dass ihr Mann nächstes Jahr echt spitze Ferien organisiert und dann ist die Sache gegessen.

    • Auguste sagt:

      hmm…, sich wegen eines unnötigen autokaufs nach zwanzig (guten?) ehejahren mit scheidungsgedanken zu tragen, scheint mir eine überreaktion zu sein, mary. zweifellos hat ihr mann rücksichtslos gehandelt mit dem unilateral entschiedenen kauf des letzten oldtimers. aber autos und klassische wagen im besonderen sind die “high heels” der männer und da ist schon bei so manchem die vernunft kurzzeitig auf der strecke geblieben.

      hier ist mit ein bisschen weiblicher list mehr zu erreichen, als mit einem anwalt. ihr mann vertraut ihnen unbedingt, sonst hätte er die finanzen nicht in ihre hände gegeben in all diesen jahren. und sie haben dieses vertrauen gerechtfertigt, so dass er sogar das risiko nehmen konnte, sich mit diesem letzten kauf ein wenig zu weit aus dem fenster zu lehnen – idiotisch, aber so sind wir männer halt von zeit zu zeit.

      nun zur list. erklären sie ihrem mann (natürlich unter tränen – dicken krokodilstränen – evtl. leisem schluchzen), dass sie sich zutiefst, und ich meine wirklich zutiefst, verletzt und zurückgesetzt fühlen. anständige kerle trifft es sehr, wenn sie jemanden, den sie lieben, verletzen, und tränen sind sowieso das “killer-argument” schlechthin – wenn sparsam eingesetzt. dann geben sie ihm den gnadenstoss, indem sie ihn fragen (fragen! – nicht fordern! fragen, die bei uns zu einem dilemma führen, sind wie folter), wie er gedenkt die situation zu bereinigen. wenn ihm dazu nicht spätestens innert einer woche etwas gescheites einfällt, sollten sie vielleicht eine paar-therapie ins auge fassen – zwanzig ehejahre wirft man nicht wegen einer alten schwarte, auch wenn es noch so ein tolles auto ist, weg. das wäre an torheit ja kaum noch zu überbieten.

      übrigens, ich mag autos auch sehr und weiss um die verführerische wirkung grosser boni (easy come – easy go). da kann man schon mal etwas den kopf verlieren, aber das legt sich in der regel rasch wieder.

      ps: das irritierende an mir ist, dass ich fast immer recht habe.

      • “das irritierende an mir ist, dass ich fast immer recht habe.”

        Aber nume fascht. Ein 67er Shelby 350 Mustang GT sollte eigentlich genug sein. Aber gut: Wenn’s jetzt noch 1970er Boss 302 im Originalzustand sein muss, matching numbers, versteht sich… und vieleicht erst noch ein Eingespritzter (sehr, sehr, sehr selten!)

        Alleinernährerehen sind mir ein Greuel, sorry. Die Haushaltssklavin hält sich einen Arbeitssklaven und umgekehrt. Nein, eine solche Ehe könnte ich nie führen- ich hätte mich auch geweigert, zu heiraten. Und wenn das bis heute noch der Standard wäre, nun, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich einen 1968er Hemi Charger, einen Hot Rod, einen 1964er Thunderbolt, einen…

        …doch es kam ja zum Glück anders ;-)

      • Nachtrag: Ein Greuel sind mir diese Alleinernährerehen auch deshalb, weil Frauen speziell über Vierzig plötzlich, dem Zeitgeist entsprechend, so frei und unabhängig sein wollen- und das, nachdem sie sich im wie oben erw. Falle wahrscheinlich auch noch freiwillig für das Hausfrauendasein entschieden haben, was man natürlich dank dem Feminismus gut hinter hohlen Phrasen verstecken kann (ER wollte ja nicht auf seine Karriere verzichten, also MUSSTE ich halt, der Staat hält nicht genug Betreuungsangebote bereit, das Patriarchat, etc. etc. pp.).

        Nein, gottseilobunddank ist mir solches erspart geblieben. Nehmen Sie’s nicht persönlich, Mary- aber ich habe da so meine eigenen Gedanken. Jetzt hat er sich halt einen neuen Oldtimer gekauft und vertraut Ihnen gleichzeitig sein ganzes Einkommen an- so what? Einmal nicht richtig in die Ferien: Die werden dann dafür nächstes Mal umso schöner, vor allem, wenn Sie Ausguste’s Tips befolgen!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel: das Kompliment geht mir ja runter wie Honig, merci-
        bin wohl doch auch noch in Prüfungskatalog, den Auguste woanders andeutete, gerutscht.
        Du musst ja gar nichts führen das Du nichts willst, aber es gibt in dieser Hölle durchaus auch noch Freiwillige, die dadrin sogar noch glücklich sind, weder unter Zuhilfenahme von irgendwelchen bewusstseinsverändernden Substanzen, noch wegen erfolgreichem Mantraproklamieren, einfach so aus gegenseitigem Übereinkommen.
        Und Beide tragen ihre Verantwortung bewusst, nur lässt sich die eine monetär besser ausweisen.

      • Ich spreche selbstverständlich nur für mich, Brunhilde, für andere kann ich gar nicht sprechen. Ich will keinenfalls ausschliessen, dass eine Hausfrauenehe auch jut funktionieren und sogar glücklich machen kann- aber dann soll es im Falle einer Scheidung (und diese Wahrscheinlichkeit ist mittlerweile ziemlich gross) auch keine Krokotränen und Schuldzuweisungen geben, da sich beide Partner ja aller Voraussicht nach für dieses Beziehungsmodell entschieden haben. Ist doch schön, wenn alle so glücklich als möglich werden können, wie sie wollen :-)

      • Brunhild Steiner sagt:

        Naja Marcel, der Greuel kam mir schon ein bisschen schräg rein, nichts für Ungut!
        “Ist doch schön, wenn alle so glücklich als möglich werden können, wie sie wollen” -und können und sich dafür einsetzen, alles klar…;-) nun aber gute Nacht!

      • Katharina sagt:

        Da ist einiges an Verhältnisblödsinn geschrieben. Was kosten high heels? 500 wenn es hoch kommt.

        der Oldtimer? 20′000 bis 50′000 über den Daumen. ein wirklich altes Gefährt aus den 20ern oder 30ern, da kann cool ne null hinten angehängt werden so zum Anfang.

        das ist ein grosser Unterschied und bei der Summe muss schon gefragt werden, weshalb das ohne Rücksprache ablief. also wenn der eine Million Einkommen pro Jahr hat, wäre es wohl nicht diskussionswürdig.

        es ist ein Signal.

        beim Auguste ist die summe vielleicht schon die Hälfte seines Jahreseinkommens….vor Addition der null natürlich.

        da wegen dem Kauf die Ferien und Extras hops gehen, schätze ich die summe auf etwa 20′000.

        “ich überlege mir, ob ich weiterhin seine “extras” tolerieren soll” heisst, dass es genau genommen nicht das erste mal war.

        so was kann sich in Richtung Spielsucht entwickeln. ein solches Verhalten ist ein sehr berechtigter Grund eine Scheidung einzureichen. fällt unter Co-Abhängigkeit. siehe Alkoholiker und Spielsüchtige. dann geht der Zaster weg und Frau Mary ohne eigenes Einkommen steht wo? oder wo an? Ihr wisst wo.
        Also ihre Überlegung ist gar nicht so abwegig.

        “da ich keine regelmäßiges einkommen habe, wie viel lohn kann ich für arbeiten im und ums haus von ihm verlangen” ist die unorthodoxe Frage betreffend Gleichberechtigung. sie darf in einer orthodoxen umgebung wie hier nicht gestellt werden, aber es ist einfach so, dass die Person in einer Paarbeziehung ohne cash flow abhängig ist. somit nicht gleichberechtigt.

      • Am Besten, Mary: Du suchst Dir eine Stelle, heute noch, Teilzeit, wenn’s sein muss. Und eröffnest ihm die Option, sich umgekehrt entsprechend stark am Haushalt zu beteiligen. Und dann zwei getrennte Kassen aufzumachen.

        P.S. Hier noch ein Blick auf Rekordscheidungen- und die dabei ausbezahlten Rekordsummen, alles zweistellige Millionensummen, auch für nur kurze Happenings: http://www.freundin.de/Galerie/Fre_Galerie_366890.html

        Was ich mich in diesen Fällen frage: Welche weibliche “Leistung” wird mit solchen Rekordsummen eigentlich abgegolten? Und warum hat zum Beispiel Madonna keine solche Rekordsumme an ihren Guy Richie bezahlen müssen?

    • Isobel sagt:

      @Mary
      Du kannst selber sehen, wie frau auf deinen beitrag reagiert und wie männer es sehen. Ich würde das geld wirklich gezielter einteilen und sich nicht mit exklusiven ferien nächstes jahr abspeisen lassen oder den vorschlag und vergleich von Auguste mit highheels vs. oldtimer(!) nehmen. Du weisst bestimmt was eine raumpflegerin und gärtner heute verdient. Lass doch diese arbeiten ab sofort extern machen und gönne dir auch ‘extras’. Falls du lieber eine anerkennung sprich mehr respekt von seiten deines mannes wünschst, wäre ein separates Konto mit regelmässigen zahlungen wie gesagt angebracht. Eine raumpflegerin hat ca. 25.00/std. und als ehefrau bist du ja auch gespielin/beraterin/krankenschwester/einkäuferin/köchin/buchhalterin/gärtnerin bei sagen wir mal 10 std. pro tag = 250.00 auf einen monat gerechnet mit 30 tg. = mind. 6′000.00 – 7′500.00 haushaltlohn. Lege ihm doch mal diese zahl auf den tisch und benütze dabei von mir aus die krokodilstränen wie von Auguste beschrieben. Viel glück!

      • Long John Silver sagt:

        Isobel, am 15. August 2010 um 17:21 haben Sie geschrieben: Eine familie ist doch kein geschäft und deshalb kann sie auch nicht so geführt werden.

        Tut mir Leid, aber der Beitrag den Sie soeben geschrieben haben passt nicht so recht damit zusammen…

        Wenn ich Ihre Beiträge so lese, Isobel, dann bekomme ich das Gefühl dass Sie eine Beziehung als täglichen Kampf um die Wahrung der eigenen Rechte ansehen. Mary sieht das vielleicht nicht unbedingt so – finden Sie es wirklich sinnvoll, sie dermassen zum Aufrüsten zu ermuntern ?

      • Business as usual eben, hat schon Esther Villar vor über 30 Jahren festgestellt- und musste deshalb sogar aus Deutschland flüchten.

      • Solche Diskussionen dürften sowieso bald der Vergangenheit angehören. So hat Deutschland vor gut zwei Jahren ein neues Scheidungs- und Unterhaltsrecht eingeführt,

        http://www.welt.de/politik/deutschland/article1348532/Ehepartner_koennten_kuenftig_leer_ausgehen.html

        und soeben auch eine Gesetzesänderung beschlossen, das ledigen Vätern (30 Prozent aller Kinder werden in Deutschland ausserhalb einer Ehe geboren) nun das gemeinsame Sorgerecht nicht mehr vorenthalten werden kann:

        http://www.freitag.de/wochenthema/1032-viele-haben-jetzt-angst

        Ich denke, wir sind insgesamt auf einem guten Weg.

      • Isobel sagt:

        @Long John Silver
        Mein beitrag wieter oben bezog sich auf ein durchschnittliches familienleben mit wesentlich kleinerem einkommen wie es Charley beschrieben hat. Auch habe ich deutlich gemacht, was in der schweiz vielfach einfach fehlt: der gemeinschaftssinn und solidaritätsgedanke wenn geld im spiel ist. Eine familie ist doch kein geschäft und deshalb kann sie auch nicht so geführt werden.

        Dahinter stehe ich immer noch, aber bei Mary wurde dieser gemeinschaftssinn und solidaritätsgedanke von ihrem ehemann krass missbraucht und fast schon mit füssen getreten. Er hat sie einfach übergangen und das ist nicht schön nach 20jähriger ehe! Das können sie jetzt wenden wie es ihnen beliebt.

  16. Mary sagt:

    Hallo Ihr lieben Leute, die so viele gute Ratschläge haben!
    Isobel: separate Koniti, teilen was nach den Fixkosten übrig bleibt scheint mir eine gute Idee. Ich will sie m/Mann präsentieren!
    Uebrigens hast Du eine faire Rechnung gemacht. Jetzt weiss ich was ich wert bin…

    Long John Silver – ich brauche keine tollen Ferien im nächsten Jahr auch nicht jetzt. Als Ledige habe ich die ganze Welt bereist, es geht mir nicht darum!!!

    Auguste – ich habe m/Mann gesagt, dass ich mich übergangen fühlte, aber nicht unter Tränen! Ich bemitleide mich nicht!
    Ich fragte ihn, was er sagen würde, wenn ich einen Diamantring von Fr. 20′000 kaufen würde, ohne ihn zu fragen. Er meinte, dass dies nicht dasselbe sei, worauf ich ihn erinnerte, dass wir eine ehegemeinschaft hätten und wenn er dies ändern wolle, so sei ich jederzeit bereit!

    Katharina – Du hast ganz genau geschätzt!!! Dein Kommentar gefällt mir und Dein Verständnis tut mir gut. Danke.

    Marcel – ich arbeite als Aushilfe, wo ich mein Sackgeld verdiene, wohlverstanden auf mein eigenes Konto. Es ist nicht viel, doch es reicht, um mir etwas besonders zu leisten, wie z.B. diesen Sommer eine schöne Seidenbluse von Fr. 400.-
    Es ist schwierig mit 60 noch eine regelmässige Stelle zu bekommen, obwohl ich 5-sprachig bin, kaufm. Ausbildung und in diversen Sparten gearbeitet habe. Ausserdem arbeite ich noch in der Landwirtschat, freiwillig ohne Lohn, dafür bekomme ich Früchte und Gemüse.

    Danke für Euer Verständnis und die vielen guten Ratschläge. – Eigentlich sollte ich mich stärker durchsetzen.

    • Long John Silver sagt:

      Mary, ich fürchte Sie messen den Kommentaren der Mamablogger etwas viel Wichtigkeit zu. Keiner von uns weiss Näheres über Ihre Ehe, Ihre finanzielle Situation, oder die Werte worauf Sie Wert legen. Keiner von uns weiss besser als Sie, was zu tun ist.
      Ich denke, Ihr Bauchgefühl bringt Sie viel weiter als Kommentare von Bloggern, wessen gutgemeinte Ratschläge allzu oft ihrer eigenen Lebensgeschichte entsprungen sind.

    • Isobel sagt:

      Liebe Mary, dann bin ich froh, konntest du etwas von meinem ratschlag für dich übernehmen. Wie läuft es inzwischen mit dem vorschlag der separaten konti? Es würde wahrscheinlich nicht nur mich interessieren, wie dein mann darauf reagiert und seinen absoluten fauxpas einsieht. Ohne dich vor einem solchen kaufentscheid näher als beraterin beizuziehen – nach 20 ehejahren! – gipfelt schon in eine gewisse spielfreude oder bereits sucht, worüber er keine macht mehr besitzt. Es würde immer und immer teurer werden, wenn du jetzt nicht den riegel schiebst. Das hast du nach 20 ehejahren wirklich nicht verdient, plötzlich um jeden franken kämpfen zu müssen.

      • Long John Silver sagt:

        Isobel, ich wünsche mir jetzt dass Sie mit diesem Unfug endlich aufhören, weil sie nicht die geringste Ahnung von Mary’s Partnerschaft haben und demzufolge auch nicht in einer Position sind, Mary einen guten Rat zu geben. Dieser Treppenhausklatsch geht mir echt auf den Nerv, ich hasse es wenn eine Person auf jemand anders Einfluss nehmen will, vor allem über einen Blog. Übrigens sind vordergründig nur Sie an Mary’s Privatleben interessiert.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Läng Hausi, was soll die Einmischung in den Austausch zweier Frauen? Es steht ihnen überhaupt nicht zu, ausserdem interessiert es niemanden hier, was ihnen passt und was nicht, mässigen sie sich!

      • Long John Silver sagt:

        Pipi, ich hätte ab jetzt ja eigentlich die Klappe gehalten, aber da Sie soeben als Retterin für diesen offenbar unantastbar heiligen “Austausch zwischen zwei Frauen” eingesprungen sind und mich zur Mässigung aufgefordert haben, fühler ich mich genötigt meine Meinung auch Ihnen zu erklären. Also nochmal: Ich hasse es, wenn irgend eine Person irgend eine andere Person für eigene Zwecke zu beeinflussen versucht. Dass Isobel Mary aus reiner Nächstenliebe zu beeinflussen versucht kann glauben, wer will.
        Was meine Beziehung zu Geld betrifft – von meinen bisherigen Partnerinnen war noch keine “rentabel” und das war für mich noch nie ein Grund, eine Beziehung zu beenden. Es gibt nämlich auch andere Sachen, die wichtig sind und deswegen behaupte ich mit Nachdruck, dass Mary am besten beraten ist wenn sie sich auf ihr eigenes Bauchgefühl verlässt.

      • Katharina sagt:

        Pippi: Isobel weist auf einen Mann hin. Als Frau hiesse das doch Isabelle, nicht?

        Der piratenhafte Herr hat in einem Punkt recht: der subthread kann als eine dieser manipulationsszenarien gelesen werden, von denen ich kuerzlich schrieb.

        ich sehe es so, dass mary ihre gedanken hier schrieb um zu sehen, wie voellig unbeteiligte die situation sehen. finde ich eigentlich ok.

        es ist auch interessant zu sehen, wie mary nun handelt. da es sich hier aber um eine identifizierbare person handelt, wuerde ich ihr dringenst raten das nicht hier zu schreiben. Identifizierbar: der link enthalet eine adresse. darin ist ein domaene drin und ruft man die domaene direkt auf, sieht man wer das ist. nicht gerade schlau..

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Nein Katharina, Isobel ist ein weiblicher Name. Wie auch immer, die besagte Mary hat hier ihr Problem geschildert, besagte Isobel gab ihren Senf dazu, ist doch gut. Ausser für den Besserwisser Hausi, der fühlt sich genötigt, sich einzumischen und der einen den Mund zu verbieten, weil er sich nervt – na und, interessiert das hier jemanden? Dazu sage ich nur: typisch männliche Arroganz……

      • Isobel sagt:

        @Katharina und Pippi Langstrumpf

        Ich bin feministin und setze mich für die rechte derfrau ein. Der name Isobel kommt aus dem hebräischen, hat aber auch eine mittelalterliche ganz besondere bedeutung (googeln und bitte nicht hier weichkochen – es ist nur kontraproduktiv und hilft der sache der frau nicht wirklich, danke!)

        Vielen dank für die verteidigung meiner rechte als frau und bloggerin hier ;-
        Der piratenhafte herr besserwisser hat durch seine manipulationsvesuche an Mary kein wort über sein eigenes verhalten erwähnt. Ich sehe dies ähnlich wie Pippi Langstrumpf – arroganz trifft selbstgefälligkeit. Und wie richtig Katharina den wert des oldtimers und das jahreseinkommen besagten ehemannes ermittelt hat wird ja von Mary dankbar selber bestätigt. Es ist auch in der heutigen zeit für eine frau gerade in jener situation wie Mary sich befindet nicht einfach, eine antwort auf ihre fragen zu finden. Wer will denn schon die freundin damit belasten, wenn diese vielleicht in einer ähnlichen situation steckt. Da bietet sich ein blog wie dieser geradezu an, sich neutral ein bild über die eigenen möglichkeiten zu machen. Dann kann man ja selber sich an fachstellen richten, wenn man weiter gehen möchte. Aber die ersten schritte dahin sind die schwierigsten und werden leider immer noch viel zu zögerlich in angriff genommen. Es gibt coiffeusen, therapeutinnen welche sich speziell frauen in misslichen situation annehmen und im ungezwungenen small-talk während der sitzung oder behandlung vermittelnd (mit adressen von frauenfachstellen) und präventiv einwirken können. Ich spreche aus erfahrung und hätte ohne weiteres eine beratergebühr verlangen können, jedoch hier gratis mein wissen zur verfügung gestellt wie ich es schon viele male speziell von Katharina hier gelesen habe. Sie stellen hier ein beachtliches wissen gratis zur verfügung, was ich sehr bewundere und seitens männerseite selten bis nie in diesem ausmass wahrnehme. Da wird stets ziemlich rasch eine website mit entsprechender auflistung von honoraren und gebühren ins netz gestellt oder auf andere arten von marketingsstrategien hingewiesen. Wohl alles wieder mal eine sache des geschlechts. Frauen gehen da viel unbekümmerter mit ihrem erarbeiteten wissen um und geben es gerne unentgeltlich weiter. Ich musste es auch zuerst lernen zu differenzieren und damit einnahmen zu generieren.

        Es würde mich rein sachlich gesehen interessieren, wie sich der ehemann in dieser situation verhält und wie es Mary gemeistert hat. Dies darf ein ansatz und motivation für andere frauen sein, welche hier nur lesen und nicht wagen, entsprechende fragen zu stellen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. So ist nun mal das leben.

        @Long John Silver
        Eigentlich erübrigt sich eine stellungnahme auf ihren unkontrollierten angriff auf meinen gutgemeinten ratschlag an Mary. Ich habe es wirklich nciht nötig, treppenhausgeklatsch oder küchepsychologie hier oder auch real zu betreiben. Ich wünsche in zukunft, dass sie sich mässigen und ihre zunge zügeln. Besten dank im voraus!

        es ist auch interessant zu sehen, wie mary nun handelt.

      • Long John Silver sagt:

        @ Isobel

        [Vielen dank für die verteidigung meiner rechte als frau] Wenn Ihnen das Freude macht… ich denke, die Leute die sie hier unterstützt haben, haben so getan weil sie vor allem mit Ihrer Meinung einverstanden sind. Wenn man auf Ihrer Seite ist oder nicht, dann heisst das noch lange nicht dass man dann auf der Seite der “Frau” ist oder nicht. Es geht hier hoffentlich um die Sache selbst und nicht um die Tatsache, ob man nun eine Frau oder ein Mann ist.

        [Der piratenhafte herr besserwisser] Da haben Sie gerade Pipi Langstrumpf zitiert – ich hätte von Ihnen etwas mehr Kreativität erwartet. Ich nehme das Pipi nicht übel, mich so zu nennen, ich habe sie nämlich in der Vergangenheit auch schon ein paar mal angegriffen.

        [hat durch seine manipulationsvesuche an Mary] Im Gegensatz zu Ihnen habe ich Mary zu keiner Zeit direkt angesprochen. Wenn das nun ein Manipulationsversuch sei soll, wenn ich schreibe dass Mary am besten beraten ist, wenn sie sich auf ihr eigenes Bauchgefühl verlässt…na ja…

        [kein wort über sein eigenes verhalten erwähnt] Was soll ich Ihnen denn anvertrauen, Isobel? Ich habe z.B. gesagt dass es viele andere (und wichtigere) Gründe als die Finanzen haben kann, mit einer Person zusammenzubleiben, und das praktiziere ich auch so. Ich führe meine Kasse gern ordentlich, aber das heisst noch lange nicht dass ich sie spärlich öffne. Ich habe auch gesagt dass jedes Paar gut beraten ist, die finanziellen Angelegenheiten früh zu regeln, und die Lösung zu wählen, die seiner Situation am besten entspricht. In diesem Sinne erlaube ich mir, Leuten, die Mary eine zwangsläufig dürftig informierte und deswegen kaum empfehlenswerte “Lösung” zu verkaufen, etws zurechtzuweisen.

        [arroganz] abermals Pipi Langstrumpf nachgeschrieben. Was Sie vielleicht noch nicht wissen, Isobel, ist dass Pipi sich auf diesem Blog vor allem amüsiert und letztlich sogar recht amüsant ist. Ich nehm’ ihr auch diese Bemerkung nicht übel.

        [Ich spreche aus erfahrung und hätte ohne weiteres eine beratergebühr verlangen können, jedoch hier gratis mein wissen zur verfügung gestellt] …totlach…

        [Eigentlich erübrigt sich eine stellungnahme auf ihren unkontrollierten angriff auf meinen gutgemeinten ratschlag an Mary] Nun, Sie haben jetzt trotzdem Stellung genommen. Was Ihre “gutgemeinten Ratschläge” an Mary betrifft, bin ich auch nicht sicher ob Mary die wirklich wollte… fragen Sie sich mal, Isobel, ob Sie es in Ihrem täglichen Leben schätzen würden, wenn irgend ein(e) Passant(in) Ihnen einen “gutgemeinten Ratschlag” geben würde.

  17. Markus sagt:

    Wir haben mit folgendem Modell nie Probleme:

    Die Partner haben ein eigenes Salärkonto. Es wird ein Budget erstellt, wo die geimschaftlichen Kosten anfallen:
    Steuern, Arztrechnungen, Miete, Auto, Haushalt, Versicherungen, Abos, Ferien, Unvorgesehens etc.
    Die Kosten werden nach dem prozentualen Einkommen der Partner aufgeteilt:

    Beispiel:

    Sie verdient 10′000, er 8′000 Fr., bedeutet, dass Sie 56%, er 44% dieser Kosten tragen.

    Beim Einkauf werden die Quittungen behalten und monatlich nach erwähntem Schlüssel abgerechnet. Ausgaben ohne Quittung werden in einem Buch/Block festgehalten und ebenfalls abgrechnet. So dass am Ende vom Jahr sämtliche Ausgaben festgehalten sind, das alte Budget überprüft und für das neue Jahr entsprechend korrigiert werden kann..

    Nach Bereinigung der gemeinsamen Kosten bleibt vielleicht was übrig als “Sackgeld” für Kleider, Kino etc.
    Dieses Geld wird durch 2 geteilt (nicht nach % vom Einkommen)

    Boni etc. werden ebenfalls durch 2 geteilt.

    Lieber Gruss
    Markus

    • Jürg. sagt:

      wir haben dasselbe Model ein bisschen einfacher:
      Jeder hat noch sein Konto und wir haben ein gemeinsames Konto. Bis auf einen fixen Betrag (ca 1000.-) wird der gesammte Lohn auf das gemeinsame Konto einbezahlt.
      Vom gemeinsamen Konto wird eigentlich alles bezahlt: Essen, Autos, Benzin, Ferien, Sparen, Geschenke etc
      Vom persönlichen Konto: Kleider, Mittagessen, Mobilphone, Göttigeschenke etc.

      • Auguste sagt:

        hmm…, wenn sie ein promi wären jürg b., dann wären sie nach dieser einleitung mit dicken lettern auf der frontseite.

    • Walter sagt:

      @Markus
      Naja, mit 18000 Franken Monatseinkommen gehören sie zu den Leuten welche finanzielle Probleme nur aus der Theorie kennen. Insofern ist ihre Variante, obwohl ziemlich vernüftig, leider nicht allgemein anwendbar.

      • Eni sagt:

        @ Walter

        Nun, es gibt auch Leute mit einem Einkommen von 500′000.- /Jahr die Schulden haben, weil sie mit ihrem Geld nicht klar kommen.

      • Winnie-the pooh sagt:

        Wer mit 1/2 Millionen Einkommen im Jahr Finanzprobleme hat, sollte entmündigt werden

      • Eni sagt:

        Sollten sie, aber werden nicht.

  18. Hermann sagt:

    Wir haben separate Kontos, sind aber gegenseitig bezugsberechtigt. Das vor allem fuer den Fall eines Unfalls oder Krankheit, wo es geschehen koennte, dass der Partner Geld abheben muss in einer Notsituation. Toent vielleicht uebervorsichtig, aber es beruhigt zu wissen, dass ein Partner in einer solchen Situation ohne Anwalt reagieren koennte. Das setzt natuerlich voraus, dass kein Vertrauensproblem vorhanden ist. Ein unbesprochener Oldtimer zu kaufen waere bei uns undenkbar.

  19. Markus sagt:

    Das mit den 10′000 und 8′000 Franken hab ich nur als Recneisches-Beispiel genommen, dass es sich %-tual optisch besser sichtbar ist.

    Das wichtige daran ist, dass die Kosten prozentual von den Lohn-Einhamen aufgeteilt werden. Unabhängig vom effektiven Lohn. Wenn ein Partner nur Teilzeit arbeitet muss noch abgemacht werden, wieviel der “freien Zeit” für den gemeinsam Haushalt ist, damit der Teil auch als Arbeitszeit angerechnet wird.

  20. Lotti sagt:

    Interessant, welche Modelle in Partnerschaften angewendet werden…

    Solange man nicht verheiratet ist, sollte in der Partnerschaft klar über die Geldfrage (und darunter fällt auch die Altersvorsorge) gesprochen und eine, für beide tragbare Lösung gesucht werden. Das ist zwar gerade zu Beginn einer Partnerschaft ziemlich unromantisch, aber man erspart sich bei einer allfälligen Trennung grosse Diskussionen und Geldverluste… Auch wenn ich die romantischen Voten “man teilt das Bett, weshalb sollte man nicht auch das Geld teilen?!” verstehen kann, eine Partnerschaft ist eine einfache Gesellschaft nach dem Obligationenrecht und damit eine wirtschaftliche Einheit…

    Ich finde das Modell von Markus sinnvoll. Es geht hier auch darum, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des einzelnen zu berücksichtigen. Es kann nicht sein, dass bei krassen Einkommensunterschieden (sie 4′000.- / er 10′000.-) alle anfallenden Kosten durch zwei geteilt werden. Dies würde zur “Verarmung” des einkommensschwächeren Partners führen.
    Zudem sollten bei Pensumsreduktionen des einen Partners zu Gunsten der Partnerschaft (für Haushalt, gemeinsame Kinder etc.), nie dessen Altersvorsorge aus den Augen verloren gehen. Denn sowohl die AHV-Beiträge, wie auch die berufliche Vorsorge werden anhand des Einkommens gemessen. Sollte es zu einer Trennung kommen, würde derjenige, der zugunsten der Partnerschaft weniger gearbeitet hat, eine tiefere Altersrente in Kauf nehmen müssen – ein Anspruch auf “Entschädigung” gegenüber dessen Ex-Partner besteht nicht (im Gegensatz zur Ehe, Errungenschaftsbeteiligung).

    Da eine Partnerschaft ohne Trauschein von Gesetzeswegen keinen Schutz des Schwächeren bietet, muss man sich diesen Schutz in Form einer partnerschaftlichen Vereinbarung schaffen… oder eben heiraten.

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