
«Stern»-Cover vom 6. Juni 1971: «Wir haben abgetrieben». Der Artikel wirrd als wichtiger Impuls für die neue Frauenbewegung gewertet.
Der Satz ist geschichtsträchtig: «Ich habe abgetrieben» – das bekannten 1971 mehrere Hundert Frauen im deutschen «Stern». Damals war das Bekenntnis politisch, denn Abtreibung war in Deutschland illegal. Mit ihrer Aussage brachen die Frauen ein Tabu und riskierten ihre Reputation. Der «Stern»-Artikel löste denn auch einen Sturm der Empörung aus – vor allem aber kickte er die neue Frauenbewegung an, auf welcher die Frauen dann in eine gleichberechtigtere Zukunft brausten. So weit, so gut.
Vergangene Woche nun publizierte der «Blick» ebenfalls ein Abtreibungsgeständnis – wie ein fernes Echo jenes «Stern»-Artikels. Die «Starautorin» und «frischgebackene Mutter» Zoë Jenny erzählte, wie sie als junge Frau, kurz nach ihrem grossen literarischen Erfolg, ungewollt schwanger wurde. «Ich war jung, hatte nicht viel Geld, war mir nicht sicher, ob der Partner der Richtige ist.» Sie entschied sich für die Abtreibung. Nur ihr damaliger Freund sei eingeweiht gewesen, «ansonsten wusste niemand von der Abtreibung.» Sie habe sich damals noch selbst wie ein Kind gefühlt. «Und irgendwie gab es für mich keinen anderen Weg, als abzutreiben.»
Natürlich schürt ein solches Bekenntnis auch im Jahr 2010 Emotionen. Die Reaktionen auf den Artikel seien «enorm» gewesen, heisst es bei «Blick». Nach der Leserbriefseite zu schliessen, waren die meisten davon negativ. Tatsächlich wirft der Artikel Fragen auf, zunächst vor allem die: Interessiert uns die Abtreibung von Frau Jenny? Oder besser: Sollte sie uns interessieren und wenn ja, warum? Die Antwort gibt Jenny am nächsten Tag gleich selbst. Unter dem Titel: «Warum ich das Tabu brach», erklärt sie: «Keine Frau entscheidet leichtfertig, ihr Ungeborenes wegzumachen.» Abtreibung sei ein Thema, mit dem sich die Gesellschaft beschäftigen müsse. «Es darf kein Tabu mehr sein.»

Ausriss aus dem Blick: Zoe Jenny erläutert die Motivation für ihre Abtreibung.
Nun ist in der Schweiz die Abtreibung weder illegal noch scheint das Thema mehr sonderlich umstritten, seit sich das Schweizer Stimmvolk im Jahr 2002 für die Fristenregelung aussprach. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche liegt es im Ermessen der Frau, ob sie ihr Kind austragen will und die Abtreibungsgegner beschränken sich darauf zu fordern, dass der Schwangerschaftsunterbruch nicht aus der Grundversicherung bezahlt werden dürfe.
Dennoch bleibt das Thema natürlich aktuell – auch in diesem Forum wird immer wieder angeprangert, dass viele heutzutage den Schwangerschaftsabbruch als Lifestyle-Familienplanungstool müssverstünden, dass verantwortungslose Emanzen ihre Fehler auf Staatskosten ausbadeten. Das ist natürlich hanebüchener Unsinn.
Die Schweiz hat eine der niedrigsten Abbruch-Raten Europas und die Zahlen sinken von Jahr zu Jahr. Dennoch kenne ich einige Frauen, die abgetrieben haben, und keine traf den Entscheid leichtfertig. Aber nach wie vor ist das Feld ideologisch besetzt. Der Slogan von 1971 lautete: «Mein Bauch gehört mir», womit die Frauen das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper und ihre Sexualität forderten. Ein Thema, das heute so kontrovers ist wie damals, auch wenn sich die Akzente verschoben haben.
Die damalige Kampagne wollte Frauen Mut machen, ihre Erfahrungen zu teilen, das war auch die Absicht der «Stern»-Kampagne, wie Alice Schwarzer in der Nachschau schrieb: «Eine Frau, die abtrieb, tat das meist in totaler Einsamkeit. Sie redete in der Regel weder mit der besten Freundin noch der eigenen Mutter, ja oft noch nicht einmal mit dem eigenen Mann darüber.» Heute würden vielleicht eher die Männer fragen, ob eine Frau das Recht hat, so allein darüber zu entscheiden, ob sie ein gemeinsames Kind bekommen will oder nicht. Sicher wäre es an der Zeit, ohne ideologische Brille zu diskutieren, inwiefern der Slogan «Mein Bauch gehört mir» heute noch zutrifft, beziehungsweise wo «mein Bauch» aufhört und «unser Kind» anfängt.
Und so ist Zoë Jennys kalkulierter «Tabubruch», der ein bisschen zu sehr nach Publicity für ihr neues Buch riecht, vielleicht doch nicht ganz so überflüssig, wie er zunächst scheint. Es ist wichtig, die nachhaltigen Konsequenzen, die eine Entscheidung für oder gegen ein Kind haben kann, sachlich zu thematisieren und zwar in all ihren Aspekten: was Körper und Sexualität der Frau, aber auch, was den Partner und die sozialen sowie finanziellen Konsequenzen und die persönliche Verantwortung betrifft. Auch wenn das nicht unbedingt im «Blick» stattfinden muss.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Wer eine Abtreibung vornimmt, hat offenbar das Verhüten vergessen, da beisst die Maus keinen Faden ab. Vielleicht haben sie nicht leichtfertig abgetrieben, aber wen interssiert das – schliesslich haben sie es jedenfalls doch getan. Ich wäre dafür, dass solche Leute (und zwar BEIDE Beteiligten) zur Strafe für die nächsten neun Monate einen Keuschheitsgürtel tragen müssten, damit sowas nicht wieder vorkommt.
Wer was mit seinem Körper macht, ist wohl sein Problem und darf nicht vorgeschrieben oder verboten. So was hirnrissiges zu schreiben wie “wer eine Abtreibung vornimmt hat das Verhüten offenbar vergessen” geht ja gar nicht. Sagen Sie das mal dem 12-jährigen, sexuell missbrauchten Mädchen (um nur eine vieler Möglichkeiten zu beschreiben…). Was Zoe Jenny gemacht hat oder immer noch macht, interessiert hingegen niemand, weil es ihre Sache ist. Aber die Diskussion über Abtreibungen muss noch viel stärker geführt werden, gerade weil es niemandem leicht fällt abzutreiben, aber weil jede Frau auf dieser Welt deiese Grundrecht, über ihren eigenen Körper zu bestimmen, nicht verlieren darf!!!
@ Mischa Veith
Ok, dann gehört der Körper des ungeborenen Kindes ja wohl auch dem Kind, also darf niemand anders darüber bestimmen dass es zu sterben hat.
Ich weiss, dass es Gründe geben mag, wo die Frau sich nicht anders zu helfen weiss (Behinderung, Medikamente die das Kind schädigen, abwesender Kindsvater usw), aber wenn Sie mal zum Thema googeln würden, dann könnten Sie anhand der Kommenare sehen, dass es wohl Frauen gibt, die einfach mal schnell abtreiben als ob man einen Kaffe trinkt.
Schlussendlich macht es aber für das abgetriebene Kind keinen Unterschied, aus welchen Gründen es nicht leben durfte weil es dann einfach tot ist.
Ein Freund (verheiratet)hatte eine Affäre mit einer Frau aus dem Büro, sie hat ihm erzählt sie sei unfruchtbar, nun darf er Allimente bezahlen weil sie gelogen hatte und dann Schwanger wurde. Sie wollte es nicht abtreiben da sie gehofft hatte dass er dann zu Ihr ziehen würde wenn das Kind da ist. Nun lebt sie von der Sozialhilfe obwohl er sehr viel bezahlen muss, aber das meiste Geld geht für Ihre psychotherapie und die fremdbetreuung des Kindes drauf. In diesem Fall wäre es besser gewesen das Kind nicht zu bekommen oder zur Adoption freizugeben. Das Kind wurde hier als Waffe missbraucht nur weil eine Frau Ihren willen durchsetzen wollte. Das arme Kind.
Um es vorschtig auszudrücken, ihr Freund oder besser seine Frau ist mit einem blauen Auge davon gekommen! Der Gummi dient nicht nur der Verhütung. Wer ohne Gummi poppt muss die Konsequenzen tragen können. Basta
Die meisten Menschen machen regelmässig Tests um den Gummi nicht gebrauchen zu müssen, gerade in längeren Beziehungen / Affären. Es geht auch nicht um den Akt sondern um das Kind und das wurde von einer Emanzipierten Frau als Waffe missbraucht! Und ich sehe nicht ein warum wir alle nun für Ihre Therapie bezahlen müssen, da wäre die Abtreibung günstiger gewesen. Oder sie hätte von Anfang an die Wahrheit gesagt, aber es ist ja immer der Mann schuld. Also wenn Frau lügt = Mann schuld, wenn Frau fremdgeht und sich scheiden lässt = sie hat das Sorgerecht da Mann schuld, wenn Frau jemanden der Vergewaltigung bezichtigt = der Mann ist schuld, weil auch nette Männer ab und zu vergewaltigen(sagt Alice). Einfach zum kotzen dieses Emanzen zeugs.
Ne markus genauso wie mir die permanente Opferbetonung der Frau auf den Sack geht, genauso nervt mich das geweine des Mannes sich neuerdings als permanentes Opfer zu sehen. Nochmals wenn Ihr Freund eine Arbeitskollegin beglückt und aus lauter (hormonbedingter) Naivität keine Gummi benutzt, dann hat er die Konsequenzen zu tragen. Da ist keine Alice Schwarzer schuld, da ist keine Emanze schuld, da hat Ihr Freund einfach Mist gebaut.
Ach Pippi äh Nemo, es war einen Affäre unter Erwachsenen und Sie hat behauptet unfruchtbar zu sein, er hätte sonst sicher ein Kondom genommen, das hat nichts mit Triebgesteuert zu tun (oder ist Dein Kind dadurch entstanden das Du Triebgesteurt bist?). In diesem Fall ist Sie die Täterin und das Kind und der Mann das Opfer. Es kommt immer auf den Fall drauf an, manchmal sind Männer und manchmal sind Frauen schuld aber auf jeden Fall ist das Kind das Opfer.
Mühsam das die Redaktion diese Doppelnamen nicht sperrt!
@ali, hmm hat was, zum Glück kann mir das nicht passieren. Traue nie einer triebgestörten Frau! Mit was poppen den die Japanerinnen? Gehen die leer aus ? Kein wunder werden die immer weniger.
Sex am Arbeitsplatz ist sowieso ein No No. Ein Grund fuer eine fristlose Kuendigung beider beteiligten. Ganz abgesehen davon, dass der mann da ziemlich aniv war. selbst wenn die frau sagte sie sei unfruchtbar. denn unfruchtbarkeit hat oft psychologische hintergruende.
@Katharina, ja es ist zwar verboten macht aber trotzdem spass;-) Also ich hätte Ihr auch nicht geglaubt oder doch? Die Frau ist da am längeren Hebel und kann dem Mann erzählen was sie will, leider. Zum Glück kann sich der Mann heutzutage auch schützen, tut zwar etwas weh am Anfang aber danach lebt es sich sorgenfrei. Stimmt bei vielen die sich Kinder wünschen klappt es oft nicht weil sie sich zu fest darauf versteifen (psychologisch). Finde es aber trotzdem schlecht das viele ein Kind als Waffe benutzen und es soll sogar leute geben die Ihre Bücher damit promoten.
@markus:
“Mit was poppen den die Japanerinnen? Gehen die leer aus?”
typische männerfrage – wenn du den mamablog aufmerksam verfolgst, wirst du kaum lesen, dass eine frau fragt: “wieso wollen männer eigentlich nicht mit gummi poppen?”
frauen definieren guten sex nicht über den erfolg beim sportspartner, frauen sind autoerotisch. für die meisten frauen ist sex gut, wenn er für sie gut ist – und da die meisten gummi-befürworter sportficken betreiben, fragen sie sich eher, wie oft die sportspartnerin gekommen ist, als wie es ihnen selbst am meisten spass machen würde.
@markus
Mit Emanzentum hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil, das Verhalten der Frau was extrem altbacken. Einen Mann mit einem Kind zu binden ist die Strategie von Frauen, welche sonst nichts drauf haben. Der Frau würde etwas mehr Emanzipation sehr gut tun.
Abgesehen davon: Selber schuld. Wer ohne Gummi poppt, nimmt das Risiko in Kauf. Hab ich kein Mitleid.
Ihr Freund weiss schon, dass ein Gummi auch noch vor anderem schützt – oder? Und warum braucht man keinen Gummi, wenn man regelmässig einen Test macht? Vor was schützt den ein solcher Test?
Die Frau hat dem Freund versichert sie sei noch Jungfrau. Und der Freund hat dies auch geglaubt, genauso wie der Freund alles glaubt, was ihm jemand erzählt wird.
volle Zustimmung, Nemo. Wer einer Frau glaubt, ist selber schuld! Deshalb poppen die Japaner in erster Linie High-Tech Gummi-Susis.
Das Problem hier: die wollte ja gar nie abtreiben. Also ist die Diskussion eigentlich hinfällig. Oder sehe ich das falsch?
Naja zum Glück haben wir in der Schweiz eine mehr oder weniger säkularisierte Staatsform. Es ist absolut richtig, dass die Entscheidungsmacht, ob die befruchtete Eizelle in ihrem Körper zu einem Kind heranwachsen soll oder ob dieser Prozess beendet wird, alleine bei der betroffenen Frau liegt. Dass sie sich von ihren Mitmenschen oder auch Institutionen beraten lässt, ist ihr Recht, aber nicht ihre Pflicht. Auch spielt es keine Rolle, ob die beiden unvorsichtig waren, das Kondom geplatzt, die Pille wegen der Einnahme anderer Medikamente nicht wirkte oder ob sie ihren Sexualpartner willentlich getäuscht hat. Denn es ist auch immer sie, welche primär mit den Konsequenzen zu leben hat. Wenn ich als Mann mein Recht auf Verhütung nicht ausübe, muss ich mit den Konsequenzen leben können.
Moralapostel beiden Geschlechts, welche Sex nur zum Zwecke der Fortpflanzung wünschen, sollen dies so handhaben, aber anderen vorzuschreiben wie sie und mit wem sie zu koopulieren haben geht eindeutig zu weit. Die anderen Moralisten, welche eine Frau in die Mörderinnen Ecke stellen, weil sie sich gegen das Kind entschied, sind, wie zu erwarten war in der Mehrzahl Männer. Diesen sei nochmals erklärt, dass in der Schweiz das Lebensrecht des Embryos ab der 12. Schwangerschaftswoche beginnt, das ist der demokratisch gefällte Wille der Schweizerinnen und Schweizer, daran haben sich auch Abtreibungsgner zu halten.
nemo verwechselt recht mit ethik und moral. das recht gibt bezüglich der abtreibung einzig zur strafbarkeit auskunft. das recht ist gesetzt und nimmt nur auf die mehrheit rücksicht, während über moral und ethik immer aus individueller perspektive diskutiert werden kann.
von rechts wegen ist das rauchen in öffentlichen räumen verboten. ob rauchen vom ethischen standpunkt her verwerflicher ist, als eine abtreibung, darüber spricht sich das gesetz nicht aus … sowenig wie über die arglistige täuschung, um eine schwangerschaft herbeizuführen.
man könnte auch sagen, nemo schert sich weder um moral noch ethik, er richtet sich einzig nach dem gesetz. ob das stimmt, muss er für sich beurteilen, diese aussage kann aber auch im mamablog diskutiert werden.
Nein ich verwechsle recht, weder mit Ethik noch mit Moral. Wobei historisch betrachtet die Abgrenzung zwischen Moral und Recht nicht so einfach ist, wie dargestellt. Moralisch verwerflich kann, ein Anlass sein, damit es rechtlich bestraft wird.
Es ist richtig, dass die Moral aus der individuelle Perspektive entsteht, daher gilt sie grundsätzlich für das Individuum und es grenzt an Menschenverachtung, die eigene Perspektive allen übertragen zu wollen und ist für mich daher moralisch, aber nicht rechtlich, verwerflich.
Die Feststellung des Individuums, dass es eine bestimmte Handlung als moralisch verwerflich verurteilt ist ja OK, aber diese eigene moralische Vorstellung als einzige, richtige Handlung darzustellen ist unethisch.
Das Gesetz dient als Leitfaden und die eigenen moralischen Lebensauffassungen, haben sich diesem unterzuordnen.
lieber nemo, wenn man andere mit ‘moralapostel’ tituliert, zeugt das – und wie ich meine auch der stil, in welchem du deinen beitrag verfasst hast – nicht von respekt für andere ansichten.
ps
immerhin fand der chef einer der behördlichen ethikkommission die abtreibung, in welcher woche nach der zeugung auch immer, als ethisch verwerflich, und zwar unabhängig davon, ob sie nun legal sei oder nicht. man kann also durchaus darüber diskutieren, auch wenn das gesetz was anderes dazu meint.
gemäss gesetz gibt es den ehebruch nicht mehr, in den moralischen vorstellungen der meisten leute ist er jedoch immernoch fest verankert. trotzdem halten sich die gleichen leute heute meist mit einem urteil zurück, wenn es nicht ihre eigene beziehung betrifft. gesetzlich erlaubt heisst also nicht unbedingt gesellschaftlich anerkannt.
Moral und Recht sind zwei Paar Schuhe:
So kann etwas rechtlich erlaubt, aber moralisch verpönt sein, wie z. Bsp. Prostitution; andererseits gibt es Dinge oder besser Taten, die moralisch durchaus gerechtfertigt sind, rechtlich aber verboten (das gibt dann immer in den Zeitungen eine kleinen Volksaufstand…) wie zum Beispiel, als ein ALS-Patient am Flussufer sich erholen wollte und sich von seinen Betreuern ans Ufer fahren liess. Leider war es Wochenende, und der Weg mit einem Fahrverbot am Wochenende belegt. Die Polizei machte auch noch eine Kontrolle, und so wurde der Rollstuhlfahrer (bzw. die Betreuerin) gebüsst.
Halt, Stopp. Zitat der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin, Bundesamt für Gesundheit: “Aufgrund ihrer Überlegungen unterstützt die NEK den Grundgedanken der Fristenregelung. Dieser hat zwei Elemente: Einerseits wird die moralische Autonomie und die Verantwortungsfähigkeit der Schwangeren anerkannt. Die Fristenregelung räumt ihr während einer begrenzten Zeit die Möglichkeit zur eigenen Entscheidung ein, ob sie die Schwangerschaft austragen will. Nur die schwangere Frau ist in der Lage zu ermessen, was die ungewünschte Schwangerschaft für sie und
für ihr Leben bedeutet.”
@Nemo
Genau. Super Beitrag.
@ali
Bei ihrem Beispiel zum Rauchen geht es um den Schutz des Nichtrauchers, wobei Raucher wie auch Nichtraucher beides lebens- und empfindungsfähige Wesen sind.
Die Abtreibung hat natürlich einen problematischen Kern, da es um die Tötung eines potenziellen, solchen Menschens geht. Eine Entscheidung zur Ermöglichung von Abtreibung ist also bestimmt keine so ethisch klare, wie z.B. der Schutz des Nichtrauchers vor gesundheitlichen Folgen, welche er selbst nicht zu verantworten hat. Das Recht auf Abtreibung beruht auf einem Abwägen. Hier das Recht der Schwangeren auf Selbstbestimmung über ihren Körper, da das Recht des heranwachsenden Kindes. Als Resultat erlaubt das Gesetzt ja auch nicht Abtreibung in jeder Phase der Schwangerschaft, sondern nur in einem frühen Stadium, wo der Zellhaufen a) noch ein rel. grosses Risiko hat abzusterben (glaube ich) und b) noch keine Empfindungen, kein Bewusstsein da sein wird. Es ist ja nicht so, dass Abtreibungsbefürworter diesen Konflikt nicht sähen.
Die Haltung das Leben ab der Zeugung zu schützen hat übrigens auch nur den Anschein von konsequenz. Denn eigentlich wäre schon jeder gebrauch eines Kondoms eine Verhinderung möglichen Lebens. Die Genanlagen sind bereit, das Spektrum der möglichen Erbgüter gelegt. Es kommt zwar nicht immer zur Befruchtung, aber ebensowenig reift eine befruchtete Eizelle immer zu einem Kind heran. Die Grenze, die man zieht ist also nicht so klar.
@Ali
Noch zum “untergejubelten Kind”:
Natürlich ist das ethisch, moralisch verwerflich. Ich glaube aber nicht, dass man das gesetzlich ahnden sollte. Einerseits weil es jeweils sehr schwierig durchfürbar sein könnte (beweisen: wer hat nun wirklich was gesagt). Viel wichtiger scheint mir aber der Punkt, dass intime Beziehungen eben nicht wie Verträge behandelt werden sollten. Es gäbe ja noch dutzende weiterer unmoralischer Beispiele: Er / Sie betrügt Sie / Ihn. Der eine gibt seinen Job auf um zum anderen zu ziehen, während dieser sich nach wenigen Tagen trennt und schon lange eine Affaire hat usw. Ich glaube dass man dem Mensch auch eine Art Raum für seine Schwächen lassen muss und nicht alles regeln sollte, mal davon abgesehen, dass man es nicht könnte.
Ein weiteres Argument wäre, dass Mann so einer ungewollten Vaterschaft ja auch nicht hilflos gegenüber steht. Wenn man auf Verhütung pocht, dann kann man dieses Risiko sehr gut auf fast Null minimieren.
Ja, es ist nicht klar, aber es gibt einen Grund zur Unterscheidung von Verhütung und Abtreibung: Weder die Eizelle noch das Spermium sind für sich genommen lebensfähig, und weder das eine noch das andere besitzt den vollen Chromosomensatz eines Menschen.
Und es gibt viele Gründe, weshalb nicht aus jeder befruchteten Eizelle ein Kind entsteht (ich kann keine Quelle angeben, aber ich glaube, die Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu ca. einem Drittel aller Befruchtungen erfolglos sind): Das Ei kann vorzeitig absterben, es kann sich nicht in der Gebärmutter einnisten, es kann abgestossen werden, und und und..
Und ja, im Alten Testament gibt es da die Gestalt, die von Gott wegen Verhütung bestraft wurde: Onan, in Gen 38.
@StefanB
Ich sage ja nicht, dass es keinen Grund gäbe, nicht zwischen vor und nach der Befruchtung zu unterscheiden. Aber es gibt m.E. eben auch Gründe zwischen einem Frühstadium dieses Organsimuses und seiner späteren Entwicklung zu unterscheiden. Und es gibt Gründe, die dafür sprechen einer Frau die Selbstbestimmung über ihren Körper in dieser Sache über den Zeitpunkt der Befruchtung hinaus zuzusprechen. Beim Abwägen der verschiedenen Gründe käme ich dann ebne auf soetwas wie die Fristenlösung
@alexander
meines erachtens ist es nicht durchdacht, zerstörung neuen lebens damit zu rechtfertigen, dass man es auch hätte verhindern können.
vor der zeugung handelt es sich bloss um zellen, welche durch zellteilung entstanden sind, wie haut(-schuppen). spermien und eier sind nur spezialisierte zellen ihrer produzenten. wir machen uns auch keine gedanken, wenn uns beim duschen einige lebende zellen aus hautschüppchen durch den abfluss verlassen
nach der zeugung jedoch handelt es sich um eine rekombinierte zelle, also um neues leben, das streiten selbst die abtreibungsbefürworterinnen nicht ab. s. http://www.svss-uspda.ch/de/facts/biologie.htm
wie auf obiger seite nachzulesen ist, gibt es nur eine sachliche argumentation, wie weit die entwicklung nach der befruchtung fortgeschritten ist; ab wann ein embryo ein mensch sei, darauf wissen selbst die abtreibungsbefürworter keine konkrete antwort und verweisen auf die philosophisch-ethische Ebene.
Blödsinn, die Entscheidung über das Kind liegt zu GLEICHEN Teilen bei BEIDEN Eltern … ausser in der Bibel entsehen Kinder nie ohne Vater … leider sieht dies das Gesetz noch nicht so, da haben wir noch viel Arbeit vor uns bis die Gleichheit der Geschlechter erreicht ist.
Beginnt das Lebensrecht eines Kindes exakt um 00:00 Uhr der 12. Woche? Ab wann wird diese Frist denn gemessen, ab der Ejakulation? Schreibst du dir denn auf, wann du kommst – so auf einem Zetteli neben dem Bett?
Und du wirfst anderen vor, Moralapostel zu sein – ein Mann mit einem Abspritz-Log neben dem Bett…
@Cyril Beritkov
In Biologie geschwänzt, Fensterplatz gehabt oder einfach nichts verstanden? Kein Problem auch dafür würde das Internet helfen
Liebe Leute, für mich ist Abtreibung ganz klar MORD, denn man tötet ein Lebewesen. Somit unterstützt jeder Befürworter das Töten von unschuldigen Kindern. Auf der anderen Seite sind es aber gerade diese Leute, die dagegen sind, Verbrecher hinzurichten. Also Leute, die jemanden verletzen oder töten, dürfen weiterleben, dafür dürfen unschuldige Kinder nicht weiterleben, da diese meistens aus Spass und zu einem ungünstigen Zeitpunkt entstanden sind. Ich bin der Meinung, dass es eher an der Aufklärung fehlt. Solange man das Gefühl hat, man kann ja dann wieder abtreiben, wird sich auch der Mann nicht viel überlegen (vgl. Beispiel vom naiven Zahler, welcher Markus 4.8./13:34 beschreibt). Dieser wird wohl auch eher Druck ausüben, dass er dann nicht zahlen muss. Aber wir haben bereits eine Zeit erreicht, wo Überlegen und Verantwortung Übernehmen erst im Nachhinein erbracht werden muss. Lustigerweise hat BLICK meinen ähnlichen Kommentar über den sinnlosen Bericht von Zoë Jenny nicht abdrucken wollen. Einen Roman kann sie schon schreiben, aber verhüten bzw. Verantwortung übernehmen liegt nicht drin. (Quelle: Vergleich Abtreibung mit Hinrichtung aus Nassim N. Talebs Buch “Der Schwarze Schwan”)
Das schlimme ist das er das Kind gerne mehr unterstützen würde, er es aber nicht kann weil sie nun ständig quer schlägt und wenn es Ihr nicht passt dann geht sie wieder zum psychiater welcher sie wieder einweist und das Kind wiederum fremdbetreut werden muss da er kein Sorgerecht hat. Sie spielt ein Spiel mit dem Kind, den Ämtern und mit unserem Geld! Soviel zum Thema der Bauch gehört mir, aber die konsequenzen gefälligst auch. Der Staat macht es da den Frauen viel zu einfach.
Ist Rauchen während der Schwangerschaft dann Körperverletzung am ungeborenen Kind? Und wenn man selbst nicht raucht, das Kind aber nicht gesund auf die Welt kommt – kann man dann die Raucher verklagen?
Entschuldigen Sie die überspitzte Darstellung, aber Mord geht bei Abtreibung doch ein bisschen zu weit.
Ich denke, wenn jemand während der Schwangerschaft raucht, könnte man dies als Körperverletzung durchgehen lassen. Aber eigentlich geht es hier wieder ums Thema Verwantwortung. Wenn jemand Verantwortung übernimmt, dann kann er auch während der Schwangerschaft aufhören zu rauchen. Wie wollen Sie denn das Töten von einem ungeborenen Kind nennen?
oh gott, ein Fundi!
Wachen Sie auf, wir sind im 21. Jahrhundert. Wandern sie nach Vatikanstadt aus mit dieser Einstellung.
Sie haben anscheinend KEINE Ahnung was es heisst ein ungewolltes Kind austragen zu müssen bzw. dieses illegal wieder loszuwerden. Sie fordern die Kriminalisierung von hunderten Frauen die es auch tun würden, wäre es nicht erlaubt.
Dies Mord zu nennen (=besonders grausame Tötung eines Menschen mit Motiv) ist einfach nur traurig!
Richtig, ich habe keine Ahnung, was es heisst, ein ungewolltes Kind austragen zu müssen. Ich weiss aber, was passieren kann, wenn ich ungeschützten Geschlechtsverkehr habe. Da muss man eben Verwantwortung tragen und kann es nicht einfach wieder loswerden. Ich finde nicht, dass wenn man im 21. Jahrhundert lebt, dass man einfach ungeborene Kinder töten darf. Darum ist es MORD, weil man einen Menschen mit dem Motiv “ich hatte Spass und will nun keine Verantwortung übernehmen” umbringt.
erstaunlicherweise hat bis jetzt hier noch niemand die psychischen Folgen einer Abtreibung erwähnt.
Inzwischen weiss man, dass eine Abtreibung bei den betroffenen Frauen psychische Probleme auslöst. Viele Frauen werden depressiv und müssen sich behandeln lassen. Was selbstverständlich die Krankenkassen bezahlen. Aber viel schlimmer als die finanziellen Schäden, ist der schlechte psychische Zustand der Frauen.
Das nach einer Abtreibung die Frauen seelisch meist sehr leiden wird von den Abtreibungsbefürwortern und Ärzten gerne ausgeblendet.
Oft stehen die Frauen mit Ihrem seelischen Leid leider dann alleine da. Dies ist wohl das grössere Tabu als die Abtreibung selbst.
“Inzwischen weiss man, dass eine Abtreibung bei den betroffenen Frauen psychische Probleme auslöst. ” diese Aussage dürfte bloss auf die von psychischen problemen aufgrund einer abtreibung betroffenen frauen zutreffen. ich kenne frauen, welche sich dieser massnahme wohlüberlegt unterzogen haben, ohne unter depressiven zuständen zu leiden.
ich meine, bei einer solch pauschalisierenden aussage dürfte es sich um einen versteckten moralisierenden appell handeln.
Frage: Werden Frauen, die eine Abtreibung wuenschen, bei Euch nicht psychologisch betreut und werden diese Frauen nicht auf die psychischen Folgen des Eingriffs hingewiesen?
sicher werden sie das! Ausserdem ist das auch kein Tabu, sondern einfach nicht so ein kontroverses Thema wie die Abtreibung selber.
Wie Ali richtig sagt, viele, wenn nicht gar die Merhrheit trägt daraus keine “psychischen” Schäden davon. Dass man ev. ein leben lang nicht sicher ist, ob das nun richtig war, das hingegen wird wohl die meisten begeleiten. (das gibt es aber bei vielen Dingen).
Depressionen sind ein psychischer Schaden. Und ich bezweilfe echt, dass da die mehrheit keine psychischen verletzungen hat.
psychische verletzungen sind keine bagatelle, die in anfuehrungszeichen zu schreiben seien.
“Dennoch kenne ich einige Frauen, die abgetrieben haben, und keine traf den Entscheid leichtfertig. Aber nach wie vor ist das Feld ideologisch besetzt”, sagt Michelle sehr richtig.
das bedeutet, dass es gut waere, wenn frauen die abgetrieben haben, eben ueber ihre emotionen danach schreiben wuerden.
wie die beitraege hier zeigen, ist das thema eben ieologisch besetzt – hijacked sage ich gerne. Ideologie hat noch nie zu sinnvollen loesungen gefuehrt, zeigt die geschichte noch und noecher und trotzdem scheinen menschen immer wieder in diese grube zu fallen, in der sich die kontrahenten dann real oder virtuell zerfleischen.
ups, das Anfühungszeichen hätte hinter “Schäden” hingehört. (also: “psychischer Schäden”). Gemeint war das nicht abwertend.
Wissen Sie, eine Depression ist eine relativ klare medizinische Diagnose, dass man nach einer Abtreibung etwas “down” ist, ist völlig normal. (Diagnose Depression in diesem ZUsammenhang eigentlich falsch, da nachvollziehbare Ursache (je nach Diagnosemanual)) Dass daraus eine Depression im psychiatrischen Sinne (und nicht im ugs. Sinne) entsteht ist sicher möglich aber garantiert nicht die Regel.
“Wissen Sie, eine Depression ist eine relativ klare medizinische Diagnose” sicher….. Sie sprechen mit einer Expertin am empfangendn ende einer soclhen stoerung und von diagnosen….
so simpel ist es eben nicht.
mein anliegen ist, dass den maedchen diese sachverhalte erklaert werden und sie dann einen informierten entscheid faellen kann. weiter nichts. dazu gehoert eben auch der aspekt depressionen oder eine periode von traurigkeit.
und dass sie deswegen eben ein umfeld mit support und compassion brauchen wird, nicht technokratische funtionaere, die das ganze nach der checkliste des ICD-10 abhacken.
hm, da verstehen wir uns ja prächtig. Ich kann das was sie da gerade geschrieben haben 1:1 unterschreiben. Habe nicht mit einer Kollegin gerechnet, daher meine etwas “allgemeintaugliche” Wortwahl.
Sie rennen offene Türen ein, dem psychischen Aspekt der medizin/des Lebens wird viel zu wenig Wichtigkeit beigemessen. Leider wird dies schon in der Ausbildung zum Arzt fast komplett ignoriert.
Sie scheinen Erfahrung mit solchen Mädchen zu haben, falls das wirklich so häufig ist bin ich zu tiefst schockiert. Die darf man natürlich nicht einfach so hängen lassen nach einer Abtreibung.
hmm, Dr. Dude, ich bin nicht Aerztin. habe aber eine Stoerung die sich bipolar disorder nennt, aus gruenden die hier einmal vor laengerer zeit skiziert wurden. deshalb sagte ich ich sei am empfangenden ende.
die problematik der therapie besteht darin, dass sichergestellt werden muss, dass die therapierende person nicht erinnerungsbilder in die patientin einpflanzt. Stichwort Wahrnehmungsverschiebungen. deshalb sagte ich es sei nicht simpel.
meine erfahrungen mit hilfesuchenden maedchen sind meine eigene vergangenheit und dass ich deswegen eine private organisation finanziere, die missbrauchte maedchen in sicherheit bringt. zuerst in ein safe house und dann professionelle betreuung. leider sind einige dieser maedchen schwanger von dem was geschah, sodass die betreuung komplizierter wird. aber immerhin schaffen wir es, einige vor schlimmerem zu retten.von daher mein einblick in den emotionalen aspekt.
was mit mir geschah wurde wie gesagt einmal dargelegt und wuerde das hier diskutierte thema sprengen. laengere zeit mitlesende wissen davon und auch um die sprengkraft sozusagen.
das tut mir sehr leid für Sie! Ich hoffe Sie haben einen Therapeuten/in gefunden der/die Ihnen helfen kann, damit zurecht zu kommen. Dass Sie sich einsetzen für solche Opfer finde ich bewundernswert. Solche Leute bräuchte es viel mehr!
@Katharina: hatte Deinen obigen Post nicht gelesen (oder es hat sich mal wieder was verschoben): Es ist sehr, sehr wichtig, dass jungen Mädchen geholfen wird und sie nicht einfach im Stich gelassen werden, mit oder ohne Abtreibung, da hast Du vollkommen Recht und ich finde das, was Du tust, super.
Meinst Du aber nicht, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Verlust betrauert – ein lieber Mensch stirbt, man hat abgetrieben – und deswegen depressiv ist, oder ob man einen tieferen Befund hat? Ich persönlich denke, dass es je nachdem, wie man halt in der Jugend gestärkt worden oder geschwächt worden ist, besser oder schlechter läuft, wenn man solche “normalen” Verluste bewältigen muss (Tod eines geliebten Menschen, zum Beispiel). Das hat aber nichts mit traumatischen Erlebnissen wie Deinen Erlebnissen zu tun, die wohl kein Mensch einfach wegstecken kann. Das braucht HIlfe und sehr viel Arbeit vom Betroffenen.
Den Ausdruck “psychischen Schaden” kann ich eh nicht hören, das ist so etwas von pauschalisierend und wird einer Situation nie gerecht.
@Cara Mia 5. August 2010 um 07:43: ich habe meine Antwort unten als neuer Hauptthread geschrieben, da es doch eine etwas lange Antwort ist, ja ich weiss -Abhandlung, aber mir ist das Thema wichtig.
psychischer Schaden. stimmt hat einen gewissen Nachgeschmack. Ich finde die Ausdrucksweise psychische Verletzung passend. Aber eben, solche Verletzungen sind manchmal bleibende Schäden, genau wie eine Narbe manchmal nicht richtig verheilt.
Muss ja keine abtreiben, die nicht will. Unterstützung ist immer da, wenn man sie annimmt. Also ist es das Problem der Frau, wenn sie dann halt eine Zeitlang zu nagen hat. Spricht für sie, aber nicht gegen Abtreibungen.
Iö, das hat jetzt aber lange gedauert, bis sich der erste Stündeler meldet, seine indoktrinierte Meinung von sich gibt und mit der Bibel rechtfertigt.
An alle die finden Abtreibung sei in jedem Fall falsch
Wie würden Sie reagieren, wenn zb Ihre 17jährige Tochter, gerade mitten in der Ausbildung, schwanger wird. Sie wissen nicht wer der Vater wäre (weil sie es nicht sagen will) und/oder der hat sich eh schon davongestohlen. Oder die Tochter wäre aufgrund einer Vergewaltigung schanger geworden.
Wie würden Sie in den beiden Fällen reagieren? Und wer würde sich um das Kind kümmern? Die Ausbildung zu beenden könnte schwierig werden. Ohne gute Ausbildung würde sie auch später Schwierigkeiten haben, eine gut bezahlte Arbeit zu finden. Und was, wenn sie sogar eine Lehre machen würde, bei der die Arbeit bereits wärend der Schangerschaft nicht mehr möglich wäre (zB weil nicht ausgeschlossen kann, dass durch die Arbeit das Kind beschädigt werden würde, zB bei Arbeiten in einem Reinraum)? Was geschieht dann in diesen 9 Monaten Schwangerschaft + 4 Monaten Mutterschaftsurlaub? Ein Jahr die Lehre unterbrechen könnte schwierig werden.
Ich würde sicher mit ihr schimpfen. Was sonst? Ich kann ihr die Konsequenzen ihres Tuns darlegen, was sollte ich sonst tun? Sie ist quasi volljährig und m.E. sollte selbst entscheiden, was sie tut. Oder würden Sie Ihre Tochter zur Abtreibung zwingen ?
Ich habe nie was von Zwingen gesagt.
Es gibt Gründe, wo ich eine Abtreibung verstehen kann. Und das oben genannte Beispiel ist eines.
Natürlich sollte die Tochter selber entscheiden können und die Eltern auch helfen bei der Entscheidung in dem sie beide Möglichkeiten aufzeigen und beide gangbar machen. Sei das dabei sein falls abgetrieben wird oder schauen wie ein Leben mit Kind möglich ist ohne die Zukunft der Tochter zu verbauen.
Es gibt nur hier genügend Leute die sagen, in jeden Fall “selber Schuld” und Abtreiben=Mord. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dieses Urteil bei der eigenen Tochter auch anwenden würden.
Wir haben eben gerade diesen Fall in der Nachbarschaft, Mädchen 16, Vater grosses Fragezeichen, denn sie hatte zuviel intus, Eltern Frömmler. Sie MUSS nun das Kind austragen, da gibt es nichts, und das ganze Quartier grinst, weil das ausgerechnet denen passiert ist, die immer allen gepredigt haben, was Sünde ist. Mir tut das Mädchen Leid, mir vergeht bei seinem Anblick das Grinsen.
Wäre es meine Tochter, ich würde keine Sekunde zögern und ihr helfen abzutreiben, ausser natürlich, sie will das Kind. Aber davon kann bei diesem Mädchen nicht die Rede sein, der geht es hundsmiserabel. Sie muss nun mit dickem Bauch in die Schule, schämt sich in Grund und Boden und heult die halbe Zeit.
Cara Mia: Wie ist die rechtliche Situation in einem solchen Fall? Koennen die eltern das maedchen zwingen, nicht abzutreiben?
es gibt da noch zwei gefahren: wegen ihrer depression koennte es zu einer frueh oder fehlgeburt kommen.
weiter koennte sein dass sie deswegen snapped (kenne keinen deutschen ausdruck, ist wie gummbnad das ueberdehtn und dann reisst) und entweder an sich selber einen abort ausfuehren versucht (also entweder abtreibung oder suizid) oder das neugeborene im container entsorgt.
passiert hier haeufig in solchen faellen, deshalb rede ich ja so despektierlich von bible belt, obwolh ich selber spirituell bin.
@Katharina: schwierige Frage… sie müssen auf jeden Fall die Einwilligung zur Abtreibung geben, weil das ja ein körperlicher Eingriff ist. Also können sie sie indirekt zwingen, das Kind auszutragen, wie das ja auch passiert.
Schwierig hier ist ja auch die Vorgeschichte. Die Kinder dieser Leute – sie haben jede Menge – wurden von Anfang an auf dieses Sünde-Schande-Ding getrimmt und streng religiös erzogen. Das Mädchen ist völlig unselbständig und abhängig, die Kinder dürfen nichts und sind unter Dauerkontrolle. Gerade deshalb konnte es ja auch passieren, dass sie abgefüllt und dann geschwängert wurde. Sie ist so etwas von naiv (gleich alt wie meine Jüngste, deshalb habe ich den Vergleich, die sind zusammen aufgewachsen, wenn auch jeder Kontakt zu uns verboten wurde…). Gerade diese Wehrlosigkeit dieses Mädchens bringt mich total in Rage. Das ist so etwas von unfair!
Cara mia, ich bin kein Jurist, aber in gewissem Ausmass kann man solche Dinge auch vor der Volljährigkeit entscheiden. So kann ein Kind meines Wissens ab 16 auch selbst entscheiden, welchen Arzt es nimmt, und der Arzt darf nur mit Zustimmung des Kindes die Eltern über die Gesundheit informieren.
Ich habe übrigens den Verdacht, dass das Mädchen sich mehr oder weniger absichtlich “abfüllen” und schwängern liess – aus Rebellion gegen dieses Elternhaus. Das andere wäre nämlich eine Vergewaltigung.
Wenn der Arzt nur mit Einwilligung der Patientin ihre Eltern informieren darf, wie kann dann ohne diese Einwilligung die elterliche Erlaubnis zur Abtreibung verlangt werden? Ist es dann nicht so, dass der Arzt wegen dem Schweigegebot der Arzt-Patient-Beziehung die junge Frau trotzdem zum Eingriff anmelden kann/muss?
@StefanB: Das Abfüllen und danach Bumsen wird hier als eine der Arten von Vergewaltigung betrachtet. (Stichwort Date Rape Drugs, etwa Rohypnol). Der Gedankengang ist der, dass die Urteilskraft nach dem zweiten dritten Glas immer mehr beeinträchtigt wird (der Grund weshalb Alkohol am Steuer geahndet wird) und Abfüllen das aktive Wirken des Abfüllers bedingt, mit der Absicht, die Frau willig zu machen.
Es ist also meist eher eine Vergewaltigung als etwas anderes.
Ich finde im geschilderten Fall der Tochter der Zeugen Jehovas, wie ich wegen dem Kontaktverbot vermute, nicht, dass das Mädchen aus Absicht handelte. Eher vielleicht aus einer Rebellion gegen das stringente Elternhaus heraus und deshalb erst in einer Party und Abfüllen Situation. Eine Schuld müsste also in erster Linie bei den Eltern gesucht werden, und natürlich dem A-Loch, der sie abfüllte.
Wenn ich das so mit den Schilderungen noch mal überdenke, dann ist es sehr gut möglich, dass das Mädchen eine Kurzschlussreaktion macht, wegen der Doppelbelastung aus diesen gegensätzlichen Signalen in ihrem Leben.
Meine Mutter sagte mir einmal, dass, sollte ich je ungewollt schwanger werden, sie sofort bereit wäre das kind aufzunehmen und grosszuziehen, damit ich meine ausbildung weiter machen könnte. zum glück wurde ich erst dann schwanger, als es auch passte. aber die aussage meiner mutter war eine unglaublich grosse entlastung für mich und das gleiche werde ich auch meiner tochter sagen.
Tolle Mama!
@Pippi Langstrumpf
Ja!!
Es kommt also mit einer Abtreibung quasi gesetzmässig zum psychischen Totalschaden bei der verhinderten Mutter. Wenigstens bleibt bei dieser Lösung das nicht geborene Kind vor Ungemach verschont. Das wäre dann durchaus eine valable Strategie zur Schadensbegrenzung.
Und etwas weniger zynisch: welches Verhalten welchen Schaden (oder auch Nutzen) verursacht, lässt sich mittels eindimensionaler Wertehaltungen weder festlegen noch voraussagen – da zeigt sich also auch hier die Vielfalt an Gestaltung des eigenen Lebens (und das der potentiellen eigenen Nachkommen). Gut so.
Ich finde es okay wenn jemand sich für eine Abtreibung entschiedet. Meine Frau wurde selbst vor ein paar Jahren ungewollt Schwanger – ihr Zyklus hatte sich verschoben. Wir haben uns entschieden das Kind zu behalten – waren damals aber froh, dass wir wählen konnten.
Was mich stört ist die Tatsache, dass die Entscheidung alleine bei der Frau liegt. Wenn ich als Mann mich gegen das Kind entscheide und die Frau sich dafür, muss ich nachher trotzdem zahlen. Ich finde richtig wäre es, wenn die Frau sich für das Kind entscheidet und der Mann dagegen, dass sie auch alleine dafür aufkommen muss. Ausserdem was ist wenn der Mann es will und die Frau nicht? Müsste er nicht auch ein Recht haben, dass sie das Kind austragen muss und evtl. am Anfang noch stillen. Selbstverständlich muss er dann zu 100% für das Kind sorgen.
daran, dass ein mann ein kind haben kann, ohne ein frau bemühen zu müssen, daran würden die biotechnologen gerne forschen. wird aber abgeklemmt, vor allem von frauen, weil sie dann die reproduktions-allmacht verlieren würden. offiziellerweise wird ethik vorgeschoben, natürlich auch von frauen, die bei der schwangerschaftsunterbrechung nichts gegen technologie haben.
Vielleicht erklärt ja die Abtreibung die angebliche unerklärbare Unfruchtbarkeit von Zoe Jenny die dann dazu führte, dass sie ein Kind im Reagenzglas zeugen lies.
Mir ist das irgendwie schon etwas fremd.
Man wird schwanger und treibt ab und dann ein paar Jahre später muss ein Kind im jeden Preis her.
Willkommen in der Schönen neuen Welt
ja, heute ist selbst der zufall planbar, echt langweilig unser modernes leben
Stimmt, heute weiss man, wenn man abends ins bett geht, dass man am nächsten Morgen wieder aufsteht.
Früher, da wusste man ja nie, ob der böse Vogt das Haus niederbrennt, weil die Steuern noch nicht bezahlt sind, oder irgendwelche Räuber das Dorf überfallen, die Hunnen einfahren, oder Hexen einen in einen grünen Frosch verwandeln.
Und ja, ob nicht doch vielleicht einem der Himmel auf den Kopf fällt, beim Teutates!
teile die meinung von maia. entweder man will kinder und dann ist der zeitpunkt doch nach der volljährigkeit egal oder man will keine. finde diese zoe jenny mit ihrer offenheit ein bisschen bemühend. dauernd will sie irgendwelche tabus brechen. leider gibt es heute fast keine tabus mehr. über ein so dunkles und persönliches thema wie die abtreibung seines eigenen kindes sollte man wahrlich besser schweigen. es sollte auch besser ein tabu bleiben und sollte nicht plötzlich ganz normal werden, um himmels willen!
zuerst abzutreiben und dann seinen ach so riesigen kinderwunsch mit der halben welt teilen zu wollen finde ich pervers und himmeltraurig! wo simmer eigentli?
Endlich mal ein eine gute und vernünftige Ansicht! Eigentlich die Einzige!
ja wenn alles so einfach und rationell erklärbar wäre, ja wie einfach wäre doch das Leben! Die Volljährigkeit ist eine gesetzliche Grenze, dies heisst aber noch lange nicht, dass damit die persönliche Reife abgeschlossen ist. Für eine junge Frau, womöglich noch in Ausbildung, nicht in einer festen Beziehung lebend, bedeutet die Schwangerschaft und anschliessend die Geburt eine massive Veränderung. Das scheint, so glaube ich zumindest, unbestritten. Sie weiss, dass sie in diesem Moment an der Aufgabe der Mutter zerbrechen kann. Wie soll sie sich entscheiden?
- Austragen, gebären und alleinstehend gross ziehen
- Austragen, gebären und abgeben (zur Adoption, Familie, etc.)
- Abtreiben
In diesem Blog wimmelt es von alleinstehenden Mamis, die können die Konsequenzen dieser Möglichkeiten wohl am besten beschreiben. Jede Frau wird andere Prioritäten setzen und sich für den für sie am besten Weg entscheiden, aber ein Weg für alle ist nicht möglich. Sie treibt ab. Sie wird dies, sofern sie kein abgestumpftes Wesen ist, sicherlich nicht einfach so entscheiden und es wird sie garantiert ein Leben lang beschäftigen. Damit muss sie leben, basta. Bereut sie aber die erste Entscheidung muss nicht nur sie damit leben, sondern auch ihr Kind. Ein Kind das im Wissen, dass es unerwünscht ist, aufwächst, ist wohl etwas, was wir keinem Kind wünschen sollten. Fall Zwei scheint mir persönlich die grausamste Lösung (für andere mag es die perfekte sein). Sie kriegt das Kind, gibt es ab und weiss ihr Leben lang, hey es gibt da noch ein Kind von mir, aber ich kenne es nicht. Das kann zu einer Tortour werden.
Sie hat sich nun für die Abtreibung entschieden und kann dies mit Ihren persönlichen Moralvorstellungen vereinen. Dieser Entscheid ist zu respektieren und sie ist deswegen kein schlechter Mensch. Dass diese Frau nun mit 25 oder 30 alles anders sieht, ihren Traumpartner gefunden, für eine Bindung bereit und sich nun ein Kind wünscht, ist nichts abnormales. Meine Lebensvorstellungen mit 18 oder 20 sind doch nicht die gleichen wie mit 30 oder 40. Nun gut sie kann nun kein Kind bekommen. Religiöse Menschen könnten nun mit Eva Hermannischen Argumenten behaupten, das sei die Strafe Gottes. Wir sind zum Glück kein Gottesstaat und haben die Errungenschaften der Aufklärung in unser Staatswesen integriert. Gott sei Dank! Warum kriegt sie nun kein Kind? Liegt es an der Abtreibung, liegt es an der Unfruchtbarkeit des Mannes, liegt es an psychischen Problemen, an was auch immer. Soll ihr nun die Möglichkeit nachzuhelfen verboten werden, nur weil sie im jugendlichen Alter sich gegen eine Schwangerschaft entschieden hat? Wer entscheidet, wer welche Möglichkeiten ausnützen kann?
Dies finde ich weder Pervers, noch unmoralisch, noch unethisch, noch unnachvollziebahr, sondern dies ist eine Geschicht die das Leben schreibt. Dass sie dies nun mit der Öffentlichkeit teilt, who cares, wenn es die Öffentlichkeit nicht interessieren würde, käme es nicht an die Öffentlichkeit. Ich finde diese Frau aufgrund dieser Geschichte zu verurteilen pervers und himmeltraurig! Dass man ihr Vorgehen nicht nachvollziehen kannn OK, dass eine andere Frau anderst entschieden hätte, OK. Aber aufgrund einer anderen Lebensvorstellungen einen Menschen als schlecht, pervers oder sonstwas hinzustellen ist menschenverachtend.
Danke!
Nein, ich teile die Meinung von maia und maria nicht. Ihr blendet beide aus, dass Frauen so ziemlich zwanzig Jahre und mehr fruchtbar sind. Ihr ausschliessliches “Entweder man will Kinder, (…) oder man will keine” ist so ziemlich das Absoluteste, was man von einer Frau fordern kann. Nicht nur von einer Frau, auch ein Mann schreckt von einer solchen ans Fundamentalistische grenzenden Forderung zurück!
Menschen entwickeln sich, auch nachdem sie volljährig geworden sind! Ich bin nun mit gut vierzig auch nicht mehr der junge Mann, der ich mit zwanzig war – meine Ansichten haben sich geändert, ich bin in einigen Dingen toleranter, in anderen aber absoluter geworden.
So bin ich auch zur Überzeugung gelangt, dass in den meisten Fällen ein “Entweder oder” völlig falsch ist, vielmehr ein “sowohl als auch” viel verträglicher, für die Umwelt wie für die Betroffenen selbst!
Da halte ich mich ganz gerne an den grossen britischen Premierminister, der auf den Vorwurf eines Journalisten, er habe vor kurzem doch noch genau das Gegenteil behauptet, antwortete: “Sicher, aber inzwischen bin ich eben etwas schlauer geworden!”
Ich habe nicht gesagt, dass es nur schwarz oder weiss ist. Das Leben hat sehr viele Schattierungen und die Menschen entwickeln sich.
Aber ich habe den Eindruck Zoe Jenny benimmt sich wie ein kleines Kind: Wenn sie etwas will, dann soll sie das auch bekommen (oder umgekehrt, wenn sie etwas nicht will, dann eben nicht). Eigentlich sollte man irgendwann im Leben erkennen, dass das Leben eben kein Wunschkonzert ist. Wenn es um eine Tafel Schokolade geht, dann kann ich diese Haltung ja noch akzeptieren. Das aber Kinder / Menschen zu einem Konsumgut verkommen, dann frage ich mich schon, in was für einer Welt wir leben.
Wer kam eigentlich auf die Idee, jede Frau hätte nach einer Abtreibung psychische Probleme? Ich habe abgetrieben, da mich zu dem Zeitpunkt die Mutterschaft völlig überfordert hätte. Nach der Abtreibung spürte ich ausschliesslich eine riesige Erleichterung, die übrigens seit nunmehr mehr als 10 Jahren nie einer Depression oder Trauerphase gewichen ist.
Selbst wenn ich eine Trauerphase hätte durchmachen müssen: wäre mir diese erspart geblieben ohne Abtreibung? Ich habe ein Mädchen erlebt, welches vor Abschluss der Ausbildung ein Kind bekam. Rein zufällig erstrahlte sie nach der Geburt keineswegs im Mutterglück, sondern brauchte eine sehr lange Zeit, um mit der Situation zurecht zu kommen (die psychischen Probleme waren mehr als massiv) und das Kind zu akzeptieren.
Ich habe den Eindruck, dass die Drohung, psychische Probleme folgten einer Abtreibung auf dem Fuss, mehr ein Konstrukt all jener ist, die eine Abtreibung für verwerflich halten, und das diese Drohung als Abschreckung dienen soll für all jene, die auf die Idee kommen könnten abzutreiben.
dass ihnen das nicht ausmacht, wirft ein ziemlich zwielichtiges Licht auf Sie, sie Irrlicht im Hirngeflacker!
@Cara Mia 5. August 2010 um 07:43: “Meinst Du aber nicht, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Verlust betrauert – ein lieber Mensch stirbt, man hat abgetrieben – und deswegen depressiv ist, oder ob man einen tieferen Befund hat?” Da gebe ich Dir Recht, dass es ein Unterschied ist – oft aber ein gradueller:
Zuerst würde ich unterscheiden zwischen Verlusten, die durch äussere Faktoren verursacht wurden, also Tod (und auch Trennung) sei es aus welchen Gründen auch immer, denn letztlich sind Unfall, Krankheit oder Tod einfach wegen Alter (und auch das Erlöschen der Liebe bei Trennungen) weder von der davongegangenen Person noch der verlassenen Person beeinflussbar. Ich benutze gerne das Wort Zu-Fall in diesem Zusammenhang. Ein Ereignis fällt einem zu. Menschen die einigermassen gesund oder normal, wie das auch benannt werden mag, aufwachsen, erleben diese Ereignisse als der natürliche lauf der Dinge in unserer Existenz. Ein gutes Beispiel der Tod etwa von Grosseltern. Kinder erleben solche Zeiten als gemeinsames Teilen von Schmerz und Abschied und sehen, wie ihre Eltern und die Verwandtschaft damit umgehen und daraus hervor wachsen. – Trauer als Weg des Wachsens.
Eine Abtreibung ist anders:
Vielleicht können die Umstände, wie es zur ungewollten Schwangerschaft kam, manchmal als ein solches biografisches Ereigniss (Zu-Fall) gesehen werden. Aber letztendlich handelt es sich in den meisten Fällen um eine Wahl, auch wenn, wie Dr. Dude sagt, bei jungen Mädchen Trunkenheit und Party Flipping oft eine Rolle spielt – sie wissen nicht was sie tun.
Nun ist da also eine junge Frau, selber oft fast noch ein Kind, die vor der Entscheidung steht, aktiv eine Lebenslinie – Zeitlinie – zu beenden oder nicht. Sie ist also nicht diejenige, der ein Ereignis zu-fallt, sondern diejenige die je nach dem ‚die etwas zufallen lassende’ sein wird. Hinzu kommt, dass Schwangerschaft ein Ereignis ist, wo am eigenen Körper diese kosmische Kraft des Wunders des Lebens, dieses genetische Programm in uns allen, abzulaufen beginnt, ein Programm, das emotional Einfluss nimmt bevor die physischen Konsequenzen sichtbar werden.
Nun ist da also eine junge Frau, die vor dem nie beantwortbaren Dilemma steht, wie ihr Leben weitergehen würde, wenn sie die andere Alternative gewählt hätte.
Nun ist da also eine junge Frau, die bei der einen Wahl eine neue Zeitlinie und das genetische Programm abbrechen wird, weil ihre Lebensumstände so sind, dass sie fast keine andere Wahl hat.
Nun ist da also eine junge Frau, die über drei Zeit-Realitäten befinden muss: Ihre Zeitlinie als Mutter, ihre Zeitlinie als Nicht-Mutter und die Zeitlinie des Kindes in dieser Welt…und genaugenommen die vierte Linie, wenn die Existenz des Kindes als ungeborenes Leben und Zeugung, Schwangerschaft und Geburt als die reise eines Wesens aus einem anderen Zustand in den Zustand als Mensch betrachtet wird, auch wenn das keine im landläufigen Sinne lineare Zeit ist.
Der Eingriff selber bewirkt meiner Meinung nach etwas, das einer postpartalen Stimmungskrise nicht unähnlich ist – einer Krise der Trennung, denn die Geburt ist auch emotional eine Trennung von Mutter und Kind. Während bei einer Geburt die Zeitlinie des Kindes ihren Lauf in dieser Welt zu nehmen beginnt, ist die Abtreibung sowohl eine Trennung von Mutter und Kind als auch eine Trennung vom Diesseitigen und dem Jenseitigen – auch eine Trennung von wie oben gesagt alternativen Zeitlinien. Die letzten zwei sind viel absolutere Trennungen als eine Geburt.
Postpartale Stimmungskrisen können im Grad Steigerungen zu postpartaler Depression hin bis zu Psychosen haben, dann bei den Psychosen je nach Ausprägung Bipolarität und Schizophrenie.
Die Prävalenz beim Stimmungstief ist 50-80%, bei der Depression 10-20% und den Psychosen 1-3 Promille. Das ist weitaus tiefer als Prävalenz schizophrener Erkrankungen im Allgemeinen, die bei etwa 1% ist. Es kann hier sein, dass der Befund auf andere Faktoren zurückgeführt wird, siehe weiter unten.
Ich spekuliere, dass Stimmungstiefs und Depressionen nach einer Abtreibung in etwa die gleiche Prävalenz haben, vielleicht etwas höher, weil ich den Einfluss der spirituellen Aspekte höher gewichte. Trotzdem bedeutet das, dass der Aspekt des zu erwartenden Stimmungsiefs betrachet werden muss und durch ein emotionales Stütz-Netzwerk abgefangen werden muss, genau gleich wie bei einer Geburt, wo dieser Aspekt in der Schwangerschaftsbetreuung diskutiert wird.
Abtreibung als Auslöser ist klinisch nicht belegt. Ein solcher kausaler Beleg ist insofern schwierig, weil ein depressiver Befund in einer solchen Situation auf den psychosozialen Kontext zurückgeführt werden kann und da auf die Qualität (oder Absenz) der Beziehung zum Partner und gegebenenfalls Eltern.
Aber:
Depressionen sind nicht einfach nur ein zuviel und zuwenig von Botenstoffen des Nervensystems, sondern auch psychische Zustände. Und da sage ich, dass Depressionen eine klassische ‚War zuerst das Huhn oder das Ei“ Situation sind. Denn das psychische Befinden hat über die Zeit einen Einfluss auf das komplexe Spiel dieser Botenstoffe und ein Ungleichgewicht dieser umgekehrt einen Einfluss auf das psychische Befinden.
Betrachte ich nun den spirituellen Aspekt (die Zeitlinien von oben) und die nagenden Zweifel, so kann das eben über die Zeit Depressionen im klinischen Sinn bewirken. Dies kausal zu belegen dürfte methodisch schwierig sein. Die Frau müsste also dazu informiert sein, solche Signale später lesen zu lernen, um rechtzeitig Behandlung zu suchen.
Weiter ist es im Fall psychotischer Entwicklung so, dass die Disposition zu einem psychotischen Krankheitsbild oft erst im Nachhinein ersichtlich ist. Sprich, die voraus laufenden Anzeichen werden vor Ausbruch nicht als psychotische Disposition erkannt. Auslöser sind oft assoziativ, also ohne kausalen Zusammenhang. Das bedeutet, dass bei einem Abtreibungswunsch die Patientin auf diese Möglichkeit abgeklopft werden müsste; so etwa die Frage des Auftretens von Psychosen in der Verwandtschaft, gab es in der Vergangenheit Situationen von post-traumatischem Stress, z.B. Unfälle usw, damit entsprechend pro-aktiv gehandelt werden kann – etwa die Begleitung mit Stimmungs-Dämpfern und -Stabilisatoren.
Obwohl ich selber für die Fristenlösung gestimmt habe, habe ich Mühe mit der hohen Anzahl der vorgenommennen Abtreibungen in der Schweiz und Anderswo. Wenn man zum Thema googelt, sieht man, dass viele Frauen sehr wohl leichtfertig abtreiben.
Auch dass immer wieder das Geld als Argument für Abtreibung zählt ist jenseits. Man kann Kindern auch mit wenig Geld eine schöne Kindheit bieten, wenn man als Eltern verzichtet. Ich sehe oft genug, dass ein teures Auto wichtiger ist als angmessene Austattung der “geplanten Kinder”, also musss eine ungewollte Schwangerschaft nicht heissen, dass das Kind nicht trotzdem willkommen ist und dass es dann ungeliebt ist.
Vielleicht sollte man auch einfach wieder mehr Verantwortung für seine Sexualität übernehmen und zwar sind damit auch die Männer gemeint. Vor allem auch die verheirateten die unter dem Hag durchfressen. Klar ist es hinterhältig wenn Frau dem Mann ein Kind unterschiebt, aber schlussendlich muss auch er geradestehen für das Leben welches er zeugt.
Es sind halt auch Schlampen, ansonsten würden jene Frauen eine Abtreibung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Heutzutage hat ja alles fast keine Bedeutung mehr. Poppen ist bei vielen in etwa gleichzusetzten wie neue Schuhe kaufen.
Wie schon einmal erwähnt…. Für alles muss man heute eine Lizenz oder Diplom vorweisen. Aber jeder Idiot oder Schlampe kann Kinder kriegen oder abtreiben.
@ Rolf
Naja, ob man Sex gleich stellt mit Schuhe kaufen kommt ganz auf den Schuh drauf an, oder den Mann
Spass beiseite: wenn man von Matratze zu Matratze tobt, dann soll man wenigstens verhüten und die Verantwortung für seine Taten übernehmen. Man muss sich bewusst sein, dass man vom Sex keine weissse Mäuse bekommt und dass man keine Garantie hat bei Verhütungsmitteln, vor allem wenn Frau die Pille mehrmals wöchentlich vergisst oder Mann zu blöd ist, den Gummi beim rausziehen festzuhalten.
Frage mich sowieso, wie man ein Kind abtreiben kann einfach nur weil halt grad nicht passt und den späteren Kindern noch ins Gesicht sehen kann.
@ Rolf
Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass das geflügelte Wort: “Um Schlampen und Idioten erkennen zu können, braucht es eine/einen”, mit Ihrem Nick seine Bestätigung findet. Das und die Tatsache, dass sie vor Monaten schon einmal mit den gleichen Begriffen die Generation “in der Region Biel nach 1985 geboren” disqualifiziert haben, lässt Sie in einem besonders fragwürdigen Licht erscheinen. Wo liegt Ihr Problem, Rolf? Zu wenig HIrn oder zu kleiner Penis?
Gut gewähltes Thema, an gutem Aufhänger. Was noch zu ergänzen wäre: nicht wenige der Frauen, die 1971 behaupteten: “Ich habe abgetrieben”, hatten gar nicht abgetrieben, sondern sich aus “Frauensolidarität” der Aktion von Alice Schwarzer angeschlossen. Die Frivolität mit der in der Folge abgetrieben wurde, hat gerade einige dieser frauensolidarischen “Abtreiberinnen” im Nachgang der Aktion etwas nachdenklich werden lassen. Immerhin: es war der Start der brillanten Karriere von Alice Schwarzer als Frauenrechtlerin. Frankreich hat sie mit der Aufnahme in die Ehrenlegion geehrt. Der “Ehrenritterin” Schwarzer gelang es die Fruchtbarkeit der deutschen Frau (die 1870/71, 1914-18 und 1939 – 45 ihre Söhne sehr zum Ärger der Franzosen eingesetzt sah) nachhaltig zu senken. In Frankreich werden jetzt fast 2 Kinder pro Frau geboren, Deutschland (grösster Netto-beitratszahler der EU) hat die rote Laterne der europäischen Fruchtbarkeit übernommen.
Für alle die hier Mord schreien (möglichst noch gross geschrieben), die ein bis 12 Wochen altes Embryo so über alles stellen, esst Ihr Fleisch? Schon mal eine Mücke getötet. Hoffe Ihr seid dann zu allen Lebewesen gleich und nicht nur zu der “hochentwickelten” Spezie Mensch, die weiss wie man abtreiben kann.
Unter aller Sau. Wenn Sie ein Kind mit einer Mücke vergleichen wollen, was sind Sie denn? Eine Schmeissfliege?
Uebrigens esse ich seit 22 Jahren kein Fleisch, aber selbst diese Bemerkung ist jenseits, es gibt auch Tiere die Fleisch fressen.
Dieser Vergleich und deine Ansichten sind von Dekadenz kaum zu überbieten. Weißt du eigentlich was sich in der 12ten Woche beim Embryo alles gebildet hat? Man erkennt schon die Finger, den Kopf sowieso und die Beine.
Das du ein Embryo mit einer Mücke oder Fleisch essen vergleichst, sagt doch so einiges. Deine Verrohdung definiert deinen Charakter und bin froh, dass ich solche Leute nicht in meinem Umfeld tummeln.
Wollte eigentlich keinen Vergleich machen, sondern alle Lebewesen auf eine Stufe stellen.
Das geht aber nicht. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches in der Lage dazu ist, Verhütungsmittel zu verwenden, also soll er das tun und Verantwortung tragen.
Abtreiben ist nicht gleichzusetzen mit naseschneutzen.
Erfreulich dass der Artikel (wenn auch nur im Vorbeigehen) die Rechte der Väter anspricht. Die Entscheidung über das Kind liegt zu GLEICHEN Teilen bei BEIDEN Eltern … ausser in der Bibel entstehen Kinder üblicherweise nicht ohne Vater … leider sieht dies das Gesetz noch nicht so, da haben wir noch viel Arbeit vor uns bis die Gleichheit der Geschlechter erreicht ist!
Der Körper eines jeden Menschen ist unantastbar! Solange das neue Leben im Körper der Frau entsteht, liegt die Entscheidungsbefugnis bei ihr. Wenn der Mann keine Kinder haben will, soll er Verhüten, sich unterbinden lassen oder abstinent leben und wenn er Kinder möchte, so soll er sich vor dem Sex sich mit der Frau darauf verständigen oder eine andere finden.
Denn woher weiss die Frau, dass sie während der Schwangerschaft nicht verlassen wird oder dass sie alleine mit dem Kind zurück bleibt. Woher weiss sie dass der Kindsvater nicht untertaucht? Dies ist alles schon vorgekommen. Wenn das Kind geboren wurde, ja dann soll der Vater die gleichen Rechte und Pflichten wie die Frau haben.
Nur abgesehen von der köperlichen Integrität der Frau, wie soll das in der Praxis funktionieren? Der Vater will das Kind nicht und die Frau möchte es, wer hat das letzte Wort? Soll die Frau gegen ihren Willen zur Abtreibung gezwungen werden? Oder im umgekehrten Fall, wie soll die Frau von einer Abtreibung fern gehalten werden? Einsperren, Ausreiseverbot? Das Problem, es gibt auch illegale Wege und sehr lebensgefährliche dazu, die zum Ziel führen können, wollen wir diese Wege stärken? Wollen wir zum Schutze des männlichen Egos die Frauen erhöhten Gefahren aussetzen?
Mir ist schon klar, es geht vermutlich um die Kohle, wenn der Mann das Kind nicht wollte, so soll er keinen Unterhalt zahlen müssen. Dies bedeutet einfach, dass der Staat einspringt und damit die Allgemeinheit für das unverantwortliche Handeln des Kindsvaters aufkommt. Ne der hat ohne Verhütung gepoppt, der zahtl. Basta
Die Frau hat doch auch ohne Verhütung gepoppt; also soll sie jetzt mit der Konsequenz leben, das Kind austragen und allenfalls zur Adoption freigeben.
Diejenigen, die die Abtreibung so vehement verdammen und einfordern, dass “die Leute für ihre Fehler geradestehen müssen”, scheinen irgendwie zu vergessen, dass unter dieser Forderung am Ende ein Kind zu leiden hat, das dann über zwei Eltern verfügt, die es sich nie gewünscht haben, überfordert sind und alles andere als ideale Eltern sein werden. Dies wird vermutlich umso mehr der Fall sein, wenn die Abtreibende dann tatsächlich eine dieser angeblich an jeder Ecke rumlungernden wäre, die aus lauter Lifestyle-Blödsinn abtreiben, weil sie halt hin und wieder zu verhüten vergessen (also, wirklich! Diese Weiber immer! Alles Emanzen, Megären und Hexen! *rumpel polter*). Wer möchte einer Person, die zu dumm ist zum verhüten, ein Kind überantworten?
Und was die Abtreibung als Mord anbelangt: Diese Kiste war auch für das Christentum nie so einfach. Zwar wurde Abtreibung immer als Sünde angesehen (unter diese Kategorie fällt es aber auch, wenn man z.B. zu Stolz neigt und in einem öffentlichen Forum andere Leute abkanzelt, weil man es ja selber eh immer am besten weiss), aber durchaus nicht immer als Mord. Hierzu ein Ausschnitt aus der unglaublich ausufernden Wikipedia:
“Obwohl die Sukzessivbeseelung theologisch auch in der Scholastik umstritten war, unterschied das katholische Kirchenrecht vom Decretum Gratiani um 1140 bis 1869 gemäß dieser Lehre zwischen dem fetus inanimatus oder informatus und dem fetus animatus oder formatus, dem unbeseelten oder ungeformten und dem beseelten oder geformten Fetus. Ein Schwangerschaftsabbruch galt aus katholischer Sicht immer als Sünde und wurde mit monate- bis jahrelanger Buße belegt, aber nur bei einem beseelten Fetus wurde er als Mord betrachtet und mit Exkommunikation, manchmal sogar mit Todesstrafe geahndet.”
Natürlich ist es für ein Kind schlimm, wenn es ungewollt ist und das von den Eltern später auch noch zu spüren bekommt. Das ist für aber keine Rechtfertigung für Abtreibung.
Ich bin entsetzt, wie leichtfertig hier in einigen Blogeinträgen die Abtreibung einfach als eine von vielen Verhütungsmethoden betrachtet wird – besonders auch von Männern, die Druck auf ihre Partnerinnen ausüben! Es zeigt die Verantwortungslosigkeit unserer Gesellschaft, die in einigen anderen Blogeinträgen völlig zu Recht angeprangert wird. Wir scheinen in einer Gesellschaft zu leben, in der viele Menschen geistig nicht in der Lage sind, einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu erkennen und anschliessend die Konsequenzen dann möglichst bequem und schnell aus der Welt schaffen. Sicher gibt es begründete Fälle, in denen eine Abtreibung notwendig oder zumindest ethisch vertretbar ist. Das Beispiel Zoé Jenny ist aber sicher kein solcher Fall: Sie hat abgetrieben, weil es gerade nicht so gut in die Lebensplanung passte. Sie hatte weder gesundheitliche Probleme noch eine Drogensucht oder ähnlich starke Defizite, die sie daran gehindert hätte, das Kind zu erziehen. Sie hatte sogar noch einen Partner! Nicht den geringsten Abtreibungsgrund also. Dieses Beispiel, solche aus meinem Bekanntenkreis und die schiere Anzahl der Abtreibungen lässt mich doch stark daran zweifeln, dass diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen wird. Ich vermute eher, dass die psychologischen Auswirkungen vorher einfach unterschätzt werden, denn wer nicht in der Lage ist, den Zeugungsakt gedanklich mit einer möglichen Schwangerschaft zu verbinden, ist wohl tendenziell auch nicht in der Lage, die Abtreibung mit psychologischen Folgen in Verbindung zu bringen. Dafür sind die geistigen Kapazitäten in unserer Instant-Gesellschaft offenbar zu kurzfristig ausgerichtet.
PS: Ich bin Atheist.
Benster ganz unrecht haben Sie nicht, aber es stellen sich mir einfach ein paar Fragen, ohne leichtfertig damit umzugehen.
Primär finde ich eine Fristenlösung wie wir sie in der Schweiz kennen besser als ein generelles Verbot. Mit dem Verbot werden Frauen entweder ins Ausland ausweichen, illegal abtreiben oder ihre Gesundheit, wenn nicht ihr Leben aufs Spiel setzen. Vermutlich würde zwar die Zahl der Abtreibungen abnehmen, aber andere Folgen wären gravierender. Nun gibt es die verschiedensten Lösungsmöglichkeiten, es entscheidet eine staatliche Behörde, es entscheidet ein privateR Arzt (Ärztin) oder es entscheidet die Frau. Meiner Meinung nach ist die Lösung wonach die Frau entscheidet jene Lösung, welche die Willkür am besten unterbinden kann. Auch ist es die Frau die mit dem Entscheid zu leben hat. Ohne die effektiven Details von Frau Jenny zu kennen, ist es schwer objektiv zu beurteilen, ob sie leichtfertig entschieden hat. Ob es ihr gerade nicht so in die Lebensplanung passte, weiss ich nicht. Es kann auch gut sein, dass sie auch nur einen Teil der Gründe preisgeben will und kann. Es war ihr Entscheid und vermutlich zu diesem Zeitpunkt der aus ihrer Sicht beste. Wie können wir das abschliessend beurteilen? Ja es gibt Missbrauch und ja gewisse Frauen gehen damit zu leichtfertig um und ja gewisse Abtreibungen erscheinen sinnlos. Es ist leicht einer Frau unlautere Gründe vorzuwerfen, ihr den fehlenden Sinn fürs Leben, unethisches Verhalten und Leichtfertigkeit vorzuwerfen. Ich als Mann muss die Konsequenzen nicht tragen und wenn ich noch kaltschnäuzig genug bin, gibt es auch noch Wege mich von der finanziellen Pflicht zu drücken. Aber wer hat das Recht dies zu entscheiden und wer legt fest was ein Abtreibungsgrund ist? Werden objektive Gründe festgelegt, bei welchen eine Abtreibung erlaubt ist, so wird entweder versucht diesem Grund zu entsprechen. Schnell ist der mögliche Vater der Vergewaltigung bezichtigt, schnell ist eine psychische Krankheit simmuliert, etc. Oft gehen die Abklärungen länger als das Zeitfenster für die gerfahrlose Abtreibung.
Die Diskussion ist doch sehr von der eigenen Moral geprägt, da gibt es das eine extrem, welches jede Abtreibung als Mord deklariert und das andere extrem, welches einen 12 Woche alten Fötus mit einer Fliege gleichsetzt. Ich erachte beide Extreme als falsch, pauschalisiert und sicherlich nicht als allgemein gültig. Aber als Mann kann ich relativ locker eine absolute Meinung einnehmen und eine Abtreibung moralisch verurteilen. Mein Körper betrifft es nicht, ich bin auch mobil und schnell weg wenn ich die Verantwortung scheue. Die Frau bleibt mit der Brut zurück.
Nun gut die Situation sieht sicherlich anderst aus, wenn man direkt betroffen ist. Als Vater würde ich meiner Tochter die Vor- und Nachteile aufzeigen, würde ihr erstens zu verstehen geben, dass egal wie sich entscheidet, ich sie unterstützen würde und ihren Entscheid respektieren. Meine Priorität wäre es, dass sie das Kind austragen würde und meine Frau und ich ihr entsprechend zu Seite stehen würden. Dennoch würde ich versuchen, sie so wenig wie möglich zu beeinflussen, es ist ihr Körper und es ist ihr Leben.
Das hat doch überhaupt nichts damit zu tun, dass man/frau Abtreibung als Verhütungsmethode ansieht, vielmehr ist es doch so, dass man sich gerade fragen muss, ob man jemandem, der eben diese Einstellung hat, die Verantwortung für das Aufziehen eines Kindes zutrauen kann.
Und ich habe auch einen Bekanntenkreis und kenne keine einzige Frau, die eine Abtreibung vorgenommen hat. Ich nehme an, dass das dann die “schiere Anzahl von Abtreibungen” aus Ihrem Bekanntenkreis nivelliert. Persönliche Erfahrungen als gesellschaftliche Tendenzen anzuschauen, ist meines Erachtens weder bei dieser noch bei sonst einer Diskussion besonders hilfreich.
“Persönliche Erfahrungen als gesellschaftliche Tendenzen anzuschauen”. Die schlaueren nennen es Studien.
Die gehen so:
Nehme eine beliebige Menge statistischen Zahlenmaterials.
Definieren den eigenen Standpunkt.
Entwickle eine Taxonomie so, dass der eigene Standpunkt sich als die Gruppierung mit dem höchsten Auftreten erweist.