Leben


Michèle Binswanger am Mittwoch den 7. Juli 2010

Frühkindlicher Bildungsstress

SCHWEIZ EINWEIHUNG KINDERKRIPPE

Bildungspläne schon für die Kleinsten? Wann fängt der Ernst des Lebens an? Kinderkrippe in der Welschschweiz (Bild: Keystone)

Gestern berichtete mir mein Chef von einem Beurteilungsgespräch in der Kinderkrippe. Solche Gespräche, sagte er, wirkten in ihrer aufdringlich positiven Tendenz auf ihn wie ein organisiertes Wohlfühlprogramm für Eltern. Als Krippen-Unerfahrene – die Betreuung unserer Kinder organisierten wir in den frühen Jahren privat – war mir gar nicht bekannt, dass bereits in Krippen Beurteilungsgespräche geführt werden.

Später dann bekam ich die «NZZ am Sonntag» in die Finger, da staunte ich noch viel mehr. Dort erfuhr ich von einem neuen nationalen Bildungsplan für Kinderkrippen. Demnach will eine Allianz aus Verbänden, Städten und Unternehmen die Einführung eines verbindlichen Bildungsplans für extern betreute Kinder von 0-4 Jahren einführen. Er soll pädagogische Empfehlungen und Anregungen, Vorgaben und Lernziele formulieren. Noch wird über die Finanzierung des Projekts verhandelt, im Herbst soll der Plan erarbeitet und bald als verbindliche Grundlage für alle verbindlich werden.

In anderen Ländern existieren solche Bildungspläne bereits. In den Neunzigerjahren wurden sie in Neuseeland, Norwegen und Schweden für verbindlich erklärt. Im Jahr 2000 zogen England, Finnland und Dänemark nach. Die Schweiz, so sagte SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr, liege hier im Hintertreffen, die Einführung der Pläne sei also dringend nötig.

Wirklich?

Was die flächendeckende Einführung von Bildungsplänen für Krippenkinder konkret bezweckt, dazu äusserte sich Ulla Grob, Geschäftsführerin des Verbands der Kindertagesstätten Kitas. Ziel sei es, «das Potenzial der Kinder besser auszuschöpfen», denn dieses werde allgemein «zu wenig genutzt». Die Familie allein biete dem Kind in der Regel «zu wenig Förderung» , weshalb Kinderkrippen «eigene Lernprozesse» anbieten müssten, damit die Kinder dann beim Eintritt in die Schule über «besser ausgebildete Kompetenzen» verfügten. Betreuung allein sei nämlich nicht genug. Letztlich sei das Ziel, «das Leben der Kinder zu optimieren».

Sicherlich ist es ein hehres Ziel, Kindern eine anregende Umgebung zu bieten und auf ihre Interessen einzugehen. Trotzdem stösst mir hier nicht nur die mit Management-Jargon kurzgeschlossene Bildungsbürokratie auf. Dass die Entwicklung der Krippenkinder bereits mit einem «Portfolio», also einer Fiche festgehalten werden sollen, erscheint mir heikel. Sicherlich stehen dahinter nur die besten Abichten, aber im Zeitalter der totalen Information sind Daten ein Gut, mit dem nicht vorsichtig genug umgegangen werden kann. Und die Behauptung, Kleinfamilien seien heute kaum mehr in der Lage, alle Bedürfnisse der Kinder abzudecken, ist geradezu lächerlich. Mag sein, dass es Familien gibt, die ihren Kindern zu wenig Anreize bieten. Auf die meisten Mütter und Väter, die ich kenne, trifft das nicht zu. Und Eltern, die sich ihren Kindern und vielleicht auch denen der Nachbarschaft aufmerksam zuwenden, fördern diese sicher genau so effizient, wie die Lernziele einer Krippenangstellte, die eine ganze Horde Kleinkinder damit behelligen muss.

Und dieses «muss» ist hier der springende Punkt. Die Diskussion, ob die interne der externen Betreuung vorzuziehen sei, oder umgekehrt, will ich hier gar nicht führen. Vielmehr geht es darum, wie die Bürokratie per Dekret ins früheste Kindesalter vorstossen soll, was wohl letztlich zu höheren Hürden für den Beruf der Kleinkindbetreuerin, mehr Bürokram, weniger Freude am Umgang mit den Kindern und teureren Krippeplätzen führen wird. Ganz zu schweigen davon, dass die Kinder fichiert werden müssen.

Persönlich bin überzeugt, dass man Kleinkindern «Lernprozesse» nicht erst umständlich andienen muss, denn die frühen, von eifrigem Spiel geprägten Jahre sind nichts anderes als das. Und die Freiheit in der Entfaltung ist das grösste Privileg dieser Zeit. Die Leistungsgesellschaft streckt ihre gierigen Finger früh genug nach den Human Ressources aus.

154 Kommentare zu „Frühkindlicher Bildungsstress“

  1. rb sagt:

    Wenn Frühförderung wirklich so effektiv wäre, müsste bei den Erwachsenen doch jene besonders erfolgreich sein, die in der Kindheit gefördert wurden. Und zwar müsste der Effekt zu finden sein, nachdem andere Einflüsse (Intelligenz, soziale Schicht, Wohnort etc.) herausgerechnet wurden. Schaut man in die Forschung, sind keine derartigen Befunde vorhanden. Zwar können einzelne Fähigkeiten kurzfristig verbessert werden, aber langfristig verliert sich der Effekt wieder. Mein Fazit: Den Kindern die Möglichkeit bieten, eigene Interessen zu entdecken und zu verfolgen, aber nicht irgendwas von aussen aufdrängen.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Ist das wirklich so? Sehr interessant! Haben Sie da noch nähere Angaben?

      • rb sagt:

        Ich kann Ihnen Literaturangaben zu Forschungsartikeln geben, auf die man aber nur mit entsprechender Lizenz über Uni o.ä. zugreifen kann. Wenn Sie das Thema allgemein Interessiert, kann ich Ihnen das Buch “The Blank Slate” von Steven Pinker wirklich sehr empfehlen. Es gibt auch eine deutsche Übersetzung, ich weiss den Titel aber grad nicht auswendig.

      • mira sagt:

        @rb
        Haben sie trotzdem ein paar Links? Würde mich auch interessieren. Da an Uni, hab ich zu den meisten Journals Zugang.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Schliesse mich Mira an, merci.

      • rb sagt:

        z.B. diese Bücher bzw. Artikel (in den Literaturangaben finden Sie weiterführende Literatur, ich zähle jetzt nicht alles auf):

        Rowe, D. C., (1994). The Limits of Family Influence: Genes, Experience, and Behavior. New York: Guilford.

        Rich Harris, J. (1998) The Nurture Assumption: Why Children Turn Out the Way They Do (New York: Free Press.

        Bruer, J. T. (1999). The Myth of the First Three Years: A New Understanding of Early Brain Development and Lifelong Learning. New York: Free Press.

        Turkheimer, E. (2000). Three Laws of Behavior Genetics and What They Mean. Current Directions in Psychological Science, 9(5). 160–164.
        Bouchard, T. J. (1998). Genetic and Environmental Influences on Intelligence and Special Mental Abilities. Human Biology, 70, 257–259.

        und etwas biologischer:

        Fernald, R. (2003). How Does Behavior Change the Brain? Multiple Methods to Answer Old Questions. Integrative Comparative Biology, 43, 771–779.

        Es gibt Neuere, da Sie Zugang zu Psychinfo etc. haben, können Sie die ja einfach suchen.

      • mira sagt:

        @rb
        danke
        als fachfremde ist es meist schwierig zu suchen, da man die richtigen fachwörter nicht kennt

  2. René sagt:

    Die Bildungsbürokratie wird wohl nicht aufzuhalten sein, es liegt im Trend. Ich frag mich bloss, weshalb sich viele Leute so kritiklos den immer mehr regelnden, staatlichen Institutionen anvertrauen, statt die Sache selber in die Hand zu nehmen. Sind wir schon so eingelullt und bequem geworden?

    • Leider ja! Das Individium wird in immer grösseren Kreisen verachtet und DDR-Methoden oder Zustände idealisiert. Hoffen wir auf die Wahlen 2011!

      • Cybot sagt:

        Und wen willst du da noch wählen? Diese Entwicklungen kommen ja nicht nur von einer Seite, keine der grossen Parteien will ernsthaft einen mündigen Bürger, der würde ja ihre Macht einschränken.

    • Genau Rene: im Frühling 2011 Waffeninitiative. Hier geht es um dein Thema. Ist der Schweizer Bürger, der als Wehrmann seit 1874 die Waffe im Hause haben muss, noch fähig zu so einer moralischen Leistung? Oder drückt man ihm einfach die Flinte in die Hand, wenn er Kanonenfutter werden soll, wie im EU-Raum?
      Wer hat diese Waffen-Initiative angestrengt? Die staatsgläubigen SP-Frauen.

      • Gion Saram sagt:

        @Giorgio Girardet Lieber Giorgio, üblicherweise bin ich ja mit dir bei vielen Sachen einig, aber nicht bezüglich auf die Waffenabgabe. Viele meiner RS-Kollegen in der Sanität, hätten aufgrund ihrer Vorstrafen vor der RS niemals von ihrem Heimatkanton einen Waffenschein erhalten, aber das Militär zwang sie dann eine Pistole und Munition mit nach Hause zu nehmen. Ich habe nie verstanden warum das Militär die Waffenabgabe nicht als Motiviations und Belohnungsinstrument eingesetzt hat. Waffenabgabe für den Lagerung zuhause, nur für Soldaten die über einen tadellosen Leumund verfügen und sich in der ganzen Militärzeit nie einer eines groben Disziplinarverstosses schuldig gemacht haben. Ich selber hätte übrigens diese Kriterien nicht erfüllt, und hätte das Schiesseisen im Schrank auch keine Sekunde lang vermisst.

      • Lieber Gion Saram, ich bin ganz und gar nicht ein Waffennarr und habe aus genau dieser Überlegung heraus auch nicht in der Sanität Militärdienst geleistet, sondern beim Train. Auch dort gab es Gesellen, denen man auf den ersten Blick nicht die Waffenabgabe zugetraut hätte. Ich meine aber, dass die Waffenabgabe aus zwei Gründen Sinn macht:
        1. Es ist eine Massnahme, die in der ganzen Welt bekannt ist, und in der ganzen Welt mit Schaudern zur Kenntnis genommen wird. Gerade die “immerwährende bewaffnette Neutralität” mit “Waffe im Schrank” ist vielleicht einer der Standortvorteile der Schweiz, der letztlich dazu geführt hat, dass heute die Schweiz nicht nur mit dem Bankgeheimnis dreckige Geschäfte machen kann, sondern auch Depositärstaat des Internationeln Völkerrechts ist, Heimat des IKRK und UNO-Sitz.
        2. Die “persönliche Ordonnanzwaffe” ist eine zweifach “tabuisierte” Waffe: ihr Gebrauch untersteht einzig dem persönlichen Gewissen und der eidgenössischen Gesetzgebung und sie darf nur im Kriegsfall verwendung finden. Wie reif die Schweiz für so eine Institution ist, zeigte sich während des Generalsteiks 1918. Owohl die Arbeiterschaft die Waffe zu Hause hatte und durch den Aktivdienst auch im Gebrauch geübt war, kam es nicht zu nennenswerten Zusammenstössen. 6 tote Arbeiter auf die ganze Schweiz, während in Detuschland noch jahrelang marodierende Freikorpsverbände herumzogen.
        3. Die Erziehung der jungen Männer auf die “Waffenfähigkeit” hin dürfte auch auf anderen Gebieten zu positiven Effekten führen (Verlässlichkeit, Ernsthaftigkeit, Reife). Ich meine diese SP-Waffeninitiative, ist letztlich nur durch den Willen der nach 68er-Frauenbewegung motiviert, den “alten Mann zu dekonstruieren”. Wer Bottellons, und Hanflegalisierung bejaht und einem promisken Liebesleben das Wort redet, dem wird die “Waffe im Haus” ein Ärgernis sein. Gewiss. Nur ist es eine Frage der Definition der Freiheit, ob man die Canabis-Legalisierung, die Abtreibung und das offene Massenbesäufnis als “Fortschritte” sieht.

        Wenn die Schweiz weiterhin ihre hohe Aufgabe in der Friedensvermittlung und als Depositärstaat des humanitären Völkerrechts wahrnehmen will, dann muss sie eine verlässliche, konstante Wehrbereitschaft haben. Egal ob die Waffe im Haus militärisch Sinn macht oder nicht, sie ist der Ausdruck der demokratischen Schweiz, für die hohen Werte auch persönliche Unannehmlichkeiten zu übernehmen. Die Waffe im Besenschrank ist eine sehr billige Abschreckungsmassnahme und militärisch intelligenter, Als Tausende von eingebunkerten Waffen, die problemlos gezielt vernichtet, oder von korrupten Beamten verhökert werden können.

  3. Monato Roddenberry sagt:

    “Ich frag mich bloss, weshalb sich viele Leute so kritiklos den immer mehr regelnden, staatlichen Institutionen anvertrauen”

    Ich biete an: Je mehr der Staat das Leben seiner Bürger organisiert und beschränkt, desto mehr halten diese ihm solches zu Gute und verlieren das Vertrauen in ihre eigene Schöpfungskraft. Der Mensch ist ein Rudeltier und je mehr er sich vereinzelt und verliert, desto grösser wird die Sehnsucht und das Vertrauen in die realexistierende vorgestellte Gemeinschaft: Dem Nationalstaat.

  4. StefanB sagt:

    Sehr geehrte Frau Binswanger,

    Sie begehen wie auch andere den Fehler, dass Sie von sich und Ihrer unmittelbaren Umgebung auf die Allgemeinheit schliessen.
    Aber es ist schon so, dass eine gewisse Regulierung nötig ist, um Standards zu setzen und Vergleiche objektiv machen zu können. Sollte nicht viel mehr diskutiert werden, *was* die Standards sein sollten und *wie” sie umgesetzt werden können?

    Ich bin mir dabei im Klaren, dass die frühkindliche Entwicklung nicht linear fortschreitet und äusserst individuell verläuft – denn jedes Kleinkind ist ein Unikat im besten Sinn des Wortes, und jedes Kind hat unterschiedliche Begabungen.

    Was in der KITA imho vor allem gelernt werden muss, sind die “soft skills”, die ja nach gängiger Theorie immer wichtiger werden, aber nirgends richtig gelehrt werden, da kein Mensch genau weiss, was der andere wieder darunter versteht. Für mich gehören Dinge dazu wie: wie gehe ich mit dem anderen um, Respekt vor dem Mitmenschen (s Marilie briegget, wänn de hansli sie boxet) und vor dem Besitz des anderen (de fritzli brüelet, wänn d julia ihm s autöli wägnimmt). Noch dazu natürlich, dass man ab einem gewissen Alter selbständig aufs Töpfli gehen kann, Schuhe binden (ich selbst hab das erst spät gelernt, da ging ich schon in die Primarschule – aber ich war immer ein Gstabi, bin aber trotzdem was rechtes geworden).

    • Michèle Binswanger sagt:

      Sie irren. Ich schliesse nicht von mir auf die Allgemeinheit, denn ich habe meine Kinder nicht in die Krippe geschickt und finde trotzdem, dass es Krippen braucht. UInd zwar günstige Krippen mit guten Betreuerinnen. ich glaube einfach nicht, dass der Staat das Ziel so erreichen kann. Denn die wesentliche Frage ist: (ACHTUNGACHTUNG): Was psiiert mit dem Beruf der Kleinkinderzieherin, wenn solche Lehrpläne plötzlich für alle verbindlich werden? Das heisst ja auch, dass es neue Lehrpläne in den Ausbildungen braucht = neue Strukturen, neue Lehrer, neue Prüfungen, neue Kosten usw.

      Und gehen Sie davon aus, dass die Kitas, wie sie heute bestehen, den Kindern keinen respekt or Mitmenschen mitbringen usw, und zwar weil das eben nicht im Lehrplan steht?

      • StefanB sagt:

        Frau Binswanger, dann habe ich aber den Text:

        Zitat: Mag sein, dass es Familien gibt, die ihren Kindern zu wenig Anreize bieten. Auf die meisten Mütter und Väter, die ich kenne, trifft das nicht zu.

        falsch interpretiert.

        Und ich hoffe doch sehr, dass die heutigen Kitas den Respekt vor dem Mitmenschen den lieben Kleinen beibringen, wie auch den Respekt vor anderen Lebewesen – auch ohne Lehrplan. Nur: Unsere heutige Welt meint, alles reglementieren zu müssen (ich erinnere mich an die Tagesmutter, die seit Jahrzehnten die Kinder erfolgreich betreut hatte, und nur, weil sie mehr als zwei, drei Kinder aufnahm, hätte sie plötzlich x Bewilligungen, Zertifikate etc. benötigt, so dass sie den Bettel zum Leidwesen der Kinder wie auch der Angehörigen hingeschmissen hat), und was nicht im Reglement steht, gehört dann halt nicht dazu. Und ich meine eben, gerade diese “soft skills” wie Empathie, Respekt etc. müssen so früh wie möglich gelernt werden, denn je später, deste schwerer werden diese Werte verinnerlicht.

      • StefanB sagt:

        Und ja, was ich noch sagen wollte: Leider gibt es ausser den physisch vernachlässigten Kindern auch die psychisch vernachlässigten. Ich fürchte, es sind sogar mehr :-( Das ist aber nur eine persönliche Vermutung.

      • Die Kleinkindererzieherin (Fachperson Betreuung Richtung Kind(gibt auch Behinderte/Alte)) wird schon heute mit “Remo Largo” top ausgebildet. Dieser Beruf hat aber grundsätzlich zwei Haken:
        1. er wird aus Arbeitksmarktgründen mehrheitlich von jungen Frauen ergriffen, die in manch anderem Beruf schlicht die intellektuellen Anforderungen nicht erfüllen würden. Womit nichts gesagt sein soll, mir ist persönlich die Vorstellung ein Gräuel, dass nur Frauen die integrieren, differenzieren (im Sinne der Höheren Mathematik) können und Goethe und Brecht kennen Kindergärtnerinnen werden dürfen, wie das viele SP-Bildungstheoretikerinnen fordern (auch eine Kindergärtnerin muss ihre Praxis “wissenschaftlich reflektieren” können und braucht darum eine Hochschulausbildung!)
        2. er bietet keine grossartigen Entwicklungsmöglichkeiten. Ausser das Führen einer eigenen Krippeninstitution.

        Diese jungen Frauen sind mehrheitlich ziemlich wertkonservativ eingestellt und sehen ihre Ausbildung eher als Schritt zu einer Familiengründung, in der sie dann die “traditionelle Rolle” übernehmen werden, weil es schlicht ökonomisch widersinnig und emotional eigenartig wäre, für den Krippenbetreuerinnenlohn, eine Krippe für Kinder zu finanzieren.

        Idealtypisch dafür ist die Berner Krippenleiterin, welche in der SVP die jungen Frauen vertreten will, nachdem Jasmin Hutter zurückgetreten ist (weil sie Mutter wurde):
        http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Die-SVPFrau-die-von-der-Kinderkrippe-aus-Karriere-macht/story/17135354

      • mira sagt:

        @Giorgio Girardet
        Und wie passen die ganzen Krippenangestellten über 40 (mit Kindern) in ihr Schema? Ihr Bild ist zu eng.

      • adlerauge sagt:

        @girardet: wertkonservativ… daran sollten sie sich ja nicht stossen, oder?

        ausserdem: schön, dass sie auch mal zum schluss kommen, dass wertkonservativ=intellektuell minderbemittelt.

        ihre worte, nicht meine.

  5. StefanB sagt:

    Vielleicht kommt die Abneigung gegen Beurteilungsgespräche ja davon, dass im Wort “Urteil” vorkommt, somit eine Wertung in gut oder schlecht. Vielleicht wären die Leute etwas weniger enragiert, wenn diese Gespräche unter dem Titel “Standortbestimmung” liefen? :-)

    • mira sagt:

      Yep, das ist ein guter Vorschlag. Würde der von uns erlebten Sache auch näher kommen.

    • maia sagt:

      und, was ändert der Name? Wird doch in Firmen genauso gemacht, aber es sind eber immer doch Beurteilungsgespräche…..
      lasst doch Kinder einfach Kinder sein – werden doch noch früh genug be- und damit auch verurteilt.

      • StefanB sagt:

        Ich finde, Standortbestimmung ist neutraler, weil es im Gegensatz zu Beurteilung keine Verurteilung (im Sinne von erfüllt/nicht erfüllt) impliziert.

        Kinder Kinder sein zu lassen, da wäre ich auch dafür – aber wo kann man das denn noch, wenn man nicht gerade in Hinterobertupfingen zu Hause ist? Und: Kinder be- und verurteilen sich selbst gegenseitig, da brauchts noch gar keinen erwachsenen Einfluss.

    • maia sagt:

      @stefan: Wenn Sie auch dafür sind, dass Kinder noch Kinder sein dürfen – dann tun Sie doch etwas dafür. Wir Erwachsenen sind dafür verantwortlich wie unsere Welt aussieht! Die ist ja auch für uns Erwachsenen nicht mehr besonders lustig.
      Ich finde Standortgespräch ist einfach eine Schönredung für das, was es wirklich ist. Wenn jemand den Standort nicht erreicht, dann hat er eben nicht erfüllt (bei uns gibt es dann z.B. eine Lohnkürzung). Da bin ich dann schon eher dafür, dass man die Dinge beim Namen nennt.
      Natürlich ver- und beurteilen Kinder, es braucht den Einfluss der Erwachsenen, damit sie merken, was sie damit tun und wie sie damit umgehen können. Ich hoff ja doch schwer, dass sie als erwachsener Mensch nicht mehr so einfach be- und verurteilen, sondern dass sie gemerkt haben, dass es eben sehr viel mehr als schwarz weiss gibt. – oder sind sie da noch Kind geblieben?

      • StefanB sagt:

        Maja, ich meine Standortbestimmung eher im Sinn: wo stehe ich bzw. wo steht das Kind, was hat es schon gelernt, und was sollte es noch lernen. Ich meine es eben nicht wertend in die Kategorien gut/schlecht, vernünftig/unvernünftig oder begabt/unbegabt.

        Sie meinen Standortbestimmung im wirtschaftlichen Sinn, a.k.a. MitarbeiterInnenbeurteilung; ich kenne sogar eine Firma, die nennt dies GPS. Eben so meine ich dies nicht! Sondern eher im Sinn des echten GPS: Wo steht das KInd (ich weiss, ich wiederhole mich), und wo muss es durch, um das Ziel zu erreichen.

    • maia sagt:

      Stefan, ich kann ihnen nur sagen, dass es hier im Kindergarten genauso läuft, wie eben auch im Berufsleben. Das Gespräch wird als Standortgespräch verkauft, genau so wie sie es sagen, dann werden Defizite aufgezählt (natürlich auch das Positive) und dann wird “durchgegriffen”. Das Kind muss in diese und jene Therapie, braucht da und dort noch Förderung usw. usf.

      • Raphi sagt:

        Da kommt mir fast das Kotzen… :(

      • StefanB sagt:

        Hm, dann würde ich wohl die Kindergärtnerinnen darauf hinweisen, dass sie ja die Fachpersonen sind, die die Kinder zu fördern haben – darum ist sie Kindergärtnerin und nicht Tagesmutter! Nicht jeder Entwicklungsrückstand braucht Therapie, da die meisten sich sowieso mit der Zeit auswachsen. Wenn er allerdings droht dem Kind zu schaden (z. Bsp. verzögerte Einschulung – wobei dies nicht unbedingt schlecht sein muss) dann wäre m.E. eine Therapie erst angezeigt.

  6. Lea sagt:

    Binsi redet ueber Buerokraite.

    dabei ist die interne buerokraite dort aus dem ruder.
    sie ist dermassen aus dem ruder, dass ein einfaches echo nicht duchkommt.

    der staat soll sich aus der kindheit raushalten. soweit es geht ueberhaupt aus kindheit und elternsein.
    die tun so wie wenn sie da ein benefit fuer das wohl der kindlichen entwicklung sein moechten mit ihren ideen zu ultrafruehkindhorten und und und.

    aber ihren eigenen job, naemlich den schutz zu bieten wenns imelternhaus anscheulich spinnt, tun die ganz und gar nicht.
    nein. insbesondere die dirt nicht.

    Gruesse,

    Katharina

  7. Katharina sagt:

    Binsi redet ueber Buerokraite.

    dabei ist die interne buerokraite dort aus dem ruder.
    sie ist dermassen aus dem ruder, dass ein einfaches echo nicht duchkommt.

    der staat soll sich aus der kindheit raushalten. soweit es geht ueberhaupt aus kindheit und elternsein.
    die tun so wie wenn sie da ein benefit fuer das wohl der kindlichen entwicklung sein moechten mit ihren ideen zu ultrafruehkindhorten und und und.

    aber ihren eigenen job, naemlich den schutz zu bieten wenns imelternhaus anscheulich spinnt, tun die ganz und gar nicht.
    nein. insbesondere die dirt nicht.

    Gruesse,

    Katharina

    • Das so viel gepriesene “Wohl des Kindes” linker BürokratInnen gilt ja ledlglich als ersatz für “Wohl des eigenes Portemonnaie”. Wir Bürgerinnen und Bürger dürfen das nicht goutieren!

      Es ist weniger so, dass die Bürokratie aus dem Ruder ist sondern das ist knallhartes Business-Kalkül der Linken. Es geht NUR um Geld. Das läuft für dlie Linke nur gut, solange das Volk schläft.

      • René sagt:

        Definieren Sie “die Linke”. Oder meinen Sie eher “die Bürokraten” (davon gibt’s “rechte” wie “linke”).

      • Lea sagt:

        Es geht um Bürokratie. weshalb: wenn die öffentliche Hand ihr Budget geschäftstreu handhaben würde oder müsste, wäre die einzig richtige Politik im Moment strikteste Austerity. Dies erzeugte allerdings eine globale Depression.

        mir ist wurscht, welches Etikett draufsteht, ob links oder rechts oder mittendrin.

        ginge es um das Portemonaie, dann müsste ja die absolute freie unregulierte kapitalistische Markwirtschaft gepredigt werden. Denn dann kann ja jedes einen hort eröffnen und hoffen, jemand kaufe dann die dort angebotene Indoktrination.

        Ein markt freier und vor allem eigener Meinungen. Diese sind weitaus vielfältiger als der immer währende Tretmüll von links und rechts.
        Davor haben Bürokraten eben Angst. Denn sie würden sehr viel über ihre eigene Redundanz hören müssen.

        Sorry, solchen Leuten geht es nur um Ideologie. und vermutlich wirklich Totalitarismus.
        Genau gleich wie diejenigen, die immer nur über ‘Die Linken’ oder ‘Die Rechten klönen.
        das geht ja schon soweit, dass diejenigen, die über den Gang in der Mitte hinüber laufen auf die andere Seite und fragen: “Hey, könnten wir nicht unsere Positionen so kombinieren, dass die Lösung so und so für beide akzeptabel ist?” abgewählt werden.
        Warum: weil das Fußvolk von dieser ewigen Hetze so aufgebracht ist, dass es nur noch Kampfstiere wählt, die dann verbockt im Parlament rumschnauben.

        Es gibt dazu einen Ausdruck:

        Mexican Stand-off.

        Das Resultat davon ist immer dasselbe. Schiess mich tot bis zur letzten Kugel.
        Also keine Lösung.

        Grüsse, Katharina.

    • Katharina sagt:

      Es geht um Bürokratie. weshalb: wenn die öffentliche Hand ihr Budget geschäftstreu handhaben würde oder müsste, wäre die einzig richtige Politik im Moment strikteste Austerity. Dies erzeugte allerdings eine globale Depression.

      mir ist wurscht, welches Etikett draufsteht, ob links oder rechts oder mittendrin.

      ginge es um das Portemonaie, dann müsste ja die absolute freie unregulierte kapitalistische Markwirtschaft gepredigt werden. Denn dann kann ja jedes einen hort eröffnen und hoffen, jemand kaufe dann die dort angebotene Indoktrination.

      Ein markt freier und vor allem eigener Meinungen. Diese sind weitaus vielfältiger als der immer währende Tretmüll von links und rechts.
      Davor haben Bürokraten eben Angst. Denn sie würden sehr viel über ihre eigene Redundanz hören müssen.

      Sorry, solchen Leuten geht es nur um Ideologie. und vermutlich wirklich Totalitarismus.
      Genau gleich wie diejenigen, die immer nur über ‘Die Linken’ oder ‘Die Rechten klönen.
      das geht ja schon soweit, dass diejenigen, die über den Gang in der Mitte hinüber laufen auf die andere Seite und fragen: “Hey, könnten wir nicht unsere Positionen so kombinieren, dass die Lösung so und so für beide akzeptabel ist?” abgewählt werden.
      Warum: weil das Fußvolk von dieser ewigen Hetze so aufgebracht ist, dass es nur noch Kampfstiere wählt, die dann verbockt im Parlament rumschnauben.

      Es gibt dazu einen Ausdruck:

      Mexican Stand-off.

      Das Resultat davon ist immer dasselbe. Schiess mich tot bis zur letzten Kugel.
      Also keine Lösung.

  8. Auguste sagt:

    hmm…, ich weiss nicht genau, was sich frau fehr genau vorstellt unter „optimiertes leben 0-4“, aber hier ein kleines muster aus der praxis. unsere söhne gingen jeweils ab etwa dem dritten lebensjahr in eine kita. zum schluss des kitajahres 2007 hatten sie eine aufführung von homer’s odyssee einstudiert. der fünfjährige war einer von zwei odysseusen und der knapp vierjährige war einer seiner gefährten und ein sirene – die casting-verantwortliche kannte offenbar ihre pappenheimer. die aufführung war der hammer – eine toga-party für knirpse/innen. unseres oddyseus’ wichtigste gefährtin war die kita-leiterin im range einer souffleuse und der kleine brachte das ganze stück mit stummem, stoischem rudern sicher nach ithaka. einen lehrplan hatte diese kita nicht, aber eine kinderbande, die sich jeden tag darauf freute, sich wiederzusehen, um miteinander zu spielen, malen, singen, essen, mittagsschlaf zu halten – kurz, kind unter kindern zu sein.

    wie immer haben unsere hiesigen, sonnenverwöhnten ziegenbock-fans recht und unrecht. für die kita-aufführung der winkelried-sage brauchts keine staatlichen programme, aber eine kita wäre schon nicht schlecht.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Oh wie härzig, ich sehe die Szene grad vor mir……

      • Wer mit gefakten Nicks unterwegs ist, applaudiert auch gerne unter zusammenfantasierten Kommentaren.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Giorgio, das scheint Sie und andere “ganze Kerle” hier so richtig zu wurmen, dass ich unter verschiedenen Nicks – sogar männlichen, welch’ ein Frevel eines niedrigen Weibes – unterwegs sein konnte, ohne dass Sie es merkten. Tja, das Leben kann hart sein……..

        Ich habe schon gestern darauf hingewiesen, dass mein kleines Experiment seit über 2 Wochen beendet ist, entspannen Sie sich, vielleicht ein bisschen Yoga……

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ach Orlando, wenn schon, ein “Omnibus” oder gebrannte Himbeere, aber nicht mal diese Köstlichkeiten könnten mich locken, das Publikum ist nicht nach meinem Geschmack. Nicht wahr, ein gewisses Niveau muss schon sein. Nur weil Ihnen langweilig ist, kann ich mich nicht opfern, ich sagte doch schon, wenn Sie artig sind, vielleicht mal……

    • Hübsch zu lesen. Für einmal nichts unter der Gürtellinie. Allein: Hätten Sie Kinder, wüssten Sie, wie meilenweit ihre niedliche Fantasterei abseits der Realität liegt. Machen Sie Kinder: es werden auch Texte mit Hand und Fuss folgen.

      • Raphi sagt:

        Girardet, Girardet… Er sprach grad von den Seinigen. Fail.

      • Aufgrund der “Qualität” von Augustes bisherigem “Schaffen” im Mamablog, denke ich seine “Vaterschaft” iet eine “Clownerei”.
        Aber Ihrem Votum entnehme ich: auch Raphi ist noch nicht Vater.

      • Piero Grande sagt:

        Aber klar, Homer in der Kita! Und damit gewannen sie sicher einen Tony Award…
        hmmm…was ist los August? Für eine Harlekinade müssen sie sich schminken.
        Wohl noch nie eine Kita von innen gesehen, Phantast. Jetzt haben sie sich selber verraten. You lost, pal!

      • Auguste sagt:

        @ giorgio girardet

        hmm…, ich habe hier ein foto, dass eine szene der von mir beschriebenen aufführung festhält. ich lasse es ihnen gerne mit einem zweiten zur gegenprobe zukommen, wenn sie auf beweise bestehen. was die berühmte gürtelline angeht, girardet, es sind ihre dauernden verbalen und boshaften entgleisungen gegen frauen und kollegen, die meine aufmerksamkeit weckten und mich dazu bewogen haben, ihnen das leben hier ein wenig schwerer zu machen.
        lassen sie uns gleich damit anfangen: was hätte frau von castelberg tun können, dass ihr mann nicht an krebs “weggestorben” wäre? mit ihrem suggestiven kleinen nebensatz gestern wollten sie auf was genau hinaus?

        ihr zug, girardet. (spielregel: die fragen kommen so lange zurück bis sie plausibel beantwortet sind)

      • @Auguste
        Sie meinen also, ich halte Sie vor einer öffentlichen Entschuldigung für “satisfaktionsfähig”? Ich verdanke das Leben meiner beiden Töchter der Frau von Castelberg, und schätze sehr die radikale Offenheit, mit der die Frau von Castelberg gerade auch Genderfragen “gegen den Strich” angeht. Nicht alle Zeitgenossen sind der offenen Radikalität einer Frau von Castelberg gewachsen. Kaum ein “Auguste”. Ich wünsche einen guten Appetit beim “Pasta Plausch mit drei Sossen”. Und spielen Sie weiter mit “Lego” und “Pippi Langstrumpf” bevor Sie es mit dem öffentlichen Wort versuchen. Aber ich kann Sie trösten: für eine Lebneslängliche Anstellung im “Schweizerischen Qualitätsjournalismus” samt Aufstieg zum Kampagne- oder PR-Fuzzi in einem Bundesamt mit Kita sind Sie bestens qualifiziert.

      • Auguste sagt:

        @ piero grande – hübscher einfall

        hmm…, ihre paraderolle, wile e. coyote. klippensturz, aufschlag – bumms, staubwölkchen – hoch, roadrunner zieht vorbei – beep, beep!

        cheers, pal – gut, wenn man eine eigene bar besitzt.

      • StefanB sagt:

        Giorgio: man kann auch Homer kindergerecht aufbereiten – die Zuhörer dieses Altgriechischen Hofbarden waren ja auch keine Akademiker – im besten Fall Akkader und Arkadier

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Stimmt, Stefan, aber das Kinder kleine Philosophen sind und auch schwierige Stoffe kindgerecht aufbereitet werden können, weiss eben nur, wer sich mit Kindern wirklich beschäftigt, da reichts abends eine halbe Stunde nicht. Das ist die Kehrseite der starren Rollen, die Hälfte des Lebens – vielleicht die wesentliche – bleibt diesen Männern verborgen. Langweilige Gesellen…….

      • Piero Grande sagt:

        August ist ein Fake! Die Harlekinsmaske fällt. Fotobeweis, hahaha…schöner Versuch. Glaubwürdigkeit – schwupps: weg. Jetzt haben wir dich!
        Man würde erwarten, dass ein Mann weiss, wann es reicht.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Gestern wollte ich mal einen Fuss in Ihre Bar setzen, Orlando Schizophrenoso alias Piero Grande. Habe auf dem Absatz kehrtgemacht, langweiliger als ein Bahnhofbuffet, verbrauchte Luft und verlebtes Volk.

      • Piero Grande sagt:

        Pippi, man nennt es Lampenfieber. Sie trauen sich einfach nicht. Muss ich Ihnen einen Pflümli reichen, damit sie nicht so schottern vo Aufregung? Heute auf dem Menu: die neusten Zahlen zu Abtreibung in der Schweiz. Könnte ie interessieren, sie Angsthäschen.

    • smarty pants sagt:

      die ganzen griechenepen und besonders die darin vorkommenden monster sind bei meinen goofen im moment der totale renner… medusa, zyklop, hydra, cerberus, centauren, pegasus, scylla, … erzeugen offensichtlich wohliges gruseln.

    • Auguste sagt:

      @ girogio girardet

      hmm…, dieser schreckliche nebensatz war also im grunde genommen ausdruck ihrer bewunderung für frau von castelberg?

      ich nehme ihnen das sogar ab, girardet. es passt zu all ihren auftritten hier. ich habe sie schon einmal darauf hingewiesen, dass sie, meiner meinung nach, im mamablog vorwiegend nachlässig aufbereiteten “restmüll” von ihrem desktop oder aus ihrem kopf abladen. die diskrepanz zwischen ihren bezahlten auftritten in print-publikationen und hier ist enorm. so enorm, dass ich ihre posts hier nur als grob unsportlich und respektlos einstufen kann. an einen profi lege ich höhere massstäbe an, als an die blogger, die hier zu allerlei themen die sie bewegen, kommentare abgeben.

      daneben frage ich mich aber manchmal, was das motiv ist, dass sie hier beruflich scheinbar russisches roulett spielen, indem sie hier ein so frauenfeindliches, vor kollegenschelte triefendes und sprachlich so miserables bild abgeben. für so dumm oder so idealistisch halte ich sie nicht, girardet. was steckt dann dahinter? – im militär ist es meistens ein auftrag der zum handeln zwingt.

      sie haben kürzlich angedeutet, dass sie sich von den mamablog threads zurückziehen wollten. an guten tagen sind sie manchmal lesenswert, an den meisten aber überhaupt kein verlust. und weil sie es ja militärisch mögen: ich behalte sie im visier, kamerad.

      • Mein erstes alleinredigiertes Presse-Erzeugnis, die Abschlusszeitung meines Bez-Jahrganges im schönen Brugg hiess “Der Giftspritzer”. Im Impressum empahl ich der Leserschaft das Blatt an “Ernst Cincera” zu senden, “zwecks Früherfassung subversiver Elemente an Schweizer Schulen”. Ein gleiches möchte ich Ihnen empfehlen: nutzen sie die reichlich Vorhandene Tagesfreizeit für eine Bewerbung beim Eidgenössischen Staatsschutz. Auftrag “den Girardet im Auge behalten”. Dann würden sie für Ihr jämmerliches Hobby auch noch Geld verdienen und hätten auch …. endlich … “einen Auftrag” der über den “Diskus-Clown” hinausgeht.

      • Auguste sagt:

        @ giorgio girardet

        hmm…, mit staatschutz habe ich nichts am hut. dieser staat ist so gefestigt, dass wir den schutz der inneren sicherheit auf bundesstufe schon seit jahren in den händen von übereifrigen dilettanten wissen und wir trotzdem ziemlich ruhig schlafen können. wenn sie auch hier den giftspritzer spielen wollen, ich habe nichts dagegen, aber beklagen sie sich nicht, wenn ich ihnen das gegengift in gehörigen dosen verabreiche. sie wissen selbst, was sie aushalten können.

        im übrigen habe ich absolut nichts gegen ihre persönlichen anschauungen zur lage der nation und dass sie sich hier dazu äussern. was ich aber nicht ausstehen kann, sind permanente ideologische giftspritzen und grätschen von hinten gegen kollegen nur schlecht getarnt in geschichtslektionen verpackt. polemik ist kein cocktail – die serviert man am besten pur, direkt und unverwässert. versuchen sie es doch in zukunft – wenn sie können.

        und ja, ich mag pasta mit verschieden saucen, spiele gerne lego und stehe total auf pippi.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ach, kann das Leben schön sein, fühle mich grad wie ein Schmetterling……

  9. Blitz Blank sagt:

    Hinter dieser Frühförderung steht die Werwertungslogik des weiterhin um sich greifenden kapitalistisch/neoliberalen Ideologie, wobei beim Neoliberalismus selbstverständlich nicht die Freiheit (u.a. vor der Verwertung) des Menschen gemeint ist, sondern die des Kapitals. Dass eine SP-Frau da mitmacht ist bedenklich und zeigt die Krise der SP. Dabei wäre mit dem neuen SP Programm, das eine Demokratisierung der Wirtschaft fordert endlich wieder einmal eine alternative und liberale SP-Sicht vorhanden.
    Kinder fördern sich dank ihrer natürlichen Neugierde, Lernfreude und Energie selber. Alles was es braucht ist ein waches vielfältiges Umfeld, dass diese natürlichen Anlagen nicht frustriert.

  10. Cara Mia sagt:

    Man darf einfach eins nicht vergessen: in dem Alter, in dem bei uns die Kinder noch in der Krippe rumhängen, werden sie in andern Ländern, etwa Frankreich, oder Privatschulen, etwa der International School, längst altersgerecht unterrichtet. Und nehmen keinen Schaden.

    • Das bereichtigt den Schweizer Staat aber in keinster Weise, sich in die Angelegenheiten der Eltern bezüglich Kinderkrippen einzumischen. Die frühere Einschulung ist ein separates Thema, welches nicht vermischt werden darf. Früere Einschulung lehne ich ab!

    • Hotel Papa sagt:

      Stichwort “altersgerecht”. Wer entscheidet, was das ist? Und kommt da nicht bald einmal der Ehrgeiz, schneller zu sein als andere, früh mit Intellektualisierung zu beginnen? Hat den ‘Vorteil’, dass die entsprechenden Resultate einfach messbar und die ‘Erfolge’ damit ausweisbar sind.

  11. ga sagt:

    Ich persönlich finde Lehrpläne im Kindergarten störend und nun schon in den Krippen? Kinder sollten irgendwann im Leben auch einfach nur Kinder sein dürfen, der Ernst des Lebens fängt früh genug in der Schule an.
    Wenn ich meine KInder beobachte, weiss ich, dass sie natürlich wissbegierig sind und ständig lernen, aber nicht entlang von meinen Lehrinhalten und -zielen, sondern einfach so ziellos beim Spielen, Streiten, Basteln, schlechte-Laune-haben und Rumtoben. Sie haben Fantasie, lieben Geschichten und Dinge wie Steine, Wurzeln und Sand, aber muss ich dabei schon “Noten” verteilen, ob sie beim Spielen täglich ihr Potential ausnützen, am Wissens-Meridian der gleichaltrigen Kinder sind? Kinder entwickeln sich nicht linear und standardisiert, Largo hat darüber sicher genug geschrieben.
    Ich mag nicht, wenn der Staat allen Familien die Fähigkeit generell abspricht, Kleinkinder aufzuziehen – nicht alles muss vom Staat zwangsreguliert oder frühgefördert werden.
    Ich würde mich für meine Kinder immer gegen eine Krippe mit Lerninhalten entscheiden – die Freiheit nehme ich mir für meine Kinder.

    • mira sagt:

      Diese Diskussion geht in die selbe Richtung, wie bei der Schulwahl. Möchte man seine Kinder lieber in eine Summerhill-Schule schicken oder doch lieber mit Noten aufwachsen lassen.
      Als Kind, das 9 Jahre auf Noten verzichten musste, kann ich ihnen sagen, dass das nicht nur Vorteile hat. Für gewisse Kinder mag das stimmen, andere aber brauchen den Wettbewerb und wollen sich mit anderen messen.
      In Kinderkrippen sind Noten und Bewertungen natürlich am falschen Platz. Standortgespräche sind jedoch sehr nützlich.

      • Genau Mira. Was ist das Leitibld unserer Gesellschaft. Für die Eidgnossenschaft nach dem Franzoseneinfall (mit viel Plünderungen und Vergewaltigungen: das Verdrängen die heutigen Gutmenschen) lautete es: “Heil dir Helvetia, hast noch der Söhne ja” Darum: Rekrutenschule als “Schule der Nation” und davor “Volksschule a la Pestalozzi”. Mira, hast du schon Gemälde von Pestalozzi gesehen? würde so ein “Pädagoge” heute nicht schlicht als “Pädophil” gelten?

        Das Leitbild der SP-Bildungsbürokratie: Starke Frauen (mit Uni-Abschluss) & “Neue Männer” (dienstverweigerer, Sitzpinkler, denen frau keine Waffe mehr anvertrauen darf, weil sie diese sofort gegen die eigene Familie richten, oder gegen sich selbst).

  12. heidi reiff sagt:

    @ Pippi Langstrumpf

    Zentral ist doch , dass wir kleine Kinder ernst nehmen mit Körperschamgefühlen ,extrem finde ich den Exhibtionsmus, gleich aus
    welcher Ecke, mann oder frau .

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Hallo Heidi, leider weiss ich nicht genau, worauf Sie Ihre Antwort an mich beziehen. Bin natürlich einig mit Ihnen, dass wir die Schamgefühle der Kinder ernst nehmen sollen. Wir sind uns ja meistens einig, wenn es um Kinder und den Umgang mit ihnen geht, Feingefühl und Rücksicht ist nie falsch, nach welchem Konzept auch immer frau Kinder erzieht.

      • heidi reiff sagt:

        Hallo Pippi

        Es ist kein persönlicher Angriff gegen Sie meine Antwort an Sie , ihr Nick errinnert mich an Pippi die Figur v. A. Lindgreen,
        die Schwester dieser Figur ist Momo von Michael Ende.

  13. Hansli sagt:

    @Giorgio Giradet

    Was haben Sier gegen dieses Konzept? Das entspricht doch reinster SVP-Lehre. Da wird dovch mehr Selektion, leistungsbezogene Ausbildung etc. gefordert. Werden entsprechedne Punkte umgeset, ist die gleiche politische Ecke dagegen. Wie können sie mir diese inkonsequente rechtsbürgerliche Logik erklären?

    • Weiss nicht worauf Sie sich beziehen.

      • Hansli sagt:

        Auf die SVP-Vordenker wie Schlüer die in der dauernd mehr Leistung etc fordern. Aber bei Vorgaben und Zielen in der Krippe, sind die gleichen Leute dagegen. Da ich Sie als rechtsbürgerlich Wahrnehme, mein ehrlich gestellte Frage wie man einmal das eine und das andere fordern kann. Sie müssten eigentlich Feuer und Flamme für fördern und fordern in der Krippe sein. Das entspricht ja gerade rechtsbürgerlicher Logik. Ich bin jedenfalls für solche Standards in der Krippe.

  14. mammab sagt:

    Meine Güte… ehrlich. Hoffentlich dürfen unsere Kinder dann trotzdem noch mindestens ein paar Minuten pro Tag einfach Kind sein….

  15. lumbadox sagt:

    Das Problem ist, dass hier alle davon ausgehen, dass Muetter/Eltern automatisch mit gesundem Menschenverstand gesegnet sind, was leider Gottes nicht der Fall ist. Auch bei Krippenpersonal etc. nicht. Es ist klar, dass viele Leute von selber drauf kommen, dass es vielleicht gut waere, wenn ein Kind im Hort z.B. lernt, eine Schere zu benutzen oder alleine aufs Klo zu gehen. Es gibt aber genug Eltern, die das ihren Kindern nicht beibringen (koennen? wollen? whatever..) und ausbaden duerfens nachher wieder die Lehrer, die eh schon mehr als genug Haende voll zu tun haben. Dankeschoen… Regen sie sich doch nicht ueber den Managerchargon auf, das sind nur Formulierungen. Normal ausgedrueckt machen diese absolut Sinn… Also ruhig Blut, die Kinder duerfen immer noch Kinder sein.

    • Sisasausewind sagt:

      LUMBADOX, du sprichst mir aus der Seele!
      Hier in Australien wird es genaus so gehandhabt. Leider kann man nicht von sich auf andere schliessen und manch 5jaehriger hatte noch nie einen Neocolor in der Hand und die Lehrer duerfen es dann ausbaden und das Kind startet schon mal auf dem linken Fuss.
      Ruhig Blut liebe Eidgenossen, ihr seit nicht die ersten :-)

  16. exVater sagt:

    Ich bin zwar für Förderung von Kindern (zu keinem Zeitpunkt lernt man wieder so schnell wie als kleines Kind) – bin aber dennoch skeptisch:
    In der derzeitigen Gesellschaft soll immer mehr Kinderbetreuung durch den Staat erfolgen am besten Ganztags.

    Im Kontext zu anderen gesellschaftlichen Veränderungen und Gesetzen fällt mir dazu aber George Orwell ein und dass Erziehung durch den Staat vom NS-Regime bis zum Kommunismus bei totalitären Regimen immer eine große Rolle spielte.
    url=http://www.youtube.com/watch?v=Diq6TAtSECg

    Jetzt steht das ja nicht alleine da sondern es gibt den Behörden-Trojaner, die Vorratsdatenspeicherung, Video-Überwachung von sensiblen Plätzen, Nacktscanner, biometrische Daten im Pass, Gendatenbank (Österreich hat die größte weltweit)
    Internetzensur, Handyortung und Überwachung, Aushöhlung des Bankgeheimnisses, Daten- und Informationsweitergabe bzw. Aushöhlung und Umgehung des Datenschutzes (man schickt halt Fax damit der Datenschutz nicht gilt denn der gilt nur für elektronisch erfasste Daten), Lebenslange Steuernummer (= Identifikationsbrandmarkung wie bei den Viechern), Beweislastumkehr (nicht mit den Menschenrechten vereinbar), Ignorierung der Menschenrechte durch Umdefinieren von Begriffen,
    Terrorismuspräventionsgesetz (Inhaftierung damit sichergestellt ist, dass jemand nicht straffällig wird => folglich kann jeder ohne Grund inhaftiert werden),……

    => Summasummarum ich fühle mich wie dieser Frosch im sich erhitzenden Wasser und die frühkindliche Erziehung durch den Staat äußerst bedenklich.
    Man hat seit Jahrzehnten die Familie statt sie zu fördern (wie in den Menschenrechten gefordert), sukzessive zerstört und nachher umbenannt.
    Erziehung gehört aber in erster Linie in die Hand der Eltern und Großeltern.

  17. Einen grösseren Seich habe ich noch selten gelesen. Aber bekanntlich kann jeder Quatsch ja noch gesteigert werden!!

  18. Chris Chrass sagt:

    Die im Text zitierte Behauptung von Ulla Grob (Nomen est omen?), Kinder würden in Familien zu wenig gefördert und könnten ihr Potential nicht richtig ausschöpfen, ist meines Erachtens reine Ideologie und lässt sich gewiss nicht beweisen; zumindest nicht in dieser Pauschalität. Dies gilt übrigens allgemein für die meisten Behauptungen, Hypothesen und auch sogenannte “Studien” aus dem Bereich der Pädagogik. Meistens liegt in solchen Fällen einfach eine Meinungsäusserung vor, die einer objektiven und normierten Nachprüfung nicht standhält.

    Wie so oft im Leben führt die einfache klassische Frage “Cui bono?” (Wem nutzt es?) zu einer sinnvollen Bewertung. Für Frau Grob in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin des Verbands der Kindertagesstätten ist es sicherlich ein Auftrag, für volle Kitas zu sorgen und die Arbeitsplätze sowie das gesellschaftliche Ansehen dieser Institutionen zu schützen und zu fördern. Verantwortungsbewusste Eltern sollten jedoch gründlicher hinschauen.

  19. pirat sagt:

    fürchterlich, dass wir jetzt schon so weit sind, die kleinkinder in ein schema zu zwingen, in welchem wir menschen gefangen sind, getrieben von karrieregeilheit, luxus, macht und prestige! Der druck, den der globalisierte finanzkapitalismus auf uns menschen ausübt ist so enorm, dass wir vergessen haben was LEBEN bedeutet! striktes, systematisches, und konstruktives denken ist voraussetzung, um in der heutigen gesellschaft ein “gutes” leben zu führen. wer anders denkt oder zu destruktivem denken neigt, wird zu schnell als freak oder verrückter abgestempelt und von unserer gesellschaft nicht ernst genommen.
    kinder, welche neigungen zu abstrakten phantasien haben(was eine unterschätzte wichtige grundlage für die persönlichkeitsbildung ist) oder lebensfreude und energie ausstrahlen, werden als hyperaktiv bezeichnet und mit ritalin(eine nicht ungefährliche droge) vollgepumpt.
    wenn wir wieder verstehen wollen, was WIRKLICHE freiheit und lebensfreude bedeutet, sollten wir damit beginnen unseren herzen freien lauf zu lassen und das leben so nehmen, wie es kommt.

    Es ist gerade das “Handeln ohne erwartung” , welches den schlüssel für uns bereithält…

    • Widerspenstige sagt:

      Na Gott sei Dank hat es noch Menschen wie Du, die noch ‘Schiffe entern wollen’ und auf einer ‘Schatzinsel’ wohnen, danke pirat! ;-)

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