Die Klage ist nicht neu, nur die Tonlage dringlicher: Gerold Bührer, Präsident von Economiesuisse. (Bild: Keystone)
Die Schweizer Volksschule erfreut sich seit geraumer Zeit einer erhöhten Aufmerksamkeit, und zwar von ungewohnter Seite. Vor einigen Monaten schon zog die SVP mit ihrem «Volksschulpapier» gegen die angebliche Feminisierung der Volksschule ins Feld und behauptet seither, für einen «bubengerechten Unterricht» kämpfen zu wollen. Und nun will sich auch die Schweizer Wirtschaft entschlossen in die Debatte um die rechte Volksschule einbringen, ihr Dachverband Economiesuisse hat heute an einer Pressekonferenz verkündet, was man sich unter dieser Einmischung vorzustellen hat. Dieser Verein, wir erinnern uns, hat sich in den letzten Monaten vor allem dadurch hervorgetan, dass er bis zuletzt die Besonderheiten und Privilegien des hiesigen Finanzplatzes verteidigte, also vorab die Interessen der Banken. Diese Politik, wir mussten es alle erfahren, hat nicht nur der Schweiz im Ausland sehr schlechte Noten eingebracht, sondern unser Land generell in eine unangenehme Lage gebracht. Trotzdem aber wollen wir hier im Mamablog die bildungspolitischen Tipps unserer Wirtschaftsvertreter vorurteilsfrei wiedergeben und zur Diskussion stellen. Die wichtigsten Kritikpunkte sind:
- Von Economiesuisse befragte Lehrmeister und Personalverantwortliche bemängeln mehrheitlich, die Erstsprache-Kompetenz der Jugendlichen und die mathematischen Fähigkeiten seien ungenügend. Die Ergebnisse seien «beunruhigend». So beunruhigend offenbar, dass bereits in der Grundstufe Gegensteuer gegeben werden müsse.
- Die Volksschule müsse deshalb verstärkt das Interesse der Jugendlichen an technischen und naturwissenschaftlichen Fächern wecken. «Naturwissenschaft und Technik sind für das Innovationsland Schweiz entscheidend», heisst es in dem Papier von Economiesuisse.
- Und die hiesige Volksschule müsse den Fokus vermehrt auf nicht kognitive Kompetenzen wie Motivation und Disziplin legen.
- Zudem fordert Economiesuisse die Einführung einer «Best practice»-Methode, womit gemeint ist: Die Kantone sollen in der Bildungspolitik voneinander lernen und bewährte Unterrichtsmodelle oder Bildungsinstrumente austauschen und adaptieren. Schliesslich soll ein nationales Bildungsmonitoring die Leistungen der kantonalen Schulsysteme vergleichbar machen.
So viel zu den wichtigsten Punkten der Volksschulinitiative unserer Wirtschaft. Wer die Bildungsdebatte der letzten Jahre nur ein bisschen verfolgte, wird bemerkt haben: Die Klage des Wirtschaftsverbandes ist nicht neu, allein die Tonlage ist dringlicher als auch schon. Pikanterweise war es gerade die Wirtschaft, die in der Vergangenheit stets betonte, wie wichtig der frühe Erwerb von Fremdsprachen, wie wichtig insbesondere das Frühenglisch sei. Wenn nun darunter die Kompetenz in der Erstsprache, allenfalls auch die Kenntnisse in Mathematik und den Naturwissenschaften leiden, weist dies nur auf ein grundsätzliches, erbarmungslos ökonomisches Dilemma unserer Schulen hin: auf die begrenzten Ressourcen.
Es fehlen die Lehrer, es fehlt das Geld. Der Kanton Zürich etwa verordnet seiner Volksschule eine Sparkur, und rühmt sich dann ironischerweise besonderer Wirtschaftlichkeit. Derweil reklamieren unsre geschätzen Lehrerinnen und Lehrer mehr Lohn - unter Berufung auf die Marktkräfte. Selbst wenn die heute vorgetragenen Forderungen der Wirtschaft noch so vernünftig erscheinen, diesen Widerspruch zwischen Ansprüchen und Mitteln kann man nicht durch öffentlich aufgeführte Schulmeisterei lösen; oder indem ein paar Musikstunden abgeschafft, ein paar zusätzliche Mathelektionen eingeführt werden. Man muss nicht unbedingt den Wirtschaftsnobelpreis gewonnen haben, um dies zu begreifen.
Was ist zu tun? Mehr Geld in unsre Volksschule, in unsre Volksschüler investieren? Was meinen Sie?
Michael Marti, 44, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Ressourcen richtig zuteilen
Ressourcen werden dafür verschwendet, die Kinder multikulti-tauglich zu machen. Es werden sie alle, auch die fremdesten, Religionen und Kulturen gelehrt. Wenn überhaupt Religion und Kultur, dann sollte unsere eigene schweizerische Kultur, die zur Leitkultur ernannt werden müsste, nahe gebracht werden. Ressourcen werden verschwendet, indem zahlreiche Kinder ohne genügende Deutschkenntnisse den Unterricht hemmen. Migranten sollten zuerst Deutsch lernen, und dann erst zur Schule zugelassen werden. Frühfremdsprachen basieren auf der Theorie, dass die erste Fremdsprache früh lernt, dass der dann auch die zweite leichter erlernt. In der Schweiz ist aber die erste Sprache Schweizerdeutsch, und die zweite Hochdeutsch. Die Integration von Behinderten in die Regelklassen überfordert die Ressourcen der Lehrer. Es kam so weit, dass vor allem Migranten Wörter wie “du Mongo(loider)!” und “du Behinderete!” als Schimpfwörter verwenden. Ich sah vor kurzem, wie ein kleiner Bub eine Frau im Rollstuhl ins Gesicht boxte. Wir brauchen nicht noch mehr Multikulti, sondern die gute Schweizer Kultur zurück.
Mit einem Wort: B R A V O !!!!!!!!!
Was ist denn bitte die “gute Schweizer Kultur”?
Und welcher allemannische Dialekt darf sich dann offizielles “Schweizer Deutsch” nennen?
Ich bitte um genaue Definition…
@ Indrani Das:
Zuerst zu Ihrer Frage nach dem alemannischen Dialekt, der “offizielles” Schweizer Deutsch sein soll. Das Schweizerdeutsch ist als Sprache vom Hochdeutschen ungefähr soweit entfernt wie das Holländische, es ist also eine eigene Sprache, die allerdings nur selten geschrieben wird. Diese schweizerdeutsche Sprache hat verschiedene Dialekte, die alle gleichberechtigt sind. Auf wenn die Meisten ihren eigenen Dialekt den schönsten und einleuchtendsten finden, so sind doch alle in ihrem Verbreitungsgebiet sozusagen “offiziell”.
Und nun zu Ihrer Frage nach der “guten Schweizer Kultur”: Die gute Schweizer Kultur lässt sich natürlich nicht in einem kurzen Blogkommentar zusammenfassen, und daher kann ich nur einmal das nennen, was mir im Moment als wichtig einfällt.
Dazu gehört das politische Erbe, das auch laufend weiter entwickelt wird, wie die Freiheitsrechte, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gemeindeautonomie und der Föderalismus, die Toleranz und das friedliche Zusammenleben zwischen Sprachgruppen und Konfessionen, und die Tradition der internationalen Friedensförderung z.B. durch das Rote Kreuz. Die schweizerische Rechtsstaatlichkeit verbietet im Prinzip z.B., dass Migranten ihre eigenen Parallelgesellschaften mit eigener Rechtssprechung bilden, wie Ehrenmord und Blutrache sowie Frauenunterdrückung durch textile Käfige, was ausnahmslos alles nur zum Schaden der Schwächeren unter den ohnehin schwachen Migranten ist. Es gehört auch das ethische Erbe dazu, das vor allem christlich geprägt ist, mit Nächstenliebe und Hilfe gegenüber den Schwächeren. Unschweizerisch ist der bis vor kurzem ausgerottete aber aus dem Ausland wieder eingeführte Strassenraub, der sogar an Invaliden ausgeübt wird. Schweizerisch ist auch der Unabhängigkeitswille und die Verteidigung gegen allen Totalitarismus, der sich in der Milizarmee ausdrückt. Und schweizerische Kultur ist auch der höfliche Umgang mit eigenen Landsleuten und Fremden, die hierher kommen. Wofür uns viele bewundern und beneiden, sind auch Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Dienstbereitschaft etc. Alle die erwähnten positiven Dinge sollte die Schule auch nebenbei vermitteln.
“Es gehört auch das ethische Erbe dazu, das vor allem christlich geprägt ist, mit Nächstenliebe und Hilfe gegenüber den Schwächeren.”
Was ist Nächstenliebe?
“Was ist denn bitte die “gute Schweizer Kultur”?”
Früher, 1950, gingen alle jeden Sonntag in die Kriche und hörten, was Nächstenliebe ist und was es nicht ist. Heute? Heute kann man zehn Jahre lang in die Kirche gehen und hört unter Umständen nie das Wort Nächstenliebe. Warum wohl?
Wenn heute ein Muslem oder ein Jude sagt, wir Schweizer\innen seien nicht christlich, dann kann ich ihnen nicht wiedersprechen.
“Wofür uns viele bewundern und beneiden, sind auch Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Dienstbereitschaft etc. Alle die erwähnten positiven Dinge sollte die Schule auch nebenbei vermitteln.”
Dienstbereitschaft gegenüber wem, etwa der USA?
Die Aufgabe der Schule ist Wissen und Können zu vermitteln, bzw. an den\die SchülerIn weiter zu geben. Sauberkeit und Pünktlichkeit kann man unter Umständen einbetten, dies darf aber niemals auf Kosten des Lesens und Rechnens gehen.
hmm…, leitkultur bei den erfindern des kantönligeistes? – das könnte etwas schwieriger werden als sie denken oder viel liberaler herauskommen, als ihnen lieb ist, walter kuhn.
@ Auguste
Zu unserer Kultur, die hier anstelle von Multikulti-Beliebigkeit die Stellung als Leitkultur erhalten sollte, gehören politische Errungenschaften wie der Föderalsismus, den Sie als “Kantönligeist” bezeichnen. Durch den Föderalismus, der das Schulwesen bei den Kantonen ansiedelt, hat bei uns hat das Volk Mitgestaltungsmöglichkeiten und Mitspracherechte im Schulsystem (das als Ganzes gar nicht so schlecht ist), von denen alle anderen weltweit (ausser vielleicht in FL) nur träumen können.
Was ich mit Leitkultur auch meine: Es kann nicht angehen, dass z.B. eine Zürcher Schülerin, die kürzlich von ihrem Vater einem Ehrenmord “unterzogen” wurde, von den Männern der an dieser Tat schuldigen Sippe allein, unter Ausschluss von Frauen und Freunden, auf dem Boden der Stadt Zürich verscharrt werden darf, und dass da weder das Schulamt noch die Bestattungsbehörde diesem Treiben und der letzten Demütigung durch Machos und Patriarchen einer fremden Kultur keinen Einhalt gebietet. Jedes Mädchen, das in der Schweiz zur Schule geht, ist ist gleichberechtigt zu behandeln, von Geburt an (keine Beschneidung) bis zum Tod (Begräbnis nach schweizerischem Gebrauch, der nicht die Frauen von der Teilnahme ausschliesst). Was geschieht an unseren Schulen stattdessen? Schwache Lehrpersonen in Zürich lassen zu, dass z.B. in Lagern nur die Mädchen abwaschen müssen, weil sich die balkanischen und anatolischen Macho-Buben gegenüber der Lehrerin durchsetzen. Was soll eine solche “Erziehung”? Dafür gibt es ein QUIMS, ein Qualitätsförderungsprogramm in mulitikuliturellen Schulen. – Dass solche Dinge in der Stadt Zürich vorkommen, deren Stadtregierung stolz auf Multikulti ist, ist allerdings eine Schattenseite des Föderalsmus und der Gemeindeautonomie.
Es gäbe noch viel dazu zu schreiben, ich will aber nicht langweilen.
Walter Kuhn 23. Juni 2010 um 16:44:
Sie verwechseln Kultur mit Rechtsstaatlichkeit.
Rechtsstaatlichkeit, da haben sie recht, wurde entsorgt.
Mir scheint auch, dass in bern lezte Woche oder so auch Accountability verhoekert wurde.
Leit- ist wenn es nicht kultur.
Mich langweilen sie gar nicht, Walter Kuhn, ich kann ihre Ausführungen nur unterschreiben.
Ich bin kein Bildungsexperte und habe offen gestanden keine Ahnung von der Materie. Dennoch: Wer will den Lehrern und Lehrerinnen eigentlich noch alles ins handwerk pfuschen? Alle haben Erwartungen, Erwartungen und nochmals Erwartungen, die Politik, die Wirtschaftsverbände, die Elternverbände, die Schulvorstände (wohlgemerkt: Keine Experten!) usw. usw. undsofort. Bei all den Elterngesprächen und Elternabenden, die ich bisher mitgemacht habe, fiel mir eines auf: Sobald man die Lehrerschaft über das Bildungswesens ganz allgemein befragte, kam unisono dieselbe Antwort, im allgemeinen lächelnd, händeringend, verschnaufend, Augen rollend, Augen schliessend vorgebracht: Ach, das ist ein nie enden wollender Prozess, alles befindet sich permanent im Fluss, von einem Ende ist nicht abzusehen, man hofft…
Für was haben wir Fachkräfte in unserem Land? Lehrer sind Fachkräfte, die sollte man einfach einmal in Ruhe ihre Arbeit machen lassen! Ich auf jeden Fall bin regelmässig zurückhaltend, wenn es darum geht, auch in der eigenen Gemeinde, am Lehrerkörper Kritik zu üben.
Und zwar ganz einfach deshalb, weil ich mich dazu nicht kompetent genug fühle.
Danke
Noch was vergessen, Juditha: zwar ganz einfach deshalb, weil ich mich dazu nicht kompetent genug fühle- und überdies überzeugt davon bin, dass zumindest die meisten von ihnen ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen machen.
Hallo Marcel
ich bin Teil der Schule an meinem Wohnort – ich wurde in die Schulpflege gewählt. Trotz recht grosser Belastung neben Arbeit und Familie wollte ich dies tun um meinen Teil beitragen zu können und nicht – wie die meisten hier – nur zu meckern. Das Thema ist in der Tat nicht einfach und wieder einmal ist es nicht allzu schwer mit einfachen Schlagwörtern eine echte Diskussion zu umschiffen.
Was ich bisher gesehen habe lässt mir die Haare zu Berge stehen – wenn ich das was der Kanton und die anderen “Experten” durchdrücken in meinem Job (Privatwirtschaft) machen würde, dann wäre ich arbeitslos. Eine nicht enden wollende Reformflut welche sich wie ein Fähnchen im Wind an der letzten Idee der Wirtschaft orientiert (siehe Economiesuisse heute) benachteiligt zu guter Letzt meine Kinder in der Schule….
Zu dem Druck vom Kanton und anderen kommt dann noch die Erwartung vieler Eltern ihre Kinder in der Schule “zur Erziehung” abgeben zu können. Klar dass die Lehrer scheitern und sich “richtige” Jobs suchen welche anständig bezahlen und dann auch ein Abschalten ermöglichen. Schade – echt. Ich habe so viele echt gute Personen gehen sehen, dass ich weinen könnte.
Das Thema ist eine “never ending Story” und ich denke, dass sich die Erziehungsdirektoren mal für 2 Jahre in Klausur begeben sollten, eine Schweizweites Konzept erabrbeiten und dieses dann 10 Jahre lang leben. Am Ende verlieren nur unsere Kinder weil alles im Fluss ist.
Eben: Sparen und reformieren, bis das öffentliche Schulsystem kollabiert.
Gut für die Privatschulen. Und gut für einkommensstarke Kreis.
Aber schlecht für den Durchschnittsbürger.
ich hab noch einen anderen ansatz:
wir leben in einer bild-dominierten welt, wo das lesen als kommunikationsmittel zusehends in den hintergrund rückt. es wurde teilweise schon angesprochen: neue medien wie die handies und emails fördern und fordern eine andere art der sprache, um nur ein beispiel zu nennen. lesen am bildschirm ist ermüdend, dennoch machen alle auf e-books – ein widerspruch. das internet lebt von youtube, bewegten bildern und twitter, also kurznachrichten, ohne grossen inhalt, kurzlebig und vor allem: per tastatur und nicht per schnüerlischrift. damit verbringen wir einen grossteil unserer zeit. welcher teenager liest schon n buch, wenn er sich videospiele, kino und tv leisten kann? welcher teenager schreibt schon n liebesbrief, wenn er fünf verschiedenfarbige herzen auf seinem smartphone findet?
kann es am ende nicht sein, dass die schule da gar nicht soviel dafür kann, wenn die jungen nicht mehr lesen und schreiben können?
und: ist die jugend nicht unser aller spiegel?
Sie sprechen eine weitherum unterschätzte Tatsache an: es ist nicht unproblematisch, Kinder zu Konsumenten erziehen zu wollen und gleichzeitig von ihnen grossen Lerneinsatz zu verlangen. Den meisten Kindern fällt es immer schwerer, zwischen Zerstreuung und Konzenztration zu entscheiden. Da werden in unserer Zivilisation gravierende Zielkonflikte inszeniert.
@v for vietcong:
Wie recht Sie haben, ganz meine Gedanken. Ich denke auch, dass diese Faktoren viel mehr dazu beitragen (bzw. eben nicht beitragen, wie auch immer das man jetzt drehen und wenden will…), als falsche Fächer, “schlechte” Lehrer etc.
ich darf hinzufügen, dass ich selber, wenn ich denn mal wieder einen stift in die hand nehmen sollte, schon lange nicht mehr so problemlos schön schreiben kann, wie damals in der schule. ich merke tatsächlich, dass durch das dauernde getippe meine handschrift allmählich flöten geht. ich kann mir erinnern meinen ersten liebesbrief auf speziell ausgewähltem briefpapier mit passendem kuvert handgeschrieben zu haben. heute sende ich vielleicht einen herz-smiley per telefon oder tippe ein romantisches email. ist schon irgendwie tragisch oder?
sie werden ja richtig weise, herr vietcong!
ha!
ura fur vietcong
Nur ein kleiner Kritikpunkt: Lesen am Bildschirm mag ermüdend sein, aber e-books werden ja auch höchst selten am Bildschirm gelesen. Die allermeisten e-book reader verwenden genau deswegen e-Ink displays, und keine Bildschirme. Einzige nennenswerte Ausnahme ist das unsägliche iPad von Apple.
das ist schon richtig. nur ist das ipad der einzige schöne reader… aber darauf wird man wohl kaum einen dicken schmöker lesen. und für mich geht eh nix über ein gedrucktes buch, mit hardcover und einband und evtl. gewobenem lesezeichen. da bin ich erzkonservativ. ein buch muss ein buch sein. das papier muss man riechen können und es muss staub fangen. e-reader und e-books sind alles nur schrott und schande. leblos und flüchtig. schall und rauch. ohne tintenherz sozusagen.
Das grosse Problem der Lehrer sind vor allem die Eltern, die völlig übersteigerte Ansprüche an die Schule und die Lehrpersonen stellen. Als ich zur Schule ging (Anfangs 80er Jahre), hatte der Lehrer mal grundsätzlich recht. Heute hat in den Augen der Eltern immmer nur das Kind recht, egal wie falsch es liegt.
Tatsächlich, diesen Eindruck habe ich allerdings auch.
kann ich unterschreiben! da entscheidet man sich gerne mal bewusst falsch, weil man sich den ärger mit all den eltern sparen will.
Zürich hat “Frühenglisch” für Zweitklässler eingeführt, die grad knapp lesen gelernt haben. Malen, singen, Gedichte aufsagen – das wird noch von Lehrerinnen und Lehrern mit den Kindern gemacht, die trotz sich überschlagender “Reformen”, überbordender Formulare und Abklärungsmarathons am “runden Tisch” als Pädagogen die Freude am Beruf und noch nicht verloren haben und sich abkrampfen, um die Ansprüche so aneinander vorbeizubringen, dass es noch um die Kinder gehen kann. Gelobt seien solche Lehrerinnen und Lehrer! Sie sind selten genug! Vor allem aber wissen sie (noch), dass Musik und räumliches Vorstellungsvermögen ineinandergehen, dass Naturwissenschaft etwas mit Natur zu tun hat, dass Malen und Erfassen, Schreiben und Zeichnen, Erzählen und Sprache verwandt sind und dass Verse auswendig lernen ausgesprochen viel mit “Disziplin” zu tun hat! Herr Bührer hat diese Kompetenz nicht. Er mischt sich in einen Bereich ein, von dem er wirklich keine Ahnung hat. Da ist er nicht der Einzige. Aber vielleicht doch der Unberufenste der Unberufenen. Er soll bei seiner Wirtschaft bleiben. Aber da hat er samt Economiesuisse ja so offensichtlich versagt, dass es sogar die ganze Welt gemerkt hat!
Meine Tochter lernt Frühenglisch in der 1. Klasse. Vor allem mit Singen und Sprüchli aufsagen, mit Spielzeug und Körperteile benennen etc. Ich staune oft, wie viel sie schon kann, ohne dass jemals ein einziges Wort Englisch aufgeschrieben worden wäre. Es geht dabei offensichtlich vor allem um die Freude an der Sprache, am Erzählen, an Sprachrhythmen und Sprachspielen.
Frühenglisch müsste niemanden am Malen, Werken und Forschen hindern, sondern passt da hinein, wenn es kindergerecht vermittelt wird.
Yep. Es kann bei Frühfremdsprache nicht darum gehen, das, was normalerweise in der Mittel- und Oberstufe vermittelt würde, einfach vorzuziehen. Der Ansatz ist, den letzten Rest an frühkindlicher spielerischer Auffassungsgabe für Sprache zu nutzen. Wenn man einem Dreijjährigen zuschaut, wie wenig Exposition zu einem neuen Wort es braucht, um es nahtlos in den eigenen Wortschatz zu integrieren, kann man nur staunen (und als Erwachsener etwas neidisch werden.)
„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“ Babylon, ca. 1000 Jahre v. Chr. zitiert nach: P. Watzlawick u. a. (1974, S. 53). Die Klagen über die Zerrüttung der Jugend, und insbesondere jene über den Zerfall der Sprache sind so alt wie die Menschheit, schon Jahrhundert, ja Jahrtausende diskutiert und immer wieder aufs Tapet gezerrt. „ … dass im Gebiet der Muttersprache, die Leute unsere Schulen bis zur obersten Spitze durchlaufen und zu Schlusse nicht imstande sind, sich einigermassen richtig auszusprechen, weil sie das, was man dazu wissen muss, niemals gelernt haben.“ Bundesrat Scheurer, 12. 03. 1929, gem. stenographischem Bulletin der Bundesversammlung.
Gäbe es diesen Zerfall wirklich, so würden die heutigen Einwohner nur noch stottern, wären nicht in der Lage etwas zu lesen, geschweige denn etwas vernünftiges Kommunizieren. Das Gegenteil ist der Fall. Noch nie in der Menschheit wurde so umfangreich und hochstehend kommuniziert über alle möglichen Kanäle, wie die heutige Gesellschaft es tut und auch braucht. Nur merken unsere lieben Mitbürger das selten, weil ihnen ihr Jammern wichtiger ist als die Wirklichkeit, ja ihr Jammern wird ihnen gerne zur Realität – und, das ist besonders wichtig beim Jammern – sie werden dadurch für sich und Ihresgleichen sehr, sehr wichtig und man erlangt schnell und auf billige Weise Solidarität. Und genau so sehe ich die obigen Statements der Economiesuisse. Die Spitze dieser solidarisierenden Dummheit gipfeln dann in den gemeinplätzigen und populistischen Aussagen der selbsternannten Bildungsexperten gewisser Volksparteien. Deshalb lässt sich mit Fug und Recht – und einem Lächeln auf der Lippe sagen: Dieses Problem lässt sich nicht durch Bildung lösen.
«Naturwissenschaft und Technik sind für das Innovationsland Schweiz entscheidend». Da gebe ich den Herren der Wirtschaft absolut recht und unterstütze als Sekundarlehrer diese Forderung voll und ganz. Als logische Konsequenz sollten dann auch die Löhne der Ingenieure die Spitzenlöhne der Finanzbranche übertreffen. Dies wäre wohl eine weitaus wirksamere Massnahme als die erstere und ganz bestimmt zum Wohle des Landes.
Innovation braucht aber auch innovative Kreditgeber. gerade da hapert es mit den schweizer banken und da insbesondere die zwei grossen. man kann solide ausbebildete innovative junge leute heranbilden soviel man will, aber wenn die bank dann mit dem geschaeftskredit kneift, weil statt 99,999 % sicherheut nur eine von 75 – 80 vorgelegt werden kann, kommten am schluss weder innovation noch arbeitsplaetze heraus.
dabei muss sicher kritisiert werden, dass der zustand der schulen vielleicht so ist, dass die eben keinen vernuenftigen business plan vorlegen koennen. ich wiess konkret von einem unternehemn mit ca 20 mio umsatz pro jahr, das in seinem mark fuehrend ist, aber schwierigkeiten hatte, kredite zu erhalten. meines wissens gibt es im schweizer kapitalmarkt auch keine venture capitalists usw.
leute wie bill gates, oprah winfrey oder Patricia Gracia usw wuerden in helvetien stempeln gehen.
@Lea: Aber in der Schweiz werden zum Glück noch keine Studentendarlehen verbrieft (ARS).
stimmt. bei euch sind ja die unis auch wesentlich guenstiger. nicht so die 50′000 pro semester wie bei der ivy league hier. der punkt ginge an die schweiz.
allerdings sind auction rate securities (ARS) ein anderes thema, wo bei der UBS die scheisse demnaechst in den ventilator fliegen wird. also duckt euch.
(UBS war in ‘personal union’ anbieter, broker und spaeter kaeufer von ARS, dazu laufen bei der SEC untersuchngen).
Stimmt: Die UBS hat die ARS seinerzeit behalten. Können immer mehr Studenten in den USA etwa ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen?
@Marcel: Eine zeitlang hies es, das sei der naechste meltdown, wie die hypotheken krise. in letzter zeit hoert man ncihts oder es wird geschwiegen.
einiges wurde wohl in die tarps (Toxic Asset Recovery Program) umgewandelt. Da UBS bis zum verschwinden der ARS (da: das sind papiere,die nach dem prinzip dutch auction gehandelt werden) praktisch einziger anbieter und broker war, waren die gezwungen mangels kaufer die papiere wider zurueckzunehmen. das heist wohl, dass aeltere student loans auf der giftmullhaelde landeten.
neuere sutendtenkredite werden konservativer vergeben also mit pfand auf grundeigentum zb oder co signing der eltern, die die zinsen zahlen koennen- was heist, dass die unteren einkommensschichten bei konventionellen ausbildungskrediten zu kurz kommen.
es gibt steuerprivilegierte investitionsmoeglichkeiten (aehnlich dritte saeule), wo steuerbefreit eingelegt werden kann. die renditen aus diesen anlagen sind bis abschluss der ausbildung steuerbefreit, solange die anlage nur zu ausbildungszwecken benutzt wird. vor- und zweckentfremdeter bezug (eg. notlagen) bringen strafsteuern.
das problem: nach abschluss mussnun derkredit zurueckgezahlt werden,d.h. er wird in einen konventionellen equity loan gewandelt. die nun anfallenden steuern (da tx-deferred) kommen dazu.
sprich: nach uni abschluss stehst du mit bis zu einer halben million schulden da. zins: 8 – 12%
weiter: deflationaere immobilienpreise bieten zuwenig equity zum plazieren des lpfandes des kredites. du bist gezwungen, immobilien der preisklasse 500 – 700 tsd zu kaufen, nur um den konvertierten ausbildungskredit zu plazieren.
(ein haus kostet hierlandesweit durchschnittlich etwa 200′000. die bandbreite des avg ist allerdings zwischen 50′000 im rostguertel und teile des midwest bis 2 mio (suedkalifornien). new york ist etwas schwieriger, da manhattan viel hoeher ist, ausserhalb aber schnell auf das niveau von 300 – 500 tsd absinkt)
da die banken bei hypotheken RELATIV konservativer geworden sind, werden nicht mehr einfach kredite vergeben, wo der zukunfstpreis des hauses in ein-zwei jahren (bei jaehrlichemanstig von 12 – 50%) genommen wird, sondern der in etwa reale ert.
studienabgaenger haben also eine double whammy situation und finden auch nicht so leicht einen job. somit:
da kommt noch ne welle von defaults.
@Lea: 50′000.– pro Semester? Kein Pappenstiel! Wenn ich richtig informiert bin- sehr schön, es wird wieder politisch- wurde das öffentliche Bildungssystem in den USA zuerst auch halb zu Tode gespart- was natürlich die Enstehung eines privaten Bezahl-Bildungssystems begünstigt hat. Schlussendlich hat der Säulenheilige (der mittlerweile zum Glück gefallene) der amerikanischen Ökonomenriege (Chicagoer Schule), Milton Friedman in seinem wichtigsten Werk “Kapitalismus und Freiheit” unmissverständlich dargelegt, dass die Bildung seiner Ansicht nach nicht zu den Kernaufgaben des Staates zählt. Und da man in den vergangenen dreissig Jahren in der Neuen Welt buchstäblich alles, was diese Herren aus Chicago vorgebetet haben, sofort in die Tat umgesetzt hat, ist diese Entwicklung hin zu einem privaten Bezahl-Bildungssystem vieleicht sogar beabsichtigt. So wie das klingt, existiert in den USA neben dem öffentlichen- ein privates Pralell-Bildungssystem, das sich nur noch wenige leisten können, speziell dann, wenn wir in die Höhen der Ivy-League-Universitäten vorstossen. Und in Letzteren reproduziert sich der dünne Film der Superreichen- eine Art von Paralell-Gesellschaft- sosagen selber- was wiederum auch beabsictigt sein könnte, halten doch die Verbindungen aus diesen Elite-Universitäten mitunter ein Leben lang, wenn man bei den richtigen Geheimclubs dabei ist, wie das Beispiel George W. Bush beweist! Vieleicht sind wir ja in der Schweiz auf dem Weg in eine solche Gesellschaft, oder nicht?
Marcel,
halb zu Tode gespart ist meiner Meinung nach untertrieben. es ist so, dass bei Geburt eines Kindes die Anträge für die guten Pre-school, Kindergärten usw gemacht werden. so lange sind die Wartelisten.
was in den öffentlichen schulen geschah, ist wohl was bei euch jetzt ablauft. Social Engineerng statt die wesentlichen Bildungselemente zu vermitteln. wobei da angemerkt werden muss, dass Affirmative Action, also das Bekämpfen der Apartheid, viel am Schulsystem umkrempelte.
gerade weil eben die öffentlichen schulen dieses Social Engineering (oder Indoktrination) betreiben, kommen eben aussagen wie der Staat soll sich raushalten. oder es sei nicht eine vom Citoyen nachgefragte Dienstleistung des Staatsbetriebes.
es ist wirklich wichtig, dass zu verstehen. Government wird als Dienstleistung am Bürger betrachtet (zumindest nach rein liberaler lehre).
ich finde, der Staat sollte es machen wie in anderen Sektoren auch: die Qualitätsstandards definieren. Prozesse definieren, wie diese durchgesetzt werden und auch eingefordert werden können.
Dann Finanzierungs-Möglichkeiten anbieten (etwa für gemeinden, die sich schulen nicht leisten können).
Dann Dinge wie es die Schweiz hat: das das Gesetz festschreibt, dass jedes Kind das recht hat, die seinem Talent, Interessen und Leistungsfähigkeit gerechte Ausbildung zu erhalten, unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten.
Ich finde eine privatisiertes Bildungswesen hat eben auch immense vorteile, weil flexibler auf die individuelle Situation eines Kindes eingegangen werden kann. Da z.b. Sylvan Learning Centers.
Aus diesem Recht definiert sich dann auch, dass um das Recht garantieren zu können, der Staat die Finanzierung sicherstellen muss. Das kann über direkte Zahlungen gehen (vouchers zb) oder indirekt durch garantieren von Ausbildungskrediten.
Ohne solche flankierenden Maßnahmen geschieht genau, was du sagst: die Entwicklung paralleler Gesellschaften. Und ja, die Schweiz ist leider auf dem Weg.
Zu den nicht so geheimen Geheimklubs. Die Fraternities gibt es ja schon lange. Schaut euch etwa Zofingia in der Schweiz an.
ich versteh immer noch nicht weshalb in der Schweiz überhaupt Schulreformen kamen. nach dem best practice prinzip hätten die anderen das Schweizer System kopieren müssen. Stattdessen gibt die Schweiz ihre stärkste Ressource auf für ein Chrüsimüsi mit multiple choice.
Da ist vielleicht noch anzufügen, dass von der Rechtsform für nicht staatliche Schulen Einschränkungen gemacht werden müssten. in Richtung not for profit. ein genossenschaftliches System vielleicht.
Ich möchte die Vorteile privater Schulen nicht kleinreden, Lea, auch mir sind diese mehr als nur bewusst. Genauso bewusst ist mir aber auch, dass sich ein Grossteil der Bevölkerung solche Schulen einfach nicht leisten können- ich meine 50′000 Dollar pro Semester: ein klassischer US-amerikanischer Mittelständer reisst sich ja ein Bein aus, wenn er seinem Nachwuchs eine solche Top-Uni gönnen möchte! “nach uni abschluss stehst du mit bis zu einer halben million schulden da. zins: 8 – 12%”
Wenn das so ist, dann dürfte es angesicht der düsteren Prognosen für den US-Arbeitsmarkt auch zappenduster um die entsprechenden Verbiefungen stehen, das liegt eigentlich auf der Hand! Und da diese Verbriefungen ja davon leben, x-fach weiterverbrieft worden zu sein, weiss in diesem Bereich am Schluss auch wieder niemand mehr, was er wo in welchem Bündel liegen hat- ergo dasselbe wie mit dem Suprime-Sektor.
Zurück zum Thema: Ja, ich befürchte, dass wir uns mit unserem Bildungsweg auf einem ebenso abschüssigen Weg befinden, wie die USA.
Wir sollten das Steuer herumreissen.
Vielleicht ist es gar nicht so schlecht,wenn die “Wirtschaft mal Schule” machen will. Das Malaise der Schule ist so fragrant, dass es nicht schaden kann etwas Fundamentales vorzuschlagen. Wenn an Universitäten die Studenten des ersten Jahres in den naturwissenschaftlichen Fächern bis zu mehr als 60% die Prüfungen nicht mehr bestehen, dann ist dies mehr als alarmierend und das Resultat einer sehr fraglichen Schulpolitik. Wohlgemerkt wurden die Examen über die Jahre nicht verschärft! Also ist es doch wirklich höchste Zeit, dass auch die Wirtschaft ihre Bedenken gegenüber der Schulpolitik einbringt. Es geht hier wirklich um unsere primären Resourcen, welche nach wie vor unsere grauen Hirnzellen sind. Nehmen wir ein Beispiel an aufsteigenden Ländern in denen die jungen Leute topmotiviert und zielstrebig sind! Ich habe noch selten soviel junge und engagierte Menschen gesehen wie z.B. in Bangladesh. Sie geben wörtlich zu Tausenden Alles, um eine gute Schulbildung zu erhaschen. Wo wird dies bei uns gesehen, gefördert und anerkannt ? Wir zerflettern uns in planungspolitischen Endlosreformen ohne klare, gesellschaftlich abgestützte, Zukunftsprioritäten.
Ich finde es beunruhigend, dass z.b im Kanton Schwyz in der Primarschule die Kinder in die nächsthöhere Klasse steigen können, mit einem Notenschnitt von 3.5 in den Leistungsfächern!
Während alle anderen mir bekannten Kantone eine 4 verlangen, ist offenbar eine “ungenügend” nicht ungenügend genug, um nicht steigen zu können. In der 5. und 6. Klasse werden sie dann notenbefreit, (und ein bisschen heilpädagogisch unterstützt – “bisschen”, weil Fachleute, Räume etc fehlen) so dass möglichst wenig Geld gesprochen werden muss. Dass die Gesellschaft damit nur kurzfristig Geld spart, langfristig aber sich selber ein Kostenloch schaufelt, das bedenkt kaum ein Politiker, der wiedergewählt werden will.
Früher hat man überaus schwache Schüler in die Kleinklasse gesteckt, heute “integriert” man sie in die Regelklasse und lässt die Lehrer dies managen, während man weiterhin ständig am Stundenplan herumschraubt und möglichst alle Jahre ein neues, obligatorisches Lehrmittel einführt, in jedem Kanton ein anderes…. Jeder Politiker setzt zudem noch gerne neue Akzente, die die Lehrer dann möglichst “gestern” schon realisiert haben sollten.
Die Folge ist, dass diese integrierten Kleinklässler schön Unterrichtszeit bzw Lehrerzeit fressen, und schlussendlich sowieso in der Werkschule landen.
Integration in der Primarschule bedeutet leider aus meiner Sicht (5. und 6. Klasse) das “Hüten” von solchen Kindern, die eine Klasse schön bremsen können. (Was ab und zu für den Lehrer auch sehr frustrierend sein kann)
Economiesuisse weiss also, wie die Schweizer Schulen funktionieren müssten! Also, Lehrerschaft und Schulbehörden, stillgestanden! Wie kompetent die Schulexperten in den Teppichetagen sind, haben wir Gewöhnlichen ja in den letzten drei Jahren eindrücklich gesehen. Das ist halt modernes Management mit Job Rotation. Nächstens werden die Pädagogen deshalb die CEO-Positionen und deren Boards samt Gehälter und Boni übernehmen.
Darum geht es ja nicht. Es sind nicht die Lehrer oder Schulbehörden, denn die können auch nicht zaubern, wenn sie kein Geld haben. Und es geht auch nicht um Teppichböden, das ist billige Polemik.
Es geht darum, dass die Politik endlich in die Bildung investieren muss, und zwar dringend. Ein Beispiel noch: wir haben zuwenig Ärzte. Gleichzeitig zu wenig Studienplätze, denn die Kantone stellen das Geld nicht zur Verfügung, damit genügend Studienplätze für Mediziner geschaffen werden können. Aber wir hätten genügend Kandidaten, die Medizin studieren wollen und fähig wären.
Die Folge davon ist, dass man in den Kantonen, die keine Zutrittsprüfungen veranstalten, Leute durchfallen lassen “muss”, die fähig wären. In Neuenburg etwa halten die Professoren etwa die Hälfte der Kandidaten für fähig, sie werden aber dazu gezwungen, drei Viertel durchfallen zu lassen, weil zuwenig Studienplätze vorhanden sind.
Wir haben also fähige Leute, die die Stellen ausfüllen könnten, aber wir bilden sie nicht aus. Die Folge davon ist, dass wenn Sie oder ich ins Spital gehen, dann müssen wir uns mit Händen und Füssen unterhalten, weil viele Ärzte kaum Deutsch können, und wenn, dann sicher nicht Dialekt. Und unsere fähigen, jungen Leute beschäftigen sich sonstwie.
Wollen wir das wirklich?
@Mia Ja wir wollen keine Ärzte ausbilden. Wir haben wichtigere Ausgaben wie Geld für Kühe, luxuriös ausgebaute Strassen oder eine überdimensionierte Armee. Zudem sind uns tiefere Steuern für Abzocker wichtig. Politik ist schliesslich Prioritäten setzen.
Es ist billiger, wenn wir die gut ausgebildeten Ärzte und Ärztinnen aus Deutschland abschöpfen, die Deutschen müssen dann halt in Polen rekrutieren, und die Polen……….. den letzten beissen die Hunde. In Ostdeutschland gibt es ganze Landstriche, die keine Hausärzte mehr haben, zu unattraktiv, wobei da auch das deutsche Gesundheitssystem eine grosse Rolle spielt, das noch mehr aus dem Ruder läuft als das unsere. Ja, wir sollten mehr Ärzte ausbilden, dieser Meinung bin ich auch.
Habt ihr gewusst, dass man Veterinärmedizin in der Schweiz nur als Deutscher Lehrgang besuchen kann, all die fähigen jungen Menschen aus dem Tessin und dem Welschland müssen mühsam das ganze Studium in einer Fremdsprache absolvieren. Für Tessiner gibt es ein Medizinstudium in ihrer Muttersprache auch nur in Italien, oder dann halt wieder in einer Fremdsprache. Interessanterweise hat das Tessin aber die höchste Ärztedichte unseres Landes und deshalb zahlen wir hier horrende KK-Beiträge, ca ein viertel mehr als im Kanton Zürich.
Genau das meine ich! Es muss endlich Geld in die Bildung fliessen. Nicht nur in die Unis, auch Pflegepersonal bilden wir zuwenig aus, beispielsweise. Man hat 68 Hopplahopp für die UBS, aber unser wirkliches Kapital, die Jugend, fördern wir nicht.
68 Milliarden, sorry.
@Laura TI: es liegt aber am Tessin, dass hier keine Ausbildungsmöglichkeit besteht, gell! Das ist die Konsequenz dafür, dass die Bildungshoheit bei den Kantonen liegt.
@Cara Mia
ja ich weiss es, aber es ist doch auch eine Folge davon, dass man halt lieber an der Ausbildung spart als am Tourismus, oder an den zum Teil überhöhten Löhnen in Bellinzona. Zudem wird fähigen jungen Leuten einfach die Möglichkeit genommen ein Studium in ihrer Muttersprache zu absolvieren. Die jungen Leute schehren sich eigentlich wenig darum, dass die Bildungspolitik versagt, die wollen eine Ausbildung und wenn es geht, eine Ausbildung zu ihrem Traumberuf und nicht zu einem Beruf, der halt grad “machbar” ist. Kann doch nicht sein,d ass wir im Tessin lauter Informatiker ausbilden, bloss weil das einer der einzigen Lehrgänge an der Uni in Lugano ist, Ärzte und Tierärzte müssen aber “importiert” werden.
@Laura TI
‘…Zudem wird fähigen jungen Leuten einfach die Möglichkeit genommen ein Studium in ihrer Muttersprache zu absolvieren…’ Das kann ich nur unterschreiben, denn genauso ergeht es dem Freund meiner Tochter. Er kommt aus dem Tessin und muss mühsam sein Studium in Sozialwissenschaften an der Uni in Zürich absolvieren. Einziges Trostpflaster: seine Mutter ist Deutschschweizerin, aber das hilft ihm wenig, denn gesprochen wird wegen dem Vater Italienisch zu Hause und Schwiizerdütsch sprechen und Deutsch schreiben sind ja zwei Paar Schuhe. Seine Semesterarbeiten u.a. muss er ja in Deutsch schreiben. Da springe ich jeweils ein und mache das ‘Lektorat’ seiner Arbeiten und lerne dabei noch einiges über Psychologie und wie Studien gemacht werden. ;-
Aerzteausbilding in der Schweiz: der FMH (Interessenverband schweizer aerzte ist GEGEN die lockerung des numerus clausus fuer das medizin studium.
da wird in fuenfjahresplaenen reguliert und das angebot kuenstlich knapp gehalten. witzig dabei ist, dass die vorlaufzeit bis ein neuer doktor promoviert 8 jahre dauert. da haperts ja schon bei arithmetik lektion 1.
Ja ja, wieder jammern…..
Ist doch schön, wenn man ein Studium bezahlt bekommt und zusätzlich eine Fremdsprache lernen darf! Wer das nicht will solch einfach gehen. Es gibt genügend andere, die den Studienplatz dankend nehmen würden! Aber nein, es wird wieder mal auf Behörden herumgehackt!
Das Tessin sollte halt weniger in Banken, dafür in Unis investieren!
Stell dir vor es ist Schule und die LehrerInnen gehen nicht mehr hin ……..
Heute muss man als Elternteil froh sein, wenn überhaupt noch ein korrekt ausgebildeter Lehrer vor der Klasse steht.
Darum sind all diese abgehobenen Diskussionen um die Volksschule nur noch SURREAL…………..
Wieso soll sich einer für diesen Lohn mit einer Klasse von über 25 heterogenster Schüler rumschlagen? Dauernd am Anschlag? Kannst Du mir das mal sagen, Fidel? Willst Du das machen?
Ende der Schulzeit sollten die Kinder einigermassen Lesen, Schreiben und Rechnen können. Das finde ich, ist von der Wirtschaft nicht zuviel verlangt. Ich bin jeweils sprachlos, wenn ich Bewerbungen sehe, in denen in jedem Satz ein Schreibfehler ist und die Bewerberinnen “jetzt auch nicht gerade sagen können, was 10% von 100 ist”. Und das bei Bewerbungen für eine KV-Lehrstellen. – Aber ich bin auch ziemlich schockiert, das es heute gang und gäbe ist, dass einzelne Firmen Unterrichtsmaterialien zu Verfügung stellen – und diese vorallem genutzt werden oder z.B. Wettbewerbe veranstalten, an denen dann die Schulklassen, motiviert durch die LehrerInnen teilnehmen. Das mindeste wäre, dass man dies dann auch kritisch in der Klasse besprechen würde.
Ups, da habe ich doch in Ihrem Text auch gleich mehrere Rechtschreibe- und Stilfehler entdeckt. Vielleicht ist es doch leichter auszurufen statt selber… Wie auch immer: Neue Lehrerinnen sind gesucht! Aber solche, die richtige und gute Texte schreiben können.
Meiner Meinung nach sind das eben Auswirkungen der nie endenden Reformen. Die Stellenprozente der Bildungstheoretiker in den Schulämtern und Hochschulen sollten gekürzt und die freiwerdenden Personen als Lehrer/inen in den Schulalltag eingesetzt werden. Das würde Lohnkosteneinsparungen ergeben, den Lehrermangel entschärfen und hoffentlich auch die Reformitis bremsen.
Ich bin seit ca. 10 Jahren Ausbildner und Prüfungsexperte in der IT und kann den Umfrageergebnissen nur säuerlich lächelnd beipflichten. Seit einigen Jahren beobachte ich einen signifikanten Rückgang der sprachlichen Fähigkeiten bei Bewerbern, Auszubildenden sowie abschliessenden Lehrlingen. Dabei ist nach meiner Erfahrung nicht nur die Rechtschreibung/Grammatik in hohem Masse betroffen, sondern es fehlt auch eine gewisse Gewandtheit im Umgang mit der gesprochenen Sprache. Da häufig so geschrieben wie gesprochen wird, leidet die Qualität dementsprechend.
Nicht wenige Bewerbungen sind katastrophal formuliert und gespickt mit Fehlern. Ich könnte in den meisten Fällen die Hand ins Feuer legen, dass sich weder eine Lehrperson noch ein Elternteil den Brief zuvor angesehen hat. Mir tun diese Bewerber leid. Dabei ist der Beruf des Informatikers gleichermassen begehrt wie anspruchsvoll, Zahlen von 70-90 Bewerbungen für eine Stelle sind keine Seltenheit, es bewerben sich demnach eher die stärkeren Schüler. Also bewegen sich die Notendurchschnitte der Bewerber ab 4.8 aufwärts (Sekundarschule). Dies nur als Hintergrundinformation. In den Abschlussarbeiten wie internen Aufgaben sind Plagiate, falsche Zitate oder aus dem Zusammenhang gerissene Argumente an der Tagesordnung. Das Internet lässt grüssen. Um dieses zweckmässig nützen zu können reicht es eben nicht, ein paar Begriffe der Suchmaschine zu übergeben um danach den ersten Treffer zu verwerten, sondern die Ergebnisse müssen interpretiert werden können. Also hapert es nicht nur der Rechtschreibung alleine. Ist dies das Ergebnis der lautstarken Forderungen aus den Neunzigerjahren für vermehrte Förderung von Informationstechnologie an den Schulen? Toll.
Über die Gründe kann ich nur mutmassen. Ich mag nicht in dieselbe Bresche schlagen und alle Eltern und Lehrer in denselben Topf werfen, aber irgendwo zwischen dem Alter von 4 und 14 läuft gewaltig was schief. Ist es die zunehmende Präsenz der elektronischen Medien, die Delegation der Erziehungsverantwortung an die Lehrer, oder so blöd es tönt, die fehlende Sorgsamkeit sich selbst, dem Leben und der Umgebung gegenüber von uns allen? Zumindest Egozentrik und Narzissmus sind auf dem Vormarsch wie Gewaltexzesse und der Run auf sogenannt ’soziale’ Netzwerke belegen.
Ich selbst fühle mich zusehends machtlos, bin erschüttert über diesen Zustand und frage mich ernsthaft, wie lange ich dies als Ausbildner noch verantworten kann. Korrekturen sind nicht wie früher richtungsweisend, sondern rütteln zusehends an den Grundfesten der Fähigkeiten.
Was mich an der ganzen Sache am meisten stört, ist, dass ich das Gefühl bekomme, alleine für sämtliche gemachten Fehler verantwortlich zu sein, und dass die Jungen irgendwann im Leben die Rechnung dafür zahlen, obwohl sie selbst nicht einmal daran schuld sind.
Im letzten Abschnitt wollte ich natürlich “…alleine für das Ausbessern sämtlich gemachten Fehler verantwortlich zu sein…” sagen.
Zwei von meinen drei direkten Vorgesetzten haben -nett gesagt- erhebliche Mühe einen Satz fehlerfrei zu schreiben. Und das wohlgemerkt in einem “innovativen High-Tech” Unternehmen, worauf wir Schweizer ja so stolz sind. Meine vorletzte Qualifikation hat in der abschliessenden, sehr kurzen Bemerkung mind. drei Rechtschreibfehler und das Zwischenzeugnis ist meiner Meinung nach reichlich holprig formuliert.
Soweit mein kurzer Abriss über die Sprachkompetenz meiner Vorgesetzten. Vermutlich konnte jeder junge Lehrabgänger, der wegen Motivations- und Disziplins-Problemen wieder gehen musste, besser deutsch.
Das Problem, welches die Wirtschaft ausmacht, ist nicht, dass die Schüler in den “Kernkompetenzen” schlechter wären, als früher. Das Problem sind die veränderten Anforderungen der Wirtschaft. Noch in den 70igern waren über 60% der Bevölkerung im ersten oder zweiten Sektor beschäftigt, für die meisten dieser Berufe waren Lesen, Schreiben und Rechnen fakultativ. Und die knapp 40%, welche das konnten, hat man schon noch gefunden. Heutzutage hingegen arbeiten über 70% im dritten Sektor, das heisst, die Wirtschaft verlangt von der Schule, dass sie die Anzahl “Schulversager” mehr als halbiert. Wer hat eine Lösung?
Die Sichtweise hat was.
“Heutzutage hingegen arbeiten über 70% im dritten Sektor”
Das ist sehr bedenklich, da somit keine 30% im zweiten Sektor arbeiten. Ein gesunder Staat sollen darauf bedacht sein eine gesunde Aufteilung der Arbeitskräfte beim ersten, zweiten und dritten Sektor zu haben. Wenn alle im dritten Sektor tätig sind, dann wird man abhänig von den Staaten, die den zweiten Sektor beherrschen. Warum wohl weigert sich China den festen Wechselkurs zu ändern? Und warum ärgert dies die USA?
M.E. sollte max. 50% der Bevölkerung im dritten Sektor tätig sein.
Wann fusioniert die Schweiz mit Österreich, Italien oder Frankreich?
Danke
Der Inpout/Output in das System Volksschule Schweiz stimmt längst nicht mehr. Als Sekundarlehrer math.-natw. Richtung kurz vor der Pensionierung habe den Wandel erlebt, weg von einer leistungsorientierten, naturwissenschaftlichen Gewichtung zu einer “verzettelten” Schule mit zu vielen neuen, teilweise auch gesellschaftspolitisch motivierten Inhalten. Beispiele gefällig? Um 1980 war der Anteil an Physik bedeutend höher: Kernphysik, Mechanik und Elektrodynamik fanden problemlos ihren Platz. Grundlagen der Gentechnik (Mit hervorragenden Lehrmitteln des Kts. Zürich !!!) weckten das Interesse der Schüler. Kernphysik und Gentech gekappt anfangs 90er. Vermutlich klammheimlich aus ideologisch motivierten Gründen. Aufnahmeprüfungen ins Gymnasium wurden sprachlastiger, wobei der kognitive Anteil in der Mathematik signifikant gesenkt wurde.
Parallel zu dieser Entwicklung fand die Anbiederungs- und Kumpelpädagogik in der Volksschule Einzug. Gordon und Co. dominierten die Lehrerweiterbildungskurse. Was wir benötigen? Entpolitisierung und Entpsychologisierung, drastische Senkung des administrativen Ballastes, wieder mehr Kompetenzen den Klassenlehrern. Träumen darf man ja schliesslich noch…
Problem No. 1 sind die Eltern: Diese sollten die Lehrer unterstützen, statt untergraben. Kleines Bsp:
Eine Schülerin beklagt sich bei der Mutter, dass die keinen neuen Radiergummi bekommt. Die Mutter stellt sofort den Lehrer als Blödmann dar und kontaktiert schriftlich erbost den Lehrer und schreibt, dass sie Steuern zahle für den Radiergummi.
Der Lehrer antwortet nicht am gleichen Tag, es gibt ja noch andere Dinge zu tun – und schon setzt die Mutter ihren Ehemann auf den Lehrer an – auch dieser macht mit.
Was war wirklich los? Die Schüler hatten daran Freude gefunden ihre Radiergummis auf den Pulten sinnlos runter zu radieren – als Gegenmassnahme entschied sich der Lehrer dafür nicht einfach jeden Gummi sofort zu ersetzen, sondern einen Lernprozess auszulösen, welcher limitierte Resources aufzeigt.
Dies könnte zu einer wichtigen Einsicht führen, nicht nur bezogen auf Radiergummis – sondern ganz generell sparsamen und sinnvollen Einsatz von Resourcen aufzeigen. Das ist was wir u.a. auch brauchen.
Und die Eltern? Lassen sich einfach von ihrem raffinierten Balg einspannen und ausnutzen – denn der eigene Nachwuchs ist ja der Gipfel der menschlichen Schöpfung und viel vertrauenswürdiger als ein Lehrer. So werden Lehrer noch mehr sinnlos beschäftigt.
Also: Warum sind noch immer gegen 80 Lehrerstellen offen? Danke Eltern!
Ps: Ich war nicht der betroffene Lehrer.
Wo wohnen Sie? Bei uns müssen die Eltern sämtliches Schreibmaterial inklusiver Farben, Filzstifte, Wasserfarben und natürlich auch Radiergummis selber bezahlen. In den Sommerferien bekommt man jeweils eine Liste, was das Kind am 1. Schultag mitzubringen hat welches je nachdem während dem Schuljahr ergänzt oder ersetzt werden muss. Wenn eine Schachtel ergonomische Farbstifte fast 30 Franken kosten, hält man die Kinder automatisch dazu an, Sorge zu tragen.
Verstehe nicht, dass bei Ihnen das von der Gemeinde übernommen wird, das fördert doch nur den Schlendrian.
Hallo Rolf, und am alle konstruktiv Beitragenden
Ich kann Ihre Erfahrung teilen. Als Enfant terrible mit schlechten Noten bis zur 5. Klasse haben mich meine Eltern jedes Diktat und jede Rechnung solange auf Papierr wiederholen lassen, bis die A4-Seite fehlerlos und randvoll war. Radiergummi für Tinte wurde niemals akzeptiert !
Ich wurde mit Fleiss und Ausdauer ETH-Ingenieur und Linenpilot, später Leiter eines High-Tech Unternehmens – Vater von zwei Akademikern – noch Fragen?
Viele Eltern sind meiner Meinung nach einfach zu verweichlicht und faul, für ihren Nachwuchs adequat zu sorgen. Kinder machen und haben heisst vielfach ungleich teilen mit dem Arbeitsleben, meistens zu Ungunsten der Familienentwicklung
Wenn ich zurückschaue, war es manchmal echt hart, nicht mit Kollegen spielenzu dürfen, büffeln zu müssen – ichj weinte oft. Das Leben nach dem Studium hat mich 10′000-fach entlöhnt! Ohne Fleiss – kein Preis – ganz entgegen den verlockenden Werbebotschaften (-Lügen) im total verkommenen Fernsehen – wahrhaftig.
fördern und fordern statt sortieren verbieten und strafen
SchulePflege – SchulFilz – SchulKatastrophe,
Seit Jahrzehnten fordert Wirtschaftsverbände ganzehitlich bebildete Junge Menschen Schule ist kein Ausbildungs-Institut
Volksschule als solides Fundement für lebenslange Lern Lust. Selbstwertaufbau nicht Fächerunterricht ganzheitliche Menschenbildung nach Heinrich J. Pestalozzi nicht umsonst steht er am Anfang der Bahnhofstrasse direkt vor dem Globus.
Globalisierte rasende Zeit braucht selbstbewusste eigenverantworliche junge Menschen, Kinder als einzig wahres Wachstums-Kapital . Geld reGIERt – Mensch und Natur kollabiert. KlimaKrise – Kapitulation vor dem Kapital. Bonus Mals hohe Boni für Wenige Malus Bildungsgutscheine für arme Kinder der reichen Schweiz, schade oder Schande! Bildungsland einziger Rohstoff Bildung und Kultur leider von beidem immer weniger Spur