
Die Spinne und ihr Netz: Mark Zuckerberg, der umstrittene Erfinder von Facebook, erklärt auf einer Konferenz in San Francisco das Prinzip sogenannt sozialer Internetplattformen. (Bild: Keystone)
Es gibt Dinge, die hört man nicht gern. Zum Beispiel, dass unsere ohnehin nicht ganz unverdächtige Jugend, eine neues Hobby gefunden hat. Es nennt sich Cybermobbing und beschäftigt seit einiger Zeit Schulen im ganzen Land beschäftigt. In Luzern stellten vergangenen Herbst Jugendliche ein fingiertes Sex-Inserat mit Photo und Telefonnummer einer Lehrerin ins Netz. In anderen Fällen gründen Schüler Facebook-Gruppen, in denen sie Lehrer diffamieren oder mit Tätlichkeiten drohen. Ebenfalls beliebt: Lehrer geplant zu provozieren, sie bei allfälligen Reaktionen zu filmen und das Video ins Netz zu stellen.
Doch jetzt greifen die Schulen durch. Null-Toleranzpolitik ist beispielsweise im luzernischen Hochdorf angesagt. Dort wurden so genannte Datenschutzrichtlinien erlassen, die den Schülern ehrverletzende Aussagen gegen Lehrpersonen im Internet untersagen. Die Eltern werden verpflichtet, das zu unterschreiben und wer dagegen verstösst, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Ähnliche Bestrebungen gibt es auch in anderen Kantonen.
Nun haben sich Schüler immer schon über Lehrer lustig gemacht – nur hätte sich jeder Lehrer der Lächerlichkeit preisgegeben, der dafür strafrechtliche Konsequenzen forderte. Doch die Zeiten haben sich geändert. Im Internet vollzieht sich gerade eine Revolution. Das bislang vor allem als grosse Bibliothek funktionierende Netz wird als Medium der Kommunikation und als sozialer Raum neu erfunden. Über Plattformen wie Facebook erhalten ansonsten vielleicht harmlose Jugendstreiche eine andere Dimension. Das neue Internet sozialen Zuschnitts schafft eine neue, virtuelle Öffentlichkeit, die wir gerade erst entdecken. Und darin herrschen heute Zustände, wie vormals im Wilden Westen. Man schiesst schnell und scharf und denkt über allfällige Konsequenzen erst hinterher nach. Dass die Hemmschwelle für Angriffe im virtuellen Raum deutlich tiefer ist, wie auch in diesem Blog oft zu beobachten ist.
Soziale Netzwerke haben einen spielerischen Aspekt, was den Anschein erweckt, sich in einem privaten, geschützten Rahmen zu befinden, wo das Tun wenig oder keine Konsequenzen habe. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wie Thom Nagy, Journalist und Netzwerkspezialist sagt: «Viele halten Facebook und Co. für eine Art rechtsfreien Raum, in dem man ohne Konsequenzen endlos herumblödeln kann. Sie denken, das hat mit der realen Welt überhaupt nichts zu tun. Aber das Gegenteil ist der Fall. Was ich heute tue, kann in zehn Jahren auf mich zurückfallen.» Das Internet vergisst nicht. Aus dem Teenager-Alter wächst man heraus. Aber die virtuelle Teenager-Identität bleibt potentiell für immer im Netz festgeschrieben.
Man kann nicht erwarten, dass Heranwachsende sich bewusst sind, was sie tun, wenn sie ihre Lehrer per Internet mobben. Deshalb müssen sie es lernen. Es ist richtig, wenn die Schulen formulieren, was sie darunter verstehen und mit Strafe drohen. Aber es reicht nicht, aus der Verteidigung heraus zu operieren. So wie die Kinder Kommunikation und Verhaltensregeln in der realen Welt lernen müssen, so auch in der virtuellen. Die Frage ist nur: wer bringt es ihnen bei? Die meisten Eltern oder Erziehungspersonen haben davon etwa so viel Ahnung, wie von der Raum-Zeit-Krümmung und sind mit der Entwicklung, die sich immer schneller vollzieht, hoffnungslos überfordert. Wie es der stellvertretende Chefredaktor Sandro Brotz im Editorial des «Sonntag» formulierte: «Ich brauche Facebook nicht und Facebook braucht mich nicht. Aber verdammen würde ich es deshalb nie.» Das tönt etwas hilflos – bezeichnet aber ziemlich genau den Zustand, in dem sich die Generation der Erziehungsbrechtigten befindet. Und deshalb braucht es an der Erziehungsfront Leute, die die Entwicklung des Internets verstehen, daran teilnehmen, es mitgestalten. Denn es geht ja nicht etwa nur darum, jemandem beizubringen, wie man seine Privatsphären-Einstellungen auf Facebook vornimmt – diese können von heute auf morgen geändert werden. Es braucht Experten, die auf der Höhe der Entwicklung sind und dies sinnvoll vermitteln können. Heranwachsende müssen lernen. wie man mit digitalen Identitäten, mit der totalen Öffentlichkeit umgeht, in der wir bald leben. Immerhin geht es um die Welt der Zukunft, die unsere Kinder einst bewohnen werden.
Was meinen Sie? Fühlen Sie sich in der Lage, diesen Erziehungsauftrag wahrzunehmen? Finden Sie auch, dass die Schule hier vermehrt aufklären sollte?
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Mein Mann und ich haben im Moment noch keine Kinder und trotzdem haben wir uns auch schon darüber Gedanken gemacht wie der Umgang mit der Virtuellen Welt in die Erziehung eingebracht wird. Da mein Mann in der IT Branche arbeitet, kennt er einige Tricks z.B., dass eine Internetsurflimite eingeschaltet werden kann oder aber, dass nur gewisse Websiten aufgeschaltet werden welche die Kinder benützten dürfen. Es ist auch bei diesem Thema wichtig den Kindern klare Grenzen zu setzten was sie dürfen oder nicht. Das Problem ist ja oft, dass die Kinder “Gspänli” haben bei denen “alles” erlaubt ist und das liegt dann leider ausserhalb der Kontrolle der Eltern. M.E. ist es wichtig den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet zu lehren. Es ist sicherlich auch wichtig dies in der Schule zu integrieren aber es wäre auch super wenn es Kurse für Eltern/Lehrer zu diesem Thema gäbe.
Es ist gut, dass Sie sich hier Gedanken machen und mit Ihrem Mann haben Sie ja gute Möglichkeiten. Allerdings: was ich in all den Jahren gelernt habe – meine Kinder sind fast erwachsen – das ist, die Sachen an sich ran kommen zu lassen. Es bringt nichts, sich verrückt zu machen über Dinge, die noch in der Ferne liegen. Drogensucht, Kriminalität, Internetprobleme und so weiter – man wird in den Medien ja völlig kirre gemacht. Der Alltag ist völlig anders. Natürlich kleben sie im Facebook, aber wir sind hier alle ja auch im Internet. Ich stelle fest, dass meine Töchter sehr genau wissen, wo die Gefahren lauern, besser als ich. Die Kids müssen ihre Leistungen erbringen im Leben, in der Schule, im Sport, in den Pfadi, und die aller-aller-allermeisten Kinder und Jugendlichen kriegen das auch hin, früher oder später. Wichtig ist einfach, dass wir ihnen unsere Werte vorleben und sie an sie weitergeben. Vertrauen Sie in sich und Ihre Fähigkeiten, Kinder grosszuziehen, dann gelingt es.
Nein, wirklich.
@Lea – glaubst Du nicht, dass vieles im “weissen Rauschen” untergeht oder sind die Techniken welche unsere Fussabdrücke im Netz auswerten schon so weit dass ein greifbares und vermarktbares Profil entsteht? Und wie kann ich mich unter de Radar bewegen?
@Blog – Ist es so dass die Kids heute nicht mehr “all right” sind, sondern unter einem grossen Profilierungsdruck leiden dass sie ihr Leben gnadenlos selber vermarkten müssen? Wenn ich mir all diese Profile bei myspace und Facebook anschaue, Tweets verfolge und zu guter letzt von den Casting-Shows Ausschnitte auf YouTube antue bleibt mir die Spucke weg… istr die virtuelle Identität heute Teil des “Selbst” oder sogar gleichwertig?
@Pascal. weisses Rauschen. kommt etwas drauf an. Analyse sozialer Netzwerke ist ja relativ fokussiert, einem individuum genau zuzuordnen und die daten sind relativ gut, weil strukturiert und explizite relationen enthalten. sicher gibt es bei textanalysen von kommentaren etwa sehr viel rauschen. automatische textanalysen ergeben wenig informationen, da es schwieirg ist die semantik zu formalisieren. da bringen nur vergeliche mit schluesselwortlisten etwas.
die altbekannten daten gewoehnlicher internet-reisen (cookies etwa und was ueber google apis kommt) bringen nur etwas kontext fuer die session selber und wird fuer fokussiertere werbung genutzt. dann etwas statistik zu welche site von welcher benutzergruppe besucht wird. aber wirklich profile ergeben sich nur bei grossen datenbanken die mit kundenbefragungen etc cross-sliced werden. axciom macht da sehr viel und die haben eine methodik, die das cross-slicing soweit treibt, dass individuelle profile entstehen. ein solches ist etwa 50 usd wert.
da ist zu sagen, dass leute die eingeloggt surfen und suchen etc zb auf ihr google profil ablegen, natuerlich indivuell profliliert werden koennen. sollte man daher nicht tun.
profile aus Analyse sozialer Netzwerke: diejenigen aus dem vorher beschriebenen minerverfahren kosten 10 – 30 usd.
manuell nachbearbeitete (etwa solche aus xing oder linked in) gehen dann fuer mehr.
langzeit verfolgte profile auf auftragsbasis sind dann 1000 – 15000 je nach aufwand. dort werden die minerverfahren auf foren angewandt, was technisch schwieriger ist als bei fb etc.
das schlimmste meiner meinung nach ist xing, da dort die platform schon sehr viel dienste eingebaut hat. man kann sich dort also als kommerzieller einrichten (headhunter machen das oft) und dann den ganzen klimbim einem rss-feed anhaengen. mit rss (xml) habe ich das ganze dann schon datenbankfreundlich und kann mir den eigenen miner sparen. das rss feature ist standart eingeschaltet und kann erst nachher ausgeschaltet werden. aber der trigger ‘neuer benutzer’ ist dann schon ausgeloest.
die meisten benutzer aendern die standarteinstellungen zu sichereit und privatsphere nicht. bei fb etwa ist das ganze hinter 50 optionen verborgen, die nicht einmla in einer uebersicht angezeigt werden koennen.
die beschrieben methode hat immerhin einige terrorverdaechtige offengelegt.
in dem fall in texas leider erst im nachinein.aber das lag an den internen prozessen und deren maengel.
unter dem radar…. niemals echte daten in fb usw angeben. auch nie echte fotos.
traditionelles surfen: url filter auf die gaengigen elemente. scripte nur auf erwuenschten seiten einschalten. firefox nicht benutzen dort koennen bestimmte dinge nicht ausgeschalte werden und der browser sendet eine eindeutige kennung an google. leider merkt das dng auch, wenn die kennung entfernt oder manuell geaendert wude und holt sich eine neue.
aber das ist ein weitlaeufuges thema und gehoert nicht hierher.
He Lea, du bist ja tatsächlich eine Professionelle. Seltsam, dass wir uns nicht besser verstehen.
Hey Lea, merci vielmal, super interessant!
Wow Lea, Du bist wirklich ein Profi und bin echt beeindruckt von Deinem Wissen!
Dann hätte ich gerne erfahren, ob denn IE besser als Browser wäre als Firefox, denn Du sagst, dass ‘firefox nicht benutzen dort koennen bestimmte dinge nicht ausgeschalte werden und der browser sendet eine eindeutige kennung an google. leider merkt das dng auch, wenn die kennung entfernt oder manuell geaendert wude und holt sich eine neue.’
Bei ‘url filter auf die gaengigen elemente.’ dh bei ‘extras’ und ‘internetoptionen’ und ’sicherheit’ auf ‘Benutzerdefinierte Einstellungen’ stellen oder wie meinst Du das genau?
@Widerspenstige 26. Mai 2010 um 23:11:
meine praeferenz und empfehlung ist Opera. der browser ist auch wesentlich schneller und wegen fehlenden add-ons ueberischtlicher/sicherer.
opera hat ein einfaches urlfiltersystem, dasmi common expressions gesteuert werden kann.
grundsaetzlich javascript ausschalten und nur dort einschalten, wo benoetigt (kann sosfrt via quick preferences ein/ausgeschaltet werden.
urlfilter kann ich hier vielleicht posten.
ff hat seit version drei diverse ‘et phone home’ features eingebaut. diverse add-ons sind unsicher und die wichtigsten (nocsript und ad-aware) sind in konflikt zueinander.
ie von microsoft ist extrem langsam, ansonsten bei ausgeschalteter active-x komponente sicher. ie hat auch einen content filter, welcher allerdings sehr langsam ist. allerdings ist der technisch sehr gut geloest und koennte dynamisch sein (der filter ist als xml implementiert und daher leicht ueber einen feed fuetterbar).
opera allerdings ist speicherhungrig und hat bei vielen offenen tabs refresh-probleme.
@Widerspenstige 26. Mai 2010 um 23:11:
bei IE ist die option unter Inprivate Filtering (tools-manage add-ons). es besteht die moeglichkeit, eine xml-datei zu importieren.
ich kann xml hier nicht posten, da die tags beim senden von der software entfernt wuerden.
solche listen stelle ich ueber “Intel2020 (at) quantentunnel (dot) de” zur verfuegung.
eine aus adblockplus liste generierte xml-datei ist hier: “http://www.dslreports.com/forum/r22124619-IE8-InPrivate-filter-from-adblock-plus-list”
Lea, thanks so much! Ich habe MSXML 4.0 SE2 mit 2.67 MB bereits oder was heisst xml sonst? Ich sehe mal, wie ich klar komme damit und frage, wenn ich darf, nochmals bei Dir nach. Übrigens mit welcher Suchmaschine soll man am sichersten umgehen ausser google?
Widerspenstige: das hat nichts mit der software MSXML 4.0 SE2 zu tun. diese ist eine von vielen parsern von xml (xml = extensible markup language, ein W3C-standard. IE selber kann xml interpretieren.
wenn du eine wegwerf-email addy hast, kontaktiere mich ueber die oben genannte addi und ich sende die liste inklusive anweisungen.
suchmaschine….
die beste ist einfach google. wenn man unangemeldet (also ohne bei google ueber ein account eingeloggt zu sein) ist das privat und sicher.
die anderen ausser bing sind nur ueber apis an google angeschlossen. suchmaschienen sind auch nicht so ein sicherheitsproblem. yahoo ist an bing angedockt. bei yahoo wuerde ich grundsaetzlich sagen, finger weg bei allen diensten. (yahoo ist mit att, frueher southern bell co liert. diese wiederum ist stark mit dem dhs liiert. standortmaessig gibt es eindeutige verbindungen zum militaer, die stadt wo die sind lebt zu einem grossteil vom militaer und dann ueber eine berater firma (booze allen hamilton)
als alternative gab es copernic desktop search, welches fuer akademische arbeit sehr gut war (speichern der suchergebnisse lokal), dieses wird allerdings nicht weiter entwickelt
grundsaetzlich sollte bei jedem broswer IMMER am ande der session verlauf, coockies usw geloescht werden. die heutigen browser bieten dies in einer einstellung an.
@Pascal Sutter
In einem ICT-Security-Forum habe ich von einem Spezi gesehen, was die Engländer betreffend Wirtschaftskrimminalität machen am Beispiel vermuteter Schwarzgelder… beinahe echtzeit, und wenn man davon ausgehen kann, dass die Amis paranoider sind, dann wird dir anders. Das weisse Rauschen gibt es so nicht – die Frage ist nur, weiss man wonach man sucht.
Aber man kann sich, so lange man sich wirklich nur in einer virtuellen Welt bewegt, auch beinahe anonym im Internet bewegen (Solange man sich 100% abstinent gegenüber der Kombination Handy/Internet verhält (was mit keinem Smartphone mehr möglich ist).
!!! Danke Lea & Buddyguy, Ihr solltet uns bei Gelegenheit mal ein paar URLs posten wie wir Glasmenschen uns wieder in die Anonymität zurückziehen können falls das geht. Seit ich das Web zum arbeiten nütze habe ich dies immer sträflich vernachlässigt weil ich eben dachte, in dem Rauschen unterzugehen. Sei das nun Social Networks, P2P oder nur Benutzen.
ich traue mir selbst und jedem anderen exponenten meiner generation absolut zu, diesen “erziehungsauftrag” wahrnehmen zu können. das ganze ist nichts weiter als ein generationenproblem. jede neuentwicklung etabliert sich heutzutage so schnell, dass wir immer gleich denken, wir hätten das alles schon ewig gehabt; dabei, wenn wir mal nachdenken – wie lange hat das internet jetzt eine rolle gespielt? 15 jahre? und seit wann ist es ein dominantes element unseres alltags – seit der jahrtausendwende? davor waren das internet und die computer noch zu langsam.
dass das internet in der erziehung zum problem wird, hat mit der unfähigkeit und dem widerwillen gewisser leute zu tun, an den entwicklungen der zeit dranzubleiben. die schulen haben dem internet bisher nicht genug bedeutung beigemessen, und das merken sie jetzt. die schweiz ist hinsichtlich der verwendung von computern in der schule noch im finsteren mittelalter. wenn entsprechende kenntnisse vermittelt werden, geht es in 9 von 10 fällen entweder um basics, die jeder viertklässler besser im griff hat als der unterrichtende lehrer, irgend einen für eine schularbeit wichtigen stuss wie word, oder dann um die “grundlagen”, sprich die hinter facebook und all dem anderen zeugs notwendigerweise steckende mathematik. dabei wäre es nicht einmal schwierig, die gebiete auszumachen, über die man bescheid wissen müsste: die sicherheit zum beispiel und die art und weise, wie websites, provider und so weiter daten aufzeichnen; ein bisschen programmieren, zum beispiel arbeiten mit java, html oder flash, das kann man heute sehr wohl als allgemeinbildung verstehen; die realität des internets – wie einfach andere leute zugang zu informationen über einen selbst erlangen können. aber solange es den lehrern wichtiger ist, dass die kantischüler wissen, wie man fussnoten ins word einfügt, kann man da keine besserung erwarten.
was mobbing und aus dem internet erwachsende probleme angeht: für das scheissmachen gilt heute immer noch die gleiche formel wie früher – dass in den meisten fällen die reaktion das schlimmste ist. das problem sind nicht die jugendlichen, die die lehrer aufs korn nehmen, sondern die erwachsenen, die so einer aktion überhaupt erst ein publikum verschaffen. da bin ich absolut überzeugt. je ernster man diesen schrott nimmt, desto schlimmer wird er. dass unsere gesellschaft jedes verhältnisdenken verloren hat, ist die tatsächliche katastrophe, nicht, dass die jugendlichen scheiss bauen. das ist immer schon passiert und wird auch nicht aufhören, und je drakonischer die strafen werden, desto extremer werden die schülerstreiche werden.
Im Grossen und Ganzen bin ich mit Dir einig, aber erstens: programmieren ist etwas für nerds (ich wage zu behaupten, 80% aller Schüler würden nicht über das obligate “Hello World” hinauskommen), da schalten die meisten Schüler auf Durchzug.
Zum zweiten wird heute von den Kids erwartet, dass sie die Funktionen der Office-Programme kennen (das Einfügen von Fussnoten ist nun wirklich nicht schwer), und etwas weniges an Data Mining liesse sich auch mit einer Tabellenkalkulation demonstrieren. Einfach nur, um den Kids mal zu zeigen, dass es wirklich nicht schwer ist, Substantielles auch aus einem Wust an Daten rauszukriegen.
Vielleicht wärs ja auch an der Zeit, eine Halbwertszeit oder besser ein Verfalldatum für Daten einzuführen: Alle Daten, die älter sind als fünf oder zehn Jahre, werden automatisch gelöscht, damit die beim Botellon fotografierte unterwäschelose Sechzehnjährige bei der Bewerbung nach absolviertem Master-Studium nicht vom Chef als Freiwild betrachtet wird.
“Data Mining liesse sich auch mit einer Tabellenkalkulation demonstrieren” ????? also das moechte ich erklaert haben.
sorry, bloss noch ein verspätetes “letztes wort”: daten löschen müssen wir dafür keine; bloss eine mit 16 unterwäschelos fotografierte bewerberin abweisen, weil sie vor zig jahren mal scheiss gemacht hat… dieses denken muss weg.