Leben


Philippe Zweifel am Donnerstag den 6. Mai 2010

Grenzenlose Liebe

Vorbild Romeo und Julia: Binationale Paare folgen nicht den Gesetzen von Herkunft und Gesellschaft.

Vorbild Romeo und Julia: Binationale Paare folgen nicht den Gesetzen von Herkunft und Gesellschaft.

Liebe geht durch den Magen. Bei mir gelegentlich auch auf den Magen. Denn meine Frau kommt aus einem Land, wo man Speisen bevorzugt, die im Fett schwimmen. Eine Bagatelle? Keineswegs. Essen und Trinken birgt für uns ungeahntes Konfliktpotenzial, weil es nicht nur um Nahrungsmittel geht, sondern um viel mehr: Was hält man von den Traditionen des anderen? Wer setzt sich durch? Die Tücken und Reize binationaler Beziehungen!

Während solche Paare früher die Ausnahme waren, werden sie mit jedem Jahr häufiger. In der Schweiz ist heute jede zweite Ehe binational.  Wobei fast jeder vierte Mann eine Ausländerin heiratet. Weshalb? Sind einheimische Frauen, wie bisweilen behauptet wird, zu emanzipiert? Stellen wir einfach mal fest, dass Globalisierung und Mobilität nicht nur Zuwanderung geschaffen, sondern auch zu interkulturellen Begegnungen geführt haben. Gelegenheit macht halt Liebe.

Liebe wiederum macht blind. Und so entdeckt mancher den kulturellen Graben oft erst, wenn er in ihn hineingefallen ist. Nehmen wir die Sprache. Irgendwann weicht die Faszination des exotisch-erotischen Akzents nervtötenden Verständigungsproblemen, vor allem bei hitzigen Diskussionen. Weiter kann der Mangel an gemeinsamen linguistischer Codes ein Problem sein. Versucht man dem Partner ein Wortspiel aus der eigenen Sprache zu erklären, ist der Gag so gut wie tot. Das gleiche gilt für Gedichte, Lieder oder Werbeslogans. Hinzu kommt das generelle Gefühl einer Verkümmerung der eigenen Sprachkompetenz. Sowie die traurige Einsicht, den Kindern «Schellenursli» und «Momo» alleine vorstellen zu müssen.

Freilich korrelieren solche Schwierigkeiten mit der Grösse des Kulturunterschieds. Je nach Herkunft des Partners, ist er mit Sprache, Religion oder (Un-)Pünktlichkeit bereits vertraut. Falls nicht, sind weitere familiäre Knacknüsse programmiert. Dass mein Sohn katholisch getauft wurde, liess meinen atheistischen Vater in geradezu biblischem Zorn aufheulen. Sowieso die Kinder: Mit welchen Erziehungsnormen sollen sie aufwachsen? Welche Sprache am Esstisch reden? An welche Herkunft sollen ihre Namen erinnern?

Kurz, weshalb überhaupt den steinigen Weg einer interkulturellen Ehe einschlagen? Als ich diese Frage meiner Frau stellte, gab sie die Antwort, die auch ich parat gehabt hätte: Ohne mich würde sie sich in ihrer Kultur gefangen fühlen. Zudem schleicht sich der Alltag weniger schnell in die Beziehung ein (nicht zuletzt, weil die Beziehung wegen erwähnter Stolpersteine immer wieder aufs Neue ausgehandelt werden muss). Und: Mag einem das fremde Essen nicht immer schmecken, hat die andere Kultur ja auch Einiges zu bieten. In Fall meiner Frau etwa einen hohe Wertschätzung der Familie – was meine Sichtweise («Familie ist per se spiessig») verändert hat. Auch die Auslandtrips machen Spass (aber bitte nicht an Weihnachten!).

Vor- und Nachteile interkultureller Beziehungen aufzulisten, ist jedoch sinnlos. Letztlich muss jedes Paar seine eigenen Regeln aufstellen, seine eigene Geschichte leben. Die Sozialwissenschaften haben dafür natürlich einen tollen Begriff: «Die Konstruktion einer neuen interkulturellen Wirklichkeit.» Etwas knackiger könnte man auch sagen: Binationale Paare verkörpern die romantische Liebe. Weil sie nicht den Gesetzen von Herkunft und Gesellschaft folgen und sich nicht von bürokratischen Hürden oder Dünkel ihres Umfelds beirren lassen. Wie Romeo und Julia.

Bestimmt gibt es auch viele Mamablog-Leser(innen), die in einer interkulturellen Beziehung leben. Welches sind für Sie die Bereicherungen und Belastungen?

zweifelPhilippe Zweifel, 36, ist Kulturredaktor bei Newsnetz und Vater eines Sohnes. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

328 Kommentare zu „Grenzenlose Liebe“

  1. Widerspenstige sagt:

    ‘Bis 40 Jahre schreibt das Leben den Text, alles was nachher kommt ist der Kommentar dazu…’ (mir unbekannter Autor)

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Doch, das hat was – überlege gerade, was das für mein Leben bedeutet – ja, mehrheitlich stimmt es.

  2. adrian sagt:

    @sebastian, pippi langstrumpf,
    naja ich denke latinas beneiden oft unsere frauen. eben wegen deren unabhaengigkeit und vermeinliche straerke. sie wissen aber kaum, dass dadurch unsere frauen unattraktiv und ungewollt sind. sie wollen zuviel und erwarten zuviel.
    ich erinnere mich an die suesse serie pippi langstrumpf. eine erwachsene frau, die sich so nennt, ob lange rote oder kurze weisse haare, hat einige probleme. warscheinlich frigide

    • stef sagt:

      @Adrian Da versucht wohl jemand tiefes Niveau zu untertauchen. Ich bin ja häufig auch nicht mit Pipi einverstanden, aber was soll das mit frigid zu tun haben? Ich hoffe, du hast keine Probleme, der Rest der Menschheit kommt nicht ohne aus.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Unbedingt…..

  3. gargamel sagt:

    lustig ist ja in diesem zusammenhang, dass gegen 90% der fans von frauen aus dem ex-ostblock sonst gerne mit begriffen wie “überfremdung” usw. hantieren…

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Die Schizophrenie im eigenen Lebenslauf fällt halt vielen nicht auf, “meine” Ausländerin und “mein” Ausländer dürfen bleiben, der Rest kann ruhig gehen.

    • Tanja sagt:

      Besonders symptomatisch bei der Luzerner SVP, da sind nämlich nicht wenige mit Ostblöcklerinnen verheiratet, fahren aber sonst ihre knallharte aussländerfeindliche Linie. Habe mich schon oft gefragt, wie das geht……

      • Auguste sagt:

        hmm…, eine ausländerkritische haltung ist innenpolitik. kontakte in die ehemaligen länder des ostblocks ist eine art aussenpolitik. und sex schlägt ideologie allemal – auch bei der svp.

  4. mami71 sagt:

    Ich finde es nervig, wie gewisse Schweizer Männer alle Schweizerinnen in den gleichen Topf werfen (Emanzen, unweiblich, frigid, etc.), um ihre Beziehungen zu nicht-schweizerischen Frauen zu “rechtfertigen”. Mir, Schweizerin, hat man auch von ausländischer Seite sehr viel Weiblichkeit attestiert, als Emanze bezeichne ich mich auch nicht, da ich von meiner Erziehung her ein traditionelles Familienbild vermittelt bekam: nämlich dass auch eine “Nur-Hausfrau-und-Mutter-und-Ehefrau” einen vollwertigen Beitrag leistet, die Familie, ihren Partner unterstützt, ohne das der “wirtschaftliche” Erfolg des Mannes und Vaters nicht möglich wäre, und ohne dass die Frau dabei zum Huscheli am Herd verkommt. Meine Grossmütter und Urgrossmütter lebten auf die gleiche Weise und zogen und schwierigsten Bedingungen (u.a. während des Krieges) die Kinder gross, leisteten enorme Arbeiten usw. Emanzen? Weil sie manchmal auch sagten, wo’s lang geht?
    Bin ich aber vielleicht eine Emanze, weil ich, wie Männer auch, sage was ich will und was nicht? Weil ich einen Hochschulabschluss habe und jahrelang einen guten Job hatte? Weil ich weiss, dass ich nicht auf einen Mann als Ernährer angewiesen sein muss, sondern notfalls auch für mich selber sorgen könnte? Ich bin nun verheiratet, Mutter einer Tochter und auch glücklich als Hausfrau und Vollzeitmutter. Meinen Job habe ich freiwillig aufgegeben, obwohl es für uns finanziell manchmal eng wird.
    Ich bin übrigens mit einem Italiener verheiratet, der grösstenteils in Italien aufgewachsen ist und nicht richtig Deutsch spricht. (Ich kann recht gut Italienisch.) Er ist kein Macho, aber auch kein Softie, der nun unter der Fuchtel einer helvetischen Emanze leben muss. Wir ergänzen uns und harmonisieren durch gemeinsame Interessen, helfen einander, lieben uns, haben die gleichen Werte, die gleichen Ziele. Ich konnte früher mit “Südländern” nicht viel anfangen und falle durch meine religiöse Einstellung (alles andere als streng katholisch) etwas aus dem von seiner Familie gesetzten Rahmen. (Was vielleicht einzig für meine Schwiegermutter ein Problem ist, was aber weniger ein kulturelles, sondern ein charakterliches Problem ist.) Was soll’s?
    Wir haben uns füreinander entschieden, und ich habe nicht gezielt den Italiener geheiratet, sondern den Mann, den ich liebe. Meine Beziehungen zu Schweizern waren gescheitert, “dann suche ich mir halt einen Ausländer” – so geht das m.E. nicht. Ich hatte auch ausländische Partner. Dass es am Schluss ein Italiener war, bei dem es gepasst hat, lag an seiner Persönlichkeit, seinem Charakter, nicht an seinem ausländischen Pass.
    “Wo die Liebe hinfällt, da ist kein Kraut gewachsen” – ich habe mir diese Liebe nicht gesucht, mir aber auch keine Schranken aufgebaut und schon von im Voraus die Männer schubladisiert. So wie Italiener sind nicht alle super-potente Machos sind (oder was für Klischees unter verzweifelt nach einem ausländischen Partner suchenden Frauen grad so gängig sind), sind nicht alle Schweizerinnen Emanzen – wer so denkt, ist ja schon gezwungen, sich eine Partnerin/einen Partner mit anderer Herkunft zu suchen. Ich kenne viele, sehr tolle Paare, wo beide Schweizer sind.

    • travel sagt:

      genau diese präzise ausdruckweise wird als “emanze” interpretiert… einige bringen den temperament in wörter zum ausdruck, der andere in einer lauten stimme. eine starke frau braucht einen starken partner. wer aber etwas nicht ganz versteht fühlt sich auch nicht angefriffen.

      leider führt unsere wohlige unahängigkeit und die neugier nach besserem früher oder später zur trennung und nicht zur bindung, nur die harmonie und die toleranz können evtl. dies abwenden

    • René Wetzel sagt:

      gottseidank gibt’s noch lesenswerte beiträge wie denjenigen von MAMI71 – so quasi “live aus dem leben”, intelligent formuliert, nachvollziehbar… und recht tiefgründig – chapeau, merci… und: viel glück!

  5. Summasumarum: Ein ausländischer Partner oder eine ausländische Partnerin sind kein Hinweis auf einen Schweizer oder eine Schweizerin mit unterentwickeltem Selbstbewusstsein.

    Dem ist nämlich tatsächlich so- wobei zu bemerken ist, dass es das andere durchaus auch gibt.

    Und es stimmt: Wo die Liebe hinfällt, ist kein Kraut gewachsen.

  6. Dem ist nämlich tatsächlich NICHT so

    so, das meinte ich natürlich.

  7. Alain sagt:

    @ Mami71
    Die Rede war und ist natürlich nicht über eine absolut homogene Gesellschaft die entweder so oder so ist; klar gibt es unterschiedliche Menschen in jeder Gesellschaft, aber man kann durchaus eine allgemeine Richtung oder Einstellung feststellen. Eben so wie man nicht grundlos den Italiener als “Macho” bezeichnet (und natürlich nicht jeden einzelnen dabei meint, sondern eine überwiegende, subjektive Wahrnehmun).
    Und hier meine ich nicht nur die Haltung dem Mann gegenüber, sondern auch gegenüber Nachkommen. Mir fällt auf (und es stört mich) wie lieblos die Schweizerinnen (und hier wieder natürlich nicht alle, aber eine Mehrheit) ihre Kinder behandelln. Resultat: sehr früh verlassen die Kinder das Elternhaus oder haben ein gestörtes Verhätnis zu ihnen. Vergleich doch das bitte mit den italienischen Familien. Die Beziehungen innerhalb der Familie funktionieren dort viel besser und halten viel mehr. Was meinst du woran das liegt? So wie der Mann für viele Bereiche ausserhalb des Haushalts zuständig ist, so ist die Frau bzw. die Mutter für viele familiäre Funktionen verantwortlich. Ich behaupte hier ganz kühn, die Mutterrolle sei die wichtigste und gewichtigste in der Familie. Wer gebärt die Kinder, stillt sie und verbringt die meiste Zeit mit ihnen? Nicht umsonst bekommt die Frau meist automatisch und korrekterweise das Sorgerecht für die Kinder im Falle der Scheidung.

    ps. es freut mich doch sehr dass die Beziehung in deinem Fall harmonisch funktionert :)

    • adlerauge sagt:

      … und dann hocken sie bis über 30 zuhause im hotel mama. das kann’s doch auch nicht sein? wo bleibt da die gesunde ablösung? keine ahnung, in welchem umfeld sie sich bewegen, aber eine mehrheit der schweizer mütter als lieblos im umgang mit ihren kindern zu bezeichnen ist schon sehr gewagt.

      • Eni sagt:

        @ adlerauge

        Danke.

        Gerade diejenigen italo Männer die in bella Italia zuhause aufgewachsen sind, taugen dann oft schlecht als Ehemann. Von Mama wurden die Bubis vergöttert und dann machen sie den Schwiegertöchtern das Leben zur Hölle.

      • Lea sagt:

        Es kommt sehr auf die Kultur an, wann Ablösung stattzufinden habe.

        hierzu ein lokaler Witz: er ist etwas über dreißig, weiß und lebt bei Mama. Er muss jüdisch sein.

        (Jüdische Single Männer gelten in vielen Kreisen als gute Partie)

        Ganz abgesehen davon, dass in Akademiker-Familien wegen Studium oft bis nahe an dreißig zu Hause gelebt wird.
        (Matura mit 20, 4 Jahre Hauptstudium, 4 Jahre bis Doktorat = etwa 28).

        Italienische Männer haben ja schon wegen der schönen Sprache ein riesen Plus. Ist ja unfair so was, wenn man das schweizerdeutsche Gekrächzte daneben hört.

        Da geht auch etwas Machismo leicht durch, vor allem weil seine Mama göttlich kocht.
        Ich nehme ja schon an Gewicht zu, wenn ich nur an die Sonntagsmahle bei Großmama denke.
        Manga, picola, manga!

      • pedrodesconocido sagt:

        @Lea
        Wo wir doch sonst immer so akribisch orthografisch sind: mangia, piccola, mangia!

      • Lea sagt:

        @pedro. das i habe ich wohl verschluckt als Nonna noch einmal nachschoepfte. meine orthografie ist ja vorbildlich…nicht?
        :-)

      • Mike sagt:

        Cool Adlerauge…genau so is es! in den eigenen Reihen erlebt…und dazu sind es noch totale “Ichmenschen” ! Es dreht sich nur um sie. Wenn der Partner sorgen hat…soll dieser selber damit klar kommen! Die Anderen sind nichts…. bis Mama stirbt. Dann ist da ein häufchen Elend ! Und dann kommt das Sozialamt ins Spiel. Leider so!

  8. Globetrotterin sagt:

    @adrian

    Du scheinst hier etwas ganz falsch zu verstehen. Wir Frauen sehen uns keineswegs als “unattraktiv und ungewollt”, wenn wir Single bleiben. Tatsache ist, dass wir es vorziehen alleine zu leben, als uns mit Typen wie Dir zu umgeben!

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      “Keinen Mann um jeden Preis” war mal der deutsche Titel eines amerikanischen Bestsellers, gilt immer noch….

  9. Larsito sagt:

    @Ph. Zweifel schade, dass hier von Interkulturalität die Rede ist. Gerade binationale Beziehung bedürfen viel eher des Begriffs Transkulturalität! damit verliert man den Fokus auf das Trennende, und sucht nach Gemeinsamkeiten. Das bedeutet nicht, dass es nicht nach wie vor Trennendes gibt, aber vielleicht verliert es an Gewicht, wenn man den eigenen Beoachtunsfokus ändert. Andererseits merkt man dann auch, dass auch nicht-binationale Ehen mit sehr ähnlichen “Problemen” konfrontiert sind. Die kulturellen Unterschiede eines Schweizer Bankers und einem Schweizer Bergbauer sind vermutlich viel grösser als zwischen einem Schweizer und einem südafrikanischen Banker… Und gerade das mit dem Essen kann jede Beziehung treffen: der Kartoffelsalat der Schwiegereltern ist ja doch nie gleich gut wie jener der eigenen Eltern! Wäre doch ein Versuch wert, sich auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und sich danach wieder über die bereichernden Unterschiede zu freuen!

  10. travel sagt:

    alle sprechen von Toleranz und erzählen wie und wo überall man war.
    die weinigsten nehmen aber ein bisschen dieser Kultur oder Offenheit mit. Die, wir Schweizer reisen auf dem ganzen Globus und vergessen, dass es hier schon lange um “one world” geht. wenn wir eine Fremdsprache sprechen wollen wir möglichst schnell dessen Akzent annehmen um möglichst akzep-tiert zu werden…

    wenn ich aber wieder Inland bin und der wichtige “Kantönli Geist” zu Tisch kommt und die frage “was für ein Dialekt ist das” folgen wird mir schnell bewusst wie klein kariert wir sind.

    anderer vergeblich Alle 30 min. Autobahnfahrt folgt ein Nati_Fussballverein oder sogar einen anderen Dialekt der mit einer “gewissen” Rivalität begegnet wird.

    solange man solche Probleme hat, kann man nicht von Toleranz gegenüber anderer Nationen spre-chen.
    der eigene Röstigraben zeigt, dass Integration nicht abgeschlossen ist, oder die Abneigung gegenüber der eigenen Landesdialekte. aber da muss sich jeder an der Nase nehmen. wir haben ein Generationen Problem.

    stolzer Schweizer sind die wenigsten, alle träumen ein leben lang vom Auswandern anstatt das Flair und die Gelassenheit vom Ausland (nicht nur die Luxusgüter) zu importieren…

  11. Fatma sagt:

    Ich bin selbst das Produkt einer binationalen Ehe und ich bin wirklich stolz darauf zwei Kulturen in mir vereinen zu können. Meine Eltern haben mir die besten Eigenschaften der türkischen sowie der schweizerischen Kultur mitgegeben. Ich habe zwei Heimatorte, ich habe so zu sagen zwei Muttersprachen und viel Freunde aus beiden Kulturkreisen. ich denke so eine binationale Partnerschaft kann sehr bereichernd sein, bringt jedoch auch mehr Probleme und Konflikte mit sich als eine ein-nationale Ehe. Das wichtigste ist, dass man sich den negativen Aspekten von Anfang an bewusst ist, egal wie verliebt man ist und nett und zuvorkommend der Partner ist. Früher oder später tauchen die kulturellen Unterschiede und möglichen Streitpunkte auf. Man kann auch nicht erwarten, dass sich der Partner einem völlig anpasst und man selbst nichts von dessen Kultur/Religion/Sprache usw. weiss und annimmt. Ich glaube, das Wichtigste bei einer binationalen Partnerschaft ist das “Aufeinander-zugehen” und die Situation realistisch und nüchtern zu betrachten. Die rosarote Brille ist da wohl weniger angebracht. Wobei diese meines Erachtens in jeder Beziehung mit Vorsicht zu geniessen ist.

    • Simon sagt:

      Ich hoffe meine Kinder können mal so schreiben! Bin mitten drin in einer sauschweren Fase (Bolivien/Schweiz) harscharf an der Scheidung vorbei. Ich kann echt alles mitfühlen vom Schellenursli bis zum fettigen Essen. Speziell das mit dem “Aufeinander-zugehen” statt rosaroter Brille hat mir gerade sehr wohl getan.
      Merci und Gruss in die Schweiz

  12. Matthias sagt:

    Also gegen die Schweizer Frauen habe ich gar nichts auszusetzen. Geheiratet habe ich trotzdem eine Amerikanerin. Das war vor zwanzig Jahren.

    Cross-, Trans-, International hin, Emanzipation, Ostblock und Schellenursli her:

    Ich hätte sie auch geheiratet, wenn Sie eine Schweizerin gewesen wäre.

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