Die Crew der HMS Ocean wurde durch ein Video weltberühmt. Nun soll das Kriegsschiff die Olmypischen Sommerspiele in London beschützen.
Wenn am 27. Juli die Olympischen Sommerspiele in London von der Queen feierlich eröffnet werden, ist die glitzernde Themsemetropole um eine weitere Attraktion reicher: Das grösste Kriegsschiff der Royal Navy, die HMS Ocean, wird vor Greenwich am Südufer der Themse ankern. Doch der 208 Meter lange und 35 Meter breite Helikopterträger legt nicht etwa zum Gaudi der Olympia-Touristen im Südosten Londons an, sondern soll als Helikopterbasis die Sommerspiele bewachen. Denn nach Ansicht vieler Sicherheits-Experten und des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 (Military Intelligence, Section Five) ist die Themse die Achillessehne im Sicherheitsdispositiv der Olympischen Sommerspiele.
Die HMS Ocean lief 1995 vom Stapel und wurde nach einer dreijährigen Probezeit in den Dienst der britischen Marine (Royal Navy) gestellt. Ihren ersten Einsatz leistete sie im November 1998 nach dem Hurrikan «Mitch», als die Briten humanitäre Hilfe nach Honduras entsandten. Ihren letzten Einsatz leistete die HMS Ocean im vergangenen Jahr: Nachdem das Schiff im April eigentlich nur zu einem siebenwöchigen Training ausgelaufen war, wurde es während dem internationalen Libyen-Einsatz im Kampf gegen Herrscher Ghadhafi vor die Küste des nordafrikanischen Staates beordert.
Welche Rolle das britische Kriegsschiff bei der Jagd nach Ghadhafi genau gespielt hat, steht offiziell nicht fest. Trotzdem schaffte es die Besatzung der HMS Ocean im vergangenen Jahr, Weltruhm zu erreichen. Denn auf dem Weg nach Hause sangen und tanzten die musikalischen Marines zu dem Mariah-Carey-Song «All I Want for Christmas Is You» und stellten das Video als vorweihnächtlichen Gruss an ihre Freunde und Verwandten Zuhause auf die Internetplattform Youtube.
In dem 4 Minuten langen Video zeigen sich die Männer und Frauen an Bord des Kriegsschiffs ziemlich ausgelassen und fröhlich: Während ein in die britische Flagge eingewickelter Matrose auf dem Deck der HMS Ocean zu dem Carey-Hit die Hüften schwingt, singt ein Kumpel das Lied auf der Toilette mit. Andere singen an Deck, im Maschinenraum oder sogar in der Badewanne mit oder halten sich zu dem Schmuse-Song und mit Liegestützen fit.
Mit unerwarteten Folgen: Innert weniger Tagen wurde das Video der fröhlichen Marines millionenfach angeklickt und die britische Truppe der HMS Ocean erreichte Kultstatus. Selbt Mariah Carey, sonst eher als Pop-Diva bekannt, fand gefallen am Tun und twitterte der fidelen Truppe zu: «Das ist das Beste, was ich je gesehen habe – ihr habt mir eine riesige Freude gemacht – frohe Weihnachten!»
Assistiert wird die HMS Ocean während den Olympischen Sommerspielen von der HMS Bulwark, einem amphibischen Landungsschiff. Während die HMS Ocean in erster Linie als Helikopterstützpunkt für Lynx und Pumas geplant ist, wird die Bulwark vor der Küste von Weymouth zur schwimmenden Kommandozentrale. Zudem werden im Grossraum London Boden-Luft-Raketen und Abfangjäger in Stellung gebracht.
Für den britischen Verteidigungsminister Philipp Hammond eine grosse Aufgabe: «Wir sind stolz darauf, bei einem derartigen Event mitzumachen. Wir wollen, dass die Athleten und die Besucher die Olympischen Spiele ohne Angst vor Terroranschlägen geniessen können. Und ich habe keine Zweifel, dass wir einen fantastischen Job leisten werden.»
Die Armee wird die Polizei und die Organisatoren mit rund 13’000 Mann – mehr als derzeit in Afghanistan stationiert sind – unterstützen.







Tracy Kawalik lebt und arbeitet seit sieben Jahren in der Londoner Mode-Szene. Nachdem sie ihre Karriere als professionelle Tänzerin aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, fasste sie als Stylistin im Londoner Showbusiness Fuss. Dabei arbeitete die gebürtige Kanadierin für und mit den angesagtesten Designern, Promis und Events in der trendigen britischen Millionenmetropole. Zudem hat sich Tracy in den vergangenen Jahren einen Namen als Freelance-Journalistin und als Bloggerin gemacht. Bis Ende 2012 spürt sie für die Leserinnen und Leser von «London Calling» neue Fashion- und Shopping-Trends sowie schräge Figuren auf.















Ja, so ein Kriegsschiff ist doch immer wieder etwas sauglattes. Schön, dass es so etwas in dieser düsteren Zeit noch gibt.