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Tracy Kawalik am Dienstag den 6. März 2012

PEOPLE
Eine aufgeblasene Persönlichkeit

Sie ist der neue Fixstern am Modehimmel, die Frau der Stunde. Keine Party, keine Modenschau, kein VIP-Event in Grossbritannien scheint zurzeit auf Pandemonia verzichten zu können.
Und man kann es sogar verstehen: Glamourös und alterslos hat sie sich mit ihrem einzigartigen Stil und ihrem aufgeblasenen Gebaren in Rekordzeit an die Spitze der internationalen Fashion-Szene katapultiert. Ganz zu schweigen von ihrer permanenten Medienpräsenz in TV-Shows und Hochglanzmagazinen, der erst kürzlich ihr erster Coverauftritt für das renommierte «Factory 55» Magazin folgte.

Ein Coup, der schon lange fällig war. In den vergangenen Jahren hat Pandemonia die Berichterstattung in Magazinen wie «Vogue Italia», «iD Magazine», «Vice Style», «Vanity Fair», «Grazia» oder «Ponystep» fast nach Belieben dominiert. Die unzähligen Male, in denen sie abgelichtet oder über sie gebloggt wurde, nicht mitgezählt. Ein Phänomen.
Geboren wurde Pandemonia jedoch ganz unspektakulär – am Zeichenbrett. Schon bald wurde aus ihr nicht nur eine Mode-Ikone, sondern auch ein Symbol für die britische Besessenheit mit Stars und Glamour. Pandemonia ist eine Figur, eine Geschichte, ein Medienereignis, ein Promi, eine Ankündigung, ein Versprechen – und eine Frau, die von Kopf bis Fuss auf Latex eingestellt ist.

Ich habe mich mit der imposanten 2.15-Meter-Schönheit getroffen und wollte von ihr wissen, was sie über ihren Ruhm, aktuelle Trends und die Tatsache, dass sie vor allem aus heisser Luft besteht, denkt.

Miss Pandemonia, an Modeschauen sind Sie regelmässig Gast in der ersten Reihe. Welche Kollektionen an der London Fashion Week 2012 haben Sie besonders beeindruckt?
Alle! Die Designer haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, Neues und Aufregendes zu entwerfen. Ich bin grosser Fan von Pam Hogg und Ziad Ghanem. Aber die beste Show, die ich je gesehen habe, war die Kollektion von Charlie Le Mindu im September 2010.

Wie lange bereiten Sie sich für Ihren Look vor, wenn Sie an Events wie der Fashion Week zu Gast sind?
Ich plane meinen Look täglich neu. Ich bin schon ganz aufgeregt, meine neue Haarskulptur präsentieren zu können. Also ja nicht verpassen!

Ihre Medienpräsenz in letzter Zeit war enorm. Welcher Auftritt hat Ihnen persönlich am meisten Spass gemacht?
Alle, die mir eine volle Doppelseite gewidmet haben. Darauf fahre ich voll ab. Wer kann zu einem solchen Auftritt schon nein sagen?

Sie stehen im Rampenlicht – fühlen Sie sich von den Medien unter Druck gesetzt?
Wer so aufblasbar ist wie ich, muss vor Druck keine Angst haben.

Sie haben zuletzt oft mit Ihrer Haarfarbe experimentiert. Als Blondine muss ich Sie das fragen – hatten Sie mehr Spass und Aufmerksamkeit, als Sie auf Platinblond umgestiegen sind?
Ich würde sagen, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen der Helligkeit der Haarfarbe und der Menge an Spass, die man im Leben hat. Sie haben sicher selber schon bemerkt, dass blonde Frauen auf Fotos immer auffallen – während Brünette im Hintergrund verschwinden. Nicht umsonst waren alle grossen Stars in Hollywood blond.

Welche Trends sehen Sie für den kommenden Frühling/Sommer?
Farben und Glanz. Meiner Ansicht nach kann man damit gar nicht falsch liegen.

Pandemonia, hier mit dem britischen Fotomodell und Radiomoderatorin Lisa Swindon.

Als Miss Pandemonia werden Sie auf der ganzen Welt vergöttert. Dürfen wir Sie bald auch in Paris und Mailand bewundern? Vielleicht sogar auf dem Laufsteg?
Pandemonia liebt Paris! Wir sind derzeit daran, unsere Beziehungen zu den Designern in Paris, Mailand und New York auszubauen. Also darf man mich dort eher früher als später erwarten. Was den Laufsteg angeht, muss ich hingegen betonen: Ich bin eine sehr bodenständige Person, ich sitze lieber im Publikum. Davon abgesehen: Was soll ich auf dem Laufsteg, wenn mich doch alle so gut in der ersten Reihe bewundern können.

Ihr Stil ist sehr innovativ. Befürchten Sie, dass Ihre Bewunderer Sie bald kopieren?
Bisher hab ich noch nie jemanden getroffen, der mich kopiert. Aber es gibt sicher Leute, die es versuchen. Aber das ist okay, mein Look ist sehr speziell, das Konzept einzigartig. Ausserdem gibt es nicht besonders viele Menschen, die dafür in Frage kommen – meine Körpergrösse ist doch eher selten. Sorry, aber Pandemonia ist nun mal grösser als das Leben.

Entwerfen Sie Ihre Outfits selbst oder werden Sie von Designern eingedeckt? Geht jemand wie Sie überhaupt shoppen?
Um meine Persönlichkeit zu wahren, mache ich alles selber. Auf diese Weise kann ich meine Ideen zur Kunstform erheben. Shopping habe ich nicht nötig.

Ich habe kürzlich gelesen, dass Sie von einem sehr berühmten Popstar angefragt wurden, um für ihn zu designen. Sie sollen abgelehnt haben. Schliessen Sie es aus, für andere Künstler zu arbeiten?
Das stimm: Lady Gagas Umfeld hat mich vor ein paar Monaten Jahr kontaktiert, damit ich etwas für sie entwerfe. Aber es hat für mich nicht gepasst, also habe ich mich nicht mehr bei ihnen gemeldet. Bislang habe ich es immer abgelehnt, für andere Künstler zu arbeiten. Wenn es aber in mein Konzept passen würde, könnte ich es mir durchaus anders überlegen. Aber ich will einfach nicht im Schatten von anderen stehen.

Sie sind auf Du und Du mit den Reichen und Schönen dieser Welt. Was war der bisher glanzvollste Moment in Ihrem Leben als Star?
Was ist ein Star überhaupt? Für mich ist das jemand, der kreativ ist. Immer, wenn ich irgendwo auftauche, scheine ich die Stars anzuziehen. Ich fühle mich wie ein Magnet, das ist mir ein wenig unheimlich.

Gibt es einen Star, der Sie besonders beeindruckt hat?
Mick Jaggers Ex-Frau Jerry Hall ist fast so gross wie ich! Eine wunderschöne Frau, die mich an eine Statue erinnert. Ich liebe auch ihren sensationell langen und extrem spektakulären Namen.

Wer war am verrücktesten?
Verrückt… lassen Sie mich nachdenken. Stand jetzt würde ich sagen: Pamela Anderson. Ich habe mit ihr an einer Filmparty etwas Smalltalk gemacht. Es war, als würde ich in einen Spiegel schauen.

Dolly Parton hat mal gesagt, sogar wenn man sie mit Blaulicht ins Spital fahren müsste, würde sie nicht ohne Schminke und Perücke aus dem Haus gehen. Sie sind auch immer perfekt hergerichtet. Haben Sie Tage, an denen Sie nicht aussehen wie aus dem Ei gepellt?
Dolly hat wie immer Recht! Ich bin sozusagen von Natur aus perfekt. Meine Lippen sind befestigt und mein Haar sitzt immer. Image ist alles – es ist enorm wichtig, dass man den Schein wahrt. Sie sollten mal meine Garderobe sehen. Ich bin für jede Eventualität gerüstet.

In Ihrem Blog haben Sie geschrieben, dass Sie davon träumen, ein Design-Studio an der französischen Küste zu besitzen und dort mit Ihrem Hund Struppi zu leben. Noch aktuell?
Absolut. Wissen Sie, Südfrankreich ist das Pudelland schlechthin. Vielleicht könnte ich mich dort sogar der Zucht von kleinen Hündchen widmen. Struppi braucht dringend einen Freund.

Wie haben Sie eigentlich den Valentinstag verbracht?
Struppi und ich hatten ein Date. An einem geheimen Ort in Central London.

Was bringt die Zukunft für Pandemonia?
Einiges. Ich arbeite daran, eine eigene Serie von Siebdruck-Portraits zu lancieren. Dann folgt auch noch eine Ausstellung meiner Figuren. Das wird sozusagen eine Fortsetzung meiner Ideen: ein Mix aus Kommerz, Fashion und Kunst. Ein Tempel der Populärkultur. Lassen Sie sich überraschen – ich zünde die nächste Stufe!

Fotos: Georgiadou-Christina and Pandemonia

5 Kommentare zu „PEOPLE
Eine aufgeblasene Persönlichkeit“

  1. Timo sagt:

    Äh, was? Verpass ich was, wenn ich diese Frau (?) nicht kenne bzw. noch nie von ihr gehört habe?

  2. Alain de la France sagt:

    London calling – und ich dachte es sei etwas ueber “the clash”…
    Und jetzt kommt diese Puppe ;-(

  3. Mona sagt:

    äh, nein, darum gibts ja ein Interview mit ihr. Damit du sie kennenlernst.

  4. peter donzen sagt:

    grossartiges interview – wer pandemonia (noch nicht) kennt, ist selber schuld

  5. Riccardo sagt:

    the clash? ernsthaft? london ist doch weit mehr als nur the clash. denkt doch endlich nicht nur in der vergangenheit.

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