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Kulturkampf der religiösen Fanatiker

Hugo Stamm am Dienstag den 17. April 2012
Timbuktu, 11. April 2012.

Verblendete Freikirchler riskieren ihr Leben, wo alle anderen flüchten: Familien bereiten sich darauf vor, Timbuktu zu verlassen, 11. April 2012.

Timbuktu ist eine faszinierende Wüstenstadt mit einer langen Geschichte. Nicht nur der Name löst träumerische Fantasien aus, die Lehmstadt am Südrand der malischen Sahara wirkt wie ein verwunschener und geheimnisvoller Ort. So jedenfalls präsentierte sich mir der vom Sand bedrohte Ort vor über 20 Jahren.

Die Zeiten, in denen sich Karawanen in Timbuktu von den Strapazen erholten, sind längst vorbei. Heute ist Timbuktu eine umkämpfte Stadt. Sie ist im Würgegriff der islamistischen Bewegung Ansar Dine. Das Wüstenvolk der Tuareg hat zwar die Unabhängigkeit über den Norden Malis ausgerufen, doch gegen die Islamisten sind sie im Hintertreffen.

Islamisten haben am Sonntag eine 40-jährige Schweizerin gewaltsam entführt. Tuareg haben zuvor alle Europäer in Sicherheit gebracht. Die Schweizerin schloss sich nicht an. Sie wollte ihre Mission zu Ende führen.

Eine Mission, von der sie glaubt, sie von Gott erhalten zu haben. Diese Mission heisst Mission. Ihr Auftrag: Moslems missionieren. Denn die Endzeit kann erst anbrechen, wenn alle Menschen vom Evangelium gehört haben und die Wahl hatten, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.

Katholiken und Protestanten missionieren nicht in gefährlichen Gebieten. Freikirchler hingegen glauben, einen besonderen Applaus des Himmels zu erhalten, wenn sie ihr Leben für Gott oder seinen Auftrag riskieren. Deshalb besteht auch kein Zweifel, dass die gekidnappte Schweizerin eine freikirchliche Missionarin ist.

Die Mission in Gebieten, die von Islamisten kontrolliert werden, ist brandgefährlich. Die Fanatiker dulden keine Christen. Jährlich werden mehrere hundert freikirchliche Missionare aus aller Welt von islamischen Extremisten angegriffen, in ihre Gewalt genommen oder ermordet. Das hält die Missionare aber nicht ab, weiterhin ihr Leben zu riskieren. Viele wiegen sich im falschen Glauben, von Gott beschützt zu werden.

Tuareg-Soldaten in Mali.

Die Missionarin verweigerte die Evakuierung: Tuareg-Kämpfer in Mali. (Keystone)

So kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen. Mitschuldig machen sich auch Missionswerke wie «Jugend für eine Mission» und «Operation Mobilisation», die Gläubige zu Missionstätigkeiten in islamischen Gegenden motivieren. Wenn freikirchliche Missionare glauben, in Gebieten, die von Islamisten kontrolliert werden, auch nur eine islamische Seele zu retten, sind sie hoffnungslos verblendet. Dann zeigen sie eine ähnlich extreme religiöse Haltung wie Islamisten.

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770 Kommentare zu „Kulturkampf der religiösen Fanatiker“

  1. Konrad hilft sagt:

    @ poi

    Lesen meine Beiträge noch einmal. Ein von einem Missionar nur gefühlter Auftrag (und mehr als gefühlt (hallzuniert, einigebildet – je nach Perspektive) kann er nicht sein, wenn der “Auftraggeber” Gott sein soll) kann man nicht als Auftrag bezeichnen, so wie das Wort in der Diskussion verwendet wurde.
    Der Begriff Auftrag wurde in im Verlaufe Diskussion auf übelste sophische Manier umgedeutet/verbogen zweck Rechthaberei. Dass Sie, wie die meisten anderen, das nicht gemerkt haben, sondern sogar noch an der falschen Adresse reklamieren, macht Sie leider auch zu einem Holzkopf.

  2. Konrad hilft sagt:

    @ poi
    Lesen Sie doch genau, was ich geschrieben habe.

  3. Hypatia sagt:

    Luana sagt: 11.05.2012 um 15:46 @Konrad hilft?

    “… Missionare fühlen sich i.d.R. von Gott beauftragt.”

    Konrad hilft sagt: 11.05.2012 um 18:52 @ Luana

    “Wenn ein Missionar fühlt, dass er von Gott mit der Verbreitung seines Glaubens beauftragt ist, nennt man das nicht Auftrag sondern Berufung.”

    poi sagt: 12.05.2012 um 23:13 @Konrad

    „Sie liegen mit Ihrer Aussage komplett daneben, denn Missionare “fühlen” dabei nichts…Sie halluzinieren sich wohl einen Sendungsauftrag herbei. Der Auftraggeber ist “sinnlich” nicht wahrnehmbar. Alles bleibt “bizarr” abstrakt gedanklich, wahnhaft.“

    Schon interessant, finde ich, diese drei Wortmeldungen. Dabei kritisiert poi Konrad, was Konrad aber von Luana übernommen hat. Dass Missionare sich berufen FÜHLEN, wird von poi ziemlich deutlich verworfen. Dabei macht er Konrad deutlich, dass der „mit seiner Aussage komplett daneben liegt“. Dass er ihm das ausdrücklich auch noch deutlich macht, eben, dass er „komplett daneben liegt“, sendet unterschwellig das Signal aus, dass Konrad vermutlich überhaupt „komplett daneben liegt“. Pois Kritik ist viel zu stark, als dass er damit bloss darauf aufmerksam machen wollte, dass Konrad falsch liegt, wenn er meint, dass Missionare „fühlen“. Missionare fühlen überhaupt nicht, will poi wohl sagen. Damit wird klar, was poi uns eigentlich sagen will: Dass Missionare vollständig gefühllos sind, ja dass ihnen jede menschliche Regung fremd ist. Und wer immer von Missionaren meint sagen zu können, sie fühlten etwas, liegt eben „komplett daneben“.

    Die Frage aber ist nun: Warum sagt er das nicht Luana? – Ganz einfach. Luana gehört auf seine Seite und seinesgleichen wird nicht kritisiert, sondern in Schutz genommen. Eine Art von Zusammenarbeit, die eine Hand wäscht die andere. Luana wird von poi nicht abgestraft, weil sie es ja eigentlich ist, die das einbringt, dass Missionare „fühlten“, nein, unmöglich. Der Vorwurf muss auf die andere Seite, die Gegenseite, die von Konrad vertreten wird, weil der hat mir ja mal beigestanden, bei der Frage des Auftrags, bei der „Auftragsfrage“ sozusagen. Konrad erscheint im Zwielicht des zu Kritisierenden, Konrad gehört zu den Gegnern, wogegen Luana ganz eindeutig auf seine Seite gehört, wie auch Horatio, Rabbi Jussuf, Pasionaria. Nein, mein „Team“, und das ist für poi glasklar wie nur was, mein „Team“ wird nicht angegriffen. Es muss einer von der Gegenseite sein. Einer der gegen mich ist, gegen mich und meine Erfahrungen, wird sich poi vielleicht denken. Luana und er, poi, sowie Rabbi Jussuf, Pasionaria, Horatio und manchmal auch Edi, je „unser“ Edi Brugger, sie alle schlafen unter einer Bettdecke. Sozusagen. Man erinnert sich ja, wie konsterniert der Edi auf eine Äusserung Luanas reagierte. Er fühlte sich betroffen. Aber nein, wohin denn auch!, Nein, der Edi hat statt Blogger Brugger gelesen. So kam das Missverständnis. Schulterklopf von seinem Gschpänli Rabbi Jussuf.

    Ich könnte ja nun auch noch auf etwas anderes hinweisen. Könnte ich. Etwa das. Warum Luana da schreibt: „Missionare fühlen sich i.d.R. von Gott beauftragt“. Ganz, ganz heiss. „in der Regel“. Warum um Gotteswillen schreibt sie da: i.d.R., in der Regel? – Tja, sie allein weiss warum…warum, warum, warum…. Nein, die Sache ist so klar wie Klöschensuppe. Das „i.d.R“ ist sozusagen eine Schleifspur von ganz ganz weit weit früher. Erinnert sich da noch wer dran? – Ja? Also. Und darum muss sie das jetzt dazusagen, weil, weil die Luana hat meine logische Kritik am Gottesauftrag durchaus gecheckt. Wie war das doch gleich mit jenem „meist“? Wird sie sich gefragt haben. Und darum das „i.d.R.“ Damit meint sie meine logische Kritik verdaut zu haben. Ja, natürlich, es gibt auch Missionare, die sich nicht von Gott beauftragt fühlen! Natürlich, was sonst! Also kein Gottesauftrag. Wovon fühlen sie sich aber dann beauftragt zu missionieren??? Also worauf könnte das jetzt sein… In der Regel, in der Regel, in der Regel. Jede Regel hat ja Ausnahmen. Ausnahmsweise könnten ja andere Gründe ausschlaggebend sein, dass sie sich beauftragt fühlen. Hmm… Oder vielleicht fühlen die sich nicht beauftragt, aber werden ganz einfach beauftragt. Ja, das könnte es sein! – Hmm… bist du dir da jetzt sicher? – Hmm….Hmm….?….!…..?

    Aber jetzt genug der Blödeleien. Ich geh wieder zurück in die Sonne.

  4. Hypatia sagt:

    Konrad hilft sagt: 13.05.2012 um 14:32

    Eben, eben, ich sag’s ja, der Konrad ist auf der Gegenseite und poi und vielleicht auch, nein, ganz sicher auch Luana oder Pasionaria werden poi beistehen im Kampf gegen das Missverständnis, das natürlich, ja wie auch, ja unmöglich von poi zu schultern ist!… Nein, nein, sehrr verehrter Konrad, gleich wird hier das Sodom und Gomorra losgehen! Warten’S ab! Gleich geht’s los!
    :-) :-) :-)

  5. poi sagt:

    @ Konrad hilft Hypatia (und vice-versa)

    Ein wenig Gelassenheit und Empirie würde hier nicht schaden und bitte den Ball flach halten !

    Umgangssprachlich wird in der Schweiz oft “Fühlen” und “Denken” gleich benutzt. Der Satz “Ich habe das Gefühl….” wird oft anstatt “ich denke, dass ….” benutzt. Hier leisten wir uns eine gewisse Unschärfe. Oft werden auch “Gedanken” mit ” Wahrnehmungen” verwechselt.

    Wenn man aber ein wenig über die grundlegenden Begriffe nachdenkt (Wahrnehmen, Denken, Fühlen Handeln) und auch die Regeln, die sich daraus ergeben, dann sieht die Sache gleich viel aufgeräumter aus. …..auch für Oldschool-Philosophen ;-) .

  6. Konrad hilft sagt:

    @ poi

    “Umgangssprachlich wird in der Schweiz oft “Fühlen” und “Denken” gleich benutzt.”

    Sie sind offensichtlich noch nicht so lange in diesem Blog, deshalb etwas Nachhilfe für Sie: “fühlen” und “denken” sind zwei ganz verschiedene Sachen! Atheisten denken, Gläubige fühlen. So und nicht anders ist das, von einer “Unschärfe” kann nicht die Rede sein.

  7. poi sagt:

    @Konrad hilft
    so so

  8. Hypatia sagt:

    Po- ioingionigioing

    “Missionare fühlen sich i.d.R. von Gott beauftragt.”, sagt Luana.

    Poi macht daraus: ” En Missionaar hätt s’Gfüül vom Hailand beuuftraagt z’zie, i dä regäl, wohlverstande, i dä regäl”. Suupberschwiizertütsch, wirklich: hätt s’Gfüül beuuftraagt z’zie…..

  9. andersen sagt:

    @Hypatia
    :-)
    :-)
    :-)

  10. Hypatia sagt:

    andersen sagt: 14.05.2012 um 00:02
    :-) :-) :-)

  11. L. Feuerbach sagt:

    Wer spricht, bannt, bezaubert den, zu dem er spricht; aber die Macht des Worts ist die Macht der Einbildungskraft.

    Erkennt sich HYPATIA darin?

  12. Hypatia sagt:

    “Den Menschen als ein gemütliches und sinnliches Wesen beherrscht und beseligt nur das Bild. Die bildliche, die gemütliche, die sinnliche Vernunft ist die Phantasie. Das zweite Wesen in Gott, in Wahrheit das erste Wesen der Religion, ist das gegenständliche Wesen der Phantasie. Die Bestimmungen der zweiten Person sind vorzüglich Bilder. Und diese Bilder kommen nicht her von dem Unvermögen des Menschen, den Gegenstand nicht anders denken zu können, als bildlich – was eine ganz falsche Auslegung ist –, sondern die Sache kann deswegen gar nicht anders denn bildlich gedacht werden, weil die Sache selbst Bild ist. Der Sohn heißt daher auch ausdrücklich das Ebenbild Gottes; sein Wesen ist, daß er Bild ist – die Phantasie Gottes, die sichtbare Herrlichkeit des unsichtbaren Gottes. Der Sohn ist das befriedigte Bedürfnis der Bilderanschauung; das vergegenständlichte Wesen der Bildertätigkeit als einer absoluten, göttlichen Tätigkeit. Der Mensch macht sich ein Bild von Gott, d. h. er verwandelt das abstrakte Vernunftwesen, das Wesen der Denkkraft in ein Sinnenobjekt oder Phantasiewesen. [Fußnote] Er setzt aber dieses Bild in Gott selbst, weil es natürlich nicht seinem Bedürfnis entsprechen würde, wenn er dieses Bild nicht als gegenständliche Wahrheit wüßte, wenn dieses Bild für ihn nur ein subjektives, von Gott unterschiednes, vom Menschen gemachtes wäre. In der Tat ist es auch kein gemachtes, kein willkürliches Bild; denn es drückt die Notwendigkeit der Phantasie aus, die Notwendigkeit, die Phantasie als eine göttliche Macht zu bejahen. Der Sohn ist der Abglanz der Phantasie, das Lieblingsbild des Herzens; aber eben deswegen, weil er, im Gegensatz zu Gott, als dem personifizierten Wesen der Abstraktion, nur der Phantasie Gegenstand, ist er nur das gegenständliche Wesen der Phantasie”

  13. Konrad hilft sagt:

    @ Poi

    Meinen Sie nicht “gspüüren” anstatt “fühlen” ?
    Füült en Missionaar sich beuuftraagt, oder gschpüürtr, das er beuuftraagt isch?

  14. Konrad hilft sagt:

    @ Poi

    Meinen Sie nicht “gspüüren” anstatt “fühlen” ?
    Füült en Missionaar sich beuuftraagt, oder gschpüürtr, das er beuuftraagt isch?

  15. poi sagt:

    @ Hypatia
    ” En Missionaar hätt s’Gfüül vom Hailand beuuftraagt z’zie”.
    Ja genau das meinte ich. Bravo Hypatia. Weniger Geist, mehr Gefühle zeigen, ….., steht Ihnen ausgezeichnet.

  16. Edi Brugger sagt:

    @Hypatia

    Nur so unter uns, ich konnte bereits mit fünf Jahren Zeitungstexte lesen und ich kann auch heute, trotz fortgeschrittenem Alter noch immer “Blogger” buchstabieren.

  17. Hypatia sagt:

    Edi Brugger sagt: 14.05.2012 um 07:50 @Hypatia

    Da bin ich aber beeindruckt! – Aber natürlich kannst du das buchstabieren. Das war doch als Scherz gemeint vom Rabbi, wenn ich mich recht erinnere.

  18. olaf sagt:

    wieso heisst es eigentlich:
    homo homini lupus
    ?
    und wieso nicht:
    doma domina lupí
    ?

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