Ist die Schweiz wirklich eine Erfolgs-Geschichte?

Mythenbehaftet: Die Schweiz hat noch mehr Geschichtslegenden zu bieten als die von Schokolade und vom Bergsteigen. Foto: AP, Keystone

Mythenbehaftet: Die Schweiz hat noch mehr Geschichtslegenden zu bieten als die von Schokolade und vom Bergsteigen. Foto: AP, Keystone

Woher kommt die Schweiz, was macht sie aus? Allgemein sind dazu zwei grundlegende Sichtweisen besonders präsent. Die eine (nennen wir sie die traditionelle) führt das Land zurück auf eine eigensinnige Berglerherkunft, auf Eckpunkte wie Bundesbrief, Morgarten und Marignano, auf den Geist von Eigenständigkeit und Freiheitsdrang. Das andere Geschichtsbild (nennen wir es das kritische) beschreibt das Land eher von unten; es stellt klar, dass die Feiertagsschweiz viele trübe, ungerechte Seiten hatte und dass sie immer international vernetzt war.

Wer will, wittert auf der einen Seite konservative, reaktionäre oder veraltete Mythen – oder auf der Gegenseite «Political Correctness» und linkes Zeugs.

Geschichte des Niedergangs …

Einen interessanten Aspekt bringt nun Pascal Germann ein, Historiker in Bern und Oberassistent am dortigen Institut für Medizingeschichte: Im Fachblog «Geschichte der Gegenwart» präzisierte er unlängst, dass sich auf der einen Seite zwei patriotische Geschichtserzählungen die Waage halten.

Denn dort findet sich, wie erwähnt, das bekannte Modell, laut dem die Schweiz unserer Vorväter ein klug geführtes Gemeinwesen war, dessen Prinzipien – Neutralität, Unabhängigkeit, Wehrhaftigkeit – heute verraten werden. «Da die Vergangenheit stets glanzvoller als die Gegenwart erscheint, folgt diese Form der Geschichte im Wesentlichen einem Narrativ des Niedergangs», schreibt Germann.

… oder stetigen Aufstiegs

Auf der anderen Seite, viel diskreter, steht ein zweites Heimatbild, das uns einen anderen Sonderfall schmackhaft machen will: Es ist die Geschichte des Erfolgsmodells Schweiz. Danach durchlebte das Land einen stetigen Aufstieg, und sein heutiger Zustand ist im Grunde ganz in Ordnung.

Diese Sichtweise pflegen nicht nur Konservative und Wirtschaftsliberale – sondern, so Germann, «auch jene Linksliberalen, die sich seit einigen Jahren darum bemühen, das Revolutionsjahr 1848 als Ausgangspunkt einer neuen Nationalerzählung stark zu machen».

Auch hier: Elite versus Volk

Dabei stellt die «Erfolgs-Geschichte» andere Akteure aufs Podest als die «Tellen-Saga»: Es ist stärker eine Geschichte von oben, eine Geschichte der Eliten als der Volkshelden. Im Grunde kennen wir die Spaltung: Schlicht gesagt streiten sich hier eine SVP-Sicht und die Erzählung des liberalen Standorts Schweiz; als Zentralorgan des rückblickenden Fortschrittsglaubens ortet Germann denn auch die «Neue Zürcher Zeitung».

Womit das Beispiel notabene wieder bewusst macht, wie eng Geschichtsbild und politische Gesinnung verzahnt sind.

Es versteht sich von selbst, dass beide Gemälde dem Profi-Historiker nicht recht gefallen wollen. Sie vereinfachen. Sie müssen, um plausibel zu bleiben, vieles zurechtbiegen. Sie blenden jene Menschen aus, die wenig hatten von diesen Erfolgs- beziehungsweise Freiheits-Sagen. Sie erklären zur Absicht, was Zufall war. «Und vor allem», so Germann, «blenden nationale Erfolgsgeschichten die Verflochtenheit der Welt aus». Dies nähre «Illusionen der Souveränität, so etwa die hartnäckige Vorstellung, es sei der Neutralität zu verdanken, dass die Schweiz von den beiden Weltkriegen verschont blieb, oder es sei unser Arbeitsethos, das uns Wohlstand beschert habe».

Kann man es denn bestreiten?

Doch ein Hauptpunkt lässt sich schwer bestreiten: Die Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte. Man kann es am BIP pro Kopf messen. Oder an den Chancen für breite Bevölkerungskreise. Oder an Gesundheitswerten. Oder, oder, oder. Interessant wäre nun also auch, wie bemerkenswert lange diese Erfolgsgeschichte andauert. Wer ein gewisses Alter hat, durchlebte mittlerweile mehrere Zyklen von Erklärungen, weshalb das Land denn so reich und erfolgreich sei – und warum jetzt bald Schluss sein wird damit.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg lernte man, dass das Land eben vom Krieg verschont wurde – eine unvergleichliche Ausgangslage, die nicht ewig halten könne.

Dann lernte man, dass der Schweiz in ihrer Spezialrolle als neutraler Staat zwischen Ost und West sowie als Land der Guten Dienste viele Türen offenstanden – aber auch diese Position schien spätestens 1989 am Ende.

Ein Ringelreihen der Erfolge

Dann lernte man, dass eben ein besonderer Mix aus Stabilität, Zuverlässigkeit und schlankem Staat das Land auf die Erfolgsspur gebracht habe – aber das werde mehr und mehr verspielt. Erinnert sich noch jemand an die Weissbuch-Debatte von 1995?

Zur Erklärung der Erfolgsgeschichte gehörten zugleich abwechselnde Wirtschaftsbranchen: Textil, Schokolade, Käse, Tourismus, Uhren, die Banken (die Branche wurde schon früher masslos überschätzt), und wenn es dann an einem Ort Krisen oder brutale Abstiege gab, standen einfach andere Sektoren als Kraftorte da: Pharma, Medizinaltechnik, Rohstoffhandel …

In der langfristigen Perspektive zeigt sich jedenfalls, dass sich der helvetische Erfolg offenbar zuverlässig erneuern kann. Dieses Ringelreihen böte ein enorm interessantes historisches Feld. Gewiss liessen sich hier auch heute noch zahlreiche Deutungen finden, die über eilige Politiksprüche («schlanker Staat», «Stabilität», «Eigenständigkeit») hinausgehen, ob von SVP oder FDP oder Avenir Suisse; respektive von Jean Ziegler und anderen kritischen Deutern der Schweiz als internationaler Trittbrettfahrerin. Die Frage nach den ganz tiefen Ursachen des positiven Basistrends scheint doch noch nicht annähernd geklärt.

Oder wissen Sie es: Warum ist die Schweiz eine Erfolgsgeschichte? Was wäre Ihre Antwort?

60 Kommentare zu «Ist die Schweiz wirklich eine Erfolgs-Geschichte?»

  • Lucas Wyrsch sagt:

    Ist die Schweiz wirklich eine Erfolgs-Geschichte?
    Ja, die Schweiz ist wirklich eine Erfolgs-Geschichte!
    Die Antwort liegt in der Semantik!
    Die Schweiz wird nicht regiert, sie wird beraten!
    Guter Rat ist teuer!
    Haben wir in den USA Senatoren und Repräsentanten, welche das Land regieren oder haben wir im deutschen Bundesrat keine Bundesräte, sondern Mitglieder des Bundesrates, haben wir in der Schweiz auf allen drei Ebenen, Gemeinden, Kantone und dem Bund Räte, welche beraten!
    Bundesräte, Ständerate und Nationalräte auf Bundesebene, Kantonsräte, Grossräte, Landesräte und Regierungsräte auf Kantonsebene und Gemeinderäte auf kommunaler Ebene!
    Ein Land, das sich nicht regieren, sondern nur beraten lässt, hat zweifellos die besseren Chancen!

  • Max Berchtold sagt:

    Bei allen Kommentaren geht die rechtliche Stabilität und die Garantie des Eigentums vergessen. Wohlstand kommt aus Investitionen (Vorleistung zur Verbesserung eines Zustands, etwas das heute z.B. in der Bundesverwaltung im Prinzip nicht gestattet ist). Investiert wird erst wenn man die Ernte daraus zu grossen Teilen selbst nutzen darf. In China wuchs der Wohlstand erst mit dieser Rechtssicherheit. Die spannende Frage ist nun, warum schaffen einzelne Regionen eine solche Rechtssicherheit und andere nicht. Merke: mir gehört nur, was mir die Gesellschaft erlaubt zu besitzen.

  • Fred Mazinaux sagt:

    Die CH ist wirklich eine Erfolgsgeschichte, und zwar durch die 1848 Verfassung, die „Ochsenbein, Erfinder der modernen Schweiz“ (Rolf Holenstein 2009) eigenhändig erkämpfte. Sonst wäre CH ein von den Berner und Aargauer Aristokraten beherrschtes Königsreich, und heute wohl schon lange nicht mehr die Schweiz.

  • Werner Kieser sagt:

    Es ist erstaunlich, wie – selbst von Historikern – vergessen wird, was schon einmal profund analysiert und kommuniziert wurde. Der Ökonom und Philosoph Leopold Kohr (1909-94) beschreibt in seinem Buch, „Das Ende der Grossen“, als Hauptgrund des Erfolges der Schweiz und anderer Kleinstaaten, deren Kleinheit. Zitat: „Die Größe – und nur die Größe! – ist das zentrale Problem der menschlichen Existenz, im sozialen und im physischen Sinn.“ Vielleicht wäre es sinnvoller, vorhandenes Material erst mal zu sichten statt dauernd neues zu produzieren.

  • Peter Halter sagt:

    1968 schrieb Lorenz Stucki das Buch „Das heimliche Imperium“. Es führt sowohl einzelne Erfolgsgeschichten wie auch verschiedene eher fragwürdige Praktiken der Schweiz oder besser der Kantone auf, die vor Napoleon unabhängig voneinander aktiv waren. Geschichten von: Patentrechten, die damals hierzulande keine Gültigkeit hatten was die Anfänge der Schweizer Maschinenindustrie ermöglichte. Aus Frankreich geflohenen Hugenotten, die in Genf die Uhrenindustrie ansiedelten. Die St. Galler, die dank dem Kloster nicht von Zunften und Adeligen bevormundet wurden und zuhause weben durften. Das erste Industriegesetz Europas das in Glarus in Kraft trat. Den Vertrag über den Bau des Gotthard Tunnels den Alfred Escher als Käufer und als Verkäufer unterschrieb etc. Sehr empfehlenswert zu diesem Thema!

  • Rolf Zach sagt:

    Also, wir wollen nicht zurückgehen ins Mittelalter, dann müssen wir über das Heilige Römische Reich deutscher Nation räsonieren und dann wird es kompliziert bei diesen besonderen Umständen. Fangen wir mit 1648 an, zwei kleine Nationen werden unabhängig vom Römischen Reich, Holland und die Schweiz. Wir hatten Ruhe bis 1798, weil Frankreich partout den Habsburgern Belgien abjagen wollte. Gelang erst in der Französischen Revolution, nachher holte Napoleon Mailand und dann die Schweiz. Napoleon sackte überhaupt die halbe Schweiz direkt für Frankreich ein, Genf, Neuenburg, Jura und Wallis. Den Tessin für sein Italien. Nach der Niederlage sorgten Russen und Engländer und sogar die Preußen am Wiener Kongress 1815, dass die Schweiz nicht zwischen Österreich und Frankreich aufgeteilt wurde.

    • Rolf Zach sagt:

      Gleich wie Belgien, dessen Unabhängigkeit die Engländer eifersüchtig bewachten, der Erste Weltkrieg bewies es, war die Schweiz ein Pufferstaat zwischen Frankreich und Deutschland, die sich nie einig wurden wie sie Belgien und die Schweiz untereinander aufteilen wollen. Bei der Schweiz kam noch Italien dazu. Auch ein Grund für den Erhalt der Schweiz 1940, Hitler wollte nicht die Schweiz mit Italien teilen. Ascona und Davos in italienischer Hand? Ein deutscher Alptraum!
      Wir können damit ruhig sagen, zu 90 % wurde die Schweiz erhalten, weil unsere großen Nachbarn, sich nicht einig wurden, die Schweiz aufzuteilen, gleiches gilt für Belgien. Übrigens auch ein Erfolgsmodell des 19. Jahrhunderts, ein steinreicher kleiner Industriestaat mit einem höheren Pro-Kopf-Einkommen als FR und D.

      • Rolf Zach sagt:

        Gehen wir zum wirtschaftlichen Erfolg! Belgien wie auch Schweiz befinden sich auf einer der reichsten und wohlhabendsten wirtschaftlichen Güteraustausch-Regionen der Welt, nämlich das Tal des Rheins oder auch die Linie Rotterdam/Antwerpen-Köln-Basel-Zürich-Mailand.
        Da kamen viele kluge und energische Köpfe zusammen und dies strahlte auch auf die Schweiz!
        Natürlich hätte uns Deutschland ohne den 1. Weltkrieg im Pro-Kopf-Einkommen überholt. Es war im Interesse der Entente und von Deutschland den Krieg nicht in die Schweiz hineinzutragen.
        Europa hat im 2. Weltkrieg so fürchterliches erlebt, dass sich nationale Kriege sich erübrigten. Die Zusammenarbeit in Europa war gefragt und Belgien brachte sich ein in die Europäische Gemeinschaft mit dem Euro als gemeinsame Währung.

      • Rolf Zach sagt:

        In der Schweiz hat man diese Hintergründe in der Machtelite vergessen. Die sind so etwas von Dünkelhaftigkeit, dass es einem direkt weh tut. Ein klein wenig hat es sich gebessert, aber der alte Gaul wird von den NZZ Intellektuellen weiterhin geritten. Die Mähre ist oh Wunder noch nicht tot.
        Die Schweizer als neutrale Retter der Welt mit den guten Diensten und den kleinen schmierigen Mauscheleien.
        Wie sagte der alte Cato: Zum Schluss muss ich sagen, dass Karthago zerstört werden muss. Auch der Schweizer Retter B. verkündet lauthals bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit sein Credo: Zum Schluss muss ich sagen, dass die EU eine Totgeburt ist. Er soll mal in Belgien nachfragen! Aber es freut uns, wenn seine Tochter als Bundesrätin nächstes Jahr uns weiterhin damit unterhaltet.

    • Rolf Zach sagt:

      Natürlich hat Cato Recht bekommen, aber B. wird bestimmt nicht Recht haben.

  • Rolf Hefti sagt:

    Was mich an der Schweiz stört ist, dass viele Kantone meinen, es sei eigene Leistung genug, einzig den Kanton Zürich schamlos ausbeuten und behindern zu müssen. Natürlich müsste auch der Zürcher selber etwas aufgeschlossener werden um wirklich Fortschritte zu erzielen. Falls diese Hemmnisse überwunden werden sieht unsere Situation auch Später noch blendend aus. Den politischen Gegnern wünsche ich mehr Geingefühl für den Gegner, egal von welcher Seite.

  • Gerber André sagt:

    Man könnte auch sagen, dass die Schweiz die beste Rosinenpickerin der Welt ist, wirtschaftlich international stark verflochten, politisch immer aussen vor….ob das moralisch gut ist, muss jeder für sich selbst beantworten….

  • werner boss sagt:

    Es ist immer wieder lustig, wie die Intellektuellen von heute die heroischen Bilder die ihre Vorgänger – Intellektuellen gezeichnet haben in Zweifel ziehen und sie versuchen dem gemeinen Volke , am besten den Bauern , zu unterstellen. Wer hat den nur schon dieses Wort “ Erfolgsgeschichte “ erfunden? Kaum jemand, der schwer arbeiten muss oder vom Beruf so eingenommen wird, dass er nicht mal mehr Zeit für sich und die Familie hat. Zu dem ist seit meiner Kindheit bekannt, welche Qualitäten andere Länder vorzuweisen haben!

  • Andreas Gutzwiller sagt:

    Die mehrsprachige, kompromiss-orientierte direkte Demokratie, der robuste Verteidigungswille, die Rechtstaatlichkeit, der Minderheitenschutz, die Konkordanzregierungsform auf allen Ebenen (Gemeinde, Kanton, Bund) und die „soziale Marktwirtschaft“ („.ch“-Ausprägung), sind mE. seit bald 100 Jahren die Garanten für Stabilität und Wohlstand in diesem Land.

  • Max Bader sagt:

    Ich sehe ehrlich gesagt den Widerspruch in der liberalen und der konservativen Geschichtserzählung nicht. Die Grundwerte Neutralität, Unabhängigkeit, Wehrhaftigkeit, Marktwirtschaft, Föderalismus teilen beide Erzählungen. Im übrigen warnen auch beide zu recht davor, dass dies nicht zwingend in Zukunft so ist. Auch finden beide den Zustand der Schweiz ok, aber ausbaufähig.

    Im übrigen auch der Verrat ans Ausland ist ja nicht neu. Wie im 2. und 1. Weltkrieg gibt es auch heute Politiker, welche uns ans Ausland anschliessen wollen. Aber ich bin optimistisch, dass wir Schweizer Bürger, auch diesmal die Politiker davon abhalten können, auch wenn wir uns im Nachhinein wieder schämen müssen.

  • Daniel Wigger sagt:

    Der Erfolg der Schweiz liegt bestimmt in der Mentalität ihrer Bevölkerung. Wer etwas in der Welt herumkommt erkennt sehr schnell, woran es in anderen Ländern krankt. Enge Täler und expansionistisch eingestellte Nachbarn gab es auch anderswo auf der Welt. Die Erkenntnis, dass man als kleines Land bescheiden, einfallsreich, etwas schlitzohrig, fleissig und genau sein muss, kommt jedem Ausländer in den Sinn, der sich hier aufhält.
    Ich hoffe, es gibt noch genügend von Schweizern mit dieser Einstellung – die frustrierten, peinlichen, überheblichen und schlichtweg dummen Sprüche von ein paar Kommentarschreibern hier sollte nicht darüber hinweg täuschen.

    • Marc Berthoud sagt:

      Ich finde gar nicht, dass der ueberwiegende Teil der CHer „etwas schlitzohrig“ sind. Im Gegenteil. Ich habe mein Leben gelebt Ohne schlitzohrig sein zu muessen.

  • Florian Müller sagt:

    „Erinnert sich noch jemand an die Weissbuch-Debatte von 1995?“ Nur ungenau. Aber an die Einführung von WOV, wirtschaftsorientierter Verwaltungsführung. Der Staat, die Schweiz, die Kantone und Kommunen, die als Unternehmen einen Gewinn erwirtschaften müssen. Für wen? Ich kenne keine einzige Familie, die am Ende des Monats mehr hat als 30 Tage zuvor, das ist nur in kapitalistischen Unternehmen möglich. In der Familie und in der Genossenschaft, sorry: Eidgenossenschaft, sollten andere Werte erarbeitet werden. Insofern ist die Confoederatio Helveticae keine Erfolgsgeschichte.

  • SCW sagt:

    Die Schweiz war immer erfolgreich, mindestens seit dem Stanser Verkommnis von 1481, weil sie tolerant war und mehrere Staatsformen kannte!
    Vor 1798 gab es drei Staatsformen,
    1. die basisdemokratischen Landsgemeinden von Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus und den beiden Appenzell,
    2. die monarchisch regierten Patriziate in Luzern, Bern, Solothurn und Freiburg
    3. und die Zunftaristokratien in Zürich, Schaffhausen und Basel.
    Analysieren wir die monarchischen Patriziate, Zunftaristokratien und Landsgemeinden, sind die Erfolgreichsten heute die basisdemokratischen Kantone der Zentralschweiz, Zug, Nidwalden und Schwyz, während es wirtschaftlich allen anderen Kantone schlechter geht.

    • Cicero sagt:

      SCW, könnten Sie bitte erklären, warum es einer Mittelstandsfamilie in Uri, Glarus oder Schwyz besser geht als in z.B. Zürich?

      • SCW sagt:

        Keine Regel ohne Ausnahme Cicero, denn ich meinte weder Glarus noch Uri, sondern schrieb Zug, Nidwalden und Schwyz und dies mit Absicht! Gehen wir zuerst an eine Studie der UBS, welche vom Tages-Anzeiger in folgendem Artikel „Zug ist der wettbewerbsfähigste Kanton“ erwähnt wurde! Nehmen wir die Schweiz als Land, stellen wir fest, dass sie, laut World Economic Forum seit 8 Jahren das wettbewerbsfähigste Land der Welt ist. Zug aber ist innerhalb der Schweiz der wettbewerbsfähigste Kanton der Schweiz. Der TA Artikel beginnt mit dem Satz: „Der Kanton Zug schlägt erneut alle anderen Kantone bei der Wettbewerbsfähigkeit. Die Zentralschweizer konnten nun zum dritten Mal die Spitze erobern, wie eine Studie der Grossbank UBS zeigt.“ Es geht einer Mittelstandsfamilie besser in Zug als in Zürich!

      • SCW sagt:

        In meinem zweiten Teil, Cicero, gehe ich nun zur Erweiterung, nämlich dass Zürich und Basel als innovativ gelten, beide sind Universitätskantone!
        Skrolle ich beim TA Artikel etwas nach unten, lese ich: „Hinter Basel weisen auch die Kantone Aargau, Luzern, Nidwalden, Waadt und Schwyz eine hohe Wettbewerbsfähigkeit aus.“
        Es werden also sowohl Zug als Klassenbester, als auch Nidwalden und Schwyz erwähnt und jetzt gilt es sich die Frage zu stellen, warum Zug, Nidwalden und Schwyz erwähnt wurden?
        Gehen wir in die USA und studieren wir dessen Geheimwaffer der Innovation, die Investment Company Act 1940, finden wir eine erste logische Antwort über die Organisation von BDCs als RICs! Aber auch Deng Xiaopings China fand die Lösung mit seinen SEZs in Shenzhen heraus! Doch, was ist die Lösung?

      • SCW sagt:

        Warum ist die basisdemokratische Innerschweiz wirtschaftskräftiger als alle anderen Kantone und als jedes andere Land der Welt, wäre die interessante Frage? Zuerst honoriert das basisdemokratische Modell das „quid pro quo“, die goldene Regel, die Ethik der Reziprozität, die 12 Gesetze des Karmas und MoZis universelle Liebe! Berthold Brecht schrieb über MoZi in „Me-ti. Buch der Wendungen“: „Die Gesellschaftsform ist die beste, die den meisten Menschen den größten Erfolg gewährleistet. “ Die universelle Liebe des Mohismus ist viel erfolgsversprechender als die soziale Hierarchie von Konfuzius, wäre der philosophische Erklärungsansatz. Dann sehen wir dass Steuerprivilegien für die Innovation das grösste Wachstumspotential haben! Zug, Schwyz und Nidwalden haben sehr tiefe Steuern!

  • Peter Vollenweider sagt:

    Eine wichtige Voraussetzung für das Erfolgsmodell Schweiz: es war entscheidend für das Überleben der Schweiz dass sowohl Deutschschweiz als auch franz. Schweiz je gemischt protestantisch — katholisch waren. Ich denke, die heutige Schweiz würde nicht mehr existieren wenn, wenn die z.B. die Westschweiz geschlossen katholisch und die D-CH protestantisch gewesen wären!

  • Matthias Meier sagt:

    Ich habe die Frage mal einem ehemaligen Direktor der Schweizer Nationalbank gestellt – seine Antwort war im Wesentlichen die Mischung aus hohem Arbeitsethos und hoher Qualität der Produkte.

    Ich denke, das ist sicher ein Teil der Antwort, aber die Antwort hat sicher viele weitere Teile – je nach Hintergrund wird man wohl andere Aspekte hervorheben. Ich vermute, wie andere hier auch, dass die Direkte Demokratie und das damit einhergehende (im Vergleich mit anderen Staaten weltweit) hohe Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit von Regierung und Behörden für das Wesen und damit auch den Wohlstand der Schweiz wichtig ist.

  • Claude Bürki sagt:

    Vorausgesetzt, dass die Entwertung der Werte nicht weiter voranschreitet, darf man noch optimistisch sein. Ich verstehe jedoch die Einwände von Philipp M. Rittermann (s. oben).

  • Ulrich Meier sagt:

    Was bisher nicht erwähnt wurde: Der christliche Glaube und die guten Früchte, die daraus erwachsen sind. Unsere Bundesverfassung beginnt mit „Im Namen Gottes des Allmächtigen“, unsere Nationalhymne spricht von Gott, auf dem Fünfliber steht „Dominus providebit“ – Gott versorgt. An Seinem Segen ist alles gelegen.

    • Alain Wolf sagt:

      Das ist doch in allen Ländern und Verfassungen auch so. Dann müssten die allen anderen ebenso erfolgreich sein.

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Schweiz ist ein Miss-Erfolgs-Modell ohnegleichen, und zeigt der Welt, wie man es auf keinen Fall machen darf: 40 % Überbevölkerung, weil das in der Schweiz zur Verfügung stehende Landwirtschaftsland nur 5 Millionen Schweizer ernähren kann, und die Einwanderer nicht.
    Das Miss-Erfolgs-Modell Schweiz auf den Planeten angewandt bedeutet nicht anderes, als dass der Planet um 40 % überbevölkert ist, und die Lebensmittel für die überzähligen 40 % von irgendwo aus dem Weltall kommen.

    • theodor Rickli sagt:

      Dass unser Landwirtschaftsland ausschliesslich für unsere Versorgung da ist, scheint mir doch ziemlich frech. Es gibt sogar viele Betriebe, die exportieren. Und wir bauen ja auch keine Ananas und Bananen in der Schweiz an. Gewöhnen Sie sich doch daran, dass die Welt offen ist, so wie ihr Herz auch sein sollte.

      • Roland K. Moser sagt:

        Jeden (!) Tag müssen für 40 % der Bevölkerung in der Schweiz sämtliche (!) Lebensmittel importiert werden, und das aus der ganzen Welt, weil die Schweiz überbevölkert wurde, um ein Wirtschaftswachstum zu generieren.
        Ist das vernünftig oder pervers?

      • Philipp Meyer sagt:

        Moser: in der globalisierten Welt ist das vernünftig. Oder möchten Sie auch Autos verbieten, weil man in der CH den Treibstoff importieren muss? Die Schweiz überbevölkert…selten soviel Quatsch gelesen.

      • SCW sagt:

        Aber Roland Moser, haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, warum die Schweizer Schokolade so erfolgreich ist?
        Wussten Sie aber, dass keine einzige Kokosnuss in der Schweiz wächst!
        Die Schweizer Schokoladenindustrie importiert 100% des Obstes in Form von Kakaobohnen aus Afrika, Südamerika und Asien und nun erklären Sie mir doch bitte, was am Erfolg der Schweizer Schokoladenindustrie pervers sein soll?
        Wir verarbeiten das importierte Obst, die importierten Kakaobohnen besser als die Konkurrenz, das ist alles!

    • Flori Antha sagt:

      Wir müssen fast 100 %der Autos importieren und das schon seit langer Zeit. Bedeutet das 100 Überbevölkerung?

    • Roland K. Moser sagt:

      Überbevölkerung wird an den in einer Volkswirtschaft zur Verfügung stehenden Lebensmittel definiert. Und nicht an der Anzahl importierter Präservative.

      Und wieso regt sich niemand über den unnötigen CO2-Ausstoss wegen der jeden Tag für 4 Millionen Menschen importierten Lebensmittel auf? Doch nicht so umweltbewusst?

      Ein Erfolgsmodell sieht für mich anders aus.

  • zweistein sagt:

    „Ist die Schweiz wirklich eine Erfolgs-Geschichte?“

    Und was für eine! So einfach wie in der Schweiz hatten es die Banken-Kartelle nirgendwo sonst, Knorrige, freiheitsliebende, eigenwillige, selbstständige Eidgenossen widerstandslos ersetzt durch systemkonforme, verbildete, zynische, arrogante Dummschwätzer. Das muss erstmals ein anderes Völkchen nachmachen!

    • Roland K. Moser sagt:

      Voll einverstanden!
      Die hinterwäldlerischen und 1400 Jahre rückwärts orientierten Glarner haben am Wochenende Ihre Aussage bewiesen.

      • Max Melchlin sagt:

        Wenn man an die Minarette und vieles, vieles, vieles andere mehr denkt, dann sind die Glarner die grosse Ausnahme, die Herrn Mosers korrekte Aussage voll bestätigen. Im übrigen bezieht jeder Glarner an die 3’000 CHF Kostenersatz pro Jahr von den Geber-Kantonen.

  • Chris Stoffer sagt:

    Der zweite Weltkrieg ist auch jetzt noch Grund, wieso die CH reich ist. Weil damals nicht die ganze Infrastruktur udn Häuser zerbombt wurden und somit eben nicht der Grossteil des Privatvermögens vernichtet wurde.

    Dazu kommt, das das Land winzig ist. Es ist nun mal einfacher und vor allem massiv billiger Infrastruktur aufzustellen wenn es keine ländlichen oder abgelegene Orte gibt. Deutschland ist da schon viel grösser und USA noch deutlich mehr.

    Letzteres noch die Fähigkeit selbst zu denken und nicht strikte Autoritäts/Hierarchie -Gläubigkeit. in D und vor allem F gibt es viel striktere Hierarchie. Man hinterfragt den Chef nicht, man tut einfach auch wenn es Unsinn ist. Und der Herr Doktor wird wohl schon recht haben, er hat a einen Titel!

  • Othmar Riesen sagt:

    Banken, Pharmaindustrie, Versicherungen … um einige der Dienstleistungssektoren zu nennen, denen die Schweiz ihren Reichtum verdankt. Alsdann die niedrigen Steuern für internationale Firmen, die von der Schweiz aus oft schmutzige Geschäfte mit dem Ausland (z.B. unter Umgehung von Sanktionen) betreiben.

  • Roman Günter sagt:

    Die Schweiz sollte man vielleicht eher als Sammelbegriff verstehen. Mehrere Regionen, mehrere Machtstrukturen, viele erfolgreiche Einwanderer in eine liberale Gesellschaft mit all ihren Möglichkeiten und daraus entstandenen vielschichtigen internationalen Verbindungen, abwechselnde Erfolgszyklen und in der Bevölkerung breit abgestützter Wille, mitreden zu wollen und können, erfolgreich sein zu wollen und können, selbstverantwortlich zu sein – mit einem gesunden Misstrauen gegenüber einzelnen Heilsversprechern und Führern. Das alles innerhalb eher zufälligen, gemeinsam gegen aussen verteidigter Grenzen unter dem Begriff Schweiz.

  • Wilhelm sagt:

    Die Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte und dieser Erfolg beruht auf gut ausgebildeten fleißigen Menschen, auf dem Tourismus ( also auf der wunderschönen Natur ) und darauf, dass die Schweiz seit langer Zeit ein Zufluchtsort fur gutes- und böses Kapital ( z. B. Drogengelder ) ist.

  • Ueli Mägli sagt:

    Das Entstehen einer sozialen Bewegung (Gewerkschaften, SP) bildete eine Korrektur des schrankenlosen Kapitalismus in der Schweiz. Durch Aushandlung von Gesamtarbeitsverträgen und Sozialgesetzen wurden auch Interessen von ArbeitnehmerInnen mitberücksichtigt. Dies schuf die Stabilität, welche den wirtschaftlichen Fortschritt der Schweiz ermöglichte. Diese Fortschritte sind aber gefährdet, wenn Minderheiten ausgegrenzt und grundlegende Menschenrechte missachtet werden. Die Stärke des Schweizer Systems besteht darin, dass Auseinandersetzungen friedlich beigelegt und Probleme mit fairen Kompromissen gelöst werden.
    Ueli Mägli, Historiker, Zürich

    • Roman Günter sagt:

      Das alleine so für sich betrachtet, ist vermutlich historisch kaum belegbar, Herr Mägli. Es liegt wohl eher am moderaten Vorgehen der Linken in der Schweiz, welche schädliche Klassenkämpfe verhinderten und damit wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg eher begünstigten. Die alten Linken wären heute vermutlich politisch eher Liberal-Bürgerlich.

  • Robert F. Reichmuth sagt:

    „Erinnert sich noch jemand an die Weissbuch-Debatte von 1995?“ – Ja. Danke
    für den Hinweis. Mein arg strapaziertes Kurzzeitgedächtnis reicht gerade noch knapp bis „1995“ zurück.
    .
    „Warum ist die Schweiz eine Erfolgsgeschichte?“ – Antwort:
    Die CH war eine Erfolgsgeschichte. Die [CH1848/09/12 endet in ihrem
    175. Jubeljahr CH2023/09/11]
    .
    Fortgeschrieben wird die Geschichte der CH unter dem neuen Titel:
    .
    FREISTAAT HELVETIEN (…) 17. BUNDESLAND der BRD (…) Bruder- und
    Schwesterland des Freistaates BAYERN (…) START: DE2023/09/12 (…)

  • Hans Kast sagt:

    Einen wesentlichen Teil unseres Erfolges haben wir Lug und Trug zu verdanken. Es gibt kaum ein hässliches Drecksgeschäft auf der Welt, dessen Spur nicht in die Schweiz führt.
    Manchmal regt es mich tierisch auf, aber es lässt sich wohl nicht ändern. Ich habe kapituliert und geniesse einfach alles, was mir zufällt. Sonst macht es ein anderer. Auch so ein Spruch, der auf alles anwendbar ist. Siehe oben ….

  • Bernhard Piller sagt:

    Die Tatsache, dass die Schweiz ein hohes BIP hat, beruht einerseits auf der Überschätzung seiner Währung, anderseits auf den im Vergleich zu anderen Staaten relativ weniger hohen Steuern. Das BIP pro Kopf des Schweizers ist rund doppelt so hoch wie das des Deutschen. Wenn man jedoch durch Deutschland fährt, sieht man diesen Unterschied nicht. Die Häuser sind dort ebenso schön, die Auto nicht ganz, aber ähnlich. Die Schweiz hat es geschafft, eine Gesellschaft zu schaffen, wo sich noch nicht die Hälfte der Bevölkerung durchfuttern lässt. Das muss sie unbedingt erhalten, wenn sie den Wohlstand erhalten will.

  • Guido Biland sagt:

    Die direkte Demokratie mit ihrem Subsidiaritätsprinzip verhindert, dass sich politische und wirtschaftliche Eliten zu weit vom Volk entfernen. Die traditionelle Schweizer Politik ist konsensorientiert, austariert und vernünftig. Ob dieses Erfolgsrezept auch noch funktioniert, wenn der Wohlstand der Nation immer ungerechter verteilt wird, wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls hat das Volk immer die Möglichkeit, negative Entwicklungen an der Urne zu korrigieren. Das macht die Schweiz krisenresistenter.

  • Stefan W. sagt:

    Die Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte, weil sie zufällig ein paar Mal zur richtigen Zeit in der richtigen Position war. Um Beispielsweise Industriefirmen wie BBC oder Pharmafirmen wie Ciba, Geigy, Sandoz etc. oder Grossbanken mit Fluchtgeldoptionen zu ermöglichen. Und weil sie einige Zeit lang ihren Wohlstand dazu nutzte, der Bevölkerung optimale Ausbildung und faire Aufstiegschancen zu ermöglichen.

  • Katharina Saluz sagt:

    Die Schweiz verfügt weder über Bodenschätze, noch über Landreserven. Was unser Land darstellt und besitzt, musste und muss es sich fortwährend selber schaffen. Das hatten vermutlich schon unsere Vorfahren erkannt. Nur durch steten Effort war einst Überleben möglich und später Wohlstand erreichbar. Wahrscheinlich haben wir einfach Übung darin, aus wenig Bestehendem das Maximum herauszuholen…

    • Agnes Meyer sagt:

      …. genau. Undweil wir keine Bodenschätze haben, hatten andere Länder auch keinen Grund die Schweiz zu erobern und wir konnten uns in Ruhe weiterentwickeln. Genau diese Voraussetzung wird heute als wichtigster Faktor für die Entwicklung von Entwicklungsländern gesehen.

  • K.A. Barett sagt:

    Der Bodensatz für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz, der aktuell wieder einmal mehr zu einem unwiderstehlichen Magneten für Menschen aus fernen Ländern mit einer anderen Mentalität und Kultur geworden ist, wurde durch vier Faktoren gebildet: 1) der Mangel an Rohstoffen verschonte die Schweiz vor einem allgemeinen Schlendrian, 2) die Bevölkerung war während Jahrhunderten bäuerlich geprägt, die harte Arbeit in Feld und im Stall war die Voraussetzung für das Überleben, 3) bedingt durch Punkt 1) und 2) waren die Menschen bescheiden. Die sozialen Kosten waren für den Staat tief. 4) die Schweiz begann sehr früh mit dem Export. Zuerst waren es die Reisläufer, die „exportiert“ wurden, später Waren.
    Menschen brauchen auch Mythen, eine Nation, ein Wir-Gefühl.
    Weil Menschen Mythen brauchen,

  • freddy sagt:

    wir haben so ziemlich alles abgekupfert, was wir als schweizerisch verkaufen wollen und wir haben vorallem nur glück gehabt, dass wir in den zwei weltkriegen verschont wurden und wir uns mit helerei eine goldige nase verdient haben.
    napoleon hat uns geeinigt, vorher war wir nur ein haufen streitsüchtiger leute, die für geld in die schlachten gingen.
    die mythen, weiss man inzwischen, sind mythen. weder goldvreni, noch tell oder winkelried oder die schlacht am moorgarten hat es gegeben. alles nur lug und trug.
    wir hatten vorallem eins, glück. und den haben wir nicht gepachtet.

    • Claude sagt:

      Ja, die Einheit der Schweiz wurde eigentlich von aussen „angestossen“ oder erzwungen, je nach Sichtweise. Es ist schon erstaunlich, wie wenig über die Helvetik gesprochen wird. Und der Bundesstaat von 1848 wäre ohne Französische Revolution und Napoleon und ohne den Völkerfrühling in Europa von 1848 nicht entstanden.

  • R. Meier sagt:

    Es gibt sicher sehr viele Gründe, warum die Schweiz ein Erfolgsmodell ist. Aus meiner Sicht ganz entscheidend sind die Kompromissfähigkeit und Diskretion des Schweizers, die politische Stabilität und Kultur und die politische Reife der Bürger bei Wahlen und Abstimmungen. Die Entscheidungen des Souveräns stossen zwar Politikern manchmal sauer auf, haben sich am Ende aber fast immer als sinnvoll erwiesen. Man denke nur z.B. an die Alpeninitative oder auch diverse Europa Abstimmungen.

  • Edgardo Spring sagt:

    Ich habe mich über den Erfolg der Schweiz selber auseinander gesetzt.
    1. Bildung Die Schweiz hat die Lehre schon anfangs 20. Jahrhundert erfunden. und danach Weiterbildungen (Höhere Dachschulen) (Merkmal Qualität)
    2. Standort Die Schweiz war nicht bei den letzten zwei Weltkriege involviert. (Merkmal Vertrauen)
    3. Demokratie Die Schweizer Demokratie ist wie ein Fels bewegt sich nicht. (Merkmal Stabilität).,

  • Marco De Micheli sagt:

    Schaut man sich andere erfolgreiche Länder wie Singapore, China, Japan, Skandinavien und Deutschland an, so fällt auf, dass alle diese Länder sich in den politischen Systemen, Historien, Kulturen und Regierungen sehr stark unterscheiden und fast nichts gemeinsam haben. Ist es gar am Ende vielleicht einfach zu einem grossen Teil die Disziplin, der Ehrgeiz und der Fleiss eines Volkes, also eine Art Nationalcharakter, welcher die Voraussetzungen für Erfolgsgeschichten bildet? Die genannten Nationalcharaktere sind nämlich die beinahe einzigen vorherrschend übereinstimmenden Merkmale der oben genannten erfolgreichen Länder inklusive die Schweiz, welche dem genannten Nationalcharakter sogar sehr stark entspricht – und auch besonders erfolgreich ist .

    • Roman Günter sagt:

      Disziplin, Ehrgeiz und Fleiss finden Sie in jedem Volk. Das alleine reicht nicht für eine Erfolgsstory. Erfolgreich ist eine Gesellschaft nur, wenn für alle Menschen in dieser Gesellschaft Möglichkeiten gegeben sind, für sich einen gesunden und erfüllten Lebensraum zu schaffen. Das geht eigentlich nur, wenn eine Gesellschaft gemeinsame Werte entwickelt und diese verteidigt.

      • Marco De Micheli sagt:

        Natürlich findet man sie überall, Roman Günter. Entscheidend ist aber, wie stark die Ausprägung ist und wie vorherrschend diese Eigenschaften sind. Da gibt es zwischen südlichen oder Entwicklungsländern und nordeuropäischen und weit entwickelten asiatischen Ländern grosse Unterschiede, die sich auch auf die Produktivität auswirken. Wie man Erfolg misst ist wieder um eine andere Frage.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    die schweiz war bis anhin eine erfolgsgeschichte. weil sie ambitioniert, innovativ und selbstbewusst war. vielleicht male ich schwarz, aber ich sehe diese tugenden schwinden. ob durch innere und/oder äussere einflüsse. wir verlieren innerhalb der globalisierung – wie viele andere länder auch – unsere primären eigenheiten, identität und auch stärken. zu viele jäger sind des hasen tod. finden wir uns also auch als schweizer damit ab, dass wir hinsichtlich globalisiertem einheitsbrei auch unter die kategorie „masse statt klasse“ fallen (werden). sämtliche wirtschaftlichen indikatoren deuten darauf hin, dass wir uns den „angebotenen abhängigkeiten“ unterwerfen (müssen).

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