Anlage: Emotionsfrei heisst nicht frei von Risiken

VZ Bank: Auch die regelbasierte Vermögensverwaltung mit breiter Diversifikation birgt Risiken. Foto: PD

VZ Bank: Auch die regelbasierte Vermögensverwaltung mit breiter Diversifikation birgt Risiken. Foto: PD

Die VZ Bank offeriert mir ein breit diversifiziertes und kostengünstiges regelbasiertes Vermögensverwaltungsmandat mit ETF. Die Bewirtschaftung erfolgt nach festen Regeln frei von Emotionen, wobei es sieben Risikostufen gibt. Was ist davon zu halten? R.J.

Banken betonen häufig und gerne, dass die Bewirtschaftung der Vermögen streng nach professionellen Kriterien und frei von Gefühlen erfolgt. Doch ich gebe Ihnen zu bedenken: Frei von Emotionen bedeutet nicht frei von Risiken. Die regelbasierte Vermögensverwaltung, welche die VZ Bank nutzt, bietet eine sehr breite Diversifikation der Anlagemittel und eine systematische und professionelle Verwaltung des Kapitals im Sinne der wissenschaftlichen abgestützten Anlagetheorie. Die Idee dahinter ist unter anderem, dass man sich bei der Vermögensverwaltung nicht von kurzfristigen Ereignissen zu stark beeinflussen und manchmal auch fehlleiten lassen sollte, sondern das Kapital breit diversifiziert nach den verschiedenen Anlageklassen und Risikovorgaben investiert.

Letzteres ist aber entscheidend: Auch bei VZ wird nach verschiedenen Risikostufen unterschieden. Die breite Diversifikation gibt Ihnen keine Garantie, dass Sie später nicht doch auf hohen Buchverlusten sitzen. Darum ist es wichtig, dass Sie sich genau überlegen, wie viel Risiken Sie eingehen können und wollen. Insbesondere bei starken Verwerfungen an den Finanzmärkten bietet auch die regelbasierte Vermögensverwaltung keine Garantie, dass Sie später nicht weniger Geld auf der Bank haben.

Sie müssen abwägen, welche Ertragsziele Sie haben, vor allem aber auch realistisch einschätzen, welche Risiken Sie mit der gewählten Strategie eingehen. Positiv beim Anlageansatz der VZ Bank ist, dass man sich auf kostengünstige Indexprodukte fokussiert. So soll die Rendite weniger durch Gebühren geschmälert werden.

Ich rate Ihnen, vor einer Mandatsvergabe Ihre Risikobereitschaft genau abzuklären. Darüber hinaus würde ich auch von anderen Banken Vorschläge für die Verwaltung Ihres Vermögens einholen. So können Sie sich selbst ein Bild von den verschiedenen Anlageansätzen sowie der Gebührenstruktur machen und Vertrauen gewinnen. Lassen Sie sich zu nichts drängen. Letztlich müssen Sie von der gewählten Strategie vollumfänglich überzeugt sein, denn es ist allein Ihr Geld und falls etwas schiefgeht, sitzen Sie auf den Buchverlusten. Anhand der Vorschläge von mehreren Banken können Sie vergleichen und sich selbst ein Urteil bilden.

6 Kommentare zu «Anlage: Emotionsfrei heisst nicht frei von Risiken»

  • Unknown sagt:

    Ich rate Ihnen vom VZ schwerstens ab. Ich selber war 10 Jahre Kunde und es sieht nicht sehr gut aus. Das VZ ist unabhängig abhängig, d.h. schlussendlich schaut das VZ auch nur für sich und Ihre Aktienbewertung. Nicht umsonst ist Herr Reinhardt unter den 300 reichsten der Welt. Jedoch die Kunden haben davon nichts, denn das VZ verkauft ja keine eigene Produkte, da sie ja unabhängig sind. Zudem raten sie einem Sachen, damit sie selber mehr verdienen. Vor Gericht hat man sowieso keine Chance gegen so ein Institut.

    • Mike Meyer sagt:

      Ich habe das Gegenteil erlebt. Ich bin seit 7 Jahren Kunde beim VZ und habe dort 3 Produkte. Die Entwicklung meiner vorherigen Produkte habe ich verfolgt. Die Performance beim VZ ist besser. Das hat unter anderem auch mit den tieferen Kosten zu tun.

  • Josef Marti sagt:

    Garantie dass man keine Verluste erleidet – eierlegende Wollmilchsau oder was? Natürlich ist alles im Prinzip eine Frage des Preises und somit nichts umsonst, auch eine Garantie; allerdings konnte meines Wissens bisher niemand eine potentielle Blase pauschal shorten lassen.

  • Daniel Wigger sagt:

    Keine Anlagestrategie kann jede Krise ausbooten. Im Moment läuft die regelbasierte Strategie von VZ recht gut (ich bin selber investiert), allerdings waren die letzten 2 Jahren sehr schwierig. Der Nachteil dieses VZ-Anlagevehikels (es gibt auch andere) ist, dass es (voraussichtlich) sehr gut geschäftet bei stark steigenden und stark sinkenden Märkten, aber nicht bei sich seitwärts bewegenden Marktkursen. So habe ich denn auch etwa 7% verloren in den letzten 2 Jahren. Aber diese Anlagen sind langfristig zu sehen. Wer es nicht versteht, soll ein Sparkonto führen.

  • Karl von Bruck sagt:

    Seit der olle Joe den Bossen der Deutschen Bank verkuendete: „Ich will 25 Prozent Reingewinn auf dem Eigenkapital. Und wenn sich die Zahlen nicht aendern, aendern sich die Gesichter!“ sind einizige Gewinner die Baenkster (soweit sie nicht von noch skrupelloseren „Kollegen“ gelegt wurden), ihre Aktionaere, und die noch Bussen absahnenden statt Baenkstering beguenstigenden US-Regulatoren. Auf dem Geldtransfer wird bis 10 Prozent abgezockt. Gegen eine Tobintax von nur 0,5 Prozent, welche Einkommenssteuern auf Loehnli und gar Rentli ueberfluessigen wuerde, wird Gift und Galle gespuckt. Ebner und Blocher wurden mit ihren Visionen innert wenigen Tagen in die Lombardfalle gelockt. Und innert Tagen nach deren Verschleuderung waren die Kurse wieder auf volle Hoehe zurueckmanipuliert….

  • Heinz Müller sagt:

    Sehr geehrter Herr Spieler, sie schreiben, dass kostengünstige Indexprodukte in der regelbasierten Vermögensverwaltung verwendet werden um damit die Gebühren niedrig zu halten. Das Produkt kostet beim VZ bis zu einer Million jedoch 1,5 % der Anlagesumme. Erachten Sie dies als günstig für ein VV-Mandat mit ETF’s?

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