Wie man die Bonität seiner Bank einschätzen kann

Schwyzer Kantonalbank: Gutes AA+-Rating. Foto: Keystone

Schwyzer Kantonalbank: Gutes AA+-Rating. Foto: Keystone

Ich bin 56 Jahre und erhielt die Kündigung. Ich besitze 3a-Konten auf der Zuger, Luzerner und Schwyzer Kantonalbank. Falls ich mein Geld auf ein Freizügigkeitskonto legen muss, welche Banken empfehlen Sie? Wie prüft man die Bonität von Banken? J. M.

Aufschluss über die Bonität von Banken und generell von Unternehmen bieten die Einstufungen der verschiedenen Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch. Auch verschiedene Banken machen im Rahmen ihrer Research-Arbeit Ratingeinstufungen. Die Bonitätseinstufungen der einzelnen Institute bekommen Sie direkt von Ihrer Bank oder können sie auch im Internet erfahren, da sie öffentlich sind.

Die von Ihnen erwähnte Schwyzer Kantonalbank verfügt über ein gutes AA+-Rating von Standard & Poor’s und ebenso von der Zürcher Kantonalbank. Die Einlagen bei der Schwyzer Kantonalbank sind durch den Kanton Schwyz garantiert. In seinem Heimmarkt im Kanton Schwyz verfügt das Institut über eine starke Marktposition und eine solide Kapitalbasis.

Auch die Luzerner Kantonalbank profitiert von einer Staatsgarantie durch den Kanton Luzern und über eine starke Wettbewerbsposition in Luzern und der Zentralschweiz. Während die Zürcher Kantonalbank die Luzerner Kantonalbank mit AA+ einstuft, bekommt die LUKB von Standard & Poor’s nur ein AA-Rating, welches aber ebenfalls sehr gut ist.

Über kein Rating von Standard & Poor’s oder auch von Moody’s verfügt die Zuger Kantonalbank. Hingegen stuft die Zürcher Kantonalbank das Zuger Institut mit einem AAA-Rating mit der Bestnote ein. Begründet wird dies mit der Staatsgarantie durch den Kanton Zug, aber ebenso mit der guten geschäftlichen Verankerung im Kanton und der hohen Bonität des Kantons Zug, welcher für die Bank geradesteht.

Sie sehen, dass also alle drei von Ihnen erwähnten Banken über eine Staatsgarantie verfügen und damit alle drei sehr sicher sind. Zur Platzierung des Freizügigkeitskontos würde ich dennoch mehrere Banken nutzen. Indem Sie das Freizügigkeitsgeld auf drei verschiedene Konten bei drei Banken parkieren, erhöhen Sie nicht nur Ihre Sicherheit, sondern schaffen sich die Option, die Freizügigkeitskonten später vor der Pensionierung in mehreren Jahren gestaffelt zu beziehen. Damit würden Sie deutlich Steuern sparen. Allerdings ist die Steuerpraxis nicht in allen Kantonen gleich.

Ich rate Ihnen, vor einem allfälligen Bezug der Freizügigkeitsgelder sich nach der Steuerpraxis betreffend Bezügen in Ihrem Wohnkanton zu erkundigen.

5 Kommentare zu «Wie man die Bonität seiner Bank einschätzen kann»

  • M. Keller sagt:

    Nach meinem Kenntnisstand darf man nur max. 2 Freizügigkeitskonten eröffnen und dies nur, wenn der Split direkt von der PK veranlasst wird. Ein nachträglicher Split ist nicht mehr möglich.

  • Ton Koper sagt:

    Und wie stelle ich fest, ob meine Bank schon einmal gesetzwidrig gehandelt hat und dafür verurteilt wurde – also vorbestraft ist?

  • Jean Gilette sagt:

    Holen Sie sich einfach einen Betreibungsauszug der jeweiligen Bank – Sie werden noch ins Staunen kommen …

  • M. Vetterli sagt:

    Anmerkung:
    Staatsgarantien zu Banken sollten dringendst aufgehoben werden. Es ist einfach nicht richtig, dass die Allgemeinheit für die Fremdkapitalgeber haftet.
    Die Haftung dieser Institute sollte auf das bestehende Eigenkapital beschränkt werden. Nur schon um die Spiesse in diesem Bereich für alle gleich lang zu halten muss gehandelt werden. Durch verstärkten Wettbewerb (Aussetzung an den Markt) werden die Banken transparenter und sicherer.
    Dank den heute bestehenden Bail-in-Bestimmungen wird die implizite Staatsgarantie zu systemrelevanten Banken nicht mehr angerufen werden können. Umso mehr muss nun auch die explizite Staatsgarantie der Vergangenheit angehören.

    Vor Eintreffen einer weiteren Finanzkrise sollten diese Ungereimtheiten beseitigt sein.

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