Novartis verkauft sich unter Wert

Weniger zu versprechen und mehr zu liefern schadet dem Aktienkurs: Novartis-Chef Joe Jimenez. Foto: Bloomberg/Getty Images

Weniger zu versprechen und mehr zu liefern, schadet dem Aktienkurs: Novartis-Chef Joe Jimenez. Foto: Bloomberg/Getty Images

Das Management von Novartis hat seit dem enttäuschenden Start des potenziellen Blockbusters Entresto seine Kommunikationsstrategie verändert. Es redet das Potenzial neuer Medikamente nun nicht mehr gross, sondern wartet die Daten ab. Diese Strategie von Konzernchef Joe Jimenez, weniger zu versprechen und mehr zu liefern, stellt das Aufwärtspotenzial der Aktie infrage. Denn Jimenez vermittle Investoren den falschen Eindruck, dass Novartis nun ihrer üppigen Pipeline nicht mehr richtig vertraut, schrieb diese Woche das Broker- und Analysehaus Kepler Cheuvreux. Ich teile diese Meinung. Am 17. September veröffentlicht Novartis die Testdaten für das Multiple-Sklerose-Medikament Siponimod. Falls sie wie erwartet gut ausfallen, müssten viele Analysten ihre Gewinnschätzungen deutlich anheben. Kepler Cheuvreux rät darum, die Aktie vor dem 17. September zu kaufen. Ich erwarte ebenfalls, dass Novartis eine starke zweite Jahreshälfte realisieren wird. Zudem dürfte der Konzern noch in diesem Jahr sein Roche-Paket verkaufen, was der Aktie zusätzlichen Schub verleihen dürfte. Halten und den Aufschwung geniessen

Das Vertrauen der Anleger wächst

Das Vertrauen in LafargeHolcim nimmt bei den grossen institutionellen Anlegern zu. Französische Banken und Broker schätzen die Aktien Woche für Woche zuversichtlicher ein. Und Grossaktionär NNS Jersey Trust von Nassef ­Sawiris hat verlauten lassen, die Aktie sei viel zu billig – er schätze die Aussichten von LafargeHolcim zuversichtlicher als der Marktkonsens ein. Ich teile diese Zuversicht. Weil in Deutschland ein Bauboom stattfindet, hat das seit seiner Fusion mehr geduldete als geliebte Unternehmen Chancen, seine Ziele zu erreichen. Kaufen

iPhone 7 schlecht für Schweizer Zulieferer

Ams geriet wegen des neuen iPhone 7 von Apple markant unter Druck. Anleger befürchten, dass durch die Neuerungen am Produkt bisher erforderliche Bestandteile von Ams wegfallen. Baissiers verkauften wieder Tausende von Ams-Titeln leer, weil sie auf tage- bis wochenlang sinkende Kurse setzen. Mir erscheint die neue Lage für Ams zu unklar, um in eine bestimmte Richtung zu spekulieren. Nehmen Sie die in den letzten drei Monaten erzielten Gewinne in den Ams-Titeln mit. Verkaufen

Fair bewertet, deshalb Vorsicht

Adecco erhielt diese Woche unerwartete Unterstützung. Die grösste US-Investmentbank Goldman Sachs hob ihr Kursziel von 54 auf 65 Franken an. Leerverkäufer aus London haben darum massenhaft Aktien gekauft, um ihre Short-Positionen zu decken. Nun wird erwartet, dass die deutschen Banken unter Zugzwang geraten und nachziehen. Sie waren während des ganzen Jahres die grössten Leerverkäufer bei Adecco. Wenn sie nun ebenfalls zuhauf Adecco-Aktien kaufen, könnten die Titel aus dem Stand um bis zu 5 Prozent anziehen, meint ein Portfolio-Manager. Für mich sind die Titel jedoch wegen des weltweit schleppenden Wirtschaftswachstums fair bewertet. Mir ist die Lage zu gefährlich, weil Adecco von einem allfälligen Abschwung schwer getroffen ­würde. Hände weg

Es dürfte alles beim Alten bleiben

Am 4. Oktober beantwortet ABB-Chef Ulrich Spiesshofer die mit Spannung erwartete Frage, ob er die Stromnetzsparte verkauft, an die Börse bringt oder behält. Mehrere Banken erwarten keine ­Abspaltung der Division, darunter die UBS, die Credit Suisse, die ZKB und Barclays Capital. Eine Abspaltung ergibt aus meiner Sicht ­keinen Sinn, denn sie würde den Unternehmenswert substanziell schwächen. Darum dürfte nahezu alles beim Alten bleiben. Weil sich die Investitionen in Kapitalgüter in der zweiten Jahreshälfte bisher alles andere als belebten, könnte am Investorentag eine Enttäuschung entstehen. Verkaufen

Das sieht wie ein Kursexzess aus

Obwohl die Aktie von Huber & Suhner seit Mitte Juni um ein Drittel auf 64 Franken gestiegen ist, ­erwarten namhafte Broker wie ­Baader-Helvea und die Bank Vontobel weitere Kursfortschritte. Sie nennen 70 bzw. 71 Franken als Kursziel. Die steil angestiegene Aktie aus dem Zürcher Oberland reflektiert einerseits die beacht­liche Trendwende der Firma. Andererseits schuf die ständige Nachfrage nach zyklischen Industrie­aktien einen kräftigen Kursanstieg, der wie ein Kursexzess aussieht. Mir ist Huber & Suhner zu schnell zu kräftig angestiegen. Ich rate, die Finger von der überhitzten Aktie zu lassen. Meiden

Titel müssen sich zuerst stabilisieren

Die Partystimmung nach der Ernennung des neuen Nestlé-Konzernchefs Ulf Mark Schneider ist schon wieder vorbei. Obwohl mehrere Banken in den letzten zehn Tagen ihr Rating und ihr Kursziel für Nestlé-Aktien angehoben haben, steigt der Kurs nicht, sondern er sinkt. Als Grund nennen Fondsmanager die Zweifel an der diesjährigen Gewinn- und Wachstumsentwicklung. Jetzt müssen sich die Titel zuerst einmal stabilisieren. Solange bedeutende Grossanleger ihre Nestlé-Positionen senken, bleiben die Aktien leider verletzlich. Ich rate, mit weiteren Käufen zuzuwarten, bis Nestlé neue ­Zahlen vorlegt. Abwarten

Expansion in Indien und China

Die Straumann-Aktie schwächte sich wegen der Anteilssenkung des Staatsfonds aus Singapur und ­negativen Ratings von Goldman Sachs und der Citigroup seit Ende August um rund 6 Prozent ab. Weil Straumann in China und Indien expandiert, kann aber der Kurs gemäss der Analyse der Bank Von­tobel auf 450 Franken steigen. Die Kursschwäche eröffnet eine Gelegenheit, einzusteigen. Kaufen

4 Kommentare zu «Novartis verkauft sich unter Wert»

  • Marius Lohri sagt:

    „Er hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.“
    Dieser Satz lässt sich vielfältig interpretieren, die Möglichkeit von Interessenskonflikten wird jedenfalls damit nicht ausgeräumt.

  • Peter Marcel sagt:

    Verpflichtung ist keine Interpretation. Nach meinem Dafürhalten ein seriöser Autor. Ein Mann ein Wort. So sehe ich das. Gruss M.Peter

  • Peter Burkhardt sagt:

    Sehr geehrter Herr Lohri, um Interessenkonflikte zu vermeiden, hat sich unser Börsenkolumnist Armando Guglielmetti vertraglich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel und in keiner Option auf die besprochenen Titel aktiv zu sein. Ein Interpretationsspielraum besteht nicht. Freundliche Grüsse, Peter Burkhardt, Leiter Wirtschaftsredaktion SonntagsZeitung

  • M. Schiwa sagt:

    Leider nur Windfahnen-Geschwätz, was man hier liest. Nur anhand charttechnischer Analyse konnte ich bei Novartis bei Fr. 100.– ein Top ausmachen und habe verkauft. Das Ziel liegt langfristig unter 40 Franken.

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