Immobilien: Sichere Alternative zu Wertschriften

Auf Nummer sicher: Liegenschaften können sich als eine attraktive Anlagemöglichkeit erweisen. Foto: Keystone

Auf Nummer sicher: Liegenschaften können sich als eine attraktive Anlagemöglichkeit erweisen. Foto: Keystone

Aus einer Erbschaft habe ich eine hohe Summe Geld erhalten und auch sonst Kapital auf der Seite. Nun suche ich Anlagemöglichkeiten, traue aber der Börse nicht. Soll ich eine Renditeliegenschaft kaufen und die Wohnungen vermieten? F. S.

Immobilien stufe ich an sich als eine vergleichsweise sichere und attraktive Anlagemöglichkeit ein. Wer sehr viel Kapital zur Verfügung hat und dieses sehr lange nicht braucht, könnte mit Renditeliegenschaften eine sinnvolle Alternative zu Investments mit Wertschriften finden. Ein Nachteil ist, dass damit viel Kapital gebunden ist, Ihre Handlungsfreiheit somit eingeschränkt ist und zusätzlich ein Verwaltungsaufwand sowie ein regelmässiger Investitionsbedarf Ihre Rendite schmälern. Sofern Lage, Zustand und Nutzungswert gut und der Preis vernünftig ist, bieten Immobilienanlagen eine hohe Kapitalsicherheit.

Leider kommt jetzt ein grosses Aber: Gerade weil Immobilien auch für konservative Anleger attraktiv sind, sind die Preise für Renditeliegenschaften in den letzten Jahren stark gestiegen. Entsprechend sind die bei einigen angebotenen Häusern aufgeführten Renditen nur noch bescheiden. Nicht nur viele kapitalkräftige Private, vor allem auch zahlreiche institutionelle Anleger haben im grossen Stil Liegenschaften mit Mietwohnungen erworben, weil sie auf sehr sicheren Frankenobligationen kaum mehr Zins erhalten oder damit sogar Geld verlieren. Wenn Sie jetzt auch noch eine Renditeliegenschaft kaufen wollen, kommen Sie wahrscheinlich sehr spät und gehen ein beträchtliches Risiko ein, dass Sie teuer kaufen und nach Abzug aller Kosten nur noch wenig Rendite für das eingesetzte Kapital erreichen.

Zudem kann es nach dem langen Wertanstieg immer mal wieder zu einer Korrektur bei den Preisen kommen. Derzeit wäre ich mit einem Neukauf von Renditeliegenschaften eher vorsichtig. Letztlich müssen Sie aber anhand von jedem einzelnen Objekt prüfen, ob für Sie in Bezug auf Kaufpreis und Renditechancen die Rechnung wirklich aufgeht.

 

 

 

Mehr Rendite dank Aktien

Mein Bankberater empfiehlt mir, Swisscanto BVG 3 Valor 1131.590 zu kaufen. Bin ich da gut beraten? M. R.

Dieser Fonds ist geeignet, wenn Sie Ihr Geld, das Sie in der steuerbegünstigten 3. Säule sparen, angesichts der sehr tiefen Zinsen nicht nur einfach auf dem Konto liegen lassen, sondern mehr Rendite erzielen möchten. Als Dachfonds investiert der Fonds in erster Linie in Fonds der verschiedenen Anlageklassen und weist als aktiv verwalteter Fonds mit einer Total Expense Ratio von 1,17 Prozent höhere Gebühren auf als beispielsweise passiv verwaltete Exchange Traded Funds. Dank einem hohen Obligationenanteil von 22 Prozent Anleihen in Schweizer Franken und rund 10 Prozent Fremdwährungsobligationen sowie einem Immobilienanteil von 19 Prozent halten sich die Schwankungen im Fonds in Grenzen. Über die Jahre hinweg wird eine höhere Rendite vor allem mit rund 27 Prozent Aktien Schweiz und 21 Prozent Aktien Ausland erreicht. Grösste Aktienpositionen sind denn auch Novartis, Roche, Nestlé, UBS und Credit Suisse.

Risikolos ist der Fonds allerdings nicht. In schlechten Börsenphasen müssen Sie mit erheblichen Kursrückschlägen rechnen. Wenn Sie den Fonds im Rahmen des Vorsorgesparens über zehn oder zwanzig Jahre halten, gleichen sich die Kursschwankungen in der Regel wieder aus. Sie profitieren aber von einer deutlich attraktiveren Langfristrendite, als wenn Sie Ihr Geld auf dem 3.-Säule-Sparkonto parkieren, das nur noch mickrige Zinsen abwirft.

 

Mit steigendem Alter Hypothek amortisieren

Von meiner Bank habe ich einen Anlagevorschlag für Aktien erhalten. Als Pensionierter habe ich die AHV und eine gute Rente, welche die Lebenshaltungskosten ganz decken. Mein Barguthaben von über 500’000 Franken ist auf verschiedene Banken verteilt. Zudem ist 2017 auch eine Auszahlung über 130’000 Franken von meinem Freizügigkeitskonto fällig. Ausserdem habe ich zwei Festhypotheken von 50’000 Franken mit Laufzeit bis Oktober 2016 und 422’000 Franken mit Laufzeit bis 2018. Wie soll ich das Bargeld sinnvoll anlegen? W. B.

Der Wertschriftenvorschlag Ihrer Bank umfasst ausschliesslich günstige Exchange Traded Funds von iShares, welche an die wichtigsten Aktienindizes in der Schweiz, den USA, Europa und Japan gekoppelt sind. Mit diesen Produkten erreichen Sie selbst bei einem kleinen Anlagebetrag von 50’000 Franken eine breite Diversifikation und zahlen dafür wenig Gebühren. Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass Sie bei diesen Papieren mit erheblichen Kursschwankungen rechnen müssen. Eine Kostprobe dafür haben Sie zu Jahresbeginn erhalten, als die Börsen turbulent waren. Zusätzlich setzen Sie sich bei den US-Dollar- und Euro-Produkten Währungsrisiken aus. Obwohl ich die ETF-Produkte als sinnvoll einstufe, müssen Sie sich gut überlegen, ob Sie mit diesen erhöhten Risiken noch gut schlafen können.

In Ihrem Fall würde ich Ihnen in erster Linie empfehlen, die im Oktober auslaufende Hypothek im Umfang von 50’000 Franken zurückzuzahlen. Zwar sind die Hypozinsen tief. Doch auch dann zahlen Sie immer noch mehr Zins, als Sie auf Ihrem Spargeld auf den verschiedenen Banken an Sparzins erhalten. Faktisch verlieren Sie so Geld. Da Sie pensioniert sind, würde ich die Hypothek ohnehin amortisieren.

Mit steigendem Alter sollte man meines Erachtens die Schulden abbauen und so mehr Unabhängigkeit auch gegenüber Kreditgebern schaffen. Der Steueraspekt verliert im Pensionsalter an Gewicht. Da Sie mir schreiben, dass Ihre Lebenshaltungskosten durch AHV und Rente gut gedeckt seien, würde ich bis 2018 die gesamte Hypothek zurückzahlen und den Rest als eiserne Reserve konservativ anlegen.