Die USA werden zum grossen Risiko für die Weltwirtschaft

A pedestrian carries an umbrella while walking along Wall Street near the New York Stock Exchange (NYSE) in New York, U.S., on Wednesday, Feb. 24, 2016. U.S. stocks rose, benchmark indexes climbing back from declines of more than 1 percent as crude stabilized near $32 a barrel in New York. Photographer: Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images

Finanzplatz New York: US-Aktienmärkte könnten 30 Prozent einbrechen. Foto: Getty Images

 

Die grösste US-Bank, J. P. Morgan, wird vorsichtiger: Sie hebt das Risiko für eine US-Rezession in den nächsten zwölf Monaten auf 33 Prozent an. Dies, weil die US-Firmengewinne nur noch einstellig tief wachsen werden. Sollte es in diesem Jahr gar noch eine US-Rezession geben, könnten die US-Aktienmärkte 30 Prozent ein­brechen. Als gefährlich schätzt J. P. Morgan die Tatsache ein, dass den Notenbankern die Munition nahezu ausgegangen ist. Die Frage sei nicht, ob die Rezession komme, sondern wann sie beginne. Unter einem Abschwung in den USA werden auch zyklische Schweizer Unternehmen wie ABB oder Adecco leiden. Defensive wie Nestlé werden selbst in einer US-Rezession davon profitieren, dass sich weltweit immer mehr Menschen ihre Produkte leisten können. Nestlé kaufen, Zykliker meiden

Eurozone bleibt angeschlagen

Mario Draghis letzter Walzer wird am Donnerstag im EZB-Direktorium gespielt. Selbst die erwar­tete Zinssenkung auf minus 0,40 Prozent wird das Wirtschaftswachstum der angeschlagenen Euro­zone nicht wieder ankurbeln. Verpasst es die EZB, den Märkten den dringend benötigten Vertrauensschub zu verschaffen, werden die Wachstums- und Gewinnerwartungen für die europäischen Unternehmen hinfällig. Dann fallen die Aktienmärkte wieder in den Korrekturmodus zurück. Eine mehrjährige wirtschaftliche Stagnation könnte die Folge sein. Die Risiken für Privatanleger, die Aktien besitzen, sind überdurchschnittlich gross. Sie sollten Aktien in ihrem Port­folio untergewichten. Aktienpositionen senken

Vietnam eröffnet Derivatebörse

Schwellenländer haben in den letzten Wochen eine steigende Wertschätzung erhalten, bieten sie doch, verglichen mit den Industrienationen wie den USA, solides Wachstum. Vietnam beispielsweise entwickelt sich zu einem erstklassigen Finanzplatz. Mit der bevorstehenden Fusion der Börsen von Hanoi und Ho Chi Minh City entsteht ein zentraler Handelsplatz. Vietnam eröffnet dieses Jahr auch eine Derivatebörse. Japanische Grossanleger investieren im grossen Stil in diesen Wachstumsmarkt. Eine gute Partizipationsmöglichkeit stellt der AFC Asia Frontier Fund (Valorennummer 23095153) dar, der vom Schweizer Andreas Vogelsanger gemanagt wird. Der Fonds schneidet seit zwei Jahren deutlich besser ab als der MSCI Frontier Markets Index und der MSCI World Index. Kaufen

Bessere Perspektiven für Logitech

Die Aktien von Logitech werden von Leerverkäufern gesucht, die ihre Positionen mit Deckungskäufen ausgleichen. Offenbar sorgen die Produktefantasien für Kauf­interesse. Die von der US-Fachpresse als brillant gelobten Mobil­produkte verschaffen Logitech wieder bessere Perspektiven. Weil die Deckungskäufe bereits wieder leicht zurückgehen, wird die Aktie in den nächsten Wochen etwas an Wert verlieren. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse glauben aber, dass sie in den nächsten zwölf Monaten 15 bis 20 Prozent zulegen wird. Halten und geniessen

Run auf AMS-Titel

Die Aktien von AMS (vormals Austria Microsystems) werden seit Tagen von spekulativen Käufern gesucht. Sie glauben, dass AMS von Samsung einen grossen, bisher nicht öffentlich gemachten Auftrag erhalten hat, um das neue Samsung-Mobiltelefon mit Halbleitern zu bestücken. Die zuletzt in den AMS-Inhaberaktien aktiven Leerverkäufer rennen den Titeln seit Tagen nach. Unter Händlern wächst die Zuversicht, dass die AMS-Titel bis auf 35 Franken durchmarschieren werden.
Technologieliebhaberkönnen kaufen

Kudelski trumpft auf

Der Technologiekonzern Kudelski profitiert von der Beilegung des Rechtsstreits mit Verizon. Die Wachstumschancen verstärken sich, nachdem Kudelski vergangene Woche eine Partnerschaft mit dem auf Cybersecurity spezialisierten US-Unternehmen RSA abgeschlossen hat. Die Gesellschaft wird auf Jahre hinaus mit Wachstum trumpfen. Kaufen

Wachstumsfantasien

Die Basilea-Aktien sind wieder vermehrt gefragt. Sie notieren 25 Prozent über dem Jahrestief. Vergangene Woche wurden an zwei Handelstagen je 100 000 Aktien gekauft. Am Markt wird deshalb spekuliert, dass Basilea bald eine neue internationale Partnerschaft abschliessen könnte. Nach der Kündigung durch Glaxo Smith Kline war der Aktienkurs von über 100 Franken abgestürzt. Gelingt es Basilea tatsächlich, für ihre Produkte einen neuen Partner zu finden, wird am Markt erwartet, dass der Kurs wieder über 100 Franken steigt. Wachstumsfantasien kommen zudem mit der Lancierung eines neuen Antipilzmittels in Deutschland und Grossbritannien auf. Als riskante Ergänzungsanlage kaufen

Konstanter Druck auf Sulzer

Sulzer erhielt als Quittung für die bald leere Kasse nach Ausschüttung der Sonderdividende eine Serie von Schätzungs- und Kurszielsenkungen. Die Tatsache, dass der traditionelle Industriekonzern zu einer Resterampe zu verkommen droht, schafft konstanten Druck. Mit der neuen Ausgangslage weist die Sulzer-Aktie nun Abwärts- statt Aufwärtspotenzial auf. Händler meinen, dass die Titel nur eine minimale Chance besitzen, den Kursrückgang aufzuholen, der bei Auszahlung der Sonderdividende entstehen wird. Aktie meiden

Grosser Abschreiber

Die Bank HSBC befürchtet beim Luxusgüterkonzern Richemont einen Abschreiber von 100 Millionen Euro. Die Auswechslung des Cartier-Chefs eröffne die Gelegenheit, die unverkauften Lagerbestände in Hongkong im laufenden Quartal abzuschreiben. Die Ungewissheit bremst den Titel vorderhand. Bis zu neuen Zahlen und Abschreibern abwarten