Auch das 3.-Säule-Konto kann man wechseln

Mehrfacher Besitzerwechsel: Die BSI wird wieder verkauft. Foto: Keystone

Verunsicherte Kunden durch mehrfachen Besitzerwechsel: Die BSI wird wieder mal verkauft. Foto: Keystone

Ich habe gelesen, dass die BSI unter Beobachtung seht. Nun wird sie verkauft. Was heisst das für mich? Ich habe ein normales Konto und ein Konto der Vorsorgestiftung 3a. Das Vorsorgekonto hat einen Stand über 100’000 Franken, welches ich Ende 2016 beziehen muss, da ich Jahrgang 1948 und bis jetzt berufstätig bin. N.D.

Gleich mehrfach hat die Bank in den letzten Jahren die Besitzer gewechselt. Nun steht sie wieder einmal zum Verkauf und wird von der an der Schweizer Börse kotierten EFG International für 1,33 Milliarden Franken übernommen. Der Grund für den Verkauf ist, dass André Esteves, der brasilianische Gründer der Muttergesellschaft BTG Pactual, im November wegen Korruptionsdelikten verhaftet wurde. Während sich anfangs verschiedene Institute für einen Kauf der Tessiner Bank interessierten, sind schliesslich verschiedene Kaufinteressenten auf Distanz gegangen. Zeitweise wurde über einen Kauf durch Julius Bär, J. Safra Sarasin, Rothschild-Bank oder sogar eine chinesische Bank spekuliert.

Jetzt also herrscht Klarheit: Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden wird die EFG die Grosstransaktion im vierten Quartal abschliessen. Dann soll auch die neue Führungsstruktur bekannt gegeben werden. Schon jetzt steht fest, dass Zürich, Genf und Lugano wichtige Standorte bleiben. Hauptsitz wird jedoch Zürich.

Für Sie hat dies keine direkten Auswirkungen. Als Kundin steht für Sie die Sicherheit Ihres Geldes im Vordergrund, wie Sie mir schreiben. Da kann ich Sie beruhigen. Selbst wenn der schlimmst mögliche Fall eintreten und eine Bank zusammenbrechen würde, wäre Ihr Vorsorgegeld nicht einfach weg. Das Guthaben auf Ihrem Vorsorgekonto der Säule 3a würde bis zum Maximalbetrag von 100’000 Franken unter das Konkursprivileg fallen. Und zwar unabhängig von übrigen Einlagen, welche Sie bei der Bank auf einem anderen Konto parkiert haben. Allerdings werden diese Einlagen nicht durch die Einlagensicherung der Banken garantiert. Dazu kommt, dass die Beträge über dem Höchstbetrag in Ihrem Fall nicht konkursprivilegiert wären. Das Konkursprivileg auf den 100’000 Franken gibt Ihnen aber immerhin eine deutlich höhere Sicherheit.

Grundsätzlich können Sie das Vorsorgegeld aber auch als Ganzes an eine andere Bank überweisen. Vergleichen Sie vor einem Wechsel noch die Zinsen: Verschiedene Institute zahlen nämlich deutlich mehr auf dem 3.-Säule-Kapital als andere. Ausserdem müssen Sie vor dem Wechsel bei einer anderen Bank ein neues Vorsorgekonto eröffnen, denn Sie dürfen das Kapital nur auf ein anderes Vorsorgekonto transferieren. Mit dem nun angekündigten Verkauf an die EGF stehen die Chancen aber gut, dass die BSI endlich in ruhigere Gewässer kommt.

 

Höhere Dividende versüsst das Übergangsjahr

Durch meine frühere Tätigkeit bei Sandoz bin ich heute noch im Besitz von 1000 Novartis-Aktien. Ich frage mich, ob es empfehlenswert wäre, diese zu verkaufen. Allerdings sind wir nicht direkt auf dieses Geld angewiesen. G.D.

Auch das Börsenschwergewicht leidet derzeit unter den starken Verwerfungen an den Finanzmärkten. Doch auch hausgemachte Probleme haben dazu geführt, dass die Aktien von Novartis schwer Federn lassen mussten. Das schwache Wachstum in der Augenheilsparte Alcon, die nun umgebaut wird, aber auch negative Währungseffekte beim Dollar und Patentabläufe hatten bereits den Abschluss im vergangenen Jahr belastet.

Auch der Ausblick für dieses Jahr ist alles andere als verheissungsvoll. 2016 wird für den Pharmariesen ein Übergangsjahr. Als Aktionär sollte man sich bei der Kursentwicklung deshalb keine grossen Hoffnungen machen. Die positiven Impulse vom operativen Geschäft fehlen. Allerdings ist die Aktie inzwischen so tief gesunken, dass für mich ein Verkauf wenig Sinn macht – es sei denn, dass jemand kurzfristig das investierte Geld benötigt. Wie Sie mir schreiben, ist dies bei Ihnen nicht der Fall. Daher würde ich die Titel behalten und die Delle durchsitzen.

Versüsst wird das Warten auf bessere Zeiten – sprich auf ein höheres Wachstum bei der Generikasparte Sandoz und Alcon und neue Produktinnovationen – durch eine ansprechende Dividende und das neue Aktienrückkaufprogramm im Umfang von über 10 Milliarden Franken. Nachdem trotz des glanzlosen Resultates die Dividende nochmals erhöht wurde, gehört Novartis erst recht zu den Dividendenperlen am Schweizer Aktienmarkt.

 

Beim Handeln Gebühren sparen

Die Depotgebühren der Banken sind im Vergleich zu Onlinebanken teuer. Ich bin bei der CS, die jetzt neben den Depotgebühren noch eine Anlagegebühr verlangt. So habe ich daran gedacht, ein Wertschriftendepot in einer Onlinebank zu eröffnen, zum Beispiel bei Swissquote. Sind diese Onlinebanken seriös und unterstehen sie den gleichen Gesetzen wie andere Banken? K.R.

Wenn Sie bei einem Onlineanbieter wie Swissquote Ihre Wertschriften handeln möchten, müssen Sie zuerst bei der zugehörigen Bank ein Konto eröffnen, im konkreten Fall bei der Swissquote-Bank. Diese untersteht wie jede andere Bank hierzulande der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) und muss wie andere Institute alle regulatorischen Vorgaben erfüllen. Wie bei jeder anderen Bank können Sie festlegen, wem Sie eine Vollmacht erteilen möchten. Zweifel an der Seriosität eines Anbieters würden nicht nur die Finma auf den Plan rufen, sondern auch dafür sorgen, dass jemand schnell aus dem Markt katapultiert würde.

Swissquote selbst ist die grösste reine Onlinehandelsplattform in der Schweiz und an der Schweizer Börse kotiert. Die Aktien, welche Sie über die Onlineplattform handeln, liegen im Depot der zugehörenden Bank, die dafür Gewähr bietet, dass Dividenden usw. ordnungsgemäss gutgeschrieben werden. Selbst wenn eine Bank Konkurs gehen würde, wären Ihre Wertschriften nicht Teil der Konkursmasse, da diese auch in diesem schlimmst möglichen Fall in Ihrem Besitz bleiben. Als Privatkunde bezahlen Sie für den Kauf oder Verkauf von Wertschriften an der Schweizer Börse bei Swissquote für einen Handelsbetrag zwischen 0 und 500 Franken eine Handelsgebühr von 9 Franken, für einen Handelsbetrag von 500 bis 2000 Franken eine Gebühr von 20 Franken und für einen Transaktionsbetrag von 2000 bis 10’000 Franken eine Gebühr von 35 Franken.

Für Neukunden bietet die Plattform zeitlich begrenzt eine Ermässigung um die Hälfte und erstattet Transferkosten, welche für die Überführung von Wertschriften von einer Konkurrentin zu ihr entstehen, von bis zu 500 Franken zurück. Zusätzlich fallen Depotgebühren im Umfang von 0,025 Prozent pro Quartal oder mindestens 15 bis maximal 50 Franken pro Quartal an. Die Kontoführung ist indes kostenlos.

Im Vergleich günstige Konditionen bieten auch das E-Trading der Postfinance, welche keine Depotgebühr erhebt, Raiffeisen, 5Trade der Aargauer Kantonalbank sowie die Migros-Bank, welche ein ganz anderes System hat: Sie erhebt eine pauschale Ticket-Fee. Die Courtage beträgt pauschal 40 Franken bis zu einem Transaktionsvolumen von 100’000 Franken. Ich empfehle Ihnen, auch Angebote anderer Onlineplattformen wie Saxo Bank, Bank Zwei Plus/Cash, Strateo oder Trade-Direct der Banque Cantonale Vaudoise zu prüfen. Diese bieten ebenfalls günstige Handelsgebühren, die zum Teil ein Mehrfaches tiefer liegen als jene von traditionellen Instituten.