UBS befürchtet Busse von 5,5 Milliarden in Frankreich

Willkommen auf unserem Geldblog. Jeweils am Dienstag und Donnerstag beantwortet der Geldberater Martin Spieler Ihre Fragen. Jeweils am Sonntag wird die Börsenkolumne von Armando Guglielmetti aufgeschaltet.

UBS-CEO Sergio Ermotti: Seine Bank soll französischen Steuerhinterziehern Beihilfe geleistet haben. Foto: Walter Bieri/Keystone

UBS-CEO Sergio Ermotti: Seine Bank soll französischen Steuerhinterziehern Beihilfe geleistet haben. Foto: Walter Bieri/Keystone

Aus dem direkten Umfeld der UBS höre ich Brisantes: Die Konzernspitze macht sich darauf gefasst, dass die französischen Behörden die mutmassliche Beihilfe der Grossbank für französische Steuerhinterzieher mit einer happigen Milliardenbusse sanktionieren werden. Nachdem die Bank bereits 1,1 Milliarden Euro Kaution hinterlegen musste, dürfte Frankreich nun noch einmal richtig nachfassen, wird befürchtet. Es werden Schreckensszenarien einer 2 bis 5 Milliarden Euro grossen Busse aus Paris erwartet. Zum aktuellen Umrechnungskurs entspricht das 2,2 bis 5,5 Milliarden Franken. Im Moment werde es keine weitere Milliardenrückstellung geben, beteuert die Bank. Doch für alle Zeiten ist das nicht auszuschliessen. Muss sie eine hohe Rückstellung vornehmen, ist mit einer scharfen Abwärtsreaktion der UBS-Aktie zu rechnen. Ich empfehle, die Hälfte der UBS-Aktien, die ein Anleger in einem Portfolio hält, abzusichern. UBS-Aktie mit Put-Optionen absichern

EFG offeriert für Banca della Svizzera Italiana 1,6 Milliarden

Die sich anbahnende Übernahme der Banca della Svizzera Italiana (BSI) durch EFG International sorgt für Gesprächsstoff. Von Bankern und Börsenhändlern höre ich, dass EFG die Summe von 1,6 Milliarden Franken offeriere. Das sind 300 bis 400 Millionen mehr, als bisher erwartet wurde. Dies würde 1,8 Prozent der verwalteten Aktiven entsprechen. Üblich sind im heutigen konjunkturellen Umfeld höchstens 1,2 Prozent. Mit anderen Worten: EFG International würde massiv überbezahlen. Investmentbanker und Händler meinen, dass sich EFG International mit dem hohen Preis im jetzigen Branchenumfeld mit einer mög­licherweise jahrelangen Durststrecke sehr stark aus dem Fenster lehne. Es wird damit gerechnet, dass EFG International eine Kapitalerhöhung durchführen wird, um den Kauf zu stemmen.
Bis zum Entscheid über die Kapitalerhöhung meiden

Hohe Risiken bei Bankaktien

Bankaktien drohen zu den Air­lines des 21. Jahrhunderts zu werden, enttäuschen doch die Aktienkursentwicklungen seit Wochen, Monaten, Jahren, ja sogar seit Jahrzehnten. Weil viele Institute die Digitalisierung meiden wie der Teufel das Weihwasser, wird sich der Konsolidierungsdruck im Sektor weiter verschärfen. Bei den börsennotierten Banken sind wenige potenzielle Übernahmekandi­daten mit verkaufsbereiten Grossaktionären anzutreffen. Ausser bei den soliden und gewinnstarken Kantonal- und Regionalbanken bestehen weiterhin viel zu grosse Risiken. International tätige Banken meiden

Gelungene Trendwende

Logitech ist in die Hände von US-Leerverkäufern geraten. Der Aktienpreis von 14.70 Franken reflektiert den wahren Wert des Unternehmens in keiner Weise. Dank dem boomenden Mobilzubehör hat es nach Jahren des Abschwungs die Trendwende hingekriegt. Doch weil die Leerverkäufer den Druck auf die Aktie hoch halten werden, droht diese weiter zu fallen, auf unter 14 Franken. Es wird erwartet, dass die Leerverkäufer erst bei 13.50 Franken haltmachen und ihre Positionen mit Aktienkäufen decken. Meiden

Schlüsselaufträge ergattern

Wegen des sinkenden Ölpreises wird die Aktie des Industriekonzerns Sulzer weiter sinken. Trotzdem bin ich langfristig zuversichtlich für Sulzer. Der neue Chef Greg Poux-Guillaume weiss, wie auch bisher unterschätzte Segmente als Märkte erschlossen werden können. Am Markt wird erwartet, dass der Franzose sein internationales Netzwerk einsetzen wird, um bei staatlichen Ölförderungsgesellschaften Schlüsselaufträge zu ergattern. Weil das konjunkturelle Umfeld gegenwärtig weniger als erwartet mitspielt, werde Sulzer auf das Risiko einer Übernahme verzichten. Entweder werden die gebeutelten Aktionäre mit einem Aktienrückkauf bei Laune gehalten. Oder Sulzer hebt die Dividende erneut an, wie am Markt erwartet wird. Unter 90 Franken kaufen

Kooperation mit Salt

Seit genau einem Jahr ist der Telecomanbieter Sunrise an der Börse kotiert. Die Aktien entpuppen sich zusehends als grosser Börsengang-Flop. Enttäuschte Anleger verkaufen die Aktie zuhauf. Zahlt Sun­rise wie erwartet 3 Franken Dividende, kann sich die Lage entscheidend verbessern. Zudem erwarten Analysten, dass Sunrise auf die letzten Umsatzeinbussen mit Kooperationen mit Salt reagieren wird, was die Kosten entscheidend senken würde. Ab 2017 wird das Potenzial für eine starke Dividendensteigerung als gross eingeschätzt. Sunrise verdient mehr Beachtung. Kaufen

Enttäuschung wahrscheinlich

Für Swiss Re bestehen unter Anlegern völlig überzogene Erwartungen. Wird der Rückversicherer am Dienstag seine Aktionäre weder mit einer Dividende noch mit einem neuen Aktienrückkauf von den Sitzen reissen, ist eine enttäuschte Reaktion wahrscheinlich. Voraussichtlich wird eine Dividende von 4.50 Franken je Aktie ausgeschüttet, was einer Dividendenrendite von knapp 5 Prozent entspricht. Deshalb könnte es Umtausche in die Titel von Zurich geben, die eine stolze Aktienrendite von 8 Prozent aufweisen. Meiden

Dividende wird wohl zurückgehen

Zurich Insurances hat nach Jahren enttäuschender Unternehmenszahlen die Führung auf CEO-Stufe ausgewechselt. Wie der neue Konzernchef Mario Greco die vom Verwaltungsrat getragene Strategie an die letzten Marktentwicklungen anpassen wird, ist bisher unklar. Greco wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren die Dividende von derzeit 17 auf 15 oder sogar 14 Franken je Aktie senken. Wer dennoch 8 Prozent Dividendenrendite mag, kann nun bei Zurich einsteigen: Am 5. April zahlt Zurich 17 Franken je Aktie aus. Kaufen