Bei Straumann sind aggressive Käufer am Werk

Willkommen auf unserem neuen Geldblog. Jeweils am Dienstag und Donnerstag beantwortet der Geldberater Martin Spieler Ihre Fragen. Jeweils am Sonntag wird die Börsenkolumne von Armando Guglielmetti aufgeschaltet.

Der Dentalimplantatherstellter Straumann zeigt die Zähne.  Foto: Seasons Agency

Der Dentalimplantatherstellter Straumann zeigt die Zähne.  Foto: Seasons Agency

Von den Straumann-Titeln werden in den kommenden Monaten Übernahme-News erwartet. Die Basler Firma steht gemäss Marktgerüchten im Bieterstreit für MIS Implants Technologies. Straumann könnte mit der Übernahme ihre führende Position in der Zahnimplantate-Technologie weiter ausbauen. An mehreren Tagen zwischen dem 21. Januar und dem 1. Februar liessen anonyme Käufer, die hiesigen Grossanlegern die Aktien richtiggehend vor der Nase wegschnappten, die Titel hochschnellen. Seitens der Grossan­leger wird Straumann als attraktiver als die von Preisregulationen bedrohten Pharmakonzerne eingeschätzt. Halten

Die Gründe für die Frankenschwäche

Die deutliche Abschwächung des Frankens sei rätselhaft und «schwer verständlich», behaupten viele Medien. Doch des Rätsels ­Lösung ist klar: Die schrittweise Abschaffung des Bankgeheimnisses schwächt den Franken. Die in der Schweiz zu Ende gehenden Versteckspiele der Vermögensberge von Privaten und auch von ­Unternehmen schätze ich neben den Negativzinsen der Nationalbank als massgeblichen Grund für die plötzliche Frankenschwäche ein. Die USA sind dabei, in ­Delaware die Milliarden der Geldelite einzusammeln. Der Schweiz ­verbleiben neben den nicht un­bedeutenden versteuerten Kundenguthaben in erster Linie reale Investitionen in Unternehmen und Immobilien.
Put auf Franken/Euro und Franken/Dollar kaufen

Arabische Staatsfonds senken Aktienanteil

Am Aktienmarkt ist eine gewal­tige Zäsur im Gang. Verschiedene arabische Staatsfonds wie jene aus Dubai und Abu Dhabi, die zuvor während Jahren ihre Aktienpa­kete ausgebaut haben, sind nun damit beschäftigt, ihren Aktienanteil zu senken. Zum Beispiel verabschieden sie sich in Windeseile von den in unsägliche Tiefen gefallenen Bankentiteln. Aus einstigen Stützungskäufen aus ölproduzierenden Nationen sind nun Positionssenkungen geworden. Gute Eidgenossen beginnen sich beim ständig wachsenden Fremdwährungsbestand der Nationalbank zu fragen, ob den verantwortlichen Herrschaften nicht langsam ihr Spieltrieb durchgegangen sei. Hohe Vorsicht mit neuen Aktienkäufen

Druck auf China sinkt

Der sich in der letzten Woche überdurchschnittlich abschwächende US-Dollar sendet widersprüch­liche Signale. Stellt die schwächste Dollarwoche seit 2009 das Sig­nal für die Trendwende in eine Schwäche der Weltleitwährung dar? Die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag unterstützen diese Annahme nicht, weil der Anstieg der Stundenlöhne mit 0,5 Prozent klar über den Erwartungen lag. Sollte sich die US-Währung nach der zu erwartenden Erholung knapp über der Parität zum Franken einpendeln, sinkt der Druck auf China, seine Währung anzupassen. Zudem entschärft sich die Lage der meisten Dollarschuldner in den Schwellenländern. Dollar-Long-Position kaufen

Swatch verwandelt sich in Technologiekonzern

Seit Wochen sind die Inhaber- und Namenaktien von Swatch sogar an Schwächetagen vereinzelt gefragt. Mit der geplanten Batteriefirma Belenos ist Swatch künftig weniger vom Uhrengeschäft abhängig. In den Augen von institutionellen Anlegern beginnt sich Nick Hayeks Unternehmen von einem Luxusgüter- in einen Technologiekonzern mit starken Uhrenverkäufen zu verwandeln. Swatch kommt damit in eine höhere Bewertungsklasse. Am Markt winkt eine Prämie von 10 bis 15 Prozent. Swatch-Inhaberaktien haben die Trendwende nahezu geschafft, bieten doch die kurz- und mittelfristigen Indikatoren nun Kaufsignale. Kaufen

Stabile Nahrungsmittelwerte

Bedeutende Grossanleger haben damit begonnen, Aktien aus dem Nahrungsmittelsektor überzugewichten, weil sich diese Titel in schwierigen Marktphasen der letzten Jahrzehnte als stabile Performer präsentieren konnten. Nahrungsmittelwerte bieten stabile Anker in schwierigen Jahren. Nestlé, Aryzta, Barry Callebaut und Lindt & Sprüngli werden von einer steigenden Zahl von Grossanlegern wieder vermehrt geschätzt. Sektor auf Monatehinaus übergewichten

Milliardenschwere Wertberichtigungen

Die Übernahme der Augensparte Alcon durch Novartis erweist sich immer mehr als Fehlkauf. Mit dem von institutionellen Anlegern geforderten Spin-off von Alcon beginnt der Druck auf Konzernchef Joe Jimenez zu steigen, die gewinnschwache Sparte abzutrennen. Mit einem neuen Börsengang kann der Schaden, den die Novartis-Aktionäre erlitten haben, in Grenzen gehalten werden. Klar ist, warum sich Jimenez mit Händen und Füssen gegen einen Teilverkauf von Alcon wehrt. Weil bei Novartis nach der Abspaltung von Alcon ein milliardenschwerer Wertberichtigungsbedarf zutage treten würde, zieht Jimenez lieber weiter einen Milliarden-Berg von Goodwill mit. Aktie meiden

Gold und Silber steigen

Der Preis für Gold zog letzte Woche innerhalb kurzer Zeit klar an. Kurzfristig besteht weiteres Aufwärtspotenzial bis auf rund
1190 Dollar pro Unze. Im «Gold des kleinen Mannes», der Silberunze, konnte ebenfalls ein Ausbruch realisiert werden. Die Silber­unze in US-Dollar weist weiteres Aufwärtspotenzial in die Region von 15,35 bis 16 Dollar je Unze auf.
Ich empfehle, in Goldanlagen die Hälfte der Gewinne zu realisieren und Silber-ETF zu kaufen.