Angst vor Schwächephase nach Turbulenzen in China

Willkommen auf unserem neuen Geldblog. Jeweils am Dienstag und Donnerstag beantwortet der Geldberater Martin Spieler Ihre Fragen. Jeweils am Sonntag wird die Börsenkolumne von Armando Guglielmetti aufgeschaltet.

Chinesisches Störfeuer: Investoren rechnen an den Börsen mit einer dreiwöchigen Schwächephase. Foto: Getty Images

Chinesisches Störfeuer: Investoren rechnen an den Börsen mit einer dreiwöchigen Schwächephase. Foto: Getty Images

Am von Ernüchterung dominierten Schweizer Aktienmarkt richten sich Händler auf eine drei ­Wochen dauernde Durststrecke in ­diesem Januar ein. Als Hauptgrund werden die Turbulenzen und erheblichen Mittelabflüsse aus China genannt. Mit den um den 20.  Januar herum beginnenden ­Ferien für das chinesische Neujahrsfest werden sich die Märkte in den Industrienationen wieder auf ihre eigenen Stärken besinnen. Die Chancen für eine starke ­Januar-Performance sind dank dem letzten Januardrittel ohne Störfeuer aus China durchaus intakt.

Höfliches Kaufinteresse an Syngenta

Syngenta steht weiter auch bei Monsanto hoch in der Gunst, ­wobei die letzten Ausführungen von Interimskonzernchef John Ramsay mehr höfliches Kaufinteresse bestätigen denn reales Übernahmeinteresse spiegeln. Gelingt es dem chinesischen Staatskonzern Chemchina, mit dem Einverständnis des Basler Verwaltungsrats eine Teilübernahme-Vereinbarung abzuschliessen, sind mit preiswerten, im Geld liegenden Long-Produkten attraktive Gewinne zu realisieren. Nicht überteuert sind die Call-Warrants SYKKF ­(Valor 29’519’946) mit einem Juni-Verfall, während SYNUA (Valor 22’829’934) wegen ihrem Dezember-Verfall nicht billig sind. Kommt in den kommenden Wochen – ­offen ist, ob vor oder nach dem ­chinesischen Neujahr – ein Übernahmeangebot, ist auch mit ein bis zwei Monate laufenden Calls der ersten «heissen Phase» gutes Geld zu verdienen. Kaufen

Leonteq mit Chancen auf Erholung

In den stark gefallenen Neben­werten und ihren Hebelprodukten ­fallen die bis Mitte Jahr laufenden Leonteq-Kaufoptionsscheine LEOUR (Valor 27’ 241’409) mit ­ihrem 95-Ausübungspreis und ­einer tiefen Bewertung positiv auf. Nachdem der Basiswert Leonteq seit seinem Hoch bald 50 Prozent korrigierte, wachsen die Chancen für eine Erholung. Kaufen

EFG International – warten auf den US-Bussenbescheid

Die als «Übernahmekandidaten nach Beilegung der US-Steueraffäre» gehandelten EFG Inter­national bieten in den Optionsscheinen günstig bewertete UBEFGU (Valor 30’807’987), welche jedoch nur noch gut zwei Monate Laufzeit aufweisen. Die bis Mitte Jahr laufenden EFGUCU (Valor 30’807’988) sind ebenfalls nicht überteuert. Die eine Dezember-Laufzeit aufweisende EFGUN (Valor 27’153’108) sind wegen ­ihrer höheren Ausübungszeit und ihrer komfortablen Laufzeit teurer, aber eine Spekulation wert. Nach US-Bussenbescheid Kaufen

Attraktive Warrants auf Credit Suisse

In den Credit-Suisse-Titeln wird auf Biegen und Brechen die 20-Franken-Marke verteidigt, nachdem die Kunden mit eigenen Aktien zu Preisen von 20 Franken bedient worden waren. Am Markt werden aber vorderhand keine kräftigen internationalen Mittelzuflüsse erwartet, weshalb Käufe in der Region von 20 Franken ­anhalten werden und ein Warrant-Trading mit dem Credit-Suisse-Call WFCSG (Valor 27’152’829) attraktiv werden kann. Kaufen

US-Marktanalytiker erwarten steigende Volatilität

In den Märkten breitet sich die Angst um das Wachstum aus. Die Aktienbörsen sind ins Taumeln geraten. Damit kontrastieren im Januar bisher positiv die vermehrt gefragten Edelmetalle. Mit dem von Zuflüssen aus Asien angetriebenen Goldpreis eröffnet sich in diesem Anlagevehikel eine Sicherheit vermittelnde Ergänzungsanlage. Zu einem völlig überraschenden Schluss kamen zum ­Jahresbeginn die Chart-Techniker der UBS America, die mit der ­Prognose «Es ist einfach – Aktien ­verkaufen, Gold kaufen» zusehends für Aufsehen sorgen. Die UBS-Marktanalytiker erwarten, dass der S & P 500 im zweiten Quartal seinen Jahreshöchststand erreicht und nachher anhaltend sinkt, mit Risiken einer 20 bis 30  Prozent grossen Korrektur. Der Tiefstand könnte im Frühjahr 2017 erreicht werden. Als Grund nennen die US-Marktanalytiker, dass nach dem Jahr der Volatilität 2015 nun die Volatilität quer durch die Aktivenklassen dramatisch ansteigen könnte.

Hände weg von Rohstofftiteln

Relevant für Anlagen in Gold-Anlagefonds ist die Tatsache, ob das Edelmetall auch physisch ­hinterlegt ist oder nicht. Nur mit physisch hinterlegten Gold-Anlagefonds ist eine reale Aus­lieferung möglich. Ein Beispiel sind die Exchange Traded Funds der Raiffeisen, genauer der ­Raiffeisen ETF – Solid Gold CHF (hedged) mit der Valorennummer 13’403’490. Für Klienten der ZKB eignet sich das hauseigene ZKB Gold ETF AA CHF Klasse mit der Valorennummer 13’910’159. Vor dem Kauf einzelner Goldminen- oder übrigen Rohstoffaktien muss hingegen gewarnt werden. Weder in der Edelmetall- noch in der Öl­industrie sind die diesjährigen Wachstumsverlangsamungen vollends in den Bilanzen und vor allem den Kursen eingepreist. Gold-ETF Kaufen

Grösste Januar-Schwäche des SMI seit den 1930er-Jahren

Die stark gefallenen Long-Produkte auf den Swiss-Market-Index (SMI) eröffnen nicht nur harten, antizyklisch investierenden Marktteilnehmern Kaufgelegenheiten. Der SMI bewies selbst in der ­grössten Januar-Schwäche seit den 1930-Jahren seine Solidität, ­hielten sich doch die Verluste in relativen Grenzen. Nicht überteuert sind der Dezember-SMI-Call ­SMIUZ der UBS (Valor 24’990’088) und der Juni-Call VTSMKZ der Bank Vontobel (Valor 26’256’225). Kaufen