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Warum deutsche Chefredaktoren in der Schweiz scheitern

Constantin Seibt am Freitag den 8. Februar 2013

 

Erst waren es Gerüchte, dann ein Communiqué: Ralph Grosse-Bley ist als Chef des «Blicks» Vergangenheit.

Er war sicher einer der eisernsten Bosse, die dieses Land je gesehen hat. So eisern, dass man nicht einmal wusste, ob er es genoss. Ein Chefredaktor, so hart wie bei seinen Redaktoren höchstens die Zähne. (Hier ein gelungenes Portrait.)

Und trotzdem ist Grosse-Bley in Zürich gescheitert. Gleich zwei Mal. Und mit ihm alle deutschen Chefredaktoren in der Schweiz.

 Das Chefredaktoren-Bordell

Dabei war ihr Auftauchen eine Erfrischung. In der Schweiz ist die Auswahl an Chefredaktoren klein. Denn die Hauptqualifikation für einen Chefredaktor ist, dass er bereits Chefredaktor war. Das führt dazu, dass Chefs eine Ewigkeit von Blatt zu Blatt wechseln. Die Innovation der Schweizer Presse funktioniert nach dem Modell der Strip-Clubs in der Provinz. Dort steht im Aushang periodisch das Schild «Neue Tänzerinnen eingetroffen!», wenn diese aus dem Club des Nachbardorfes kommen. Mit derselbe Geste kündigen die Verleger jeweils an: «Neue Chefredaktoren eingetroffen!»

Die neuen Chefs ziehen dann meist ihre tüchtigsten Kader aus dem alten Blatt nach. Und machen es unter neuem Namen. Kein Wunder, dass nach ein paar Wechselrunden in allen Strips-Clubs ein ähnliches Programm läuft. Und in den Zeitungen auch.

Blut, Blech, Blässe, Botschafter

Kurz, es war ein Experiment wert, dass der Ringier-Konzern Bosse aus Deutschland importierte. Doch warum scheiterten sie? Letztlich an einem brutalen dramaturgischen Gesetz: Wirksamer Journalismus muss respektlos sein. Aber mit einem Maximum an Takt.

Hier zunächst die drei Fälle:

  • Im Januar 2002 installierte Ringier eine komplette deutsche Führungscrew im «SonntagsBlick». Matthias Nolte als Boss, Grosse-Bley als Vize, dessen Frau als Chefreporterin. Diese schrieb schon Wochen später die aufsehenerregendste Story der jüngeren Schweizer Pressegeschichte: «Borer und die nackte Frau». Ihr Inhalt: Thomas Borer, Botschafter der Schweiz in Berlin, sei nachts mit einer Frau im Auto in die Tiefgarage gefahren. Die Folge war ein Krieg. Borer sprach von Schmutzpresse und beleidigte das Verlegerehepaar Ringier. Die Konzernpresse sprach von Lüge und beleidigte Borer. Der «Blick» druckte die eidesstattliche Aussage der Tiefgaragen-Frau, Borer lüge. Der Schweizer Aussenminister feuerte Borer. Dann kippten Glück, Fall und Frau. Sie bezeichnete nun den «Blick» als Lügner. Ringier zahlte Borer mehr als eine Million Franken. Alle Deutschen wurden gefeuert.
  • Im August 2010 holte Ringier den «Bild»-Mitarbeiter Karsten Witzmann an die Spitze des «SonntagsBlick». Das Blatt blieb blass wie Geleepudding. Zwei Jahre später war Witzmann wieder weg.
  • Ein Jahr zuvor, im Sommer 2009 verpflichte Ringier Grosse-Bley. Mit dem Auftrag, den «Blick» zum Kern der Marke zurückführen: Blut, Blech, Busen, Büsis. Er tat es und machte den «Blick» zu einem Fachblatt für einheimische Kriminalität. Nur blieb die Werkschau von Mördern, Dieben, Kinderschändern verblüffend blutlos. Denn etwas fehlte: Politik. In den 80er-Jahren war der «Blick» scharf rechts gewesen. Später, Anfang des Jahrtausends, hellwach und links. Aber immer hatte der «Blick» in der Politik Schrecken verbreitet. Man konnte ihn hassen, aber nie ignorieren. Doch unter Grosse-Bley war das anders. Er war politisch völlig irrelevant.

Der rote und der grüne Bereich

Eine der Schwierigkeiten im Journalismus ist, dass die Leser lügen – egal ob im Boulevard oder nicht. Fast alle behaupten, sie würden sie seriöse Information über alles schätzen. Das tun sie zwar, aber moderat. Was sie in Wahrheit hinreisst, ist nicht Seriosität. Sondern der Stunt. Also der Nervenkitzel. Und dieser stellt sich beim Lesen wie beim Schreiben dann ein, wenn irgendwo eine Norm verletzt wird.

Bei den meisten Artikeln und Zeitungen gibt es eine breite, grüne Strasse, die man als Autor gefahrlos fahren kann. Doch wer sich stets in der Mitte hält, langweilt. Wirklich gute Artikel und Zeitungen kratzen fast alle die Linie zum roten Bereich, so dass die Leser atemlos denken: Darf der das?

Landet der Artikel dann knapp wieder im grünen Bereich, gibt es Applaus. Landet er im roten Bereich, fällt das Publikum über alle Verantwortlichen her.

Die Normverletzung kann verschiedener Art sein. Eine gefährliche Recherche. Freche Adjektive. Eine Meinung frontal gegen die Mehrheit des Publikums. Frivolität im Ernsten und umgekehrt. Gefühle auf Zeitungspapier. Tabus wie Lobbyismus, Scheitern, Sex, die eigene Zeitung. Extreme Kürze. Epische Breite. Selbstreferenzialität. Die Wörter «ich», «ihr» oder «wir». Anklagen. Prophezeiungen. Das Geständnis, keine Ahnung zu haben. Etcetera.

Die Schwierigkeit bei wirklich wirksamen Journalismus ist, dass er zwei Dinge gleichzeitig benötigt: eine solide Portion Unverschämtheit und ein vollendetes Taktgefühl. Ohne ersteres langweilt man. Ohne zweiteres wird man geschlachtet.

Die verdammte Schweiz

Genau hier lag das Problem der drei deutschen Chefredaktoren. Sie waren erfahrene Profis, aber sie hatten nicht über Jahre in der Schweiz gelebt. So konnten sie die feinen Grenzen des lokalen Geschmacks nicht kennen, um sie zu verletzen und nicht zu verletzen. Sie spürten nicht: Was ist eine offene Tür, was nur eine Absurdität, was eine Kühnheit, was eine wirkliche Kühnheit, was eine Tollkühnheit, was eine tödliche Beleidigung jeden zivilisierten Geschmacks?

Typisch war das Argument des Chefredaktors Nolte, warum er die Geschichte mit Borer und der Tiefgaragen-Frau gebracht hatte. Der Botschafter sei wegen seiner häufigen Anwesenheit auf Partys ja «Teil der Berliner Spassgesellschaft», sagte er. Also auf einer Stufe wie Models oder Schauspieler.

Doch in der Schweiz war Borer nicht Teil der «Spassgesellschaft». In der Schweiz kannte man nicht einmal den Begriff. Borer war hier der Botschafter. Also eine politische Figur. Und über deren Privatleben schrieb man nicht.

So rasselte Nolte in die Falle. Eine Falle, die Witzmann nur vermied, indem er keine Entscheidungen traf. Und Grosse-Bley dadurch, dass seine sonst so knallharte Zeitung politisch ein Eunuch blieb. Nur fehlte ihm so der Thrill im Blatt, trotz Litern von Blut.

Aus diesem Grund hatten die Deutschen Chefs keine Chance. Und deshalb werden Journalisten, auch wenn sie noch so gut arbeiten, immer anrüchig bleiben. Und das zu Recht. Denn ihr Job ist, gesichert nur durch ein hauchdünnes Seil an Takt, inhaltlich das Neue, die Frechheit und die Kritik. Und ästhetisch der Schock.

Solchen Leuten wird man nie trauen. Aber man wird sie lesen.

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32 Kommentare zu “Warum deutsche Chefredaktoren in der Schweiz scheitern”

  1. Hansjürg Meister sagt:

    Gute und neutrale Begründung ohne Blut und Schock. Aber gibt es nicht auch Folgendes zu bedenken, das, was ich schon vor Jahren voraus sah und dachte? Nämlich, dass die Euphorie unserer Schreiberlinge für die EU spätestens dann verflogen ist, wenn die deutschen Kollegen hier in den heimischen Redaktionen Platz nehmen und gleich ihre ganze Entourage mitbringen, mit ihrem geschliffenen Deutsch alles aufmischen und erst noch günstiger arbeiten. Etwas, das jeden in der Privatwirtschaft zutiefst trifft, der aber nie gehört wird, weil er keine Stimme hat bzw. Papier, das er verbreiten kann.

    • Constantin Seibt sagt:

      Ich bin da nicht ganz Ihrer Meinung. Schon, weil Ihre Annahme nicht trifft. Denn Schweizer Zeitungen sind in ihren Kernressorts erschreckend homogen: 40-50jährige Familienväter. (So wie ich auch). Wenig Frauen, kaum Ausländer, die Jugend hat noch keine Chance (und arbeitet oft billig in Sweat-Shops), die älteren werden frühpensioniert. Kurz: Es ist ein Mittelstandsmilieu, arbeitsam, aber ein wenig provinziell. Deutsche, Engländer und Chinesen könnten uns gut tun – so wie schreibende Dandys oder Handwerker. Ich fürchte, wir verpassen viel.

  2. Ruedi Ballmer sagt:

    Toller Text. Die Norm, die Sie immer immer wieder eindrücklich ritzen, Herr Seibt, ist diejenige der Eitelkeit. Es ist offensichtlich, dass Sie hier über sich selbst schreiben. Sie erheben Qualitäten zu Kriterien des guten Journalismus, welche Sie selbst auszeichnen. Und Sie setzen sich selbst auf den Thron desjenigen, der weiss was gut und schlecht ist. Die implizite Botschaft: 1. Seibt bestimmt, was ein guter Journalist ist. 2. Einer, der so ist wie Seibt. Unschweizerisch unbescheiden. Ihre knapp aber offenbar gerade genug verhüllte Eitelkeit machen Ihre Texte so attraktiv.

    • Constantin Seibt sagt:

      Ja, Schande, die verdammte Eitelkeit! Nur ich und Gott kennen ihre Grösse, und das ist gut so. Trotzdem sehe ich die Sache nicht ganz wie Sie. Klar verkaufe ich hier das eigene Konzept von Journalismus. Nur: Wessen sonst? Und wirklich für das eigene Halte ich mein Zeug nicht einmal: Das meiste (eher ein Bündel von Konzepten als ein einziges) habe ich mir zusammen geklaut und ausprobiert. Deshalb ist weniger Herr Seibt am Anfang meiner Überlegungen sondern das dramaturgische Konzept: So wie ein Gummibaum krumm nach dem Weg des Lichtes wächst.

      • Ruedi Ballmer sagt:

        “Klar verkaufe ich hier das eigene Konzept von Journalismus. Nur: Wessen sonst?” Da ist sie ja, die Eitelkeit! Es wäre doch auch interessant zu erfahren, was im Laufe der Zeiten so für journalistische Konzepte entwickelt worden sind. Von anderen. Würde vielleicht auch eine Kolumne ergeben. Herr Seibt würde dann weniger im Mittelpunkt stehen. Die Bescheidenheit als Weg zurück in die grüne Zone geben sie übrigens auch sehr schön: “ist ja gar nicht wirklich von mir”… Ich bleibe dabei: Ihre knapp bemäntelte Eitelkeit als Stunt ist ein Teil Ihres Erfolgs. Darf der das? Von mir aus gern!

  3. Franz Muller sagt:

    Die mediale, `teutonische Rudelbildung` kennt keinerlei Grenzen! Exemplarisch dafür ist der völlig unverhältnismässige `Vernichtungskrieg` gegen Christian Wulff. Eine gelungene Parallele kann man in `Asterix bei den Goten` sehen, wo der eine den anderen einfach so platt haut, bis der nie mehr aufsteht.

  4. Reda El Arbi sagt:

    Eines haben die deutsche Chefredaktoren mit vielen anderen (Schweizer) Zeitungsmachern gemein: Sie haben keine Ahnung für wen sie wirklich Zeitung machen. Welcher Chefredaktor verbringt wirklich noch Zeit mit den Leuten, die seine Zeitung lesen, die aber keine Journalisten sind? Wieviele Chefredaktoren haben Maurer, Backoffice-Assistenten, kaufmännische Angestellte, Lokführer, Polizisten und vielleicht die eine oder andere Verkäuferin im Freundeskreis und wissen,was diese Leute im Alltag bewegt?

    • Carolina sagt:

      Yup, stimme zu. Und dann kommt noch etwas hinzu: CS verwechselt wohl Ursache und Wirkung:
      ‘Eine der Schwierigkeiten im Journalismus ist, dass die Leser lügen – egal ob im Boulevard oder nicht.’
      Das ist ja mal eine kühne Behauptung. Nachdem uns auch die Schweizer Journaille beigebracht hat, äusserst misstrauisch gegenüber sog. Informationen zu sein, die Antennen ausgestreckt sind, um zu erkennen, was Meinungsmache, Moralinsaures, Ideologisches ist, lügen die Leser bzw wollen belogen werden?

    • Philipp Rittermann sagt:

      richtig. ist übrigens auch im übrigen arbeitsumfeld so. ich würde niemals unter einem deutschen vorgesetzten arbeiten, der lächelnd auf die “schwizerli” herab sieht und sich mit möglichst vielen deutschen kollegen umgibt.

      • Gerhard Varga sagt:

        Sstimme Ihnen voll und ganz zu.Ich würde ihren Schlusssatz am Ende noch mit folgendem Inhalt ergänzen: die ihrem Chef den ganzen Tag in den Allerwertesten, total opportunistisch in den Arsch kriechen und nur drauf warten auch endlich, ihrem Ego und den ach so gewaltigen Qualitäten entsprechende, “Führungsrolle” zu ergattern. Ich warte echt nur drauf bis wir endlich die Ventilklausel, obs Brüssel passt oder nicht, anwenden. Und ich weis schon genau für welche Zugewanderte.

      • Constantin Seibt sagt:

        @ Carolina: Ich glaube, so viel Misstrauen braucht man gar nicht. Normalerweise sind die eigenen Ansichten ja widerlich resistent. Und ändern eher zu selten, wenn man was Gegenteiliges liest. Oder noch Schlimmer: Wenn man was Gegenteiliges sieht.

  5. Klaus sagt:

    In der Schweiz gibts keine Chefredaktoren?! Warum? Zitat: “Die Hauptqualifikation für einen Chefredaktor ist, dass er bereits Chefredaktor war.” Weitverbreiteter, purer Wirtschaftsnonsense! Das ist in etwa so dämlich wie die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei bestand! Oder Inserate mit der Anforderung: “20 Jähriger Abteilungsleiter mit mind. 10 Jahren Berufserfahrung gesucht”. Gretchenfrage: Wie wird man Chefredaktor, wenn man nur Chefredaktor werden kann, wenn man schon Chefredaktor war? Antwort: nur mit Diplom und null Ahnung, Erfahrung oder Menschenkenntnis! Fazit: der Niedergang!

  6. Peter sagt:

    Ein toll formulierter Text, der ja auch die Leser nicht ungeschoren davon kommen lässt. Aber eine Einschränkung: Den Stil, den Herr Witzmann und Herr Grosse-Bley pflegenund das Taktgefühl, das sie vermissen lassen, ist nicht symptomatisch für DEN deutschen Chefredaktor. Denn beide kommen von der Bildzeitung (die auch nicht Beispiel für DEN Boulevard als solchen ist, sondern für einen bösartigen Boulevard) und, zähten dort schon zu den Führungskräften, deren Stil gern als “Old school” verniedlicht wurde. Dislosure: Ich bin deutscher Journalist und habe selbst unter Witzmann gearbeitet

    • Mario Montecarlo sagt:

      “Peter”:Falls Sie wirklich deutscher Journalist sind,ist Ihr Beitrag eher noch peinlicher.Warum?Weil Sie als (ehemaliger oder immer noch in diesem Bereich tätiger) Boulevardjournalist eigentlich wissen müssten,dass “bösartiger Boulevard” keineswegs seinen Meister in der “Bild”-Zeitung gefunden hat.Im Gegenteil:Verglichen mit der britischen Gossenpresse ist die “Bild”-Zeitung,die ich persönlich nicht mag,noch ein harmloses Blättchen.Ich sage nur “Murdoch”!Als angeblicher Journalist müssten Sie das eigentlich wissen.Generell gilt:Je kleiner das Land,umso “braver”( etwa CH versus D/GB) der Stil.

  7. Stefan Kühnis sagt:

    Die deutschen Redaktoren in Schweizer Publikationen sind auch deshalb zum Scheitern verurteilt, da sie die hiesigen Begrifflichkeiten nicht kennen. So berichtete die deutsche Blick-Redaktion in letzter Zeit wiederholt vom sog. “Blitzeis”, welches die Strassen heimsuche. “Blitzeis” ist dem Schweizer aber ein völliges Fremdwort. Wir kennen nur den guten alten “Eisregen”. Ich hoffe sehr, dass die neue Chefredaktorin des Blicks das “Blitzeis” wieder zum “Eisregen” macht. “Blitzeis” – wo kommen wir denn hin?

    • Constantin Seibt sagt:

      So pessimistisch für deutsche Redaktoren bin ich nicht, Herr Kühnis. Und man muss zugeben: Blitzeis ist doch kühner und poetischer als Eisregen. Wir könnten es übernehmen. Und den Deutschen das Trottoir für den Gehsteig schenken.

  8. Julia sagt:

    Jeden Geschmacks? Mir kräuseln sich die Zehennägel…

  9. Markus Schneider sagt:

    Wenn “Eine Meinung frontal gegen die Mehrheit des Publikums” eine Normverletzung ist, so gibt Herr Seibt also zu, dass Journalisten im Normalfall nur dummes Zeug schwafeln, da die Mehrheit stets mehrheitlich aus Dummen besteht. Und am besten tun das ohne Zweifel noch immer die zur Mehrheit gehörigen Journalisten, die ebenfalls nicht ganz hell im Oberstübchen sind.

    • Constantin Seibt sagt:

      Die Mehrheit besteht stets mehrheitlich aus Dummen? Ach was, sie hat manchmal Recht, manchmal nicht, so wie alle anderen auch.

  10. Spitze_Feder sagt:

    Exakt, Herr Seibt! Ich liebe Ihre beiden letzten Sätze “Solchen Leuten wird man nie trauen. Aber man wird sie lesen” geradezu!

  11. müller sagt:

    da habt ihr noch einen “eisernen” vergessen: ulrich kühne-helmessen. chef im sport zu zeiten noltes und grosse-bleys im sonntagsblick. ein harter hund, der mit seinem sportvelag dann auch noch konkurs machte und all die journalisten aufs übelste hängen liess. deutsch eben.

    • Constantin Seibt sagt:

      @ Peter, @ müller: Deutsch? Ich glaube eher, der Verantwortliche heisst: Ringier. Denn der Verlag hat eingestellt: Offensichtlich mit der Absicht, einen Diktator einzustellen. Eiserne Hunde “typisch deutsch” zu nennen, ist naiv. Die wachsen auch in Bachenbülach oder in Wollerau. Die Frage ist: Welches Betriebsklima will die Teppichetage?

  12. Bruno sagt:

    Es weint ihm jedenfalls niemand hinterher.

  13. m. sagt:

    ich habe sowohl unter karsten als auch ralph gearbeitet und finde beide brilliante journalisten.

    sie redeten immer klartext und waren direkt. man kann sehr viel lernen, oder wie es witzmann gerne formulierte:”der krümmel lernt vom kuchen” 😉

  14. Bob Woodward sagt:

    Tja ich vermisse in der Schweiz und auch Europaweit vermehrt den investigativen Journalismus wie dazumals die beiden Helden Bob Woodward und Carl Bernstein. Leider ist dies in Europa und in der Schweiz nicht mehr möglich weil ich das Gefühl nicht los werde dass alle Medien gleichgeschaltet sind. Auch vermisse ich den Mut vieler Redaktionen gegenüber dem politischn Establishment mehr zu versuchen. Bestebeispiele Economiesuisse, Blocher bei der BAZ oder dessen halbrechtsmässige Übernahme der EMS Gruppe, EURO und Draghi (ehem. Goldman Sachs Banker), Lobbysmus im Bern… es gäbe soviel.

    • marie sagt:

      dafür hat man kein geld und keine zeit mehr. und die leser müssten zeit aufwenden den investigativen journalismus über eine gewisse zeit zu verfolgen, d.h. die verfassten texte lesen und und die zusammenhänge verstehen können. wir entfernen uns immer wie weiter davon. liegt also auch an uns “konsumenten”. aber auch ich würde ihn wieder vermehrt begrüssen, sehr sogar.

  15. ONE MIMBO sagt:

    “My name is… but you can call me Mimbo, because in here I feel just like a Bimbo!” Und bleibe hier besser anonym. Denn dieser böse Spruch stammt aus meiner Zeit bei RINGIER. Bin zwar gebürtiger Deutscher, aber hier aufgewachsen. Und habe so meine Erfahrungen mit deutschen Chefredaktoren gemacht, die ja nicht nur beim “Blick” zum unguten Einsatz kamen. Sagte doch “der neue Deutsche” unverblümt zu mir: “Sie gehören für mich ‘zum alten Eisen’ (wörtlich!). Ich mach hier was Neues mit meinem mitgebrachten Team.” Immerhin: deutlich genug – und ich bin gegangen. Und ER wurde bald gegangen…

  16. slowpoke rodriguez sagt:

    Sie waren erfahrene Profis, aber sie hatten nicht über Jahre in der Schweiz gelebt. So konnten sie die feinen Grenzen des lokalen Geschmacks nicht kennen, um sie zu verletzen und nicht zu verletzen.

    Gibt es denn diesen einheitlichen lokalen Geschmack überhaupt noch? Vielleicht im Boulevard. Ansonsten sind die Schweizer doch genauso gespalten wie andere polarisierte Gesellschaften. Lässt sich gut an den Titelbildern der ww feststellen, zu denen es keine vorherrschende Meinung gibt. Was es Köppel ermöglicht, Grenzen nicht nur zu überschreiten, sondern sie kontinuierlich zu verschieben.

  17. Roman sagt:

    Der Boulevard-Journalismus ist seit der Yellow Press des ausgehenden 19. Jahrhunderts ein globales Muster. Der Aufwand, dieses globale Muster lokal anzupassen, ist viel geringer, als die lokalen Vertreter der journalistischen Profession immer tun (aus verständlichem Grund: es ist ihr Markt, und den möchte man doch schützen). Das hat der Blick seit den 1960er Jahren erfolgreich getan – aber dann kam das Boulevard-Fernsehen, und bewegte Blutspritzer sind nun mal spannender als statische. Der Niedergang des Blick hat nicht mit Nationalitäten von Redakteuren zu tun – er liegt in seiner Papierform.

  18. […] Warum deut­sche Chef­re­dak­to­ren in der Schweiz schei­tern | Dead­line Sie waren erfah­rene Pro­fis, aber sie hat­ten nicht über Jahre in der Schweiz gelebt. So konn­ten sie die fei­nen Gren­zen des loka­len Geschmacks nicht ken­nen, um sie zu ver­let­zen und nicht zu ver­let­zen. […]

  19. […] Warum deutsche Chefredak­toren in der Schweiz scheit­ern | Dead­line Sie waren erfahrene Profis, aber sie hat­ten nicht über Jahre in der Schweiz gelebt. So kon­nten sie die feinen Gren­zen des lokalen Geschmacks nicht ken­nen, um sie zu ver­let­zen und nicht zu verletzen. […]

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