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Shakespeares Rückkehr

Constantin Seibt am Freitag den 26. Oktober 2012

Es ist kein gutes Zeichen für Europa und die Schweiz, aber wir sind zurück im Reich Shakespeares.

Wenn ich mich recht erinnere, war das in meiner Jugend anders. Damals schien alles in Beton gegossen: FDP, Banken, Militär. Die Leute, die Lehrer, selbst die Luft waren vor Gewissheit so dickflüssig wie Haargel, und wer noch ein Herz hatte, träumte von einer Bombe.

Um Zerstörung muss sich heute niemand mehr kümmern. Politiker, Manager, Firmen, ganze Staaten taumeln und stürzen. Dauer verspricht heute keiner mehr. Was wird in fünf Jahren sein? Niemand weiss es.

Das Epizentrum der Skandale hat sich verlagert. Die Schweiz vor 30 Jahren erschütterten Politik-, Militär- und Geheimdienstskandale. Heute gibt es solche zwar noch, aber sie bleiben Anekdoten. Die grossen Skandale sind seit 15 Jahren fast ausschliesslich Wirtschaftsskandale.

Der Grund ist klar: Echte Skandale entstehen nur im Zentrum der Macht. Und diese hat sich mit den Strömen des Geldes verschoben: von der Politik zu den Konzernen. Und auch ihre Struktur hat sich geändert: Waren Skandale im Kalten Krieg meist nach dem Rechts-gegen-Links-Schema organisiert und war meist ein kleines Telefonbuch von Akteuren darin verwickelt, lesen sich die Skandale von heute verblüffend oft wie Königsdramen.

So wie die Rückkehr der grossen Villen, der phantastischen Gehälter, der Yachten und der Privatjets sind diese Sorte Skandale Symptome einer Rückkehr einer Feudalgesellschaft: Konzerne funktionieren hierarchischer als Demokratien.

Richard III als Gründer der UBS

Will man die heutigen Skandale beschreiben, fällt folgendes auf: Sie schillern zwischen Abstraktion und Kammerspiel. Einerseits sind lauter anonyme Akteure am Werk: Märkte, Derivatprodukte, Börsen, Währungen, etc. Anderseits  lesen sie sich als persönliche Tragödien der jeweiligen Chefs.

So liesse sich etwa der Bankrott des Swissair-Konzerns etwa wie folgt beschreiben:

  • Philippe Bruggisser, ein erprobter Kostenoptimierer, wird Chef der Flugfirma Swissair, deren Expansionspläne er zuvor bekämpfte. Drei Jahre laufen vor allem Sparprogramme. Dann, in wenigen Monaten, kauft Bruggisser für Milliarden ein Imperium von 10 maroden Fluglinien zusammen. Als sich Ende 2000 die Verluste summieren, wird der über Jahre stumme Verwaltungsrat nervös. Er verlangt eine neue Strategie. Bruggisser reagiert mit Verachtung. Als er im Januar 2001 entlassen wird, brütet der einstige harte Sanierer gerade über einer letzten, alles entscheidenden Fusion: mit der maroden Riesenairline Alitalia.
  • Eric Honegger war der kommende Mann des Zürcher Wirtschaftsfreisinns. Als er zum Regierungsrat des Kantons Zürich gewählt wird, kündigt er an, höchstens 12 Jahre zu bleiben, um nach den zähen Mühlen der Politik den scharfen Wind der Wirtschaft zu spüren. Und er hält sein Versprechen. Nach seinem Rücktritt werben ihn die prominentesten Verwaltungsräte des Landes an: UBS, NZZ, Swissair.  Die letzteren zwei sogar als Präsident. Doch bei Swissair summieren sich unvermittelt die Verluste. Honegger feuert ohne jeden Plan den allmächtigen Bruggisser und wird bald darauf  selbst CEO. Wenige schreckliche Wochen folgen. Dann wird Honegger ebenfalls gefeuert. Erst bei Swissair, dann bei UBS und NZZ. Seitdem lebt er als Unperson.
  • Mario Corti, Finanzchef bei Nestlé, ist erst ein Jahr im Swissair-Verwaltungsrat, als im März 2001 sämtliche seiner Kollegen daraus fliehen. Corti bleibt allein in der Chefetage zurück. Er setzt in Bewegung, was er kann, und beschwört den Glanz der alten Swissair. Dann, nach dem 11. September 2001, geht das Geld aus. Weder Bundesrat, noch Banken geben Kredit. Der Konzern kracht zusammen.

All diese Schicksale folgen klassischen Dramenstrukturen: Der Buchhalter, der zum Visionär wird; der gelangweilte Politiker, dessen Wunsch nach Sturm erhört wird; der einsame Held, der alles versucht – und verliert.

Ähnlich liesse sich die Geschichte vieler Konzerne erzählen. Etwa der UBS – mit den milliardenteuren Dramen um die Chefs Wuffli, Ospel, Kurer und Grübel. Schon der Gründer lieferte eine klassische Theatervorlage: Mathis Cabiallavetta, seit kurzem Chef der früheren Bankgesellschaft, hat eine Leiche im Keller: gefährliche Verluste in der von ihm zuvor geführten Derivateabteilung. Um diese verschwinden zu lassen, tut Cabiallavetta etwas unglaublich Kühnes: Er fusioniert seine Bank mit dem kleineren Bankverein. Und verrät dabei fast alle Kader seiner Bank: Die Schlüsselpositionen gehen alle an den Bankverein. Bis auf den Top-Job, der an Cabiallavetta geht. Wenn auch nur für kurze Zeit, denn ein weiterer Milliardenverlust bei einem Hedge-Fonds bricht ihm das Genick.

Das Drama das Skelett, die Fakten das Fleisch

Für die Angestellten und den Rest des Landes sind solche Dramen keine gute Botschaft. Ein Einzelner fällt, und Tausende fallen mit ihm. So wie früher die Sklaven des Pharao mit diesem begraben wurden, um ihm noch in der Unterwelt zu dienen.

Für Journalisten aber sind es grossartige Geschichten. Denn der Vorteil eines Königsdramas, wo immer man es entdeckt, ist, dass es sich erzählen lässt. Seine Struktur ist alt, einfach, und sie hat Wucht: Ein Mann kommt zur Macht, hat Erfolg und scheitert. Und – dramaturgisch erfreulich – er scheitert fast immer daran, dass er sein Erfolgsrezept wiederholt.

In diese simple, aber wirksame Struktur lässt sich viel komplexe Information einbauen, deren Organisation sonst Schwierigkeit gemacht hätte: zur Person, aber vor allem zur Branche und zu den jeweils herrschenden Machtverhältnissen. Im Falle Bruggissers zum Beispiel folgende Punkte:

  • Der Wandel des Fluggeschäftes von einem weltweiten Kartell vor 1990 zu einem brutalen Pennymarkt mit riesigen Fixkosten, kleinen Gewinnen, enormer Konjunkturabhängigkeit.
  • Die prekäre Ausgangslage der mittelgrossen Swissair in einem Markt, in dem nur noch die ganz Grossen und die ganz Kleinen überleben.
  • Der Fakt, dass die Swissair-Fluglinien zum Ergebnis fast nichts beitrugen. Sondern die Catering-Kette Gate-Gourmet und die Kioskkette Nuance. (Beide von Bruggisser aufgebaut.) Also dass der stolze Konzern eigentlich eine Kantine mit angehängter Fluglinie war.
  • Die enorme Komplexität, zu der die Steueroptimierung wie die politische Isolation der Schweiz den Konzern brachte. Bruggisser organisierte den Konzern zu einem undurchschaubaren Geflecht von über 260 weltweiten Einzelfirmen mit unterschiedlicher Rechtslage und gegenseitigen Verbindlichkeiten, also Rivalitäten: So dass niemand (ausser vielleicht Bruggisser selbst) wusste, wie viel Geld in der Kasse war.
  • Der Grund, warum  Bruggissers Fall zum Königdrama wurde: Er hatte sich innerhalb des Konzerns eine Parallelmachtstruktur aus Beratern aufgebaut. Angeblich, um schneller zu arbeiten.
  • Die Folge: Das nominelle Swissair-Management spielte im ganzen Drama bis zum Ende keine Rolle. Was besonders katastrophal war, als die 10 maroden Fluglinien fusioniert, also gemanagt werden sollten: 10 Kulturen, 10 Flotten, 10 Informatiksysteme, 10 Flugpläne, 10 Rechtslagen, etc.
  • Die Beobachtung, wie wenig Chancen ein Verwaltungsrat gegen das Management hat. Bruggisser arbeitete 18 Stunden pro Tag. Der Verwaltungsrat – die Crème des Schweizerischen Wirtschaftsestablishments – beschäftigte sich nur punktuell mit dem superkomplexen Konzern. Kein Wunder, nickten die Verwaltungsräte selbst Milliardengeschäfte in Minuten ab. Wenn Bruggisser die Luft einzog, hingen sie wie ein Schnurrbart unter seiner Nase.
  • Der Fakt, dass Bruggissers im Nachhinein hart kritisierte Expansionsstrategie so wenig originell war wie seine Sparstrategie zuvor: Ende der neunziger Jahre expandierten zu New-Economy-Zeiten alle: Banken, Versicherungen, Industrieunternehmen. Sie taten es genau so radikal, wie sie Anfang der Neunziger den Rotstift angesetzt und Personal gefeuert hatten. Selbst ein so einsamer Mann wie Bruggisser folgte hier nur der Mode.

Aber zur Tragödie gehören auch folgende Punkte:

  • Der Legende nach konnte Bruggisser in einer Excel-Tabelle von 1000 Positionen innert Sekunden den kritischen Punkt finden.
  • 1998 stürzte eine Swissair-Maschine über Halifax ab. Kompetent beraten, kommunizierte Bruggisser das Unglück schnell, klug und einfühlsam. Die Folge war: Zum ersten Mal in seinem Leben wurde der kühle Konzernchef nicht nur respektiert, sondern geliebt. In den Monaten darauf tätigte er alle seine Einkäufe.
  • Tolle Zitate wie «Management ist ein Hochleistungssport» oder, als die Krise voll ausgebrochen war: «Jetzt braucht es Eis im Bauch!»
  • Absurdes nach dem Fall: Etwa, dass die Swissair-Gläubiger Betreibungen von über 5 Milliarden Franken bei Bruggisser deponierten oder dass er, wie Bekannte sagten, sich eine riesige Modelleisenbahnanlage im Keller aufbaute.

Kurz: Das Königsdrama (Aufstieg - Erfolge - Krise - Fall) ist das perfekte Skelett, um komplexe Fakten erzählen zu können. Im Fall Swissair etwa über die Airline-Branche, die Konzernbuchhaltung, die interne Machtmechanik des Konzerns und die Managementphilosophien der 90er-Jahre. Diese Fakten sind das Fleisch. Und notwendig. Ohne sie, als reines Chefdrama erzählt, bliebe vom Konzern nur noch ein einziger Mann übrig, also ein Gespenst: das wandelnde Skelett des Bosses.

Traue keinem König!

Denn die Falle bei dieser Sorte Geschichte ist: dem Königsdrama zu sehr zu glauben und zum Höfling zu werden. Das passiert nicht nur in den Heldengeschichten ("Manager des Monats!"), sondern auch in den Geschichten, wo der gescheiterte Konzernchef als alleiniger Versager gezeichnet wird. Auch letzteres ist - im Negativen - nichts anderes als eine blinde Verbeugung vor der Macht im Nachhinein. Sowohl das «Hosianna!» wie auch das «Kreuzigt ihn!» sind die Privilegien eines Jesus Christus.

Bei nüchternem Blick zeigt sich, dass Manager bei aller persönlicher Macht meist vor allem Produkte ihrer Umstände sind: der wandelnden Märkte, der Aufstellung des Konzerns, der wechselnden Management-Moden und Spielbälle des Glücks. Die Erfolgreichen von heute sind oft die Gescheiterten von morgen und manchmal umgekehrt. Was am König interessant ist, sind die Zeiten, die ihn befördern oder nicht.

So ist auch die Dramatik in Teppichetagen und Banken nicht aus dem Nichts gekommen. Sondern das Resultat der Umstände: der global befreiten Geldflüsse, einer Ideologie, einer davon profitierenden Kaste und nicht zuletzt das Resultat einer Politik, die durch Schleifen von Regulierungen und Steuererleichterung die Macht an die Konzerne abgegeben hat. Und die, wenn es hart auf hart kommt, klare Entscheidungen trifft: Banken und ihre Aktionäre werden gerettet, Angestellte nicht.

Es ist unmöglich – nicht einmal auf dem Theater – einen König allein zu spielen. Ihn spielen die anderen Schauspieler, durch Ehrerbietung.

Aber mehr dazu nächste Woche.


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18 Kommentare zu „Shakespeares Rückkehr“

  1. Philipp Rittermann sagt:

    schöner artikel. und ein trauriger. weil er war ist. und – schlimmer noch, weil sich daran auch nichts ändern lässt. ein klassischer endzeit-artikel also. die hoffnung auf lernfähigkeit der menschheit haben wir nun, nach über 2000 jahren schlechter erfahrung, beerdigt. es gibt nur noch machiavelli’s und opfer. die soziale gerechtigkeit ist am arsch. charakter ist nur noch dazu da, in ehrlicher armut zu grunde zu gehen. ich hasse die menschheit. prost!

  2. Didier Diderot sagt:

    Shakespeare stand (mit Descartes und einigen anderen) am Anfang unseres Zeitalters. Seit da sind wir unserem begrenzten Verstand überlassen und müssen uns in einer ungeordneten Welt zurechtfinden. In Hamlet findet sich ein erster Einblick in die Notwendigkeit zur Selbstbestimmung, die dann später aufklärerisch zum eigentlichen Definiens und Sinn des menschlichen Lebens erhoben wurde. Ich habe mich bereits wiederholt gefragt, ob wir mit dem Rückfall ins Reich Shakespeares das Projekt der Aufklärung als endgültig gescheitert ansehen müssen. Hätte da zufällig jemand eine fundierte Meinung parat?

  3. Walter A. Kathriner sagt:

    Herr C. Seibt
    Sehr treffen analysiert, das Resultat der Umstände!
    Zu den Übeltätern, zu diesen Umständen und Dramen gehörten ja nicht nur Bruggiser, Honegger und Co.. Sondern auch die Medien (siehe die Protagonisten in der Arena) Blocher, Ebner, Ospel und wie sie alle heissen. „wäre eine Analyse wert, herauszufinden was die alles herausposaunten“
    Aber auch die „ Shakespeares“ die diese Dramen voraussahen, waren nicht vorhanden!
    Volksverblödung poor!

  4. Hans Kernhaus sagt:

    Na, na Herr Seibt. Also nach der langen Pause (Herbstferien?) gleich mit dem Titel “Shakespeares Rückkehr” einzufahren, also ich weiss nicht ;-) . Trotzdem schön, Sie wieder hier zu haben. Habe Sie vermisst.

  5. Wie wahr! Ein König macht sich selten selbst zum König. Es braucht Königsmacher. Im Fall Swissair exemplarisch. Damals hatte ich beruflich mit arbeitslosen Swissair-Angestellten, unter ihnen auch Piloten, zu tun. Die Piloten benahmen sich allesamt wie kleine Könige. Sie pochten bei der Stellensuche auf eine Sonderbehandlung. Diese wurde ihnen vom Staat gewährt. Sie erhielten während einer gewissen Zeit den vollen Lohn von der Arbeitslosenversicherung. Eine einmalige Sonderbehandlung, aber keine Überraschung: Die Swissair war ein einziges Königreich. Bis die VR-Könige des Landes stürzten.

  6. Christian Bernhart sagt:

    Warum nur suhlt sich Kollege Constantin Seibt so in der Vergangenheit? Hat man ihn als Schreiber aus der Printversion des TA verbannt, oder ist er zum Stubenhocker verkommen, der in seinen WoZ-Archiven wühlt?.Warum nicht neuere Skandale, so etwa die Profilierungssucht des Zürcher Hofschranzen Heniger punkto Herztransplantationen? Oder über die Hautevolée, die bedacht ist, dass sie sich im Seefeld nur noch unter ihresgleichen trifft. Vielleicht hat halt die Grippewelle zugeschlagen oder er ist zum Reaktionsdienst verknurrt worden, damit er den Inserenten nicht an den Karren fährt.

    • Constantin Seibt sagt:

      Nun, die Hautevolée inseriert nicht. Ich fürchte, die Herbstferien, die Faulheit und das Kindchen sind schuld. Ich mache mich an die Arbeit. Aber was Ihre Geringschätzung der Vergangenheit betrifft, teile ich ihre Meinung nicht: Sie ist eine grossartige Leiche, aus dem man bei genügender Skrupellosigkeit einige sehr brauchbare, weiter funktionierende Organe für die Zukunft entnehmen kann.

      • Christian Bernhart sagt:

        Wünsche gute Arbeit, hoffentlich nicht nur mit verklebten Augen, sondern mit stechend klarem Blick. Was die Leichen anbetrifft, so gibt es auch einen ganzen Friedhof davon im Bern der gnädigen Herren. Nur sind diese schon so vermodert und die Organe von den Würmern und Bakterien derart zerzaust, dass sie nicht einmal mehr als Übungsmodell für die ersten Gehversuche von Lokalreporter-Operateure genügen, sodass nun inkompetente Beamte bei den ärmsten der Gesellschaft, die sich im oberen Stübchen nicht intakt sind und wie Walser und Glauser in der Waldau Unterschlupf finden, herfallen dürfen.

    • Vielleicht müssten sie sich fragen, welche Herrschafts- und Feudalverhältnisse dazu beigetragen haben, dass sich im Seefeld nur noch die Hautevolée amusiert? C. Seibt hat es erwähnt. Die Konzerne und ihre CEO’S oder genauer die neuen Oligarchen haben das Diktat übernommen. Und die Politik ist noch gut genug, die Begehrlichkeiten der Konzerne so genannt demokratisch und rechtsstaatlich abzusegnen. Es braucht nicht mehr einen einzelnen Skandal. Der eigentliche Skandal ist allgegenwärtig und hat für die meisten Folgen.

  7. Auguste sagt:

    hmm…, einspruch! die politik lieferte auch weiterhin verlässlich ihre skandale: könig couchepin – was tat der mann im bundesrat überhaupt?, scharlatan blocher – der grösste zocker des landes, verteidigungsminister schmid – angsthase in badelatschen usw. militärskandale? – “flauto” nef, stalker i Gst, der kp kdt, der seinen kvk zum ersaufen antreten liess. geheimdienst? – seiler & co. übersehen alle warnlampen. armeeminister maurer zeigt fehlenden daten die zähne und grinst.

    klar, in der wirtschaft ging auch die post ab, aber die alten themenlieferanten liessen sich keineswegs lumpen.

  8. Rolf Rothacher sagt:

    Grosse Worte für ein kleines Land. Angesichts dessen, was in den USA oder den PIIGS-Staaten abgelaufen ist und noch abläuft, sind doch Swissair und UBS Mini-Skandälchen und nicht einmal eine Fussnote in der Geschichte der Schweiz wert. Der Vergleich mit den Dramen von Shakespear ist zwar nett, doch kann ich auch in meinem persönlichen Umfeld bei Verwandten und Bekannen dieselben Stories einflechten. Shakespear war nun mal genial und ist deshalb omnipräsent, ähnlich wie Balsac mit seinen 70 Charakteren. Ein handwerklich gut gemachter Artikel, jedoch mit Bart.

  9. Constantin Seibt sagt:

    Alles, was erzählerisch funktioniert, hat einen Bart, meist einen, der schon ein paar tausend Jahre alt ist. Und – tja – damals, im fernen 2001 haben die Zahlen der Swissair – 2,3 Milliarden Jahresverlust 2000! 1 Milliarde geforderter Überbrückungskredit! 13 Milliarden offene Rechnungen beim Konkurs! – beim Publikum noch nacktes Entsetzen ausgelöst. Man konnte sie im Text noch 2006 als garantierte Schockelemente verwenden. Heute, zugegeben, klingt das nach Portokasse.
    Das zeigt: Fakten vergilben, Muster bleiben frisch.

  10. Sam Finn sagt:

    Shakespeare, hoffentlich, mindestens. Erbärmlich sind die Courts-Mahler-Epigonen, das nörgelige der Kleinmieser.

  11. Frank Margulies sagt:

    Wie immer gut geschrieben! Wenn auch das Sujet ein bisschen “alt” ist in dieser schnelllebigen Zeit. Aber richtig, lehrreich ist es in jedem Fall!

  12. Francesca Carbone sagt:

    Danke Conschti
    bin seit 10 Monaten in Peru und bleibe noch bis febr. 2013. Deine Artikel in der Ferne zu lesen ist jedesmal eine Freude, eine Lust, eine Spannung ich freu mich schon wieder auf naechste Woche… ciao und danke fc

  13. Bernd Zocher sagt:

    Die Dramaturgie ist trefflich beschrieben, Grosse Teile der gesellschaftlichen Realität spielen sich tatsächlich so ab, wie es jedes Lehrbuch für Drehbuchschreiber vorgibt, oder umgekehrt: Gute Dehbuchschreiber sehen sich die gesellschaftlichen Abläufe gut an. Wenn Sie demnächst noch auf die Wortkombination “kommunizierte” und “einfühlsam” verzichten könnten, wäre ich Ihnen verbunden – man kanns nicht mehr hören … Alles muss “kommuniziert” werden, und dann auch noch “einfühlsam”, wo doch jeder weiss, dass es sich nur um die üblichen medialen Kotaus der Kommunikationsgesellschaft handelt.

  14. Marianne BIedermann sagt:

    Schön geschrieben. Isaac Deutscher schreibt in seiner Trotzki-Biografie sinngemäss: Eine Führerfigur ist das individuelle Entgegenkommen auf eine kollektive Nachfrage.

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