Zeit, in diesem Blog eine peinliche Wahrheit zu schreiben. Es geht natürlich immer um Magie: in der Liebe, auf der Bühne, beim Schreiben, im Sport. Fleiss und Handwerk sind nur die Voraussetzung. Aber ohne Zauber sind sie nur der Ersatz für die wirkliche Sache. «Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber Gott liebt mich, wenn [...]
Mehr davon!Magie
Ich. Das schmutzige Drei-Buchstaben-Wort
Neulich, bei USA Today: Die Chefetage teilte der Redaktion mit, dass diese eine Kleinigkeit ändern sollte. Man habe seit 30 Jahren ja neutral geschrieben. Ab sofort solle man bitte persönlich schreiben, kantig und kontrovers. Die Damen und Herren Redaktoren sollten in Zukunft bitte zur unverwechselbaren Marke werden. Ebenfalls neulich, beim Reporterforum im «Spiegel»-Gebäude in Hamburg: [...]
Mehr davon!Blut, Miniröcke, Jargon. Wie man Szenetexte fabriziert
Mit 17 schrieb ich den ersten Text, der eine nennenswerte Wirkung hatte. Ich musste erst zum Rektor, dann zum Schulpsychologen. Der erste hielt mir eine Predigt, der zweite stellte Fragen. Einzig eine Note bekam ich nicht. «Wir sind ein humanistisches Gymnasium», sagte der Rektor. «Und in 20 Jahren habe ich nie so etwas Widerliches gelesen. [...]
Mehr davon!Kurze Theorie der Leser, dieser Bastarde
Vor sehr vielen Jahren, als Volontär im «St. Galler Tagblatt», spielte ich manchmal in Begleitung anderer niederrangiger Redakteure eine Partie Darts. Das Dartbrett nannten wir «Der Leser». Wir warfen die Pfeile mit echtem Hass: mit voller Kraft und wenig Präzision. Der Hass hatte Gründe. Denn wann immer einer von uns von den Chefs zurechtgepfiffen, zusammengestaucht, [...]
Mehr davon!Wie man einen Welterfolg landet. Der Massanzugsartikel (Teil 2)
Ah, schön Sie wieder zu sehen, gestärkt durch einen Kaffee und das Wochenende. Letzten Freitag ging es um die Verfertigung von Massanzugsartikeln. Also Artikel, bei denen der Stil den Fakten wie angegossen passt. Und heute geht es um das gleiche. Und es wurde versprochen, mit etwas Sauberem und Praktischem zu beginnen: mit einem Skelett. (Falls Sie [...]
Mehr davon!Der Journalist als Dandy. Der Massanzugsartikel (Teil 1)
Fakten sind nur die Hälfte der Botschaft. Die andere ist der Stil. Wobei der Stil meist – mehr oder weniger elegant – zum seriösen Transport des Inhalts dient. Wie jeder Vertreter trägt der Text also einen Business-Anzug von der Stange. Was aber passiert, wenn man den Fakten einen echten Massanzug verpasst? Immer dann, wenn Aufbau [...]
Mehr davon!Jeder Krüppel hat seine eigene Art zu laufen
Der «Tages-Anzeiger» ist eine liberale Zeitung. Man hat als Redaktor viel Freiheiten. Einer der wenigen Fälle, bei denen ich einen entschiedenen Befehl zum Streichen erhielt, war bei einem Artikel zur Wahl des neuen Fernsehdirektors, Rudolf Matter. Kritisiert wurde die Anfangsszene: Bei der Pressekonferenz sass Matter zwischen den beiden entscheidenden Leuten, die ihn gewählt hatten: SRG-Direktor Hans [...]
Mehr davon!Mut im Büro
Einer der peinlichen Momente im Journalismus ist, wenn Leser einem zu seinem Mut gratulieren. Verblüffenderweise geschieht das fast immer dann, wenn man breit Akzeptiertes schreibt: etwa Kommentare gegen Banken, Manager oder das Bankgeheimnis. Zehn Jahre davor, als dieselben Kommentare noch umstritten waren, klang das Echo anders. Damals war das Publikum 50:50 gespalten. Die erzürnte Hälfte warf einem Absurdität vor. Und auch [...]
Mehr davon!Die Pflicht zur Grösse – warum man sich nicht in der Provinz hängen lassen sollte
Es gibt zwei Zitate aus dem Film «Kinder des Olymp», die in jeder Redaktion hängen sollten. Das erste sagt der Schauspieler Frédérick, als er noch als Pantomime arbeitet: Wie, was – wieso soll ich Pantomime spielen, wenn ich doch ein Orchester in der Brust habe? Das zweite Zitat äussert der Dandy und Verbrecher Lacenaire, nachdem er einen [...]
Mehr davon!Im Notfall: Werfen Sie Glasperlen vors Volk
Was, wenn es nicht rund läuft? Wenn Sie einen komplexen Stoff nicht in den Griff bekommen? Und der Redaktionsschluss ist praktisch Tatsache? Das Desaster zuvor war: Sie sind in den eigenen Notizen ertrunken. Sie haben keine Haltung zum Stoff gefunden. Sie wissen hundert Dinge, nur nicht, was das Ganze soll. Was tun? Der beste Rat [...]
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