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Wo Mietpreis-Berge sich erheben

Von Iwan Städler, 8. September 2015 42 Kommentare »
Die höchsten Mieten zahlt man heute am Genfersee und in Zürich. Wie rasant sich das Wohnen in den vergangenen 15 Jahren in der Schweiz verteuerte, zeigen unsere animierte Grafik und eine interaktive Karte mit allen Gemeinden.

Für einmal stehen die markantesten Gebirge nicht in den Alpen. Stattdessen ragen sie bei Genf und Zürich in die Höhe. Auch in Zug und St. Moritz sind beachtliche Gipfel auszumachen. Willkommen in der Mietpreislandschaft Schweiz! Sie zeigt nicht geografische Höhen und Tiefen, sondern das Niveau der Mieten. Wo sich hohe Berge mit dunkelroten Gipfeln erheben, sind Wohnungen besonders teuer. In den hellen Talregionen hingegen darf man mit tiefen Mieten rechnen.

Anders als bei echten Bergen, deren Höhe sich über Jahrtausende kaum ändert, können Mietpreisberge rasant wachsen oder erodieren. Dies lässt sich hier eindrücklich beobachten:

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Die animierte Karte veranschaulicht die Entwicklung der letzten 15 Jahre. Sie zeigt, wie sich die Mieten am Genfersee seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt haben. Und sie illustriert, wie die Preise auch im Engadin massiv gestiegen sind, seit drei Jahren aber wieder sinken.

Die Karte basiert auf einem umfangreichen Datensatz, der das Mietpreisniveau aller Schweizer Gemeinden ausweist – seit dem Jahr 2000 bis heute. Erhoben hat die Daten das Immobilienberatungsbüro Wüest & Partner. Es wertet seit Jahren die Wohnungsangebote aller gängigen Internetportale aus. Und es erfasst die Inserate in 120 Zeitungen und Zeitschriften. Daraus resultiert die grösste Mietpreis-Datensammlung der Schweiz.

Exorbitante Mietpreise im Raum Genf

Anhand der Werte für Vierzimmerwohnungen haben die Politgeografen Michael Hermann und Mario Nowak die Landschaft für den TA modelliert. Sie zeigt Angebotsmieten – also jenes Preisniveau, das Wohnungssuchende auf dem freien Markt antreffen. Nicht berücksichtigt sind Wohnungen ohne Mieterwechsel. Diese sind im Schnitt günstiger, denn Hauseigentümer dürfen bestehende Mieten nicht nach Belieben dem Markt anpassen. Stattdessen müssen sie sich ans Mietrecht halten, das sie bei Erhöhungen einschränkt.

Für Wohnungssuchende sind aber die Preise entscheidend, die effektiv auf dem Markt angeboten werden. Und diese sind vor allem in der Stadt Genf sowie in deren Vororten exorbitant. Am höchsten sind sie in Genthod. Dort kostet eine mittlere Vierzimmerwohnung mit 110 Quadratmetern auf dem freien Markt durchschnittlich über 3300 Franken pro Monat. Ohne Nebenkosten. Nicht wesentlich günstiger sind Cologny, Carouge und Genf. Auch dort werden Vierzimmerwohnungen im Internet und in Zeitungen im Mittel für über 3200 Franken angeboten.

Das sei auf die attraktive Lage am See und auf die wirtschaftliche Prosperität der Region zurückzuführen, sagt Patrick Schnorf, Immobilienexperte bei Wüest & Partner. In den letzten 15 Jahren haben sich am Genfersee zahlreiche internationale Unternehmen angesiedelt. Das zog viele Arbeitskräfte an, wodurch die Nachfrage nach Wohnungen stark stieg. Das Angebot mochte nicht mithalten, wodurch die Preise auf dem freien Markt in die Höhe schossen.

Auf der folgenden interaktiven Karte können Sie nach Ihrer Gemeinde suchen und sie mit anderen vergleichen:

Zur Vollbildansicht

Am extremsten stiegen die Mietpreise in der Genfer Gemeinde Carouge. Dort sind sie seit der Jahrtausendwende um spektakuläre 170 Prozent in die Höhe geklettert. Auch in den meisten anderen Genfer Gemeinden haben sich die Preise mehr als verdoppelt. In der Stadt selbst legten sie auf dem freien Markt um 140 Prozent zu.

Ein Grossteil der Genfer Wohnungen wird aber gar nicht im Internet oder in Zeitungen angeboten. Sie gehen unter der Hand weg sowie über Wartelisten, womit sie von Wüest & Partner nicht erfasst werden können. Die Mieten dieser Wohnungen liegen in der Regel tiefer und sind oft staatlich reguliert. Entsprechend sind sie auch weniger gestiegen als auf dem freien Markt, wo die Mietpreise regelrecht explodiert sind.

Im Vergleich dazu ist die Stadt Zürich geradezu ein Hort der Mietpreisstabilität. Aber auch hier kletterten die Angebotsmieten auf dem freien Markt seit der Jahrtausendwende um 65 Prozent in die Höhe – auf gegenwärtig 2800 Franken für eine mittlere Vierzimmerwohnung ohne Nebenkosten. Im gesamtschweizerischen Schnitt erhöhten sich die Mietpreise um 53 Prozent.

Etwas geringer fiel der Anstieg in Goldküstengemeinden wie Zollikon, Küsnacht, Erlenbach und Herrliberg aus. Zur Jahrtausendwende gehörten diese vier Orte noch zu den fünf teuersten Gemeinden (zusammen mit St. Moritz). Inzwischen findet man keine Goldküstengemeinde mehr unter den Top 25.

Erstaunlich günstiges Basel

Unterdurchschnittlich stiegen die Mietpreise auch in der Region Bern. In der Stadt selbst muss man heute 35 Prozent mehr zahlen als zur Jahrtausendwende. Besonders günstig ist die Bundesstadt aber nicht. Für eine mittlere Vierzimmerwohnung werden 2200 Franken fällig – etwa gleich viel wie in Luzern und mehr als in Basel.

In der Stadt am Rheinknie ist eine mittlere Vierzimmerwohnung für rund 2100 Franken zu haben. Damit ist Basel unter den sieben grössten Schweizer Städten am günstigsten – trotz florierender Pharmaindustrie. Wie ist das möglich? Patrick Schnorf gibt zu bedenken, dass ein Teil der Basler Arbeitskräfte in Deutschland und im Elsass wohnt. In Basel selbst wuchs die Bevölkerungszahl in den letzten 15 Jahren nur moderat – viel moderater als in Zürich, Genf und Lausanne. Entsprechend ist die Nachfrage nach Basler Wohnungen weniger stark gestiegen. Auch ist dort der Anteil an Neubauten geringer. Ein Grossteil der Basler wohnt in Altwohnungen, die in der Regel günstiger sind.

Auf und ab im Engadin

Am allergünstigsten ist das Wohnen hierzulande im Jura, wo man in etlichen kleineren Gemeinden weniger als 1000 Franken pro Monat zahlt. Ganz anders im Oberengadin: Dort hat die internationale Nachfrage nach Immobilien nicht nur die Hauspreise hochgetrieben, sondern auch die Mieten. Den Höhepunkt erreichten diese im Jahr 2012. Damals gehörten St. Moritz, Celerina, Sils und Silvaplana allesamt zu den zehn teuersten Gemeinden der Schweiz. In den letzten drei Jahren sind die Mieten aber wieder gesunken – um mehr als zehn Prozent. Patrick Schnorf führt dies auf den starken Franken, auf den Rückgang der russischen Nachfrage und auf vermehrte Kontrollen im Rahmen der Weissgeldstrategie zurück. Zwar wirken sich diese Veränderungen in erster Linie auf den Zweitwohnungsmarkt aus. Aber indirekt beeinflussen sie auch die Erstwohnungsmieten.

Betrachtet man die gesamte Zeitspanne seit der Jahrtausendwende, sind die Mieten nur in wenigen kleinen Gemeinden gesunken. Etwa im Bündner Oberhalbstein. Stark gefallen sind sie aber auch dort nicht. Einen massiven Einbruch erlebte die Schweiz letztmals zu Beginn der 90er-Jahre, als eine Immobilienkrise die Mieten nach unten trieb. Seither geht es stetig aufwärts. Auch die Finanzkrise vermochte den Trend nicht zu kehren. Schnorf erklärt sich dies mit der Zuwanderung, die in den Jahren 2008 und 2009 besonders intensiv war. Sie stützte die Nachfrage und liess die Mietpreis-Berge weiter wachsen.

Zur Methodik

In der Schweiz kommt es jährlich zu rund 400’000 Mieterwechseln. Den Grossteil davon erfasst das Monitoring von Wüest & Partner. Doch die Vermieter schreiben nicht alle frei werdenden Wohnungen im Internet oder per Inserat aus. Verzichten sie darauf, fliesst der entsprechende Mietpreis nicht in die Datensammlung ein. Etwa bei einer Vergabe unter der Hand oder via Warteliste.

Vor allem bei Genossenschaftswohnungen kommt dies oft vor. Generell werden günstige Wohnungen eher unter der Hand weitergereicht als teure Apartments. Die Angebotspreise liegen also im Mittel etwas tiefer als hier ausgewiesen. Die Zahlen von Wüest & Partner zeigen, womit man rechnen muss, wenn man im Internet oder per Inserat eine Wohnung sucht. Dies trifft für 60 bis 80 Prozent aller Mieterwechsel zu.

Ein Blick in Immobilienportale wie Homegate oder Immoscout erweckt freilich nicht den Eindruck, die Mieten seien in der Realität etwas tiefer als hier ausgewiesen. Im Gegenteil. Die meisten Wohnungen sind in diesen Portalen teurer. Die Erklärung dafür: Teure Wohnungen bleiben länger ausgeschrieben als günstige, weil günstige schneller weggehen. Um dieser Wahrnehmungsverzerrung nicht zu unterliegen, erfasst Wüest & Partner eine ausgeschriebene Wohnung nur einmal.

Wohnungen wurden luxuriöser

Pro Gemeinde weisen wir hier jeweils die Medianmiete aus. Das ist jener mittlere Wert, bei dem die Hälfte der erfassten Mieten darüber liegt und die andere Hälfte darunter. Aus Gründen der Vergleichbarkeit sind die Daten auf eine mittlere Vierzimmerwohnung mit 110 Quadratmetern normiert.
Der Ausbaustandard kann je nach Gemeinde variieren und sich im Verlauf der Zeit ändern – je nach Zustand der momentan angebotenen Wohnungen. Heute seien die Wohnungen besser ausgestattet als noch vor 15 Jahren, weiss Immobilienexperte Patrick Schnorf. Manch ein Objekt verfüge inzwischen über zwei Badezimmer. Und ein Glaskeramikherd sei heute der Normalfall. Sind in einer Gemeinde vor allem Neubauten auf dem Markt, drückt dies die mittlere Angebotsmiete folglich etwas nach oben. Wo dagegen viele Altwohnungen in eher schlechtem Zustand angeboten werden, kann die mittlere Miete unter jener einer Wohnung im «Normalzustand» liegen.

Tendenziell ist der Ausbaustandard in Regionen mit teuren Mieten höher. «In der Regel verdient man dort mehr, weshalb man sich eine bessere Wohnung leisten kann», sagt Schnorf. Das erklärt aber nur einen Teil der Mietpreisunterschiede. Wichtiger sind die Bodenpreise. Und wie in jedem Markt ist auch hier das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage entscheidend. (is.)

42 Kommentare zu “Wo Mietpreis-Berge sich erheben”

  1. […] Wie kommt es dazu? Die Habenden profitieren davon, dass die Vermieter die Bestandesmieten von Gesetzes wegen nur sehr beschränkt erhöhen dürfen. Wenn überhaupt. In vielen Fällen sind die Mieten stattdessen gesunken, weil der Referenzzinssatz nach unten angepasst wurde. Die Angebotsmieten hingegen widerspiegeln den angespannten Wohnungsmarkt. Sie sind in den letzten 15 Jahren um 53 Prozent gestiegen – in begehrten Regionen gar noch stär… […]

  2. Stüdi Urs sagt:

    Sehr geehrter Herr Städler
    Was Sie in Ihrem Artikel schreiben, hat sicher teilweise seine Richtigkeit. Ich habe aber festgestellt, dass in den letzten Jahren die Eigentümer indirekt zuviel an den Pranger gestellt werden. Die Kehrseite wird nur selten beleuchtet und die Frage, weshalb die Mieten wirklich steigen, wird nur selten richtig wiedergegeben. Mieten erhöhen sich nicht nur wegen der Nachfrage, sondern in erster Linie, weil die Kosten enorm gestiegen sind. Uni Gewerkschaft, verlangt stets mehr Lohn für die Bauarbeiter. Material ist jedes Jahre teurer. Die sanitarischen Anlagen sind in den letzten 3 Jahre um 20 % gestiegen. Was ein Bauarbeiter leisten muss, ist enorm und er soll auch gut bezahlt werden. Diese Kosten müssen aber verrechnet werden. Wohl das grössere Übel ist, dass die Eigentümer von den Behörden schikaniert werden, davon wird nie was geschrieben. Ich kann Ihnen ein Beispiel geben. Ich habe vor 3 Jahren die Liegenschaft an der Weststrasse 196 gekauft. Gemäss gültiger Bauordnung ist es möglich, die Liegenschaft mit 2 Dachgeschosse auszubauen, d.h. 4 Wohnungen mehr sind möglich. Wir haben das Sanierungsprojekt mit dem Ausbau der Dachgeschosse im gesetzlichen Rahmen der Bauordnung eingereicht. Sicherheitshalber haben wir sämtliche Pläne mit dem Bauamt vorher besprochen und mündlich genehmigen lassen. Alles war ok und wir warteten geduldig auf die Baubewilligung. Nach 3 Monaten kam der Entscheid der Ernüchterung. Das Projekt wurde abgewiesen mit der willkürlichen Begründung, es passe nicht. Zudem verlangt das Bauamt, dass wir den Hinterhof begrünen müssen, da der Boden entsiegelt werde. Dies obwohl dort immer nur Parkplätze waren und im Hof nirgends ein Baum steht, noch irgendwo begrünt ist. Es hat nur Parkplätze und ausschliesslich ich muss nun begrünen. Zwischenzeitlich haben wir ein neues Projekt mit 2 Wohnungen weniger eingereicht. Die Baubewilligung liegt vor. Der Schaden verursacht durch den Staat beträgt ca Fr. 500’000.–, ich musste den Umbau um 1 Jahre verschieben. Diese Kosten,verursacht durch den Staat, müssen verrechnet werden können und dies geht doch nur über den Mietzins. Tendenz ist doch, dass man dichter bauen soll, aber uns Eigentümer werden viele Steine in den Weg gelegt, die Mehrkosten verursachen. Ich kann Ihnen das Projekt zeigen. Kommen Sie vorbei und Sie werden feststellen, was in dieser Stadt alles zusammenläuft. Vieles passt in dieser Stadt nicht, aber mit Vitamin C kann man vieles erreichen, das ist leider auch bei uns so.

    Mit freundlichen Grüssen

    urs Stüdi

  3. Tömu sagt:

    Steigende Mieten bei sinkenden Zinsen sind ein klares Zeichen dafür, dass die Lex Koller massiv verschärft werden muss. Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung weiterhin von Spekulanten über den Tisch gezogen wird.

  4. Herbert sagt:

    Das wirkliche Problem ist unsere Mieterschutzgesetzgebung. Sie verhindert, dass günstiger Wohnraum auf den freien Markt kommt und den durchschnittlichen Mietzins im freien Wohnungsmarkt senkt. Dazu ein Beispiel: Eine vierköpfige Familie, belegt eine 4.5-Zimmerwohnung für 1500 Fr. Miete. Nach dem Auszug der Kinder sucht das Ehepaar eine kleinere 3-Zimmerwohnung, welche auf dem freien Markt über 2000 Fr. kosten würde. Fazit: Der Umzug findet nicht statt und das Ehepaar bleibt in der günstigen grossen Wohnung. Diese Fehlbelegung von Wohnraum ist die wahre Ursache der hohen Preise! Mieterschutz sei Dank

    • welschfreundlich sagt:

      Der damalige BR Moritz Leuenberger hatte ja diese Mieterschutz-Initative vor seiner Zeit als BR lanciert und das Volk hat sie angenommen. Das war damals sein Sprungbrett zum Bundesrat. Die freie Vermietung, besonders für minder Bemittelte wurde dadurch erschwert, denn die Vermieter konnten nicht mehr einfach bei Mietzinsausstand kündigen, sodass sie nun den Leumundsausweis, Bevorschussung von mindestens zwei Monatsmieten, Beschäftigungsnachweis etc. einfordern. Was für die Mieter angedacht war, entpuppte sich zu deren Bumerang.

  5. Ueli Müller sagt:

    Warum wird hier die massive Kapitalflucht in die Schweiz und vorallem in Schweizer Beton nicht als Grund aufgeführt? Gerade 2008 und 2009 war sie massiv.
    Auch zu erwähnen wären die Pensionskassen, die verpflichtet sind einen grossen Teil ihrer Anlagen in schweizer Immobilien zu invenstieren – sie gehören zu den grössten Immobilienbesitzer im Land. Und sie renovieren was das Zeug hält um eine höhere Rendite zu erwirtschaften. Das Zwangssparen bringt uns also paradoxerweise höhere Mieten – während die Manger der PKs sich satte Gehälter zahlen

  6. und da soll mir noch einer schamlos lügen und behaupten, diese exorbitante mieten hätten rein gar nichts mit der pfz, mit der masseneinwanderung zu tun. und unsere saturierte, blinde gesellschaft steckt weiterhin den kopf in den sand…

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Oooch, immer diese abgelutschten Scheinargumente… Es sind ja die Ausländer, die uns die Wohnungen vermieten, die Mieten erhöhen und uns abzocken. Stimmts? Also wenn die echten Eidgenossen fair wären, würden sie ja die Mieten nicht erhöhen. Nun raten Sie mal, welche Parteien die Immobilienbesitzer vorzugsweise wählen. Links oder Grün ist es nicht.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        Und jetzt raten Sie mal, wer Häuser baut, damit Sie überhaupt eine Wohnung mieten können, Links oder Grün ist es nicht. Wen das doch so ein riesiges Geschäft ist, warum bauen die Linken keine Wohnhäuser aus ihrem Geld und vermieten die Wohnungen dann zu tiefen Preisen? Bei den riesigen Gewinnen würde dann immer noch eine tolle Rendite übrigbleiben, oder doch nicht?

  7. Hans A. Müller sagt:

    Und das bei rekordtiefen Zinsen! Das sind die verheerenden Folgen der Masseneinwanderung.

  8. Matthias Meier sagt:

    “Lustig” immer wieder, dass die Ansätze für die Miete von AHV/IV-Rentnern mit Ergänzungsleistungen seit 12, 14 Jahren nicht mehr angepasst worden sind, weil die Bürgerlichen im Parlament “keine falschen Anreize” setzen wollen… Angesicht der obigen Grafiken nichts als ein Hohn.

  9. Geri Eiesle sagt:

    Angebot und Nachfrage sind da der Treiber. Wenn jedes Jahr eine Zuwanderung von 80’000 oder mehr stattfindet werden die Preise noch lange steigen. Was auch steigt ist der Verkehr und das Gedränge und der Abfall und somit die Umweltverschmutzung den in der Schweiz ist es kalt und für zusätzlich 80’000 Personen heizen das belastet.

  10. Dani Kobler sagt:

    Schöne Grafik, schade das man nicht grad noch den Referenzzins eingeblendet hat.
    Dann würde man sehen das die Berge grösser werden während der Zinssatz sinkt, … irgendwie komisch, oder?
    Irgendwann wird der Zins wieder steigen, dann heisst es Gürtel enger schnallen oder zügeln.
    Tragbarkeit berechnen könnte man natürlich auch, aber das tönt irgendwie bünzlig.

  11. Barbara Federer sagt:

    Endlich mal echte transparenz! Sind die löhne gleich gestiegen? Nein …Will noch irgend jemand sagen, die zuwanderung sei daran nicht schuld?

  12. Pia Wildberger sagt:

    Wer sich aufregt und unter den hohen Mieten ächzt, soll die soeben lancierte Wohn-Initiative des Mieterverbands unterschreiben – das geht sogar online: http://bezahlbare-wohnungen.ch/de/initiative-fuer-bezahlbare-wohnungen/

  13. Jörg Müller sagt:

    Bei uns in der Überbauung hat die Migro Pensionskasse die Wohnungen modernisiert und dann die Mietpreise deutlich angehoben. Die Überbauung ist in Dornach, also im Kanton Solothurn mit hohen Steuern. “Angepasst” wurden die Mieten aber an das umgebene Baselland mit einem wesentlich niedrigeren Steuersatz.
    Die Folge dieser Fehlplanung ist ein sehr hoher Leerstand bei den Wohnungen seit über zwei Jahren. Anscheinend kann man die Mieten nicht unbegrenzt hochschrauben, was doch Hoffnung für die Zukunft gibt.

  14. Patrick Hausheer sagt:

    Vor einigen Monaten durfte ich aus einer Mietwohung im oberen Glatttal in eine Eigentumswohung ziehen. Die Mietwohung bewohnte ich 7 Jahre. Als meine Mietwohung dann nach meiner Kündigung auf Homegate ausgeschrieben wurde, wurde mir sonnenklar wie man von den Vermietern abgezockt wird. Der Aufschlag betrug über 30%. Gemacht wurde an der Wohung durch den Vermieter rein gar nichts, auch nicht gestrichen.

  15. Marcel Zufferey sagt:

    Bemerkenswerterweise ist diese Mietpreisexplosion offenbar noch nicht vollständig im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) angekommen..!

  16. Maja sagt:

    Eindrücklich, wie die Mieten überall gestiegen sind seit 2001 (ausser villeicht im Kanton Jura). Und wenn man bedenkt, dass in der selben Zeitspanne der Referenzzinssatz stetig gesunken ist, und die Mieten daher hätten sinken sollen… Da verdient wohl manch einer eine schöne Stange Geld. Insbesondere für Familien ist das aber ein riesen Problem, denn die Löhne sind ja bekanntlich nicht in diesem Masse gestiegen.

    • Willi sagt:

      Diese Entwicklung ist gewollt und von Stimmbürgerinnen und Wählerinnen abgesegnet. Die Raumplanung steht unter Druck, die Anspruchshaltung und das Bevölkerungswachstum sind ungebrochen, die Lage im Wohnungsmarkt wird sich deshalb weiter verschärfen. Das Ausweichen auf günstigere Landgemeinden wird durch den Kulturlandschutz zunehmend erschwert, die Bautätigkeit wird dort weitgehend zum Erliegen kommen. Das Bundesamt für Raumplanung setzt nun das verschärfte Raumplanungsgesetz um (Kantonale Richtpläne) und weitere Initiativen zum Schutz des Kulturlandes stehen an. Es wird, wie Sie feststellen, Gewinnerinnen und Verliererinnen geben. Dabei wäre gerade auch das preisgünstige Wohnen für Familien Teil einer erfolgreichen Familienpolitik, die sich leider zu stark auf andere Mainstream-Familienthemen fokussiert. Letztlich wird die Gesellschaft nicht umhin kommen, ihre Anspruchshaltung zu zügeln und verdichtetes Wohnen zu akzeptieren. Hohe Ansprüche und Bevölkerungswachstum einerseits sowie Schutz des Kulturlandes andererseits schliessen sich gegenseitig aus, bzw. lassen die Mieten in exorbitante Höhen klettern. Wir möchten eben alles: Wohlstand, Wachstum und Kulturlandschutz, obschon wir wissen, dass dies alles in Zukunft nicht mehr möglich sein wird und kann, zumindest nicht in einer offenen und freien Gesellschaft und Marktwirtschaft, die wir ja auch wollen.

    • priska arbeiter sagt:

      Logo, sind die Mieten im Jura beinahe für unsere Verhältnisse billig. Rechnen Sie aber mal aus, was Sie dort für Steuern zahlen müssen, es heisst nicht umsonst, Jura ist die Steuerhölle.

    • Bin gerade in BrIssago/TI und sehe hier Mengen von Miet- und Kaufsangebote für Wohnungen und Häuser. Die Preise sind exorbitant und ich frage mich, wie und wo Einheimische überhaupt noch wohnen können…

  17. Peter Meister sagt:

    Absolut reisserisch! Wenn man mal die Methodik ausdeutscht, siecht man dass:
    – Die günstigen Wohnungen nicht / nur mangelhaft in der Statistik erschenen aufgrund der wenigen Mieterwechsel
    – Die Genossenschaftswohnungen nur mangelhaft erfasst sind aufgrund der Vergabe ohne Ausschreibung
    – Der Ausbaustandard (Aufwertung) nicht berücksichtig ist
    – Keine Teuerung / Kaufkraftbereinigung vorgenommen wurde

    • Dieter Bachmann sagt:

      Tja, aber wenn Sie eine Wohnung suchen, nützt es Ihnen auch ncihts, dass die Genossenschaftswohnungen “ohne Ausschreibung” und nur alle Jubeljahre mal die Hand wechseln. Dann bezahlen Sie, was die Wohnungen im Angebot kosten, und die kosten soviel, wie in der Grafik angegeben.

      Das mit der Teuerung stimmt, die betrug “offiziell” in dem Zeitraum etwa 8.5%, ein Anstieg von 65% (Zürich) wären also teuerungsbereiningt “nur” 52%. Macht die Sache nicht wirklich viel besser.

      • Martin Hefti sagt:

        in Genf werden die meisten Mietwohnungen untervermietet. Wer mal eine hat, kündigt nie mehr, sondern gibt sie in Untermiete. Die wenigen Wohnungen, die auf den offiziellen Markt kommen, sind dann natürlich sehr teuer, da ja die Nachfrage gross ist. So ist Genf dunkelrot. Der Mieter wird mit der Untermiete zum Vermieter und treibt die Preise hoch. Theoretisch dürfte er keinen Gewinn machen, aber wen kümmerts. Soviel zum hier viel beschworenen Weltbild Vermieter = alles Abzocker und Mieter = ungerecht Ausgebeutete. Fragt mal jemanden, wie es in DDR oder UdSSR war, wenn nur der Staat vermietete.

  18. Leo Baumann sagt:

    Ich finde hohe Wohnkosten (egal ob Miete oder Kauf) gut, da 1. zeigt, dass es prosperiert 2. ist eine naütrliche Dämpfung, dass es nicht noch mehr prosperiert, nicht noch mehr in die Schweiz respektive nach Zürich und Genf kommen. Wäre eine 4-Zimmer-Wohnung am Paradeplatz für Fr. 2’000.00 (Miete) oder Kauf 800’000.00 zu haben, würden ja noch mehr Menschen nach Zürich strömen, was ich nicht gut finde. Durch hohe Wohnkosten müssen Firmen höhere Löhne zahlen und sind dadurch weniger konkurrenzfähig, was die Wirtschaft dämpft und so ideal Arbeitsplätze und Menschen z.B. nach Ungarn verlagert. Es macht doch keinen Sinn, dass alle in Zürich zu wohnen kommen und sich Budapest entvölkert (Ungarn hat im Gegensatz zur Schweiz abnehmende Bevölkerungszahl).

    • Thomas Hartl sagt:

      Hohe Wohnkosten bedeuten nicht automatisch dass weniger Menschen einwandern, sondern nur dass es andere Menschen sind, nähmlich Vermögende. Auf den ersten Blick mag das positiv wirken, allerdings vergisst man, dass deren Kaufkraft mit den Möglichkeiten der Einheimischen konkurriert. Deutlich sichtbar wird das Problem in Steueroasen wie Zug, wo sich Eingeborene eine Wohnung kaum mehr leisten können. Ohne Regulierung laufen wir in einen gnadenlosen Verdrängungskampf um Wohnraum.

  19. Peter Huber sagt:

    Was nützen mir sinkende Mieten im Kanton Bern, wenn es zu wenige Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft gibt. Ich zügle 2016 mit meiner Familie in die Stadt Zürich.

  20. reto egli sagt:

    ein grosses Lob an die Kartengrafik! Habt ihr diie mit Rhino/ Grasshoppers gezeichnet? Wäre unheimlich dankbar, wenn ihr mir ein file mit dem Algorhytmus schicken könntet!

    Mit freundlichen Grüssen,

    Reto Egli

  21. sepp z. sagt:

    die mieten sind nicht nur höhere kosten für die einen, sondern auch mehr gewinn und rendite für die anderen.

  22. Mark sagt:

    Komische Karte, Zürich mit 65% Zuwachs ist Dunkelrot aber die Ortschaften um Sion (+100%) sind nur knapp Orange?!

    • Josef sagt:

      Die Karte zeigt die absoluten Werte in Franken und nicht die prozentuale Veränderung.

    • Hugo Bosshard sagt:

      Die Farben besagen, wieviel eine Wohnung kostet und nicht, wie gross der Zuwachs ist. Sion scheint also enorm günstig gewesen zu sein, nun viel teurer, aber noch lange nicht so teuer wie Zürich.

  23. Tom Maier sagt:

    Mir ist absolut klar, dass die Preise viel zu hoch gestiegen sind und dass viele Bürgerliche die Mieterschaft ausnehmen. Aber es ist unsinnig die Preise welche inseriert werden als Referenz zu nehmen. Es ist auch ein Unsinn eine 100m2 Luxuswohnung mit einer 100m2 Altbauwohnung in den gleichen Topf zu tun.

  24. Marcel Morf sagt:

    Bei Krediten gibts doch Wucherzinse. Bei den Mieten gibt’s eben Wucherrenditen.

    • Stefan Müller sagt:

      hä ?? bei Krediten Wucherzinse ? haben Sie die letzten 5 Jahre in einem Loch verbracht ? Das Geld gibt’s gratis. Ich zahle bei meiner Bank maximal deren Ihre Rendite von 0.75%.

    • Bald64 sagt:

      Wucherrenditen bei Mieten? Beim normalen Hausvermieter gibt’s die nicht! Bei all dem, was der Staat für sich moniert und beansprucht, bleiben die Renditen bei Mietshäusern klein!

  25. Markus sagt:

    Eigentlich sind steigende Mietzinsen Zeichen einer positiven Entwicklung, denn wo Mietzinsen steigen, steigt auch die Prosperität der Region. Ist wie bei Sim City. Besser Situierte siedeln sich an und verhelfen der Region zu Prosperität. Ist also eher ein Luxusproblem als ein tatsächliches Problem. Entscheidend wird sein, wie man damit umgeht.

    • Hugo Bosshard sagt:

      Ein tatsächliches Problem ist es für die Einheimischen, die nicht zwingend von der Prosperität profitieren, aber Mühe haben, eine für sie bezahlbare Wohnung zu finden.

      • sepp z. sagt:

        dazu sagt die svp (und die fdp denkt dasselbe): wers nicht zahlen kann soll wegziehen. es gibt kein menschenrecht, dort zu wohnen wo man will (oder eben: dort wo die heimat ist). heuchlerische abzocker-parteien.

        • Leo Baumann sagt:

          tja, dann hoffe ich, dass uns (2 Erwachsene, 1 Kind) die sp bald eine 4-zi am paradeplatz oder beim opernahaus für 1500.00 organisiert und wir mit unserem Familieneinkommen (da wir zusammen 150 % arbeiten wie in züri üblich einkommen von über 100’000.00) mehr und teurere auslandreisen leisten können :)))

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