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Wer am schlechtesten verdient

Von Iwan Städler, 14. März 2014 119 Kommentare »
Sagt das Volk Ja zu einem Mindestlohn von 4000 Franken pro Monat, hat dies Folgen für über 300`000 Beschäftigte. Sie würden künftig mehr verdienen oder die Stelle verlieren. Wer sind diese Schlechtbezahlten?

Der Bund weiss über unsere Löhne ziemlich genau Bescheid. Nicht über den Verdienst jedes Einzelnen, sondern inwiefern Alter, Geschlecht, Ausbildung, Branche und Region die Saläre beeinflussen. Das Bundesamt für Statistik führt zu diesem Zweck regelmässig eine Lohnstrukturerhebung durch. Rund 50`000 Unternehmen mit knapp 2 Millionen Beschäftigten werden dabei erfasst. Dies reicht für ein repräsentatives Bild über die Schweizer Löhne.

Die Statistiker des Bundes wissen denn auch ziemlich genau, wie viele Beschäftigte von der Mindestlohninitiative direkt betroffen wären. Es sind rund 330`000 Personen. Sie verdienen pro Monat weniger als 4000 Franken – selbst wenn man ihre Löhne auf eine Vollzeitstelle hochrechnet. Das wollen die Gewerkschaften mit ihrer Initiative ändern. Stimmt das Volk am 18. Mai zu, steht künftig in der Verfassung: «Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 22 Franken pro Stunde.» Bei einer Wochenarbeitszeit von 42 Stunden und 12 Monatslöhnen entspricht dies rund 4000 Franken pro Monat.

Über 8 Prozent der Erwerbstätigen verdienen heute weniger. So steht es in einem Bericht, den das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) letzten August fürs Parlament erstellt hat. Dabei stützt es sich auf die Lohnstrukturerhebung 2010. Demnach verdienen vor allem Frauen schlecht. Gut 12 Prozent von ihnen erhalten weniger als 22 Franken pro Stunde – verglichen mit 5 Prozent bei den Männern.

Grosse Differenzen gibt es bei den Branchen. Am weitesten verbreitet sind tiefe Löhne bei den persönlichen Dienstleistungen. Dazu zählen etwa Wäschereien sowie Coiffeur- und Kosmetiksalons. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten verdienen hier weniger als 22 Franken pro Stunde. Nicht viel besser geht es Hauswarten, Gartenbauern, Hauswirtschaftsangestellten und Mitarbeitern der Bekleidungsindustrie. Unter ihnen sind über 40 Prozent Tieflohnbezüger.

Gut die Hälfte der Schlechtbezahlten arbeiten in einem Betrieb mit weniger als 50 Angestellten. Dort sind Stellen mit einem Stundenlohn unter 22 Franken (nachstehend Tieflohnstellen genannt) besonders stark verbreitet. Bei Unternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten erfasst die Mindestlohninitiative 20 Prozent der Mitarbeiter, bei Grossbetrieben sind es 5 Prozent. Betroffen sind also in erster Linie die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Betroffen ist aber vor allem auch das Tessin. Dort ist der Anteil an Tieflohnbezügern mit 19 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in allen anderen Regionen. Schuld daran ist laut Seco nicht etwa die Einführung der Personenfreizügigkeit mit der EU. Die Tessinerinnen und Tessiner hätten bereits zuvor unterdurchschnittlich verdient. Das Seco führt dies auf die wertschöpfungsschwache Wirtschaftsstruktur zurück. So besetzten im Tessin 31 Prozent der Arbeitskräfte eine Stelle mit tiefen Qualitätsanforderungen. In der gesamten Schweiz sind es 21 Prozent.

Überdurchschnittlich stark von tiefen Löhnen betroffen sind auch die Ausländer. 14 Prozent unter ihnen verdienen weniger als 22 Franken pro Stunde. Bei den Schweizern sind es 6 Prozent. Besonders hoch liegt der Tieflohnanteil bei den Kurzaufenthaltern. Von ihnen sind 28 Prozent schlecht bezahlt – im Gastgewerbe gar 64 Prozent.

Sehr entscheidend fürs Salär ist – wenig überraschend – die Ausbildung. Bei Personen ohne Berufsausbildung beträgt der Tieflohnanteil über 20 Prozent. Mit abgeschlossener Lehre oder einer Matura sinkt er auf 7 Prozent. Noch tiefer ist er bei den Hochschulabsolventen. Aber auch unter ihnen müssen sich noch 2 Prozent mit einem Stundenlohn unter 22 Franken begnügen.

Von Vorteil ist ferner ein hoher Beschäftigungsgrad. Denn je weniger jemand arbeitet, desto weniger verdient er – nicht nur absolut, sondern auch pro Stunde. Dies zeigt sich vor allem bei Teilzeitern mit einem Pensum unter 50 Prozent. Bei ihnen erhält jeder Sechste einen Stundenlohn von weniger als 22 Franken. Bei Vollzeiterwerbstätigen ist dies nur bei jedem Siebzehnten der Fall – wobei hier der Tieflohnanteil bei Frauen viermal höher ist als bei Männern.

Besonders aufschlussreich ist ein Blick aufs Alter. Er zeigt, dass vor allem Junge schlecht entlöhnt werden. Fast jeder Vierte unter 25 Jahren würde bei Annahme der Mindestlohninitiative entweder mehr verdienen oder den Job verlieren. In den übrigen Altersklassen wären nicht einmal halb so viele betroffen – bei den über 45-Jährigen noch 6 Prozent.

Das deutet darauf hin, dass die Saläre vor allem zu Beginn einer Berufslaufbahn tief sind. Dieser Befund wird durch die Dienstalterstatistik gestützt. Ihr zufolge verdienen Mitarbeiter vor allem in den ersten Jahren schlecht. Unter den Neueinsteigern, die weniger als ein Jahr im Betrieb tätig sind, erhalten 18 Prozent weniger als 22 Franken pro Stunde. Danach sinkt dieser Anteil sukzessive – bis auf 2 Prozent bei Mitarbeitern mit mehr als 20 Dienstjahren.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz bezüglich Tieflöhnen gut da. Dies gilt nicht nur, wenn man die absolute Höhe der Löhne betrachtet, sondern auch, wenn man sie in Relation zum mittleren Einkommen stellt (dem Median). Gemäss OECD haben 2010 nur Belgien, Finnland und Portugal einen niedrigeren Tieflohnanteil ausgewiesen als die Schweiz. Auch lebt nicht jeder Schlechtbezahlte in Armut. Jeder Dritte von ihnen wohnt noch bei den Eltern, andere können auf einen besser verdienenden Partner zählen. Nur ein Achtel der Tieflohnbezüger gehört laut dem Seco zu den Working Poor. Umgekehrt reicht vielen auch ein Lohn über 4000 Franken pro Monat nicht zum Leben – etwa, wenn sie eine Familie ernähren müssen.

119 Kommentare zu “Wer am schlechtesten verdient”

  1. May sagt:

    Wenn ich mir ansehe, wie selbst die Industrie alle 1-2 Jahre eine Stelle neu besetzen kann damit Betriebsfachmännern/Frauen sich in der z.B. AVOR die Hörner abstossen können weil die Ausbildung für diese Arbeiten eigentlich Überqualifiziert ist (meine Meinung), können sie auch solche Löhne wie die Mindestlohn Initiative es will bezahlen.

  2. Studentin sagt:

    Ich muss mir Studium (Erstausbildung!) und Leben komplett selber finanzieren. (Die Eltern leben von kleiner Rente.) Meine Monatskosten: Miete 1600.- KK 350.- Essen 200.- Unigebühren 90.-
    Ich mache keine Ferien und habe kein Handyabo, kein Sportclub, gehe nie zum Coiffeur, kein ÖV-Abo, nur ein altes Velo. Weil ich wegen der Lebenshaltungskosten so viel nebenbei arbeiten muss, verzögert sich mein Studium um 3-4 Semester. Toller Start ins Erwerbsleben… Mit 2500.- bedingungslosem Grundeinkommen bis zum Abschluss wäre ich schon glücklich.

    • Lena Bosshard sagt:

      Ich nehme an, Sie haben Ihren Anspruch auf Stipendien bereits geprüft, ansonsten sollten Sie das dringend tun. Ich finanziere mir mein Studium (Erstausbildung) ebenfalls selbst, allerdings habe ich etwas kleinere Ansprüche an Wohnung und Krankenkasse: Miete 700.-, KK 210.-, Essen 300.-, Unigebühren 120.-, ÖV 80.-. Mein WG-Zimmer liegt zwar nicht in der Stadtmitte, dafür bezahl ich nicht 1600.- Miete. Ich arbeite 40%, verdiene ca. 2000.- und komme gut damit durch. Es liegt mir fern, mich darüber zu beklagen. Als Student muss man halt während des Studiums etwas knapper durch, dafür hat man später bessere Aussichten auf einen gut bezahlten Job. Dass sich das Studium für Werkstudenten etwas verlängert, sehe ich ebenfalls nicht als Problem. Dafür hat man mehr Arbeitserfahrung als ein Student, welcher alles von den Eltern bezahlt bekommt und es nicht nötig hat, nebenher zu arbeiten. Was sind 1-2 Jahre schon gerechnet auf die 35-40 Jahre, die man nach dem Studium noch arbeitet? Und sowieso, es gibt kaum einen Studentenjob, bei dem man weniger als 22.- pro Stunde verdient. In diesem Bereich wird der Mindestlohn also schon heute bezahlt. Umso stossender ist es, dass Menschen, die Vollzeit und hauptberuflich arbeiten, keine 4’000.- verdienen!

      • Stefan Fischer sagt:

        Habe mich auch gerade ziemilch gefragt: 1600.- für Miete?!? Wenn ich dann die 90.- pm. Studiengebühren sehe heisst das GE oder NE, alle anderen sind deutlich teurer. Selbst in GE (oder ein klein wenig ausserhalb) kann man aber für nicht mal die Hälfte in einer WG wohnen. Auf GE deutet auch die KK, aber auch da gibts günstigere. Sport gäb’s über die Uni, fast umsonst.
        Zum Grundeinkommen: mit 2500.- pm. würde ich regelmässig in die Ferien fliegen…

        Andererseits stimmt es definitv auch nicht, dass es “kaum einen Studentenjob, bei dem man weniger als 22.- pro Stunde verdient” gibt: Gastro, Promos und regelmässig “Praktika”. Für Militärdienst (Sdt., während dem Semester nicht arbeitend) erhält man übrigens auch nur knapp über 60.-/d.

        • Lena Bosshard sagt:

          Bei Promos verdient man in der Regel 22-24.-, ebenso bei Telefonumfragen u.ä. Im Gastrobereich liegt der Lohn wohl tatsächlich auch für Studenten tiefer. Ich muss allerdings ehrlich sagen, ich kenne kaum Kommilitonen, die für weniger als 22.- arbeiten. Gerade Werkstudenten finden oft anständig bezahlte Jobs, weil sie mehr arbeiten und damit auch bessere Jobs erhalten. Und erst noch Jobs, die man mit gutem Gewissen auch in 20 Jahren noch im Lebenslauf aufführen kann. Die “Praktika” sind wieder eine Sache bzw. ein Unding für sich, welche(s) sich leider auch mit der Mindestlohninitiative nicht lösen lässt.

    • S. Meier sagt:

      Krankenkasse ist viel zu teuer, bin Mitte 40ig und bezahle nur ca 130….

    • Pat sagt:

      Ich habe auch keine gute Lösung für diese Situation parat, aber ich sehe, dass ein grosser Einsatz dabei ist und auf vieles verzichtet werden muss. Diesen Einsatz finde ich wirklich beispielhaft! Hut ab und weiterhin alles Gute! Nach dem Studium wird sich die Situation hoffentlich schnell bessern!

  3. Bänziger sagt:

    Also wirklich schlecht verdienen eigentlich nur all die armen CEO’s. Die tragen soviel Verantwortung, welche sie gar nie übernehmen! Also Lohnerhöhungen sind nur für dieses eine % zu leisten, bei gleichzeitigem totalen Steuerpflichterlass!!!!!!

  4. Josef Anton sagt:

    Die Diskussion vernachlässigt die ökonomischen Zusammenhänge. Wir leben zunehmend in einer Plan- und Vetternwirtschaft, wobei die regulierte Demokratie durch die Grossfirmen zwecks Bereicherung des Kaders und zulasten der Allgemeinheit durch entsprechende Beeinflussung (Lobbying, Regulierung) masslos ausgenutzt wird. Der Lohn in diesem Wirrwarr ist einzig einer der Faktoren.

    Der Lohn orientiert sich nicht daran, inwiefern man damit ein gutes Leben führen kann oder nicht, sondern einzig und alleine daran, inwiefern der Konsument (wir alle) bereit sind für die offerierte Dienstleistung oder das offerierte Produkt zu zahlen. Wenn das Produkt/die Dienstleistung die Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten gut befriedigt, steigert sich die Nachfrage und die daraus erwirtschafteten Löhne steigen. Ebenfalls ist es nicht verwerflich, wenn ein junger Mensch zwecks Aneignung von Fähigkeiten, zur Erreichung eines besseren Lebens in der Zukunft, einzig mit Kost und Logie entschädigt wird. Die durch den Staat nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegten aufgelegten Programme haben eine Anspruchshaltung der Bevölkerung produziert, welche über die kommenden Jahre schrittweise zerstört werden dürfte.

    Die Festlegung eines Mindestlohns zementiert einzig den gegenwärtigen Status Quo noch weiter, denn das Problem liegt anderswo.

    • Sämi Amstutz sagt:

      Aber der Lohn ist der einzige Faktor, der wirklich zählt. Von ihm hängt nämlich ein grosser Teil des menschlichen Wohlbefindens ab.
      Schauen Sie sich mal die Produktivitätskurve der letzten 30 Jahre an. Sie werden feststellen, dass sie stetig aufwärts ging. Im Gegensatz zu den Löhnen. Erzählen sie hier also keine wirtschaftlichen Binsenwahrheiten und behaupten dann, das Problem liege daran, dass der Konsument dem Arbeiter nicht genug zahlen will. Das Problem ist, dass das erwirtschaftete Geld vom oberen Prozent abgeschöpft wird. Sämtliche Zahlen belegen das.

    • Janine Meier sagt:

      “Der Lohn orientiert sich nicht daran, inwiefern man damit ein gutes Leben führen kann oder nicht, sondern einzig und alleine daran, inwiefern der Konsument (wir alle) bereit sind für die offerierte Dienstleistung oder das offerierte Produkt zu zahlen.” Das stimmt so nicht ganz. Die meisten Leute sind Arbeitnehmer. Ihren Lohn bestimmt der Arbeitgeber, der in vielen Fällen einen grossen Gewinn einsackt und dafür schlechte Löhne zahlt. Der Lohn des Arbeitnehmers steigt also nicht zwangsläufig, wenn der Konsument mehr zu zahlen bereit ist. Der Arbeitgeber hat zu viel Macht und es gibt zu viele schlecht ausgebildete Arbeitnehmer. Deshalbt muss unbedingt mehr in die Bildung investiert werden. In der Realität hingegen fällt die Bildung gerade in diesem Jahr in vielen Kantonen ambitiösen Sparmassnahmen zum Opfer. Ich bin mit Ihnen einig, dass das Problem ein sehr komplexes ist und nicht einzig mit der Mindestlohninitiative gelöst werden kann. Doch sie ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

    • Josef Anton sagt:

      Ich erklärte klar, warum die normalen wirtschaftlichen Zusammenhänge verzerrt sind, was zu diesen Ungleichgewichten führte. Der grundliegende Fehler liegt in der seit vielen Jahren schleichenden Entwertung von Währungen, welche dadurch die Kosten des Kapitals verzerrt und zu nicht nachhaltigen Entwicklungen führte.

      Eine tiefergreifende Abhandlung können Sie hier finden:
      http://etwasanderekritik.wordpress.com/2014/03/08/wenn-menschen-zu-ratten-werden/

      • Sämi Amstutz sagt:

        Herr Anton: Ob ein frühpensionierter Banker und Verteidigungsberater der Saudis, der heute allen Ärzte misstraut wirklich das Mass aller Dinge ist?

        Wenigstens macht er sich eigene Gedanken, aber seine Bauernmarkt-Analogien sind heute nicht viel wert. Und am Schluss ist natürlich wie immer der Staat (Zentralbanken) schuld. Sorry, aber die ZB der CH ist noch für ca. 10 Prozent des im Umlauf befindlichen Geldes verantwortlich. Die restlichen 90% werden von Privaten Banken nach Lust und Laune gedruckt. Nicht einmal gedruckt, sie werden einfach als Zahlen in einen Computer getörggelt, et voilà, neues Geld!

        Ich gebe Ihnen recht, dass die grundlegenden Probleme anderswo liegen. Aber seien wir ehrlich: bis sich dermassen eingespielte Abläufe ändern braucht’s Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte. Und die heutigen Tieflohnempfänger damit zu vertrösten ist übelste Augenwischerei.

  5. Daniela Böhlen sagt:

    Ich arbeite seit 29 Jahren im Gastgewerbe im Service. Davon 22 Jahre im gleichen Betrieb. Ich arbeite 80% und bekomme netto cirka 2600Fr inkl Ausbildungszulage für meine Tochtef! Bin Alleinerziehend.Ferien sind ein Fremdwort für mich ! Wer gegen den Mindest Lohn von 4000 ist sollte mal ein halbes Jahr wie ich leben

  6. Peter Ringger sagt:

    Immer wieder wird argumentiert, dass tiefere Lebenskosten, also Preise, auch tiefere Löhne rechtfertigen. Wenn dem so wäre, dann müsste ja fairerweise umgekehrt ebenfalls ein Schuh draus werden. Also müssten Wenigverdiener auch ein Recht auf tiefere Preise haben. Ich würde mal gerne die Reaktion eines Autohändlers sehen, wenn ich sage, dass ich nur 60% des Durchschnittslohns verdiene und darum 40% Rabatt auf das Auto will. Die meisten Preise sind in der ganzen Schweiz gleich, Ausnahmen gibt es nur wenige. Darum bitte auch überall gleiche Löhne. Ob es mindestens 4’000 sein muss, kann man diskutieren, aber Dumpinglöhne unter 15 Fr. Stunde gehören jetzt endlich verboten!

    • diva sagt:

      der meinung bin ich auch. für mich wird weder die milch im supermarkt noch der zahnarzt, noch krankenkasse billiger, nur weil ein working-poor bin. die einkommen und die ausgaben passen längst nicht mehr zusammen. am krassesten ist das bei den mieten. selbst wenn ich auf allen luxus verzichten will, zahle ich 2000 franken im minimum für eine 3 zimmer-wohnung. das ist die hälfte meines lohnes! aber auch der, der fünf oder sieben tausend verdient, zahlt für die gleiche wohnung gleich viel… warum? warum zahlt derjenige auch gleichviel oder gleichwenig für die krankenkasse? für’s trambillet?
      dass vielleicht weniger, der betreibungsauzug sondern der lohnausweis darüber entscheiden sollte, ob man dieses oder jenes bekommt. das wäre auch bei sogenannten börsen (egal ob kleider oder sonstwas) angezeigt oder auch bei brockenhäusern. wie oft habe ich schon gutverdienende sich brüsten gehört, wo sie überall ihre schnäppchen machen. wer gut verdient hat eine soziale verantwortung und wenn er die nicht von sich aus wahrnimmt, muss sie ihm halt verordnet werden. aus die maus!

  7. Alberto La Rocca sagt:

    “Er zeigt, dass vor allem Junge schlecht entlöhnt werden.” – “Er” könnte jedoch auch zeigen, dass die Bereitschaft der Arbeitgeber, Tieflöhner anzustellen mit zunehmendem Alter der Arbeit nachsuchenden Person abnimmt. Ähnliches dürfte auch für “Überqualifizierte” gelten, also die Unmöglichkeit, nach dem Erreichen beruflicher Qualifikationen eine Arbeit in einem Tieflohnsegment zu erhalten, auch wenn sich mit den Qualifikationen keine Arbeitsstelle (mehr) finden lässt …

    • Janine Meier sagt:

      Was mich am Artikel stört, ist, dass unerwähnt bleibt, dass bei den Jungen, den 15- bis 24-Jährigen, ein viel geringerer Teil überhaupt arbeitstätig ist als bei den älteren Altersklassen. Da fällt es natürlich stark ins Gewicht, dass jemand direkt nach der Lehre ohne Arbeitserfahrung schlecht verdient. Tatsächlich sind unter den Leuten, welche heute weniger als 4’000.- verdienen, 77% über 25 Jahre alt sind! Denn die 23% schlecht verdienenden Jungen gehen später unter in der Masse ausgebildeter Berufsleute, Studenten etc., welche mit 20 (Berufsleute) oder 25 (Studenten) neu in den Arbeitsmarkt eintreten und oft gut verdienen. Zudem kann ich mir vorstellen, dass gerade junge Frauen, welche schlecht verdienen, vorübergehend ganz aus dem Arbeitsleben ausscheiden und Hausfrau werden. Diese tauchen dann erst in der Statistik der über 40-Jährigen wieder auf. Durch die Mindestlohninitiative wird dieses verschenkte Potential, beispielsweise die ausgebildeten Coiffeusen, welche dem Arbeitsmarkt früh den Rücken zuwenden, besser genützt.

  8. Erwin Sigrist sagt:

    Drogistinnen brauchen eine Sekundarschulbildung (ich glaub heute heisst dies Sek A) und absolvieren dann eine 4-jährige Lehre. Und der Lohne beträgt ungefähr diese in der Initiative geforderten 22.-/Std. Da ist doch jede bzw. jeder dumm, wenn er eine Ausbildung macht die ihm bzw. ihr danach nicht mehr Gehalt einbringt, als wenn er/sie einer Tätigkeit nachgeht, welche keine besonderen Kenntnisse erfordert. Dann könnte er/sie nämlich bereits 4 Jahre vorher ins Berufsleben einsteigen, und könnte sich die 4 Jahre Arbeit zum Lehrlingslohn ersparen.

    • Walter Reiser sagt:

      Nach Ihrem Argument sind Drogisten/innen bereits heute “dumm”, denn sie können ungelernt an der Kasse bei Lidl arbeiten und mehr verdienen, als nach 4 Jahren Lehre.

      Glücklicherweise gibt es noch andere Anreize sich zu bilden als Geld. Aber ich stimme mit Ihnen überrein dass unter 22.-/Std zu wenig ist für 4 Jahre Lehre. Deshalb braucht es den Mindestlohn!

  9. Bernhard sagt:

    Bin noch sehr unschlüssig. Einerseits finde ich, jede Person, die voll arbeitet, sollte damit über die Runden kommen können. Denn auch diese Tieflohnjobs für weniger gut qualifizierte Arbeitnehmer werden gebraucht. Andererseits ist die Gefahr einer Rationalisierung halt schon real. Und wenn nicht, dann wird der Konsument das höhere Lohngefüge bezahlen müssen. Das wiederum hätte zur Folge, dass der Mehrbetrag durch die Inflation wieder ausgeglichen wird. Und zuletzt: Würde dieser Mindestlohn auch für Nebenjobs gelten? Für Babysitter, Tagesmütter etc.? Ich weiss wirklich noch nicht, ob ich das will.

  10. Markus Kostezer sagt:

    Taxifahrer in St.Gallen auf Vollprovision für rund sFr. 1600.- / mt. mit Schichtbetrieb dazu. Ich hab’s zwei Jahre gemacht, beim Sprenger. Jede Anmahnung für eine Verbesserung wird abgelehnt mit dem ewigen Hinweis auf die “Besonderheit im Taxigewerbe”.

  11. Löffel sagt:

    Mir ist bekannt, dass eine Imbiss-Kette, im Zürcher Unterland, wohl um Fr. 3500.- verspricht, trotzdem knapp Fr. 200- bezahlt. Wer schaut da in die Bücher? Oder müsste von Beamtenbestechung gesprochen werden?

  12. Marco Affolter sagt:

    Chancenlos. Und für zukünftige, ähnliche Vorlagen gilt gar die Bezeichnung utopisch. Weshalb? Nun, das Problem liegt – wie könnte es anders sein – in der Mitte. Die Otto-Normal-Bünzli-Familie mit 80-90 K Einkommen (Einzelverdiener) merkt, dass ihm für einen typisch schweizerischen Lebensstil die Kohle fehlt. Und Jobs in dieser Bandbreite sind bereits recht anspruchsvoll und erfordern einen entspr. Bildungsrucksack. Folglich würde selbe Schicht wohl kaum zusehen wollen, wie ein Ausländerpaar ohne Abschluss gemeinsam 100 K generieren und es dank Sparen, Betreuung innerhalb des Freundeskreises dann zum Eigenheim bringt :-)…

    • Blanche Wu sagt:

      Ich sehe eher dasProblem, dass gewisse Branchen trotzdem Gewinne maximieren wollen und bei der Mindestlohninitiative einmal in Rationalisierung investieren und danach bsp. die Migros Kassiererin durch Roboter (self checkout) ersetzt werden. Dann hat nämlich dieser Mensch gar nichts vom Mindestlohn gehabt, sondern ist arbeitslos. Dasselber könnte man nämlich auch im Gastgewerbe machen, wie es uns bsp. das Vapiano vorlebt. Am Schluss an einer Kasse zahlen gehen. Die Kellner wurden dabei eingespart. Wollen wir denn so etwas? Ist das besser?

  13. Carmelo Di Stefano sagt:

    Bevor man ein “Nein” zur Mindestlohninitiative in die Urne wirft, sollte man meines Erachtens zuerst den Tagi-Artikel “Die Missverhältnisse bei der UBS” lesen, um sich eine umfassendere Meinung zu den Lohnverhältnissen in der Schweiz zu bilden.

    • H.Mattli sagt:

      Man sollte sich endlich lösen von wenigen extremen Ausschlägen. Fakt ist, dass die Mehrheit der Bankmitarbeiter normale Saläre verdienen. Dauernd auf den Eskapaden weniger rumzureiten zeugt von Neidkultur. Diese überlasse ich ehrlich gesagt Kleingeister.

  14. Moritz sagt:

    ob 300 oder 400 Tausend Betroffene, diese Zahl sollte im Verhältnis zu den übrigen Menschen stehen, welche durch eine Annahme der Initiative zum Zuge kommen werden. Ich behaupte, diese Zahl ist um ein Vielfaches höher. Liebe Redaktion des Tagis, diese Zahl müsst ihr publizieren und darüber schreiben. Die Initiative wird zudem zu mehr Selbständigkeit führen und zu mehr Schwarzarbeit. Weshalb? Ja, bitte recherchieren und dann berichten.

  15. R.E.Michel sagt:

    Dieser flächendeckende Mindestlohn macht keinen Sinn: erstens sehe ich nicht ein, wesahlb ein Lehrabgänger gleich wenig erhalten soll wie einer der keine Ausbilding gemacht hat – da muss es einen klaren Unterschied zu Gunsten des ausgebildeten geben. Zweitens mag in einem Bergtal im Tessin 22.00/Stunde viel Geld sein (evt. zu viel) aber in Grosssätden (z.B. Genf, Basel, Zürich) eher unterdurchschnittlich. Der Mindestlohn müsste von den Lebenshaltungskosten (z.B. Miete, KK, Steuern) abgeleitet und berechnet werden.

    • Janine Meier sagt:

      Die Mindestlohninitiative berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in verschiedenen Regionen der Schweiz sehr wohl. Es steht den Kantonen frei, einen eigenen Mindestlohn festzulegen, solange dieser nicht unter 4’000.- liegt.

  16. Brigitte sagt:

    Alle, welche den Mindestlohn ablehnen, sollten sich überlegen und ausrechnen, wie sie mit einem 100 % Job und einem Lohn von weniger als Fr. 4’000.- bei den heutigen hohen Mieten und Krankenkassenprämien leben würde und dazu noch eine Familie ernähren und dann erst noch die Steuern bezahlen sollten. Vielleicht würde das die Sicht etwas ändern. Würde mich wundern, wie sie sich dabei fühlen würden. Jeder Job verdient es, anständig bezahlt zu werden.

    • Noé sagt:

      Da sind sie illusioniert worden von falschen Worten. Das ist sowas von blöd.
      1. jeder hat es selbst entschieden, wie er Karriere macht
      2. jeder der eine eigene Firma hat (Kleinbetrieb), überlegt sich zu schliessen
      3. in meinem Kollegenkreis habe ich einige, die unter 4000.- verdienen, und dies auch so wollen, andererseits gäbe die Stelle, die Ihnen Freude macht, nicht.
      4. überlege ich 2x jemanden einzustellen, bei einer Selbstständigkeit/Startup/Firmengründung –> Man kann es wirklich nicht leisten.
      5. Wer will dann schon einen Schulabschluss, wenn er weiss, bei einem bescheidenen Lebensstil soooo viel zu verdienen.

      Und vergessen sie die ganzen Abzüge und Zulagen bei Familien nicht.

    • Fassungsloser sagt:

      …und sich 3x im Jahr Ferien in der Südsee leisten und 2 Autos haben und und und… ja, dies geht alles nicht.

      Ihr bringt immer dasselbe Beispiel mit dem schlechtestverdienenden Grossfamilienernährer. Der Mindestlohn wäre aber für alle gültig und es gibt tausende von NICHT-Vätern, die mit weniger als 4000 Stutz gut über die Runden kommen, aber deren Qualifikation keinen 4000er rechtfertigt und darum zu Problemen bei der Stellensuche führen wird.

      Jetzt erklären SIE mir mal, wie ICH dann nach Annahme der Mindestlohninitiative mit 0 Franken monatlich über die Runden komme! Es gibt nicht nur Familienväter in diesem Land, Brigitte!!!

    • Roth sagt:

      Vielleicht sollte zuerst Zeit in die Ausbildung und dann in die Familienplanung investiert werden! Das wurde das Problem lösen.

  17. Hans Gruber sagt:

    Mindestlohn und Ecopop. Juhu EU wir kommen, schneller als die Linken “Beitritt” buchstabieren können….
    (Wer Ironie hier findet, darf diese gerne behalten)

  18. Beat Aufdenblatten sagt:

    Man muss berücksichtigen, dass die Lebenshaltungskosten im Tessin tiefer sind, so kostet beispielweise ein Liter Benzin rund 10 % weniger als in der Region Zürich.

    • Mag das Benzin wie auch die Krankenkassen im Tessin etwas billiger als in gewissen Kantonen sein, rechtfertigt das noch lange nicht die tiefen Stundenlöhne. Wer im Tessin eine mehrköpfige Familie zu ernähren hat, ist mit denselben Kosten für Ernährung, Wohnen, Kleidung, Ausbildung, Freizeit, Konsum allgemein konfrontiert wie in der übrigen Schweiz, davon sind auch die Bergtäler nicht ausgeschlossen.
      Ich habe wirklich Mühe mit der Deutschschweizer Mentalität, die annimmt, dass Sonne und Natur für ein finanziel sorgenfreies Leben reichen und ein Bergbauer ja reichlich davon hat.

      Franziska Gyöngy, Intragna

    • vonarx beat sagt:

      ja, aber mit solchen Löhnen leistet man sich kein Auto. So fallen die Benzinpreise ganz weg.
      Bei anheben der Tiefstlöhne steht wieder mehr abzocker Futter für die gut verdienenden
      zur Verfügung. Soft Drinkhersteller, Vermieter und Handy Provider wirds freuen.

  19. Leila sagt:

    Mir fehlt die Berücksichtigung der Lebensphase in dem drin. Als Studentin “armer” Eltern musste ich mir mein Studium weitgehend eigenständig finanzieren und träumte von Beträgen in der Grössenordnung der Mindestlohninitiative. Ich lebte in WG’s, ging in den Ferien mit Velo zelten (und arbeitete natürlich), lebte wie viele meiner Peers sehr einfach und günstig und vermisste aber wenig. Peers, welche eine Lehre machten und arbeiteten, gingen zu der Zeit anders in Ausgang und Ferien wie ich. Braucht ein junger Mensch tatsächlich 4000 Fr im Monat – die er dann möglicherweise nicht für später spart, sondern für Kleider, Ausgang und teure Ferien ausgibt?
    Heute verdiene ich einen anständigen Lohn, den ich als teilzeitarbeitende Mutter zweier Kinder grösstenteils für die Kinderbetreuung und zusätzlichen Steuern ausgebe. Wie man als z.B. vierköpfige Familie mit 4000 Fr / Monat oder weniger auskommen soll, kann ich mir nicht vorstellen. Da ist aus meiner Sicht Handlungsbedarf angesetzt, nicht bei den jungen Menschen.

    • Noé sagt:

      Der Ausbildungsweg war Ihre Entscheidung. Aber dann muss ich Sie fragen, wieso man bei 4000.- Monat alles haben will und dazu noch 2 Kinder… Stellen sie sich das vor, es klappt bei meinem Arbeitskollegen.

  20. Hans Müller sagt:

    Betreffen würde es alle, in Form von steigender Inflation, womit die Wirkung der Mindestlohninitiative schnell wieder weg wäre. Sollte die Inflation gering ausfallen, dann wird einfach die Arbeitslosigkeit im Tieflohnsektor steigen.

  21. Franziska sagt:

    Vorschlag für die Politiker(die wahrscheinlich nicht mit 4000.- über die Runden kommen müssen..)
    Wie wäre es, wenn mal endlich die Mietzinse für Wohnungen auf ein erträgliches niveau gesenkt werden müssten?? Dann würde sich eine solche Debatte erübrigen! Wie soll man als alleinstehende Person am ende des Monats noch was zurücklegen, selbst wenn man etwas mehr als diese 4000.- verdient! nicht alle möchten irgendwo im Stadtghetto wohnen…

    • Eni sagt:

      Ich habe 2 Kinder, bin allein Erziehend und habe ein Einkommen von auch nur etwas über 4000.-. Wenn Sie als Einzelperson damit nicht auskommen können, haben Sie tatsächlich ein Problem mit Geld einteilen.

    • Blanche Wu sagt:

      Franziska: Als alleinstehende Person mit einem Lohn von 4000 CHF KANN man etwas auf die Seite legen. Dann hat diese Person ihr Budget nicht im Griff, geht jeden Tag in den Ausgang, Ferien, etc.

      Man kann sich sogar ein Auto leisten wenn es sein muss. Aber man muss seinen Lebensstil enorm ändern, kann aber trotzdem glücklich sein. Selber mit 2700 CHF zu zweit gelebt und bin nicht verhungert…man ass halt nicht jeden Tag Fleisch und der Ausgang beschränkte sich auf alle zwei Wochen Kino.

      Alleinstehende Personen haben definitiv oft zu hohe Ansprüche und sind selber Schuld wenn sie nicht durchkommen. Ich habe kein Mitleid mit Personen die 4000 CHF verdienen und es alleine nicht schaffen. Sorry.

  22. Hans Maag sagt:

    Bei einem Ja wird folgendes geschehen: Die Löhne von Ungelernten, aber auch von Gelernten in unrentablen Gewerben werden langfristig auf Fr.4000 blockiert. Generell werden Lohnerhöhungen hinausgezögert. Unrentable Arbeitsprozesse werden automatisiert oder ins Ausland verschoben. Bauernbetriebe stellen auf weniger arbeitsintensive Produkte um. Ausländische Firmen werden abhauen und Arbeitslose hinterlassen, was zu einer generellen Steuererhöhung führt. Vorteile bei einem Ja: Gemeinden und Kantone werden die Arbeitslosigkeit bekämpfen, indem sie diverse neue Stellen für Sozialarbeiter und Psychologen schaffen um die Leute, die ihren Job verloren haben zu begleiten.

  23. Zoe sagt:

    Wie bereits erwähnt, es sieht nicht nach einem Problem aus. Nach der Lehre verdient man nun mal weniger wie mit 30-60 Jahren. Sollte ja auch so bleiben. Es macht einem hungrig nach Mehr und man leistet etwas. Ansonsten wird die Steigerung länger befriedigen als der Einstieg auf einem hohen Level.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Naja, es ist m.E. gerechtfertigt zu hinterfragen, warum man mit zunehmendem Alter mehr verdienen muss. In welchem Lebensabschnitt hat man die grössten Aufwände? Wohl als Familie mit Kindern und grösseren Bedürfnissen bei der Wohnfläche. Oft hat man mit 50gi eine viel zu grosse Whg. Kenne Leute in diesem Alter, die ihre Ansprüche im Laufe der Jahre dermassen nach oben geschraubt haben, dass ich mich echt frage, was das soll. Da könnte man auch zurücklehnen, abbauen, weniger arbeiten und die Zeit geniessen. Muss ja wirklich nicht in einem der beiden geerbten Ferienhäuser sein oder Weekend für Weekend in Übersee. Und den aktiven Familienmüttern und -vätern einen anständigen Lohn gönnen.

      • Moritz sagt:

        CHF 3’650 hatte ich nach meiner Lehrabschlussprüfung 1989 verdient. Der Mindestlohn soll jetzt CHF 4’000 sein. Finde ich richtig. Damals hatte eine 2.5 Zimmerwohnung nicht CHF 2’550 gekostet. Diese war für CHF 1’200 zu haben. (Vor der Wohnungsnot in den 90gern) und der Kaffe und alle übrigen Güter kosteten auch nicht die überteuerten Preise. Ich habe grad ein Buch im OF gekauft. Preisekleber CHF 16.90. Dann habe ich den weggenommen. Europreis für Deutschland und Österreich EU 8.95. Am Wechselkurs kann es nicht liegen. Vielleicht hat es was mit der Gier und den hohen Preisen generell zu tun. Deshalb Mindestlohn JA.

        • Blanche Wu sagt:

          Auf dem Land zahlen Sie nicht 2500 für eine zwei Zimmerwohnung, sondern kommen zwischen 1000 – 1500 durch. Aber wenn man zwingend in der Stadt wohnen muss…Es sind auch die eigenen Ansprüche die zu hoch sind. Oder etwas nicht?

          • Fritz Hofer sagt:

            Selbstverständlich kommen Sie auf dem Land mit 1500 Franken für eine 2.5-Zimmer-Wohnung durch – Moritz hat ja auch nichts anderes behauptet. Was er behauptet hat ist, dass die Wohnungspreise am selben Wohnort in den letzten Jahren massiv gestiegen sind, unabhängig davon, ob auf dem Land oder in der Stadt; oder aber, dass sich die Löhne diesen massiven Steigerungen nicht angepasst haben. Stadt / Land – das ist gar nicht zentral bei seinem Argument.
            Sehen Sie, Frau Wu, man sagt dass eine Miete 1 / 3 des Monatslohns nicht übersteigen sollte. Selbst wenn Sie von 1300 Franken für eine Wohnung auf dem Land ausgehen würden, bräuchten Sie nicht weniger als 3900 Franken pro Monat (brutto), um sich diese zu finanzieren. Mit anderen Worten: Sie können wohnen, wo Sie wollen, mit weniger als 4000 Franken pro Monat kommen Sie letztlich kaum durch. Deshalb denke ich nicht, dass die Ansprüche von Moritz (oder jeder anderen Person, die seine Meinung vertritt) zu hoch sind.
            Für mich und Sie ist es einfach, über zu hohe Ansprüche zu sprechen – offenbar geht es Ihnen ökonomisch genauso gut wie mir.

  24. Martin sagt:

    Tja the American Way of Life hat uns nun eingeholt!

    • Enzo Coloni sagt:

      Ist es “swiss way of life”, ohne abgeschlossene Lehre gleich viel zu verdienen, wie jemand, der eine Lehre gemacht hat?
      ist es “swiss way of life”, die Mindestlöhne zu erhöhen und damit die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen abzuwürgen und/oder diese Tätigkeiten auf den Schwarzmarkt zu drängen – ohne Sozialleistungen (was notabene wieder die ehrlichen Geringverdiener mit Berufsabschluss benachteiligen würde) ?
      wer mit 16 lieber messersticht und seinen Körper stählt, muss nicht mit 30 über tiefe Löhne jammern!

      • Christian Zahnd sagt:

        Hast Du Dir die Grafik / Statistik angeschaut? Gehen wir einmal davon aus, dass diese stimmt. Grösstenteils ist das Tessin betroffen, grösstenteils sind es Ausländer, grösstenteils sind diese ohne Lehrabschluss, mit 50% oder weniger Beschäftigungsgrad und junge Menschen (19 – 24). So jemand VERDIENT ES NICHT, 4000 Franken im Monat zu erhalten. Ich habe frisch nach KV Lehre (19-jährig, 100% angestellt) auch keine 4000 verdient, dass ist noch gar nicht so lange her. Ich hab’s sehr gut überlebt! Warum soll jetzt irgend jemand (egal, welcher Nationalität) ohne Ausbildung mind. 4000 erhahlten? Das System funktioniert so nicht. Ich sag’s auch hier gerne wieder einmal. Wer was erreichen will, muss den Finger raus nehmen, sich in den Hintern klemmen und was dafür tun. Es wird einem nichts geschenkt. Klingt komisch, ist aber so.

      • Martin Wüthrich sagt:

        Ein sehr interessantes Bild dass sie da von ihrem Mittmenschen haben.

      • Roger sagt:

        Ich glaube kaum, dass die Tätigkeiten im Tieflohnbereich einfach abgewürgt werden können. Denn eine Putzfrau ist in einem Krankenhaus sehr wichtig. Dem besten Arzt werden die Patienten wegsterben, wenn das Krankenhaus nicht mehr gereinigt wird. Diese Stelle kann man auch nicht auslagern.
        Ausserdem sind nicht alle 16-jährigen Messerstecher, nur weil einer davon öfters mal in der Zeitung erwähnt wird. Hier verwechseln Sie etwas, Herr Coloni.
        Und eine Coiffeuse mit abgeschlossener Lehre verdient heute 3800.–, worin besteht der Anreiz, diese Lehre überhaupt zu machen, wenn es nur um das Geld geht? Meines Wissens hat es immer noch recht viele Coiffeure, die ihren Job als Berufung sehen und nicht als Tätigkeit.

        • Blanche Wu sagt:

          @Roger: sind Sie bereit mehr für den Coiffeur zu bezahlen? Wohl kaum. Also woher nimmt nun ein Coiffeur mit 4 Angestellten plötzlich mehr Geld her? Wenn er die Preise erhöht, dann geht der Kunde zur Konkurrenz, der es sich leisten kann.
          Bitte zu Ende denken. Ach ja und nicht bei allen Coiffeurbetriebe ist der Chef ein Abzocker und saugt die Angestellten aus. Nein, er kann einfach nicht höhere Löhne zahlen, da Ladenmiete, etc, etc. hinzukommen was auch teuer ist.

      • Moritz sagt:

        @ Martin. Was hat das mit “the american way of life” zu tun? Im Gegenteil. Wir wollen ja einen Mindestlohn. Zudem haben wir soziale Einrichtungen wovon die USA nur träumen können. Die bringen ja nicht mal eine Krankenversicherung zustande.
        @Enzo. Lohnniveau zwischen unterschiedlichen Branchen können nicht verglichen werden. Aber das Einkommen kann sich richten nach den ortsüblichen Lebensunterhaltskosten. Abgesehen davon dürfen Sie auch ihre Haare selber schneiden oder zu einem günstigeren Anbieter gehen, falls zu teuer. Und die Post hat eben einen dreistelligen Millionengewinn ausgewiesen. Also genügt das auch, den Postboten einen Mindestlohn von CHF 4’000 zu bezahlen. Etc…

      • Stefan Fischer sagt:

        Eines der Hauptargumente der Gegner ist gerade, dass der Mindestlohn das gesamte Lohngefüge anheben würde, da eben diejenigen mit Ausbildung entsprechend mehr Lohn verlangen.
        Auch die Nachfrage würde nicht “abgewürgt”, höchstens ein klein wenig gedämpft; es käme viel eher zu einer neuen Verteilung der Produktivitätsgewinne, welche in den letzten bald 30 Jahren praktisch ausschliesslich den Arbeitgebern/Kapitalbesitzern zugute gekommen ist.

        Sie haben keine Ahnung von der Materie Hr. Coloni!

  25. Zwahlen Beat sagt:

    Die Schweiz wird immer, als Hochpreisinsel dargestellt und die “Mächtigen” in Bern verhindern alles um den Markt zu öffnen. So werden die Reichen immer reicher und die dummen sind die Sklaven, die für ein Butterbrot arbeiten. Hat man kein Geld kann man auch nichts kaufen. Hätte man 2008 die Bank UBS pleite gehen lassen und die 50 Milliarden an die schweizerische Bevölkerung verteilt, so wäre die Kaufkraft massiv gestiegenen und ein unvorstellbarer Kaufboom hätte die Wirtschaftsleistung um 15% angehoben.

    • Stefan Hess sagt:

      Nur hat die UBS Rettung Bund und SNB letztlich nichts gekostet (im Gegenteil) und die UBS Mitarbeiter haben noch eine Stelle und zahlen weiterhin Steuern. Ich gehe davon aus, dass dies nachhaltiger ist für die Kaufkraft (oder den Konsum) als eine einmalige Ausschüttung von etwa 7’000 pro Kopf, ganz zu Schweigen vom grossen Effekt auf unsere Staatsfinanzen.

      • Roger sagt:

        Die UBS selber zahlt aber keine Steuern, dafür grosszügige Boni an das Kader. Die Tieflöhner müssen erneut verzichten. Das sollte einem aber schon Gedanken machen, oder nicht? Wenn es oben so gut reicht, warum dann unten überhaupt nicht?

        • ernst meier sagt:

          Und die ausgeschütteten Boni? Werden im Lohnausweis ausgewiesen. Bedeutet? Es werden zwar von der UBS direkt keine Steuern bezahlt aber indirekt durch deren Kader und normale Angestellte. Und was nicht ans Steueramt abgeliefert wird? Es werden Kleider, Autos, Restaurantbesuche, Häuser etc. gekauft. Darauf wird wieder die MWST erhoben und die Firmen, die damit Gewinn machen, müssen auch wieder Steuern zahlen. Klickt’s?

        • karlmax schmid sagt:

          Die Boni werden aber voll besteuert, in ZH, BE, GE, JU, über 50%, da hat die Allgemeinheit mehr davon als wenn wir In der ganzen CH zu hohe Mindestlöhne verteilen, z. B. an Grenzgänger im Tessin.

    • Enzo Coloni sagt:

      Die UBS hat einen gewaltigen Marktanteil unter den KMUs. Ein Zusammenbruch hätte bedeutet, dass viele Klein(st)betriebe nicht mehr an ihr Geld gekommen wären u/o deren Kredite per sofort fällig geworden wären – das wäre sicherlich schädlicher für die Wirtschaft gewesen.

      • Stefan Fischer sagt:

        Quatsch!
        1. gibt eine Einlagensicherung bis 20’000 CHF pro Konto
        2. können Kreditverträge nicht einfach so gekündet werden, sondern würden in die Konkursmasse übergehen

        Sie haben keine Ahnung von der Materie Hr. Coloni!

        • Alberto La Rocca sagt:

          😀 Derjenige, der glaubt eine Ahnung bzgl. Banken zu haben, weiss nicht, dass die Einlagensicherung Fr. 100’000.– beträgt. 😀 s. http://www.esisuisse.ch/faq.htm

        • karlmax schmid sagt:

          Fischer Sie auch nicht 1. gilt für Sparkonto und ist 100’000.- früher 30’000.-, aber nicht für Firmenkonti 2. Wenn die Bank pleite geht wird der Kredit geschlossen, machen Sie sich zuerst schlau!

  26. Rudolf Steiner sagt:

    Danke, aufschlussreicher Artikel. Im Grunde genommen wuerde ich die Initiative ablehnen, da der Betrag etwas zu hoch angesetzt ist. Wenn ich jedoch bedenke, wieviele Personen im mittleren und hoeheren Lohnsektor weit mehr verdienen, als es ihre Leistung rechtfertigen wuerde, so komme ich arg in Erklaerungsnot denjenigen Menschen gegenueber, welche keine 22 Franken in der Stunde verdienen.

    • Werni Weber sagt:

      Mal ehrlich, verdienen sie weniger als 22 Fr/Std., wie können sie dann behaupten dass dies, gemessen an den CH-Lebenskosten “etwas zu hoch angesetzt ist”?

      • Rudolf Steiner sagt:

        Ganz einfach, weil ich persönlich ohne jegliche Probleme mit 2500 Franken pro Monat durchkomme.

    • Andy Lang sagt:

      Deshalb wäre die 1:12 Initiative die bessere Lösung gewesen. Sie hätte die tiefen Löhne angehoben und die überbordenden gesenkt.

      • karlmax schmid sagt:

        @Lang, Vom Anheben der tiefen Löhne stand da gar nichts, da wären nur Aktien und Dividenden rum geschoben worden!
        Hingegen bei den Mindestlöhnen entsteht sicher ein Rattenschwanz von Lohnerhöhunge

  27. Luisa sagt:

    Was heute als “Vorteil” für die Wirtschaft erscheint, wird in wenigen Jahren schon als Bumerang zurückkommen, nämlich als Altersarmut, weil die AHV zu wenig ist zum Leben und bei vielen Teilzeiterinnen keine PK entsteht. Diese Altersarmut bezahlen die Gemeinden über die Fürsorge, d.h. der Steuerzahler – wobei die Reichen sich natürlich schön davonschleichen.
    Es ist ein zweischneidiges Schwert, diese Mindestlöhne. So oder so trifft es jene, die schliesslich – auch wieder so oder so – uns allen teuer zu stehen kommen.
    Ich würde meinen, dass die Wirtschaft gut daran täte, die Löhne zu erhöhen, damit deren Existenz und Gewinne weiterhin anständig u.existenzsichernd bleiben. Etwas mehr Bescheidenheit in den Chefetagen würde niemanden schmerzen, aber allen zu Gut kommen.

    • Zwahlen Beat sagt:

      Sehr gut geschrieben …

    • Thomas Müller sagt:

      Das Argument der Altersarmut passt vielleicht für Deutschland mit einer mittlerweile sehr ausgeprägten Tieflohnbranche, in der Schweiz ist Altersarmut aber statistisch gesehen nicht signifikant und nur noch in Einzelfällen anzutreffen.
      Der Verweis mit der Chefetage ist zwar sympathisch aber ebenfalls keine Hilfe. Die Bosse der Wäscherei, Coiffeur oder Kosmetiksalons verdienen auch nicht gerade übermässig. Die typischen Grossverdiener mit Millionen Salären arbeiten nicht in Branchen wo Tieflöhne bezahlt werden.
      Natürlich sollte die Wirtschaft so hohe Löhne wie möglich bezahlen, ein gesetzlicher Mindestlohn halte ich dabei aber eher für schädlich.

    • Leo sagt:

      Genau. Luisa. 10% Lohnerhöhung für die obersten Gehälter geht als Minimum durch, 1% für die untersten ist unbezahlbar. Dabei “nur” 2% für die Obersten und 5% für die Untersten käme billiger und würde mehr Konsum und Steuereinnahmen bewirken. Die Untersten versteuern nämlich zwangsmässig alles, die Obersten “freiwiliig” ein Trinkgeld, mit dem Rest schleichen sie davon und lassen die Schulden den Habenichtsen. Profiteren aber sehr gerne und mit voller Hand von den Habenichtsen.

  28. Ronnie König sagt:

    Der Mindestlohn ist natürlich das Schreckgespenst aller die nicht wissen was fair und korrekt ist, meinen es gäbe immer Wachstum, aber die Nachhaltigkeit nicht pflegen! Wie will man wachsen, wenn der potenzielle Kunde kein Geld mehr hat und die Allgemeinheit immer mehr über die Sozialwerke belastet wird? Die Rechnung geht auf Dauer nicht auf. Selbst in den USA oder Deutschland erkennen Ökonomen, dass zu viel Ungleichgewicht das System aus den Fugen gerten lassen, der gesellschaftliche Kitt bröckelt. Die Steuersünder machen klar, dass es so nicht weiter gehen kann. Die Allgemeinheit könnte in Zukunft zu drastischeren Mittel greifen, die noch viel mehr schaden, als 1:12 oder Ecopop. Dann nützt den Reichen alles Geld nur wenig. Dies lehrt die Geschichte. Selbst Boden kann man verlieren. Einsicht und Fairness sind billiger.

    • Jonas Reich sagt:

      Ich finde, dass der gut ausgebildete Berufsmann viel zu wenig verdient im Vergleich zu einem Ungelernten. Ein derart hoher Mindestlohn würde dieses Missverhältnis noch vergrössern.

  29. Hans Schweizer sagt:

    Grundsätzliche Frage zur Methodik: wie werden die Doppelpass-Schweizer/Ausländer gezählt: als Ausländer, als Schweizer? Nach welchen Kriterien? Weiss man überhaupt, wer einen Doppelpass hat? Hier geht es ja um Statistiken, die wohl (z.T.) vom Arbeitgeber erstellt werden. Die Nationalität wird beim Stellenantritt erfasst, danach wird die Angabe nicht mehr gepflegt, selbst wenn sich jemand einbürgert. Das gäbe dann einen erhöhten Ausländeranteil (obwohl diese Ausländer (auch) Schweizer sind). Umgekehrt: wenn ein Arbeitnehmer die Einbürgerung meldet, dann ist er in der Statistik nur noch Schweizer, auch wenn er den ausländischen Pass behält -> das gibt dann einen erhöhten Schweizeranteil, obwohl in dieser Frage hier (Tieflohn) das Kritierium der ausländischen Nationalität wichtig sein kann (Sprache, Ausbildung).

  30. markushamster sagt:

    die initiative wird sowieso abgelehnt. der schweizer hat schon den nerv gehabt mehr ferien abzulehnen da wird er sich sicher nicht mehr lohn bezahlen wollen. ständig über die abzockergehälter der manager fluchen aber am anderen ende würde er nicht auf die idee kommen die löhne auf lächerliche 22 franken anzuheben. man zeige mir eine firma in der schweiz die sich 22 franken für einen job nicht leisten kann. aber so ist der schweizer, er lässt sicher gerne ausbeuten, damit er abends wieder fluchen kann. hätte er ein schönes leben – er wüsste ja gar nicht was damit anfangen.

    ps: die grafiken werden in firefox nicht dargestellt. falls diese leeren flächen grafiken sein sollen.

    • Marc Brupbacher sagt:

      Bitte Firefox aktualisieren und erneut versuchen. Bei mir funktioniert es. Es dauert allerdings einen Moment, bis alle Grafiken geladen sind. Beste Grüsse.

  31. Andrea sagt:

    Diese Zahlen können niemals stimmen!!!
    Caritas hat vor Jahren schon Zahlen von “Working Poor” veröffentlicht. In etwa 900.000 Working Poor. Leute die mit ihrem Einkommen nicht auskommen, weil es so niederig ist. wischen 900.000 und 300.000 ist ein grosser Unterschied.

    • gabriela sagt:

      Ja, diese Schweiz hat die Zahlen schön; und gewisse Schichten werden von Beziehung, Bildung und damit Unabhängigkeit seit Jahrzehnten ferngehalten. Die Armgearbeiteten und -gehaltenen können kaum noch die Köpfe heben. Und was Im Casino Bern, im April letzen Jahres (Opfer von Zwangs-Mass-Nahmen), “entschuldigt” wurde, erhielt schlicht ein hübscheres Kleid; man nennt die bspw. wieder eingeführte Zwangsarbeit “Fördern und Fordern”. Arme, reiche Schweiz. Heimlifeist treten sie auf die, welche sie nach unten selektierten. Wer macht die Politik? Könnten es die Geld- und Gutreichen sein? Es gibt für mich nur noch diese Antwort: Verbündete finden, Parallelwelt erschaffen. Pfrundeshuus bleibt noch lange Pfrundeshuus.

    • Stefan Hess sagt:

      Letzer Teil im Artikel: “Nur ein Achtel der Tieflohnbezüger gehört laut dem Seco zu den Working Poor. Umgekehrt reicht vielen auch ein Lohn über 4000 Franken pro Monat nicht zum Leben – etwa, wenn sie eine Familie ernähren müssen.” Tieflohnbezüger und Working Poor ist nicht das Gleiche, so in etwa: Wenn einer 5000 Franken verdient und eine 5-köpfige Familie damit ernähren muss, haben wir 5 Working Poor und 0 Tieflohnbezüger.

  32. Karl Simbeck sagt:

    Wer glaubt, dass er ohne Lehrabschluss ein Anrecht hat beschenkt zu werden liegt falsch. Die Wirtschaft hat die Pflicht keine Misswirtschaft zu betreiben. Für grobe Fehlverhalten sind volljährige Leute ohne Berufsabschluss für sich selbst zuständig. Dazu sind unsere Arbeitsämter und Sozialwerke zuständig, aber nicht die Arbeitgeber, welche die wirtschaftliche Sicherheit eines Unternehmens gefährden würden. Das Gejammer chronischer Leistungsverweigerer kann nicht durch die Arbeitgeber ausgeglichen werden.

    • Sämi Amstutz sagt:

      Und wieso sollen Arbeitsämter und Sozialwerke die Unternehmer subventionieren indem sie den Leuten, die für die Unternehmer arbeiten einen Teil des benötigten Geldes zahlen? Häh???

    • Thomas sagt:

      @Karl Simbeck: Wenn Sie der Meinung sind, dass Sozialwerke für Menschen zuständig sind, die trotz 100% Job nicht genug verdienen um damit leben zu können, dann muten sie dem Steuerzahler zu, die tiefen Löhne zu subventionieren. Es mag sein, dass es Situationen gibt, in denen eine solche Subvention gerechtfertigt ist, um eine Branche zu erhalten, aber dann sollte sie direkt ans Unternehmen fliessen, und nicht mit der Giesskanne über Krankenkassenverbilligung und Sozialhilfe.

  33. Roland Steiner sagt:

    Viel wichtiger als ein Mindestlohn ist es, dass die Arbeitnehmer wieder gleich lange Spiesse wie die Arbeitgeber erhalten. Dies könnte mit einer Arbeitnehmerfreundlichen Umsetzung der MEI verwirklicht werden. Man müsste die Kontingente der Zuwanderung von Arbeitskräften über die Arbeitslosenrate definieren. In den 70er und 80er lag diese z.B. unter 1% und es ging der schweizer Wirtschaft gut. Um die Unterschiede der Branchen zu berücksichtigen, sollte man die Kontingente für jede Branche separat bestimmen. Danach könnte man die freien Kontingente innerhalb der Branchen öffentlich versteigern. Somit wird auf die finanziellen Möglichkeiten der unterschiedlichen Branchen rücksicht genommen. So würde ein Kontingentsplatz in der Gastro weniger kosten als z.B. in der Pharma.
    Gewinne könnte man dann in die AHV oder ALV einfliessen lassen.
    Ein einfaches aber effizientes System. Und sehr liberal. So bald die Branchen die einheimischen Arbeitskräfte beschäftigen, haben sie wieder freien Zugriff auf Arbeitskräfte aus dem Ausland.

  34. Peter Rietsch sagt:

    Das ganze zeigt eigentlich schön auf, dass es überhaupt kein Problem gibt. Ablehnen.

    • Christian Zahnd sagt:

      Absolut richtig erkannt!

    • Patrick S. sagt:

      Ich glaube Sie mussten noch nie mit einem solchen lohn auskommen. Selbst bei einer 100%-Stelle muss jemand mit einem solch tiefen Lohn an allen Ecken und Enden sparen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Steuern sind davon genauso zu bezahlen wie die Sozialbeiträge, Krankenkasse, usw. Wenn dann damit noch Kinder ernährt, bekleidet und zur Schule geschickt werden müssen, dann haben diese Menschen keine Chance.
      Dazu muss ich auch noch Helmut Kohl zitieren: “Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.”
      Aber ich erwarte leider, dass die Initiative abgelehnt wird, denn die Schweiz herrscht zwar grösstenteils materieller Reichtum, aber punkto Menschlichkeit abgrundtiefe Armut. Arme, geizige, reiche Schweiz – Geiz (Habgier) ist übrigens eine Todsünde!

      • Ben sagt:

        Exgüse, aber wenn jemand mit einem Lohn unter 4000 CHF wirklich Steuern bezahlen muss, dann macht er aus meiner Sicht etwas falsch. Und wieso soll ein Lohn per se so hoch sein, dass damit eine Familie finanziert werden kann? Mit wievielen Kindern? Bei welchem Standard? Und ja, ich habe längere Zeit mit einem Lohn weit unterhalb des vorgeschlagenen Mindestlohnes gelebt. Das geht schon wenn man bereit ist gewisse Kompromisse einzugehen. Für eine Familie reichts halt nicht, aber das war damals auch kein Thema. Als dann der Wunsch nach einer Familie kam habe ich mich weitergebildet und einen besseren Job angenommen bevor das Thema konkret wurde. Für mich war das völlig logisch, ich empfand Familiengründung nicht als Grundrecht sondern als mein persönlicher Plan für den ich etwas tun musste.

      • Peter Rietsch sagt:

        Ich habe jahrelang mit viel weniger Geld gelebt. Dann nimmt man halt ein WG-Zimmer, kauft grosse Packungen, verzichtet auch mal einen Tag auf Fleisch, kauft 50% Produkte. Der Steuersatz ist niedrig, und für die Krankenkasse gibt es Prämienverbilligungen.
        Wie man im Artikel sieht, geht es vor allem um Studenten, Teilzeit-arbeitende, Temporär-Jobs, Praktika usw. Bei solchen Jobs braucht es nun wirklich keinen Mindestlohn.

  35. Sämi Amstutz sagt:

    Es freut einen ja zu hören, dass nicht jede Niedriglohnempfängerin in Armut lebt.
    Das störende an Niedriglöhnen ist aber neben den Folgen für die Betroffenen: 1. Dass die Früchte der Arbeit von anderen als denjenigen, die die Arbeit leisten eingesackt wird. 2. Dass der Staat durch die Unterstützung von Niedriglohnempfängerinnen ausbeuterische Unternehmer subventioniert.

    • Noldi Schwarz sagt:

      Ihrer “Logik” kann ich nicht folgen. Wenn eine Person eine Berufsausbildung gemacht hat und eine Firma auf eigenes Risiko gründet und anschliessend Leute einstellt, die bereit sind für den Lohn X zu arbeiten ist das keine Ausbeute. Vor allem wenn es sich um ungelernte Personen handelt. Die Berufs- und Fortbildung in der Schweiz ist weltweit Spitze. Und viele Immigranten, die früher kaum Deutsch sprachen führen heute erfolgreich ein Unternehmen, oder nehme Kaderpositionen ein. Es braucht der Wille etwas aus seinem Leben zu machen. Und hier in der Schweiz stehen die Chancen gut.

      • Enzo Coloni sagt:

        naja, seien wir erhlich: “standen die Chancen gut”.

        • Zoran Lepir sagt:

          Lieber Noldi, du lebst nicht im Realität. Es gibt wirklich Firmen(KMU) die Leute mit Ausbildung fast genauso schlecht bezahlen wie die diejenigen ohne Ausbildung. Ein 45-jährige Berufs mann, zweifache Vater mit 24 Jahren Berufserfahrung bekommt bei Lohnverhandlung keine CHF 6’000.- brutto. Mit der Begründung das es zu genüge andere Leuten gibt die für viel weniger bereits sind zu Arbeiten. Diesen Firmen sind meistens in keiner der Branchen oder Berufsverbänden dabei.
          Meistens befinden sie sich in eine Grauzone und stehen sehr oft vor dem Arbeitsgericht, was die Behörden dagegen tun, nichts bis sehr wenig. So sehen mal die Tatsachen aus.

        • Sämi Amstutz sagt:

          Herr Schwarz: Dieses Argument hört man oft. Vergessen geht dabei immer, dass es eben nicht nur Leute braucht, die Unternehmen führen oder Kaderpositionen einnehmen. Von denen braucht’s eher weniger. Es braucht vor allem Leute, die die eigentliche Arbeit machen.
          Inwiefern rechtfertigen Aufstiegschancen bestehen rechtfertigt meines Erachtens keineswegs die ausbeuterischen Löhne und Arbeitsbedingungen.
          Mich stört einfach die Aussage, dass Unternehmer ein grösseres Risiko eingehen würden und deshalb ein Recht darauf hätten, andere Menschen auszunützen. Dieser Logik kann ich nicht folgen.

      • rainbowmaker sagt:

        Es geht nicht an, dass ein Arbeitgeber sich seine Arbeitskräfte vom Sozialamt subventionieren lässt (auch wenn es immer Notleidende gibt, die sich unter Lebenskosten verkaufen). Eine Anstellung muss entweder ernährend sein, oder dann vom Sozialamt vermittelt (unterstützt). Eine Dienstleistung, die nicht ernährend bezahlt wird (vom Endverbraucher) hat wirtschaftlich keine Daseinsberechtigung. Sollte sie notwendig sein kann sie allenfalls vom Sozialamt organisiert werden.

    • Thomas Müller sagt:

      Wenn die Früchte der Arbeit viel grösser sind als der Lohn den man dafür erhält sollte man die Stelle wechseln. Neue Arbeitgeber ist immer bereit zu bezahlen wenn es sich für ihn rentiert (sonst würde ja kein Arbeitnehmer mehr als 1.- verdienen) Bei den Berufen in Niedriglöhnen sind aber meistens die Früchte nicht so toll..

      Was die Subvention angeht, dies betrifft gerade mal 12% der Tieflohnbezüger (siehe Artikel). Würde der Mindestlohn in Relation zur Sozialhilfe gesetzt und so nur diese 12% betreffen hätten Sie recht und ich wäre für den Mindestlohn. Pauschal 4000.- ist aber zu hoch und zu pauschal

  36. Stefan Gisler sagt:

    Dann gibt es grosse Unternehmen wie der Kioskbetreiber Valora, der viele auf Stundenlohn-Basis ohne garantierte Mindestarbeitszeit anstellt und Menschen dann plötzlich mit 25 Stunden pro Monat mit weniger als 22 Franken auf die Stunde auskommen müssen. Auch treiben sie Menschen in die Scheinselbständigkeit, indem diese Kiosk-Franchisen übernehmen und in Abhängigkeit der Valora sich selber ausbeuten.

    • Elsbeth Vocat sagt:

      Da kann ich nur zustimmen! Zudem hat Valora vor Jahren schon viele kleine Kioske geschlossen und an Private verkauft, die dann mehr schlecht als recht über die Runden kommen und sowas wie Selbstausbeutung betreiben müssen, da sie sich kein Personal zu Mindestlohnbedingungen leisten können und deshalb oft auch 12 Stunden am Tag arbeiten um genügend zu verdienen zum Überleben (ohne Luxus wohlverstanden). Die Margen hier sind nämlich erschreckend klein und die Grossverteiler drücken die Preise zusätzlich.

  37. Frank Baum sagt:

    Interessante Darstellung. aber einige Titel sind schlecht gewählt, so z.B. “Wer lange bleibt, verdient mehr” Genausogut kann das Umgekehrte gelten: “Wer mehr verdient, bleibt länger.” – gerade auch im Tieflohnsektor.

  38. Hiltebrand Regula sagt:

    Dann müsste es auch einen Mindestlohn z.B. von 5’500.– für kaufm. Angestellte geben. Dies wird sonst von Arbeitgebern auch ausgenützt und billigere eingestellt.

    • Karl Simbeck sagt:

      Guten Tag Frau Regula Hiltebrand. Wären Sie auch bereit für ein Fahrzeug mit Listenpreis von CHF 25’000.- freiwillig einen Preis von CHF 30’000.- zu bezahlen und dadurch wirtschaftliche Probleme auf sich zu nehmen. Niemals täten Sie solche Misswirtschaften gegenüber Ihrer Familie zulassen. Gegenüber einer Gehaltsforderung steht die Berufsausbildung. Kein Arbeitnehmer darf organisierte Misswirtschaft betreiben. Für solche Fälle sind Arbeits- und Sozialämter zuständig, aber niemals die Arbeitgeber.

      • Martin Wüthrich sagt:

        In ihrem Beispiel wird das Fahrzeug mit 5000.- vom Staat subventioniert, damit der Händler es für 25000 verkaufen kann.
        Ist das für sie ok? Ich meine so als Steuerzahler?

      • Roger sagt:

        Hier vergessen Sie aber die Wertschöpfung des Mitarbeiters, welche man nicht unbedingt mit einem Auto vergleichen kann. Wir sind (noch) keine Maschinen. Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen.
        Eine Firma, die sich keine fairen Löhne ab CHF 22.– leisten kann, verhält sich kontraproduktiv gegenüber dem Staat und dem Steuerzahler. Eine Firma, die wegen fairen Löhnen Konkurs geht, hat schon Misswirtschaft betrieben.
        Preiserhöhungen gibt es ständig. Dieses Jahr entscheiden wir uns ausnahmsweise einmal um eine Preiserhöhung bei den Löhnen. Das ist nur fair und anständig.

    • Frank Baum sagt:

      Mit ein Effekt des Mindestlohnes ist auch die Anpassung der Löhne, die knapp darüber liegen. Das mögen nicht die Löhne von kaufmännischen Angestellten sein, aber ein ausgebildeter Mechaniker würde hier wohl auch einen Lohnschub verspüren, um die Einkommensverteilung auszugleichen. Davon ist jedenfalls auszugehen. Von der Mindestlohninitiative wären also nicht “nur” die oben genannten 330’000 Personen betroffen sondern einige mehr. Die Frage ist nurm, wie verhält sich der Arbeitsmarkt auf eine solche Veränderung? Wahrscheinlich würden eben viele dieser Jobs weg fallen.

    • Christian Zahnd sagt:

      5’500.- für einen KV’ler frisch ab Lehre? Meine Güte, was hätte ich vor 12 Jahren für Luftsprünge gemacht mit so einem Lohn, mit 19 Jahren! Die Zahlen / Statistik ist doch relativ aussagekräftig – sofern die Daten stimmen. Tessin / Ausländer / ohne Lehrabschluss, 50% oder weniger, junge Menschen. Sorry, so jemand – egal ob Ausländer oder nicht – VERDIENT ES NICHT, 4000.- zu erhalten. Was verlangen dann diejenigen, welche Lehrabschluss, Matura etc. haben? Die wollen dann beim Berufseinstieg einen Mindestlohn von 6000 – 7000 Franken. So funktioniert das System nicht.

  39. Marcel Meier sagt:

    Gibt es eine Korrelation zwischen Alter und Ausbildung? Es wäre interessant zu sehen, inwieweit die Jungen, welche gemäss dieser Statistik schlecht abschneiden, besser oder weniger gut ausgebildet sind. Sollte das Ausbildungs-Niveau der Jungen tief sein, müsste man das System in diesem Land hinterfragen, inwieweit es zeitgemäss/zuträglich ist.

  40. Martin Müller sagt:

    Warum sind Frauen von Tieflohnstellen stärker “betroffen”? Haben wir keine freie Berufswahl?

    • Roland Steiner sagt:

      Herr Müller, der Grund ist, dass Frauen vermehrt Teilzeit arbeiten möchten. Diesbezüglich sind die Angebote in der Schweiz limitiert und somit sind die Frauen auch bereit, dies für weniger Lohn zu tun. Auch sind diese Frauen meist nicht auf das Einkommen angewiesen. Sie suchen eine Beschäftigung und etwas sozialen Umgang. Der Lohn hat nicht eine so hohe Priorität. Schauen sie nur einmal wie viele Frauen im Verkauf Teilzeit arbeiten. Dort wird dies sogar gefördert, um die Löhne tief halten zu können. Schauen sie sich nur mal die grossen Verkaufsketten wie COOP und Migro an.

      • Anina Hans sagt:

        Das stimmt so nicht. Laut einer Umfrage würden ca. die Hälfte der teilzeitbeschätigten Frauen gerne mehr arbeiten. Sie finden aber keine Stellen. Teilzeitbeschäftigung ist eine Form flexibilisierter Arbeit. Im Verkauf z.b. werden so Spitzenzeiten abgedeckt. Für die Arbeitgeber eine günstige Lösung. Für die Angestellten einen Seich! Es stimmt auch nicht, das Frauen nicht auf ihre Einkommen angewiesen sind. Viele Familien können heute nicht mehr von einem Einkommen leben. Und die grösste Armutsquote entfällt auf alleinerziehende Frauen. Es kann doch nicht sein, dass jemand arbeitet und trotzdem noch zum Sozialamt muss und wir so die Unternehmen subventionieren, die nicht bereit sind anständige Löhne zu zahlen. 230’000 Frauen in der Schweiz verdienen nicht 22 Franken pro Stunde. Häufig haben sie eine Berufsausbildung gemacht und sind über 25 Jahre alt! All diesen Frauen bringt der gesetzliche Mindestlohn eine nötige Lohnerhöhung, für ein Leben in Würde!

        • Widerspruch sagt:

          “Laut einer Umfrage würden ca. die Hälfte der teilzeitbeschätigten Frauen gerne mehr arbeiten. Sie finden aber keine Stellen.”

          Also ist es eine Frage der Ausbildung. In diesem Sektor, in dem diese Frauen ihre 5 Teilzeitstellen zusammen-patchen, habe ich auch als Mann keine besseren Bedingungen!

          Es ist eine Tatsache, dass viele dieser Frauen nicht auf dieses Geld angewiesen sind, da der Partner bereits 100% verdient. Daher nehmen sie auch praktisch JEDES Angebot an, was wiederum für die Unternehmer natürlich Gold Wert ist.
          Ich sage es schon seit Jahren: die Frauen sind ganz alleine selber Schuld an dieser Situation und ich ärgere mich als Mann darüber, denn in allen Branchen, in denen Frauen “jobben” gehen, sieht es genau gleich aus.
          Frauen lassen sich gerne ausnehmen – sie können dann dafür mit gutem Gewissen jammern gehen.

      • Roger sagt:

        Freie Berufswahl schon, aber leider wird im Arbeitsmarkt die Frau immer noch mit weniger Wert belegt. Trotz Gleichstellung haben viele Frauen weniger Chancen in typischen Männerberufen. Wobei man bereits viele Männer in typischen Frauenberufen sieht und diese verdienen erstaunlicherweise von anfang an mehr. Genau deshalb, weil Mann offensichtlich immer noch davon ausgeht, dass eine Frau zwingend einen Partner hat, der sie finanziell unterstützt.

    • Christian Zahnd sagt:

      Die Statistik sagt noch viel mehr aus:
      Meist sind es junge Frauen (19 – 24) ohne Lehrabschluss in einer Teilzeitbeschäftigung (50% oder weniger), welche aus z.B. Italien ins Tessin zum Arbeiten kommen. Ausserdem sind es häufig “Job-Hoppers” (nicht lange für ein und denselben Arbeitgeber tätig). Warum soll so jemand 4000 Franken verdienen? Ich habe selber vor 12 Jahren eine KV-Lehre abgeschlossen (mit 19) und arbeitete 100%. Ich verdiente keine 4000 Franken, hab diese Zeit aber sehr gut überstanden. Das funktioniert auch heute noch. Aber die Hände auszustrecken und um Geld zu schreien, ohne sich selber in den Hintern zu treten und selber etwas für den eigenen Verdienst zu tun (Eigeninitiative / Ausbildung / Weiterbildung), ist halt schon einfacher.

    • Lisa C. sagt:

      Frauen sind stärker betroffen da: a. Frauen im Durchschnitt für gleiche Arbeit (bei gleicher Qualifikation) immer noch weniger verdienen als Männer b. Frauen mit gleichem Pflichtenheft wie Männer oft in schlechter bezahlten Positionen eingestellt werden, c. typische Frauenberufe schlechter bezahlt sind als vergleichbare (Ausbildung, Verantwortung, etc.) Männerberufe, d. Frauen aus nicht sachlichen Gründen seltener befördert werden, etc. Freiheit ist eben immer etwas relativ.

      • Anina Hans sagt:

        Jede Frau hat ein Recht auf eine eigenständige Existenzsicherung! Dafür braucht es anständige und faire Löhne für alle Arbeit.
        Viele Frauen arbeiten, weil ein einiziges Einkommen nicht genügt um eine Familie zu ernähren.
        Viele Frauen arbeiten Teilzeit, weil sie neben der Erwerbsarbeit Kinder grossziehen und/oder kranke oder alte Angehörige pflegen. Diese unbezalhlte Frauenarbeit ist für unser Wohlstand, unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit fundamental.
        Für viele Frauen ist Teilzeitarbeit das der einzige Weg Berufsarbeit und Familienarbeit gleichzeitig ausüben zu können, da es keine genügenden und bezahlbare Möglichkeiten zur Kinderbetreuung und/oder Altenbetreuung und/oder Krankenbetreuung gibt.
        Viele Frauen würden gerne mehr Berufsarbeit machen, finden aber keine geeignete Stellen.
        Viele Frauen müssen unterqualifizierte Stellen annehmen, weil sie keine geeigneten Teilzeitstellen finden, die ihren Qualifikationen enstprechen.
        Frauen verdienen heute für die gleiche Arbeit noch immer 20 Prozent weniger als Männer. Mit welcher Rechtfertigung ist Frauenarbeit so wenig wert?
        Die Fakten: Heute verdienen 230’000 Frauen in der Schweiz weniger als 22 Franken in der Stunde. 77 Prozent sind über 25 Jahre alt und 33 Prozent haben einen Lehrabschluss!