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Das Leiden der Griechen – vergeblich?

Von Luca De Carli, 23. Januar 2015 73 Kommentare »
Die Krise hat der Bevölkerung Griechenlands grosse Opfer abverlangt. Eine Bilanz in neun Grafiken – und eine ernüchternde Prognose.
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Sechs Jahre Rezession, mehr als 200 Milliarden Euro Finanzhilfe – das ist kurz zusammengefasst die griechische Geschichte seit 2008. Am Sonntag wird die Bevölkerung an den Wahlurnen Bilanz ziehen. Aktuelle Umfragen deuten auf einen Sieg der Linksallianz Syriza hin. Kommt sie tatsächlich an die Macht, könnte dies einen Schlussstrich unter die harte Spar- und Reformpolitik bedeuten, zu der sich Griechenland im Gegenzug für die ausländischen Milliarden verpflichtet hat.

Aus den Statistiken zur Entwicklung des Landes seit dem Ausbruch der Krise lässt sich ablesen, warum die Griechen wohl für einen Machtwechsel stimmen werden:

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Die griechische Wirtschaft ist heute um ein Viertel kleiner als vor der Krise. Die Talfahrt konnte erst Ende 2013 gestoppt werden. Mittlerweile hat sich ein zaghaftes Wachstum eingestellt.

Wirklich spürbar ist der Aufschwung für die Bevölkerung allerdings nicht. Die Erwerbslosenquote (Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, der arbeiten will, aber nicht kann) ist noch immer dreimal höher als vor der Krise.

Eindrücklich ist der Stellenabbau in absoluten Zahlen. Griechenland zählt heute eine Million weniger Erwerbstätige als 2008. Im Gegenzug hat die Armut im Land stark zugenommen. Jeder dritte Grieche ist armutsgefährdet. Die Folgen zeigen sich sofort in den Statistiken. So gaben 2012 von den einkommensschwächsten Griechen (unterstes Quintil der Bevölkerung) 11 Prozent an, aus Kostengründen auf eine medizinische Behandlung verzichtet zu haben. 2008 betrug dieser Wert 7 Prozent. In der übrigen EU ist er zwischen 2008 und 2012 bei 4,5 Prozent verharrt.

Die Misere hat dazu geführt, dass Tausende Griechen in den letzten Jahren ihre Heimat verlassen haben. Gemäss einem Bericht der EU-Kommission betrug die Nettozuwanderung (Differenz zwischen Zu- und Abwanderung) im Jahr 2013 minus 52’000 Personen.

Immer wieder Thema und aus der Sicht von Kommentatoren aus den wirtschaftlich starken Ländern der Eurozone Sinnbild für die griechische Misere war der angeblich massiv aufgeblähte Beamtenapparat. Der Staat hat in der Krise kräftig abgespeckt. Allerdings primär dadurch, dass die Verträge von befristet Angestellten nicht mehr erneuert wurden.

Die Löhne der Griechen sind in der Krise ebenfalls stark unter Druck gekommen. Der durchschnittliche Jahreslohn ist heute um ein Fünftel tiefer.

Die griechische Wirtschaft ist dadurch auf dem Papier konkurrenzfähiger geworden. Der Arbeitskostenindex ist gemäss der EU-Statistikbehörde bis zum dritten Quartal 2014 auf 81,8 Punkte gesunken (2008 = 100 Punkte). Im Euroraum stieg er im gleichen Zeitraum auf 111,8 Punkte.

Nutzen konnte die Wirtschaft diesen Vorteil bislang allerdings kaum. Das Defizit in der Handelsbilanz wird zwar kleiner. Jedoch vor allem deshalb, weil die Griechen weniger importieren, sprich, weniger konsumieren. Die Exporte bleiben auf tiefem Niveau.

Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit liess die Ökonomen der Freiburger Denkfabrik Centrum für Europäische Politik diese Woche in einer Analyse zum Schluss kommen, dass Griechenland trotz aller Reformen so schwach ist wie 2010, dem Jahr, in dem das erste Rettungspaket geschnürt werden musste. Das Land ist demnach heute genauso wenig in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen, wie damals.

Der Schuldenberg entspricht inzwischen mehr als 170 Prozent des griechischen Bruttoinlandprodukts:

Ein Schuldenschnitt, wie ihn Syriza fordert, bringt laut den Freiburger Ökonomen allerdings nichts. «Ein Schuldenschnitt würde nur bei der bestehenden Staatsverschuldung ansetzen. Er könnte aber die zentrale Ursache der griechischen Misere, nämlich die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, nicht beseitigen und würde die griechischen Probleme allenfalls kurzfristig lindern», sagte Matthias Kullas, einer der Autoren der Analyse, gegenüber der «Welt».

Über 300 Milliarden betragen die griechischen Schulden inzwischen. Gegen 80 Prozent des Geldes stammen von öffentlichen Gläubigern aus dem Ausland. Ein Schnitt käme also primär die dortigen Steuerzahler teuer zu stehen.

73 Kommentare zu “Das Leiden der Griechen – vergeblich?”

  1. […] Ausmass der Verarmung Griechenlands wurde unlängst im Datenblog gezeigt (hier). Man muss diese Grafiken mit einer weiteren Zahl ergänzen: Ungefähr ein Drittel der griechischen […]

  2. […] Ausmass der Verarmung Griechenlands wurde unlängst im Datenblog gezeigt (hier). Man muss diese Grafiken mit einer weiteren Zahl ergänzen: Ungefähr ein Drittel der griechischen […]

  3. Lorenz Thomas sagt:

    bin gerade in Griechenland und höre die Stimmen der Leute vor den Wahlen. Gestern Abend im Gespräch mit einer Griechin berichtet mir diese, dass es bei den Wahlvorbereitungen zu ungeahnten Fähigkeiten der Bediensteten kommt. Während man bei Kleinigkeiten wochenlang auf deren behördliche Bearbeitung warten muss, wurden in den letzten Tagen in Windeseile die Wahlunterlagen für die griechischen Wähler in Albanien zusammengestellt. Soll heißen, wenn es um die Chancen für Parteien geht, ihre Wählerschaft zu mobilisieren, dann geht alles ganz fix, aber wehe der Bürger braucht einen behördlichen Bescheid, dann schlafen dieselben Personen in ihren Amtsstuben fast ein.

    • Stefan Effenmann sagt:

      Na, da kommen ja heimatliche Gefühle auf.

      • Carlo Bernelli sagt:

        Wo leben Sie denn, Herr Effenmann? Sollen Sie in der Schweiz wohnen und Ihre Aussage ernst meinen, wachen Sie bitte auf aus Ihrem Hass.

  4. Gabriel Müller sagt:

    und trotzdem sind die neuen Athener Taxis alles Mercedes – die teure Variante der E-Klasse natürlich. Modelle, die sich ausser Deutschland sonst kein anderes Land leistet.
    Das Geld scheint schon vorhanden zu sein, nur nicht beim Staat.

    • Ueli sagt:

      @Gabriel Müller
      Wussten Sie, dass man Autos auch leasen kann? Abgesehen davon: Die deutsche Autoindustrie wird wohl am wenigsten sich darüber beklagen, dass ein paar statusgeile Taxifahrer aus Griechenland sich die teure Variante kaufen. Was dies alles wiederum mit der Krise zu tun haben soll ist mir schleierhaft – ausser Sie wollen mit diesem Beispiel wieder mal das populistische Gedankengut a la “die sind ja selber schuld wenn sie über ihre Verhältnisse leben” bedienen.

      • Gabriel Müller sagt:

        @Ueli “..dass man Autos auch leasen kann?”. Genau das ist ja die Einstellung, die einen früher oder später in den Ruin treibt.

        • adam gretener sagt:

          Also bitte, Flotten werden immer geleast.

          • Aline Wächter sagt:

            Also bitte, weils “nur” geleast ist, kann man dann immer gleich das Exklusiv-Modell wählen? Ich verstehe die Logik nicht ganz. Auch beim Leasing gilt: Teures Auto = teures Leasing

      • Pascal Meister sagt:

        Leasen heisst nichts anderes wie in-die-Tasche-Lügen – klar, für Grossflotten kann ein Vollservice-Leasing Sinn machen. Für einen einzelnen Taxifahrer? Abgsehen davon ist eine tolle E-Klasse ganz bestimmt teurer im Leasing (plus Unterhalt usw.) als ein ähnlich grosser Skoda Superb, Ford Mondeo, Hyundai i40 usw.

        • will williamson sagt:

          Leasing ist gut für Leute mit ausreichendem Einkommen, aber ohne Kapital. Wer das Geld hat um den Kauf zu bezahlen, fährt damit immer besser.

  5. hans sagt:

    “Die Löhne der Griechen sind in der Krise ebenfalls stark unter Druck gekommen. Der durchschnittliche Jahreslohn ist heute um ein Fünftel tiefer….Die griechische Wirtschaft ist dadurch auf dem Papier konkurrenzfähiger geworden. ” – Tja – lieber Herr Schneider:Ammann – ein Beweis mehr, dass tiefe Löhne nicht immer besser sind oder dadurch Arbeitsplätze gesichert würden! Einfach mal gut hinsehen…

    • will williamson sagt:

      Inwieweit die tieferen Löhne nützen hängt natürlich auch mit dem Angebot zusammen. Wenn man nur Schafskäse, Wein und Oliven anbieten kann, dürfte der Effekt kleiner sein als bei einem breiten Industrieangebot.

    • T. Fritschi sagt:

      Nun dies ist natürlich nicht kosequent zu Ende gedacht… gerade und speziell im Falle Griechenland. Das Mindessteinkommen sollte, zumindest entfernt, das BIP/Kopf wiederspiegeln. Und da lag Griechenland zu besten Zeiten auf einem Niveau von Uruguay oder Taiwan. Das Einkommen war aber ein vielfaches höher. Es ist nun auch nicht so, dass Griechenland ein Technologie, Finanz, oder Know-how Standort ist. Das heisst, Sie produzieren vor Allem in preisorientierten Konkurenz Märkten. Und da, lieber Hans, ist der Mindestlohn schon ein sehr entscheidendes Kriterium.

  6. Matthias Meier sagt:

    Habe schon damals gesagt, besser Bankrott und Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende…

  7. obseus sagt:

    Das grundlegende Problem ist, dass ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung morgens aufsteht und sich den ganzen Tag nur überlegt, wie mehr Profit zu erreichen ist. Mehr Geld. Mehr!
    Dies führt zu Unsinn, wie den Griechen mehr Geld leihen, damit sie mehr konsumieren können oder die Regenwälder abholzen, die Meere überfischen, die Atmosphäre verpesten, Pestizide, etc.

    Die wahren Leader sind nicht unsere Politiker sondern Konzerne und deren Lobbyisten. Und die werden nicht vom Volk gewählt.
    Früher wurden die Monarchien abgeschafft und durch Parlamente ersetzt.
    In Zukunft werden wohl die Konzerne abgeschafft.

    • will williamson sagt:

      Horst Seehofer sieht das wie Sie. In der Sendung von Pelzig hat er einmal gesagt, die Gewählten hätten nichts zu sagen und die, die etwas zu sagen haben, seien nicht gewählt.

  8. Reto Stadelman sagt:

    Zu sparen hilft nur, wenn eine wirtschaftlich konkurrenzfähige (wettbewerbsfähige) Struktur bereit steht, die nach einer Sparübung immer noch Geld in die Kassen spült. Aber diese Struktur fehlt bzw. wurde zum Teil durch den wirtschaftlichen Niedergang des Landes noch zusätzlich geschwächt. Die Griechen geben jetzt zwar kein Geld aus, können aber deswegen nicht plötzlich Tablets produzieren…
    Solange das Land es nicht schafft, entweder seinen eigenen Unternehmergeist zu entdecken oder ausländische Unternehmen dazu zu bringen im Land zu produzieren etc., wird es den Griechen nicht besser gehen. Spart das Land einfach weiter, brechen irgendwann weitere staatliche Strukturen zusammen, wodurch das Land für die Wirtschaft noch unattraktiver wird. Griechenland ist in einer Negativspriale gefangen… Hoffen wir darauf, dass sie da bald rauskommen.

  9. Alex Werker sagt:

    Deutschland wusste haargenau, dass Griechenland die Voraussetzungen für den Eintritt in die Währungsunion nicht erfüllt, wollte dessen Entritt jedoch aus Geopolitischen Gründen nicht verhindern und hat somit zusätzliche Anreize geschaffen die Griechenland noch tiefer in die Krise getrieben haben. Der Wunschtraum einer Führungsrolle in Europa scheint für das Deutsche Politestablishment noch immer Grund genug zu sein irrationale und für die Deutsche bzw. Europäische Bevölkerung fatale Entscheidungen zu treffen. Insofern ist es nichts als fair, wenn Deutschland nun für seine eigene verfehlte Strategie haftet.

  10. Ueli sagt:

    Nun wird es also auch von “offizieller Seite” (von “Think-Tanks”) kleinlaut zugegeben, dass die ganzen Sparprogramme der Troika und des IWF genau gar nichts gebracht haben, ausser die ehemals privaten Gläubiger zu retten und die griechische Bevölkerung zu schröpfen. Ich kann mich noch sehr wohl an die ganze Hetze a la “die faulen Griechen” erinnern, die in aller Munde war – geschürt von populistischen Politikern und Medien, die sich mit dieser eiskalten Demagogie noch vor dem Wahlpöbel profilieren konnten.

    • adam gretener sagt:

      Dass Griechenland Fehler begangen hat, ist wohl unbestritten. Aber diese Milliarden-Spritzen der Troika waren nichts anderes als massive Konjunkturprogramme für die eigene Wirtschaft der Nordstaaten.

      Nun sitzt Griechenland auf Rüsungs- und anderen Produkten, welche sie nie gebraucht haben und trotzdem kaufen mussten.

  11. Raymond Allaman sagt:

    Ein grundlegendes Problem Griechenlands liegt darin, dass keine funktionierende Zivilgesellschaft vorhanden ist. Jeder denkt nur an sich. Jeder bescheisst jeden. Wer bspw. seinem eigenen Cousin ein Auto abkauft, kann sicher sein, dass er dabei von ihm übers Ohr gehauen wird. Den Staat bescheissen, war schon immer der am meisten verbreitete Volkssport. In meinen Augen war es nur eine Frage der Zeit, bis den Griechen alles um die Ohren fliegt.

    • adam gretener sagt:

      Sie scheinen mir ja ein richtiger Griechenland-Kenner zu sein, Herr Allaman.

    • Hofmann Reto sagt:

      Genau Herr Allaman, und den Schweizer Bürgern geht’s so gut, weil sie so ehrlich sind, nicht wahr?!

  12. Roli Straub sagt:

    Vor über 20 Jahren – der Euro war noch in weiter Ferne – lernte ich von meiner grichischen Freundin den Begriff “Fakelaki” kennen (gem. Wikipedia: ..eine bestimmte Form der Korruption!). Für die Grichen gehört (inzw. hoffentlich “gehörte”) Fakelaki seit je her zum täglichen Leben. Natürlich wurde darauf nie Steuern bezahlt. Mein Rechtempfinden sagte schon damals: “das kann nicht gut gehen”. Es greift also sicher viel zu kurz, einfach der EU, der Trojka, oder Angela Merkel die Schuld zu geben. Verantwortlich ist einzig und allein das Grichische Volk, welches diese alltägliche Korruption “gelebt” hat. Und es sollte jetzt niemanden wundern, dass das Auskurieren eines jahrhunderte oder gar tausende Jahre alten Geschwürs wie “Fakelaki” nun länger als 5 – 10 Jahre dauert.

    • Grieche sagt:

      Sehr geehrter Herr Straub.

      Die ist natürlich grundlegend falsch, was sie behaupten. Das Fakelaki haben oft jene Leute benutzt, die auch genug Geld hatten. Das heisst, ein kleiner Teil der Bevölkerung. Der grosse Teil der Bevölkerung konnte es sich nie und nimmer leisten, dem Arzt, dem Anwalt, oder wem auch immer ein “Fakelaki” mit 50,100 Euro oder mehr zu geben. Das Fakelaki war auch kein Ersatz für eine offizielle Rechnung für etwas. Es war quasi ein Bonus oder Trinkgeld, nennen sie es wie sie möchten. Das Fakelaki ist definitiv nicht die Ursache für eine solche verherrende Krise in Griechenland. Verantwortlich für die Krise sind vielmehr unfähige, korrupte Politiker und der Beitritt zur Europäischen Währungsunion.

      • Stefan Effenmann sagt:

        Jetzt wollen wir aber nicht so tun, als ob es in Griechenland keine Korruption in Kreisen gut betuchter Bevölkerung gebe. Diese Kreise nutzen natürlich ihren Einfluss und das dann der eine oder andere unfähige Politiker da mitverdient ist schon fast logisch. Die Daten von transparency international sind schliesslich bekannt und dürften kaum frei erfunden sein. Es ist vermutlich nicht einmal übertrieben zu behaupten, dass Korruption ein wesentlicher Pfeiler der griechischen Ökonomie (mal optimistisch:) war.

        • will williamson sagt:

          Der Grieche sagt ja, dass die Korruption bei denen angesiedelt ist, die genug Geld haben um mit Fakelaki zu bestechen.

      • Wolgang Maier sagt:

        Stimmt, der Beitritt ist das Problem. Dadurch wurde viel zu lange gutes Geld, schlechtem hinterher geworfen. Die Betrüger kassieren bis zum Schluss und das Volk leidet. Also Grexit, paar Nullen wegstreichen und durchsarten. Kann man Italien und Spanien gleich mit empfehlen.

  13. C. Bock sagt:

    Der ganze Skandal ist doch dass in den letzten Jahren die “Troika” letztlich nur vielen Griechen ihr letztes Hemd weg genommen hat, um damit (damals noch private!) Gläubiger zu befriedigen. Und weil auch das noch nicht reichte hat man auch noch jede Menge öffentliche Gelder aus EU-Ländern in die Hand genommen um eben diese Gläubiger ganz raus zu hauen.

    Die Griechen haben danach natürlich noch genauso viele Schulden wie vorher (und sogar noch mehr), und wettbewerbsfähiger ist auch keiner allein dadurch dass er kein Hemd mehr hat…

    Höhnisch-schadenfreudige Besserwisserei gegenüber den “faulen Griechen” und Ressentiments gegenüber EU und Euro – wie sie hier in vielen Kommentaren ausgedrückt werden – helfen wenig zum Verständnis der Lage!

  14. Josef Baumgartner sagt:

    Irgendwie bin ich überzeugt, dass nicht Griechenland sich anstrengen und deren Einwohner mehr “leisten” sollten, sondern umgekehrt! Ich denke nämlich, dass sich unsere westliche Welt absolut katastrophal entwickelt. Nur Kapitalismus pur. Die menschlichen Werte verschwinden, das einzige Lebensziel vieler ist es, sich an der Arbeit zu profilieren und Annerkennung zu erhalten durch möglichst viel materielle Werte, dabei haben wir einen komfortablen Lebensstandard schon längstens erreicht und mehrfach überschritten. Gleichzeitig spricht man kaum mehr miteinander, der Fremde ist eine Gefahr, weil er einem potentiell das Geld wegnimmt usw. Reichtum macht sehr unglücklich. Alleine die Tatsache, dass die CH eines der Länder mit der höchsten Selbstmordrate ist, sollte eigentlich aufhorchen lassen. Wir müssten uns Griechenland anpassen, wo noch menschliche Werte und ein ruhigeres Leben existiert! Vielleicht gibt’s dann halt ein Gadget weniger pro Monat, was solls? Schon klar, man kanns nicht von heute auf morgen verändern aber wäre anzustreben! Nicht die Greichen machen’s falsch, sondern wir.

  15. Rolf Suter sagt:

    Gibt es ein Grund, wieso die Zahlen erst 2006 beginnen? Der Euro wurde 2002 eingeführt, wieviel hat Griechenland davon profitiert. Auch diese Zahlen sind wichtig für ein objektives Bild. Im übrigen hat Griechenland falsche Zahlen angegeben, um im Euro überhaupt mitmachen zu können. Niemand hat sie zum Euro oder zu Schulden gezwungen. Bislang haben die Griechen noch nicht einmal begonnen, Schulden abzutragen. Sie bekommen immer noch Geld und pokern wieder einmal um noch mehr Geld.

  16. Roland Ruckstuhl sagt:

    Die Leute tun mir leid. Es sind immer die Kleinen, die bluten müssen. Die Reichen haben ihr Geld schon lange in Sicherheit gebracht. Wir leben in einer ungerechten Welt. Die Hoffnungen, die wir hatten beim Fall der Berliner Mauer haben sich zerschlagen. Schade, wir haben eine grosse Chance verpasst für gerechtere Welt.

    • T. Fritschi sagt:

      Sehr geehrter Herr Ruckstuhl. Sie müssen sich etwas mehr mit der Situation in Griechenland befassen. Die “kleinen” tragen massgebend zur Misere des Landes bei. Jahrzehnte lang existierte in Griechenland keine Zahlungsmoral bei Mehrwersteuern und Einkommensteuer. Es wurde emsig gelogen und betrogen. Auch bei den Sozialabgaben war es üblich Gebrechen und Wehwechen zu haben, die keiner Kontrolle stand hielten. Das Pensionalter von, damals, 53 wurde bereits als Zumutung angesehen. Die beliebtesten Jobs waren Regierungsjobs – wenig Arbeit, gesichertes Einkommen. Als Griechenland dann in den Euro Raum kam wurde es noch verheerender, da Sie jetzt mit Deutschlands “Kreditkarte” bezahlen konnten. Die Regierung warf den Leuten noch mehr Leistungen in den Hals und die Bevölkerung wählte jene welche die wildesten Versprechen machten. Als dann die Krise kam und man etwas genauer hinzuschauen begann (in Griechenland gaben tausende vor blind zu sein um Abgaben einzusacken – und gingen einer regulären Arbeit nach!) und auch eine MwST. Polizei einführte, wurde dies als Zumutung empfunden und die entsprechenden Beamten wurden regelmässig mit Steinen beworfen. Hunderte von komplett sinnlosen Beamtenberufe wurden aufgehoben – obwohl die Behörden konsequent die Antworten verweigerten als Sie angefragt wurden. Auch dass Sie nun wie in der Privat Wirtschaft 40, nicht wie vorher nur 35 Stunden arbeiten müssten wurde als geradezu unzumutbare Belastung abgetan und es wurde heftig dagegen demonstriert. Der Mindestlohn musste zwingend reduziert werden, Griechenland hatte ein BIP/Kopf auf dem Niveau von Uruguay, Taiwan oder der Slowakei, aber der Mindestlohn war minimal 5 mal höher – natürlich eine harte Massnahme aber zwingend notwendig. Immerhin waren die Regierungen konsequent und die Talfahrt Griechenlands konnte 2013 gebremst und in ein (langsames) Wachstum verwandelt werden. Auch dass nur noch jeder 40ste Bürger Beamter war (nicht wie vor der Krise jeder 10te) war dem zuträglich. Und was passiert jetzt? Zurück auf Start. Wenn Syriza die Wahlen gewinnt werden sämtliche Efforts wieder zurückgesetzt. Bereits jetzt haben Sie sich immens viele Wähler gesichert indem Sie Ihnen – richtig geahnt – Beamten Berufe versprachen. Man kann die Reichen, die Industrie, die Regierung und alle anderen wohlhabenden Elemente verteufekln so lange man will – wenn die Bevölkerung einen solchen Larifarie Kurs verlangt und mit trägt trifft Sie der grösste Teil der Schuld!

      • Hermann sagt:

        Alte Weisheit: Ein sonniges Land wie Griechenland ladet zum faulenzen ein, ein verschifftes, kaltes wie Deutschland zum arbeiten. Wer lebt besser?

        • T. Fritschi sagt:

          Diese Frage ist leicht beantwortet. Was bringt einem das tollste Wetter, wenn die restlichen Lebensumstände für die Katz sind? Regen sagt auch nicht viel über die Schönheit eines Landes aus, oder waren Sie noch nie in den wunderschönen Landschaften Nord Englands? Nein, ich fühle mich ganz wohl in einem Land das perfekte Sozial Strukturen hat, weil eine rege Arbeitsmoral vorhanden ist. Die 5 Wochen Ferien an sonnigen Orten sind mir lieber, als 5 Wochen Ferien in einem Land mit funktionierenden Strukturen…

  17. adam gretener sagt:

    Mittlerweile hat man vergessen, woher diese Griechen-Krise ursprünglich stammt. Allen voran hat die Deutsche Bank, aber auch CS und UBS, massiv Gelder zu Dumping-Preisen in dieses Land gepumpt. Und nicht auf der Basis von falschen Angaben oder Versprechen seitens Griechenland, sondern weil die Banken den Hals einfach den Hals nicht voll genug kriegen. Als ob ich einem Junky eine Million auf Kredit pumpe, ohne abzuklären, was die wirtschaftliche Stärke dieses wäre.

    Die nun von der EU gepumpten Gelder gehen nur zu einem Bruchteil ins Land. Es geht darum, die einheimischen Banken zu decken, welche z.B. für Rüsungsgeschäfte massiv Gelder ins Land gepumpt haben, um Rheinmetall, Thyssen-Krupp usw. Aufträge zuzuschanzen.

    Diese Aspekte werden komplett unterschlagen.

    • Loll sagt:

      Ganz falsch !
      die Ursache liegt daran, dass Griechenland in die Euro zone eingetreten ist, wäre es nicht so gewesen hatte man noch die Währung abschwächen können.

      Wer hat das empfohlen, Griechenland in der Euro Zone : Baroso, Van Rumpuy und Ashoton, die rote Engländerin geholfen von Goldmann Sachs, die Bank die die Konten manipuliert hatte, in der Draghi chef war !

      • adam gretener sagt:

        Sobald Sie sich wieder abgeregt haben und ihre Tastatur-Finger im Griff haben, reden wir weiter. Gerne sogar. Aber Sie verstricken sich in einem Absatz mehrmals in Widersprüche.

        Durchatmen.

    • Hedigugu sagt:

      Dazu kommt noch Goldmann Sachs, die Griechenland mit ihren Spekulationen zugrunde richtete. Der heutige EZB Boss Draghi “war” auch Angestellter bei Goldmann Sachs. Einmal Goldmann Sachs immer Goldmann Sachs. Nur wissen das die wenigsten.
      Die Griechenlandpleite ist ein Werk der Nimmersatten. Wer ist der Nächste??

    • Gerhard Engler sagt:

      Es waren aber die griechischen Politiker, die alle diese Rüstungsgüter kaufen wollten. Niemand hat die Griechen gezwungen, bei den Banken Geld aufzunehmen, niemand hat die Greichen gezwungen, Rüstungsgüter zu kaufen. Der Vergleich mit einem Junkie würde bedeuten, dass die griechische Regierung damals völlig unzurechnungsfähig und hirnlos gewesen war. Falls das stimmt, dann kann man den griechischen Stimmbürgern immerhin den Vorwurf machen, dass sie überhaupt eine solche Regierung gewählt haben.

      • adam gretener sagt:

        Äh, doch. Bedingung war, das ca. 40% der Gelder direkt in F/D Werften zurückfliessen und damit unnütze U-Boote gekauft werden müssen. Auch Leo II standen auf der erzwungenen Einkaufsliste.

        Es ging gar nie um die “Rettung” Griechenlands.

  18. Reisender sagt:

    Schade, dass Griechenland nicht schon vor Jahren zur Drachme zurückgekehrt ist. Heute ist Griechenland zu Tode gespart, die Mittelklasse ist am Boden und den Reichsten geht es so gut wie zuvor. Aber irgendwie wird es weitergehen, ich hoffe langsam bergauf, mit der Drachme.

  19. Kaegi sagt:

    Hoffe, die Griechen werden noch vor Ferienbeginn den Drachme wieder einführen, dann könnten sie mit einem Tourismusboom und besseren Export-Chancen rechnen.

    • Gerhard Engler sagt:

      Wenn die linksextreme Syriza gewinnt, dann wird der Euro sicher beibehalten. Ohne Euro würden sich nämlich die importierten Güter massiv verteuern und Griechenland würde auch keine Hilfsgelder von der EU mehr erhalten. Das wäre vielleicht wirtschaftlich gar nicht so schlecht, aber die griechische Bevölkerung würde unter dem sinkenden Lebensstandard extrem leiden und dies der Syriza zum Vorwurf machen. Deshalb hat Syriza bereits angekündigt, dass der Euro auf jeden Fall beibehalten wird.

  20. Ronnie König sagt:

    Anstatt nur sparen, wäre parallel dazu auch Investieren gefragt gewesen! Leider haben Schlendrian, Korruption und halbherziges Anpacken von Steuersündern den möglichen Erfolg abgewürgt und die Schwarzarbeit gefördert, den öffentlichen Sektor hat man auch zu weit runtergefahren, denn nicht alles war aufgebläht. Was die chinesischen Investitionen bewegt haben wissen wir auch nicht. Ein mancher der innovativ werden wollte oder wurde hat leider auch die überbordende Bürokratie und Neid zu spüren bekommen, die besten Köpfe das Land verlassen, die Rentner wurden beim Sparen als Konsumfaktor abgewürgt. Was kann man noch alles falsch machen? Ein Staat ist eben kein Privathaushalt, sind doch die Summen aller Details entscheidend, dass sich etwas bewegt und nicht fast stillsteht. Der Tourismus allein kann Griechenland nicht retten. Mal sehen was nach den Wahlen kommt. Schlimmer kann man es ja fast nicht mehr machen. Das sollte der EU, Griechenland oder auch der CH-Finanzwelt irgendwie klar werden.

  21. Catherine sagt:

    Viele schauen auf die Griechen herab, bald wird es umgekehrt sein. Der Internationale Finanzkollaps ist schon lange programmiert und wird bald kommen, darum drückt Draghi so viel Geld, um die Schulden grösser zu machen. Der Unterschied wird aber sein: die Griechen haben viel Land, während die Kartoffel Felder in der Schweiz verbaut sind. Frau Merkel hat Griechenland als Melkkuh gebraucht, um ihre Banken zu rekapitalisieren, alles ein Betrug. Herr Nielsen, die griechische Oliven und das griechische Olivenöl sind nicht zu vergleichen mit den spanischen oder italienischen.

    • Carl von Lerber sagt:

      Catherine: und mit Kartoffeln, Land (das an den interessanten Lagen auch schon weitgehend ausländischen Investoren gehört) und Oliven wollen Sie Griechenland retten? DAS ist für mich weit jenseits irgendeiner Realität! Aber Hauptsache mal drauflos gemotzt …

    • Rene Wetter sagt:

      Da ist eine entscheidende Fehlüberlegung: Nicht Frau Merkel hat Griechenland als Melkkuh verwendet sonder das waren die griechischen Staatsbürger. Viele Griechen bezogen die höheren Renten als die Deutschen. Jetzt sind die Kassen leer und es wird hart.

  22. Rolf Zach sagt:

    Griechenland ist ein klassisches Beispiel dafür, wenn man den Industrie-Sektor vernachlässigt und meint nur der Dienstleisungs- und Finanzsektor habe eine Zukunft. Es ist aber ein gewaltiger Irrtum, Griechenland könnte die Wettbewerbsfähigkeit zurückerhalten, durch einen jetzigen Ausstieg aus dem Euro. Man kann nicht ein moderner Industriestaat sein und gleichzeitig den Staat wie in osmanischer Zeit als Ausbeuter betrachten und eine Klientel-Wirtschaft hochhalten. Arte hat dies in einer hervorragenden Reportage gezeigt. Was Griechenland jetzt braucht sind Investitionen aus Brüssel, die nicht wieder in diesem unsäglichen korrupten Staatsapparat versickern. Griechenland ist ein rohstoffreiches Land, wie z.B. bei Bauxit und Baumwolle. Die Wertschöpfung der Rohstoffe und der landwirtschaftlichen Produkte muss dringend gesteigert werden. Wo ist die Textilindustrie? Griechenland ist viel besser für die Solartechnik geeignet als wir in Zentraleuropa. In Griechenland ist der Eigentümer-Anteil an Immobilien um die 80 %, in der Schweiz ungefähr 37 % mit einer massiv höheren Verschuldung. Ebenso ist nicht zu vergessen, dass die Griechen mit dem EURO ihre Ersparnisse
    im Wert erhalten haben, darum wollen praktisch alle im Euro bleiben. Es gibt nirgendwo ein Sozialstaat, der als Perpetuum mobile funktioniert. Wohl aber kann sich bei einer klugen Wirtschafts-Politik ein Multiplikator-Effekt einstellen, der die Arbeitslosigkeit massiv reduziert. Vergessen wir nicht, Griechenland hat keine Bevölkerungs-Explosion wie die benachbarten islamischen Länder. Wenn die Griechen ihre Eigenverantwortung wahrnehmen, ist kein Grund für abgrundtiefen Pessimismus vorhanden. Für die Armen in Griechenland, sollten die Griechen selbst als gläubige Christen die Speisung der Fünftausend nach dem Lukas-Evangelium zu Herzen führen.

  23. Hafner Pius sagt:

    Diese respektlosen Kommentare entlarven die Schreiberlinge deren Niveau wie auch der fehlenden Allgemeinbildung. Dann auch: Vor dem Beitritt zur EU war Griechenland ein Land von Kleinbauern, Kleinunternehmern u.s.f. Nach dem EU Beitritt wurde das Land durch die EU so richtig umgepflügt. Heute stehen in den Regalen der Geschäfte Griechenlands vor allem Deutsche Produkte und Fabrikate. Dann, wohin gehen die Milliardenkredite an Griechenland? Hauptsächlichüber die Banken als massiv überteuerte Schuldzinsen zurück in die Europäischen und vor allem Deutschen Banken. Warum nur Griechenland? Ist nicht unter anderen Italien und Portugal in eben derselben Situation?

    • Hedigugu sagt:

      Sie sprechen mir aus dem Herzen.

      • Wolgang Maier sagt:

        Ups, ahne ich das wieder den Deutschen Komplex 😉 Die normalen, hart arbeitenden und sparsamen Deutschen werden von Draghi und Konsorten enteignet. 70 Jahre bis zur Rente, kein Problem – die zahlen schon die Party in den Südländern und opfern ihre Rente. Erzählen Sie mal einem Franzosen, oder Griechen – 65 Jahre bis zur Rente. Deutschland bräuchte Zinsen um die 3%, wg. EZB sieht man ja wo das Zinsniveau steht. Die Grosskonzerne die wirklich mit absahnen sind international aufgestellt und sicher auch mit vielen Aktien von Schweizer Investoren gelenkt. Bitte differenzierter schimpfen – kommt besser.

  24. Peter Steiner sagt:

    Grundlegendes Problem scheint, dass Griechenland seine Defizite (monetär, Marktfähigkeit etc.) nicht in der Lage ist, zu beheben. Ohne EUR konnte es die Schulden durch Abwertung der Drachmen einigermassen abmildern, diese Lösung ist versperrt. Entweder Euroland ringt sich zu Transferzahlungen durch (Subvention von strukturärmeren Gegenden, z.B. für Infrastruktur) oder Griechenland tritt aus dem Euroland aus (warum auch nicht?). Noch Grundlegenderes Problem ist hier aber die Politik, die sich nicht durchringen kann oder will, strukturelle Änderungen in Euroland an die Hand zu nehmen und tendenziell nur kurzfristig denkt.

    Fazit: Die Pflästerlipolitik geht weiter, die Pflaster werden grösser und grösser. In der Schweizer Politik muss man entsprechend vorsehen, die Euroland-Krise geht auch uns etwas an.

  25. Gerhard Engler sagt:

    Vor einem halben Jahr habe ich einen Bericht von einer innovativen Olivenöl-Bäuerin gehört. Sie konnte ihre neuaritgen Kreationen exportieren und wollte den Betreibe erweitern. Dagegen gab es Widerstand von Behörden und anderen Bauern. Sie hat kapituliert und das Geschäft nicht ausgebaut, die griechischen Gesetze haben ihr zu viele Steien in den Weg gelegt. Ist der Leidensdruck in Griechenland immer noch zu gering?

    • Dani sagt:

      Ja, aber der Leidensdruck trifft leider nicht alle Griechen. Man darf nicht vergessen dass es auch viele Griechen hat, die durch die Armut profitieren. Das ist ein gefährlicher Zustand, den das Land im Moment hat.

    • Martin Weidmann sagt:

      Wieso “der Leidensdruck der Grichen?” War die Olivenöl-Bäuerin etwa keine Griechin? Abgesehen davon kann man einzeln rausgepickte Fälle doch nicht als flächendeckenden Beweis aufführen. Etwas mehr Realismus bitte!

    • Gerhard Engler sagt:

      @Weidmann: Realismus in Griechenland ist, dass die Bürokratie nach wie vor die Oberhand hat und Kleinunternehmer abgewürgt werden. Das ist leider Flächendeckend, es gibt unzählige Zeitungsartikel zu diesem Thema und jeder Grieche wird Ihnen das aus eigeneer Erfahrung bestätigen.

  26. Markus Schneider sagt:

    Abseits all dieser schönen Zahlenreihen wissen wir inzwischen, was diese Zahlen wert sind. Ob sie steigen oder fallen hat in einer korrupten Gesellschaft wie der griechischen bloss Symbolwert und soll das Ausland dazu bringen, das zu tun, was der Greiche sich wünscht. Früher sollte investiert werden (à fondsw perdu). Heute soll reingebuttert werden (natürlich wieder à fonds perdu). Dass Geld etwas mit Arbeitsleistung zu tun hat, das ist noch nicht in der griechischen Gesellschaft angekommen.

  27. Holger Nielsen sagt:

    Griechenland bedeutet für mich Ferien und Olivenöl.
    In den Ferien waren wir dort schon lange nicht mehr:
    Preis – Leistung, aber auch an Freundlichkeit fehlte es.
    Ich habe nachgeschaut, wir haben drei verschiedene
    Olivenöle in unserem Haushalt:
    Französisches, italienisches und aus den Balearen.

    • Andy sagt:

      Wobei es sich bei dem “italienischen” Olivenöl sehr wahrscheinlich um griechisches handelt, da 80% des griechischen Olivenöls von italienischen Firmen aufgekauft wied…

      • Holger Nielsen sagt:

        Sie haben vermutlich recht !
        Im Kleingedruckten steht:
        Mischung aus nativen Olivenölen aus der Europäischen Union.

  28. Adrian Wehrli sagt:

    Wieso soll das Leiden vergeblich sein? Mit Sparanstrengungen -> Leiden, ohen Sparanstrengungen, Insolvenz, danach -> Leiden. Das Problem an demokratischen Gebilden ist ihre Unfähigkeit den Verwaltungsapparat und Strukturen zu reformieren. Ein Staat verschlank sich nie von selbst, dafür braucht es immer einen Bruch, leider.

  29. Nachdem von der EU erkannt wurde, dass sich die Griechen in die EU geschmuggelt/gelogen haben, hätte dieses Land sofort wieder raus müssen. Doch was machte Merkel: sie änderte einfach das strenge Handbuch der EU. Dann war es zu spät, Griechenland, wie CH Blocher von Beginn an sagte, ein Fass ohne Boden. Griechenland zurück zum Drachmen, zu seinen Schönheiten und Traditionen etc. Griechenland wird wieder aufleben. Nur Mut!
    alexandra weber

    • Dani sagt:

      Sehe ich auch so. Das Land hat sich an die EU verkauft und leidet nur noch masslos darunter. Von dem tollen Land und den tollen Menschen ist nur noch wenig übrig geblieben. Besser sich wieder auf seine Stärken konzentrieren und aus der EU austreten.

      • HR Schneider sagt:

        Genau, sich auf seine Stärken konzentrieren und unabhängig sein können/wollen.

    • Alex Werker sagt:

      Völlig falsch. Deutschland wusste haargenau, dass Griechenland die Voraussetzungen für den Eintritt in die Währungsunion nicht erfüllt, wollte dessen Entritt jedoch aus Geopolitischen Günden nicht verhindern und hat somit zusätzliche Anreize geschaffen die Griechenland noch tiefer in die Krise getrieben haben. Der Wunschtraum einer Führungsrolle in Europa scheint für das Deutsche Politestablishment noch immer Grund genug zu sein irrationale und für die Deutsche bzw. Europäische Bevölkerung fatale Entscheidungen zu treffen. Insofern ist es nichts als fair, wenn Deutschland nun für seine eigene verfehlte Strategie haftet.

      • Wolgang Maier sagt:

        es haften nicht die verantwortlichen Politiker, sonder Deutschland, d.h. der kleine Bürger der immer mehr ausgepresst wird. Allerdings wurde diese ganze Aktion primär aus Brüssel gesteuert. Will sagen Lobbyismus vom Feinsten, auf dem Rücken aller Bürger. Diese sogenannte Elite ist die Wurzel alles Übels. Diese verantwortliche Elite stammt aus der ganzen EU – nur die Deutschen Bürger haben noch Geld das man abzocken kann. Also schön Fingerpointing gen Berlin, wenn das nicht reicht kann man ja noch ein bisschen auf die Geschichte des 3. Reiches zeigen, dann wird schon bezahlt.

  30. Jean M Weber sagt:

    Viele Gründe mehr für die Griechen der Fehlkonstruktion EURO endlich ade zu sagen. Nur so kann es in Zukunft wieder aufwärts gehen.

  31. Marco Schneider sagt:

    Die Griechen haben Jahrzehnte lang Regierungen gewählt, die Ihnen Geldgeschenke für die verstorbene Oma oder die unverheiratete Tochter gemacht haben – alles auf Pump. Warum gibt es in Griechenland kaum ein “fertiges” Gebäude? Weil dann die Steuer darauf fällig wird. Usw. Das griechische Volk hat genommen und genommen. Nun muss das alles zurück bezahlt werden. Das ist bitter, geht aber nicht über Nacht. Sollte Griechenland die Schulden nicht zurück bezahlen gibt es nur eins: Fußtritt und raus aus der EU und dem Euro! Dann aber: Kalinichta Hellas!