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Woher die WEF-Teilnehmer stammen

Von DB, 21. Januar 2015 3 Kommentare »
Zwei Dinge haben sich bis heute am WEF-Teilnehmerfeld nicht geändert: Die Dominanz der Angelsachsen und der kümmerliche Anteil von Frauen.
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Von Rita Flubacher

Als Klaus Schwab 1971 zum ersten Mal nach Davos rief, wollte der Schwabe mit Abschluss an der Harvard-Universität den europäischen Wirtschaftsvertretern amerikanische Managementmethoden vermitteln. Aus dem eher bescheidenen European Management Symposium von damals ist das World Economic Forum entstanden, das Firmen- und Staatschefs von überall nicht verpassen wollen.

In der globalisierten Wirtschaftswelt sind US-Managementmethoden heute allgegenwärtig. Allgegenwärtig sind die Amerikaner auch in Davos. Sie stellen regelmässig die grösste Teilnehmergruppe, dieses Jahr sind es 698 Repräsentanten. Weitet man den Kreis auf den angelsächsischen Raum aus, sind es 983 Menschen. Das sind fast 40 Prozent aller Teilnehmer. In den letzten 20 Jahren weiteten die Amerikaner ihre Teilnehmerzahl um 80 Prozent aus. Stabil sind dagegen die Besucher aus der Schweiz sowie aus den übrigen westeuropäischen Ländern geblieben.

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Und die Welt ausserhalb dieser Landkarte? Sie war immer irgendwie vertreten, wie die Auswertung der Teilnehmerlisten ab 1990 zeigt, wenn auch oft eher als Zaungast. 1990 verteilten sich die knapp 570 Teilnehmer auf rund 60 Ländern. In diesem Jahr füllen über 2500 Menschen aus 140 Staaten die Tagungsräume und Hotels in Davos.

WEF 1990-2015 Kopie

 

Der Vormarsch der aufstrebenden Schwellenländer in Asien zeigt sich am Beispiel von Indien und China. Während Indien schon früh eine respektable Delegation nach Graubünden schickte, spielte das kommunistische China lange eine Aussenseiterrolle. 1993 beispielsweise war ein einsamer Chinese anwesend, während 31 Inder präsent waren.
In den folgenden Jahren stockte das Reich der Mitte seine Abordnung zwar stetig auf, doch Indien baute seinen Vorsprung stetig aus und schickt seither doppelt so viele Vertreter wie Peking in die Schweiz. Der Vormarsch der beiden asiatischen Wirtschaftsmächte rief Globalisierungsgegner auf den Plan. 2006 protestierten WEF-Gegner, weil Klaus Schwab China und Indien als wirtschaftliche Aufsteiger feierte.

Mittlerweile hat China nicht nur den Nachbarn Indien bezüglich wirtschaftlicher Potenz weit abgehängt, sondern auch die USA überrundet. Trotzdem ist die weltgrösste Volkswirtschaft der Welt in Davos weiterhin unterrepräsentiert. 48 Chinesen stehen 110 Indern gegenüber, selbst das wirtschaftlich schwer angeschlagene Russland bringt es auf 62 Delegationsmitglieder.

Frauen haben es schwer

Mit einer Quote von 17 Prozent krass untervertreten sind auch in diesem Jahr die Frauen. An Klaus Schwab dürfte es nicht liegen. Bereits 2004 postulierte er eine Frauenquote von 20 Prozent. «Die Zahl klingt bescheiden», entschuldigte er sich damals, deutete jedoch an, was die Realität sein würde: «Es ist gar nicht so einfach, sie zu erreichen.» In diesem Jahr weisen die Delegationen aus Nordamerika und China mit über 20 Prozent die höchsten Frauenanteile auf. Das WEF selber geht mit gutem Beispiel voran: Mit zwei Frauen erreicht die diesjährige Tagungsleitung sogar die 33-Prozent-Quote.

Doch Davos ist noch sehr weit entfernt von dem, was Sheryl Sandberg, Topmanagerin von Facebook und einer der Stars am WEF im letzten Jahr, erklärte: «Es ist gut, dass Frauen ein Thema auf der Agenda von Davos sind. Aber unser Ziel ist es, sie aus dieser Agenda wegzubringen.»

3 Kommentare zu “Woher die WEF-Teilnehmer stammen”

  1. Giovanni Kunz sagt:

    Liebe Redaktion
    Es ist mir ein Schreibfehler passiert . Das Wort heisst richtig Epaulette . Können Sie das Wort richtig schreiben ?
    Mit freundlichen Grüssen Giovanni Kunz

  2. Giovanni Kunz sagt:

    Die Zeit publizierte am 26 Januar 2011 folgende Zahlen . Der Grundpreis für ein Unternehmen-dafür gibt es nur eine Einladung beträgt 50 000 Fr Für eine halbe Million gibt es die Epoulette Strategic Partener .

    So viel Geld wird auch diese Jahr in Davos fliessen . Wenn ich denke wie viel die ganze Sicherheit und die vielen Flüge von Kloten in Richtung Davos kosten werden , frage ich mich ob man dieses Geld nicht besser in Entwicklungshilfe einsetzten würde . Denn im Moment leiden etwa 87o Millionen Menschen an Unterernährung und 2.6 Milliarden Menschen kennen keinen Zugang zu vernünftigen Sanitäranlagen . Es nützt aus meiner Sicht nicht viel , wenn man miteinander nur redet , meistens so kompliziert dass der einfache Bürger gar nicht versteht , es müssen Taten folgen .

  3. No One sagt:

    Prozente wären etwas anschaulicher, so sehen wir ja nur dass das WEF gewachsen ist. Der 3D Globus schaut ja nett aus, aber kommuniziert sehr schlecht.