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Alles Müller

Von Barnaby Skinner, 5. Januar 2015 81 Kommentare »
Unsere interaktive Schweizer Namenskarte zeigt, welche Geschlechter welche Regionen prägen. «Die meisten Menschen sind auch heute noch sehr in ihrer Region verwurzelt»: Zu den Auffälligkeiten der Karte haben wir Namensforscherin Simone Berchtold befragt.
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Der häufigste Schweizer Nachname ist mit Abstand Müller – insgesamt 21’427 im Telefonverzeichnis registrierte Haushalte lauten so. Das zeigt eine Auswertung aller 2’687’640 bei Search.ch eingetragenen privaten Telefonanschlüsse. Von Region zu Region – in den Bergen gar von Dorf zu Dorf – unterscheiden sich die dominierenden Namen markant. Das überwiegende Familiengeschlecht des Kantons Schwyz etwa ist Kälin, dasjenige des benachbarten Kantons Zug lautet Iten. Aber sehen Sie selber. Die folgende Karte zeigt den häufigsten Nachnamen in der jeweiligen Region:

kantonsnames_karte

 

 

Suchen Sie in der nachfolgenden interaktiven Grafik Ihren eigenen Namen. Sie können zwischen der absoluten und der relativen Verteilung eines Nachnamens hin und her wechseln. Wenn Sie einen Namen nicht finden, ist er nicht im Onlinetelefonbuch registriert. Verwendet wurden nur Namen, die schweizweit mindestens zehnmal im Telefonbuch von Search.ch vorkommen.

Zur Vollbildansicht: Mobilnutzer klicken bitte hier.

Wir haben uns mit der Namensforscherin Simone Berchtold vom Deutschen Seminar der Universität Zürich über die Auffälligkeiten der Schweizer Namenskarte unterhalten. Dieses Interview bildet den Auftakt einer sechsteiligen Serie über Nachnamen in der Schweiz, die in den kommenden Tagen im «Tages-Anzeiger» erscheinen wird.

Simone Berchtold ist Expertin für Namensforschung am Deutschen Seminar der Universität Zürich

Frau Berchtold, hätten Sie Müller als häufigsten Schweizer Namen erwartet?
Der Name Müller ist nicht nur in der Schweiz, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum der häufigste Name. Der Müller war in der Agrarwirtschaft ein sehr häufiger Beruf. Gleichzeitig gibt es davon nur wenige Namenvarianten. Der Bauer kann der Ackermann sein, der Bumann oder der Feldmann. In den Schweizer Bergregionen gab es deshalb weniger Müller, weil dort weniger Getreide angebaut wurde.

Wie sind Nachnamen überhaupt entstanden? In der Antike und in vielen anderen Kulturen reichte oft der Vorname.
Der Prozess beginnt schon im 12. Jahrhundert. Das hatte damit zu tun, dass immer mehr Menschen den gleichen Vornamen trugen. In gewissen Gegenden hiess jeder zweite Mann Heinrich, jede zweite Frau Mechthild. Durch einen weiteren Namen wurde die Identifikation einfacher. Dies war nicht unerheblich, um Erbansprüche geltend zu machen. Das Aufkommen eines zweiten Namens dürfte auch durch die romanische Nachbarschaft beeinflusst gewesen sein. In Venedig etwa kommt Zweinamigkeit bereits im 9. Jahrhundert auf. In Urkunden sieht man, wie nachträglich noch Bezeichnungen hinzugefügt wurden. Man spricht in dieser Entstehungsphase noch nicht von Familiennamen, sondern von Beinamen, die auf den Träger passten. Der Müller war jemand, der tatsächlich Müller war. Inauen hiess jemand, der «In der Au» wohnte, also im nassen Wiesland.

Stammen alle Namen auf der Karte aus dieser Zeit?
Aus der Frühen Neuzeit, ja. Dann, um 1800, hat man in der Helvetischen Republik das Bürgerrecht eingeführt. Im Familiennamenbuch der Schweiz werden den Gemeinden und Städten die dort jeweils alteingesessenen Familien zugeordnet. Natürlich wurden keine Mägde oder Hilfspersonal erfasst, sondern die ökonomisch mächtigere Klasse. Was mich überrascht: Über 200 Jahre später dominieren an denselben Orten noch immer dieselben Familiennamen. Etwa in der Bündner Gemeinde Vrin die Caminadas oder in St. Antönien die Flütschs. Das zeigt, dass noch heute die meisten Menschen sehr in ihrer Region verwurzelt sind. Ein grosser Teil der Bevölkerung bleibt eben doch am selben Ort, oder er kehrt wieder zurück. Zumindest ist dies bei den Männern der Fall. Denn nach wie vor wird der Name meist über die männlichen Nachkommen vererbt.

Wir sind also weniger mobil, als wir denken?
Oder die Mehrheit der Bevölkerung bewegt sich in einem kleineren Radius als gemeinhin angenommen.

Was bedeuten die Namen? Was zum Beispiel heisst Aebischer?
Das ist ein Ort nahe der Gemeinde Frauenkappelen bei Bern. Auf diesen Ort geht der Name zurück. Es handelt sich um einen Herkunfts- oder Wohnstättennamen. Hinter den Familiennamen im deutschsprachigen Raum stecken fünf Motive: der Beruf, wie im Falle von Müller, oder der Ort, entweder der Wohnort oder der Herkunftsort, wie bei Aebischer im Kanton Freiburg. Der vierte Namenstyp geht auf Vornamen zurück, meist auf denjenigen des Vaters. Wie Arnold, der beliebteste Name im Kanton Uri. In Island gibt es nach wie vor keine Nachnamen, sondern nur den Vaternamen als Beinamen: Otto-son zum Beispiel oder Otto-dóttir, der Sohn oder die Tochter des Otto. Der Ausdruck der Zugehörigkeit zum Vater ist ein europaweites Phänomen. In Skandinavien sind es Namen wie Svenson oder Erikson. In Osteuropa Namen, die auf -ic oder -ov enden: Petric oder Petrov, Sohn des Peter.

Welches ist das fünfte Namensmotiv?
Als letztes gibt es die Übernamen, Bissig zum Beispiel oder Fux. Also Namen, die nach bestimmten Eigenschaften vergeben wurden. Oft sind diese Bezeichnungen weniger schmeichelhaft. Es kann für mich sehr unangenehm werden, wenn ich jemandem die Herkunft seines Namens erklären muss.

Machen Sie ein Beispiel.
Nehmen wir Tschirky. Das kommt von langsam, schleichend, schlurfend gehen. Es handelt sich wohl um ein lautmalerisches Wort, das das Geräusch wiedergeben soll.

Das ist für das St. Galler Dorf Weisstannen tatsächlich nicht sehr schmeichelhaft. In dieser Gemeinde dominiert der Name Tschirky.
Manche erklären sich die vielen unvorteilhaften Namen mit der Mentalität der damaligen Gesellschaft; dass sich die Menschen eher am Negativen orientierten. Doch auch heute werden die Spitznamen in einem ähnlichen Verfahren vergeben. In der Gebärdensprache etwa orientieren sich die Gebärden für Namen an auffälligen Merkmalen, um jemanden zu beschreiben – etwa danach, ob jemand besonders gross oder klein ist.

Das Wallis hat auffällige Namen wie Abgottspon oder Anthamatten. Weshalb?
Das sind ortsgebundene Namen. Anthamatten heisst also auf der Matte, eine Wiese. Abgottspon ist ein Herkunftsname zum Ort beziehungsweise Ortsnamen Gspon, einem Weiler in der Gemeinde Staldenried VS. Das Besondere dieser Namen ist das Zusammenwachsen von Präposition und Nomen. So etwas kommt sonst nur im Nordwesten Deutschlands und teilweise in den Niederlanden vor; häufig sind das Rand- oder Reliktgebiete.

Was sind Reliktgebiete?
Orte, wo ältere Sprachformen bewahrt werden, die im restlichen Sprachgebiet eine Veränderung durchgemacht haben. Das Wallis ist eine solche Region. In der Zentralschweiz kommt es von Kanton zu Kanton zu einer Häufung unterschiedlicher Namen: Burch, Odermatt oder Arnold. Burch ist ein Wohnstättenname und geht auf eine Örtlichkeit zurück. Aber warum ein Name so oft in einem bestimmten Kanton auftritt, kann ich nicht erklären. Dass es so viele Heftis in Glarus gibt, hat auch etwas Willkürliches.

Was heisst Hefti?
Das ist ein Berufsübername. Das Heft ist der Griff einer Säge oder Waffe. Vergleichbare Namen sind Bickel oder Hammer. Hier entsteht der Name nach einem Material, einem Werkzeug oder einem Produkt.

Und die Namen Kälin im Kanton Schwyz oder Iten in Zug?
Kälin ist ein Übername und bezeichnet einen schwerfälligen Menschen, einen Tölpel oder einen Grobian. Iten ist ganz interessant. Der Name geht wohl auf eine Frau zurück. Nur selten wurde der Name der Mutter zum Familiennamen. Iten ist eine Abwandlung vom weiblichen Rufnamen Ita. Eine Erklärung dafür ist, dass die Frau des Hauses eine höhere Stellung genoss als der Mann; oder dass der Name der Frau im Ort besser bekannt war, etwa wenn der Mann zugezogen war; vielleicht auch wenn das Kind unehelich war.

Woher kommt der Name Flütsch? Er dominiert den Ort St. Antönien in Graubünden.
Flütsch ist die deutsche Kurzform des lateinischen Namens Florinus, genauso wie Flury. In Graubünden dominieren in vielen Gebieten Namen, die mit Ca- beginnen. Das ist die Kurzform von Casa. Der Name drückt also Zugehörigkeit zu einem bestimmten Haus aus. Capeder zum Beispiel heisst zum Haus des Peter gehörend. Auffällig ist der Name Hunger. Er fällt in Graubünden etwas aus dem Rahmen. Möglicherweise ist das eine alte Form für den Ungarn, ein Herkunftsname also. Im Kloster Disentis wird im 9. Jh. in den Mönchslisten dreimal die Bezeichnung Pannonius (= Ungar) genannt. Der dürfte wohl keine Nachkommen gezeugt haben. Doch es zeigt, dass es sehr früh Kontakte zwischen Graubünden und Ungarn gegeben hat.

Wie kann ein Name, der von ausserhalb kommt, in einer Region dominant werden?
Es ist genauso schwer zu erklären, weshalb gewisse Namen aussterben. Wir führen beim Deutschen Seminar in Zürich eine Datenbank aller Schweizer Namen seit 1800. Es ist schon eine ganze Reihe ausgestorben. Kinimann, Dikelmann oder Hüselmann gibt es zum Beispiel in der Schweiz nicht mehr gemäss Telefonbuch.

Die Nachnamen werden also immer weniger?
Die Immigration sorgt dafür, dass immer neue Namen hinzukommen.

Gehen wir in die Westschweiz. Sie ist von französischen Namen geprägt.
Das stimmt nur bedingt. Der häufigste Name des Wallis, Aymon, kommt zum Beispiel vom althochdeutschen Heimon. Auch Aubry im Jura hat germanische Wurzeln, ist in seiner Aussprache und Schreibung natürlich romanisiert. Er kommt vom germanischen Alberich und bedeutet Elb, Naturgeist und reich. Es gibt also nur auf den ersten Blick auf der Namenskarte einen Röstigraben.

81 Kommentare zu “Alles Müller”

  1. S.von Arx sagt:

    Genauere Daten könnte wohl das Bundesamt für Statistik liefern, es ist sicher gerechtfertigt, dass nicht jede Stelle Zugang zu solchen Daten hat. Für diese wissenschaftliche Arbeit hätte man aber sicher die neusten Zahlen des BFS verwenden können, dann wären auch representative Resultate dabei herausgekommen.
    So ist die Aussagekraft leider nicht signifikant!

    Asuzug von der Bundesamt für Statistik Webseite zum Thema Volkszählung:

    “2010 erfolgte eine grundlegende Änderung. Die Volkszählung wird seither im Einjahresrhythmus und in neuer Form durch das Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführt und ausgewertet. Um die Bevölkerung zu entlasten, werden die Informationen primär aus den Einwohnerregistern entnommen und mit Stichprobenerhebungen ergänzt. Nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung wird schriftlich oder telefonisch befragt.”

    Aktuelle und verlässlichere Daten wären sicher vorhanden.

  2. Hugo Schnell sagt:

    Ist interessant wie sich die Leute betroffen fühlen. Z. B. der liebe Hugo Tschirky zeigt, dass er doch seinem Namen alle Ehre macht: ein Schnelldenker kst er auf jeden Fall nicht, da hinkt er schon ein Wenig. Ist doch ein spannender Text und die Statistik ist nicht perfekt, aber trotzdem spannend.

    • Hugo Tschirky sagt:

      Herr Schnell, nur mit spannenden, oberflächlichen und mutmaßenden Texten, welche Wissenschaftlichkeit vorgaukeln, und unkorrekten Statistiken gibt sich halt nicht ein jeder zufrieden. Das Sie aber einzig “betroffen fühlen” aus meinen Kommentaren erkennen, zeigt, dass sie den Hauptinhalt meiner Kommentare nicht verstehen.

  3. H. Fischer sagt:

    Ich will jetzt keine Stellung zum Interview nehmen, aber ohne die Herkunfterklärungen zu überprüfen, zeigt schon die gewählte Datenquelle wie seriös (oder eben nicht..) diese Studie ist !
    z.B. wurde bekannt gegeben, dass in Kt. Freiburg der Name Aebischer nur der 5. meistgetragene Nachname ist. Suchen Sie einfach Ihre Name und schon sehen Sie wie falsch die Resultate liegen. 😉

  4. maja sagt:

    ist doch alt bekannt, dass Müller, Meier und Moser häufig vertretene Namen sind.

  5. Oskar Hodensack sagt:

    Toll, dass der Tagi dieses Schmunzelstück in sein seriöses Blatt geschmuggelt hat !

    • Gabriel Müller sagt:

      Die Herkunft von Tschirky gefällt mir. In ein paar hundert Jahren werden allerdings Namensforscher diesen Blog entziffern und die Deutung “entsetzter Forumsschreiber, der mit belehrendem zutexten schneller ist als seine schlurfenden Vorfahren” interpretieren.

      • Hugo Tschirky sagt:

        Und Herr Gabriel Müller, nicht unbedingt guter Humor den Sie da zum Besten geben. Aber aufgepasst mit ihrer Verunglimpfung meiner Vorfahren, wenn Sie von ” SEINE SCHLURFENDEN VOFAHREN” schreiben. Diese von Ihnen unbedacht niedergeschriebene Ehrverletzung, könnte für Sie durchaus in einer gerichtlichen Nachbetrachtung enden.

        • thomas federlein sagt:

          Herr Tschirky, wenn Sie jemanden, der von Ihren Vorfahren behauptet, sie seien Schlurfet gewesen, vor Gericht zerren, haben Sie aber wirklich die Relationen verloren. Was sagen Sie denn all den Dicke, Kleins, Siebenhaars etc.? Übrigens: Die Deutung von Tschirky als ‘Schlurfer’ stammt ja gar nicht von Berthold, sondern steht ganz ähnlich auch im Rätischen und im Liechtensteiner Namenbuch, die beide von renommierten Forschenden erstellt wurden.

          • Grendelmeier-Neuner, Felix sagt:

            Ja, genau, dem kann ich nur zustimmen:
            Tschirky bedeutet: “Der mit dem Wolf schlurft…” – heute und gestern… wie es schon die Vorfahren taten…

          • Hugo Tschirky sagt:

            Herr Grendelmeier-Neuner, war gerade in der glücklichen Lage Ihre Deutung meines Namen in vollen Zügen zu genießen. Durch die ruhigen, wildromantischen Berge und Wälder unseres Weisstannentals zu streifen, ist immer ein traumhaftes, wunderbares Naturerlebnis, das seinesgleichen sucht. War heute mit den Tourenskiern unterwegs. Das Laufen mit Skiern an den Füßen kann man durchaus als Schlurfen bezeichnen, ein Sportler würde dies Gleiten nennen. Leider konnte ich, so sehr ich mich auch bemühte, heute leider weder dessen Spuren noch den Wolf ausmachen, (vielleicht war Meister Isegrimm aber auch nur gut versteckt), aber abgesehen davon, da fehlt dann ja nur wenig zu Ihrer Deutung. Nun aber zu erstaunlichen Teil meines Waldausflugs. Dort im grünen, nein weiß verschneiten Tann, hinter einem großen Stein, ein Feuerlein, drumherum tanzend eine kleine gnomenhafte Gestalt wie aus dem Märchen. Ich konnte nicht anders, es zog mich magisch wie von Geisterhand geführt hin zum Feuerlein. Keine Möglichkeit, mich dem Zauber zu entziehen, tanzte ich mit den Männlein um die wärmende Glut und wir sangen so laut es nur ging: “Ach wie gut, das niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß”. Sie werden und sollen es auch nicht glauben, ich vertrete die eindeutig zweideutige These, dass unser Rumpelstilzchen-Lied gemäß meinen Mutmaßungen sogar an der Uni Zürich zu hören gewesen sein könnte.

          • Hugo Tschirky sagt:

            Herr Federlein, Ihr Vergleich ist m.E. nicht ganz korrekt. Würde die These das der Name Tschirky hergeleitet von schlurfen tatsächlich zutreffen, kein Problem, Herr Müller schreibt aber “seine schlurfenden Vorfahren”, wider besseres Wissen, und das ist ehrverletzenden. Bin sicher zu wenig rechtsgewandt, um Herrn Müller deswegen vor Gericht zu zerren, aber für Herrn Müller wäre es durchaus ratsam, künftig nicht pseudohumoristisch, ehrverletzende Kommentare zu verfassen. Danke Ihnen aber herzlich für den Hinweis auf das Rhätische und das Liechtensteinische Namenbuch. Der Name Tschirky hat seinen Ursprung aber meines Wissen eindeutig im Weisstannental. Wenn nun ähnliche Deutungen eines Namens im Rhätischen und Liechtensteinischen Namenbuch zu finden sind, heißt das noch lange nicht, dass diese Deutung einfach auf eine andere Örtlichkeit oder Region angewendet werden kann.

          • thomas federlein sagt:

            Herr Tschirky, Liechtenstein und Graubünden sind aber doch sehr nah am Weisstannental, und auch vor 500 Jahren konnten Meschen schon ein paar Kilometer auswandern, sprich: Die Deutung aus Liechtenstein und Graubünden kann durchaus auch auf das Weisstannental zutreffen. Wenn Sie dann noch im Schweizerdeutschen Wörterbuch nachschauen (http://digital.idiotikon.ch/idtkn/id14.htm#!page/141795/mode/1up), steht da halt, dass in Graubünden Tschirggi früher wirklich zur Bezeichnung schlurfender Personen gebraucht wurde, ebenso in der Gegend von Interlaken (!) für schwerfällige Menschen. Und der Familiename Tschirggin war offenbar im 14. Jahrhundert auch in Bern einheimisch. Das alles ist zwar nicht schmeichelhaft für Sie, aber doch auch keine persönliche Beleidigung. Ich würde demnach vermuten, dass sehr wohl einer Ihrer fernen Vorfahren schlufte oder hinkte und hoffe, dass Sie mir jetzt nicht “wider besseres Wissen” vorwerfen und mich vor Gericht zerren.

          • Hugo Tschirky sagt:

            Danke Herr Federlein. Ihre Ausführungen sind nun fundiert und ohne pseudohumoristiche, ehrverletzenden Worte, welche bei Herrn Müllers Kommentar leider den Hauptinhalt darstellten. Auch bezüglich Wissenschaftlichkeit relativiert sich m.E. in Ihrem Kommentar einiges. Daher liegt es mir fern, Ihnen gerichtliche Nachspiele anzudrohen.Herr Federlein es geht auch überhaupt nicht darum, ob die Namensherkunft schmeichelhaft erscheint oder nicht. Sie brauchen aber in Ihren Ausführungen sicher bewusst die Formulierung “die Deutung kann zutreffen”. Diesen Ansatz vermisse ich aber im Interview von Frau Berchtold. Sie stellt ihre These als einzige und richtige Deutung in die Medien. Wissenschaft mit “kann, oder könnte sein” Thesen? Herzlichen Danke für Ihre Bemühungen, besonders für die Suche und Kommunikation von durchaus interessanten Informationen betreffend meines Namens.

          • thomas federlein sagt:

            Lieber Herr Tschirky, Sie haben schon recht, im Interview mit Frau Berchtold steht keine Relativierung. Das ist aber wohl eher dem Interviewer oder der Redaktion anzulasten. Ein Interview soll halt knackig daherkommen und nicht alles relativieren. Beste Grüsse!

          • Hugo Tschirky sagt:

            Lieber Herr Federlein. Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Sie damit richtig liegen. Da wären wir dann bei Effekthascherei, tendenziöser Berichterstatung und schlussendlich der Glaubwürdigkeit unserer Medien gelandet. Dies wäre durchaus eine weitere aussführliche Diskussion wert, sprengt aber sicherlich den Rahmen dieses Forums. Auch an Sie beste Grüße aus dem Weisstannental!

    • Rohrbach sagt:

      “Schmunzelstück”, klar, mehr ist’s nicht. … vom Tagi erstellt und ich darf doch wohl ganz ernsthaft vermuten, dass Frau Berchtold wohl kaum auf dieser wackligen Basis ihre Forschung basieren lässt. Genauso wenig ist natürlich haltbar, dass nur ein Schweizer /eine Schweizerin in der CH Namensforschung seriös betreiben kann.
      Immerhin, auch die wacklige Basis lässt doch Amüsantes und Erklärungsbedürftiges erkennen:
      Klar, dass in der Gegend meines Bürgerortes recht viele Rohrbachs auch im Telefonbuch zu finden sind. Warum aber gibt’s so viele in französischsprachigen Jura? Für mich jedenfalls eine spannende Frage….

  6. Martin Fischer sagt:

    Es handelt sich hierbei um eine recht dilettantische, weil methodennachlässige, schnelle Auswertung einer unvollständigen Datenbank (Telefonbuch?!). Abgeglichen mit einer möglichen Interpretation der Herkunft des Namens, deren Valenz genauso gut wie eine andere Fehlinterpretation ist. Geisteswissenschaft im deutschen Sprachraum, wie sie leibt und lebt! Man vergleiche dies mit der Praxisnähe der angelsächsischen Tradition. Was haben wir nicht gehört von Bildungsinvestitionen, die niemals genug sind; vom gefährdeten Anschluss an die europäischen Hochschulen; von den Fachkräften, die wir dringend importieren müssen – genau!
    Ein Beispiel: ‘Relikt’- oder Randgebiete. Wo ist wohl das Zentrum, wenn die Niederlande und das Wallis am Rand sind? Irgendwo hinter dem Limes.

    • Christian Schenk sagt:

      Sie politisieren unnötig die Wissenschaft. Natürlich sind das Wallis und die Niederlande und das Wallis Randregionen. Des Deutschen Sprachraums nämlich. Und Relikte sind sie, weil sie – im Vergleich zu anderen Dialekten des Deutschen – unterentwickelt sind. Wallisserdeutsch ist noch sehr nah am Alt- bzw. Mittelhochdeutschen (was vergleichsweise auf alle Hoch- und Höchstalemannischen Dialekte zutrifft), während das Niederländische nah an Niederdeutschen Sprachen liegt. Je nachdem wurde die eine oder andere Lautverschiebung nicht durchgemacht. Darum spricht man nördlich von Köln vom Appel, südlich vom Apfel. Die Zentren von Sprachregionen (vrgl. Hochsprache) sind arbiträr aber meist politisch. Das Standarddeutsche ist in Mitteldeutschland anzusiedeln. Im Englischen in Middlesex, in Frankreich um Orléans.

      • Hugo Tschirky sagt:

        Herr Schenk, mit Ihrem Diskurs betreffend Zentren von Sprachregionen und deren Randregionen zeigen Sie plausibel auf, dass besonders bei geisteswissenschaftlicher Forschung, die Herkunft oder die politische Prägung einer Fachperson sehrwohl eine wesentliche Rolle spielen kann. Sie schreiben selber; “Die Zentren von Sprachregionen sind arbiträr aber meist POLITISCH”. Verstehen Sie mich aber nicht falsch, eine gewisse Distanz und dadurch Unvoreingenommenheit bezogen auf das zu erforschende Thema, kann die betreffende Forschung durchaus auch sehr positiv beeinflussen. Bezüglich der Äußerungen von Frau Berchtold betreffend des Namens Tschirky (Ursprung im Weisstannental), lese ich im Interview: “Das ist für das St.Galler Dorf Weisstannen tatsächlich nicht sehr schmeichelhaft. In dieser Gemeinde dominiert der Name Tschirky.” Frau Berchtold erklärt die Namensherkunft durch Herleitung aus der Deutschen Sprache, und der Mentalität der damaligen Gesellschaft, sich am Negativen orientierend. Hätte eine dem Weisstannental “näherstehende” Fachkraft auch in erster Linie diesen Herleitungsansatz gewählt, oder wäre sie differenzierter vorgegangen? Hätte ein Namensforscher oder eine Namensforscherin mit regionalem Hintergrundwissen auch nur diese einzige These kommuniziert, ohne sie zu relativieren?

  7. Peter Vonwil sagt:

    Ich hatte mal einen Arbeitskollegen namens Hefti. Er wollte mal auf dem Schlachtfeld/Friedhof von Näfels (Schlacht bei Näfels, 1388) nachschauen, ob auch einer seiner Vorfahren in der Schlacht gefallen war. Fehlanzeige! Waren seine Vorfahren so feige? Die Lösung, die ihm zugetragen wurde, lag darin, dass es damals keine Hefti in Glarus gab, jedenfalls nicht auf der Seite der Glarner, sondern auf der Seite der Österreicher bzw. Ungarn. Höfti soll ein ungarischer Name sein. Vielleicht gründet der “alte” Glarner Name Hefti auf ein paar Deserteuren?

  8. Schärli sagt:

    so ein Blödsinn! ich bin Luzernerin, heisse Schärli und kenne jenste andere Schärlis im Kanton und die Grafik zeigt einen einzigen Schärli im Kanton Luzern an, was soll denn das?

    • Thomas sagt:

      Ich erhalte ein Total von 286 für Schärli im Kanton Luzern. Vielleicht nochmals probieren bevor meckern…

  9. Patrick sagt:

    Warum heist die Gemeinde Menzingen plötzlich Edlibach?

  10. Markus Schneider sagt:

    Das Telefonbuch ist doch heute gar keine ernstzunehmende Quelle mehr. Aber natürlich ist es billiger, als bei den einzelnen Gemeinden die Einwohnerregister in verschiedenen Formaten durchzusehen. Ich jedenfalls bin gar nicht im Telefonbuch gelistet und das wird auch so bleiben. So kann man also irgendwie pseudowissenschaftlich einen auf Erkenntnis machen und es stimmt doch irgendwie so leider gar nicht. Schade um die vertane Zeit, die hätten lieber einen kleinen Kanton untersucht, aber dafür richtig.

  11. Miri sagt:

    An alle mit antiakademischem Reflex: Im Artikel steht “unsere Karte”, mit “unsere” ist wohl der Autor des Artikels oder der Tagesanzeiger gemeint. Die Namen kommen aus dem Telefonverzeichnis, steht alles da. Ich zitiere: “Wenn Sie einen Namen nicht finden, ist er nicht im Onlinetelefonbuch registriert.” Frau Bechthold wurde zu diesen Daten befragt, es handelt sich nicht um ihre Forschung, sie forscht in Namensbüchern des 18. Jahrhunderts. Alles klar?

    • Hugo Tschirky sagt:

      Wenn Frau Berchtold nur zu den Daten befragt worden wäre, und es sich nicht um ihre Forschung handeln sollte, sie nur in Namensbüchern des 18. Jahrhunderts forscht, wäre es erst recht eine Anmaßung, wohlverstanden mit akademischen Anspruch, nur eine Deutung der Herkunft meines Namens im Interview zu kommunizieren, obwohl mehrere Varianten plausibel erscheinen. Antiakademischer Reflex, wenn durch Frau Berchtold im Interview explizit nur ihre These deutscher Sprachwissenschaft mit Mutmassungen untermauert Platz findet, andere im Weisstannental über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte überlieferte Herkunftstheorien nicht mit einem Wort erwähnt werden?

  12. Naef sagt:

    Hello,

    My name is NAEF and me, my parents, my sister, my grandparents and my grand-uncle and grand-aunt, we all live in 1752 Villars-sur-Glâne. But this village is not on your list. How come? You are missing 8 Naef in 1752 Villars-sur-Glâne !

    Great research nevertheless.

    C. Naef

  13. Armando sagt:

    Dürftig. Gemäss der Karte sind weite Teile der Schweiz namenlos. bzw. haben die Bewohner keine Namen, so weite Teile der Kantone Bern, Luzern, Aargau usw. Dabei gibt es auch in diesen Gebieten dominierende Geschlechtsnamen.

  14. R. Gattlen sagt:

    Interessantes Thema, jedoch zum Teil bedenklich was für Aussagen! Gemäss Karte und Interview ist Aymon der häufigste Namen im Wallis. Wer sich nur einigermassen im Wallis auskennt, weiss dass dies nicht stimmt. Gemäss Grafikauswertung gibt es 218 Aymon Einträge im Wallis, jedoch z.B. 553 Schmid, 492 Rey, 465 Favre, 449 Zufferey, 381 Burgener, 300 Andenmatten etc.

  15. Gnos Ernst sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Könnten sie mr die Anschrift oder die mail Adresse von Frau Simone Berchold angeben.
    Ich möchte gerne etwas über meinen Namen Gnos etwas erfahren. Das Geschlecht lebte im 13. Jahrhundert im Kt. Glarus
    hautsächlich in Linthal. Anno 1472 ist ein Johann (Hans Gnos) nach Spiringen (Kt. Uri) ausgeandert und hat sich dort
    eingebürgert. 1986 hat sich das Geschlecht wiederum im Kt. Glarus (Schwanden) eingebürgert.

    Ich wäre dankbar etwas über den Hintergrund des Namens Gnos zu erfahren.

    Mit bestem Dank für Ihre Bemühngen und feundlichen Grüssen

    Ernst Gnos

    • Hugo Tschirky sagt:

      Lieber Herr Gnos. Es tut mir leid, aber ich würde Ihnen professionellere Hilfe in Sachen Namensforschung empfehlen, als Frau Berchtold. Schlechtere, willkürlichere Nachforschung zu meinem Namen Tschirky, (dem Interview mit Frau Berchtold zu entnehmen), kaum recherchiert, einseitige Deutung offensichtlich nur deutschsprachorientiert mit fehlendem Geschichtshintergrund und grossmehrheitlich nur auf Mutmaßungen abgestützt, fast nicht mehr denkbar.

  16. Alain Burky sagt:

    Diese Müllers scheinen ja ziemlich herumgekommen zu sein. Kein Wunder bei dieser Anzahl. In Paris wurde ihnen sogar eine Strasse gewidmet. ‘Rue Mueller’ – am Montmartre. Na ja, das “Moulin Rouge” ist auch nicht so weit.

  17. Brunner Kurt sagt:

    Habe die Kommentare zu der Namensstatistik gelesen.
    Zu Kälin:Aus meiner Jugendzeit erinnere ich mich an den Ausdruck “Cheli ” oder “Chäli ” und bedeutete das Verbindungsholzstück über den Nacken zweier Ochsen oder Kühe bei einem Fuhrwerksgespann.
    In den Kirchenbüchern als Vorgänger der heutigen Zivilstandsregister sind auch Angaben zu alten Familiennamen herauszuholen.

    • Simon Kälin sagt:

      Diese Verbindungsstück ist nicht aus Holz, sondern Metall. Auf dem Familienwappen ist dies gut zu sehen.

      • Hotel Papa sagt:

        Wobei Wappen als Herkunftsquellen nur bedingt taugen. Oft ist der Name älter als das Wappen, und letzteres eine Interpretation eines mehr oder minder geschickten Heraldikers.
        Musterbeispiel dafür für mich das Wappen von Ober- und Unterentfelden, die jeweils eine Ente ziert… Da hat jemand nicht viel überlegt, wie Ortsnamen zustandekommen.

  18. Danielle sagt:

    Mir kommen diese ‘Statistik’ und die Pseudokarte auch sehr spanisch vor. Ein paar willkürliche Stichproben ergaben für mich keinen logischen Sinn. Ausserdem pikant: Eine Deutsche erklärt den Schweizern die Herkunft ihrer Namen…

    • Otto sagt:

      Ist das Ihr ernst?

    • thomas federlein sagt:

      Klar, Deutsche können nämlich unmöglich eine Ahnung haben von der Schweiz. Und die Relativitätstheorie gilt auch in Frankreich nicht, denn sie wurde ja nicht von einem Franzosen entdeckt. Woher Sie die Kenntnis nehmen, dass Berchtold Deutsche ist, bleibt allerdings Ihr Geheimnis. Echt wunderlich, was für ein Volk von Besserwissern sich hier herumtreibt. Wie wärs mal damit, sich erst kundig zu machen und nicht sofort alles, was mit Wissenschaft zu tun hat, zu verschreien?

      • Florian Schiestl sagt:

        Danielle: das “Deutsche Seminar” der UZH heisst nicht deshalb so, weil dort nut “Deutsche” arbeiten, falls sie das gemeint haben.

        • Markus Schneider sagt:

          Nicht ganz zufällig ist Fraue Simone Maria Berchtold Schiestl (geboren 1972) tatsächlich eine Deutsche und studierte in Erlangen. Das kann man mit einer Minute Recherche im Internet herausfinden. Zudem denke ich auch, dass eine Deutsche für Schweizer Namensforschung nur in Ausnahmefällen geeignet ist. das Schlimmste sind aber die Methoden: das Telefonbuch, einfach lächerlich.

          • Markus Schneider sagt:

            Anderswo ist zusätzlich zu lesen, sie habe auch in Wien Deutsche Philologie, Anglistik und Amerikanistik studiert. Schweizerin jedenfalls ist sie nie und nimmer.

  19. Urs sagt:

    Ich wohne in den Niederlanden, wo ein fantasievoller Aspekt der Namgebung hinzu kam; in der Zeit der franz. Besetzung mussten die Menschen einen Nachnamen haben,welche sie selber erfanden; auf Grund der innereren Widerstandes erfanden die Leute Namen, welche die Situation lächerlich machen sollte , z.Bsp , “Nacktgeboren” oder “Poepjes” ( was soviel wie “Gaggeli” ) bedeutet

  20. Simon Kälin sagt:

    Der Name Kälin aus Einsiedeln kommt nicht von Tölpel oder Grobian sondern vom “Keleisen”. Diese Eisen ist auch auf dem Familienwappen und wurde/wird verwendet um zwei Ochsenjoche zu verbinden.

  21. solviso sagt:

    Vornamen als Familiennamen:
    So wie Otto-dóttir, Svenson und Petrowa heisst meine Frau Ruebi Beiters Leonä Vrenä

  22. solviso sagt:

    Nicht ganz ernst zu nehmen:
    Eine andere Interpretation von Tschirky habe ich in Neuseeland gehört: Es setzt sich zusammen aus Chicken und Turkey.

    • Hugo Tschirky sagt:

      Danke Herr oder Frau solviso. Mindestens sind sie ehrlich und schreiben “Nicht ganz ernst zu nehmen”. Aber Frau Berchtold mit ihrem akademischen Anspruch, dazu eine sechsteiligen Serie? BEDENKLICH

  23. Zaugg Wildi Helena sagt:

    Ich wohne seit 30 Jahren in 6986 Novaggio, wo es laut Ihrer Karte aber niemanden mit dem Namen Zaugg gibt. Ich bin hier regulär angemeldet, habe Telefon und bin im Telefonbuch. Diese Statistik ist also nicht sehr genau

  24. Kälin sagt:

    Huch, da war ich schon etwas überrascht zu lesen, dass mein Nachname Tölpel und Grobian heissen soll. Von welchem (Alt?)-Deutschen Wort kommt denn Kälin? Ich ging immer vom logischsten aus: Kälin stammt vom kleinen Pass “Chälä” zwischen Einsiedeln und Gross und ist deshalb ein ortsgebundener Nachname. Und, auch wenn Kälin häufig ist im Kanton Schwyz, stammt der Name ganz klar aus der Region Einsiedeln und ist dort weitaus häufiger als sonst irgendwo. Alle Kälins im Kanton Schwyz sind quasi “ausgewandert”.

  25. Kälin Hansueli sagt:

    Wie der Zusammenhang von Kälin und Tölpel bzw. Grobian zustande kommt, schreibt die gute Frau nicht. Gemäss meinen Kenntnissen, sind die Kälins im 10. Jahrhundert aus der Gegend von Strassburg hergezogen, um beim Aufbau des Klosters zu helfen. In der ersten Urkunde von 1319 wurde der Name mit Kelina aufgeführt. Cheli soll auch ein Teil eines Ochsengespanns heisse. Behauptungen ohne Quellangaben sollten mit Vorsicht genossen werden.

  26. Martin Schmid sagt:

    Mindestens eine der beiden Karten stimmt nicht. Der Name Aymon wird beim Aufruf in der unteren Karte in der ganzen Schweiz gerade mal 272 mal angegeben, davon 106 mal in der gleichen Gemeinde. Andere Namen sind im Unterwallis deutlich häufiger anzutreffen, zum Beispiel Rey oder Fournier.

  27. Schneider, Beat sagt:

    Toll, weder meine Familie ist in der Gemeinde vertreten, wo ich lebe noch ein anderes Ehepaar mit gleichem Namen.
    Wirklich eine tolle Statistik.

    • I. Gerber sagt:

      Lieber Herr Schneider
      Sie können den Studienverantwortlichen ja eine alternative, günstigere und effizientere Idee liefern wie die häufigsten Namen in einer Grafik überschaulich zusammengetragen und dargestellt werden können. Vielleicht mal bei den Gemeinden fragen? Ich denke ich hätte da wohl auch auf das Telefonbuch zurückgegriffen. Offensichtlich fehlt bei search.ch ihr Telefonanschluss.

      • Markus Schneider sagt:

        Ja, Herr Gerber, das ist ganz sicher so. Ich bin auch nicht im Telefonbuch. Und die ganze “Studie” ist ein schlechter Witz, weil wer genau ist eigentlich in irgendeinem beliebigfern Telefonbuch? Allenfalls die Kunden von swisscom, und daraus ist auch nicht ersichtlich, wem genau den Anschluss gehört. Diese “Studie” finde ich äusserst lausig und unprofessionell gemacht. Die Ergebnisse der Karte sprechen für sich.

        • thomas federlein sagt:

          Ob Sie oder Ihre Mutter im Telefonbuch fehlt oder nicht, ist für eine derartige Studie einfach irrelevant, es sei denn, Sie weisen nach, dass genau Trägerinnen und Träger des Namens Schneider besonders oft nicht im Telefonbuch stehen. So einfach ist das. Bitte erst etwas zur Methodik überlegen, bevor man in gewohnt schweizerischer antiakademischer Weise losschiesst.

  28. E. A. Flükiger sagt:

    Sind in der Recherche und der statistischen Auswertung die Umlaute und deren Schreibweise berücksichtigt?

  29. Rosmarie Brunner sagt:

    Statt im Telefonbuch zu stöbern, gibt es eine spannendere Art, Namensforschung zu betreiben. Wir gehen an uns fremden Orten oft auf den Friedhof, da entdeckt man ähnlich wie im Telefonbuch die gebräuchlichsten Namen einer Gegend.

  30. Tschirky Hugo sagt:

    Mit akademischem Anspruch wird mangels fundierter Recherche von Frau Simone Bertold, Namensforscherin vom Deutschen Seminar der Universität Zürich, dem Tages Anzeiger- und BAZ-Leser eine völlig willkürlich und falsche Herkunftsdefinition des Namens Tschirky aus dem Weisstannental dargeboten. BEDENKLICH.

  31. Amacker sagt:

    Eine wirklich interessante Studie. Leider ist sie nicht mehr sehr aussagekräftig, da die meisten jungen Leute bis 30 (auf jeden Fall diejenigen, die ich kenne) kieinen Festnetzanschluss mehr haben, deshalb also auch nicht mehr bei search.ch registriert sind. Wirklich interessant und aussagekräftig wäre eine Studie der Schweizer Namen nach Unterlagen der Gemeinden.

    • thomas federlein sagt:

      Die jungen Leute unter 30 Jahren tragen aber die gleichen Namen wie die älteren Leute, insofern liegt da also keine Verzerrung vor. Allenfalls tritt eine solche bei neu Einwandernden ein, aber ich nehme an, Berchtold untersucht ohnehin vor allem Namen, die schon lange in der Schweiz einheimisch sind.

      • Peter Huber sagt:

        Und junge Leute sind nicht etwa mobiler als ihre Eltern und Grosseltern? Warum ist denn z.B. in den letzten 10 Jahren jede 3. Gemeinde im Kanton Bern geschrumpft, weil sich die Jungen anderswo einen Job suchen mussten? Tatsache ist, dass es in der Schweiz 3,5 Millionen Haushalte gibt – aber für die Studie nur 2,5 Millionen Haushalte berücksichtigt worden sind.

  32. Volkmar Pümpin sagt:

    Ich vermisse die Bedeutung von “Dorfnamen” die weit verbreitet waren. So war zum Beispiel einer meiner Vorfahren in napoleonischen Diensten. Mein Grossvater wurde in Gelterkinden, von wo er stammte, “Kaiserhänsis-Hanse-Hans” genannt. Die Familie mütterlicherseits hiess im Dorf “s’Kaiserhänsis”. Solche Bezeichnungen müssen sicher auch zur Namensgebung beigetragen haben.

  33. hago sagt:

    Meines Wissens stammt Tschirky vom romanischen Vornamen Gieri, der sich über die Jahre hin in Tschirky verwässerte.

  34. Hugo Tschirky sagt:

    Hab nur kurz bei Tschirky aus “Gwunder” nachgeschaut. Frau Berchtold schreibt zur Herkunft des Namens vollkommenen Blödsinn. Es ist das allererste Mal das ich die Definition “langsam, schleichend, schlurfend gehen” dazu lesen kann. Und dazu ihre Mutmaßung, es handle sich um ein lautmalerisches Wort. Dazu noch der Diskurs zur “Mentalität der damaligen Gesellschaft, eher am Negativen orientiert”. Hätte Frau Berchtold sich nur ein wenig bemüht, die Herkunft des Namens zu erfahren, müssten wir uns keine so willkürliche, schwachsinnige und oberflächliche Definition zu Gemühte führen. Weiß nicht wie man heute in der Online-Zeit schreibt, früher hieß das, das Geschriebene ist nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht! Und die vermeintlich “hochqualifizierte” Frau nennt sich Namensforscherin vom Deutschen Seminar der Universität Zürich.

    • thomas federlein sagt:

      Und Ihre hochqualifizierte Deutung des Namens Tschirky, Herr Tschirky? Und wo haben Sie nachgeschaut? Haben Sie irgendeine Vorstellung davon, wie man wissenschaftlich arbeitet?

      • Hugo Tschirky sagt:

        Wie wollen Sie wissen, ob ich mich bei wissenschaftlichen Arbeiten auskenne oder nicht? Frau Berchtold beweist mir aber, dass ihre sprachwissenschaftliche (Deutsch) Deutung einfloss, sie aber das Romanisch, das früher hier gesprochen wurde, ignoriert. Hätte sie besser recherchiert, wäre ihr nicht entgangen, das auch weitere Herleitungenthesen bestehen. Von Frau Berchtold, welche für die Uni Zürich arbeiten, erwarte ich wesentlich mehr Professionalität, insbesondere wenn ihr eine sechsteilige Serie in Tagi und BAZ als Plattform geboten wird.

      • Hugo Tschirky sagt:

        Herr Federlein, lassen Sie doch bitte Ihre “Besserwisserei” und Ihre nur auf diskreditieren ausgerichteten Kommentare. Es gibt einige verschiedene Deutungen des Namens Tschirky. Bin mittlerweile 53 Jahre alt, im Weisstannental verwurzelt und denke mir genügend Wissen über meinen eigenen Namen angeeignet zu haben, ohne irgendwo nachzuschauen zu müssen. (Denn stellen Sie sich vor, werter Herr Federlein, ich würde bei meinem Nachschauen ausgerechnet auf eine Desinformation mit Quellennachweis Berchtold stoßen) Die Deutung von Frau Berchtold ist offensichtlich nicht wissenschaftlich, höchstens unter einseitigem Einbezug nur deutscher Sprachwissenschaft. Zu einer fundierten wissenschaftlichen Arbeit gehört aber meines Wissens auch der Einbezug möglichst aller Faktoren. Für mich ist und bleibt die Arbeit von Frau Berchtold, bezogen auf den Namen Tschirky äußerst mangelhaft.

        • E. Berchtold sagt:

          Herr Tschirky Sie fühlen sich woh angegriffen, so oft wie Sie diesen Beitrag und andere Kommentare kommentiert haben. Zu ihrem eigenen Seelenfrieden; nehmen Sie’s nicht persönlich!

          • Hugo Tschirky sagt:

            Ja richtig, Herr oder Frau Berchtold, von einigen Kommentatoren fühle ich mich tatsächlich angegriffen, und wenn Sie diese Kommentare lesen, merken Sie sicher auch, dass diese äußerst persönliche gehalten sind. Wie Sie aber meinen zahlreichen Kommentaren entnehmen können, geht es nicht um meinen Seelenfrieden, sondern einfach nur um Klarstellung von Versäumnissen betreffend einseitiger, unvollständiger Thesenkommunikation, wohlverstanden mit akademischem Anspruch, im Interview von Frau Berchtold.

    • F.L. sagt:

      Hoppla, da fühlt sich jemand auf den Schlips getreten. Ich erinnere mich an die Jugendzeit. Da wurde das Schlurfen als tschirgge, und ein Schlurfi als tschirgger bezeichnet. Ich glaube zwar, dass gewisse Namen nicht ausgestorben sind, sondern einfach einen Buchstaben mehr oder weniger haben. Z.B. Hüselmann heist nun offenbar Häuselmann.

      • Hugo Tschirky sagt:

        Trage aus Prinzip keinen Schlips! Denke Sie machen in Ihrer Überlegung den selben Fehler wie Frau Berchtold, indem sie nur Deutsch als Herkunftsthese verwenden.

    • Steve Lombris sagt:

      Tschirky: Was tun Sie so aufgeregt, mein Gott! Vielleicht bedeutet Ihr Name dann tatsächlich wie ” ich bin aufbrausend, habe aber auch keine Ahnung…” Die Ausführungen von Frau Berchtold sind ja kein wissenschaftlicher Diskurs als vielmehr mögliche Annahme, Interpretationen und Vermutung aus historischen Daten. Berichten und belehren Sie Frau Berchtold eines Besseren als gleich totbeleidigte Leberwurst zu spielen.

      • Hugo Tschirky sagt:

        Von Frau Berchtold, für die Uni Zürich arbeitend, mit einer sechsteiligen Serie in Tagi und BAZ, erwarte ich etwas mehr Wissenschaftlichkeit, und eine professionellere Arbeitsweise. Wie schon beschrieben ist mir die These von Frau Berchtold neu. Es gibt aber einige andere, die z.B. die romanische Sprache einbeziehen. Hätte Frau Berchtold tatsächlich historische Daten für ihren “nicht wissenschaftlichen Diskurs” recherchiert, hätte sie sicherlich nie eine nur auf Deutsch beruhende Deutung vorgenommen.

  35. Konrad Staudacher sagt:

    Für wie verlässlich halten Sie Ihr System?

    Ich habe es soeben mit meinem Nachnamen versucht. Es zeigte für meinen Wohnort Dübendorf ‘0’ an …

    FGs – K. Staudacher

    • Kurt Hermann sagt:

      In Burgdorf, wo es angeblich keine Hermanns gibt, gibts deren zwei, nämlich meine Frau und mich!

      Zuverlässigkeit ist anders.

      Freundliche Grüsse
      Kurt Hermann, 3400 Burgdorf

      • I. Gerber sagt:

        Meinen Sie das ernst? Die Daten sind den registrierten search.ch Telefonanschlüssen entnommen. Mit Sicherheit fehlen da einige Haushalte (z.B. alle die ohne Telefonanschluss). Anscheinend sind Sie nicht registriert.

  36. René Hofstetter sagt:

    Das Telefonbuch scheint mir nur bedingt eine repräsentative Datenquelle: Viele Personen haben gar keinen Telefonbucheintrag mehr. Dies könne vor allem auf die eher jungen, mobilen Leute zutreffen, welche nicht mehr in der Nähe ihres “Stammlandes” wohnen, dann würde die Karte ein etwas in die Vergangenheit verzerrtes Bild wiedergeben.

    • Johannes Indermaur sagt:

      Sehr guter Hinweis, der die ganze Grafik leider sehr verfälscht.
      Ausserdem gibts die gleiche Sache schon lange unter verwandt ch…

    • ClBr sagt:

      Leute mit Ferienwohnungen sind dafür zweimal drin…

    • z.B. Gerbee sagt:

      In einer Ortschaft wo 0 Gerbers angezeigt werden, kenne ich 16 Personen (auf ca 300 Einwohner).
      Telefonbuch ist weit entfernt von einer optimalen Datenquelle. Höchstens für eine schnelle “Bastlerei” geeignet.