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Je weniger Ausländer, desto mehr Ja-Stimmen? Wirklich?

Von DB, 2. März 2014 152 Kommentare »
Kurz nach der Abstimmung zur Zuwanderungsinitiative hiess es: Bezirke mit geringem Ausländeranteil stimmten dem SVP-Begehren eher zu. Hält der Befund einer tieferen Analyse stand? Marko Kovic vom IPMZ der Uni Zürich hat genau hingeschaut.

Seit der Abstimmung über die SVP-Zuwanderungsinitiative sind einige Wochen vergangen. Jetzt, wo sich die Gemüter beruhigen, kann eine detailliertere Analyse beginnen.

An Erklärungsversuchen für das Abstimmungsergebnis mangelt es nicht. Schon kurz nach der Abstimmung wurde Folgendes geäussert: Der Anteil an Ja-Stimmen sei dort eher hoch gewesen, wo es weniger Ausländer gibt. Demgemäss hätten gerade jene Leute für die Initiative gestimmt, die die Personenfreizügigkeit selber gar nicht im Alltag spüren.

Doch hält dieser Befund auch einer tieferen Analyse stand?

 

1 – Kantonsebene

 

Als erste Annäherung bietet sich ein Blick auf das Verhältnis von Ausländer- und Ja-Anteil auf Ebene der Kantone an:

Kantone-2

Die X-Achse bildet den Ausländeranteil in Prozent (0,3 = 30%), die Y-Achse den Anteil der Ja-Stimmen in Prozent (0,5 = 50%) ab. Von blossem Auge scheint die vermutete Tendenz gegeben: Weniger Ausländer bedeuten mehr Ja-Stimmen. Etwas besser interpretierbar ist das Bild mit einer Trendlinie:

Kantone - LOESS

Der Zusammenhang scheint in die vermutete Richtung zu gehen, aber er ist nur annähernd linear. Der Graubereich über und unter der blauen Trendlinie sind die 95%-Konfidenzintervalle. Das bedeutet, dass der wahre Trend mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit innerhalb dieser grauen Fläche liegt. Weil die Fläche sehr breit ist, ist die Unsicherheit zu gross, um hier schon Aussagen über Zusammenhänge zu machen.

 

2 – Gemeindeebene

 

Die Daten auf Kantonsebene sind zu grob. Es lohnt sich darum, die Daten einzelner Gemeinden zu vergleichen:

Gemeinden 2

Oben links scheint es eine Sammlung von Gemeinden zu geben, wo sehr wenige Ausländer vorhanden sind und der Anteil an Ja-Stimmen hoch ist. Von blossem Auge ist es aber schwierig, mehr aus dieser Grafik herauszulesen. Auch hier hilft eine Trendlinie.

Gemeinden - GAM 2

Der Verlauf der Trendlinie ist interessant: Sie ist nicht wie vermutet linear, sondern leicht kurvenförmig. Was bedeutet das?
Es gibt scheinbar einen Bereich der Punktwolke, wo ein Mehr an Ausländern mit weniger Ja-Stimmen einhergeht. Ab knapp 35% Ausländeranteil ist dieser Zusammenhang aber nicht mehr gegeben. Wiederum ist die graue Fläche der Konfidenzintervalle wichtig. In jenem Bereich, wo der vermutete Zusammenhang nicht mehr gegeben ist, fächert der Graubereich deutlich auf. Der Grund dafür ist, dass in diesem Bereich die Anzahl Gemeinden gering ist und die Berechnung eines Trends entsprechend unsicher.

 

3 – Gemeindeebene, nach Kantonen

 

Was passiert, wenn wir die Zusammenhänge auf Gemeindeebene betrachten, aber separat nach Kantonen?

Gemeinden x Kantone 2

 

In erster Linie ist in dieser Grafik die unterschiedliche Streuung innerhalb der Kantone zu sehen. In welche Richtung allfällige Zusammenhänge gehen, zeigen auch hier Trendlinien:

Gemeinden x Kantone - LOESS 2

 

Der Nutzen der Trendlinien ist beschränkt, weil jene Kantone mit nur wenigen Gemeinden keine sinnvolle Berechnung solcher Linien zulassen. Definitive Schlüsse können auch hier nicht gezogen werden, aber innerhalb einiger Kantone (Schwyz, Thurgau, Bern, Freiburg) ist der vermutete negative Zusammenhang einigermassen deutlich abgebildet.

 

4 – Gemeindeebene, nach Gemeindegrösse

 

Könnte es vielleicht sein, dass weder alle Gemeinden zusammen noch die Gemeinden nach Kantonen die Antwort liefern, sondern zusätzlich noch die Gemeindegrösse eine Rolle spielt?

In der folgenden Grafik sind die Gemeinden in Gruppen gemäss ihrer Grösse eingeteilt. Dabei handelt es sich nicht um fixe Gruppengrössen, z.B. mit Gemeinden von 500 bis 5000 Einwohnern. Stattdessen sind die Gruppen anhand sogenannter Quantile eingeteilt:

Gemeinden x Quantile 2

Die Gruppe «0% – 25%» bedeutet, dass diese Gruppe die 25% kleinsten Gemeinden umfasst. Konkret, dass aus den Einwohnerzahlen der Gemeinden hervorgeht, dass 25% aller Gemeinden weniger als 591 Einwohner haben. Die nächsten 25% umfassen Gemeinden zwischen 591 und 1345.5 Einwohnern. Das nächste Viertel, von 50% – 75%, umfasst alle Gemeinden zwischen 1345.5 und 3284.25 Einwohnern. Das letzte Viertel von 75% bis 100% ist nochmals aufgeteilt in drei Untergruppen, weil die Anzahl Einwohner in diesem Bereich rasant zunimmt. Die Gruppe von 75% bis 90% umfasst Gemeinden in der Grösse von 3284.25 bis 7048.6 Einwohner; die Gruppe von 90% bis 99% Gemeindegrössen von 7048.6 bis 27214.74, und das Top-1% alle Gemeinden über 27214.74 Einwohner.

Mit steigender Einwohnerzahl sind die Punkte weniger dicht beieinander. Was bedeutet das für den Zusammenhang zwischen Ausländer- und Ja-Anteil? Wiederum helfen Trendlinien weiter:

Gemeinden x Quantile - LOESS 2

Einen deutlichen Zusammenhang in die vermutete Richtung zeigt nur die Gruppe von 50% bis 75%. In kleinen Gemeinden mit zwischen c1400 und 3300 Einwohnern ist der Anteil an Ja-Stimmen umso höher, je weniger Ausländer dort wohnen. In den Gruppen mit noch kleineren Gemeinden ist diese Tendenz dort zu sehen, wo die Punktwolke dicht ist. Sobald die Punktwolke weniger dicht ist, wechselt die Trendlinie die Richtung.

Könnte es vielleicht sein, dass in Kleinstgemeinden ab einem gewissen Schwellenwert beim Ausländeranteil ein Gefühl von Entfremdung eintritt?

 

5 – Korrelationen

 

Ein Herantasten an die Daten über Grafiken kann ergänzt werden mit einer Berechnung von Korrelationen, einem einfachen Zusammenhangsmass, welches angibt, wie stark (Korrelationskoeffizient), wie zufällig (höhere Signifikanz = Zufall unwahrscheinlicher), und in welche Richtung (positiv oder negativ) Werte zusammenhängen.

Die Tabelle zeigt mindestens vier Dinge:

– Der Zusammenhang ist nicht universal. Nicht jede Gruppe weist einen signifikanten, d.h., wahrscheinlich nicht-zufälligen Zusammenhang zwischen Ausländer- und Ja-Anteil auf.

– Der Zusammenhang ist, wenn signifikant, dann fast immer negativ. Der Kanton Genf bildet die einzige Ausnahme.

– Der Zusammenhang ist in kleinen Gemeinden deutlicher vorhanden als in grösseren. Dies äussert sich darin, dass der Effekt bei den drei Gruppen bis 25%, bis 50% und bis 75% stark und signifikant ist.

– Der Zusammenhang ist insgesamt schwach. Auf gesamtschweizerischer Ebene beträgt der Korrelationskoeffizient lediglich –0.25.

 

Die Schwäche des Zusammenhanges äussert sich auch darin, dass das sogenannte Bestimmtheitsmass (in diesem Fall einfach der Korrelationskoeffizient im Quadrat), welches angibt, welcher Teil der Verteilung durch den Zusammenhang erklärt wird, auf gesamtschweizerischer Ebene nur 0.067 beträgt. Das bedeutet, dass nur knapp 6.7% des Abstimmungsergebnisses durch den Ausländeranteil «erklärt» werden. Bei jener Gruppe aus der Tabelle, in der der Korrelationskoeffizient am stärksten ist (Kanton Schwyz), beträgt das Bestimmtheitsmass immerhin 0.527. D.h., im Kanton Schwyz «erklärt» der Ausländeranteil 53% des Abstimmungsergebnisses.

 

Fazit: (Vermutlich) Ja, aber …

 

So umfangreich die hier durchkämmten Daten sein mögen, sie sind immer noch zu grob, um Abstimmungsverhalten wirklich erklären zu können. Menschliches Handeln ist ein komplexes Geflecht von individuellen und sozialen, rationalen und irrationalen Vorgängen, und diese Vorgänge können in Statistiken nur sehr blass abgebildet werden.

Die Analyse zeigt aber dennoch einige Tendenzen auf. Es scheint, dass in der Tat ein Zusammenhang besteht zwischen dem Ausländeranteil und dem Anteil an Ja-Stimmen. Dieser Zusammenhang ist aber eher schwach und je nach Gruppierungsart der Daten deutlicher oder weniger deutlich oder gar nicht vorhanden. Darum gilt auch hier die goldene Regel: Korrelation darf nicht vorschnell mit Kausalität gleichgesetzt werden.

Die in diesem Blogeintrag verwendeten Daten stammen vom Bundesamt für Statistik. Die Angaben über die Anteile der ständigen ausländischen Bevölkerung stammen aus dem Jahr 2012. Die Rohdaten sind hier verfügbar.

Anmerkung: In den ursprünglich verwendeten Rohdaten, wie sie diesem Blogeintrag am 2. März zugrunde lagen, war ein Fehler enthalten. Das hat zu einer leichten Verzerrung geführt, sodass der Zusammenhang zwischen Ausländer- und Ja-Anteil weniger ausgeprägt war als in den korrigierten Grafiken und Berechnungen. Dem aufmerksamen Leser, welcher auf den Fehler hingewiesen hat, danke ich, und entschuldige mich für die mangelnde Sorgfalt.

Marko Kovic hat an der Universität Zürich Politikwissenschaft, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Filmwissenschaft studiert. Schwerpunktmässig interessiert er sich für unkritischen Umgang der klassischen Massenmedien mit (pseudo-)wissenschaftlichen Themen, nicht zuletzt bei «weichen» Disziplinen wie den Sozialwissenschaften. Er ist Präsident des Vereins «Skeptiker Schweiz – Verein für kritisches Denken». Zum Skeptiker-Blog.

152 Kommentare zu “Je weniger Ausländer, desto mehr Ja-Stimmen? Wirklich?”

  1. […] greift zu kurz. Tiefergreifende Analysen wie etwa die Untersuchung von Marko Kovic für den Tagesanzeiger zeigen: Sofern überhaupt eine Beziehung existiert, ist diese relativ komplex. Es lohnt sich ein […]

  2. Statistiker sagt:

    Der Korrelationskoeffizient ist eigentlich uninteressant hier. Er sagt nur, wie linear der Zusammenhang zwischen Ausländeranteil und Stimmverhalten ist. Hätte man beispielsweise in allen Gemeinden einen Ja-Stimmenanteil von (50.5-Ausländeranteil)%, also z.B. bei 35% Ausländern (50.5-0.35)%=50.15%, so würde “Ausländeranteil” linear die gesamten Unterschiede erklären, also 100% statt “nur” 6.7% und könnte doch getrost als praktisch irrelevant abgetan werden. Umgekehrt bedeuten die hier berechneten Zahlen mitnichten, dass der Zusammenhang schwach ist. Es bedeutet nur, dass es neben dem Ausländeranteil noch ein paar weitere wichtige Einflüsse gibt (was hoffentlich niemanden erstaunt…) und/oder, dass der Ausländeranteil nicht einen rein linearen Einfluss hat. Aus wissenschaftlichen Gründen würde man ohnehin keinen universell linearen Zusammenhang erwarten, sondern einen stärkeren Einfluss, wenn wenig Ausländer vorhanden sind. Wenn genug Ausländer da sind und man erkannt hat, dass Ausländer auch Menschen sind, erwartet man gar nicht, dass mehr Ausländer noch mehr helfen (=> siehe In-Group Favoritism). Genau das beobachtet man in den hier präsentierten Daten, siehe z.B. Daten auf Gemeindeebene. Der Einfluss des Ausländeranteils scheint jedenfalls sehr viel dramatischer zu sein, als ich es bei einer derart trivialen Variable bei einer derart komplexen Entscheidung erwartet hätte. Man könnte fast behaupten, dass es gereicht hätte, die Käffer mit ein paar zusätzlichen Promille Ausländer zu beglücken, um ein Nein zur MEI zu kriegen… Aber andere Einflüsse gibt es natürlich auch noch. Und linear ist der Zusammenhang wirklich nicht.

  3. Jonas Wagner sagt:

    Sehr interessant, danke!

    Ich finde es bloss merkwürdig, dass –wenn ich richtig verstanden habe– alle Kantone und Gemeinden in diesen Grafiken das selbe Gewicht haben. Sollten nicht grössere Gemeinden mit mehr Stimmbürgern stärker gewichtet werden?

    • Marko Kovic sagt:

      Guten Morgen Herr Wagner

      In Schritt 4 habe ich versucht, auf eine einfache Weise die Gemeinden nach ihrer Grösse zu gruppieren, und es scheint, dass die Gemeindegrösse durchaus wichtig ist, wie Sie auch sagen.
      Ich bin aber nicht sicher, dass eine Gewichtung der Daten zielführend ist. Zum einen geht es hier nur um einen einfachen Vergleich von zwei bereits transformierten Variablen (*relative* Anteile an Ausländern und an Ja-Stimmen), und zum anderen führen (nachträgliche) Gewichtungen von Daten manchmal zu Ergebnisse, die bloss statistische Artefakte sind.

      Es wäre natürlich denkbar und interessant, mit komplexeren Analysen u.a. die absolute Gemeindegrösse in eine Berechnung miteinzubeziehen, doch in diesem Blogeintrag soll die Sache bewusst einfach gehalten werden (und darum ist das Ganze, wie im Fazit festgehalten, eine Annäherung, die sicher nicht alles “erklärt”, aber doch mögliche Tendenzen aufzeigt).

      Grüsse
      Marko Kovic

  4. Hans sagt:

    Super, Super , Super

    Warum kann nicht jeden Tag so ein Artikel in der Zeitung stehen.

    Drucken Sie das aus, gehen Sie zu Ihrem Chef und verlangen Sie eine Lohnverdopplung.

    Einfach nur Guter Jounalismus

    DANKE

  5. Roman Griesfelder sagt:

    Danke.
    Eine sehr fundierte und rationale Analyse. Genau so sollten politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen behandelt werden.
    Ein Detail: Bitte die Diagramme immer gleich skaliert zeigen. Bei den Kantonsergebnissen werden die Y-Achsen bei 0.7 gekappt. Das führt zu falschen visuellen Eindrücken im Vergleich mit den Gemeindeergebnissen.

  6. Martin H. sagt:

    Die erklärungsmächtigste Variable ist immer noch Bildung. Die SVP ist die Partei, deren Wähler im Vergleich zu den Wählern der anderen Parteien den tiefsten Bildungsstand (“letzte besuchte Schule?”) haben. Die Auswirkungen der Abschottungsinitiative waren für – ich sag mal – Realschüler ohne Lehrabschluss nicht einzuschätzen. Sollten die 50,3% jetzt zu einer stehenden Grösse werden, so wird man die Schweiz wohl mit Fug und Recht als Diktatur des Proletariats bezeichnen dürfen.

    • Henri Rellob sagt:

      Merkwürdige Definition-würde demnach bedeuten,dass zu den 23% SVP Tubeli noch ungefähr 28% Tubeli aus anderen Parteien ebenfalls Ja gestimmt haben?Dass in der Schweiz über 50% der Bevölkerung arm und vertubelet ist,halte ich für krass
      Menschenverachtend

    • Adriano M. sagt:

      Lieber Herr H.

      Ich habe ein Lizentiatsabschluss in ostasiatischer Philologie (mit Durchschnittsnote 6) der Universität Zürich, war lange Assistent dort, habe einen Master in Politologie und Volkswirtschaft (welchen ich in einer ostasiatischen Sprache absolviert habe), habe ein internationales Finanzanalystendiplom, und dazu noch einen Bachelor als Sozialarbeiter FH.

      Und ich habe “Ja” gestimmt. Als ausgebildeter Politologe, Volkswirtschafter, Kulturwissenschafter und Sozialarbeiter.

      Das sollte Ihre These “nur Leute mit tiefem Bildungsstandard haben der Initiative zugestimmt” widerlegen.

      Freundliche Grüsse

      Adriano M.

  7. r.meier sagt:

    viele stimmberechtigte haben sich nach dem Bundesrat,linken medien und dem staatsfernsehen gerichtet,hätten dies sich nicht eingemischt,hätte es bestimmt über 70% ja stimmen gegeben,dass weiss man heute,wenn EU-länder so abstimmen könnten wie bei dieser Abstimmung,keines hätte nein gestimmt,aber die dürfen ja nicht,die EU ist da bestimmmend

  8. Max Boll sagt:

    Interessanter Artikel. Er bringt mich aber nicht von der Ansicht ab, die ich schon direkt nach der Abstimmung hatte: Es gibt keine harten Fakten. Aus diesen Daten kann man keine belastbaren Aussagen machen. Ich würde allenfalls erwarten, dass möglicherweise der Neinstimmenanteil positiv mit dem Einkommen korreliert (je reicher desto Nein), aber vielleicht gäbe es auch so eine Sternkarte.

    • Martin H. sagt:

      Dem ist bestimmt so. Wobei Sie nicht vergessen dürfen, dass Einkommen sehr stark mit Bildung korreliert. Also ist die Hypothese: Je tiefer die Bildung, desto höher die Wahrscheinlichkeit Ja zu stimmen.

  9. Dan sagt:

    Das Politiker aller Richtungen mit Trivialstatistik arbeiten, ist ja allgemein bekannt. Dass aber vermeintliche “Fachleute” sich noch vor den Karren von linken Populisten und Neoliberalen spannen lassen und Korrealtionen resp. Plausibilität zwischen fehlender Intelligenz und Ja-Stimmer herstellen, ist wohl schon der Gipfel der akademischen Verblödung. Meine These ist relativ greifbar: Nur schon die Fragestellung nimmt vorweg, welche Stereotypen für das linke (eigene) Stimmvolk bedient werden sollen: Dumme ungebildete fremdenfeindliche Landbevölkerung gegen hippe, weltoffene und gebildete Städte. Eine einfache Welt.

    • Akermann sagt:

      Nun, auch wenn es statistisch nicht ganz eindeutig ist, lässt sich deine schlussfolgerung doch nur schwer ganz von der hand weisen. So ist es nun halt einfach einmal….

  10. Flavio sagt:

    interessanter dürfte das WO sein … hier die Auswertung derselben Daten, jedoch geographisch auf Gemeindeebene:
    http://www.mapplus.ch/mei/

  11. Walter Kuhn sagt:

    Der Wohnort ist heute nicht mehr Schicksal. Wer Multikulti sucht, der zieht in die Kreise 4 und 5 der Stadt ZH, und findet es dort. Wer seine Kinder nicht mit einer Mehrheit Migranten in die Schule schicken will, der zieht wie Bänz Friedli und andere von Schlieren in ein “gutes” Quartier der Stadt ZH, und macht sich die Lage wieder erträglich. Wer in einer noch nicht anonymisierten Landgemeinde wohnt, wo sich alle noch kennen, der wünscht sich als neue persönliche Nachbarn eher ähnliche Leute als er selbst denn Immigranten von irgendwo, mit denen er nicht einmal reden kann.

    • morfeo nero sagt:

      @Kuhn: Von was reden Sie denn eigentlich? Wo leben Sie? Die CH ist schon sehr lange ein Einwaderungsland falls Sie es nicht gemerkt haben. Immer dieser verkappte Fremdehass…… Die grosse Mehrheit aller Ausländer leben seit JAHRZEHNTE in der CH, sind besten integriert, bezahlen Steuern, finanzieren Ihre Pension, arbeiten freiwillig in Vereinen, zahlen mehr in 5 Soz. Kassen ein, als sie beziehen etc.
      Die meisten Ausländer sind der Landessprachen mächtig, obwohl ihresgleichen dies nicht wahrhaben wollen.
      Ich kenne dutzende von sympatischen, freundlichen, redlichen, arbeitsamen, integrierten Ausländer, die ich gerne einigen bünzligen CHer vorziehe. Ich will keinen bünzligen Nachbarn, unahhängig ob CH oder Ausländer, auch wenn er züridütsch spricht.

      • Walter Kuhn sagt:

        @ M. Nero: Es ging mir darum, eine richtige bzw. sachgerechte Interpretation der Zahlen zu finden, insbesondere darum, warum sich die Stimmberechtigten in Grossstadt, Agglomeration und Landdörfern unterscheiden, und ob es bestimmte Typen sind, die nicht einfach seit ewig dort leben, sondern bewusst dorthin gezogen sind. Ich habe schon in allen Siedlungsarten gelebt, und beschreibe, was ich dort jeweils erlebt und beobachtet habe. Ich will nicht spekulieren, ob Sie diese Erfahrungen auch schon gemacht haben.

        Sie hängen mir verkappten Fremdenhass an, während Ihren Ausführungen ein Geschmäckle von offener Schweizer- bzw. Bünzliverachtung anhängt. Was ist nun besser? Sie sind vielleicht politisch korrekter, aber ob Sie damit automatisch auch moralisch überlegen sind?

        • Ugo Cavallere sagt:

          Wer keine sachlichen Gegenargumente hat, bezeichnet den andern als Fremdenhasser um ihn mundtot zu machen. Aber Beschimpfen führt uns nicht zu gegenseitigem Verstehen. Ein biederes Diskussionsniveau. Lieber sachlliche Argumente, Herr Nero.

  12. René Hofstetter sagt:

    Gut, dass jemand mal Angefangen hat, diese Daten anzuschauen. Die “Analyse”, wie sie hier Präsentiert wird, hat aber wenig Aussagekraft. Insbesondere scheinen die Trendlinien gleitende Durchschnitte zu sein, welche nur die Daten verdichten, aber keine (mathematisch fassbaren) Zusammenhänge aufzeigen.
    So habe ich selbst vom Bundesamt für Statistik Daten heruntergeladen (leider nicht sehr aktuell, aber für eine grobe Übersicht reicht es wohl) und nach ca. 35% bereinigter Gemeinde-Daten sieht es so aus:
    – Je höher der Ausländeranteil in einer Gemeinde ist, desto tendenziell höher war auch die Zunahme zwischen 2004 und 2010. (lineare Korrelation bisher ca. 0.15, also wenig, aber das Datenbild ist recht deutlich)
    – Der Anteil der Ja-Stimmen scheint nicht mit der *Zunahme* des Ausländeranteils 2004-2010 korreliert.
    – Der Anteil der Ja-Stimmen scheint in schwachem Mass mit dem Ausländer-Anteil 2010 korreliert (invers logarithmisch oder invers linear), wohl ähnlich, wie in diesem Artikel geschildert.
    Es soll klar gesagt (geschrieben) sein, dass Korrelationen nicht direkt auf Ursache und Wirkung schliessen lassen, aber mögiche direkte oder indirekte Verknüpfungen oder Einflüsse aufzeigen, deren Ursachen tiefer liegen.
    Ich bin nicht mit der Methodik in diesem Artikel einverstanden, komme aber zu ähnlichen Schlüssen nach einer Teil-Analyse. Falls ich dran denke, mache ich hier zur gegebenen Zeit ein Update der Analyse.

    • Henri Rellob sagt:

      Abweichend vom Thema möchte ich hier eine andere Dimension als Denkanstoss gebenTAIWAN-Insel im chinesischen Meer.35 000t km2 Fläche,23,4 Mio.Einwohner.Dichte 642 Einwohner pro km2.Sehr gebirgig,Bewohnbare Fläche ungefähr mit der Schweiz vergleichbar.HDI (human develop.Index)0.890.an 23.ter Stelle.Die Schweiz mit HDI 0.913 an 8.ter Stelle.Das kaufkraft-bereinigte pro Kopf Einkommen ist ca.10 000$ niedriger als in der Schweiz
      Für uns fast nicht zu glauben,aber auch auf TAIWAN lässt es sich leben

      Quellen:MUNDI,Wikipedia,HDI

  13. Roland K. Moser sagt:

    Gerne schreibe ich es wieder einmal:
    Die Schweiz ist um 3 Millionen Menschen überbevölkert, weil die schweizer Landwirtschaft nur 5 Millionen Menschen ernähren kann.
    D.h. 3 Millionen Einwanderer und eingebürgerte Einwanderer müssen die Schweiz verlassen. Wir sollten dieses Jahr damit anfangen. Mindestens 100’000 p.a. müssen die Schweiz verlassen.
    Mit Xenophobie hat das nichts zu tun – Aber die Überbevölkerung mit mangelnder Intelligenz und Xenophilie.

    • Einer Derjenigen sagt:

      Sie meinem also, man sollte die Auländer “deportieren”… ? Das gab es schon mal, ist nicht gut gekommen….

      • Roland K. Moser sagt:

        Nein, nicht deportieren. Die Aufenthaltsbewilligung bzw. den CH-Pass entziehen, dann gehen sie “freiwillig”.

        Was meinen Sie zum Thema überbevölkerte Schweiz? Wieso ist aus ihrer Sicht unendliches Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum möglich?

    • morfeo nero sagt:

      @Moser: Tönt nach Deportationen Herr Moser. Sollen wir bereits anfangen einige Leute am Arm zu markieren, so dass die Deportierungen “schlank” und ohne Zeit zu verlieren ablaufen?
      Unglaublich was gewisse Leute von sich geben…

      • Roland K. Moser sagt:

        Wieso glauben Sie an die Möglichkeit des unendlichen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums?

        • morfeo nero sagt:

          @Moser: Ich glaube aufjedenfall dass eine Autarke CH sehr bald aussterben würde. Die CH hat nicht mal genug Futtermittel für die CH Tiere, denn bereits im Januar 2014 waren die “echten”, schweizerischen Futtermittel bereits aufgebraucht. Nur dank Import von Futtermittel kann die CH Landwirtschaft ihre Tiere füttern. (Nebenbei sei erwähnt das somit die Mär vom “echten” “Schweizerfleisch” eine schönes “Gschichtli” ist, mehr nicht, denn die Tiere fressen Futtermittel aus der EU!)
          Von was sprechen Sie? Wollen Sie anstatt Wachstum, Rückschritt, wollen Sie wirklich dass die CH und die CHer wieder am Hungetuch nagen? Kommen Sie vom hohen Ross runter.

          • Roland K. Moser sagt:

            Ist unendliches Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum möglich? Wenn Nein: Wann ist in der Schweiz Schluss damit?

    • Fabrizio Vignali sagt:

      Das heisst, das wenn die Landwirtschaft mehr als 5 Millionen Menschen ernaehren duerfen auch mehr Menschen bleiben? Und wie lang muss ein eingebuergerter Einwanderer hier sein das er als Schweizer gelten darf? Muss er nur weg aber seine Nachkommen duerfen bleiben? Oder gleich die 2. und 3. Generation mit ausweisen? Wer entscheidet? Oder gleich eine Lotterie einfuehren? Und wenn die Landwirtschaft zusammen bricht? Mehr Menschen ausweisen? Oder wieder welche ins Land holen um beim Aufbau zu helfen?
      Ich denke das alles hat viel mit Xenophobie zu tun.

      • Roland K. Moser sagt:

        Es hat überhaupt nichts mit Xenophobie zu tun.

        Wieso glauben Sie an die Möglichkeit des unendlichen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums?

      • Jürg Schollenberger sagt:

        Hallo Hr. Moser
        Super! Alle Länder die nicht alle Ihre Einwohner ernähren können, müssen jetzt die Menschen ausweisen.
        Singapore, Monaco, Malta usw. werden bald einen Exodus starten.
        Wie kann man nur so einen Unsinn von sich geben? Sie stellen Menschen und Tiere auf die gleiche Ebene.
        Verlassen Sie doch bitte sofort die Schweiz und gehen mit gutem Beispiel voran.

        • Roland K. Moser sagt:

          – Ich bin kein Einwanderer.
          – Und ich habe das Problem nicht verursacht. Ganz im Gegenteil, ich habe schon 1980 gesagt, dass man niemanden mehr hereinlassen darf.
          -Wie haben Sie es mit der Theorie des unendlichen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums?

    • Martin H. sagt:

      Na Herr Moser, wenn wir schon Leut deportieren, dann sollten wir m.E. mit Menschen ohne Matura oder ohne Uni-Abschluss beginnen. In der Regel verdienen diese weniger, sind weniger produktiv, leben ungesünder etc., begehen mehr Gewaltdelikte, vemehren sich unkontrolliert und haben durchschnittlich ein auffälligeres Suchtverhalten. Finden Sie nicht?

      • Roland K. Moser sagt:

        Nein!

        Aber zusätzlich zu den Einwanderern und eingebürgerten Einwanderern werden alle des Landes verwiesen, welche das unendliche Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum als Tatsache sehen.

    • Sandro Müller sagt:

      Herr Moser, ist Ihnen bewusst, dass Ihr Argument mehr als zweischneidig ist?

      Nehmen wir einmal an Ihre Definition der Ueberbevölkerung stimmt: d.h. eine geographische Fläche (zb: “Schweiz”) ist überbevölkert sobald die Nahrungsmittelproduktion auf dieser Fläche (zb: “Schweizer Landwirtschaft”) nicht mehr genügt um die Menschen die auf dieser Fläche wohnen zu ernähren. Zwei Bemerkungen:

      Ihrer Logik folgend könnte man dann ja behaupten das die geographische Fläche “Stadt Zürich” brutal überbevölkert ist da die “Stadt Zürcher Landwirtschaft” eher zu vernachlässigen ist (sorry urban farmers!). Oder das die Fläche “Kanton Thurgau” unterbevölkert ist da der Kanton mehr produziert als die Thurgauer essen können.

      Das würde aber auch bedeuten, dass der Planet Erde unterbevölkert ist: wir produzieren heute schon ca 1,5 mal so viel Nahrung wie benötigt, d.h. wir könnten mit der heutigen Technologie schon ca 10 Milliarden Menschen ernähren.

      Ihre Argumentation ist attraktiv – weil simpel – aber leider viel zu verkürzt. Und diese Debatte gab es schon einmal in den 60er Jahren, die grüne Revolution sagt Ihnen doch was, nicht?

    • Tim der Ausländer sagt:

      Ich habe noch eine Lösung. Ich bin Ausländer und wohne z.Z. in der Schweiz. Mein Lohn kommt ursprünglich aus die USA. Wenn Herr Moser sagt es muss sein, könnte ich alle meine Lebensmittel aus Deutschland importieren lassen, also ich die Schweizer Landwirtschaft nicht belastet!

      Oder könnte meine Firma mich und meinen Lohn (und die Löhne von meiner Mitarbeiter) zurück in die USA schicken. (und damit natürlich auch die Steuern wir an Bund und Kanton bezahlen)

  14. Monica Walder sagt:

    Sehr geehrter Herr Kovic.
    Mit Ihren aggregierten Kantons- und Gemeindedaten arbeiten Sie auf Basis einer Vollerhebung und nicht mit einer Stichprobe. Die Signifikanzwerte brauchen Sie deshalb nicht zu kümmern. Die ermittelten Zusammenhänge sind bei einer Vollerhebung nie zufällig. Ansonsten eine interessante Analyse.

  15. Nik sagt:

    Ist ja klar, auf dem Land will man nicht so viel Ausländer wie in der Stadt! Wehret den Anfängen! Noch ist man in einer Dorfgemeinschaft gewillt mit Steuergelder den Sozialgeldertopf übermässig zu strapazieren. Das Resultat ist völlig logisch und gut. Man will nicht die selben Probleme wie in einer Stadt noch hat man die Mittel und den Bock dazu! Irgendwo darf es ja noch schweizerisch sein, oder!
    Übrigens gibt es auch schon auf dem Lande genügend Ausländer. Die sind aber in der Regel besser integriert und der Multikultiterror hält sich noch in Grenzen.

    • Amélie sagt:

      Lassen Sie mich raten: Sie wohnen auf dem Land und kennen den “Multikultiterror” vom Hörensagen. Genauer gesagt vom Stammtisch im “Bären”.

  16. loulou sagt:

    Fuer mich ein leuchtendes Beispiel ist die Stadt Kloten, das sogenannte “Tor zur Welt”, 59,31% JA!!!
    Wie ist das zu erklaeren? Offenbar wohnen die Piloten und Flugbegleiter nicht mehr dort, sondern nur noch das Kabinenreinigungs-Personal…?!?

  17. Amadio Cllute sagt:

    Diese Korrelation habe ich vor 20 Jahren auf meinen Arbeitsplatz festgestellt. Die jenige die es nicht kapitert haben leben auf dem Mond….. und es wird immer schliemmer.

  18. Hanni Gseh sagt:

    Diese Aussage stimmt nicht – siehe Fricktal – Kanton Aargau – die wunderschöne Gemeinde Gipf-Oberfrick …hier wohnen sehr, sehr wenige Ausländer!

  19. Alex Diener sagt:

    Und ich wage nach wie vor zu behaupten, dass Ja gestimmt wurde, wenn man sowieso keine Grünfläche mehr vor dem Haus hatte, die verbaut werden konnte, wenn man nicht täglich zur rush hour in den Zug steigen musste oder mit dem Auto überlastete Autobahnabschnitte hinter sich bringen musste. Das hat überhaupt nichts mit Rassismus zu tun.

    • Amélie sagt:

      Und ich wage zu behaupten, dass NEIN gestimmt hat, wer überzeugt ist, dass es nicht zwei Klassen von Menschen gibt: diejenigen, die es verdient haben, ihre Familie bei sich zu haben, und die andern, die von der ersten Klasse ausgebeutet werden. Die Wiedereinführung des Saisonnier-Status, wie die SVP sich das wünscht, ist eine Schande für ein reiches Land wie die Schweiz. Wir können uns leisten, alle Menschen, die hier leben und arbeiten (egal wie lang) menschenwürdig zu behandeln. Ich hoffe, dass das nicht so umgesetzt wird.

  20. Martin Frey sagt:

    Insgesamt eine saubere Aufarbeitung, nachdem die beruflichen Besserwisser schon Stunden nach geschlagener Abstimmungsschlacht bereits wie üblich ihre Xenophobie-Thesen heraus posaunten. Einzig mit dem Fazit des Autors bin ich nicht ganz einverstanden. Denn wenn die Korrelationen derart schwach und nicht signifikant sind, kann man eigentlich statistisch gar nichts herauslesen. Insbesondere da viele potentiell wichtige Korrekturfaktoren gar nicht einfliessen. Und dass eine etwaige Korrelation nicht zwingend Kausalität bedeutet wissen alle Leute, die sich je mit Wissenschaft und Statistik auseinander gesetzt haben. Auf jeden Fall aber sollte die Aufarbeitung von Hr. Kovic für jeden schnellschiessenden Demagogen links der Mitte zur Pflichtlektüre erklärt werden.

  21. Fritz Brandt sagt:

    Jetzt wissen wir mehr, meinen einige wenigstens! Vielleicht müsste die Analyse einmal mit dem Einkommen verglichen werden: Gutverdienende haben wahrscheinlich nein gestimmt, die anderen hingegen ja. Für Reiche ist es ja null Problem wenn das Fussvolk von Ausländern verdrängt wird, im Gegenteil! Das macht sie noch reicher! Und genau so dachte bis anhin auch der BR und der hat jetzt die Quittung bekommen!

  22. Tom 17 sagt:

    Guten Morgen Leute. Ich finde, dass die Schweiz mal endlich aus ihrer”Schockstarre” aufwachen soll. Wäre es nicht besser man würde die Energie in die Lösung des “Problems” stecken, anstatt sich immer wieder fragen: warum, wesshalb, wieso, wer ist Schuld. Das würde das Land weiterbringen….

  23. Sutter M. sagt:

    Diese Unterscheidung zwischen zwei Gruppen von Menschen ist doch schon einmal aus Prinzip idiotisch. In der Schweiz gibt es mehrere hunderttausend Secondas, die sich nicht einbürgern lassen wollen, aber hier aufgewachsen sind und unseren Dialekt sprechen. Sind sie Ausländer? Sind handkehrum Auslandschweizer, die kein Wort Deutsch sprechen, aber den Schweizer Pass besitzen, Schweizer? Was ist mit all den Kindern von Mischehen? Was ist mit Frauen aus dem Ausland, die einen Schweizer Mann geheiratet haben? Sind diese plötzlich Schweizerinnen, nur weil sie einen Schweizer Pass haben? Wichtig ist doch etwas Anderes: Die Menschen hier sollen sich an den hiesigen Rechtsstaat halten, dem Staat nach Möglichkeit nicht zur Last fallen und im übrigen ihr Leben frei leben können. Dann können wir alle miteinander und nebeneinander leben. Der grösste Teil der Menschen in diesem Land hält sich daran. Wir brauchen nur eines nicht: Brandstifter von der SVP.

  24. Bearice M. sagt:

    Stimmt auf mich nicht zu. Ich habe ja gestimmt. Ich wohne in einem Quartier mit 60 % Ausländeranteil, vorwiegend Albaner, Ex-Jugoslaven, Afrikaner, Tamilen etc. Das Dorf selbst hat ca. 40% Ausländeranteil.
    Ökologisch gesehen musste man ja stimmen, das hat nichts mit Ausländeranteil zu tun, sondern mit Ökologie/ Umweltgründen. Der Gedanke der Ökologie wurde aussen gelassen und ist nirgends in ihren Untersuchungen, Korrelationen etc. zu finden.

    • Sämi Amstutz sagt:

      Hä? Verbraucht jemand etwa weniger Ressourcen wenn er auf der anderen Seite der Grenze ist? Dieses Ecopop-Ökologie-Argument ist doch völlig an den Haaren herbeigezogen.

    • Ugo Cavallere sagt:

      Treffen die ökologische Betrachtungen. Jahrzehntelanges Beobachten sagt mir, dass das Ja des Souveräns vom 9. Februar, mit allen Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, keiner fremdenfeindliche Haltung entspringt; zu gut funktioniert das Zusammenleben mit einem sehr hohen Ausländeranteil, und niemand wünscht sich dies anders. Die Debatte ist nicht mehr eine solche von rechts und links. Entscheidend waren sachliche Einsichten: die räumliche Enge der Schweiz und ein ausgeprägtes Misstrauen gegen ein massloses Wachstum als alleiniges Credo unseres Wohlstandes.

  25. Roberto sagt:

    Welch ein käse: schon mal was von einer Multivariaten Analyse gehört?

    Die Mitglieder dieses Vereins sollten sich mal selber das Rüstzeug zulegen, das es für die Analyse solcher Sachverhalte braucht.

    Und: wenn einer gerne in der Stadt leben möchte, sich dies aber wegen der nicht zuletzt aufgrund der durch die Zuwanderung gestiegenen Mietpreis nicht leisten kann und dann auf Land wohnt: das sieht man in den Daten nicht. Daher lässt such die Hypothese, wonach Leute die Initiative angenommen haben, die von den Auswirkungen der Zuwabpnderung gar nicht betroffen sind, mit diesen Daten gar nie zufriedenstellend beantworten, egal welche Methode man anwendet.

  26. Détraz Gérard sagt:

    Sicherlich hat jeder 2te Eingebürgerte ein Nein eingelegt , man möchte doch den eigenen Nachzug aus jedem Tal nicht verwehren.

    • Michu Tatin sagt:

      Dann hat aber jeder 2te andere Eingebürgerte ein JA eingelegt. Wäre somit wieder neutralisiert (Ihre Behauptung inklusive). 🙂

  27. Martin sagt:

    Ich schaue nach Basel und Pratteln und sehe das es dort keine Schweizer mehr hat. Ich will nicht das dasselbe im Resten der Schweiz passiert. Darum habe ich Ja gestiummen und werde bei EcoPop wieder Ja stimmen.

  28. Hans Müller sagt:

    Vielleicht hats einfach auch mehr Eingebürgerte in Orten mit höheren Ausländeranteil. Und vielleicht liegt es auch daran, dass Schweizer, die wenig begeistert sind vom hohen Ausländeranteil ihres Wohnortes einfach wegziehen. Aus dem Umstand, dass dort, wo es viel Ausländer hat auch der Zustimmungsanteil tiefer ist, zu schliessen, dass das Zusammenleben mit Ausländer generell ein Honigkuchen ist und nur jene Leute, die eigentlichts mit Ausländern zu tun haben, ihnen ablehnend gegenüberstehen, ist ehrlich sagt einfach eine propagandistisch ausgeschlachtete Behauptung.

  29. Martin Renold sagt:

    Für alle die noch den Zusammenhang zu Höhenmetern, Quadratmeterpreis, Flughafennähe wollen: je mehr solche Dinge man überprüft, um so höher ist die Chance dass man zufällig einen “signifikanten” Zusammenhang findet der in Wirklichkeit nicht existiert. Die Trendlinie für jeden Kanton einzeln zu machen ist da schon ein ziemlich heisses Eisen. Und müsste man nicht die Punkte (Kantone, Gemeinde) jeweils mit der Anzahl Stimmbürger gewichten?

  30. Hans Nydegger sagt:

    Alles mathematisch korrekt, nur haben mit dieser Methode die Ausreisser zuviel Gewicht, klar zu sehen wenn das Mengengerüst kleiner wird und der graue Bereich breiter, sind diese Aussage nichts mehr. Siehe zB OW, dort wo keine Gemeinde extsiert ist der Ja Anteil am tiefsten, steigt dann markant an. Mit einem lineraren Trend sieht die Welt in OW ganz anders aus. Es ist einfach immer die Frage,was der Auftrag der Statisik war zu beweisen. Mit entsprechender Gewichtung und den passenden Trendformeln lässt sich hervorragend spielen.

  31. Domi Rickli sagt:

    “Der Zusammenhang ist insgesamt schwach. Auf gesamtschweizerischer Ebene beträgt der Korrelationskoeffizient lediglich –0.22.” Ob das wirklich reicht um Levrats Polemik zu folgen, dass man auf dem Land stärker “kontingentieren” soll! Es ist wichitig den kühlen Kopf zu bewahren: nur weil man sich gegen den Mainstream Europa stemmt, muss man sich noch lange nicht schämen. Wir vertreten hier Werte wie Chancengleichheit, Ausbildung für alle, Rechtssicherheit, Transparenz, funkionierende Institutionen und vieles mehr. Seit langem und erfolgreich. Die EU steht nicht gut da im Vergleich. Wenn sie auch erfolgreich wäre, gäbe es die Migrationsströme gar nicht und wir müssten nicht über die “xenophoben Schweizer” diskutieren.

  32. Michael Bloom sagt:

    Danke Tagi, dass hier ein Skeptiker / Analytiker / Statistiker eine seriöse Auswertung der Abstimmungsdaten machen kann!
    Die Skepsis gegenüber die Interpretation von Laien ist dringend nötig. Zu leicht lässt man sich sonst von in die Welt gesetzten Vermutungen / Behauptungen Gerüchten beeindrucken. Die Versucherungsbranche hatte z.B. herausgefunden, dass Personen des Sternzeichen Stier am meisten Schäden verursachen. Das ist irritierend, jedoch nur wenn man nicht weiss, dass auf Grund der übers Jahr unregelmässig verteilten Geburten das Sternzeichen Stier am Häufigsten vorkommt.

  33. Peter Rietsch sagt:

    Der Zusammenhang ist aufgrund dieser Daten nicht “eher schwach”, er ist “sehr schwach”. Ausserdem ist die Streuung enorm gross, andere Faktoren haben also eine wesentlich grössere Rolle gespielt. Das Fazit muss somit sein: das Argument ist politisch nicht verwertbar, auch wenn es eine minimale Korrelation gibt.

  34. M. Bättiger sagt:

    Die Analyse ist unbrauchbar, da schon die Grundfrage völlig falsch ist. Es ist völlig egal, wie hoch der Ausländeranteil ist! Die Abstimmung betrifft die Zuwanderung. Also müsste die Frage lauten: wo wirkt sich die Zuwanderung am meisten aus! Die Städte (dort wo auch am meisten Ausländer leben) wachsen kaum noch! Zürich ist heute so gross wie 1975.
    Heute sind vor allem die Agglomerationen und die Dörfer von der Einwanderung und deren Auswirkung betroffen. Am besten sieht man dies an der Bautätigkeit! Meine Gemeinde ist in 10 Jahren um 40% gewachsen. Die Bautätigkeit ist explodiert. DAS sind die Auswirkungen, die ein Städter natürlich nicht erlebt. Die Stadt war und ist schon immer eng gewesen. Die Dörfer und Agglomerationen aber nicht. Erst in den letzten Jahren wachsen diese exorbitant.

  35. Volkan Aydin sagt:

    Tabellen und Grafiken können hilfsreiche mittel sein, sie können aber auch das genaue Gegenteil bewirken, da sie gezielt ausgewählt werden um eine Meinung zu untermauern. Seit eh und jeh versucht man mit Statistiken und Grafiken zu manipulieren, sie erfüllen weder einen Wahrheitszweck noch sind sie zu gebrauchen. Vieleicht macht ihr ja mal ne statistik zwischen Ja und Neinsagern anhand ihres Horoskopes. auch da wird man gewisse Trends herauslesen können.

  36. Hannes Müller sagt:

    Zur Methode: Es gibt bekanntlich eine signifikante positive Korrelation zwischen Eiskrem-Konsum und Sonnenbrand.

  37. Peter Steiner sagt:

    Ob es einen Zusammenhang zwischen Ja-Stimmen und Ausländeranteil gibt, führt zur nächsten, entscheidenderer Frage:

    Sind Dörfer/Städte mit wenig Ausländeranteilauch weniger von Einwanderung betroffen?
    Ich lebe “auf dem Land”, das Dorf wuchs in den letzten 10 Jahren aber mit über 15%. Zugezogen sind aber vor allem Schweizer, denen die Städte zu teuer sind. Folglich wäre die Korrelation zwischen Wachstumsrate seit Einführung der Personenfreizügigkeit und Ja-Anteil vielleicht aussagekräftiger?

    • kaya wirth sagt:

      Genau! Ich wohne in der Stadt und überlege mir aufs Land zu gehen. Da diesen Schritt viele meiner Bekannten getan haben (egal, ob Ausländer oder Schweizer) fehlt mir in der Analyse die Richtung der Bevölkerungsbewegung. Ich könnte mir nähmlich gut vorstellen, dass viele Schweizer die grösseren Städte verlassen haben und auf Land gezogen sind. Dies würde bedeuten, dass nicht Leute, welche Ausländer unerfahren sind ja gestimmt haben, sondern auch viele, die bewusst aus der überbevölkerten Stadt aufs Land gegangen sind. Diese, so könnte ich mir vorstellen, stimmten ja aufgrund Ihrer Erfahrung und der Ereignisse (Wohnungspreise, Landknapptheit, alles ist zugebaut etc.), der letzten Jahren in den Städten. Dieser Zusammen hang ware sehr interessant.

    • Jürg Gassmann sagt:

      Das würde mich auch interessieren – oder etwa, ob die Analyse auf die Differenz zwischen SVP-Stimmanteil (wie etwa in der Nationalratswahl) und Ja-Stimmen zutrifft.

  38. Urs Blumer sagt:

    Super Analyse!
    Interessant ist, dass in den Darstellungen, denen grundsätzlich viele Datensätze zugrundeliegen und die Trendlinie deshalb aussagekräftiger ist, durchaus eine Korrelation zwischen “vielen Ausländern” und “Ja Stimmen” vorhanden ist. Einfach gesagt: Wo viele Punkte sind, gibt es zumindest in kleineren Gemeinden mit verhältnismässig hohem Ausländeranteil, ab ewa 20%, einen Trend zum Ja.
    Damit könnte man argumentieren, dass auf dem Land der Ja Anteil grösser war, interessanterweise aber sowohl in den Gemeinden mit wenigen, aber gerade auch in den Gemeinden mit vielen Ausländern. Man sieht auch in der letzten Grafik, dass von den 10% grössten Gemeinden / Städten (letzte 2 Tabellen) sicher etwa 40% zustimmten. Dieser Stadt-Land-Graben bleibt also allenfalls eine….begründete Vermutung, mehr nicht.

  39. Sämi Amstutz sagt:

    Yep, so stelle ich mir den Datenblog vor. Gefällt mir!

  40. Christian Hacker sagt:

    Mich hätte noch interessiert, inwieweit die Stimmbeteiligung das Resultat hätte entscheidend beeinflussen können. Lag die Stimmbeteiligung in den JA-Gemeinden signifikant höher als in den NEIN-Gemdeinden. Oder anders formuliert, wurde die Initiative auch angenommen, weil die Stimmberechtigten in kleineren, eher ländlichen Gemeinden einfach zahlreicher an die Urne gehen?

    • Andrea sagt:

      Das Gegenteil ist der Fall ! Die Städte mit über 50% Single, mit einem Durchschnittsalter unter 40 J., Leute mit viel weniger Reisezeit zur Arbeit / Universität, die haben bis zu 30% (z.B. 65% statt 50%) stärker mobilisiert als die Bevölkerung ausserhalb der grossen Zentren.
      Fazit: Bei gleich hoher Stimmbeteiligung wäre die Zustimmung deutlich höher ausgefallen.

  41. Jan Ackermann sagt:

    Vielleicht korreliert es auch mit der Nähe des Flughafens ? Nicht ganz ernst gemeint, aber die Demographie der “Nein” Zentren könnten auf Schweizer bezogen ganz unterschiedlich sein. Erwarten würde ich relevante Unterschiede auf Anteil junge Berufstätige, Ein-Personenhaushalte, Schwule, Studenten, Pendler und viele andere Faktoren. Aber eben – die Debatte wird ja ideologisch geführt und darum der Fokus auf Ausländer.

  42. M.V.R. sagt:

    Informativ aber nicht erheblich: Klar war immer: Die kleinbürgerliche Schweiz – ob aus der Agglo oder Bergidylle – haben dieses Abstimmungsresultat bestimmt. Der Kleinbürger in Dietikon, der unter dem Dichtestress und in Konkurrenz zu seinen ebenso kleinbürgerlichen Zuwanderern steht, und der Kleinbürger im Heidiland, der sich generell bedroht fühlt, durch die “Ueberflutung” bzw. einer Welt da draussen, die er nicht versteht, zumsammen mit dem Kleinunternehmer aus dem Kt. Aargau, der ein Zeichen setzten – einen Schuss vor den Bug landen wollte – all diese Leute haben, verständlicherweise ja gestimmt. Als Konsequenz dieses JA, erwarten Sie nun “Entlastung” ihrer jeweiligen Befindlichkeit oder realen Welt. Dass das nicht eintreffen wird, im Gegenteil, wissen wir alle. Die SVP hat sich den Aengsten, dem Unbehagen dieser Leute bedient um sich zu profilieren und um gewisse soziale Errungenschaften rückgängig und obsolet zu machen. Die Inititative war verführerisch für frustierte (zu recht!) Unterschichtler. Dass ihnen nun das Fell hinterrücks abgezogen wird, das ist so fatal wie eben auch “normal”. Kanonenfutter halt. Wer sich empören will, der müsste es über die SVP tun, die dieses Mittel so zynisch zu ihren Gunsten verwendet hat. (Schutze der Kartelle, Schutz der Hochpreisinsel, Schutz vor gewerkschaftlichen Massnahmen gegen Lohndumping) Erbärmlich ist immer der Missbraucher, nicht der Missbrauchte. So. basta

    • hansruedi Fürst sagt:

      ihrer Analyse ist treffend!

    • thomas buenzli sagt:

      gratuliere mvr, stimme ihnen voll und ganz zu. mit einer tragischen ausnahme. dass das nicht eintreffen wird, im gegenteil, wissen wir alle. leider falsch. die missbrauchten wissen es eben nicht und wenn sie es dann endlich doch kapieren, ist es meistens zu spaet. traurig aber wahr.

    • loulou sagt:

      Bin voll ihrer Meinung! Gerade die SP treibt ihre Stammwaehler, den einfachen Arbeiter, in die Arme der Rattenfaenger. Wer unter Druck kommt strampelt bekanntlich nach unten. Nach dem einfachen Lohnempfaenger kommt nur noch der Auslaender, also schiebt man einfach alles diesem in die Schuhe.
      Es ist vor allem die SP, aber auch die CVP, die den kleinen Mann mehr und mehr im Regen stehen laesst, das ist nun die Quittung. Die Verlierer von heute sind die Radikalen von morgen. Eine gefaehrliche Entwicklung….

    • Peter sagt:

      Den nagel auf den kopf getroffen. Es wird aber so sein dass die svp die nicht erfüllten hoffnungen der kleinbürger erneut instrumentalisieren wird. Die anderen werden schuld sein dass der volkswille nicht umgesetzt wird. Und die kleinbürger werden es wieder glauben. Schade eigentlich. Aber dass ist eben die direkte demokratie. Ein grosses missbrauchspotenzial liegt in deren natur.

    • Max sagt:

      Auf dem Kopf getroffen. Danke!

  43. Anton Keller sagt:

    Analysiert doch einmal die Korrelation zwischen Nein-Stimmen und Quadratmeterpreis für Wohneigentum. Da haben die Häuslebesitzer Angst, dass ihre Investition an Wert verliert.

  44. Roland Steiner sagt:

    Die Interpretationen sind vielschichtig. Für mich ist es aber logisch, dass ländliche Gebiete vermehrt zugestimmt haben. In diesen Gebieten sind die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums viel deutlicher erkennbar als in städtischen Gebieten. Auf dem Land wird jedes neue Gebäude das gebaut wird bewusst wahrgenommen. Der Verlust an Landschaft und somit an Lebensqualität wird einem tagtäglich vor Augen geführt. Auch sehen Leute vom Land die negativen Auswirkungen jedes mal wenn sie in einer Stadt sind. Die Landbevölkerung lebt auf dem Land und möchte nicht, dass das ländliche Gebiet weiter verstädtert.
    Eine Stadt hat diesbezüglich nicht so viel zu verlieren. Alles ist schon zubetoniert. Somit werden einem die negativen Aspekte dort nicht so bewusst.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Interessante Sichtweise. Nur: Auf dem Land sind es eben gerade nicht die Ausländer, welche die Gegend zubetonieren, sondern die “Lokalfürsten” zusammen mit den Häuslebauern. Dass man für etwas, was man selber in der Hand hat und somit selber verschuldet, die Ausländer verantwortlich macht, finde ich extrem unanständig.

    • Marco Bless sagt:

      Einfache Sichtweise, Herr Rothenbühler und Sie lassen das wichtigste dabei einfach aus.
      Die “Lokalfürsten” – in Wirklichkeit sind das keine Lokalfürsten, sondern Immobilienfirmen und Bauunternehmungen – bauen ja diese neuen Wohnhäuser nicht, um leer zu bleiben. Ohne massive Zuwanderung keine gefüllten Wohnhäuser. So einfach ist das, Herr Rothenbühler.
      Verantwortlich dafür ist weder der Ausländer (hat niemand behauptet), noch der Bauunternehmer, sondern der Souverän, der eine solche Massenzuwanderung bisher zugelassen hat.
      Mit dem Verfassungsauftrag vom 9.2 wurde also am richtigen Hebel angesetzt: keine Masseneinwanderung, keine massive Bautätigkeiten.

      • Felix Rothenbühler sagt:

        Herr Bless, jede Gemeinde entscheidet selber, welches Land sie einzont und wie viel. Von Genf bis Samedan kann jede Gemeinde selber regulieren, wie viel von “ihrem” Land zubetoniert wird. Da hilft es nix, jemandem die Schuld zuschieben zu wollen – es ist und bleibt selbstverschuldet, auch in Zukunft.

        • Marco Bless sagt:

          “Da hilft es nix, jemandem die Schuld zuschieben zu wollen – es ist und bleibt selbstverschuldet”

          Also doch wieder eine Schuldzuweisung? Lesen Sie doch auch bitte die Kommentare richtig, dann sehen Sie, wem ich die Schuld zugewiesen habe; dem Souverän und damit mir selbst.
          Leider kann ich auf die vielen tausend Gemeinden keinen Einfluss nehmen, darum nehme ich dort Einfluss, wo ich kann und das ist gesamtschweizerisch an der Urne.
          Ich sehe beim besten Willen nicht, wo ich jemand anderem die Schuld zugewiesen hätte. Das scheint einfach der Popanz zu sein, den Sie vor sich herschieben, weil Sie keine Argumente haben.

          • Felix Rothenbühler sagt:

            Mein Argument ist, dass man die Xenophobie hinter dem Feigenblatt Landschaftsschutz versteckt, dass man Ausländern die Schuld gibt für selbstverschuldete Verschandelung der Heimat. Sie argumentieren, dass statt der Lokalfürsten Immobilienhaie die Misere verursachen. Sie schreiben “ohne massive Zuwanderung keine gefüllten Wohnhäuser”. Ich argumentiere umgekehrt: Ohne Wohnhäuser keine zubetonierte Landschaft. Ohne mit Firmen zugebaute grüne Wiesen kein Arbeitnehmerbedarf. Die Zuwanderung zu steuern wäre so sehr einfach, wäre schon seit Jahrzehnten möglich gewesen – aber nein, man wollte es genau anders. Und beklagt sich nun.

    • loulou sagt:

      Sie vergessen eines. Die Neubausiedlungen auf dem Land werden zu einem rechten Teil von ausgewanderten Staedtern bevoelkert. Ich gehoere selber dazu und in meinem Umfeld wohnen diverse ehem. Schulkollegen aus ZH-Albisrieden. Besonders der aargauische Agglo-Guertel ist gewachsen mit Zuerchern, Dietikonern, Schlieremer, Regensdorfer usw. Wer sich Weiningen oder Geroldswil nicht leisten kann, geht Richtung Kt. AG.
      Habe 6 Jahre als Poestler in Sins AG gearbeitet, die Gemeinde hat in wenigen Jahren um ein Drittel an Einwohnern zugelegt. Am lokalen Bonzenhuegel hat mind. jeder 2. eine ZG Nummer am Auto! Zuger die sich Zug nicht mehr leisten koennen!
      Das sind dann genau jene, die jeden Morgen/Abend im Stau stehen oder in der ueberfuellten S-Bahn.

      • Felix Rothenbühler sagt:

        Und auch Sins AG kann und darf selber entscheiden, wie viel Bauland eingezont wird, ja sogar wie und in welcher Art gebaut werden darf, ob es Einfamilienhäuserwüsten sein sollen oder verdichtete Zonen. Auch Sins: Selber schuld, wenn das Gemeindeland heute verbetoniert ist. Jeder dort kann abstimmen, auch bei Zonenplanänderungen. Aber dazu muss man aufstehen und allenfalls gegen die Lokalfürsten stimmen, gegen die SVP-Bauern, gegen die Land-Millionäre. Viel Erfolg.

        • Marco Bless sagt:

          Und auch “loulou” kann und darf selber entscheiden, auf welchem Weg sie die Bautätigkeit einschränken will.
          Ich verstehe Ihre Logik nicht so ganz, Herr Rothenbühler. Die Zuwanderung zu bremsen finden Sie falsch. Wenn es also nach Ihnen ginge, müssten alle Gemeinden autonom ihre Bautätigkeiten stoppen, während gleichzeitig Menschen zuwandern. Wir sollten denen also einfach das Wohnen verweigern?
          Das soll mal einer verstehen!
          Für jeden halbwegs normal funktionierenden homo sapiens ist es nur logisch, das Übel an der Wurzel zu packen und das liegt bei der Zuwanderung. Ohne überbordende Zuwanderung keine überbordende Bautätigkeit in Sachen Wohnhäuser, Schulhäuser, Strassen, Einkaufszentren, Unterhaltungszentren usw. usf.

          • Felix Rothenbühler sagt:

            Die Zubetonierung wird mit oder ohne Zuwanderung fortschreiten, wenn man das Übel nicht an der Wurzel packt. Das Übel sind aber nicht die (gerufenen) Zuwanderer, sondern (überrissene) Planungsgewinne bei Einzonungen und Profite bei Landverkäufen sowie überrissene Immobilien- und Mietpriese. Hinzu kommen all steuerlichen Anreize für Firmen, überhaupt erst in die CH zu kommen. Packen Sie doch bitte mit an, DIESES Übel zu beseitigen. Wenn es in Haus pisst, baut man auch nicht eine Mauer über das Dach, um den Regen vom Haus fern zu halten, sondern man flickt das Dach und lässt das Wasser abfliessen, wohin es abfliessen soll (sinnvollerweise in den Garten, um dort für Wachstum zu sorgen).

  45. haben denn die Studierten nichts anderes zu tun als sich immer noch mit dieser Abstimmung zu befassen – rumzuschlagen? Eigentlich mühsam und tragisch.
    Das Ergebnis ist wie es ist und es ist zu akzeptieren und schleunigst umzusetzen – ohne WENN und ABER!
    Alexandra weber

    • Amélie sagt:

      Es macht das Leben so einfach, wenn wir die Menschen in Gruppen einteilen können: die Schweizer und die Ausländer, die Studierten und die, die nichts studieren. Usw.

  46. D Bachmann sagt:

    Es ist ja schön, dass sich jemand diese Mühe gemacht hat, aber die Datenlage ist ja so, dass man schon von Auge sieht, dass keine signifikante Korrelation besteht. Die Behauptung einer solchen Korrelation wurde einfach mal gemacht, weil sie gewissen Leuten in den politischen Kram passte und dann als “Faktum” weiterverbreitet. Das war nur ein kleiner Missklang in der hysterischen Kakophonie nach der Abstimmung. An Fakten war in den zwei Wochen nach der Abstimmung so gut wie niemand interessiert.

    Eine andere Frage wäre die, wie sieht es mit einer Korrelation zwischen Abstimmungsverhalten und *Gradient* des Ausländeranteils aus? Es ist eine Binsenwahrheit, dass der Mensch weniger auf Absolutwerte als auf Veränderung empfindlich ist. Meine Vermutung wäre, dass möglicherweise eine Korrelation zwischen dem *Anstieg* des Ausländeranteils in den letzten 10 Jahren und dem Abstimmungsresultat bestünde. Dass also die Ja-Stimmen sehr wohl als Reaktion auf eine als unangenem empfundene Veränderung sein könnten (und nicht bloss heisse Luft, abstrakte Xenophobie und SVP-Ideologie, wie so gerne suggeriert wurde) Aber das zu überprüfen wird noch viel mühsamer.

  47. Gerhard Leu sagt:

    Scheinbar muss es andere erklärende Variablen geben als die Gemeindegrösse und der Ausländeranteil. Bei der Initiative ging es ja auch um die “Masse” und das Bevölkerungswachstum und nicht unbedingt nur um die Ausländer. Die ländliche Bevölkerung will halt nicht städtisch werden. Vielleicht sollten sich Politologen vermehrt auf den Aspekt “Masse” fokussieren statt auf “Ausländer”.

  48. Stephan Lauper sagt:

    Zu wem zählen eigentlich die Auslandschweizer?

  49. Thomas Büeler sagt:

    Ich finde auch; Fragt die Ja Sager.
    Ich, wohnhaft Bern.
    Meine Gründe waren:
    1. Wirtschaftlicher Wachstum durch Bevölkerungswachstum ist kurzsichtig und löst nicht unsere Probleme, die Gesamtheit deren nimmt sogar zu! Wachstum ist nicht real, nur propotional zum Bevölkerungswachstum. Also nur gut für Aktionäre die keine Verantwortung und nur Nutzen aus Infrastruktur und Arbeiter ziehen.
    2. Sicherung der Sozialwerke muss durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung getragen werden.
    3. Selbstbestimmung und kein EU Diktat. (Lieber verarmen als erpressen lassen und von der EU regiert zu werden)
    4. Wirtschaft muss einen attraktiven Weg finden die tertiär gebildeten Frauen in den Arbeitsprozess zu integrieren. Industriezonen Krippenplätze.
    5. In die Bildung der bereits in der Schweiz lebender Menschen investieren.
    6. Platzfrage und gesellschaftliche Absorbationskapazität fremder Einflüsse hat eine kritische Grösse erreicht.
    7. Einwanderung ja, aber kontrolliert.
    8. Mietzins und Eigentumspreise? Dauer-Tiefzinsen und wo ist die Auswirkung auf Mieter. Preise sind trotzdem gestiegen.
    9. Lohndruck, keine reale Erhöhung seit 10 Jahren. Netto sogar weniger.
    8. Ecopop ist eine Option die ich auch am durchdenken bin.
    Freundliche Grüsse, Thomas

  50. Peter Hartmann sagt:

    Spielt es eine Rolle? Und was will man damit insinuieren? Wer will das? Würden diejenigen dies auch bei gegenteiligem Resultat tun wollen? Oder will man Missliebiges weiterhin abqualifizieren? Ist das konstruktiv oder demokratisch? Eine Fleissarbeit. Aber wäre es nicht interessanter inhaltlich mehr zu überlegen? Die Abstimmung erteilt Absagen an den BR der jahrelang alle negativen Begleiterscheinungen der Freizügigkeit ignoriert, sowie an die Wirtschaft, die, aus ihrer Sicht legitim, jüngere und billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland holte. Der Durchschnittsschweizer hat in den letzten Jahren allerdings keine Vorteile daraus gehabt, im Gegenteil, was sich nun in diesem Abstimmungsresultat zeigt – BR und Wirtschaft sollten die Interessen ihrer Wähler und Kunden nicht weiterhin ignorieren.

    • Ischtaug sagt:

      Die Strategie des BR und der Wirtschaftselite war ja offensichtlich, dass man unser Wohlstandsniveau demjenigen der EU-Staaten anpasst. Wenn dieses Ziel erstmal erreicht ist, wird sich niemand mehr gegen den EU-Beitritt wehren, weil es dann für uns nichts mehr zu verlieren gibt.

    • loulou sagt:

      Wie recht sie haben…! Politiker die das “schnallen” waeren fuer mich waehlbar, anstelle von Parteisoldaten. Zurzeit habe ich keine Hoffnung und lass es bleiben.

  51. Katharina sagt:

    Die Quelldaten sind Rohdaten und leider nicht die Quelldaten. Vorallem bei der Festlegung der Quantilen bestehen doch einige Fragezeichen. Das klassische Problem der dynamischen Taxonomie. Das Zeigt sich gerade beim Quantile 75-90%.

    Ich finde den Ansatz der Untersuchung auf der Granularität Gemeinde falsch. Dies, weil die Bezeihungen innerhalb Gemeindeclusters (also Metropolitan Statistical Areas) ausgeblendet sind. Weiter, weil Stadtteile grösserer Städte selber das Mengengerüst von kleineren Orten haben.

    Weiter fehlen demographische Dimensionen (Alter, Gender, Anteil eingebürgerter an den Stimmanteilen, etc). Interessant wäre auch die Dimension Einkommen.

    Wi andere schon anmerkten, fehlt die Transparenz zur angewandten methodik. Welches Werkzeug benutzt wurde, ist vielleicht interessant, aber die Methodik selber wäre wichtiger. Ditto angaben über die Datenhaltung und Datenmodelle (also nicht die schon auf Berichststufe stehenden Spreadsheet-Rohdaten, die ja schon auf zwei Dimensionen reduzierte Aggregate sind).

    Es ist aber wichtig, dass Sie nachgewiesen haben, dass die Schlagzeile „Je weniger Ausländer, desto mehr Ja-Stimmen“ statistisch keine Grundlage hat.

    • Huch, Katharina
      Was Du hier erwartest ist eine halbe Dissertation. Schön, die soll einer machen und die Resultate sind sicher nützlich. Nur wird bis anno dazumal die obsessive Aktualitäten-Schreibergemeinde schon ein neues Fressen für realitätsfreie Spekulationen gefunden haben.

      Marko Kovic hat hier einfach vorgeführt, dass es den politischen Besserwissern gut täte, wenn sie zuerst die Zahlen anschauen, bevor sie die Klappe aufreissen und den Gegnern an das Schienbein schutten.

      • Katharina sagt:

        Jürg, es ist so, dass Herr Kovic die übrigens kontroverse Signifikanzmethodik anwendet. Da sind Fragen zur Methodik selber (Hypothesentest und Effektstärke) angebracht.

        Weiter kann gesagt werden, dass eine Zufallsmehrheit von 0,3% wenig aussagekräftig ist, ausser dass sie die eigentich essentielle Frage des politischen Systems aufwirft (wann ist eine Mehrheit eine Mehrheit, die den Volkswillen ausdrückt). Aber diese ist DAS Tabu im Sinne des dritte Gleis Themas.

        • Fabio Valeri sagt:

          Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob man die 0.3% eine Zufallsmehrheit nennen kann, da es ja keine Stichprobe ist, sondern die Gesamtpopulation der Abstimmenden.

  52. Lucas Cannolari sagt:

    Schöne Grafiken und eine spannende Analyse. Allerdings zeigt sich hier wieder mal sehr deutlich, dass man solche Daten nach eigenem Gusto interpretieren und analysieren kann. Die gezeigten Trends mit beliebigen Polynomen n-ten Grads sind mathematisch und statistisch gesehen absolut bedeutungslos.
    Mit geschultem Auge erkennt man hier auf den ersten Blick, dass wenn überhaupt nur eine sehr schwache Korrelation vorhanden ist. Vielleicht sollte sich Herr Kovic für den kritischen Umgang mit Datenanalyse interessieren 🙂

  53. Interessante Analyse….Jetzt aber bitte noch das Abstimmungsverhältnis in Bezug auf die Höhenmeter darstellen.
    Wäre doch schön zu sehen, wie sich die dünne Luft auswirkt:-)

  54. Chris Schmidlin sagt:

    Die meisten schlafen ja nur in ihrer Wohngemeinde. Interessant wäre deshalb noch die Ausländeranteile bei den Arbeitgebern sowohl bei der Belegschaft als auch in der Chefetage. Ebenso die Zunahme der Ausländer beim Arbeitgeber über die letzten Jahre. Wer das Gefühl hat, von Ausländern im Job bestimmt zu werden (vielleicht auch noch mit negativen Folgen) und von Ausländern (inkl. Grenzgängern) umringt ist, vielleicht Abgänge erlebt hat wo ein Schweizer durch einen Ausländer ersetzt wurde stimmt auf Grund des gefühlten entstehenden Drucks vermutlich eher ja.

  55. Rolf Pfister sagt:

    Abgestimmt wird in der Wohnort-Gemeinde und nicht am Ort der direkt Betroffenheit wie Arbeitsweg oder Arbeit-Gemeinde.

  56. Georg Russ sagt:

    Sehr schöne Grafiken, die R und ggplot da mit facet_grid oder facet_wrap produziert haben, gäll? 🙂 Schön, wenn man mal die eigene tägliche Arbeit in der Datenanalyse von anderen Leuten ähnlich dargestellt wiederfindet.

  57. Max Bader sagt:

    Eine Analyse für die einzelnen Ausländergruppen wäre noch interessant. Vielleicht haben gewisse Ausländergruppen mehr einen Einfluss in die eine oder in die andere Richtung. Aber im übrigen habe ich das Gefühl, dass manche Orte einfach linker und andere rechter eingestellt sind unabhängig vom Thema oder von der Betroffenheit.

  58. Christian Mohler sagt:

    Die Trendlinien sind also teilweise schon ziemlich abenteuerlich, z.B. gerade die erste auf Kantonsebene: Klar kann man ein Polynom 10-ten Grades als Trend für nur 26 Datenpunkte berechnen, aber daran lässt sich nichts interpretieren! Eine lineare Beziehung hätte wohl ausgereicht.
    Besonders amüsant sind die Grafiken auf Gemeindeebene (z.B. AI), wo die Trendlinie zum Teil gleich viel Freiheitsgrade hat wie die Anzahl Datenpunkte – starke Leistung.
    Ferner sind Trendlinien durch Datenwolken, wo optisch kein Trend ist, eher zufällig, und falls der dazugehörige Korrelationskoeffizient kleiner als 0.2 ist, sagt der Trend auch wenig bis gar nichts aus.

  59. Jonathan Levi sagt:

    Keine der Beobachtungen (ausser im 5. Teil) sind nachvollziehbar. Um eine Trendlinie zu erzeugen, muss ein zugrundeliegender Zusammenhang angenommen werden. Welcher Zusammenhang war das? Im Text ist immer wieder von “erwartetem linearem Zusammenhang” die Rede, aber offensichtlich wurden keine linearen Modelle verwendet. Wurden diese wenigsten überprüft und dann verworfen?
    Wahrscheinlich wurde hier ein moving average oder ein Polynom hoher Ordnung verwendet (was zum Beispiel bie AI oder OW im 3. Teil zu einem ziemlich lächerlichen Ergebnis führt), aber das ist auch ins Blaue geraten. Eine Trendlinie erzeugen zu wollen, ohne auch nur einen Anhaltspunkt für den zugrundeliegenden Zusammenhang zu haben ist schlichte Spielerei. Die einzige fundierte Aussage, die man machen kann, ist über die Korrelationen. Wendet man diese Methode auf Kantonsebene an (was interessanterweise nicht gemacht wurde), erhält man eine signifikante (p = 0.0066) stark negative Korrelation (k = -0.519). Von wegen kein klarer Trend.

  60. TJ sagt:

    Frage zu den Rohdaten: Warum ist der Durchschnitt des Ausländeranteils über alle Gemeinden tiefer (14.8%) als über alle Kantone (rund 20%) ?

    • Statistiker sagt:

      Weil die vielen kleinen Gemeinden mit geringem Ausländeranteil den Schnitt stark drücken. Sie haben bei dieser Berechnung ja beispielsweise die Stadt Zürich und die Gemeinde Lü gleich gewichtet. Einmal Zürich mit 30% Ausländern und 7 Käffer mit je rund 10% Ausländern gibt nunmal gemittelt 14 Komma sowieso Prozent Anteil. Aber Wenn man alle Käffer zuerst addiert und dann den Ausländeranteil des ganzen Kantons berechnet, gibt es natürlich nicht mehr so viele Käffer, die alle einzeln zählen.

  61. Rainer Merlin sagt:

    Was sollen solche Statistiken über Seelenstimmungen auszusagen vermögen? Nichts. Man scheint noch nicht begriffen zu haben, dass der Dauerdruck von den Mächtigen der Finanzwelt und GrossIndustrie auf die arbeitende Bevölkerung eine innere Abwendung verursacht hat, die in dieser Abstimmung (leider) ein Ventil gefunden hat, um den Seelendruck abzulassen. Dass ausgerechnet eine “SVP-Initiative” dieses Ventil zur Verfügung gestellt hat, ist tragisch. Wie hätte sich eine unterdrückte demokratische Mehrheit sonst wehren sollen? Diese Finanzmagnaten sollen wieder menschlicher und gerechter werden, dann baut sich dieser Überdruck automatisch ab und es braucht keine solch teuren “Studien” mehr.

    • Ted Brunner sagt:

      Aha ” Dauerdruck von den Mächtigen der Finanzwelt und GrossIndustrie auf die arbeitende Bevölkerung eine innere Abwendung verursacht”. Das tönt verdächtig nach China und Russland. Dabei geht vergesen, dass gerade einer der Mächtigsten und seine Kollegen, wie Milliardär Walter Frey, hinter dieser Abstimmung “standen”. Und niemand fragt sich, wie dieser Gross-Spekulant dazu kommt, eine solche Initiative zu starten. Welchen Nutzen er hat, denn er hat wohl in seinem Leben noch selten etwas ohne Nutzen/Erlös/Ergebnis gemacht.

    • Johann Bauer sagt:

      Orte mit noch relativ wenig Ausländer wollen eben Zustände wie
      in Dietikon, Schlieren, etc. verhindern, solange noch möglich!

    • W. Zimmermann sagt:

      Sie haben den Sachverhalt sehr gut analysiert, lieber Herr Merlin, und Sie machen all denjenigen Mut, die nun in die fremdenfeindliche Ecke gestellt werden, nur weil sie zu einem ähnlichen Schluss gekommen sind, wie Sie. Zivilcourage an den Tag legen hat nichts, aber auch gar nichts mit Fremdenfeindlichkeit und “ahnungslosen Landbewohnern” zu tun. Ich danke Ihnen für den treffenden Kommentar.

    • alien sagt:

      Diese Interpretation des Outcomes als Protest gegen die arrogante classe politique ist in meinen Augen sehr richtig, die Politiker werden sie aber sicher nicht wahrnehmen.

    • Stefan Gisler sagt:

      Richtig – es gibt ein Wachtums- und Entfremdungsproblem, dass Ängste um Identität, Jobverlust etc. auslöst. Und richtig – die Scheinlösung der SVP war das Ventil, um dies zum Ausdruck zu bringen. Wirtschaftsverbände und gemässigte Bürgerliche haben die Bedürfnisse der Bevölkerung zu lange ignoriert.

    • Kurt Nehmer sagt:

      Sehe das genau so und könnte es nicht besser umschreiben!

  62. Mächler sagt:

    Gemeinde Rebstein SG Rheintal: Einwohner 4500, davon Ausländer 1500 = 31%, Ja-Stimmen >60%
    Zahlen sind approximativ und sollten durch Sie überprüft werden.
    Gruss, E. Mächler

  63. Freiermuth Bernhard sagt:

    Sehr interessanter Blog, ich werde sicherlich häufiger vorbeischauen. Was ich jedoch vermisse sind Angaben darüber, welches mathematische Modell für die Trendberechnungen verwendet wurde: klassische lineare Regression mit welchen Basisfunktionen? Welche Software mit welchem Packet? Wurden diagnostische Analysen durchgeführt um die Plausibilität des gewählten Models zu beurteilen? Wenn ja, wie sehen die entsprechenden Plots/Kennzahlen aus?

    MfG BF

    • Marko Kovic sagt:

      Guten Tag Her Freiermuth

      Die Berechnungen wurden mit der Grundinstallation von R durchgeführt.
      Die Trendlinien sind entweder im LOESS- (n1000) berechnet, also mit jeweils nicht-linearen, nicht-parametrischen Verfahren. Weitere Analysen mit diesen Modellen habe ich keine gemacht (die Grafiken sollen eine visuelle Annäherung sein und keine “harten” Messungen von Kausalität).

      Mit bestem Gruss
      Marko Kovic

    • Marko Kovic sagt:

      Hm, da hat etwas mit der Kommentarfunktion nicht geklappt. Es sollte heissen “entweder im LOESS- (n kleiner als 1000), oder im GAM-Verfahren (n grösser als 1000) berechnet”.

      Grüsse

    • Gregor Ordinger sagt:

      Lieber Herr Freiermuth. Die verwendete Software heisst “R” und ist frei erhältlich (Open Source). Die Grafiken wurden mit dem Paket “ggplot2” erstellt und die Trends sind meiner Einschätzung entweder mittels “LOESS” oder “GAM”s (generalized additive models), also Splines berechnet worden. Ich vermute, dass die vorliegenden Analysen rein explorativer Natur sind. Ich glaube nicht, dass für die Regressionen noch zusätzliche Faktoren berücksichtigt wurden. Des Weiteren vermute ich, dass eine Modell-Prüfung mit Residuen-Checking etc. hier nicht gemacht wurde und glaube, dass eine solche auch zu weit für einen solchen Blog gehen würde.

    • Nostalgiker sagt:

      @BF: Besser nachdenken vor nachfragen, von wegen lineare Regr. bei den kurvilinear geplotteten Regressionslinien… ich denke man erkennt, dass es Polynome höheren Grades (3 oder 4) sind.

      Persönlich finde ich das einen guten Beitrag! Ich hätte gedacht, es würden sich klarere Zusammenhänge zeigen. Nur die Interpretation zum Schluss stört mich: Ich finde, man hätte genau so gut von fast keinem Zusammenhang schreiben können, wenn man sich die Resultate vor dem Hintergrund der komplexen Fragestellung ansieht. Sagt ein Nein-Stimmer. Das muss ich nach diesem Artikel leider zugeben: Ich habe wohl zu früh nach ‘stellt den Ja-Sagern den Finanzausgleich ab’ geschrien…

      • Niklaus Vogler sagt:

        Nostalgiker: Was verstehen Sie unter Demokratie? Ist diese nur gut, wenn das Ergebnis Ihnen passt? Bei der Zweitwohnungsinitiative wurden die Bergkantone von den Flachlandkantonen überstimmt? Jetzt werfen die Städter der Landbevölkerung vor, mit der Zustimmung zur MEI sich erfrecht zu haben, ihren Milliarden-Reibach zu behindern. Können Sie mir den Unterschied erklären? Wie soll ich reagieren wenn ich mit unverantwortlichen Entwicklung der Zubetonierung nicht einverstanden bin? Hören Sie sich einmal beim Zürcher Baugewerbe um. Diese sagen der Kanton Zürich sei zugebaut. Als mein Vater auf dem Schaffhauser Randen die Pfründe der Zürcher Geldsäcke schützen durfte war er gut genug. Dabei durfte er auch noch Kopf und Kragen riskieren. Als einmal in Basel auf dem Wachturm war wurde dort bombardiert. Meine Mutter und Geschwister hatten während dessen zu Hause (im Berggebiet) nichts zu essen.

    • Sepp Manser sagt:

      Wahrscheinlich wurde das Open Source Ststistik Paket R verwendet, mit ggplot für die Charts. Die Regression verwendet wharscheinlich Natural Splines als Basis.

      • Freiermuth Bernhard sagt:

        @Nostalgiker: My bad, das sollte ‘klassisches lineares Modell’ heissen

  64. Peter Richter sagt:

    Wer analysiert das Abstimmungsverhalten von Orten mit sehr hohen Ausländeranteilen und hoher Zustimmung zur MEI?
    z.B. Zürich-Schwamendingen, Schlieren, Dietikon, Dübendorf, usw.
    Kleine Orte mit wenig Ausländeranteil versuchen die aktuelle Struktur und Wohlstand zu bewahren, daher ja zu MEI.

    • Max sagt:

      Wenn diese Kleine Orte das immer so gemacht haben werden die heute noch mit Pferden herumreiten. Die Wohlstand kommt aber nicht exclusive von innerhalb diesen kleine orten oder haben die versteckte Goldminen?

      • Peter Richter sagt:

        @ Max
        Wohlstand in kleinen Ortschaften?
        Vielleicht hilft eine nicht allzu überstrapazierte Sozialkasse?
        Siehe im Gegensatz dazu die oben erwähnten Orte mit sehr hohen Ausländeranteilen
        und Zustimmung für die MEI.

  65. Ulrich Walter sagt:

    Dass (fast) kein Zusammenhang besteht, wundert mich nicht. Als Kleinunternehmer im Kt AG (Gde mit 3000 EW, wenig Ausländer) habe ich nach reiflicher Überlegung ein JA eingelegt. Aber nur aus dem Grund, weil unserer Regierung dringend ‘ein Schuss vor den Bug’ verpasst werden musste.

    Der Bundesrat müsste im Ausland erklären: “‘Liebe’ EU, es ist nicht gegen euch gerichtet, sondern ein Misstrauensvotum der Schweizer gegen die CH-Regierung, weil wir jahrelang die Facts verneint und nichts unternommen haben.”

    • Markus Mosimann sagt:

      Diese Gruppe von Wählerinnen und Wählern sollte auch mal beleuchtet werden: Die “mal vor den Bug schiessen”-Gruppe.
      Ohne die Folgen einschätzen zu können mal denen in Bern ans Bein pinkeln. Das nenne ich nicht reifliche Überlegung!

    • Juerg Schneider sagt:

      Lieber Herr Walter
      So überlegt unüberlegt ” nach reiflicher Überlegung” haben offensichtlich Viele abgestimmt! Die Folgen werden wir büssen! Alle!
      Mit freundlichen Grüssen
      J. Schneider

      • Marco Bless sagt:

        Lieber Herr Schneider

        So unüberlegt haben wahrscheinlich viele damals der PFZ zugestimmt. Die Folgen davon brauche ich nicht mehr zu prophezeihen; die haben die Verlierer schon am Leib erfahren.
        Wenn Sie zu den Profiteuren gehört haben, ist das jetzt halt Pech für Sie. So, wie es bei der ersten Abstimmung über die PFZ Pech für uns war.
        Für Sie hingegen scheint es nur eine Wahrheit zu geben; IHRE! Und vor allem stellen Sie Ihre Eigeninteressen derart in den Mittelpunkt, dass einem übel werden könnte.
        Ich habe sehr überlegt abgestimmt. Ihnen jedenfalls werde ich das Denken ganz bestimmt nicht überlassen.

    • Mueller Daniel sagt:

      Absolut zutreffend. Nichts tun und nachher jammern scheint absolut im Trend zu sein. Siehe auch unsere sogenannt hochqualifizierte Mgmt-Gilde (einschliesslich Politiker), die von allem nichts wissen, aber alles zuzulassen bereit sind.

    • Stefan Gisler sagt:

      Eigentlich auch ein Votum gegen die SVP – die ja in Bundesrat und Parlament sind und nicht gegen Landschaftszerstörung und Lohndruck unternehmen …

    • Marco Bless sagt:

      Da bin ich aber – als JA-Sager vom 9.2. – GANZ anderer Meinung, lieber Herr Walter.

      Lesen Sie doch Ihren Beitrag nochmals. Darin stellen Sie Ihre eigene Intention zur Stimmabgabe stellvertretend für alle JA-Stimmen und schliessen daraus, was der Bundesrat zu kommunizieren habe…
      lach… mit Verlaub, aber das ist schon ziemlich dreist.
      Ich wundere mich, warum ich in diesen Foren dauernd über Leute stolpere, die glauben, sie könnten einfach von sich auf andere schliessen.
      Für meinen Teil kenne ich niemanden, der nur aus diesem Grund ein JA eingelegt hätte und ich habe viele, viele Stunden für die Werbung geopfert.

  66. Hannes Müller sagt:

    Man könnte ja auch einfach mal nachfragen, was denn die Motivation für ein Ja war. Bei mir war es der Bevölkerungszuwachs um 1.1%, der alle 10 Jahre für fast eine Million mehr Einwohner sorgt. Das bedeutet für unsere Infrastruktur, die schon an der Grenze ist, enorme Investitionen, und dies bei einem Pro-Kopf-BIP.das nicht steigt. Ergo: Es ist ein Kostenschub zu erwarten, und das bedeutet Steuererhöhung und Teuerung. Das will ich nicht. Und das hat nichts mit Ausländern zu tun, sondern mit der Gesamtbevölkerung.

    • Rolf Stalder sagt:

      Warum muss denn das pro Kopf BIP steigen? Die Zuzüger erwirtschaften pro Kopf eher mehr, als die langsam überalternde CH-Bevölkerung.

    • Daniel Weiss sagt:

      und Sie glauben jetzt wirklich, dass ein Kontingentierungssystem, dass nach dem gesamtwirtschatlichen Bedürfnissen ausgelegt wird, einen Zuwanderungsstopp bewirkt? Nur die Kündigung der Bilateralen als Kollateralschaden wird das bewirken und zwar nachhaltig

    • Andreas Berner sagt:

      Exakt !
      Und es ist nicht Wachstum, es ist Zunahme! Zunahme der Dichte!
      MfG
      AB

      • Hans Locher sagt:

        Es bleibt zu hoffen, dass die Resultate solcher Datenanalysen irgend einen Wert darstellen, der zur Lösung von existierenden und zu erwartenden Problemen infolge des Bevölkerungswachstums beiträgt !

    • Ammann Katy sagt:

      Da stimme ich zu. Die Jungsozialisten und viele andere behaupten, diese Abstimmung sei gegen Ausländer gerichtet, was gar nicht stimmt. Die miesten Schweizer, wie auch ich haben gegen eine grosse Masse der Zuwanderung gestimmt. Das hat überhaupt nichts mit Ausländern zu tun. Leider wird das aber aus ideologischen Gründen immer wieder verdreht, auch von der Eu.

    • Ugo Cavallere sagt:

      Die ganze Debatte ist keine Ausländerdebatte, sondern eine Wachstumsdebatte. Bei jährlich 85’000 Zuzüglern hat die kleine Schweiz inkl. Nachzug alle 5 Jahre eine halbe Million mehr Einwohner, wie dies in den letzten Jahren geschehen ist. Kann das gut kommen, auf so kleinem Raum? Dass die demographische Entwicklung eines Landes mit dessen territorialen und infrastrukturellen Gegebenheiten in einem tragbaren Verhältnis stehen muss, darf als unbestritten gelten. Man sieht den Irrweg auch im Ausland. Die deutsche (linke) “Zeit” sagte zur Zubetonierung unseres Landes kürzlich: “Ist die Schönheit des Landes noch zu retten? … Die Schweiz benimmt sich als ob sie ein Riese wäre.”

  67. Martin Fischer sagt:

    Sehr nötige Analyse, verständlich geschriebenes Fazit. Sehr gute Arbeit.