datenblog

Gutausgebildete sagen der Schweiz Goodbye

Von Barnaby Skinner, 16. November 2014 144 Kommentare »
Jeder achte Hochqualifizierte wandert aus. Der Staat ist der grosse Verlierer – er investiert pro Schüler jährlich 16'000 Franken.

Nach einer Sparrunde bei seinem Londoner Arbeitgeber stand Simon Rohrbach aus Fraubrunnen bei Bern plötzlich im Regen. Zurück in die Schweiz? Nein. Der heute 26-Jährige rechnete sich aus, in der britischen Metropole bald wieder Arbeit zu finden. Schliesslich hatte er einen wertvollen Trumpf zu spielen: die Schweizer Ausbildung. Primar- und Sekundarschule Fraubrunnen, Berufsschule Bern, Lehre als Mediamatiker bei der Swisscom.

Rohrbach ist mit seinen Ambitionen auf dem globalen Arbeitsmarkt nicht allein. Jährlich wandern laut Bundesstatistik 10  Prozent mehr Schweizer ins Ausland aus als wieder ein.

Bei den 25- bis 44-Jährigen ist die Differenz noch grösser. Auf vier Schweizer, die im arbeitsfähigen Alter in die Heimat zurückkehren, kommen fünf, die in der Fremde ihr Glück suchen. Anders bei den Pensionierten. 2013 kehrten 7,2 Prozent mehr Schweizer über 65 heim als auswanderten.

Mobil-User: Für die interaktive Grafik klicken Sie bitte auf diesen Link.

Korrigiert: In der ersten Version der Grafik wurde Argentinien Zentralamerika zugeordnet. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Für die aktuelle Version müssen Sie eventuell den Cache löschen.

Sich hierzulande ausbilden lassen, im Ausland arbeiten, zur Pension oder Familiengründung in die Schweiz zurückkehren. Bisher ist für den ehemaligen Swisscom-Lehrling Simon Rohrbach der Plan aufgegangen. Heute ist er Chef­designer einer aufstrebenden Internetfirma. Er sagt: «Solange mir die Karriere wichtig ist, so lange ist es wichtig, hier in London zu sein.»

Die eingebürgerte Kate Darling tönt ähnlich. Sie ist im Alter von neun Jahren aus den USA in die Schweiz gekommen. Sie besuchte in Basel Primarschule, Mittel­stufe und Gymnasium. An der Uni ­Basel studierte sie Recht. Heute forscht sie im Bereich Roboterethik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. «Ich habe mich lange dagegen gesträubt, die Schweiz zu verlassen», sagt die 33-Jährige in breitem Baseldeutsch am Telefon. «Als ich eingebürgert wurde, war ich auf den roten Pass richtig stolz.»

Bildschirmfoto 2014-11-16 um 08.17.03

Kate Darling, 33, forscht am Massachusetts Institute of Technology in Boston, USA: «Ich habe lustigerweise viel mit Schweizern zu tun, die hier leben und arbeiten.»

Doch sie habe gemerkt, dass ihre Karrierechancen im Ausland einfach besser seien. Vor einem Jahr brach Darling deshalb definitiv ihre Zelte in der Schweiz ab. Sieht sie sich als Einzelfall? «Vielleicht hat es mit meiner Arbeit zu tun», sagt die Forscherin, «aber ich habe es lustigerweise viel mit Schweizern zu tun, die hier in den USA leben und arbeiten.»

Gut ausgebildete Schweizer als die grossen Profiteure der Globalisierung? Für den Schweizer Staat wäre das weniger lustig. Er wäre bei jährlichen Investitionskosten von 16’000 Franken pro Schüler und Jahr – die weltweit höchsten Bildungsausgaben – der grosse Verlierer.

Man würde meinen, dass es gerade in der Alpenrepublik, wo sonst alles und jeder vermessen wird, hinreichend Daten dazu gäbe, wer das Land verlässt – um etwa zu prüfen, wie sinnvoll Argumente der SVP bei der Masseneinwanderungsinitiative sind, bei qualifizierten Jobs auf Schweizer setzen. Wenn mehr hoch qualifizierte Schweizer jährlich das Land verlassen als einwandern, ein schwieriges Unterfangen.

Tatsächlich aber wissen die Behörden wenig über Schweizer Emigranten. Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) kennt die Zielorte der Auswanderer. Das Bundesamt für Statistik Alter und Geschlecht. Was den Behörden fehlt, sind wichtige demografische Angaben wie Bildung oder Beruf.

«Das ist kein Schweizer Problem», erklärt Thomas Liebig von der Organisation für wirtschaft­liche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), «die steigende Migration von hoch qualifizierten Arbeitskräften rückt überall erst allmählich ins Interesse der Politik.» Vor allem deshalb, weil sie zwischen 2000 und 2010 weltweit um 70 Prozent auf 29  Millionen gestiegen ist.

Die OECD hat nun in einer bisher eimaligen Aktion alle Volkszählungen der Mitgliedsstaaten in einer Datenbank vereint. Sie soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Im Auftrag der «SonntagsZeitung» hat die OECD die Auslandschweizer in den weltweiten Zensus-Daten bereits analysiert. Die Ergebnisse, die hier auch der Datenblog präsentiert, erlauben erstmals Rückschlüsse darauf, wie gross die Anzahl der Schweizer Emigranten nach Bildungsstand ist. Zwischen 2000 und 2010 ist die Auswanderungsrate der Hochqualifizierten auf über 13 Prozent gestiegen. Das heisst: Jeder achte gut ausgebildete Schweizer wandert aus.

Bildschirmfoto 2014-11-16 um 08.04.50

 

Stefan Wolter, Leiter der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, weist darauf hin, dass der Braindrain im akademischen Bereich bereits bekämpft werde. «Der Nationalfonds hat Programme, Schweizer Forscher wieder in die Schweiz zu bringen.» Gerade Erfolgreiche bräuchten zusätzliche Anreize, um auf eine Spitzenposition an einer Top-US-Uni zu verzichten. Er ist überzeugt: «Quantitativ haben wir kein Problem, die Leute wieder zurückzubringen, aber qualitativ schon. Was einmal mehr zeigt, dass wir zum Verständnis der Ein- und Auswanderungsströme mehr Informationen über die Personen bräuchten.»

144 Kommentare zu “Gutausgebildete sagen der Schweiz Goodbye”

  1. markwin van Geel sagt:

    Interessant die Kommentare. Meine Erfahrungen als Ausländer in der Schweiz und in Neuseeland (ein Immigranten Land pur sang mit viel englischen Einflüssen) sind gleich positiv. Solange man die Regeln und Sitten des Gastlandes respektiert und sich offen für anderen Sachen ins Leben offenstellt kommt es gut. Als Führungskraft habe ich sehr positiven Erfahrungen mit Lehre-Absolventen gemacht. Das Dual-schulungssystem der Schweiz, sehe ich als eine der erfikgsfaktoren der Schweiz.
    Markwin, Niederländer in CH und ehemaliger Lehreprojektbegleiter von Simon.

  2. christiankohlenberg@hotmail.com sagt:

    Bei den Zahlen kann man lachen…
    fragt mal wieviel andere Laender investiert haben in Aerzte, Krankenpfleger usw die jetzt in Schweiz arbeiten. Eine Arzt Ausbildung kostet 1 Mio CHF..
    Manchmal sollte man dann einfach mal nachdenken bevor man sich beschwert…. Sich ueber etwas aufregen, was die Standardpraxis ist im Land.

  3. Hanns Schweizer sagt:

    Klar, an Juristen, die sich (zumal ohne besondere Qualifikation dafür) mit Roboterethik befassen mangelt es an der Schweiz wirklich am dringendsten.

  4. L. Loosli sagt:

    Bezweifle, dass die Rate der Ausland-Schweizer an der Qualifikation liegt. Die braucht man ja für jeden Beruf auf der Welt. Klar aber, dass eine “Standard-Ausbildung” von der Schweiz im Ausland durchschnittlich mehr Wissen und Qualität bringt und man somit Möglichkeiten erhält, für die, die Chancen hier in der überbildeten Schweiz nicht sehr gut stehen (man muss ja stets schon Vollprofi sein, um einen tollen Job zu erhalten..). Ich konnte so vor 6 Jahern nach einer KV-Lehre auswandern und kam letztes Jahr zurück aufgrund Weiterbildung. Nun hab ich noch knapp 3 Jahre bis zu meinem Bologna Bachelor aber das Fernweh spüre ich schon jetzt. Vielleicht gehör ich dann auch zu den 10% in ein paar Jahren …

  5. Anton Keller sagt:

    “Jeder achte Hochqualifizierte wandert aus.” Nur wie definieren sich “hochqualifiziert”? Ist jemand hochqualifiziert, weil er der Schweiz nicht erfolgreich bei der Arbeitsuche war? Oder ist jemand “hochqualifiziert”, weil er im innovationfreundlichsten Land der Welt nicht fähig war ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Solche “Hochqualifizierten” sollten ausgerechnet in Frankreich erfolgreich sein?

  6. Marc Schiesser sagt:

    Seit wann werden Mediamatiker und eine Juristin, die sich mit Roboterethik befasst als Forscher bezeichnet? Es wäre interessant zu wissen wie viele Physiker, Chemiker, Biologen, Ingenieure usw. das Land verlassen! Wenn man aber alle Pseudowissenschaften wie Glücksforscher oder Medienwissenschaftler und andere Flipchart-Experten usw. plötzlich als Forscher bezeichnet, dann erhält man halt so komische Statistiken!

  7. Nils Graf sagt:

    Würde an dieser Stelle gerne mal bemerken, dass Bund und Kantone gerade deswegen tertiäre Ausbildungswege mit Stipendienvergabe fördern, weil diese Studierten den Staatshaushalt mit Renditen von 10-15% beglücken (steuertechnisch gesehen) – trotz einiger Abwanderungen.

    Tatsächlich liegt die Verantwortung bei den lokalen Unternehmen. Es müssen eben auch ältere Arbeitnehmer oder Jüngere ohne viel “Papierli” ihre Chancen wahrnehmen können. Der Wettbewerb um die leistungsfähigen wandelnden Produktionsmaschinen (Humankapital und Human Ressources seien hier erwähnt) stellt die Wirtschaft vor grobe Probleme. Der Staat macht es sich zunehmend einfach, indem er die Verantwortung für Arbeitslosigkeit auf die freie Marktwirtschaft, das heisst auf die realen und gefürchteten Zwänge der deregulierten Marktwirtschaft, auslagert. Konkret tut er dies mit dem Segen der einst liberalen und bürgerlichen Parteien hauptsächlich FDP und SVP. Gerade die Liberalen, die einst eine moralische Position vertraten, welche noch gut erkennbar in der schweizerischen Bundesverfassung von 1848 (welche zwar überholt aber nicht allzu neu ist) niedergeschrieben steht, befürworten zunehmend Phänomene wie Lohndumping, schlechte Arbeitsbedingungen, Steueroptimierungen, Abbau der Sozialleistungen zugunsten von mehr vermeintlicher Produktivität (sicherlich um ihre Steuersenkungen zu legitimieren). Bei all diesen Begehren der Vermögenden Herrschaften der Interessensverbände und Herren Verwaltungsräte, welche Zugang zum Bundeshaus haben, lässt sich ohne Mühe feststellen, dass sie einen Irrweg gehen: Den Weg des Abbaus, den Weg des Derregulierens, den Weg des nicht-liberalen Privatisierungswahns (weil nicht verantwortbar). Konkret werden strukturelle Verhältnisse zementiert. So sollen künftig die Frauen wieder an den Herd, weil Kinderbetreuung kostet. Wenn Frauen arbeiten wollen, sollen sie Teilzeit arbeiten. Wenn sie arm werden infolge Scheidung sehen die Bürgerlichen die Lösung wieder in der Kernfamilie, welche das Pensionskassengesetz noch immer vorsieht. Krankenkassenprämien sollen nicht an das Einkommen und das Vermögen angeglichen werden (was unter dem Strich bedeutet, dass eine Geldverteilung von unten nach oben stattfindet). Die Vermögenssteuern sollen weiter gesenkt, Reiche rechts-ungleich behandelt werden, Minderheiten unterdrückt, Obdachlose des Banhofs verwiesen und die Konsumkredite gesenkt werden (damit sich die Banken die Finger reiben). Dies alles verdanken wir dem freien Markt, der es geschafft hat, die Angst jedes einzelnen Arbeiters dermassen stark zu machen, dass er lieber an einem ungerechten Gesellschaftsvertrag festhält, weil er um die eigene Positon fürchtet. Wenn dann noch ein Ausländer kommt, der Sozialhilfe erhält (welche zurückzubezahlen ist und unter Vorbehalt von Integrations- und Beschäftigungsmassnahmen nur verfügt wird) und so ganz offensichtlich ja nicht diesen Zwängen erliege (Was ein Riesen Irrtum ist, da oftmals die Zwänge diese Menschen in die Lage bringen, in der sie sind: man sehe die Ausgesteuerten als Beispiel). Die Lösung ist also eine Kürzung des Grundbedarfs. Die Kosten von 2500 Franken für die Menschenwürde (die jetzt schon beziffert werden muss) sind ungeheuerlich. Lieber begünstigt man weiter strukturell die Vermögenden, die Herrschenden, gerade weil man irrtümlicherweise davon ausgeht, dass sie, die sie die prekäre Lage zu grossen Teilen zu verantworten haben, die Situation bessern würden. Ein Irrglaube.
    Zur Diskussion zum dualen Bildungssystem: Ich kann kaum glauben, dass manche Leute meinen, Bildung gebühre nur denen, die bereits über sie verfügen. Weshalb soll sich ein Büezer nicht geistig bilden dürfen? Weshalb sollte er nicht die Möglichkeit erhalten, seine Mündigkeit zu stärken? Sich nicht-manipulierte und multiperspektivische profunde Meinungen zu bilden? Warum sollte er die Wahlplakate der Schweizer Parteien für bare Münze nehmen?

    Kann gut verstehen, dass gerade Studierte Leute oftmals hohe Lohnvorstellungen haben. Die Logik ist aber: Sie müssen hohe Löhne haben, wenn Bildung die Schweiz schon so viel kostet. Wenn die dann weggehen, so tun sie es aus diversen Gründen. Wenn sie anderswo zum Gemeinwohl beitragen können, so trauere ich keine Sekunde. Ich feiere jeden Export von Wissen, welches verantwortungsbewusst eingesetzt wird. Lieber so, als dass das Wissen in den Händen weniger zum Herrschaftsinstrument im Inland wird, gerade indem es sich in den Spitzen der Hierarchie niederlässt und sein Ansehen geniesst (und seinen SUV am Samstag in die Migros ausfährt). Es ist geradezu beängstigend, wie sehr das Buchmeter der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder aussagt. Gerade zu anstössig, wie Unsummen geerbt werden können. Anmassend, welche Abhängigkeiten geduldet werden. Ich bin mir sicher, hätte ich den Weg des Studiums der Sozialwissenschaften nicht beschritten, so wäre ich Maler geworden, oder Gärtner. Oder sonst irgendwas bescheidenes, ohne Profitmaximierung und Rationalisierung.

    Bildung wurde zur (Export-)Ware. Der Mensch wurde zu Exportware. Die Preis-Logik hat sich festgenagt. Alles (und jeder) muss rentieren, Gewinn abwerfen, Zinsen erstatten. Nichts darf mehr dem Anderen zu Gute kommen, der es ja sowieso nicht verdient hat (aber ackert wie ein Gaul).

    Vielen Jungen ist es inzwischen zu dumm geworden. Statt sich jeden Tag die 20 Minuten-Werbeanzeigen reinzupfeifen, gehen sie halt lieber demonstrieren gegen Dekadenz (Miss Schweiz-Wahl), freilich nur um dann verhaftet und einer Leibesvisitation unterzogen zu werden (In Bern kürzlich geschehen). Oder die, welche gar keinen Platz kriegen, nirgendwo herkommen, keine fabelhafte Geschichte zu erzählen haben, schliessen sich eben irgendeinem Apparat an, der ihnen eine neue Position verspricht. Freilich kann das ein US-Konzern sein. Es kann aber auch eine Terrormiliz sein. Die Frage ist, warum sie sich hier nicht wohl gefühlt haben: Weil sie es nicht durften und nicht konnten. Weil keiner ihnen mehr wert zugeschrieben hätte, als das, was sie an Papierli zu bieten haben.

  8. Ingmar Nowak sagt:

    Interessant wäre, diesen 12,5% Auswanderern alle hochschulgebildeten Frauen gegenüber zu stellen, welche nach der Ausbildung Mutter werden und nicht mehr arbeiten gehen. Hier wäre es wohl einfacher, mit frauenfreundlichen Wiedereinstiegs-Massnahmen das rausgeworfene Ausbildungsgeld wieder herein zu holen. Aber diese Fragestellung ist wohl politisch zu heikel.

  9. Michael Palomino sagt:

    Die schweizer Chefs haben oft gewisse militärische Eigenheiten, die es intelligenten Angestellten unmöglich machen, ihre Fähigkeiten im Beruf einzubringen. Der Formalismus und die Unterwürfigkeit in der Schweiz sind für viele Talente ein Horror. Ausserdem wurde die Schweiz nach 1945 NIE entnazifiziert sondern ist noch stolz darauf… Gruss, ein Ausgewanderter.

  10. Simon Rohrbach sagt:

    Simon Rohrbach hier, oben erwähnter Emigrant :). Dieses Thema ist mir als Auslandschweizer sehr wichtig, und ich wollte in diesem Rahmen ein paar Meinungen zu den verschiedenen Kommentaren einbringen.

    Die Entscheidung, nach London zu ziehen (und hier zu bleiben), wurde mir letztendlich sehr einfach gemacht: Ich wurde hier mit offenen Armen empfangen. Meine Ausbildung wurde hier nie in Frage gestellt oder konkret angesprochen. In der Schweiz wurde mir hingegen sehr schnell klar gemacht, dass eine Lehre halt nicht so wünschenswert ist wie ein Universitätsabschluss. In London konnte ich 2009 kurz nach der Entlassung meines ganzen Teams mitten in der Finanzkrise mit £1 Kapitaleinlage meine eigene Firma starten, und daraus über mehrere Jahre eine kleine aber profitable und spannende Designagentur aufbauen. In der Schweiz wäre mir dies nicht ermöglicht worden – als 20 jähriger Lehrabgänger hat man nicht einfach so das Geld für eine GmbH oder AG herumliegen.

    Eine Lehre als Mediamatiker mag in der Schweiz nicht als hochqualifiziert gelten, aber im Ausland schon – nicht wegen dem Diplom, sondern wegen der hochwertigen Berufserfahrung, die eine Lehre mit sich bringt. Der Londoner Arbeitsmarkt hat meine unkonventionelle Ausbildung nie als Problem wahrgenommen, sondern als Beweis meiner Leistungsfähigkeit. Ich würde meine Lehre jederzeit wieder einem Studium gegenüber bevorzugen. Alle Lehrabgänger sind hochqualifiziert – nur weiss dies meiner Erfahrung nach offenbar das Ausland manchmal besser zu schätzen als die Schweiz selbst.

    Das Vereinigte Königreich hat für mich Chancen und Möglichkeiten geschaffen, die in der Schweiz schlichtweg nicht bestanden. Ich bezahle dafür als Dankeschön gerne meine Steuergelder hier.

    Ich würde früher oder später sehr gerne wieder in die Schweiz zurückkehren und meine Berufserfahrung einbringen (und in einem pünktlichen, komfortablen SBB Zug zur Arbeit fahren anstatt der stickigen und oft verspäteten Londoner Tube). Aber manchmal scheint es mir, dass dies mit Initiativen wie z.B. Ecopop immer schwieriger wird.

  11. Rolando sagt:

    Groteskerweise sind es gerade die Studenten und Akademiker, die an vorderster Front für die PFZ, gegen eine MEI und Ecopop sind und auswandern, um ihr Kariere-Ego zu folgen und der Schweiz nach subventionierter Ausbildung den Rücken kehren. Kurz gesagt, pure Egomanen, die auf Kosten der Allgemeinheit eine Ausbildung – selbstverständlich ohne den Verzicht auf Freitag-Taschen und iPhone – genossen, gleichzeitig sich über die Semestergebühren brüskierten. Dieses Verhalten ist geradezu identisch mit den in der Schweiz lebenden Cüpli.Sozis.

  12. Erich Rieder sagt:

    So lange für ohnehin nicht lernfähige ‘Fälle’ monatlich stillschweigend um ca. CHF 30’000 für Einzelunterricht (= Sonderbaresettings) aufgeworfen werden, sind CHF 16’000 pro Jahr kaum erwähnenswert. Das zeigt doch auf, dass Geld in Hülle und Fülle vorhanden sein muss. Es gibt keinen Grund, auf einmal kleinlich zu werden!

  13. moser sagt:

    Wir sind auch ausgewandert weil man in der CH ab 50 zu alt,zu teuer und zu langsam ist. Zudem der mittelstand kaputt gemacht wird.Die CH ist heute eine demokratisch regierte diktatur des geldes geworden.

  14. Eric Cerf sagt:

    Die CH war sehr lange ein klassisches Auswanderungsland, noch in den 30er Jahren des 19. Jahrhundert prägten Agenturen am SBB Bahnhof in BS die Szene. Archivbilder gibt es.Gingen früher nur arme Teufel weg, so wandern heute viele gutausgebildete CHer, oft mit viel Geld aus.

  15. susanne beerli sagt:

    Also gemäss den Fakten herrscht gar keinen Fachkräftemangel! Die MEI- und Ecopop-Gegner (sprich Wirtschaftslobby) betreibt Panikmache damit ihnen der Import von luktariven, mittelmässigen Arbeitskräften zu Dumpingpreisen nicht versiegt.

  16. Ali Ferkous sagt:

    Da muss sich wohl ein Fehler eingeschlichen haben: jemand mit einem Lehrabschluss kann kein “Hochqualifizierter” sein, denn dazu zählen gem. SECO, BFS et al. nur Leute mit einem Tertiärabschluss (Uni/FH) – egal von welcher Titelmühle – auch wenn Roche mitteilt, dass ihre nach USA gesandten Lehrlinge dort ihre Jungforscher am Arbeitsplatz einschulen… Kommt dazu, dass man an unseren Unis quasi gratis die Masterkurse (in Englisch!) besuchen kann, während in USA/UK und anderswo dafür 25000 – 50000 hingeblättert werden müssen.

  17. Menzi Hansjörg sagt:

    Dieser Artikel strotzt nur so von Tendenziösem und Unwahrheiten wie fast alle Beiträge im Zusammenhang mit Ecopop. Dass im arbeitsfähigen Alter mehr Schweizer aus- als einwandern ist völlig normal und irrelevant. Massgebend sind doch die totalen Ein- und Auswanderung insgesamt, d.h. von Schweizern und Ausländern. Richtig gesehen wird so der Schweizer Staat in Sache Ausbildung zum unanständig hohen Gewinner und nicht wie geschrieben zum Verlierer. Warum werden diese Zahlen nicht publiziert? Völlig falsch ist es, wenn den 730’000 Auslandschweizern der völlig irrelevante Nettoeinwanderungssaldo gegenübergestellt wird. Massgebend sind dafür die auch mit Ecopop noch möglichen ca. 100’000 Einwanderungen, denn Ecopop schreibt nicht vor, dass ein ausreisender ausländischer Arbeitnehmer nur durch einen Ausländer ersetzt werden darf. Und zudem, was ist daran so ungewöhnlich, dass jemand mit Wurzeln in den USA für das exotische, in CH höchstwahrscheinlich nicht angebotene “Roboterethik Studium” in die USA geht?

  18. Ubalda Valeria Dolomeo sagt:

    Was vermutlich noch von niemandem erwähnt worden ist, ist dass es für SchweizerInnen – falls die Ecopop-Initiative angenommen wird, um einiges schwieriger wird ins europäische Ausland auszuwandern, da mit den Bilateralen auch das Recht der CH-BürgerInnen zur freien Ansieldung in den 27 EU-Mitgliedstaaten erlöschen wird.

  19. Andreas Werder sagt:

    Die beste Studie dazu findet in den Kommentaren statt: Das Lesen der meisten Kommentare zeigt sofort die Gründe für die vielen Auswanderer an. Auch gehen ja ganz offensichtlich die bekennenden Auswanderer eben primär nicht wegen dem Geld weg. Es ist das Land, und die Leute hier, das kleinkarierte, weltverschlossene, wo wir uns täglich selbst die Bretter zwischen die Füsse legen. Ja, wenn sich mir die Möglichkeit bieten wird, schliesse ich mich den Auswanderern an.

    • Daniel Dummermuth sagt:

      Ich teile Ihre Ansicht vollumfänglich Herr Werder. Nur schmerzt Leuten mit dieser überheblichen Denkweise die Wahrheit. Offensichtlich ist die Schmerzgrenze noch nicht erreicht, dass es zu einer Verhaltensänderung kommt. Deshalb ist es auch für mich Zeit, nach neuen Perspektiven umzusehen.

  20. S.Pöhner sagt:

    Könnten diese Entwicklungen – gute Eigenentwicklungen wandern ab, arbeitslose scheinbare Fachkräfte ohne Sprachkomptenzen wandern ein und besetzen Arbeitsplätze, die früher die guten Eigenentwicklungen (auch über 50) innehatten – auch damit zusammenhängen, dass die Schweiz sich – vor allem in ihren Kernkompetenzen – in zügigen Schritten hin zum weltweiten Mittelmass entwickelt?

  21. Richard Nuesch sagt:

    Sehr einseitiger Kommentar. Wie steht es mit all den vielen Aerzten von der dritten Welt in den schweizer Spitaelern?

  22. Georg Stamm sagt:

    Das ist ebenfalls eine Kehrseite der EU-Personenfreizügigkeit: Gut ausgebildete Leute aus finanzschwachen Staaten konsumieren dort zehntausende oder mehr Euros für ihre Ausbildung und verschwinden dann in PFZ-Staaten mit tollen Jobmöglichkeiten wie die Schweiz, GB, D, NL usw. Man nennt das Brain-Drain. Wie soll sich da innert nützlicher Frist etwas positiv ändern in diesen Ländern ? Wir hingegen profitieren, denn wir erhalten Ingenieure, Chemiker, Mediziner zum Nulltarif.

  23. Mayer sagt:

    Speziell die USA nutzen das Bildungssystem anderer Länder schon lange und massiv aus. Lieber zahlen Sie Spezialisten / Managern unverschämt hohe Löhne, als die eigenen Bürger in der Breite zu fördern. Spart Geld und nutzt das soziale System anderer Länder aus. Kommt einem auch aus anderen Bereichen sehr bekannt vor.

  24. Leimgruber sagt:

    Wir brauchen doch nicht nur Hochgebildete und Studierte, wer bezahlt denn diese Leute ?

  25. strant sagt:

    Das ist die Konsequenz davon wenn hier ansässige Unternehmen nur nach Personal aus dem Ausland suchen statt die Hiesigen anzustellen, zu fördern und oder weiterzubilden

  26. Martin Cesna sagt:

    “Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen”…. Er muss sich sehr kurzfristig umentschieden haben, als er mit Schrecken entdeckte, dass jeder mit etwas Grips im Kopf schon auf dem Weg in Richtung Westen oder gar schon dort war.
    Danach entstant dann ein “Arbeiter-und-Bauern-Staat”.
    Sie dachten an die alte DDR?
    Könnte doch auch die zukünftige Schweiz sein.
    Gut, die Mauer würde uns als Schutz vor den Asylanten angepriesen.

  27. Christoph Locher sagt:

    Ich bin positiv überrascht das man jemand mit einer Sek Ausbildung (zurück in der Zeit als es noch Sek und Real gab) und einer Lehre als gut ausgebildet bezeichnet. Ich hätte das immer unterschrieben aber ich hatte in den letzten Jahren den Eindruck das nur Uni Absolventen als gutausgebildet gelten.

  28. Marc Schiesser sagt:

    wenn man eine Juristin, die sich mit Roboterethik befasst als Forscherin bezeichnet, da kann man natürlich realitätsfremde Statistiken erhalten. Es gibt ja bekanntlich viele “neue Flipchart-Wissenschaften”, wo Subventionsgelder für Glück-Forschung, Präsentationstechniken, Werbung, Pseudo-Juristik usw. leichtsinnig verpulvert werden. So gesehen schadet es wirklich nicht , wenn diese “angeblichen” Forscher weiterreisen! Mich würde es aber interessieren, wie viele echte Forscher (Physiker, Chemiker, Biologen, etc.)und Ingenieure jährlich die Schweiz verlassen! Bitte aussagekräftige Statistiken bringen!

  29. Bernhard Piller sagt:

    Ist doch schön, wenn unsere gut ausgebildeteten Leute Perspektiven haben im Ausland. Oder wollen wir eine Mauer um die Schweiz bauen und unseren Bürgern die Zukunft verbauen?

  30. mengold sagt:

    wenn man bedenkt, welche Soziallasten in nicht ferner Zukunft auf die gut ausgebildeten und gut verdienenden Schweizer zukommen werden, versteh ich den Trend.

  31. Meier Max sagt:

    Dies ist mehr als logisch: Die Schweiz zieht mit Ihrer unglücklichen rot/grünen Politik Tagediebe und Taugenichtse und zerstört den Reiz der ehemals schönen Schweiz. Wer darunter leidet sind die intelligenten, gutausgebildeten jungen Menschen. Daher hilft nur noch eins: Raus aus der Schweiz, bevor einem die Galle hochkommt!

  32. Jean Lauber sagt:

    Der vereinfachte Zugang zum ausländischen Arbeitsmarkt war bei der Freizügigkeitsabstimmung ein Hauptargument.
    Jetzt macht man einmal mehr aus einer Mücke einen Elefant. Ich nehme an, dass Prozentual sich in etwa gleich viele Engländer, Deutsche, Franzosen, Holländer, Östreicher etc. auf Wanderschaft befinden. Globalisierung nennt man das.

  33. gabi Bossert sagt:

    Typisch die Inhalte einiger Kommentare. Niemand kann sich vorstellen, dass hoch qualifizierte Fachkräfte sehr Welt offen denken und interessiert sind. Neben einer exzellenten Ausbildung, stagniert keine Weiterbildung, persönliche Entwicklung, sondern Manch Jemand empfindet in unserem Land vielleicht ich die Stimmung einer Enge, einer Verschliessung gegenüber aussen, eine feindliche Sprache, Die weder eine kleine schöne Bergwelt, noch ein guter Lohn in jedem Fall wett machen kann. Das Gefühl des Ausbrechens kann hier m.E. im Moment jedenfalls sehr schnell kommen und die Konsequenzen werden dabei auch nicht ausbleiben. Nicht nur immer die Überfremdung ist schuld, oder ” reisende soll man nicht aufhalten “, ist ein sehr überheblicher Spruch, es wird höchste Zeit mit einer ernstzunehmenden Selbstkritik zu beginnen. Aber leider verhindern das gewisse politische Strömungen und lassen die arrogante Selbstüberschätzung nähren.

  34. Andreas Müller sagt:

    Ich kann das nur bestätigen. Die Situation stellt sich sogar noch etwas drastischer dar. Von 21 Abgängern eines Chemiestudiums sind nur 6 auf ihrem Beruf als Chemiker tätig. Alle anderen sind entweder Gymnasiallehrer, Manager, Banker, frustrierte Angehörige des Mittelbaus auf dem akademischen Abstellgleis (Oberassistenten und dergleichen) oder Arbeitslos. 2 sind in die USA ausgewandert. Wenn man bedenkt dass die Ausbildung eines Chemikers den Kanton Bern rund 1 Million Franken kostet, dann finde ich es schon eine gnadenlose Verschwendung Banker, Manager, Auswanderer und Lehrer auf diesem Weg auszubilden. Der Einstieg in ein Berufs- und studienfernes Fach kommt indessen nicht auf Wunsch, sondern entspricht der Situation im akademischen Berufsmarkt welche “Notlösungen“ für den Stellensuchende nötig machen, sonst droht der Gang zum RAV. Als Uniabgänger mit Dr.phil.nat. bekommt man Dinge wie “sie haben ja noch nie einen Tag gearbeitet“, “mehrere ihrer Mitbewerbe haben angeboten ein Jahr gratis zu arbeiten“ oder sie sind “hoffnungslos überqualifiziert“ zu hören. Dabei soll die Schweiz doch unter einem drastischen Mangel an hochqualifizierten Fachkräften leiden! Und stellen sie sich mal vor, dass sie nach der obligatorischen Schulzeit, dem Gymnasium, RS, 9 Jahren Studium und Doktorstudium sowie 2 Jahren Postdoc – alles in allem rund 25 Jahre Ausbildung, zu hören bekommen sie hätten noch nie in ihrem Leben einen Tag gearbeitet? Die Lektion, dass die Wirtschaft einen Zweieinhalb Jahrzehnte dauernde Ausbildung, für die man sich nicht nur ein bisschen, sondern total mit Haut und Haar einsetzten muss, in Spitzenzeiten bis zu 6 Tage Prüfungen in einer Woche zu absolvieren hat (und das allein im Grundstudium 4 mal), sich keinen Deut schert, habe ich und viele meiner Kollegen, brutal lernen müssen.

    In meinem Studienjahrgang gab es im Feld der Mathematik, Physik und Quantenchemie wirklich sehr hoch begabte Leute. Die schüttelten Lösungen zu komplexesten physikalischen Problemen so nebenbei aus dem Ärmel, so dass man als normal Begabter nur vor Neid erblassen konnte. Warum enden dann solche Leute beim RAV in diesem Land? Warum vegetieren sie auf einer Stelle als Oberassistent auf dem akademischen Abstellgleis total gefrustet vor sich hin? Warum sieht niemand die grandiose Verschwendung von Talenten in diesem Land?

    Die Ecopop Gegner wiederholen Gebetsmühlenartig den Mangel an inländischen Fachkräften. Weshalb ist dann der hochbegabte Dr. XY dann arbeitslos und arbeitet das Gros der Chemiker als sonst etwas, nur nicht als Chemiker? Da läuft etwas ganz grundsätzlich falsch.

    Ich vermute, nach wie vor, dass die Schweizer Wirtschaft sich einen möglichst grossen Pool an billigen Arbeitskräften aus dem Ausland, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern schaffen und halten will, um sich daraus möglichst günstig zu Bedienen – so wie der französische Philosophen Michele Onfray in seinem Buch “der Rebell“ dem Staat unterstellt. Dem Stimmbürgen jammert man etwas von Mangel an Schweizer Fachkräften vor, lässt ebendiese Fachkräfte grausam im Stich. Das ist unerträglich und wird durch die Tatsache, dass nun sogar Fachkräfte vermehrt aus der Schweiz abwandern sogar noch bestätigt. Und genau hier muss ein Umdenken stattfinden. Ein Ja zu Ecopop könnt wohl wahre Wunder bewirken und diesem Treiben ein Ende setzten.

  35. Peter Aufenast sagt:

    Rund um die Kugel findet man hervorragend ausgebildete Schweizer, die von ihren jeweiligen Arbeitgebern dank ihrem Wissen und Zuverlässigkeit geschätzt werden. Und dann in der Regel nach einigen Jahren zurück in der Schweiz, anspruchsvollste Führungsaufgaben in der Wirtschaft übernehmen.

  36. Kurt Haldimann sagt:

    Ich interpretiere das folgendermassen. Während die hiesigen Arbeitgeber auf zweitklassige Akademiker aus dem Ausland setzen, verschlechtern sich die Berufsaussichten für unsere eigenen Fachkräfte. Deshalb wandern sie aus und die sinkende Lebensqualität als Folge der hohen Zuwanderung trägt sicher auch dazu bei.

    • Jürg Hofmänner sagt:

      Ganz genau. Und die Gutausgebildeten über 45 lässt man im Regen stehen, wenn sie Dank Restrukturierung eine neue Stelle suchen müssen. Wieso dann nicht früher die zweite Lebenshälfte an der Sonne geniessen? Ich habe genug für mein “Heimatland” geleistet. (Militär, Steuern, …)

    • Matthias sagt:

      Finde es eine Unverschämtheit die zuwandert als Akademiker zweiter Klasse zu bezeichnen. In der Regel hat ein solcher Akademiker die Wahl auch eine Stelle in einem anderen Land anzunehmen. Ich hätte auc in die Niederlande gehen können oder Super Jobs in Deutschland annehmen konnnen. Ist nicht so dass nur die Schweiz das Land der Rosinen ist

    • Bernd Elsen sagt:

      “zweitklassige Akademiker aus dem Ausland”?
      mir fällt da spontan der deutsche Dipl.-Ing ein, z.B. mit Ausbildung an der TH Aachen, die Arroganz einzelner Schweizer ist offensichtlich nicht mehr zu toppen!

      LG Bernd

      • Kurt Haldimann sagt:

        Ok, sie haben recht. Es war nicht korrekt die Akademiker aus dem Ausland pauschal als zweitklassig zu bezeichnen. Es sind selbstverständlich auch einige Topleute und auch sehr viele gute Arbeitskräfte dabei. Dennoch sind auch viele dabei, die nicht halten was sie versprechen. In Deutschland ist die Akademikerquote wesentlich höher als in der Schweiz, der durchschnittliche IQ jedoch in etwa gleich hoch. Somit ist der Anteil von allenfalls durchschnittlich Begabten mit einem akademischen Abschluss zwangsläufig höher.

    • Ralf Schrader sagt:

      Gut ausgebildete, weltoffene Menschen suchen grundsätzlich international nach einem Arbeitsplatz. Noch vor dem wirtschaftlichen Hintergrund, spielen für viele Menschen, mich inklusive, kulturelle Bedingungen eine viel grössere Rolle. Da schreckt die Schweiz wegen der hier herrschenden Kleinkariertheit und Kulturfeindlichkeit viele Bewerber, auch aus dem eigenen Land, ab.
      Wenn ich Formulierungen wie ‘sinkende Lebensqualität als Folge der hohen Zuwanderung’ lese, weiss ich, dass ich mit dem Schreiber lieber nicht in einem Land leben möchte.
      Ich habe vor ein paar Jahren in China, viel lieber als einem beliebigen europäischen Land gearbeitet, trotz deutlich geringeren Salär. Der Reichtum der chinesischen Kultur, gerade gemessen an der schweizerischen Tristesse macht das alle Male wett.

    • Astrid Meier sagt:

      Ich interpretiere das so: immer mehr gutausgebildete Fachkräfte haben genug von der depressiven, verbitterten, engstirnigen Stimmung im Land, und suchen ihr Glück in der Emigration. Zudem kann ich aus Erfahrung betätigen, dass freiwillig im Ausland leben und arbeiten eine lässige Sache ist. Es sind jeweils die Motiviertesten und Anpassungsfähigsten die es wagen. Das gilt auch für die, welche in die Schweiz migrieren.

    • Pascal sagt:

      Herr Haldimann, ich glaube Sie haben es leider falsch interpretiert. Die Leute wandern also aus wegen der hohen Zuwanderung. Aha, deswegen gehen sie also ins Ausland, weil es da natürlich viel weniger Ausländer hat. ; ) Ja, genau, das ist logisch 🙂 No Comment.

      • Martin Richter sagt:

        Vielleicht liegt es auch an folgendem:
        – Lohndumping ist auch in akademischen Berufen angekommen
        – 1/3 des Lohnes einer Einzelperson nicht mehr für “anständiges” Wohnen reicht
        – Sich mit eher schlechter qualifizierten Akademiker aus dem EU-Raum rumschlagen mag (zum Teil auch haarsträubend was in der EU alles eine Doktor-Titel bekommt!)
        – Sich auch mal etwas im Grünen erholen können ohne massenhaft anderen Menschen zu begegnen

        Jeder der behauptet, dass jeder der für Ecopop oder die MIE Ja stimmte ein Problem mit Ausländern hat ist einfach jemand, der den Bezug zur Realität verloren hat. Die Schweizer Infrastruktur verträgt keine 100’000 Zuwanderer pro Jahr! Es müssten ansonsten drastische Schritte im Bereich Wohnungs-, Strassen- und ÖV-Bauten gemacht werden.

    • Ph. Duttley sagt:

      Falsch Herr Haldimamm: Manche der besten Akademiker gehen, weil Sie es mit Personen wie Ihnen nicht mehr aushalten. Wenn Sie an einer weltoffenen Uni studiert haben ist solch notorisches Kleinbürgertum einfach unerträglich.

    • Ruedi Widmer sagt:

      Da interpretieren Sie es falsch. JEDER heutige Akademiker braucht ein paar Jahre Auslandserfahrung – ohne diese ist man heute auf dem international gewordenen Stellenmarkt ohne jede Chance. Manche schlagen dann im Gastland Wurzeln, andere erweitern ihre Auslandserfahrung und gehen in ein weiteres Gastland oder aber kommen auch wieder zurück. Diese Rückkehrer sind bei uns eher selten, da das engstirnige, fremdenfeindliche Klima in der Schweiz für Menschen, die sich die Weltluft um die Nase haben wehen lassen, erstickend wirkt. Die ausländischen Akademiker, die (noch) bei uns sind, sind sämtlichst top – genau deshalb sind sie ja auch da. Leider verschwinden sie halt nur immer wieder nach kurzen zwei oder drei Jahren, eben wegen der oben geschilderten Situation in der Schweiz – dazu gehören auch Äusserungen wie die Ihre hier. Ich persönlich bin übrigens selbst Akademiker, Schweizer, und lebe/arbeite in Berlin. Einer weltoffenen Stadt mit grosser Willkommenskultur, in der ein solcher Post wie der Ihre hier als üble Beleidigung, als absoluter Affront aufgefasst würde. Aber genau so war sie ja letztlich auch gemeint, ich kenne schliesslich meine Eidgenossen.

  37. Ron Pilger sagt:

    Ich dachte immer, dass wir laut der Presse und Industrie zu wenig Fachkräfte habe und diese aus dem Ausland importieren müssen.

    • Stefan Gisler sagt:

      Aus dem Ausland sind sie billiger und zudem treibt auch der Schweizer Isolationismus viele aus ihrer Heimat …

  38. Christa Mahler sagt:

    Osterreich z.B hat genau dieselben Probleme …..

    • Ruedi Widmer sagt:

      Das ist kein “Problem” sondern heute Teil akademischer und/oder internationaler Berufe – und die werden immer mehr. Ohne
      Auslandserfahrung/en, die erste schon während des Studiums, läuft heute auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr. Es sei denn, Sie wollen Beerli pflücken oder WCs schrubben. Somit haben dieses “Problem” alle Staaten, in denen eben nicht nur Beerli gepflückt werden. Nur wir sind mal wieder die einzigen, die es als “Problem” empfinden.

  39. Armando sagt:

    Davon, dass die Schweiz vom Import von Arbeitskräften aus der EU erheblich profitiert, steht im Artikel kein Wort. Die dabei gesparten Ausbildungskosten übertreffen bei Weitem jene der ausgewanderten Schweizer. Insofern ist der Artikel alles andere als seriöser Journalismus.

    • Heinz Weber sagt:

      Rund 30% der hiesigen Studenten sind aus dem Ausland fürs Studium eingewandert – ohne dass deren Herkunftsstaaten auch nur einen Rappen an deren Ausbildung zahlen würden (anders in der Schweiz, wo Kantone ohne Unis Beiträge an die Unikantone leisten). Das sind soviele wie nirgends sonst in Kontinentaleuropa (Ausnahme Luxemburg)

    • Heidi Spierig sagt:

      Dann schauen Sie mal, wo die deutschen Universitäten auf den verschiedenen internationalen Ranglisten im Vergleich zu den beiden ETH liegen. Da brachen Sie schon ein Fernglas, um die zu sehen, soweit hinten sind die. Die Akademiker aus Deutschland sind also weniger gut ausgebildet als die ETH-Leute, die ins Ausland gehen (und sehr oft später wieder zurückkommen). Wenn man Strahm glaubt, ist auch die Berufsausbildung in der Schweiz besser als in anderen Ländern. Die meisten Akademiker in meinem Umfeld kommen wieder in die Schweiz zurück, nachdem sie ein paar Jahre im Ausland (meist in USA) gearbeitet haben. Diesbezüglich gibt sich der Artikel wohl etwas tendenziös.

    • Walter Bossert sagt:

      Armando, und genau das ist der Fehler! Unsere Ausbildung verkümmert, unsere Leute schlagen sich mit unproduktiven Berufen durch und die guten verlassen das Land!

    • Ralf Schrader sagt:

      Richtig, 2010 hatte die Schweiz 4.3 Mrd. Franken Ausbildungskosten nur für die aus Deutschland angelockten Ärzte gespart. Es ist logisch, dass ein attraktives Land wie CH von der Mobilität der gut Qualifizierten mehr profitiert als Burkina Farsi.

    • Emilio sagt:

      Ich bin zu 100% mit Ihnen einverstanden – insbesondere mit dem letzten Satz!

    • Jürgen Frischknecht sagt:

      Sehe ich genau gleich!

    • Keller Peter sagt:

      Genau, ist mir auch aufgefallen.

    • Richard Kolin sagt:

      Das ist eine Behauptung. Angeblich ist die Schweiz ja rückständig und deshalb auf importierte Wissenschaftler angewiesen. Man kann es aber auch anders sehen. Die besten CH-Köpfe wurden vertrieben. Die Lücken versucht man nun mit 2.klassigen Ausländern zu füllen (kosten darf es ja nichts mehr) und so wird der Graben eben immer noch grösser. Ich kenne brillante Köpfe, die heute in den USA wirken und jeder CH-Hochschule als Dozenten zur Zierde gereichten. Ob der eine oder andere in absehbarer Zeit einen Anruf aus Stockholm erhält, wird die Zukunft zeigen.

    • Ruedi Widmer sagt:

      Natürlich steht davon kein Wort. Das würde ja sonst die alltägliche Aufhetzarbeit konterkarrieren…

  40. Nach meinem Studium an der Uni Genf (Internationale Beziehungen) und Uni Fribourg (Europastudien) bin ich nach Polen, dem Heimatland meiner Mutter, ausgewandert, wo ich erste Berufserfahrungen meiner Ausbildung entsprechend machen kann und für einen unabhängigen Think Tank in Warschau arbeite. In der Schweiz habe ich es nicht einmal zu einem Bewerbungsgespräch bezüglich bezahlter Praktika geschafft und hätte nur unterqualifizierte Studentenjobs erhalten. Im Moment schätze ich meine Karrierechancen in Polen wesentlich besser ein als in der Schweiz auch für die Zukunft.

    Andreas Martin Speiser

  41. R. Schneider sagt:

    Es ist ja nicht so, dass keine(r) mehr zurück wandert. Die mit nach Hause gebrachte internationale Erfahrung zusammen mit einem weit verzweigten Kontaktnetz ist für unsere Volkswirtschaft auch von Nutzen aber kann natürlich nicht in Franken gezählt und den Ausgaben im Milchbüechli gegenüber gestellt werden.
    Was mich an dem Text im Weiteren stört ist die Vermischung von statistischem Zahlenmaterial mit Erlebnisberichten. Das macht es ziemlich einfach eine “Lehre als Mediamatiker bei der Swisscom” den Hochqualifizierten zu zuschreiben. (Ich habe natürlich nichts gegen Mediamatiker.)

  42. Stranger sagt:

    Staatstaatstaat. In Ordnung. Ich bin aber überzeugt, dass die Wirtschaft hier eine wichtige Rolle hat. Also,hätte. Ein 40jähriger, der aus dem Ausland kommt, findet hier kaum eine Stelle, weil die Wirtschaft nur junge Leute will. Und keine Alten. (40-jährige finden eh schwer eine Stelle hier). Und schon gar keine potenziellen Loser, also Leute, die es im Ausland nicht geschafft haben und nun zurückkehren.

    • Richard Kolin sagt:

      In der Tat etwas strange, was Sie da im zweiten Teil Ihres Kommentars zum Besten geben. Jemand der aus dem Ausland zurückkehrt ist also ein potentieller Loser dem jeder andere vorzuziehen ist, der es zeitlebens nicht fertig gebracht hat über den Tellerrand hinauszuschauen. Und jeder ausl. Kandidat ist demnach ein potentieller Winner schon auf Grund der Tatsache, dass er es geschafft hat, seine Bewerbung in der Schweiz einzureichen.

  43. Zufferey Marcel sagt:

    Mir ist nicht ganz klar, was dieser Beitrag uns zu sagen versucht: Der Wanderungssaldo (die Summe aus Ein- und Auswanderung) in der Schweiz beträgt jährlich zwischen 60’000 und 80’000 Personen. Das bedeutet, dass alle Jahre soviele Menschen, überwiegend Hochqualifizierte, wie man nicht müde wird, zu betonen, in die Schweiz einwandern. Hochqualifizierte sind an keinen bestimmten Ort gebunden, an kein bestimmtes Land- und auch an kein bestimmtes Unternehmen. High Potentials (oder Expats) sind hochmobil, egal, aus welchem Land sie kommen.

  44. Massimo Bardelli sagt:

    Wenn man dann wieder einkalkuliert, wie viele fertig ausgebildete Ärzte wor importieren, ist der Staat der Nettogewinner…

  45. Mondet Roger sagt:

    In diesem Artikel geht es um hochqualifizierte Leute, die in der Schweiz ausgebildet wurden und die Schweiz für ihre weitere berufliche Karriere verlassen haben. Ist es da sinnvoll eine Juristin zu porträtieren, die offenbar am MIT forscht, indem sie in einer Roboterethik Kommission mitarbeitet. Gäbe es nicht relevantere Beispiele, bei denen technologisches Know How, das wir je länger je mehr schmerzlich vermissen, verloren geht.

    • Rudolf Naegele sagt:

      Wie recht sie haben
      Gute Handwerker sind sehr gesucht und wer ein Schweizer Handwerker einstellt weiss was er hat
      Nach einiger Zeit macht sich der Schweizer selbständig, meist mit grossem Erfolg.
      In der Schweiz wurde er von den Banken ausgelach und erhiielt keinen Rappen Startkapital
      Gruss aus dem Ausland und alle die von den Schikanen Selbständig zu werden genug haben
      Auswandern

    • Ralf Schrader sagt:

      Was ist noch relevanter als Ethik in der Wirtschaft und im Staat?

  46. André Dünner sagt:

    Persönlich wünsche ich all jenen welche es ausserhalb versuchen mit ihrem Auskommen zu finden und ihre Karriere zu machen viel viel Erfolg und Freude.

  47. Hans Schweizer sagt:

    Ich denke, Multikulti am MIT in den USA ist anregender als Multikulti im Kleinbasel. Wird aber hier wohl nie thematisieert.

    • Ralf Schrader sagt:

      Da sind wir beim Kern. Ausser dem Salär kann einen jungen, begabten Wissenschaftler, Ingenieur oder sonstwas doch nichts reizen, in die langweilige, engstirnige Schweiz zu kommen. In der Literatursendung von Denis Scheck fragte der mal einen in Argentinien lebenden Schriftsteller, ob der wieder in die Schweiz zurück kommen möchte.
      Der antwortete, ‘in die Schweiz kehrt man nur zurück, wenn man beim Sterben schneebedeckte Berge sehen will’.
      Das Land ist zu langweilig für alle, die nicht primär wegen dem Geld kommen. Dadurch zieht es die falschen Immigranten an.

    • strnad sagt:

      Das sind doch auch hochqualifizierte Analphabeten , genau nach Geschmack SPD / Grüne !

  48. Heinz Weber sagt:

    Da habe ich doch einige Zweifel an diesen Zahlen. Der grösste Unterschied von 2000 zu heute ist die PFZ. Mit dieser sind insbesondere die Zahlen der Studierenden an CH-Unis exorbitant angestiegen, weil nun viele Ausländer extra für das Studium in die Schweiz kommen. Heute liegt der Anteil der ausländischen Studierenden an CH-Unis bei über 30% (notabene der höchste Wert Kontinentaleuropas mit Ausnahme von Luxemburg). Ich nehme wohl an, dass viele Ausländer, die nur fürs Studium in die CH kommen, nach dem Studium wieder abreisen. PS: der Staat eines ausl. Studentan in der CH zahlt nichts an dessen Ausbildung. Ein Aargauer Student, der im Kt. Zürich etc. studiert, muss aber von seinem Heimatkanton unterstützt werden.

  49. Röthlisberger sagt:

    Gehört doch dazu, dass man sich heutzutage auch noch im Ausland weiterbildet. Das machen doch viele Weltweit. Was soll so komisch dabei sein !

  50. Marcel Senn sagt:

    Wer will den als intelligenter Mensch noch länger in diesem leider zunehmend kleinbürgerlichen Land von Wutbürgern und Dichtestressversehrten bleiben? Wenn die Volchsdiktatur mit schlecht ausgereiften Initiativen noch weiterhin zunimmt, werden noch mehr Schweizer auswandern – solange sie noch können! Falls wir die Bilateralen resp. PFZ auch noch versauen, dürfte es dann immer schwieriger werden in Europa – zumindest wenn man keine absolute Topkoryphäe z.B.in der Wissenschaft oder als Banker ist.
    .
    Auls auch einer jener Hochausgebildeten habe ich meine Bildungskosten in der CH schon längst mit meinen Steuergeldern zurückbezahlt und bin dann nach Südamerika ausgewandert – von dem her bin ich der Schweiz nichts mehr schuldig!

    • Severin Schwan sagt:

      @Senn: Wer weiss, wenn die Kohle dann im Alter nicht mehr reicht oder Sie pflegebedürftig werden sollten, ist die Bünzlischweiz dann vielleicht doch plötzlich wieder eine Option… See you.

    • Alex Kramer sagt:

      Wissen Sie, Herr Senn,
      Sollte ich doch noch auswandern, u.a., wegen den von Ihnen genannten Gründen (halte ich für legitim), dann ebenso im vollen Bewusstsein, weltweit einmalige Bürgerrechte (zumindest auf dem Papier) hinter mir zu lassen und den Oberen meiner Wahlheimat zu vertrauen, die ich nicht mal mehr wählen kann, da ich die neue Staatsbürgerschaft eventuell noch nicht besitze.
      Das macht aber nichts, denn die von Ihnen genannte Volchsdiktatur ist längst zur Lobbykratur von Hochfverschuldeter Finanz und Verwaltung degeneriert, wo der Volchswille allenfalls noch konsultativen Charakter besitzen mag. Von da her würde sich also kaum was ändern.
      Was mich aber ganz gewaltig stört, ist, dass es einen unübersehbaren Graben zwischen Steuerzahler und Politik in Bern gibt, und die etablierten PolitikerInnen keinerlei Anstalten machen, ihrem Wählermandat, Wahl- oder Abstimmungsversprechen gerecht zu werden.

    • Fabian Hauser sagt:

      Peinlich, peinlich. Zu behaupten, man wäre “hochausgebildet” und dann soviele Schreibfehler?? Und Sie haben ernsthaft schon vor langer Zeit (“längst”) CHF 240’000 Steuern bezahlt?? Dann haben Sie nach dem Studium aber mächtig abgesahnt. Und das mit diesen Schreibfehlern?? Naja, als “Hochausgebildeter” haben Sie den Artikel sicherlich ein wenig hinterfragt, z.B. sind die CHF 16’000 pro Jahr nur im Studium? Oder als Durchschnitt über die gesamte Ausbildungszeit oder gar nur während der obligatorischen Schulzeit? Und selbst wenn Sie tatsächlich bereits soooo viele Steuern bezahlt haben, haben Sie “Hochausgebildeter” natürlich in der Zeit, während Sie in der CH waren, keine anderen Leistungen, die mit Staatsgeldern finanziert wurden, in Anspruch genommen, d.h. Sie sind nie mit dem ÖV gefahren, waren nie auf einem Trottoir (=Gehsteig) zu Fuss unterwegs und Sie haben regelmässig Regenwasser getrunken und den Wasserhahnen bei Ihnen zu Hause plombiert. Irgendwie überkommt mich eine grosse Dankbarkeit, dass die CH auf solche “Hochausgebildeten” verzichten muss. Gott weiss, was solche “Hochausgebildeten” noch für zusätzliche Schäden anrichten.

    • Charly Doerig sagt:

      Fuer jemanden der seine neue Bestimmung im Ausland gefunden hat, sind sie aber etwas haeufig aud CH Foren zu vernehmen

    • Marcel Senn sagt:

      Severin: Lieber hier sterben als in die CH zurückkehren müssen! Da gebe ich mir vorher die Kugel!
      Hauser. Waren vor allem Tippfehler und Brösmeli in der Tastatur und etwas zu schnell geschrieben…
      Als kinderloser habe ich mir das schon mal ausgerechnet mit den Steuern — habe damals gut verdient und jeweils fette Steuerrechnungen bekommen. Den ganzen steuerlichen Benutzungsanteil Strassen, Sicherheit und eben auch Bildung kann man sich einigermassen ausrechnen — nach meinen Berechnungen habe ich noch ein fiktives “Steuerguthaben” gegenüber der CH von rund 100’000.–
      Doerig: Das ist leider wegen der direkten Demokratie und den aktuell vielen dümmlichen Initiativen, die der CH viel Schaden zufügen konnten – v.a. die Goldinitiative kommt so harmlos daher. ist aber brandgefährlich!
      .
      Mache glaub eh bald mal den Pass hier und dann wird mich die CH auch nicht mehr so interessieren, und wenn es so weitergeht mit der Schweiz, werde ich mir auch noch überlegen, ob ich die CH Staatsbürgerschaft nicht irgendwann noch abgeben soll!

  51. Portmann Walter sagt:

    Ich verstehe das System sowieso nicht. Wer studiert, soll es selber bezahlen oder Kredit aufnehmen. Der Staat kann Stipendien geben. Kredite und Stipendien müssen aber voll zurückbezahlt werden.
    Da jeder Student pro Jahr also Fr. 16’000.- Steuergelder kostet, muss auch davon die Hälfte wieder zurückverlangt werden und wenn ein Studierter nach Abschluss des Studiums (Doktorarbeit) die Schweiz verlässt, muss er sogar 3/4 zurückbezahlen.
    Zudem verstehe ich überhaupt nicht, weshalb wir 40’000 ausländische Studenten in den CH-Unis haben und diese auch noch mehrheitlich von uns bezahlt werden.
    Die Hochschulszene ist falsch konzipiert, kostet viel zu viel und sollte endlich redimensioniert werden, denn 1/3 aller Studierenden kann man hinterher nicht richtig brauchen oder sind sowieso wirtschaftlich wertlos !

    • Pascal Honegger sagt:

      Sie hätten nach “Ich verstehe das System sowieso nicht.” zu schreiben aufhören sollen.

    • Josef sagt:

      Ich habe schon lange keinen so arroganten, selbstgefälligen und überheblichen Kommentar wie diesen gelesen.

      Stipendien haben den Zweck der Chancengleichheit zwischen Reich und Arm. Offenbar gibt es im Ausland Firmen und Institutionen, welche den Wert der Absolventen einschätzen können, während man sich hierzulande nicht bewusst ist, wie hochwertig unsere Schulen und Ausbildungsstätten sind. Und die wirtschaftliche Wertlosigkeit von Studiengängen scheint eher auf Ihren Vorurteilen zu fussen als auf Fakten.

    • Carl von Lerber sagt:

      Ein Hoch auf die Schweizer Bauern Herr Portmann. Das ist die Zukunft der Schweiz! Akademiker will und braucht man hier nicht. Das hört und liest man ja immer wieder. Wie diese Bauern bei 60’000 CHF an Subventionen pro Jahr und Kopf dann die Zukunft der Schweizer Wirtschaft sein sollen, dürfen Sie auf Ihrem Parteitreffen dann gerne selbst herausfinden. Hoffentlich hat auch nur jeder halbwegs Kluge inzwischen dann sein Glück im Ausland gesucht!

  52. Peter Waldner sagt:

    Das Gejammer ist ja fast schon heuchlerisch. Schliesslich “bedient” sich die Schweiz im Ausland bei gut Ausgebildeten wohl NOCH weit häufiger. Besonders z.B. in der Medizin. Ist es also nur der Trend, der dem Autor Sorgen bereitet? Da muss man sich doch auch nicht wundern, wird die Schweiz doch zunehmend verklemmt, überreguliert, langweilig, theoretisierend und intoleranter. Sie war früher nur “bünzlig”, aber liberal und tolerant. Praktische Leistung wurde anerkannt und führte zum Erfolg; heute traut sich ja kaum ein Personalchef noch, einen Bürogummi ohne Matura einzustellen, geschweige denn, eine Kaderperson ohne Studium. Wäre ich noch jung – ich würde sofort “abhauen”.

  53. Schneider Anton sagt:

    Folgendes würde interessieren und auch vertiefte aussagekräftigere Aussagen ermöglichen: Wie viele der Emigranten kehren nach welcher Zeit in die CH zurück? Ein Grossteil kehr nach nur wenigen Jahren zurück, und nicht erst im hohen Alter.
    Das Beispiel “Darling”: Warum studiert Frau Darling mit 33 noch immer? Wer finanziert das ewige Studium von Frau Darling und warum wird dies als “Karriere” bezeichnet?
    Was ist die Karriere-Motivation der Emigration – was wird als Karriere im Ausland bezeichnet? Wenn einer von acht CHer für einige Zeit in Ausland emigriert ist das grossartig, wenn er den Kontakt in die CH nicht vollends abbricht und später wieder zurückkehrt. Die CH wird zudem von PhD aus aller Welt überschwemmt weil für die heutigen HR-Abteilungen ein PhD wieder ein alleiniges oder hauptsächliches Qualifikationsmerkmal gilt – egal woher es stammt, egal womit dissertiert wurde.

  54. Ruth Meier sagt:

    Dies ist alles wenig überraschend, kenne ich aus meiner Familie. Als Auslandsscheizer sind wir flexibel. Ausserdem ist gerade bei den Hochqualifizierten internationle Erfahrung das Ein und Alles. Keine Panik, die kommen entweder irgendwann wieder in die Schweiz oder sind Botschafter der Schweiz im Ausland. Dieser letzte Punkt ist in den Diskussionen völlig verloren gegangen. Schade, denn das Bild von der Schweiz im Ausland lebt von den Schweizern, die das Land vorort verkörpern – bei den schlechten Schlagzeilen aus der Schweiz (Banken) gar dringend nötig.

  55. Michael Marti sagt:

    So eine Überraschung aber auch. Nicht alle meiner Landsleute werden in ihrem Land glücklich, da die Karrierechancen in der kleinen oft bünzligen Schweiz halt in vielen Bereichen recht limitiert sind. Aber 15% Auswanderung bei den Hochqualifizierten, das ist schon ein ziemlicher Brocken, den wir schlucken müssen. Ich gehöre auch dazu. Habe mich aber schliesslich doch gegen die Option Ausland entschieden, da ich meine Freunde und Familie nicht für immer zurücklassen wollte. Wäre das aber nicht gewesen, wäre ich aber schon lange weg!

  56. Edith G. sagt:

    Wer einmal im Vereinigten Königreich angekommen ist, der versteht warum man auch bei Arbeitslosigkeit nicht mehr zurück will in die Schweiz wie beschrieben im Artikel. Wir Schweizer haben grundsätzlich im Ausland durch die immer noch gute Reputation des Herkunftslandes gute Chancen Arbeit zu finden, aber nicht nur wegen dem. Im Artikel geht nicht hervor was ist genau mittelqualifiziert und hochqualitfiziert. In den UK ist die Berufserfahrung wichtig und die Persönlichkeit, nicht so sehr wieviele Diplomas man besitzt, meistens interessert das hier niemand. Das Bewerben gestaltet sich hier ganz anders. Unkompliziert und relativ schnell kann man zu einem Interview. Alterdiskriminierung wie in der Schweiz gibt es hier nicht. Bzw. ist verboten. Auch im Berufsleben habe ich festgestellt, dass viel Verständnis gezeigt wird für die Arbeitnehmer. Zum Beispiel für Fehlzeiten bei der Arbeit wegen kranken Kind etc. Es ist einfach anders hier. Im Moment gefragt sind in den UK mehrsprachige Leute, egal welches Alter, die motiviert sind in einem fantastischen Land mit Mut etwas Neues zu probieren.
    Und man muss nicht jung dazu sein, auch ältere Arbeitnehmer sind sehr willkommen. Kleine Anmerkung Nan darf hier auch nach 22.00h ein Bad nehmen, says it all !

    • Oki sagt:

      Der mit dem Bad nehmen sagt ja leider wirklich viel über die Bünzli-Schweiz =) Vielen Dank dafür, hat mich zum Schmunzeln gebracht.

  57. Ivo Steinmann sagt:

    Ich bin erstaunt, wie viele Ausländer in die Schweiz und gerade an die ETH studieren kommen, nur weil sie einen guten Namen hat und es dann eben cool ist. Aber ich weiss auch sehr genau, dass viele ausschliesslich herkommen und dann danach wieder verschwinden. Dass die Leute wieder verschwinden, das schmerzt mich nicht wirklich. Aber was mich wirklich nervt ist, dass die Schweiz diesen Ausländern eine teure Ausbildung bezahlt hat und diese sich dann sofort wieder verabschieden. Man müsste von Studenten entweder höhere Studiengebühren verlangen, oder sie verpflichten für mehrere Jahre in der Schweiz zu bleiben (könnte jeder ja selber wählen, bzw. sich frei kaufen, wenn er früher verschwindet). Oft verschwinden diese Forscher (inkl. Schweizer), weil es zwar cool war an der ETH zu studieren, aber wo anders zu forschen ist dann eben auch cool. Manchmal gelten dann nicht mal rationale Argumente. Zudem sind viele es gewohnt in ein gemachtes Bett zu steigen, um dort bequem weiter zu forschen. Selber für eine anständige Forschungsumgebung zu kämpfen und sich was aufzubauen, das können/wollen viele nicht. Vor 100 Jahren wären diese Leute wahrscheinlich alle nicht Ingenieure/Forscher geworden, denn damals war das ein Knochen harter Job (ist es jetzt immer noch in vielen Forschungsgebieten). Ich bin auch überzeugt, dass eben auch die Personenfreizügigkeit dazu geführt hat, dass ein grosser ungesunder Wettbewerb um diese Personen entstanden ist. Wir merken davon zwar noch nicht viel, aber dieser Brain Drain findet in anderen europäischen Länder sehr stark statt. Diese werden dann daran gehindert, sich besser zu entwickeln entwickeln (ich denke da an Osteuropa).

  58. fischer sagt:

    Die Schweiz als innovatives Land hat sich doch in den letzten Jahrzhenten einfach nicht positioniert, und sehr wenig in diesen Bereichen egtan. Ein möglicher Grund hierfür ist doch die trägheit und die schlechte Bereitschaft, für das Land, ausserhalb des Finanzsektors etwas getan zu haben. Kein Wunder, wenn Akademiker als Telefonistinnen arbeiten müsssen. Der Markt in der Schweiz wird einfach nicht gestützt.

  59. Roland Steiner sagt:

    Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr gut ausgebildete Leute die Schweiz verlassen. Beruflich kann die Schweiz meist nicht mehr mit den wirtschaftlichen Hotspots mithalten. Z.B wird die Industrie ja schon lange immer mehr abgebaut und auch die Banken haben nicht mehr den Ruf den sie einmal hatten.
    Gleichzeitig ist die Lebensqualität in einer überbevölkerten Schweiz immer mehr am abnehmen. Auch wird durch die Zuwanderung von fremden Kulturen die Identität der Schweiz untergraben. Wenn ich schon immer mit fremden Kulturen konfrontiert sein muss, dann gerade direkt im Ausland wo aber die Bedingungen in anderen Bereichen noch besser sind.

  60. hans ulrich schwyzer sagt:

    verstehe ich das richtig? gemäss economiesuisse und konsorten fehlen der schweiz fachkräfte, weswegen wir sie importieren müssen – schweizer fachkräfte hingegen finden in der schweiz keinen job und gehen deswegen ins ausland?

  61. Yannick Wald sagt:

    Es geht aus der Analyse nicht hervor, wie lange diese Niederlassung im Ausland stattfindet. Ich finde, dass auch gut Ausgebildete ruhig ein paar Jahren im Ausland verbringen sollen, wo sie neue Anreize für die persönliche und berufliche Entfaltung und neues Know-How finden können und diese irgendwann einmal zurück in die Schweiz zu bringen. Davon profitieren schlussendlich auch wir.

  62. Matthias Scheidegger sagt:

    Was der Artikel nicht erwähnt, aber in der Tabelle drin ist: Der Anteil der Auswanderer bei den _nicht_ hoch Qualifizierten ist sogar noch stärker gestiegen. 2010 wanderten zwar 1.8 mal so viele Hochqualifizierte aus wie 2000, aber bei den unqualifizierten waren es 2.66 mal soviele.

  63. Thomas Knaus sagt:

    Es ist interessanter als Unternehmen Ausländer (“Fachkräfte”) billig einzustellen, fest zu stellen das die Qualitäten auf dem Papier nicht dem Niveau der Schweiz entspricht, und dann, um nicht das Gesicht zu verlieren, sich hinter dieses Fake zu stellen und gegen die Ecopop-initiative zu stimmen. Gute Arbeitskräfte sind in der Schweiz nicht mit dem Rest der Arbeitskräfte zu vereinen, weil die schwache Qualität sich nicht von starken Qualitäten vorführen lassen will.

  64. Enrico Gamboni sagt:

    Wenn Argentinien in einem Ihrer Artikel zu Zentralamerika gerechnet wird, dann gibt mir dies doch sehr an der Glaubwuerdigkeit des Geschriebenen zu denken (siehe Grafik betr Auslandschweizer(

  65. Alexander Romero sagt:

    Steuerwettbewerb und Bildungswettbewerb führt in einer globalisierten Welt letztlich zum Ruin aller. Entweder man soll sich für die Globalisierung mit Freihandel, offenen Grenzen und Abstriche in der Souveränität annehmen oder als ganz autarkes Volk leben. Gerade in der Bildung wäre eine europaweite Angleichung aller Bildungssysteme nötig wie Schuljahre, Schulstufen, Lerninhalte, Leistungsziele, Durchlässigkeit zwischen den Stufen Zulassung zum Gymnasium und Universitäten, Angleichung der Berufsbildung sowie eine gemeinsame Finanzierung ab obligatorischer Stufe regeln.

  66. Robert sagt:

    Wow, hoch qualifizierte Schweizer?! Gibt es das noch? Der Bundesrat sollte vielleicht mal die Arbeitgeber auf dieses Potential hinweisen, anstatt dauernd die ach so gut ausgebildeten Einwanderer über den Klee zu loben.

  67. Mark Angler sagt:

    Das ist doch eine gute Nachricht. Gut ausgebildete Schweizer tragen eine Botschaft in die Welt: Wer sich in der Schweiz ausbilden lässt, ist weltweit kompetitiv. So erzeugt man Nachfrage für das Schweizer Export-Produkt “Aus- und Weiterbildung”. Und damit Arbeitsplätze in der Schweiz.

  68. Fredi sagt:

    Reisende soll man nicht aufhalten. Wenn diese in jungen Jahren nach der Ausbildung für welche alle Steuerzahler aufkamen “goodby” Switzerland sagen, wegen Karriere und viel “money” sollen sie aber auch im Alter in ihrem gelobten Ausland bleiben. Möchte kein zweites mal für diese ex-Auswanderer dann bezahlen, damit sie bei Rückkehr vom Grundrecht einer minimalen AHV Gebrauch machen können. Ich will auch für diese keine Ergänzungsleistung mit meinen Steuern zahlen. Sie sollen dort bleiben wo ihr langjähriger “money-Lebensmittelpunkt war.

    • Beatus sagt:

      Die AHV Beitraege kann man auch im Ausland einzahlen und dann spaeter, bei Pensionierung die monatliche Rente puenkltich zu erhalte. Thus, what’s your problem

  69. Hansli sagt:

    Wir haben einen globalen Arbeitsmarkt und entsprechend mobile Personen. Ich kenne kaum jemand der nicht im Ausland war.

  70. Emil Vischer sagt:

    Etwas fehlt in diesem Artikel. Die Kosten, die ein Student an der Uni verursacht. Die liegen je nach Fachgebiet bei 30’000 bis weit über 100’000 Franken pro Jahr.

    • Rolf Bombach sagt:

      Es fehlen auch Angaben dazu, wieviel Geld ein Doktorand spart. Das sind die wesentlichen Leistungsträger der Universitäts-Forschung. Die kosten ein Drittel einer entsprechenden Fachkraft in der Industrie, die ihrerseits Forschungsstellen abbaut und Arbeiten an die Unis verlagert, um zu sparen. An der Uni hingegen wurde der akademische Mittelbau wegrationalisiert, und der Professor ist heutzutage ein Manager, eine Fachkoryphäe wäre da eher fehl am Platz. Damit verliert auch eine akademische Karriere als Forscher jeden Sinn.

  71. V. Sager sagt:

    Das ist ein Scheinproblem, da die meisten mit viel neuem Wissen und Erfahrung irgendwann zurückkehren. Ganz andere Dimensionen betreffen die Nichtintegration einiger Tausend ausländischer Doktoranden an den Unis (70% in Technik und Naturwissenschaften sind Ausländer), welche nach der Ausbildung die Schweiz wieder verlassen. Kosten für die Schweiz pro Student 50’000 bis 100’000 Fr. pro Jahr! Auf der andern Seite wie steht es wirklich mit der Ausbildung unserer Jugend? Seit 3 Jahrzehnten gibt es viel zu wenig Ausbildungsplätze in z.B. Elektronik, Pflege, Chemie-und Physiklabor. Danke an die Politik, die Zukunft findet anderswo statt. Von wegen hervorragendes Dualsystem, Herr BR Schneider-Ammann.

  72. Peter Krummbuckel sagt:

    Was ist ein Hochqualifizierter? Ein Forscher? Wie viele Forscher arbeiten in der Schweiz? Etwa 0,0005% der Bevölkerung? Und wem kommt die Forschung in der Schweiz zu Gute, die in hier betrieben wird? Der ganzen Welt. Das in der Schweiz geforschte, wird in Osteuropa, USA, Afrika oder in Asien hergestellt und in der Schweiz sehr teuer verkauft. Wem nützt das? Den internationalen Grossbetrieben und nicht der Schweiz und schon gar nicht der breiten Bevölkerung. Spielt diese Sache nicht zu hoch, sonst fällt ihr tief, wenn einer drauf kommt.

  73. Klaus Fitzgerald sagt:

    Als gut ausgebildeter Schweizer wurde ich im Ausland mit Kusshand empfangen: Ich bekomme mehr Lohn, habe tiefere Kosten, arbeite weniger und erhalte weitere Zückerli. Hier in der Schweiz hingegen wurde der Druck am Arbeitsplatz immer höher und die Löhne stagnierten bei steigenden Kosten seit Jahren. Der europäische Verdrängungskampf der Arbeitnehmer war schlichtweg zu gross. Warum sollte ich also in meinem Heimatland bleiben, solange man hier weiterhin Europäer en masse zu billigeren Konditionen anstellen kann und wir Schweizer deswegen auf der Strecke bleiben? Mein Tipp: Rette sich, wer kann.

    • Peter Krummbuckel sagt:

      @Fitzgerald: Ja, dann frage ich mich, warum so viele (in Massen) in die Schweiz kommen. Ich höre von diesen Leuten eigentlich immer das Gegenteil: Wenig Lohn, wenig Jobs, wenig Ferien und immer steigende Lebenskosten. Frage: Wohin sind sie ausgewandert?

    • Rolf Keller sagt:

      Druck am Arbeitsplatz?? Logo sind sie hier nicht zu gebrauchen……

    • Sascha sagt:

      Hallo Klaus

      Was genau hast du den Studiert und wo bist du hin, in welches Land? Würde mich einfach mal interessieren.

  74. Jakob Sperling sagt:

    Deckt sich mit dem Spruch, der früher mal über die Schweiz die Runde machte: Die Schweiz ist wunderbar, um geboren zu werden (inkl. Schule) und wunderbar, um zu sterben. Aber was soll man dazwischen tun?

  75. Josef Marti sagt:

    Lächerlich. Da wird vorgegaukelt das Bildungssystem generiere hauptsächlich irgendwelche CEO’s, Firmenchefs und Professoren. Fakt ist aber dass unsere Ingenieure u. Techniker ersetzt werden durch billigere im Ausland ausgebildete Anwärter und sich nicht einfach ins Ausland absetzen können.
    Ziel dieser Kampagne ist die Abschaffung des dualen Bildungssystems und Privatisierung der schleichenden Akademisierung, damit die Steuern bei wegfallendem öff. Bildungssystem nach US Vorbild noch weiter gesenkt werden können insbes. auch dank laufendem Migrationskarussell, was den Import von ausländischem Humankapital sichert. D macht das exemplarisch vor mit seinem Export von Ärzten und gutausgebildeten Technikern; auch in D läuft gegenwärtig ein Frontalangriff auf das duale Bildungssystem.

  76. Jürg Brandenberger sagt:

    Die Quittung für das Lohndumping in den MINT-Berufen. Die sichtbargemachte Wirkung der sogenannten flankierenden Massnahmen! Nur weiter so! Es wird immer mehr kosten!

    • L.Dohr sagt:

      Das glaube ich auch. In der Schweiz lohnt es sich als Anwalt, Banker, Lehrer oder Bundesangestellter zu arbeiten. Will man aber als Ingenieur, Chemiker, Informatiker oder sonstiger NWler oder Techniker gut verdienen, ist dies im Ausland eher möglich als in der Schweiz. Auch in Skandinavien ist es oft lukrativer. Ich könnte mir auch vorstellen einmal im Ausland zu arbeiten, vor allem in Kanada oder der USA.

  77. Peter Müller sagt:

    Natürlich verlassen qualifizierte Schweizer das Land. Sie spüren den finanziellen Druck von günstigen ausländischen Fachkräften und schauen sich dementsprechend AUCH auf dem ausländischen Markt nach einer attraktiven Stelle um, was früher sicher nicht der Fall war. Dementsprechend ist die Chance abzuwandern auch grösser und basiert nicht mehr ausschliesslich aus Abenteuerlust.

  78. Gabriel Nau sagt:

    Es heisst im Artikel etwas von 16’000 Franken pro Schüler, was für eine Art von Schüler damit gemeint ist, wird aber nicht erläutert. Daher besagt diese Zahl überhaupt nichts. Sind das Primarschüler? Hochschulabsolventen? …?

  79. P. Kellerhals sagt:

    Die Beispiele sind alles junge Leute. Auch vor 20 Jahren haben junge Leute im Ausland Erfahrung gesammelt. Mit 45 Jahren werden diese Leute auch in UK oder USA nicht mehr die Stars auf dem Arbeitsmarkt sein.

  80. Evo sagt:

    Vielleicht sollte mal über den hirnrissigen Militär-nonsense nachgedacht werden. Hat mir nach der RS vollauf gereicht. Bin jetzt glücklichste seit 20 Jahren in den USA. Zuerst für die Diss, dann hängen geblieben. Ach ja, als Meeresbiologe halten sich die Jobangebote in der Schweiz auch in Grenzen. So kommen meine papers und Bücher unter Amerikanischer Flagge in die Welt. Mittlerweile kommt mir die Schweiz auch zu schweizerisch vor, zu kleinkariert, vor allem im täglichen Leben, aber auch im Akademischen.
    Wenn jemand schon einen guten Posten in Ausland hat, dann ist man dort auch anderweitig verwurzelt. D.h., dann ist es zu spät. Da müssten schon viel früher Anreize geschaffen werden. Oder es wird extrem teuer (Vergleichbares Haus, Autos, Job für Partner, Umzug, bessere purchasing power bei Schweizer Preisen, etc.). Penny-wise, pound-foolish kommt in den Sinn. Mich könnte kein noch so “tolles” Angebot in die Schweiz zurückholen.
    Das Ganze erinnert mich etwas schwammig an eine Kurzgeschichte von Kafka: zu spät.

    • Severin Schwan sagt:

      @Evo: Tja, wer sich in einem Binnenland allen Ernstes darüber beklagt, als Meeresbiologe keinen tollen Job zu finden, sollte sich besser nicht auch noch zur Bünzlifrage äussern…

    • Erich Rieder sagt:

      In der Tat ein schwerer Verlust für die Schweiz, gerade jetzt, wo Meeresbiologen zuoberst auf der Hitliste stehen. Wie konnten Sie uns das antun! Ein Glücksfall scheint, dass wir alle kleinkariert sind, sonst würden wir von noch mehr Einwanderern überflutet. Wir könnten Ihnen ohnehin nicht alles bieten, z. B. ein vergleichbares Haus; unsere sind nicht aus Sperrholz gebaut. Und bessere ‘purchasing power’ auch nicht, denn eine gut ausgebildete Person verdient genügend, um Walmart-unabhängig leben zu können.

  81. Ist doch absolut kein Problem. Für jeden auswandernden und gut ausgebildeten Schweizer kommen, notabene auf Einladung der rot/grünen Gutmenschen, 12 bildungsferne Typen aus den dunkelsten Gegenden dieser Welt. Die Wachstums- und Sozialindustrie boomt und alles ist in bester Ordnung.

    • Martin Cesna sagt:

      Könnte es sein, dass die erwähnten Neu-Einwanderer eher dem zukünftigen Niveau des Landes entsprechen als die soeben am Auswandern begriffenen Gutausgebildeten?
      Dann würde ja alles richtig laufen.

  82. Ammann Kurt sagt:

    Wieder ein Versuch gegen Ecopop, wie es dieser Tage viele gibt. Dann sollen sie gehen. Sie kamen, weil sie bei uns viel verdienen.

    • Erich Rieder sagt:

      Korrekt! Abgesehen von der Kohle verhält es sich häufig so, dass diese ‘hoch’ Qualifizierten in ihren Herkunftsländern meist arbeitslos wären, sich aber hier überbezahlt feiern lassen und entsprechend auftreten. Oft sind deren Ausbildungszeugnisse bestenfalls ebenbürtig mit dem Jodeldiplom. Diese Erfahrung mussten auch leider meine Kinder aus nächster Nähe machen.

  83. Alois Krieger sagt:

    Es ist wohl nicht erstaunlich, dass gut ausgebildete Schweizer vermehrt auswandern. Weniger gut ausgebildete Arbeitnehmer bekommen wohl nirgends auf der Welt einen ähnlichen Lohn wie in der Schweiz.

    Und der hohen Einwanderung (von sowohl gut- wie auch weniger gut ausgebildeten) nach, ist die Schweiz immer noch recht attraktiv.

    • Beatus sagt:

      A propos hoher Lohn in der Schweiz, bei Beruecksichtigung der teuren Lebenshaltungskosten ist die Schweiz nur noch attractive bei sehr hohem Einkommen. Die hohen Loehne allein sind kein Grund in die Schweiz zurueck zukehren, wenn weniger disposable income uebrig bleibt. Quality of life ist nicht nur Einkommen, sondern wie ich mich integrieren und wohlfuehlen kann und was ich mir leisten kann in meinem Land.

  84. Peter Kunz sagt:

    Ein zentrales Problem sind die prekären Anstellungsbedingungen in Forschung und Wissenschaft. Mit den ausschliesslich befristeten Anstellungen im universitären Umfeld ist es praktisch nicht möglich, eine Familie zu gründen und vernünftig zu planen. Das betrifft nicht nur den akademischen Mittelbau, sondern auch Ingenieure und Techniker, also quasi das “Bodenpersonal”, welches den Betrieb am Laufen hält.

  85. Mark Keller sagt:

    Was deutlich zeigt, dass hochqualifizierte Menschen (die dieses Adjektiv auch wirklich verdienen) überall Arbeit finden können. Wenn sich die Schweiz noch mehr einigelt – wie dies Blocher & Co. wollen – dann werden noch viel mehr die Schweiz verlassen. Wirklich gute Leute gehen dorthin, wo sie etwas erreichen können. Wenn dies in der Schweiz nicht mehr möglich ist, dann werden auch keine guten Leute mehr in die Schweiz kommen. Was die Rektoren der Unis prophezeien, falls Ecopop angenommen werden sollte, ist ein absolut realistisches Szenario! Aber die Zuwanderungsbesessenheit vieler SchweizerInnen lässt diese ja keinen klaren Gedanken mehr fassen.

  86. Luisa sagt:

    … und von denen, die ihr Leben lang davon geträumt haben, auszuwandern aus diesem kleinkarierten Land, die aber auf Grund äusserer Umstände und/oder persönlicher Gegebenheiten dies nicht tun konnten, gibt es keine Zahlen…
    Es dürften Heerscharen sein!
    Die andere Seite ist, dass wir mehr von anderen Staaten profitieren als wir selber geben: All die vielen Ausländer – die wir ja soo nicht haben wollen – sind von anderen, meist ärmeren Staaten ausgebildet worden.

    Gerade dieser Punkt macht die Steuerflucht und Steuerprivilegien der Unternehmen so unmoralisch und widerlich, weil sie sich im Grunde genommen von den Staaten quersubventionieren lassen, dafür aber keine Leistung erbringen wollen.

  87. Ronnie König sagt:

    Alle klagen offenbar über Braindrain! Aber, wenn alle klagen, dann müsste doch irgendwo ein Überschuss herrschen. Wo ist das? Und was macht die Schweiz, die CH-Wirtschaft falsch, um diese Leute nicht halten zu können? Eigentlich beginnt man erst nach dem MEI-Ja und kurz vor Ecopop die richtigen und wichtigen Fragen zu stellen, obwohl die Stimmung seit Jahren bekannt war. Ein Land das die wichtigen Fragen derart verschläft, kann auch mit zugekauftem Hirnschmalz nicht viel besser sein. Aber immerhin man gedenkt zumindest mal aufzustehen nach dem Erwachen. Und ja, eigentlich bräuchte es nur ganz wenige Spezialisten von extern, aber mehr Einsicht beim Thema intern und etwas mehr Flexibilität auch auf politischer Ebene. Da gilt es leider seit 2000 eher als hipp, wenn man einem nutzlosen Tellenkult huldigt, anstatt etwas gegen Braindrain zu tun, bei den Start-ups mehr zu helfen und nicht nur grosse und mächtige Saurier zu hätscheln. Ein Grund wahrscheinlich, dass ein mancher die Schweiz verlässt um dann in den USA zB durchzustarten. Allerdings gibts auch jene die dort sind, aber auch hier sein könnten und doch trotz Hirnschmalz eher nur anwesend sind, eine Nummer in der Statistik ohne viel Aussage.

  88. Heinz Butz sagt:

    Und die Europa-Turbos wollen uns weismachen, dass die jungen Schweizer ohne PFZ keine Chancen hätten im Ausland zu arbeiten. Das stimmt natürlich nicht, denn gut ausgebildete Schweizer sind überall gefragt und geschätzt, nur nicht in der Schweiz, da werden “gutausgebildete Fachleute” aus dem Ausland geholt, weil sie halt billiger sind.

  89. meyer sagt:

    Hmmm, ich als Forscher der sich im Ausland etablieren konnte würde mir aber genau überlegen in die CH zurückzukommen. Eventuell hat es sich ja rumgesprochen, dass die CH Firmen nicht gerade zimperlich sind wenn es darum geht – gerade auch ältere- mit Frischfleisch aus dem Ausland zu ersetzen.

  90. Geert Bernaerts sagt:

    Jeder achte gut ausgebildete Schweizer wandert aus. Na und? Solange dafür etwa gleichviele gut ausgebildete Einwandern (was in der CH mit oder ohne Ecopop sowieso der Fall ist) ist das ja kein überhaupt kein Problem, sondern fördernd für den Wissensaustausch.

    • Linus Huber sagt:

      Sie sagen es richtig. Migration hat sich allgemein verstärkt, wobei wenn man obige statistischen Werte der Schweiz betrachtet, haben sich die Zahlen der Unqualifizierten um mehr als 170% gesteigert, diejenigen der Mittelqualifizierten um mehr als 130% und die Hochqualifizierten um weniger als 80%. Dass höher gebildete bessere Möglichkeiten haben bestreitet zudem niemand, aber diese Zahlen belegen eher, dass die relative Zunahme von Hochqualifizierten weniger stark war als jene der Mittel- oder Unqualifizierten. Um eine aussagekräftige Darstellung vornehmen zu können, müsste die Statistik der Zuwanderer mit in die Überlegungen einfliessen.

  91. Alex Bloch sagt:

    Exaktheit, Zuverlässigkeit und Pragmatismus sind Tugenden, die wir als Kind gelernt haben und weltweit gefragt sind. Leider wurde in den letzten Jahren in unseren (Gross-)Firmen hingegen ein Verwaltungs- und Hierarchiedenken importiert, das das Arbeiten zunehmend mühsam und unproduktiver macht. Da fällt der Schritt ins Ausland nicht mehr schwer.

  92. Patricia Galli sagt:

    Kate Darling ist ein gutes Beispiel wie wichtig gute Englischkenntnisse sind. Und eine zweite Nationalität macht es noch perfekter um bei der globalen Mobilität dabei zu sein.
    Ich kann nur mässig Französisch aus der Schule und einigermassen Englisch aus dem Arbeitsleben. Ohne zweite Nationalität bin ich aber halt immer in der Schweiz geblieben. So etwas absurdes und schädliches wie “Zuwanderungs-Begrenzung” darf hier zwar nicht laut sagen, sonst bin ich gleich eine Rassistin, aber ich zahle wenigstens fleissig Steuern, dann bin ich hier doch noch gut geduldet.

  93. Astrid Meier sagt:

    Falsche Grafik…