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Mit dem GPS-Tracker in Zürich, Bern und Genf auf Velodiebe-Jagd

Von DB, 20. September 2014 103 Kommentare »
Haltet ihn! Die «SonntagsZeitung» jagte in drei Schweizer Städten Velodiebe. Das Resultat sehen Sie in einer interaktiven Storymap.

Von Dominik Balmer und Alexandre Haederli, «SonntagsZeitung»

Velodiebstähle sind ein grosses Ärgernis: Pro Jahr werden in der Schweiz fast 40‘000 Velos gestohlen. Und kaum jemals erwischt die Polizei die Diebe – nicht einmal 500 Fälle klärten die Beamten im vergangenen Jahr auf. Velodiebstähle hätten keine Priorität, heisst es bei den Polizeien. Der Scha​den ist rie​sig: Jahr für Jahr zah​len die Ver​si​che​run​gen rund 60 Mil​lio​nen Fran​ken, um ge​stoh​le​ne Ve​los zu er​set​zen. Letzt​lich fi​nan​zie​ren dies die Ver​si​cher​ten mit ih​ren Prä​mi​en.

In Holland rüstet die Polizei Lockvogelvelos mit GPS-Trackern aus, um Diebe zu überführen. Dank dieser Methode haben sich die Velodiebstähle innert weniger Jahre fast halbiert. Mit einem ähnlichen System ging die «SonntagsZeitung» während mehrerer Wochen in den Städten Bern, Genf und Zürich auf Velojagd. Die Ergebnisse sehen Sie hier auch im Datenblog.

Klicken Sie auf eines der Velos, um die Stationen des gestohlenen Velos in den einzelnen Städten zu verfolgen.

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Bern

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Zürich

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Genf

Für die Jagd nutzte die «SonntagsZeitung» drei GPS-Tracker und drei Velos. Die Velos, Modelle zwischen 600 und 800 Franken, stellten die Migros, Ochsner Sport und Scott zur Verfügung. Die GPS-Tracker steuerte das deutsche Unternehmen PSP bei (fahrrad-diebstahl.com).

Dabei kamen Spylamps zum Einsatz, Tracker, die als Rücklicht getarnt sind. In diesen Lampen befindet sich nebst einer GPS-Antenne und einer SIM-Karte auch ein Bewegungsmelder. Sobald das Velo bewegt wird, übermittelt der Tracker laufend seine Position – gleichzeitig schickt er per SMS oder Mail einen Alarm an den Nutzer. Der Weg des Velos kann auf einer Karte online und live verfolgt werden.

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Spylamps, Tracker, die als Rücklicht getarnt sind.

Unter freiem Himmel laufen die Geräte einwandfrei. Sobald jedoch das Velo in einem Gebäude steht, funktioniert das GPS meist nicht mehr. Trotzdem läuft die Ortung weiter – der Tracker schickt stattdessen den Standort der Handyantenne, von welcher er ein Signal empfängt.

Die Lockvogelvelos wurden an Bahnhöfen oder in Ausgehvierteln platziert – meistens ohne Schloss, teilweise aber auch mit. Die Velos kamen meist nach ein paar Stunden weg.

Experten wie der Strafrechtsprofessor Martin Killias warnen davor, Velodiebstähle zu bagatellisieren. Delinquenz sei lernbar, sagt er im Interview mit der «SonntagsZeitung». «Der Velodiebstahl ist so etwas wie eine Einstiegsdroge für schwerere Delikte.»

Die Velojagd: Hier geht es zur eigens für das Experiment eingerichteten Website der «SonntagsZeitung». Hier zum Artikel in der Printzeitung von heute.

Das Interview: Strafrechtsprofessor Martin Killias über die Gleichgültigkeit der Polizei, Helmpflicht als Lösung und den Einsatz von Lockvogelfahrrädern.

Wurden Sie auch schon Opfer eines Fahrraddiebes? Schildern Sie uns ihre Erlebnisse in den Kommentarspalten.

103 Kommentare zu “Mit dem GPS-Tracker in Zürich, Bern und Genf auf Velodiebe-Jagd”

  1. Boris Krones sagt:

    Der Knackpunkt ist, wie bei allen GPS Trackern, die nicht über eine feste Verkabelung mit dem Bordnetz eines Fahrzeuges verbunden sind, die Akkulaufzeit.
    Bei einem Fahrrad ist dies dann ohnehin nicht möglich.

    Selbst bei einem großen Gehäuse für einen GPS Tracker ist der Akku in der Regel mit einer Kapazität von rund 1000 mAh ausgestattet.

    In einem Test habe ich mit verschiedenen Sendeintervallen / Ortungsintervallen Auswertungen in der Gesamtlaufzeit angefertigt.
    Bei einem Sendetakt schafft ein solcher Akku rund 68 Stunden, also ausreichend Zeit, die Behörden zum Einsatzort zu dirigieren, jedoch ein zu hoher Sendeintervall. In 20 Minuten kann der Dieb per Rad bereits 10 km weiter sein, befindet sich das Rad in einem Transporter, noch weiter.

    Schwierig ist es, die gesunde Mitte zu treffen. Meine Erfahrung ist, dass ein solches Gerät bei einem Intervall von 1-2 Minuten die besten Ergebnisse, also Mischung aus Laufzeit und Sinn, erzielt.

  2. Urs Bühlmann sagt:

    Noch eine Randbemerkung zu Holland…dort werden jährlich gegen die 900 000 Fahrräder gestohlen (!) , wobei nur die teuersten mit einem Tracker ausgerüstet sind…

  3. Thomas sagt:

    Erst vor zwei Wochen wurde das Bike meiner Frau am Bahnhof in Brugg AG aus dem Velopark direkt neben der Bahnpolizei geklaut. Das Velo war mit einem Schloss gesichert. Man stelle sich vor: der gesamte Bereich des offiziellen Veloparkhauses (Platz für etwa 250 Velos) ist nicht videoüberwacht! Eine Anzeige bei der Polizei bringt ausser Spesen leider nicht viel, da auch die Ordnungshüter dem Problem ziemlich machtlos gegenüberstehen. Vermehrt bewachte Velostationen wären sicherlich nicht zuviel verlangt!

  4. Robert Herz sagt:

    Ich verkehre schon viele Jahrzehnte mit dem Velo in der Stadt Zürich. Und mir ist noch nie eins gestohlen worden. Lediglich hat man mir einmal ein kleines Zubehörteil geklaut, das mich dann so um die 10 Fr. gekostet hat. Ich achte aber auch meistens drauf, WO ICH ES ABSTELLE, schliesse es immer ab oder sogar an, nutze wo immer möglich Tiefgaragen etc. Meiner Ansicht nach ist die beste Diebstahlsicherung, dass “Crosswave” drauf steht – hat’s irgendein Markenvelo in der Nähe, dann ist meines nachher noch da.

  5. Joerg Hanspeter sagt:

    Wir müssen Kriminelle so früh wie möglich stoppen, dass ist die billigste Variante. Uebrigens, auch wenn ein Velo nicht abgeschlossen ist, ist das noch lange keine Entschuldigung für den Dieb.

  6. Peter Müller sagt:

    Velofahrer halten sich nicht an die Verkehrsregeln und anscheinend nehmen sie es bei Fremden Eigentum auch nicht so genau. Das Ganze ist keine wirkliche Überraschung.

  7. Eduard Gut sagt:

    Es ist natürlich einfacher Parkbussen zu verteilen und Geschwindigkeitsbussen abzusahen, Autos sind angeschriebene Milchkühe. Einen Velodieb zu finden braucht etwas mehr Anstrengung und da muss man hinschauen und Denken! Wer einer ehrlichen Arbeit nachgeht und Steuren zahlt ist eh der Dumme – die Polizei ersetzt heute die Wegelager aus dem Mittelalter.

    • Marcel Maier sagt:

      Es ist immer wieder niedlich, wie Gesetzesübertreter jammern, wenn sie dann zur Kasse gebeten werden. Dabei könnte man Geschwindigkeitsbussen ganz einfach vermeiden: man muss hinschauen (auf den Tacho) und denken (an die Geschwindigkeitsbegrenzung)!
      Da können Sie noch lange einer ehrlichen Arbeit (auf der Bank etwa?) nachgehen und Ihre Steuern (Eigenmietwert abgezogen?) zahlen. An die Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen Sie sich trotzdem halten Herr Gut. Und auch wenn es Ihnen die Feststellung evtl nicht passt: Sie sind selber schuld, wenn Sie geblitzt werden. Weil Sie dann schneller als erlaubt unterwegs waren (NB: Ich fahre seit 20 Jahren Auto und hatte in dieser Zeit 3 Geschwindigkeitsbussen. Ich war jedesmal selber schuld.)

  8. Opfer 27 sagt:

    Wenn jedes der 40’000 gestohlenen Velos so wie im Artikel aufgezeigt nochmals alle paar Stunden erneut geklaut wird, sagen wir nochmals 20 mal, dann ergibt das 800’000 Delikte. Seh’ ich auch als Bagatelle an…

  9. Pocoloco sagt:

    Formell ist es natürlich schon Diebstahl, auch wenn das Velo nicht abgeschlossen war. Doch eines stimmt schon, wenn ich ein Velo unbedingt loswerden möchte (womöglich auf Kosten der Versicherung, doch das wäre natürlich eine Unterstellung) lasse ich es einfach am Bahnhof stehen. Ohne Schloss, selbstverständlich.

    Und wenn ich ein besonders teures Velo herumstehen lasse, mit oder ohne Schloss, müsste ich mir eigentlich selbst den Vorwurf machen, fahrlässig irgendwelche dubiosen Geschäfte zu unterstützen.

    Bedenklich ist auch die Geschichte mit dem CashConverters-Laden. Den würde ich mal ganz gründlich unter die Lupe nehmen.

  10. Peter Graf sagt:

    Wieso führt man nicht einen Fahrzeugausweis für Velos ein? dieser könnten von den fahrradhändlern beim kauf eines Velos den Besitzern direkt abgegeben werden. wen gleichzeitig mit der Einführung der fahrzeugausweise vermehrt Kontrollen gemacht würden, bin ich sicher, dass die Diebstähle abnehmen würden.
    bei der Abschaffung der velo-vignette hatte man ein solches system diskutiert. es wurde eingeworfen, dass der administrative aufwand zu gross sei. ich bin aber sicher, dass man ein schlanke Lösung finden könnte, die den Bedürfnissen genügt und wenig aufwand verursacht. aber 60 mio. auf alle Privathaushalte abzuwälzen, scheint billiger zu sein!!

    • Eduard J. Belser sagt:

      Es gibt so etwas für nur 9.– CHF/3 Jahre. Es nennt sich VeloFinder und besteht aus einer Klebeetikette fürs Velo, einem entsprechenden Ausweis zum Ablegen, einer App und einer Datenbank im Internet. Das Velo aber auch Veloanhänger und teures Zubehör kann man in der Datenbank registrieren. Mit der App kann jeder – auch die Polizei – mit dem Smartphone die VeloFinder-Etiketten an den Velos scannen und feststellen, ob sie gestohlen sind. Das ist einfach, preiswert und alltagstauglich. VCS, Die Polizei und der Velohandel sollten sich mehr für diese Lösung einsetzen, damit sie sich flächendeckend verbreitet. Viele VelofaherInnen sind aber auch selbst schuld, wenn sie Ihre Velos nicht ab- bzw. sogar an einem festen Gegenstand anschliessen oder die billigsten, leicht zu knackenden Schlösser kaufen. Mit Faltvelos, die sich in geschlossenen Räumen platzsparende verstauen lassen, kann man den Dieben ebenfalls das Leben schwer machen.

      • Kobler sagt:

        @ Eduard J. Belser: Velofahrer sind selber schuld????
        Schreiben sie doch ihre Adresse hier rein, ich bin sicher sie haben keine Einbruchsichere Türen und Fenstern.
        Wird bei ihnen also eingebrochen, sind sie selber schuld.

    • @Peter Graf

      Es gibt drei einfache Gründe, warum es diesen Fahrzeugausweis nicht gibt

      1) Dann hätte die Polizei keine Ausreden mehr, um sich um Fahrraddelikte zu kümmern.
      2) Dann hätte die Polizei auf einmal wichtigeres zu tun, ausse Parkbussen für Autos zu verteilen.
      3) Dann bekämen sogar die Velofahrer bussen, wenn sie bei Rot über die Kreuzung rasen oder auf dem Trottoir Grosi verchlüpfen.

      Kurzum: Man würde das Gewohnheitsdelinquieren rot-grün wählender Velofahrer verfolgen. Die Velodiebe sind nämlich logischerweise auch Velofahrer.

  11. Roland K. Moser sagt:

    Die Polizei hat kein grosses Interesse, Velodiebstähle aufzuklären, weil die Ressourcen der Polizei dazu fehlen. Zudem ist einem Velo nicht anzusehen, ob es gestohlen wurde und die meisten Halter haben zu ihren gestohlenen Velo nicht einmal mehr die Rahmennummer.
    Was die Velodiebstähle reduzieren würde, wäre ein flächendeckendes Lockvogel-System, wie es in Holland gemacht wird. Dazu fehlen der Polizei aber wiederum die personellen Ressourcen.

    • Roland K. Moser sagt:

      Ich könnte falsch verstanden werden:
      Mit “Die Polizei hat kein grosses Interesse…” habe ich mich auf den Artikel bezogen. Natürlich hat die Polizei Interesse an der Aufklärung, hat aber nicht immer die nötigen Ressourcen.
      Bei uns im Dorf wurde dank einem Hinweis aus der Bevölkerung ein gewerbsmässiger Veloklau aufgedeckt, und die Polizei hat ihre Arbeit gemacht. War glaube ich im August.

  12. Markus Meier sagt:

    Sie denken tatsächlich, ein Velo sei gleich viel Wert wie ein Menschenleben?

  13. Rudolph Stucki sagt:

    haette der Test in Basel stattgefunden, dann waeren nicht nur die Velos, sondern auch die GPS systeme innert kurzer Frist verschwunden.

  14. Stefan sagt:

    Super Aktion! Ich hoffe, die Diebe werden gebüsst, wie sich das gehört. Mehrfachtäter sind einzusperren und / oder auszuweisen. Man stiehlt nicht.

  15. Florin sagt:

    Sehr sehr traurig. Ich würde *nie* etwas klauen. Ich hoffe, die Polizei setzt selber Velos aus und verfolgt die Diebe aufs Schärfste.

    • Franz sagt:

      Leider nein. Die Polizei kümmert sich lieber um die profitablen Bagatell-Fälle, wie geringfügige Geschwindigkeitsübertretungen und Parksünder.

      • Marcel Maier sagt:

        Dafür braucht man nicht viel Ressourcen. Die Leute, die diese Delikte begehen, machen das ja derart offensichtlich, dass der Gesetzesvollzug ein Kinderspiel ist. und Ja, auch eine Bagatelle ist ein Delikt.

  16. Marc Ramer sagt:

    Als mein Rennvelo kürzlich gestohlen wurde und ich es wieder sichtete mit einem Typ drauf, rief ich 117 an.
    Die sagten mir, sie müssten “mal schauen ob sich eine Einheit in der Gegend befindet” (im Kreis 4) und es habe eben nicht grad höchste Priorität (an einem Montag Vormittag)….. sie würden mich wieder anrufen, falls sie den Typen fänden. haben sie dann nicht. War offenbar zuviel Aufwand.

    • Rudolph Stucki sagt:

      in zukunf stell Dein Rennvelo neben ein falschparkiertes Auto, und sehe wie schnell die Polizei angebraust kommt…

  17. Tömu sagt:

    Mir wurden seit ich Fahrräder in Zürich habe in den letzten 3 Jahren 2 Stück gestohlen. Das eine hatte einen Zeitwert von etwa Null (Wert kaum höher als Entsorgungskosten) – und es wurde dennoch geklaut. Das zweite Fahrrad war etwas besser dran. Da hab ich natürlich vollstes Verständnis für die armen Diebe mit bestimmt sehr sehr schwerer Kindheit. In dem Fall müsste die Polizei natürlich sehr behutsam endlich ihren Job machen – oder es halt doch bleiben lassen, um das arme Gesocks bloss nicht zu traumatisieren. Geht ja nur um 60 Mio Kosten für Versicherungen plus unbezifferte Verluste, die die Geschädigten selbst bezahlen. (Ich beispielsweise habe von Versicherungen keinen Rappen gekriegt.)

  18. Joachim Ganser sagt:

    Cash-Converters. Dieser Laden handelt mit Unbehelligt mit Hehlerware, und keiner stösst sich daran!

  19. Thomas Hunkeler sagt:

    Ich fahre Täglich Velo, ich liebe es, wenn ich jemanden erwische wie er mein Stahl Schatz klaut dann hau ich ihm in die Fresse.

  20. Thomas Trachsel sagt:

    Die Methode mit dem GPS & Mobilfunktsender in der Anstecklampe ist nur in der Testphase erfoglreich. Normalerweise nehmen Velobesitzer ja diese Lämpchen von parkierten Velos mit. Velos mit angestecktem Lämpchen werden sich bei den Knackies bald herumgesprochen haben, “Achtung Tracker!”. Diese werden dann nicht mehr gestohlen.

    • Helvetia sagt:

      Es gibt diese Tracker in den verschiedensten Ausführungen (u.a. auch von der Firma, die dieses Rücklicht vertreibt). Die meisten, eher wertlosen, Fahrräder werden ja von Dieben geklaut, die mal eben von A nach B fahren; die kümmert so ein GPS-Sender vorderhand nicht. Ein sauteures Hightech-Velo sollte man wohl gar nicht erst draussen lassen, sondern mit ins Bett nehmen. Oder auf den Balkon stellen, wie es im Bericht passiert ist… 😉

    • Claudia sagt:

      Das ist doch super, wenn solche Velos nicht mehr gestohlen werden: wie eine Diebstahlversicherung. Ich befürchte eher, dass die GPS durch Abmontieren der Lampen abgewürgt werden. Mir wurden schon viele Velos gestohlen: nagelneue und alte. Am Wohnort und am Hauptbahnhof Zürich, alle mit Schlössern gesichert. Der Zwang zum übermässigen Sichern der Velos hat mir das Velofahren verleidet!

  21. Bruno Berner sagt:

    Bezeichnend ist die Reaktion des “Cash Converters”-Personals in Genf. Man will den Dieb nicht anzeigen, weil der ach so sympathische Mann mit Halbglatze doch ein regelmässiger Kunde ist. Hier zeigt sich einmal mehr, wie tief der Stadt-Land-Graben in Mitteleuropa (nicht nur in der Schweiz) geworden ist. In den Städten gilt als sozial hipp, wer unsoziales Verhalten toleriert und für jeden Gauner Verständnis aufbringt. Ich bin gespannt, wie lange es noch geht, bis sich sich diese Gräben auch politisch auswirken werden.

    • Eduard J. Belser sagt:

      Was Cash Converter mit dem Verkauf von gestolenen Velos und dem nicht anzeigen des Diebes macht, ist ganz klar Hellerei und Strafvereitelung. Dieses Firma gehört angezeigt und gnadenlos auseinander genommen. Diese Leute sind genau so kriminell, wie die Diebe selbst.

  22. Schneeberger sagt:

    Das Problem ist, dass die Versicherungen einfach sofort alles bezahlen. Es besteht kaum Anreiz zu Prävention oder Fall-Aufklärung! Auch die Betrugsrate dürfte gross sein. Auch wenn das Velo wieder auftaucht und es damit Eigentum der Versicherung und deren Prämienzahler ist, wird es nicht verwertet, weil der Aufwand zu gross ist. Zudem: was heisst “Fall aufgeklärt”? Heisst das “Velo gefunden” (also KEIN Schaden!), oder heisst das “Dieb gefasst” (also Ahndung, aber ev. trotzdem Schaden, aber Riesenaufwand für Ent-Schädigung)?

  23. Opfer123 sagt:

    Ich habe mein Ebike (Stromer in nahezu perfektem Zustand) einmal im Leben nicht abgeschlossen und dann war es weg. Ein paar Monate später ist es in Deutschland gefunden worden. Der mutmassliche Täter ist mehrfach vorbestraft. Zudem hat er das Velo demoliert (Batterieschacht aufgebohrt, Nummerschlild entfernt, Kratzer und Beulen überall, Rost). Velodiebe sind einfach nur abschaum! Der Prozess gegen ihn ist am laufen aber vermutlich hat er eh kein Geld.

    • Helvetia sagt:

      In den neusten Stromer-Modellen ist ja nun ein GPS-Sender integriert; ich denke, das ist die Zukunft bei den Fahrrädern und den E-bikes (dank Stromversorgung) sowieso. Habe selber einen schnellen Flyer und schliesse den immer tunlichst mehrfach ab.

  24. Kobler sagt:

    Also Velofahrer wäre es mir recht wenn die Polizei ein paar Stunden weniger mit Ordnungsbussen generieren verbringen würde dafür ein bisschen kreativ an das Velo Klau Problem herangehen würde.
    In den letzten 20 Jahre habe ich Velos an den Bahnhöfen von Bern, Biel und Solothurn parkiert. Im Schnitt alle 2 Jahre wurde eines gestohlen, 2 mal pro Jahr beschädigt.
    Diese Vorfälle jeweils brav der Polizei gemeldet. Gefunden wurde keines, und gegen die Nachtbuben die halt hin und wieder wüten und dann duzendweise Velos schlitzen kann sie auch nichts machen.

  25. Mark sagt:

    Schade, dass die Autobauer so ein Gerät nicht herstellen können! 😉

    • Rudolph Stucki sagt:

      fuer Autos gibt es das schon lange, das System heist Boumerang ode LoJack . die billigere Ausfuehrung ortet das gestohlene Auto und alarmiert die Polizei, fuer ein Aufgeld gibt es einen chip den man aufsich traegt, und wenn sich das auto ohne mich bewegt geht schon ein Alarm zur Zentrale. Fuer teurere Autos wie zB. Mercedes-, BMW-, Lexus SUV’s verlangen die Versicherungen, dass die Autos mit einem solchen Tracker ausgeruestet sind

  26. Felix Rothenbühler sagt:

    Ein Zahlenschloss, dass soll noch erwähnt werden, ist etwa so viel wert wie gar kein Schloss. Wir hatten schon als Kinder Spass daran, Zahlenschlösser zur Verblüffung der Umstehenden mit verbundenen Augen zu öffnen. Zahlenschlösser sind in wenigen Sekunden geöffnet, auch ohne die Kombination zu kennen.

    • Helvetia sagt:

      Habe ich mir auch gedacht. Aber das Velo sollte ja geklaut werden. Mit einem Schloss Level 10 würde das Fahrrad evtl. heute noch dort stehen 😉

  27. Bruno Hofer sagt:

    Die Diebe sind ja in allen Schichten zu suchen. Reiche, Studenten, Arme, Frauen und Männer, sowie Jugentliche. Mir kommt es fast vor, als stempeln die Diebe dies als Kavaliers Delikt ab. Was es aber nicht ist. Die Velofahrer sollten fürs parkieren in den Städten wie in den Aglos bezahlen müssen. Dazu wäre es an der Zeit, dass das Helmtragen obligatorisch wird. Da würde man sehen ob das Velo geklaut ist oder der Besitzer fährt. Glaube kein Velodieb ist mit Helm unterwegs.

    • Achermann sagt:

      Richtig! Und jeder Autofahrer soll in Zukunft ein Sofa auf dem Dach transportieren müssen. Glaube kein Autodieb ist mit einem Sofa unterwegs.

      • adrian wehrli sagt:

        Nice! Ich würde vorschlagen die Autofahrer müssen eine Cremeschnitte auf dem Armaturenbrett und ein lauwarmes Joghurt im Hosensack haben damit sie fahren dürfen.

  28. Meier sagt:

    Ich weiss, für viele “Menschen” gibt es schrecklicherweise keinen Unterschied mehr zwischen mein und dein. Aber so furchtbar habe ich es mir nicht vorgestellt. Der Artikel! Und erst teilweise die Kommentare! Steckt wirklich in so vielen Menschen ein Dieb und Verbrecher? Ich frage mich, wie diese Menschen erzogen worden sind. Da muss man sich über den Zustand der heutigen Welt nicht mehr wundern. Unser Rechtsstaat und die Polizei sind gefordert.

  29. Willy sagt:

    Dass Sie die Idee der Holländer aus Eigeninitiative auch umsetzen, kann nicht genug gelobt werden. Insbesondre auch darum, weil unsere Polizei dazu nicht willens ist (dein Freund und Helfer!) und schon gar nicht kreativ genug wäre. Sie sollten seitens der Betroffenen und der Versicherungen finanziell unterstützt werden! Bitte machen Sie auch öffentlich, ob die Polizei z.B. auf Ihren Antrag hin, dazu bereit wäre, Velodieben inskünftig auf diese Weise das Handwerk zu legen bzw. das Problem zu mindern.

  30. Matthias sagt:

    Erschreckend wie hier von den Kommentierenden das Delikt Velodiebstahl verharmlost und bagatellisiert wird. Natürlich ist es fahrlässig ein Velo nicht abzuschliessen, aber Diebstahl bleibt Diebstahl egal wie schwer oder leicht es den Kriminellen gemacht wird. Bedenklich, wie wenig Respekt hier fremdem Eigentum entgegengebracht wird.
    Eine Massnahme wie in Holland wäre bei uns zu begrüssen!

  31. Anreas Notter sagt:

    Keine Priorität… Klar, das ist einfache Polizeiarbeit. Da kann man kein Geld damit verdienen. Ganz anders die Verkehrs- und Radarkontrollen. Um die ca. 65% der Polizeiressourcen beschäftigen sich inzwischen damit. Ganz zu schweigen von den Gerichten! Für alles andere (Raub, Vergewaltigung, Mord, etc.) ist man sich zu gut. Das habe ich selbst schon auf dem Polizeiposten erlebt! Der Systemfehler, dass Bussengelder an die Gemeinde gehen, muss dringendst gelöst werden. Das gibts nur bei den Verkehrsbussen!

    • @Andreas Notter

      Ich habe das anders verstanden: In Bern wurde dasselbe Velo fünfmal so oft gestohlen wie in Zürich. In Bern fand es sogar ein 15-jähriger Schüler normal, das Fahrzeug mit seinem eigenen Schloss zu sichern. In Zürich brauchte es dazu zumindest einen Heroinabhängigen in Beschaffungsnot.

      In Bern hat sich ein Hausmütterchen nach mehreren Tagen des Velos angenommen und wollte es zur Polizei bringen. In Zürich hat das die Polizei von sich aus in derselben Nacht in Ordnung gebracht.

      Besonders ist der Fall der russischen Sexarbeiterin in Zürich, die kurz vor ihrer Abreise das Velo in Sicherheit brachte und für alle weithin sichtbar über dem Haupteingang des Etablissements hinstellte. Ich mache das so ähnlich, wenn ich auf der Strasse verlorene Handschuhe auflese: Ich hänge diese für alle sichtbar an den nächsten Zaunpfosten.

      Augenscheinlich müssen wir Schweizer von russischen Huren lernen, was recht und anständig ist!

  32. Anja Hiltbrunner sagt:

    Mir wurde zunächst mein abgeschlossenes Bike am Bahnhof geklaut als ich es ein Nacht da stehen liess. Seither habe ichmir ein bereits ramponiertes “Bahnhofvelo” zugetan das nichts mehr zum klauen bietet. Für die restlichen Touren musste ich mir jedoch ein neues Bike kaufen, welches nach einem Jahr aus unserem abgeschlossenen Velokeller gestohlen wurde. Das Bike war zwar auch abgeschlossen aber gegen organisiertes Klauen kommt auch diese Massnahmen nicht an. Mittlerweile habe ich wiederum ein neues Bike (der Aufwand der bei jedem Diebstahl entschteht will ich nicht erwähnen!!!). Das steht in meinem verschlossenen Kellerabteil. Die Dreistigkeit der Diebe hat mich doch schockiert (auch wenns “nur” ein teures Bike war) und finde es enttäuschend sowie ein Armutszeugnis unserer Zeit. (Über die Gründe wieso es diese organisierten Gruppen überhaupt gibt schweige ich mich hier jedoch aus). Finde das System mit dem GPS ein sehr guter Ansatz-nur…ein Lämpchen ist schnell mal entfernt…

    • Helvetia sagt:

      Es gibt – von der gleichen Firma – weitere GPS-Geräte, die nicht so leicht zu erkennen und entfernen sind. Z.B. im Rahmen selber integriert. Einfach mal googeln 😉

    • Claudia sagt:

      Das Aufbewahren meines Velos im privaten Kellerabteil ist wirklich das einzige Mittel. Aber es ist so umständlich, dass mir das Velofahren an sich verleidet ist. Über die Ursachen der Existenz solcher organisierter Banden habe ich mich auch schon oft gefragt. Mir scheint auch, sie seien nicht immer gleich virulent: manchmal da, manchmal dort.

  33. Selbstverständlich sind Velodiebstähle Bagatelldelikte, genauso wie Fahren auf dem Trottoir, Fahren kreuz und quer über Kreuzungen, Fahren verkehrt herum in der Einbahnstrasse, Fahren bei Rot über die Kreuzung.

    Ich bin mit Prof. Killias für einmal sogar einverstanden: Delinquenz ist lernbar.

    Die Velofahrer werden von den rot-grünen Stadtregierungen zur Delinquenz erzogen. Denn wenn solche Verkehrsregelverletzungen genug lange an den immer gleichen Orten begangen werden, dann werden nicht etwa Velofahrer gebüsst, sondern die Verkehrsregeln geändert.

    • P.S. Habe noch das Fazit vergessen: Weil die Delinquenten nicht irgendwelche Diebe sind, sondern Velofahrer, wird man sicher schon bald den Velodiebstahl legalisieren und daraus so etwas wie ökologisch flexiblen Eigengebrauch machen.

    • Hans Nötig sagt:

      Vielleicht wurden die Diebe auch von den bürgerlichen Versicherungen erzogen: Ein Velo, das nicht abgeschlossen ist, kann versicherungstechnisch nicht geklaut werden.

    • Marcel Maier sagt:

      Herr Brechbühl, Sie kommen vermutlich von ausserhalb der Stadt. Deshalb hier ein Hinweis: in der Stadt Zürich dürfen min. 95% der Einbahnstrassen von Fahrrädern und leichte Motorrädern auch in der Gegenrichtung befahren werden.

      auf Trottoir fahren, bei Rot über Kreuzung etc. nervt mich allerdings auch.

  34. Carl Zucker sagt:

    Super Artikel – Herzlichen Dank. Ein wenig bedenklich, dass die Polizei nicht fertig bringt, was eine Zeitung kann. Muss ich nun in Zukunft bei Notfällen den Tagi zu Hilfe rufen?

  35. Hans Stucki sagt:

    Velos ohne Schloss sind leichte Beute? Wer lässt schon bei seinem Cabrio das Verdeck unten und den Schlüssel stecken?

  36. Dave sagt:

    Ein nicht-abgeschlossenes Velo vor dem Club sehe ich als Aufforderung, mit ihm nach Hause zu fahren. Von Diebstahl kann hier keine Rede sein.

    • Pascal sagt:

      Mr. Dave,
      “Ein nicht-abgeschlossenes Velo vor dem Club sehe ich als Aufforderung, mit ihm nach Hause zu fahren. Von Diebstahl kann hier keine Rede sein.”

      Aha, wenn also die Wohnungstür nicht abgeschlossen ist, wird dies für Sie zur Aufforderung hineinzutreten und sich am Mobiliar zu bedienen ? Wenn Sie ein Portemonnaie finden ist dies für Sie die Aufforderung dieses nicht ins Fundbüro oder zur Polizei zu bringen sondern einzusacken ?

      Ihr Freund möchte ich nicht sein.

    • Reto Müller sagt:

      Aufforderung zum Diebstahl? Was nicht meins ist geht mich auch nichts an, so einfach ist das. Andernfalls ist das Geschrei dieser Fraktion dann gross, wenn man so einen Velodieb erwischt und der dann zufällig ungücklich bei der Abfahrt hinfält. Plötzlich kennen diese Leute dann genau ihre Rechte.

    • Marquis Jean-Pierre sagt:

      Da kommt mir nur ein Wort in den Sinn das knapp über dem Velosattel liegt, und deshalb unter der Gürtellinie.

      • Peter sagt:

        irgendwie habe ich das Bedürfnis, das Experiment nachzustellen.
        Allerdings nicht mit einer Kamera zwecks Beweisbildern, sondern mit einem Baseballschläger hinter der nächsten Ecke…

    • Thomas sagt:

      Zumindest hier in Zürich, sehen ziemlich alle in meinem Freundeskreis einen Dave auf meinem Velo herumfahrend ebenfalls als Auffodreung an.

    • Viktor Synthetik sagt:

      Lieber Dave, schliess ab jetzt alles ab, sperr es weg, ich kenn dich jetzt und werd als Robin Hood der Velobeklauten deinen gesamten irdischen Besitz in Beschlag nehmen. Du wirst bald keinen einigermassen wertvollen Gegenstand mehr besitzen…

    • Stefan sagt:

      Einen unbewaffneten Zugpassagier spätabends im leeren Abteil sehe ich als Aufforderung, ihm das Handy und das Portemonnaie abzunehmen. Von Raub kann hier keine Rede sein.

    • adrian wehrli sagt:

      Dave, die Spiesser & Biedermeierfraktion hier versteht keine Ironie, das sieht man an aufgestauten Gewaltphantasien. Nur milde lächeln ,,,

  37. Heinz Vogler sagt:

    Velodiebstähle sind ein grosses Ärgernis? Dann nehmt sie aus der Hausratversicherung und montiert grosse gut lesbare Nummernschilder. Dazu wäre eine ordentliche Veloprüfung ein Muss!

    • Helvetia sagt:

      Wie Sie in einem anderen Kommentar lesen können, werden auch schnelle E-bikes – die mit der gelben Mofanummer – geklaut. Ansonsten bringt uns Ihr Velobashing nicht weiter.

  38. Erik Jandrasics sagt:

    Tut mir leid, aber wer Velos “ausborgt”, ob abgeschlossen oder nicht, lässt jeden Anstand und Respekt gegenüber dem Besitz anderer vermissen und gehört bestraft. Vielleicht ist dies einfach ein Zeichen der heutigen Zeit, dass man nur noch auf den eigenen Vorteil achtet und sich darum schert, welche Folgen das eigene Tun für Dritte hat….. Mir wurden bereits 4 Velos, obwohl gut gesichert, gestohlen.

  39. Mike sagt:

    Es geht doch gar nicht um die “Ausleiher” , sondern um bandemässigen Diebstahl auf Bestellung.Mein neues Stöckli city bike war nach 6 Wochen Besitz verschwunden. Der Polizist sagte, am selben morgen habe schon einer ein schwarzes Stöckli gemeldet. Der ganze Aufwand vom Abholen bis zum Selbstbehalt… das sind keine Kavaliersdelikte.

  40. Sandro sagt:

    Ist es Diebstahl, wenn ein Velo nicht abgeschlossen ist? Das ist Fahrlässigkeit des Besitzers und bei Versicherungen kommt man damit nicht durch.

    • Tom Arn sagt:

      Doch, man kommt durch bei den Versicherungen. Man wird einfach darauf hingewiesen dass man das Rad ab jetzt immer abschliessen soll. Ein Diebstahl sollte kein Problem sein. Häufen sich die Fälle bei der einen und derselben Person kann es aber schon sein dass da die Versicherung einmal den Vertrag saniert und Fahrraddiebstähle ausgeschlossen werden.

    • Peter M. sagt:

      Gemäss Ihrer Weltanschauung ist es also kein Diebstahl sondern NUR Fahrlässigkeit, wenn nicht abgeschlossene resp. angekettete Autos, Motorräder, Velos, Rasenmäher, Skier, Rollbretter, Gartenmöbel, etc. entwendet und benutzt werden?! Skurril!

    • David sagt:

      lieber Sandro
      Ist es ein Diebstal, wenn die Jacke im Restaurant von der Gardarobe entwendet wird? Ist es Diebstal, wenn ein fremder Schirm vor einem Geschäft mitgenommen wird?
      Die Antwort auf solche Fragen gibt nicht die Versicherung (Es gibt auch sehr teure Jacken und Schirme). Nicht die Vesicherung definiert mit “zahlen oder nicht-zahlen” was Diebstal ist. Ausdrücke in diesem Zusammenhang wie “Fahrlässigkeit” oder “Gelegenheit macht Diebe” erklären vielleicht etwas, aber entschuldigen, tun sie gar nichts – nicht im moralischen Sinn!
      Ein Blick nach Japan, wo es sehr sehr wenig (Velo-) Diebstal gibt, macht einem Mut, dass es auch anders geht.

    • gfeuer sagt:

      Die meisten Versicherungen bezahlen heute auch nicht abgeschlossene gestohlene Fahrräder. Dies schon nur, damit sie ihren Kunden nicht sehr beliebt machen zu lügen.

      Beachte, dass die Diebstahlversicherung nur bei Diebstählen bezahlt. Falls das Fahrrad abgestellt wird, in der Hoffnung, dass es entwendet wird, liegt eben gerade kein Diebstahl vor, weil dieser einen Gewahrsamsbruch voraussetzt, wobei der Gewahrsam Herrschaftswille des Besitzers voraussetzt.

    • S. Grub sagt:

      Ja ist es. Nur, weil etwas nicht gegen Diebstahl gesichert ist, hat man nicht die Erlaubnis, es zu nehmen (=stehlen)! Haben Sie schonmal Ihre Wäsche oder Schuhe draussen getrocknet…? Hätten Sie Freude, wenn ich Ihre un-gesicherte (…!) Wäsche mitnehmen würde?

    • Philippe Gauchat sagt:

      Natürlich ist es noch Diebstahl.
      Der Straftatbestand für den Täter verändert sich nicht, nur weil das Diebstahlobjekt leicht zugänglich war.
      Der Unterschied ist, dass das Opfer wegen fahrlässigem Verhalten weniger (oder gar nicht) entschädigt wird, entschuldigen oder relativieren tut dies die Tat aber keineswegs.

      • David sagt:

        nur mal zur rechtlichen Situation, da ja immer von Diebstahl die Rede ist. Klärung: Ein Diebst. setzt einen Gewahrsamsbruch voraus. Gewahrsam setzt aus der tatsächlichen Sachherrschaft sowie dem Herrschaftswillen zusammen. Wer sein Fahrrad auf öffentlichem Grund unabgeschlossen zurücklässt, hat keinen Gewahrsam mehr über darüber, da er nicht mehr tatsächlich darauf zurückgreifen kann. Diebstahl kommt daher nicht in Betracht (allenfalls “Unrechtm. Aneignung”). Hinzu kommt, dass der Dieb die Sache zumindest vorübergehend behalten wollen muss (Aneignungswillen). Wer sich aber ein Fahrrad nur kurz “ausleiht”, hat diesen Aneignungswillen nicht. Dann kommt weder unrechtm. Aneignung noch Diebstahl, sondern bestenfalls noch “Sachentziehung” als Antragsdelikt in Frage.

        • Klicki sagt:

          Das ist falsch. Solange der Besitzer weiss, wo auf öffentlichem Grund sich sein Velo befindet (egal ob abgeschlossen oder nicht), hat er den Gewahrsam darüber. Richtig ist, dass die “Strolchenfahrt” ohne Aneignungswillen eine blosse Sachentziehung darstellt. Bei Aneignungswillen liegt hingegen Diebstahl vor, weil der Gewahrsam gebrochen wird. Allenfalls könnte man darüber diskutieren, ob der Gewahrsam so lange andauert, als der Besitzer das Velo per GPS tracken kann (aber auch dann handelt es sich zumindest um versuchten Diebstahl).

    • Samuel sagt:

      Natürlich ist es Diebstahl. Oder hast DU persönlich das Teil gekauft und kannst auch eine Kaufquittung vorweisen? Na, dämmerts?

    • Leo Schmidli sagt:

      Meinen Sie die Frage ernst?
      Natürlich ist es fahrlässig, aber darum geht es nicht! Es bleibt Diebstahl! Ihre Argumentation erinnert an die Rechtfertigung für Vergewaltigungen, dass die Frau halt nicht so einen kurzen Rock hätte anziehen sollen.

    • Joe Schweizer sagt:

      Traurige Einstellung!!! Was einem nicht gehört, ist nicht an sich zu nehmen. Egal ob gesichert oder nicht. Leider gilt es als fahrlässig, sein Fahrrad nicht abzuschliessen. Ein Diebstahl ist es deswegen aber immer noch. Und Moralisch keinen deut besser. Hier vermisse ich mehr Intervention der Polizei.

    • Ralf Ramge sagt:

      Sandro,

      wenn du etwas nimmst, was jemand anderem gehört, ohne dessen Einverständnis dazu zu haben, ist es Diebstahl. Punkt.

      Da nützen auch keine an den Haaren herbeigezogenen Ausreden. Es ist schon peinlich genug, dass man überhaupt Fahrradschlösser braucht.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Ich darf also alles legal entwenden, was nicht abgeschlossen ist?
      JA KLAR ist es Diebstahl, egal ob abgeschlossen oder nicht!!!

    • Pascal Wegweis sagt:

      100% disagree!
      Es kann doch nicht sein, dass Leute einfach das Velo von jemand anderem nehmen, wenn es einem nicht gehört? Was ist das für eine asoziale Einstellung?
      Zudem werden die meisten Velos wohl nicht gestohlen, um sie zu fahren, sondern um sie “zusammen zu ginggen” oder in einen Fluss zu werfen.

    • Hans Nötig sagt:

      Das hat ja noch gefehlt. Dass hier im Forum der Diebstahl von Velos verteidigt wird. Von echten Schweizern gar? Und was soll der Hinweis auf Versicherungen? Sollen künftig renditeoriente globale Versicherungen bestimmen, was moralisch und ethisch geht und was nicht? Mir stehen die Haare zu Berge.

    • Mark sagt:

      @Sandro
      Natürlich ist es Diebstahl, auch wenn’s nicht abgeschlossen ist, gehört es nicht Dir!

    • Kobler sagt:

      @ Sandro: nein, wenn du ein nicht abgeschlossenes Velos sieht kannst du es mitnehmen, das ist kein Diebstahl.
      Ebenso die Zeitung vor Nachbars Tür, nicht gesichert, folglich gehört das niemandem, somit dir.
      Die Tüchli in der Badi gehören ebenfalls dir sofern keiner draufliegt. Sonst einfach warten bis es frei wird. Ja, die Schuhe und Keider dazu ebenfalls.
      Sonst noch Fragen?

    • Sandro sagt:

      Kaum jemand geht auf meinen Teil ein, dass Leute auch die Versicherung betrügen wollen und ihr Velo offen irgendwo stehen lassen. Deshalb auch meine rhetorische Frage, ob es Diebstahl ist. Wem sein Velo etwas Wert ist und es benutzen will, sichert es ab (mit einem Schloss, nicht nur mit einer Versicherung).

  41. Schäuble Perer sagt:

    Velodiebstahl an den Bahnhöfen ist für uns, da wir völlig aufs Velo angewiesen sind, ein Riesen-Ärgernis. Ist das Velo gut gesichert, so wird es einfach zerstört oder kannibalisiert. Noch viel ärgerlicher aber ist das Verhalten der Polizei. Sie versucht zuerst jedesmal mit läppischen Kommentaren eine Anzeige zu vermeiden und unternimmt dann nichts.

  42. Ronnie König sagt:

    Kilias kommt mir vor wie jene die Cannabis als Einstieg zu Heroin propagierten! Viel eher ist es doch so, dass, wer ein unabgeschlossenes Vehikel vorfindet einfach die Situation nutzt. Aus vielen Gründen. Man stiehlt ein Velo um damit 11 Min. um den Bahnhof zu kurven? Wäre er abgeschlossen gewesen, dann wäre dies Fahrt zumindest nicht gewesen. Interessant auch wo die Velos Zwischenstation machten. Im Villenviertel ist man offensichtlich arm, denn man leistet sich kein eigenes Velo. Vielleicht gar mehrere Personen liehen einander den Göppel. Und ein Mami dort das Velo “sichert”? Es zeigt vor allem eines: In der Schweiz wird schnell gegen vermeintlich kriminelle Asylanten geschossen, aber das eigen ach so senkrechte Volk hat überhaupt keine Skrupel anderen etwas zu entwenden oder stehlen, aber in den Foren empört man sich fleissig über alles nicht-senkrechte!

    • Mario Verdi sagt:

      Nach ihren Aussagen würde ich mal behaupten Sie haben Erfahrung mit dem Thema Veloklau.

    • Peter Fankhauser sagt:

      Kilias? Cannabis? Heroin? Sind Sie mal wieder im falschen Thread König?
      Dann der hochnotpeinliche Versuch, Fahrraddiebstahl zu rechtfertigen, wenn das Fahrrad nicht abgeschlossen war.
      Und natürlich Ihr Lieblingsthema “Asylanten”. Nehmen Sie doch einige auf, ist besser als diese permanenten Kommentare zu dem Thema.
      Wieso lässt die Redaktion/Zensoren solche hanebüchenen Kommentare durch?

      • Ronnie König sagt:

        Guter Mann, hätten sie die Gabe das Gesetz zu kennen und Artikel mit gewissen aussagen in Verbindung zu bringen, dann sähen sie mehr als der Fisch nur den Wurm sieht! Diebstahl und Entwendung zum Gebrauch sind zwei verschiedene Dinge, aber für den Besitzer uU trotzdem lästig, da nicht an gleicher Stelle wieder hingestellt. Wer also Velos klaut, der klaut später Porsches oder Mercedes, die Logik von Kilias in Bezug auf seine Cannabistheorie. Wäre dem so, dann würden mehr Autos geklaut als wir meinen. Ist dem so? Eher nicht, laut Statistik. Denkanstösse sollten eben das Denken und Gedanken vernetzen anregen, aber manchmal hilft alles nicht. Einfache Emotionen scheinen schnell die Oberhand zu gewinnen. Seis drum. Immerhin wurde jemand geweckt und zum Schreiben animiert.

    • Philippe Gauchat sagt:

      Also ist es völlig OK, etwas zu stehlen “weil man es eben schnell benötigt”?
      Darf ich dann ihre Brieftasche kurz benutzen? die ist sicher auch nicht weiter gesichertund ich brauche schnell ein bisschen was araus.

      Diebstahl zu relativieren, nur weil er einfach war ist mindestens unsozial und absolut bedenklich!

    • Lukas Aeschbacher sagt:

      Danke für die anschauliche Beschreibung Ihres Verständnisses von Eigentum und Respektieren des Eigentums anderer. Ich verstehe jetzt ein wenig besser, weshalb so viele Velofahrer sich gegenseitig die Velos klauen oder diese “kannibalisieren”.

  43. Schwarz sagt:

    Natürlich werden Velos ohne Sicherung regelmässig mitbenutzt. So wird ja gezeigt, dass man sie los haben will. Ach ja und noch etwas, dürfen wir bitte Fotos von den Belegen sehen, damit wir wissen, dass sie die Velos rechtmässig gekauft sind?

    • Peter M. sagt:

      Da sehe ich echt schwarz… Aha, alles was nicht abgeschlossen ist, darf also benutzt werden? Seltsame und beängstigende Weltanschauung! Gilt das auch für nicht abgeschlossene resp. angekettete Autos, Motorräder, Skis, Rasenmäher, etc.?

    • Rolf Bombach sagt:

      Ihr Kommentar ist überaus peinlich und bezeichnend. Hoffentlich gehören Sie nicht auch zu diesen “Benutzern”. Hätten Sie den Text gelesen, wäre Ihnen eventuell aufgefallen, dass auch abgeschlossene Velos beinahe gleich schnell gestohlen wurden. Und dass ein “Benutzer” nach “Entwendung zum Gebrauch” das Velo seinerseits abgeschlossen hat und spätestens dann zum Dieb wurde. Und im Text wurde auch erklärt, woher die Redaktion die Velos hatte, Ihre angedeutete Unterstellung ist dann der Gipfel der Unverschämtheit.