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Wo die treusten Fussballfans zu Hause sind

Von DB, 16. Juli 2014 64 Kommentare »
Ab Samstag füllen sich die Stadien wieder. Unsere interaktive Karte zeigt, welche Fanlager die Schweiz dominieren - und wo sie abtrünnig werden

Von Patrice Siegrist, Mario Stäuble, Julian Schmidli und Timo Grossenbacher

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 Hier geht es zur interaktiven Karte

Immer wenn der FC Zürich spielt, steigt Peter «Pepe» Moor in seinen metallic- blauen Volvo-Kombi und fährt allein hin‑ unter ins Mittelland. Lungern, Sarnen, Hergiswil, Luzern, Zug, Letzigrund. 120 Kilometer, früher zweieinhalb Stunden, jetzt haben sie die Autobahn fertig gebaut, nun braucht er noch 80 Minuten. Pepe wohnt im Berner Oberland, in Innertkirchen, und er verehrt den Fussballclub Zürich, seit 54 Jahren.

«Mein Grossvater hat mich als Sechsjährigen in den Letzigrund mitgenommen. Da bin ich Fan geworden», sagt Pepe, der als Kranführer arbeitet. 1984 kaufte er seine erste Saisonkarte, seither liess er kein Jahr aus. Wenn sein Verein einen Titel gewinnt, hisst er im Haslital die FCZ-Flagge. Er sitzt im Sektor A6, vor dem Spiel isst er eine Pizza ai Funghi, begleitet von seinen Freunden Marius aus dem Aargauischen und Fritz aus dem Luzernischen.

Woher die Daten kommen

Die erste Schweizer Fussballfankarte basiert auf den Daten der Saisonkarten aller Super-League-Clubs der Saison 2013/2014. Nicht erfasst sind dabei der FC Sion (Datenschutzgründe) und der FC Vaduz (keine Erfassung). Dafür ist der FC Lausanne-Sport präsent, der mittlerweile abgestiegen ist. Die Daten wurden im Frühling 2014 erhoben und sind ein Abbild der vergangenen Saison. Die Farben repräsentieren den Club, der am meisten Saisonkarten in der jeweiligen Gemeinde abgesetzt hat. Die Farbintensität berücksichtigt die Einwohnerzahl der Gemeinde (je mehr Karten pro Einwohner, desto intensiver) sowie den prozentualen Anteil aller Saisonkarten des dominanten Vereins (je mehr Anteil, desto intensiver). Das Wallis und das Tessin wurden mangels akkurater Daten ausgeklammert. Bei den Saisonkarten handelt es sich sowohl um solche von Privatpersonen als auch um jene von Firmen und Sponsoren. Eine kleine Anzahl von Saisonkarten konnte nicht verortet werden, da sie entweder nicht genau identifizierbar waren oder sich die Wohnsitze der Inhaber im Ausland befanden. Sonderfall: YB erfasst nicht die Ortsdaten jedes einzelnen Abo-Inhabers, sondern die Daten jedes Kunden. Das ist nicht dasselbe: Wenn ein Kunde zwei Karten kauft, erscheint er auf der Karte lediglich einmal.

Es gibt viele Pepes in der Schweiz. Sie reisen aus dem Wallis nach Basel. Aus dem Rheintal nach Luzern. Aus Bassersdorf nach Thun. Manche von ihnen sind ein halbes Jahr dabei, manche ein halbes Jahrhundert. Sie sind das Rückgrat der Fussballvereine, ihre treusten Fans: die Saisonkartenbesitzer.

Wie viele von ihnen gibt es? Wie sind sie in der Schweiz verteilt? Und vor ­allem: Welcher Verein hat am meisten von ihnen? Zum Start der Saison hat der TA die Postleitzahlen aller Inhaber von Saison- oder Jahreskarten ausgewertet. Mit den Daten lassen sich erstmals Aussagen darüber machen, wo die Schweizer Clubs ihre Fanbasis haben.

Erster Befund: Basel ist überall

Auf vier von zehn in der Schweiz abgesetzten Saisonkarten prangt das FCB-Logo. Exakt 23 561 Stück hatte der Grossclub diesen Frühling im Umlauf. Selbst in der Stadt Zürich hat der FCB 260 Karten abgesetzt (umgekehrt kommen der FCZ und GC in Basel auf 7 Stück). Der FCB übertrumpft die anderen Clubs selbst in Kantonen wie Graubünden oder Glarus. Gleichzeitig ist ­Basel die Stadt mit der ­loyalsten Gefolg­schaft. 99,5 Prozent der in Basel verkauften Saisonkarten sind rot-blau. Zum Vergleich: In Zürich bringen es die Stadtclubs gemeinsam nur auf 87,4 Prozent.

Der enorme Zulauf gründet für die meisten Experten in den 60er-Jahren, in der «Ära Benthaus». 1965 kam der Deutsche Helmut Benthaus vom 1. FC Köln als Spielertrainer zum FCB und revolutionierte den Spielstil: härteres Training, lauf- und zweikampfbetontes Spiel – «Duracell»-Fussball. Die Strategie von Benthaus wurde zuerst misstrauisch ­beäugt, aber als die Mannschaft in den folgenden ­Jahren Titel um Titel gewann, verstummte die Kritik. Statt­dessen war der Club mit Kultur und Politik verwachsen – auch Künstler Jean Tinguely und Ballettdirektor Heinz ­Spoerli zeigten sich im «Joggeli». 1972 kamen zum Spiel FC Zürich gegen FC Basel 56 000 Zuschauer; der Andrang sprengte den Rahmen dessen, was in der Restschweiz möglich war.

Und so sei es heute noch, sagt Thomas Gander: «Basel und der FCB, das ist für viele dasselbe.» Für den Geschäftsführer von Fanarbeit Schweiz ist diese Identifikation nebst dem sportlichen ­Erfolg der zweite Grund, weshalb der FCB Anhänger im ganzen Land hat: «Der Verein hat auffallend viele Heimweh­fans» – Basler, die in Zürich, Bern oder Pos­chiavo GR wohnen, sich aber dennoch eine FCB-Saisonkarte leisten, «weil es einfach dazugehört».

Zweiter Befund: Zürich ist keine Fussballstadt

Von 1000 Einwohnern besitzen nur 9 eine Saisonkarte. Das ist der tiefste Wert aller Schweizer Städte, die Heimat eines Super-League-Clubs sind. In Luzern sind es 19, in Basel gar 37. «Es gibt viele Zuwanderer in Zürich, die sich nicht besonders mit der Stadt oder ihren Vereinen identifizieren. Sie sind zum Arbeiten hier», sagt Michael Lütscher, der Verfasser der FCZ-Biografie. Wenn schon, würden sie die Clubs in ihrer ­Heimat unterstützen. Dazu kommt die Zersplitterung der Szene: Im Grossraum Zürich kämpfen inklusive ZSC Lions und Kloten Flyers gleich vier grosse Sportclubs um die Aufmerksamkeit des Publikums. In der Nordwestschweiz dagegen hat der FC Basel inzwischen eine Monopolstellung. Der einzige Konkurrent, der EHC Basel, ist vor wenigen Tagen in Konkurs gegangen. «Für andere Spitzensport-Vereine ist es schwierig, sich gegen den FCB zu behaupten», sagt Fanarbeiter Thomas Gander.

Dritter Befund: Die Kleinen werden beinahe zerquetscht

Am besten zu beobachten beim FC Thun oder auch beim FC Aarau. Eingeklemmt zwischen dem Zürcher und dem Basler Block, hat der Verein selbst im Heimatkanton Aargau keine breite Basis. Jeder zweite dort registrierte Kartenbesitzer ist Basel-Fan. 10 Prozent unterstützen GC, weitere 8 Prozent den FC Zürich. Dem FC Aarau bleiben nur 29 Prozent. Es ist aber absehbar, dass sich die Aarauer wieder ein grösseres Territorium erkämpfen werden. Der FCA spielte letztes Jahr nach drei Jahren in der Challenge League wieder erstklassig, der Verkauf von Abonnements ist auf die neue Spielzeit um mehr als die Hälfte auf 2300 Stück angestiegen. Und bald soll ein neues Stadion das alte Brügglifeld ablösen, um endlich «neue Märkte zu eröffnen», wie sich ­Aarau-Medienchef Remo Conoci ausdrückt. Wenn da nur diese Beschwerde nicht wäre, die das Stadionprojekt blockiert, nach über zehn Jahren Planung und drei Volksabstimmungen.

Vierter Befund: Kantonsgrenzen neu ziehen

Im St. Galler Wahlkreis See-Gaster etwa, zu dem Rapperswil-Jona und Schänis gehören, reist die Mehrheit der Fans nach Zürich oder Basel. Der Thurgau zerfällt in einen St. Galler und einen Zürcher Sektor. Die Urner fühlen sich als Luzerner – 77 Prozent aller in Uri registrierten Saisonkarten lauten auf den FC Luzern. Eine klare Linie hingegen trennt Bern und Luzern: Sowohl YB als auch der FCL besetzen ihre Heimkantone bis zur Grenze. In den Saisonkarten spiegelt sich, in wessen Gravitationsfeld sich ein Dorf, Städtchen oder Tal befindet.

Fünfter Befund: Die Fanblöcke wachsen

Jedes Wochenende strömen inzwischen rund 54 000 Fans in die Stadien, mehr als 65 000 Saisonkarten sind im Umlauf. Dass die Anziehungskraft seit Jahren grösser wird, hat mit einem gewissen Kulturwandel zu tun. Die neuen Stadien wurden teilweise als Event-Arenen gebaut – mit Restaurants, Einkaufsmeilen, Fan­läden – und damit zur Einkommensquelle einzelner Vereine und ­Stadionbetreiber. Eigene «Family-Corner», «Kids-» und «Ladies-Days» machen die Spiele frauen- und familienfreundlicher. Die Anhänger verteilen sich heute auf jedes Alter, jede soziale Schicht. Fussballfans sind zum Querschnitt der Gesellschaft geworden.

Und während der Nachwuchs in die Fankurven drängt, beginnt Pepe Moor, sich ganz langsam zurückzuziehen. Für ihn werden die Ausflüge von Innertkirchen nach Zürch langsam anstrengend. «Ich bin jetzt 60. Mit Verlängerung wird es oft halb zwei, bis ich im Bett bin. Um halb sieben bin ich wieder auf der Baustelle. Und im Kranhäuschen kannst du dir es nicht erlauben, zu schlafen.»

Pepe hat sich deshalb entschieden, für die Saison 2014/2015 keine Saisonkarte mehr zu bestellen. Seltener ins Stadion zu gehen. Dann schiebt er hinterher: Von Zeit zu Zeit werde er sich ­sicher noch im Letzigrund blicken lassen. Als Normal-Fan, der sich sein Billett an der Kasse kauft.

UPDATE (21.7.2014): Nach dem Erscheinen der Fankarte haben der FC St. Gallen und YB ihre Saisonkartenzahlen korrigiert; die übermittelten Datensätze waren unvollständig. Die korrekten Zahlen: Der FC St. Gallen hatte dieses Frühjahr 9469 Saison-Abos im Umlauf, bei YB waren es 11 682 Abos. Die interaktive Karte wurde entsprechend angepasst.

64 Kommentare zu “Wo die treusten Fussballfans zu Hause sind”

  1. Rafael Schneuwly sagt:

    Zürich ist keine Fussballstadt! Ein geradezu demütiger Satz in einer Zeitung aus Zürich, die normalerweise ihre Stadt als den Nabel der Welt einstuft. Und zudem stimmt er vollkommen. Man lasse nur die diversen kläglich verlaufenen Anstrengungen Revue passieren lassen, in der Zwinglistadt ein modernes Fussballstadion zu bauen. Doch freut Euch, liebe Zürcher, im kommenden Europacup im Exil in St.Gallen dürft Ihr – sofern Ihr zahlreich kommt – wieder einmal richtige Fussballatmosphäre erleben.

    Weniger schön ist, dass der neidische Blick hin zur Arena in St.Gallen den Blick der Tagi-Journalisten so vernebelt hat, dass sie in der interaktiven Karte – die übrigens recht gut gemacht ist – viel zu wenig FCSG-Jahres-Abos erwähnen. Der Klub hat in der letzten Saison nicht – wie in der Karte suggeriert – jämmerliche 5100 Abos verkauft, sondern zwischen 8500 und 9500. Eine Korrektur drängt sich auf!

    Rafael Schneuwly

  2. Steiner sagt:

    also mir gefällt vor allem Befund 4: Kantonsgrenzen neu ziehen
    Schänis die Mehrheit der Fans pilgert nach Zürich, wow, was doch 3 Fans ausmachen können, gleich eine neue Kantonsgrenze
    aber auch Rapperswil-Jona, hier sind es genau 2 die die neue Grenzziehung erwirken – toll, je nach Erfolg eines Vereins können wir Jahr für Jahr gespannt sein auf neue Grenzverläufe – sehr fundierter Befund, wirklich 😉

  3. Dennis Kramer sagt:

    GC sehr stark im Aargau vertreten, in Zürich käumlich. Wusst ichs doch.

  4. Beat Richert sagt:

    toller Datenblock Artikel, macht weiter so. Danke.

  5. Peter Fürst sagt:

    Gibt es eigentlich kein anderes Schwergewichtsthema ausser Fussball – kaum ist die penetrante WM vorbei, folgt wieder eine Doppelseite.

    • Theo Stalder sagt:

      Sicher haben auch Sie eine Liebhaberei, die halt ev. nicht so populär ist wie Fussball und weniger in der Presse vorkommt. Egal, was es sein mag: ich gönne sie Ihnen sehr – aber lassen Sie uns den Fussball – kommentarlos

    • Jay sagt:

      Sagt ja niemand dass Sie sich damit befassen müssen oder?;-)

    • Jean M Weber sagt:

      Warum war die WM penetrant? Nur weil sie Fussball nicht mögen? Wenn das so ist, schauen sie doch einfach weg, gell.

    • Hans König sagt:

      Nein. Es gibt nichts wichtigeres im Leben als Fussball.

  6. Peter Waldner sagt:

    Da wird doch mal wieder Leistung und Verdienst von Helmut Benthaus in Erinnerung gerufen! Basel hat ihm tatsächlich viel zu verdanken. Er hat die Exzellenz des Fussball nach Basel gebracht und es gelang ihm auch, das Spiel “salonfähig” zu machen. Das hat nicht nur dem Fussball einiges gebracht, sondern auch der Kultur, die so das – leider nun gefühlsmässig wieder “einschlafende” – Interesse in weiten Bevölkerungskreisen zu wecken vermochte.

  7. Dani sagt:

    Wieso greifen die Datenschutzgründe nicht bei anderen Vereinen? Mag mich nicht entsinnen, dass ich einer derartigen Weitergabe zugestummen habe!

    Züri isch öis!

    • Nicole sagt:

      Ja Züri isch öis! Hopp GC

    • Luca sagt:

      Der Tagi hat von den Klubs für jedes Verkaufte Abo die PLZ erhalten. Mehr nicht. Der Tagi (und nun die Öffentlichkeit) weiss nun: In der PLZ X gibt es Y Personen, welche ein Abo des Vereins Z haben. Wer diese Personen genau sind, weiss nach wie vor nur der jeweilige Verein. Datenschutztechnisch gesehen, sind das somit keine Personendaten mehr. Somit kannst du deinem Verein auch nicht verbieten/erlauben die Daten weiterzugeben. Auch der FC Sion hätte die PLZ Daten rausgeben können, wollte aber nicht, oder war sich diesbezüglich etwas unsicher (was durchaus OK ist). Problematisch wäre es erst, wenn es in der PLZ X nur eine Person geben würde. Dann könnte man von der PLZ eindeutig auf die Person schliessen. Deshalb durften die Vereine nur die PLZ weitergeben und nicht die exakte Adresse. Weil an vielen Adressen gibt es nur einen Haushalt oder eine Person.

  8. Raymond Allaman sagt:

    Man darf nicht vergessen, dass Clubs wie Basel, YB, Luzern oder St. Gallen in den letzten Jahren ein modernes Fussballstadion erhielten, was sich positiv auf die Zuschauerzahlen und damit auch auf die Anzahl der verkauften Saisonabos auswirkte. Demgegenüber passierte bei GC genau das Gegenteil: Er verlor sein Fussballstadion und erhielt als Ersatz das verhasste und für Fussballspiele völlig ungeeignete Leichtathletikstadion des Lokalrivalen.

    • ernesto fluri sagt:

      Da liegen Sie falsch auch der Fc.Servette hat ein neues Stadion erhalten jetzt steht es fast leer die Fan,s kommen nur wenn ein Club auch vorne mitspielt!

    • Heinz Hunziker sagt:

      Stimmt so nicht @Allaman, der FC Basel hatte in der Nat. B damals noch im alten Joggeli einen Zuschauerschnitt von 15’000. Zürich ist einfach keine Fussballstadt und es würden auch bei einem neuen Stadion nicht mehr als 10’000 Zuschauer den Weg ins Stadion finden. Schliesslich gehen die Leute nicht dem Stadion wegen an ein Fussballspiel, sondern wegen dem Verein und was dort geboten wird !!!

      • Raymond Allaman sagt:

        Tatsache ist, dass sich die Zuschauerzahlen in der NLA in den letzten 15 Jahren nahezu verdoppelt haben. St. Gallen, Luzern, YB und Basel konnten ihre Zahlen deutlich steigern, während sie bei GC konstant blieben. Die Städte sind ja immer noch dieselben wie damals; daran kann es also nicht liegen.

  9. samir diener sagt:

    basel hatte früher auch nur 4000 Zuschauer.hört auf von wegen sie hatten schon immer am meisten fans. was auch vergessen wird, GC hatte in den 50er und 60 jahren regelmässig 25000 Zuschauer. also bitte einfach bei der Wahrheit bleiben !

    • alfred jegerlehner sagt:

      früher, das war vor 1966. Danach bis zu 56’000!!! Wenn GC 25’000 Zuschauer hatte, dann war der FCB zu Gast.
      Das ist die Wahrheit mein lieber!

    • lörtscher sagt:

      Lieber Samir, grob geschätzt hatte der FCB in den 50er, 60er, 70er, 80er, 90er,2000er und 2010er am meisten Zusachauer.
      Es gab natürlich auch die von ihnen beschriebenen 4000 Zuzschauer in den 80er und 90er, das waren aber Ausnahmen zur Nati B Zeiten. Der Unterschied ist dass hier in Basel (oder auch in Luzern und St. Gallen) eine ganze Region hinter dem Verein steht und der Club tief in der Stadt und Region verankert ist. Deshalb sprichst du aus Neid den Baslern die meisten Zuschauer der Letzten Jahrzehneten ab. Fussballstadt Nummer 1 ist in der Schweiz nunmal der FCB, zumindest seit den 60er Jahren. Stadt und Land, Akademiker und der Pöbel, vereint im Joggeli, Hand in Hand.

      • Tobias Kaufmann sagt:

        Ich erinnere mich an NLB-Spiele des FC Basel in der Auf-/Abstiegsrunde vor 40’000 gegen GC, Cup-Halbfinals gegen Schaffhausen vor ebensovielen Zuschauern… Als ich klein war, Ende 90er-Jahre hatte der FCB auch in der NLB den höchsten Zuschauerschnitt der gesamten Schweiz. Das ist Fakt. Wie es vorher war, weiss ich nicht…

      • Marcel Schmied sagt:

        @lörtscher
        Die Fussballstadt Nr. 1 der Schweiz ist und bleibt noch für lange Zürich. Mit 40 Titeln (27 GC, 12 FCZ, 1 AACZH) fehlen den Baslern noch immer 23 Meisterschaften um Zürich einzuholen. Klar zurzeit gibt es in Basel ein Eventpublikum aus der halben Schweiz. Dies wird wohl auch noch länger so bleiben, weil den anderen Vereinen die finaziellen Mittel fehlen aber für die nächsten 23 Jahren bleibt Zürich die Fussballstadt Nr. 1, das ist bereits heute sicher!
        Wenn wir noch Eishockey, Handball und Volleyball hinzunehmen (Männer) kommt Basel auf 21 Meisterschaften und Zürich auf 80, Bern bringt es zumindest auf 30 dank dem SCB. Also einfach mal Ball falch halten, bevor grosse Töne gespuckt werden. Mit GC, FCZ, ZSC und Kloten kommt ZH übrigens auf mehr Zuschauer als der FCB, aber wenn man halt nur einen Verein hat, kann sich auch der Akademiker bis Penner nur auf diesen konzentrieren, die Auswahl fehlt in der möchtegern Sportstadt Basel.

        • Jean M Weber sagt:

          Sehr richtig Err Schmied, in Zürich gibt es ausser Fussball noch viele andere Sportarten wo die Teams Spitze sind. In Basel nur Fussbal.

        • Bebbi sagt:

          Wow, da ist doch mal einer so richtig neidisch auf unseren Erfolg. Vielleicht könnte man auch noch Kegel-, Jass-, Schwing- und sonstige Schweizermeisterschaften zählen, um sich profilieren zu können……

          • Paulo Mino sagt:

            die Reaktion “kegel-, Jass, Schwing usw” von Bebbi zeigt uns doch gut, wie getroffen es ihn hat.
            Aber das erstaunt uns ja nicht wirklich, denn Basel grenzt ja an Deutschland und ist ja bekanntlich nicht mit Bescheidenheit gesegnet.
            Also Bebbi, schau Fussball, so lange Saison ist und zeichne möglichst viele Spiele zum sportliche überwintern auf.

    • Kurt Häring sagt:

      Lieber Samir Diener, es ist halt leider so, Basel ist die Fussballstadt der Schweiz. Zeitweise hatte der FCB zu NLB-Zeiten einen grösseren Zuschauerschnitt als alle NLA-Clubs. Vielleicht ist es ein Trost für Sie, dass Basel dafür keine Eishockey-Stadt ist. Trotz zeitweise angebotener Combi-Tickets (Fusball und Eishockey) konnte sich der EHC Basel-Kleinhüningen nicht halten und musste jetzt Konkurs anmelden, wegen fehlender Zuschauer nota bene. Zürich hat dafür den Schweizermeister, die ZSC-Lions. Freut euch also an diesen! Es wäre ja auch widersinnig, wenn die Spitzenteams aller Sportarten aus der gleichen Stadt oder Region kämen.

  10. Renata Rubina Rolischo sagt:

    Hihi, die paar Basel-Flecken im Engadin bedeuten nicht, dass da irgend ein Bündner wöchentlich nach Basel reist, um die Saisonkarte rauszuholen. Sondern dass ein Basler seinen Wohnsitz taktisch … naja optimiert hat 🙂

    Die Angaben stammen wohl aus der beim Kauf der Karte angegebenen Briefkastenstandorten – das muss ja noch lange nichts heissen.

    Unverständlich ist das Gejammer von Peter Huber, Cumuluspunkteverweigerer.

    • Gian Bezzola sagt:

      Also ich reise zu praktisch jedem Heimspiel des FCBs vom Engadin aus an, sprich bin einer dieser Saisonkartenbesitzer.

      • Michael Basler sagt:

        @G.B.: Cool und Respekt – das hätte doch mal ein Bier verdient; alkoholfrei natürlich 😉

  11. Romero sagt:

    Die Annahme in Zürich hätte es weniger Fans weil es zu viele Einwanderer hat welche sich nicht mit der Stadt identifizieren und nur auf Arbeit drauf wären, würde eher mehr zu Basel, Genf, Zug und Luzern passen. Ich glaube Basel hat noch mehr Ausländer als Zürich. Und noch was zu diesem Thema. Ja auch ich bin Ausländer welcher aber nicht hierher für Job, Sozialleistungen, Geld, Ausbildung, Karriere, Reichtum, Erfolg und Glück eingewandert ist. Ich wurde ohne mich zu fragen hier geboren. Da stimmt’s auch dass ich mich nicht mit meiner Wohnsitzstadt und ihren Sportclubs identifizieren mag im Gegensatz zu den meisten Secondos. Zu den Clubs meines sogenannten Heimatlandes auf dem Papier aber genauso wenig, auch hier im Gegensatz zu den meisten Secondos!

    • Raymond Allaman sagt:

      Mit den Einwandern in Zürich sind natürlich nicht nur die Ausländer gemeint, sondern vor allem auch die Zuzüger aus der Restschweiz. So leben in Zürich bspw. ca. 20’000 Bündner, welche sich grossteils wenig mit der Stadt identifizieren und nur ins Hallenstadion pilgern, wenn der HCD zu Gast ist.

    • Dani sagt:

      Ich nehme an, Einwanderer bezieht sich nicht auf ausländische Einwanderer, sondern Schweizer die aus anderen Kantonen zugewandert sind, und davon gibt es in Zürich so viele, wie wohl in keiner anderen Stadt.

      Grosse Unterschiede an Zuspruch von Schweizer, Secondos, Ausländer vermag ich in Zürich nicht erkennen, alle sind an den Spielen vertreten.

    • Andreas Buttner sagt:

      Ich denke, dass die Verfasser mit “Einwanderern” nicht unbedingt Ausländer, sondern Einwanderer nach Zürich aus anderen Kantonen meinen. Dass die dann eher YB oder FCB-Fan sind, liegt auf der Hand..

    • Hopper sagt:

      Spannende Grafik! Als Zürcher gilt für mich wer hier geboren oder aufgewachsen ist. Da spielt Nationalität überhaupt keine Rolle. Gerade für secondos sind die lokalen Clubs vielfach Identitäts-stiftend. Der hohe Anteil aus dem Inland Zugezogener scheint für mich der hauptgrund des fehlenden rückhalts in Zürich zu sein. Dazu kommt noch die gegenseitige Zerfleischung.

  12. Gobra sagt:

    Hauptsache mit Lausanne einen Klub der Challenge League. Aber Sion weggelassen und Vaduz ebenfalls.. Super Rechereche…

  13. Remond Fischer sagt:

    Ein schöner Datenblog. Danke.

  14. McWide sagt:

    Gibt es dies auch für Hockey-Clubs?

  15. Peter Huber sagt:

    Als ob es nicht reichen würde, als Fussballfan allwöchentlich in der Presse an den Pranger gestellt zu werden, wird man als Fussballfan in kleinen Gemeinden jetzt auch noch auf interaktiven Karten verewigt. Ich habe jedenfalls meinem Verein keine Vollmacht erteilt, meine Daten an Dritte weiter zu geben. Ist diese Karte als Recherchetool für Zivilpolizisten gedacht? Schwache Leistung für eine vermeintlich liberale Zeitung.

    • Thomas Meier sagt:

      Bitte nicht übertreiben! Für diese Karte genügt Ihre PLZ…

    • Rebitz sagt:

      Und Sie haben den Mut sich im Internet zu äussern…wo ist der Unterschied ?

    • Ivo Birrer sagt:

      Paranoia ist doch was wunderbares. Herr Huber, was soll man aus dieser Karte über einen Jahreskarten besitzer in Erfahrung bringen? Eine Suche nach “Peter Huber” auf search.ch gibt mir 341 mögliche Treffer, Firmen ausgenommen. Und anhand der Karte und der Trefferliste (auf welcher Sie unter Umständen gar nicht aufgeführt sind, da keine Eintragungspflicht besteht) soll nun jemand über Sie recherchieren können? Ich wüsste so noch nicht mal in welcher Gemeinde ich sie finden sollte. Und der Datensatz wir wohl auch nicht viel mehr als Club und PLZ/Wohnort beinhalten. Mit Sicherheit sind keine Namen in einem solchen Datensatz vorhanden. Persönlich finde ich den Artikel echt lesenswert und es bestätigt mir, dass mein FCB halt doch der beliebteste Verein ist, auch wenn man immer wieder andere Stimmen zu Gehör bekommt.

      • Peter Huber sagt:

        @Ivo Birrer: Sie sind wohl noch nie samt Familie in einer S-Bahn von vermummten gegnerischen Fans auf der Heimreise von einem Spiel überfallen worden. (Man findet übrigens die entsprechenden Berichte über den Zwischenfall in Ostermundigen auch auf http://www.derbund.ch.) Schön, wenn die Vermummten künftig am Bahnhof gemütlich warten können.

        • Dani sagt:

          Ach kommen sie! Die Chaoten lesen sicher nicht die Zeitung und studieren diese Informationsgrafik um ihre Taten zu planen. Die angesprochenen Uebergriffe passieren durch zufällige Begegnungen an Bahnhöfen und anderen Knotenpunkten auf der Heimfahrt. Ausserdem war es schon früher – mit geringsten Schweizer Geographiekenntnissen – klar auswelcher Stossrichtung, die meisten gegnerischen Fans anreisen werden. Probleme lassen sich weitaus leichter finden, als sich mit einer Gemeindekarte der Saisonkarteninhaber auf den Weg zu machen.

          Ich reise seit Jahren an die Spiele und hatte noch nie einen einzigen Zwischenfall zu verzeichnen, der für eine Familie gefährlich gewesen wäre. Nur um das Gefahrenpotential ungefähr in das richtige Licht zu rücken!

          • Peter Huber sagt:

            Die Karte lässt sich ja auch für immer und ewig problemlos mit der Smartphone abrufen. Kommt hinzu, dass ein Stadionverbötler an einem Derbytag in Bern Wankdorf und Thun Rayonverbot hat und sich nicht an den entsprechenden Bahnhöfen aufhalten darf. Wie wärs also mit einem Provinzbahnhof, wo laut Karte garantiert ein paar Thuner auftauchen werden?

            P.S. Im YB-Forum werden schon Sprüche geklpft wie “isch no luschtig zum drufklicke. z.b. unterseen 14 thuner-abis, 9 yb.” oder “spiez 10 fcb-dubbelis, ungloublech.” Aber nein, da besteht ganz sicher kein Missbrauchpotenzial.

    • Vincenzo Parilla sagt:

      Dir wird wohl die der Statistische Atlas des Bundesamtes für Statistik gar nicht gefallen, da kann man einsehen wo wievel verdient (bzw. versteuert) wird, wo am meisten Drogen konsumiert werden, wo die Gescheitesten wohnen, usw.

      Solange keine direkten Rückschlüsse auf Individuen mölich sind kommt der Persönlichkeitsschutz nicht zum Zug – und wo der einzige EFFCEEBEE-Fän in deinem Kaff wohnt sieht man auch an der Fahne im Garten…

  16. Peter Krummbuckel sagt:

    Erster Befund: Basel ist überall: Das macht der Erfolg aus. Wenn der FCZ über 15 Jahre so erfolgreich wäre, so wären auch dessen “Fans” plötzlich überall. Erfolg macht populär, man möchte ja nicht Fan einer Mannschaft sein, die nur alle 5 Wochen einmal gewinnen. In Deutschland hat Bayern auch im ganzen Land Fans, aber auch Gegner, dies hat Basel aber auch !

    • Remo Nydegger sagt:

      Jein. Grundsätzlich gebe ich ihnen recht, nur: der FCB hatte schon immer das mit Abstand grösste Fanlager. Selbst in den 1990er Jahren war der Zuspruch für damalige Verhältnisse (altes Stadion, Erfolglosigkeit) relativ gross.

      Auf der anderen Seite hatte Gc zB selbst in erfolgreichen Zeiten nicht viele Fans. Und auch der Fcz hatte 2006/2007 kaum Fans ausserhalb der Region Zürich. Ich erinnere mich an Spiele in den 90er Jahren als die beiden Vereine je nichtmal 100 Nasen an ein Auswärtsspiel zusammenbrachten.

      • Paulo Mino sagt:

        @Remo, wie sie aber auch dem Bericht entnehmen konnten, gibt’s halt in Basel im Vergleich zu den andernen Städten (z.B.Bern & Zürich) “nur” den FCB, wogegen in ZH auch noch Handball und Eishockey dominierend sind und Bern als Eishockey-Hauptstadt muss da gar nicht erst mehr erwähnt werden.
        Also ist’s doch klar, in Basel gibt’s nur den FCB, an welche Sportveranstaltungen sollen die Basler denn sonst gehen !?

        Und dass der FCB sehr viele “Erfolgs-Fans” aus dem Mittelland und anderen Reg. der CH hat, ist ja längst bekannt.
        Möchte ja nicht wissen, wie viele von denen bei jahrelangen Misserfolgen (keine Titel) vom Erfolgszug abspringen würden und echte Fans sehen anders aus.
        Aber die Basler und B.ländler kämen immer noch zur Genüge, siehe NLB-Zeiten des FCB’s, und das sind halt die wahren FCB-Fans

        • Stefan Beyeler sagt:

          In Zürich gibts noch Handball? Ach kommen Sie, wieviele Zuschauer ziehen denn diese Handball-Clubs bei ihren Heimspielen? Wohl kaum mehr als ein paar 100. Die können wohl nicht im Ansatz mit den Fussball-Clubs konkurrenzieren. Dann muss man in Basel aber auch das Eishockey dazuzählen, denn der EHC hatte sicher mehr Leute an den Spielen als ihre Handball-Clubs. Zudem gibt’s in der Region Basel auch Handball, Basketball und Volleyball. Doch wie gesagt, das kann man doch nicht wirklich in diese Zählungen mit einbeziehen, sorry.

          • Paulo Mino sagt:

            @Stefan, hoffe sie haben auch mit gekriegt, dass ihr EHC Basel Konkurs gegangen ist.
            Ja, stimmt Handball u.a. Ballsportarten kann man kaum berücksichtigen, aber Eishockey sehr wohl und da sind div. Städte lange vor Basel, wo Mannschafts-Sportfans nur dem FCB frönen können.

          • Stefan Beyeler sagt:

            1. Habe ich geschrieben “..hatte sicher mehr Leute…”. 2. Nur die Sharks sind Konkurs, den EHC Basel / Kleinhüningen gibt’s immer noch!

    • Michu sagt:

      Sehe ich nicht so. Basel hatte auch viele Fans, als sie noch in der B-Liga gespielt haben.
      Sie gehör(t)en zu denjenigen, die dem Verein die Stange halten, auch wenn es mal nicht so läuft.

      • Silvano Riederer sagt:

        Leider stimmt das so nicht. Ich mag mich an Heimspiele des FCB in der Nationalliga B erinnern, die vor wenigen hundert Zuschauen stattfanden. Erst als der Erfolg in Form des Aufstiegs wieder in greifbare Nähe rückte, kamen auch die Zuschauer wieder.

      • Raymond Allaman sagt:

        Herr Nydegger, ich erinnere mich an NLA-Heimspiele des FCB in den Achtzigerjahren mit 3’000 Zuschauern.

        • Remo Nydegger sagt:

          Und was wollen sie mir damit genau mitteilen?

          • Raymond Allaman sagt:

            Dass der Fanzuspruch für den FCB in Basel nicht immer so gross war, wie dauernd – und auch von Ihnen – behauptet wird.

          • Paulo Mino sagt:

            Herr Nydegger, war ihre Frage wirklich ernst gemeint !?
            Oder wollen sie einfach nicht wahrhaben, was ihnen Hr.Allamann mitgeteilt hat.

      • Peter Krummbuckel sagt:

        @Michu: Ich hatte das B-Ligaspiel Basel gegen Etoil Carouge gesehen, da waren 1`500 Zuschauer….Man konnte fast jedem die Hand geben.

  17. Jakob Niemmerli sagt:

    was läuft mit Sitten?