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Wo liegt Ihr Steuerparadies?

Von Iwan Städler, 10. Juli 2014 70 Kommentare »
Je nach Einkommen sind andere Gemeinden steuergünstig. Finden Sie mit unserer interaktiven Grafik heraus, wo Ihr Paradies und Ihre Hölle ist.

Dank unserer interaktiven Grafik erfahren Sie in wenigen Sekunden, in welchen Gemeinden Sie wie viel Steuern zahlen müssen. Wählen Sie Ihre Steuerkategorie und Ihr ungefähres Bruttoeinkommen. Darauf erscheint eine Schweizerkarte mit allen Gemeinden und der jeweiligen Steuerbelastung in Prozent. Die einzelnen Werte erscheinen, wenn Sie mit dem Cursor über die Karte fahren. Überdies sehen Sie unten die Rangliste.

Sie können die Analyse auch auf einzelne Kantone eingrenzen oder nach bestimmten Gemeinden suchen. Dann werden die Farblegende und die Rangliste automatisch angepasst. Mit dem Rad auf Ihrer Maus können Sie die Grafik heran- und wegzoomen. Bei alten Versionen des Internet Explorers sind die Funktionen eingeschränkt. Am besten nutzen Sie Chrome, Firefox oder Safari und einen Desktop-Computer.

Die Daten stammen von der Eidgenössischen Steuerverwaltung, die gestern die Zahlen für 2013 ins Internet gestellt hat. Sie weist vier Kategorien aus: Ledige mit eigenem Haushalt, verheiratete Alleinverdiener ohne Kinder, verheiratete Alleinverdiener mit zwei Kindern und Rentnerehepaare. Überdies unterscheidet sie 24 Einkommensklassen. Dies ergibt bei 2408 Gemeinden über 200 000 verschiedene Steuerbelastungen. Der TA hat sie alle aufbereitet und in der obigen Grafik umgesetzt. Daraus ergeben sich einige interessante Erkenntnisse.

Eigentlich gilt der Kanton Schwyz ja als Tiefsteuerkanton. Das ist er auch – für Vielverdiener. Bei sehr niedrigen Einkommen sieht es aber anders aus. Für Ledige mit einem Einkommen von 12 500 Franken pro Jahr erweist sich der Kanton Schwyz nämlich als relativ teuer. Morschach, Illgau, Einsiedeln und Rothenthurm gehören gar zu jenen zehn Gemeinden, die am meisten Steuern verlangen. Noch mehr müssen die ledigen Fast-nichts-Verdiener nur im Kanton Appenzell Innerrhoden abliefern – am meisten in Oberegg. Von einer drastischen Steuerbelastung kann man aber auch dort nicht sprechen: 1,8 Prozent des Bruttoarbeitseinkommens werden in Oberegg für Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern fällig. In allen anderen Gemeinden hält sich der Fiskus noch stärker zurück. Mehr als die Hälfte verlangen bei solch tiefen Einkommen gar nichts. In den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Land bleiben Verheiratete mit zwei Kindern gar bis zu einem Einkommen von 60 000 Franken steuerfrei.

Enorme Unterschiede

Ledige mit 50 000 Franken kommen zum Beispiel im zugerischen Baar am besten weg, wo sie 3,1 Prozent des Einkommens entrichten müssen. Dies ist nicht einmal ein Viertel dessen, was im neuenburgischen Les Verrières fällig ist. Verheiratete mit 50 000 Franken Einkommen fahren in Genf am günstigsten. Am teuersten ist es für sie im solothurnischen Mühledorf.

Ab 100 000 Franken Jahreseinkommen finden sich dann nur noch Zuger und Schwyzer Gemeinden unter den zehn steuergünstigsten. Die teuersten zehn Gemeinden wiederum liegen fast alle in den Kantonen Neuenburg, Jura und Bern. Verdient jemand gar eine Million, ist der Ratschlag seines Steuerberaters klar: Ab nach Wollerau! Zwischen 6,4 Prozent (wenn der Einkommensmillionär eine Familie mit zwei Kindern hat) und 7,3 Prozent (wenn er Rentner ist) werden dort fällig. Ganz anders im bernischen Sonvilier. Dort müssen Spitzenverdiener zwischen 28,6 und 33,2 Prozent abliefern – mehr als das Vierfache von Wollerau.

Wer bei arm und reich brilliert

Die Steuerpolitik der einzelnen Kantone unterscheidet sich also stark: Die einen wollen bei den Armen vorbildlich sein, andere bei den Reichen. Um dies zu illustrieren, zeigen wir die Steuerbelastung einer Familie mit zwei Kindern in allen Kantonshauptorten für zwei Einkommensklassen: Auf der X-Achse sehen Sie die prozentuale Belastung bei 70 000 Franken, auf der Y-Achse die Belastung bei einer Million Franken.

Tabelle

So wird auf einen Blick klar: Genf ist für Arme sehr günstig und für Reiche sehr teuer. Zug brilliert in beiden Fällen, Neuenburg in keinem. Und Sarnen ist für Spitzenverdiener weit attraktiver als für den unteren Mittelstand. Interessant ist auch, dass die Einkommensmillionäre in der Romandie weit stärker zur Kasse gebeten werden als in der Deutschschweiz. Beim unteren Mittelstand hingegen zeigt sich kein solcher Belastungsunterschied.

70 Kommentare zu „Wo liegt Ihr Steuerparadies?“

  1. Lügendetektor sagt:

    Die linke Empörungsmaschine des Tages-Anzeiger hat wieder zugeschlagen. Um die Steuerunterschiede arglistig zu dramatisieren, hat man die Bundessteuern weggelassen. Ein Einkommensmillionär in Zug bezahlt 24% Einkommensteuern (12% Bund, 6.5% Kanton, 5.5% Gemeinde). Zudem, wie die Berechnung auf 10% runter kommt, ist mir schleierhaft.

  2. Konrad sagt:

    Uebrigens zahlen alle Einkommen über dem max. AHV-Lohn von 84 200.- auf das darüberliegende Einkommen 10.3% AHV- Beitrag als “Reichensteuer” ohne Gegenwert einer späteren Rente.
    Dies unabhängig von Gemeinde und Kanton und als “Flat- Tax”…

  3. Konrad sagt:

    Uebrigens zahlen alle Einkommen über dem max. AHV-Lohn von 84 200.- auf das darüberliegende Einkommen 10.3% “Reichensteuer” ohne Gegenwert einer späteren Rente.
    Dies unabhängig von Gemeinde und Kanton und als “Flat- Tax”…

  4. Gernot Remi sagt:

    Unverheiratet mit Kindern gibt’s nicht?

  5. Konrad sagt:

    Uebrigens zahlen alle Einkommen über dem max. AHV-Lohn von 84 200.- auf das darüberliegende Einkommen 10.3% “Reichensteuer” ohne Gegenwert einer späteren Rente.
    Dies unabhängig von Gemeinde und Kanton und als “Flat- Tax”…

    • Fairfis sagt:

      Das ist natürlich totaler Unsinn, Konrad. Nur Leute mit Lohneinkommen. Leute mit Kapitaleinkommen, und das ist ja wo es wirklich einschenkt, oder Leute mit Firmengewinnen zahlen darauf keine AHV. Dividenden usw. sind praktisch Steuerfrei im Kanton Zug.

      • Konrad sagt:

        Gemäss Legende beziehen sich die Daten und der diese Daten beschreibende Artikel sowie die darauffolgende Diskussion auf das “Bruttoarbeitseinkommen”.

  6. WBa sagt:

    Versuchen wir es doch einmal.
    Eine Flattax, keine Subventionen & keine Abzüge mehr. :-))

    Oder hat jemand ein anderes Rezept?

    Auch nicht ganz vergessen, die CH hat Weltweit die tiefsten Steuern, für die Reichen und die Armen—.

    • Lügendetektor sagt:

      Es stimmt nicht, dass die CH weltweit die tiefsten Steuern hat. Erstens sind einige Kantone sehr teuer, und zweitens gibt es echte Steuerparadise (arabische Länder, Hongkong). Ich glaube, übers Ganze gesehen, kriegen wir am meisten Leistungen von unserem Staat für die Steuern, die wir bezahlen.

  7. roberto sagt:

    wäre es nicht langsam an der zeit eine einheitliche steuerregelung zu etablieren? soooo gross ist ja die schweiz nicht. bei einer einheitlichen steuerregelung hätten wir auch keine komplizierte steuerausgleiche mehr nötig, und die arbeitgebende gemeinden/kantone wären gleichbehandelt wie diejenigen, die wohnsitz gewähren.

    das gleiche gilt für krankenkassenprämien, krankenhäuser, autosteuern etc.

    …das ganze ist langsam lächerlich, unfair und überhaupt nicht mehr durchsichtig. extrem wohlhabende werden mit der heutigen regelung immer privilegiert bleiben, denn sie können es sich leisten flexibel zu sein und sich entsprechend neu orientieren. weniger wohlhabende wechseln nicht so schnell den wohnort, die hemmschwelle ist zu gross.

    ich wäre für eine initiative!

  8. Winkelmann Bruno sagt:

    Unsere Steuersystem ist hochgradig pervers. Ein Millionen-Einkommen in Altdorf wird offensichtlich viel tiefer besteuert als in Genf, Zürich, Basel oder Lausanne. Und als Zugabe erhält der Kanton Uri den höchsten Pro-Kopf-Beitrag aus dem Finanzausgleich!

  9. Kurt Stauffer sagt:

    Es ist völlig unverständlich dass in einem kleinen Land wie die Schweiz solche enormen Steuerunterschiede vorkommen!Es wäre an der Zeit dass die ganze Schweiz den gleiche Steuerfuss hat und die Steuereinnahmen nach bedarf der einzelnen Gemeinden gerecht verteilt wird.Dass praktisch überall der Mittelstand mehr bezahlt als Reiche ist absolut unzulässig und zeigt einmal mehr dass die Schweiz ein Land der Kapitalisten ist!!

    • Andre Meier sagt:

      Ja, sind wir, ein Land der Kapitalisten. Haben sie denn gedacht wir seien Kommunisten?

    • Der Souverän sagt:

      Am 28.11.2011 wurde die sogenannte “Steuergerechtigkeits-Initiative” der SP mit 58% der Stimmen und von 17.5 Ständen bachab geschickt. Die Initiative verlangte, dass die Staats- und Gemeindesteuern ab einem Einkommen von 250’000 Franken mit mindestens 22% besteuert werden müssten. Analog gilt ein Minimum von 5 Promille auf ein Vermögen von mindestens 2 Millionen Franken. Obwohl die Initiative nur sehr wenige Steuerzahler betroffen hätte und damit äusserst populistisch formuliert worden war, erlitt sie Schiffbruch. Die Schweizerinnen und Schweizer wollen starke Kantone und einen funktionierenden Steuerwettbewerb, weil eine Nivellierung der Steuersätze viel eher nach oben als nach unten passieren würde.

  10. Lado sagt:

    Alle glauben an den trickle down Effekt (Pferdeäpfel-Theorie):”If you feed the horses enough oats, some will pass through to the road for the sparrows”

  11. Cornelis Bockemühl sagt:

    Man kann hier wunderbar den absurden Effekt des “Steuerwettbewerbs” studieren: Er ermöglicht nicht nur Unterschiede im Steuersatz, sondern fördert auch die zunehmende Öffnung der Schere! Denn wo’s mal billig ist ziehen die Reichen hin (vermutlich diejenigen die objektiv am wenigsten, aber gefühlt am meisten unter der Steuerlast “leiden”!). Und dann kann man den Steuersatz gleich nochmals senken – und umgekehrt…

    Interessant wäre es allerdings, wenn man die gleiche Art von Darstellung auch mal für die durchschnittlichen Mieten und KK-Prämien machen würde: erst damit würde man die drei dicksen Brocken im Budget einer mittleren Familie erfassen!

    Besonders die KK-Prämien-Regionen dürften ein ähnlich sinnlos polarisiertes Bild ergeben wie die Steuersätze…

  12. Maria Weiss sagt:

    Dieser Steuerwettbewerb ist krank. Wie kommt es, dass Kantone und Gemeinden die Steuerfüsse senken können und gleichzeitig Geld vom Finanzausgleich bekommen? Und wieso ist es möglich, dass Nachbargemeinden so unterschiedliche Steuerfüsse haben dürfen? Schon dort fängt das Problem an.

    • Daniel Wigger sagt:

      weil dann jede Gemeinde und jeder Kanton mit seinem Geld haushalten muss. Bekanntlich bezahlen die Gemeinden und Kantone mit den tiefsten Steuersätzen in den Finanzausgleich ein, diejenige die vom Finanzausgleich bekommen haben die höchsten Steuerfüsse.

      • Winkelmann Bruno sagt:

        Wenn Sie recht hätten Herr Wigger, müsste die Gemeinde Altdorf in den Finanzausgleich einzahlen und würde dann via Kanton wohl den noch höheren Betrag zurückerhalten! Dasselbe gilt für Appenzell, Herisau, Luzern, Glarus etc.

  13. S. Schwarz sagt:

    Alles schön und gut. In Wollerau würde ich also nur rund 1/3 der Steuern bezahlen, welche ich in Basel-Stadt bezahle. Wenn ich nun aber die Mietpreise für Wohnungen in Wollerau anschaue, dann ist die Einsparung bei den Steuern auch schon wieder weg. Auch wenn die unterschiedliche Steuerbelastung ärgerlich und nicht wirklich nachvollziehbar ist, so wohne ich doch lieber dort, wo es mir gefällt und wo ich mich wohl fühle.

    • Ike Conix sagt:

      Ihr ehemaliger Nachbar Roger Federer sieht das ähnlich. Er sagt sich: “Solange die Miete weniger als 1/3000 meines Einkommens ausmacht, ist mir das Wurscht; ich bin ja sowieso nie zu Hause”.

  14. Tamara Kern sagt:

    Schon immer wieder ein verblüffendes Phänomen. Ob diese krassen Unterschiede im Steuersatz, wir können auch gut von krasser Ungerechtigkeit reden, noch zur sympathischen, unkonventionellen und archaischen Schweiz passen oder doch eher eine grosse Schweinerei sind, finde ich schwer einzuordnen. Wie das aber mit Gleichbehandlung, Gerechtigkeit und Demokratie zusammengeht ist mir schleierhaft.

    • Margrit Weber sagt:

      Absolut mit Tamara Kern einverstanden. Wo ist die Gleichbehandlung der Bürger, die Gerechtigkeit der Demokratie. Kann mir das jemand erklären? Zudem entsteht ein ungesunder Wohnungsmarkt in den Steuerparadiesen, welche dadurch zubetoniert und verschandelt werden. Ein Umzug erfordert zuerst die Abklärung, ob das Einkommen reicht.
      Wo ist da die Freiheit der Wahl eines Wohnortes?
      M. Weber

    • Pedro Linder sagt:

      Kommt dazu, dass vielleicht die Schweiz mal auseinander fällt. Denn die Steuersenker-Kantone fördern vor allem den Zerfall der Solidarität. Was soll denn ein Berner mit einem Zuger verbinden, wenn dauernd nur noch gestichelt wird und Steuersubstrat abgegraben wird.

      • Adrian Hu sagt:

        OK, für die die es nicht kapieren:
        Demokratie heisst jeder Kanton/Gemeinde kann den Steuersatz frei festlegen. Dies passiert auf demokratische Art und Weise.
        Freiheit bedeutet jeder Bürger darf seine Wohngemeinde selber aussuchen.
        Solidarität bedeutet reiche Orte (nicht steuertiefe) zahlen an arme Gegenden einen Finanzausgleich.
        Gar nicht so schwierig wenn man sich es überlegt – und genau das richtige System für ein demokratisches Land.

      • Solidarität sagt:

        Die Zuger haben ja nicht den Bernern die Unternehmen weggenommen, sondern internationale Konzerne in die Schweiz geholt. Und das “sticheln” geht sicher weiter, wenn die Berner Beamten früher in Pension gehen als die Zuger, die dann die Rechnung via NFA ausgleichen. Zum Beispiel.

  15. manu sagt:

    wesshalb braucht es jetzt diesen unsäglichen “steuerwettbewerb” nochmals?

    • Luisa sagt:

      Um aufzuzeigen, wie wir gewöhnlichen Leute von den Reichen ausgenutzt werden – vor allem von denen, die uns dauernd weismachen, wie sehr sie für uns sorgen…
      Gabische?!

    • Hans sagt:

      @manu: damit es Wettbewerb gibt. Wettbewerb als solcher ist immer schon ein erstrebenswertes Ziel. So strengt sich jede Gemeinde an, möglichst wenig Steuern zu verbraten, möglichst wenig Steuern zu erheben oder möglichst gute Steuerzahler anzuziehen. Ich verstehe Ihre Frage nicht, bzw. habe das Gefühl, Sie verstehen die Thematik nicht.

      • Peter sagt:

        @Peter
        Ich denke Sie verstehen nicht ganz. Weshalb bitteschön ist Wettbewerb immer ein erstrebenswertes Ziel? Weil es so in irgend einer Theorie beschrieben wird? Bei Wettbewerb muss ich nicht besser sein, ich muss nur besser als die anderen sein. Ich kann also auch sehr schlecht sein, muss nur schauen, dass die anderen noch schlechter sind. Zudem führt Wettbewerb somit immer dazu, dass es irgendwo oder irgendwem schlechter gehen muss, damit jemand besser sein kann. Es ist also ein Zustand, in welchem IMMER Verlierer erzeugt werden. Ich fände Kooperation viel erstrebenswerter, denn da KANN (muss nicht, aber es KANN) ein Zustand erreicht werden, in welchem keine Verlierer mehr vorhanden sind. Diese Möglichkeit ist bei Wettbewerb und Konkurrenz per Definition ausgeschlossen. Und dies finden Sie erstrebenswert?

        • robert müller sagt:

          ja, das nennt man dan komunismus oder sozialismus! beides hat die geschichte gezeigt funktionieren nicht.

      • manu sagt:

        sie glauben also auch noch an den weihnachtmann. möglichst wenig ausgeben ist die nächsten 10 jahre kein problem, ich vernachlässige die infrastruktur, daruch kann der steuersatz nach untern gedrück werden und die reicheren unter uns kommen von alleine. und jetzt nochmals wem soll das was nützen? ich habe leider das gefühl, dass sie nur ihren eigenen geldsack sehen, und den auch nur für heute und morgen, vielleicht sogar übermorgen. na gut, dann spielen wir das spiel halt noch ein wenig weiter, bis auch hier geldsack schreit….

      • Martin sagt:

        Also ziehen wir alle in den steuergünstigsten Kanton! Ich habe verstanden.

      • hans meier sagt:

        @ manu. Wie Hans schon geschrieben hat, nützt der Wettbewerb den Reichen, die Mittel- und Unterklasse profitiert hingegen nicht davon. Aber so ist das ja mit jedem wirtschaftlichen Wettbewerb, obwohl uns die Wirtschaftsführer immer etwas anderes weis machen wollen. Natürlich wissen diese Leute genau dass sie einen Schrott erzählen, aber viele unserer Mitmenschen sind so dumm und glaube alles.

      • Tamara Kern sagt:

        @Hans Das ist ja genau der Punkt (den Manu bestimmt versteht): Weshalb sollen Gemeinden möglichst gute Steuerzahler anziehen? Das bedeutet doch gleichzeitig schlechte Steuerzahler, also Menschen wie die meisten unter uns mit einem durchschnittlichen Einkommen, auszugrenzen. Das passiert zum Beispiel über Mieten welche ins unermessliche Steigen wie in Baar, Zug oder an der Goldküste. Vor allem aber entzieht man dadurch die guten Steuerzahler der Nachbargemeinde, es gibt ja dadurch nicht plötzlich mehr “gute Steuerzahler”. Ist das wirklich haltbar? Jede Gemeinde ein kleiner Staat der möglichst auf Kosten der Nachbarn wirtschaften möchte? Ich finde Standortpolitik schon auf nationaler Ebene fragwürdig (siehe das ganze Gezeter um reiche Einwanderer und ausländische Firmen welche in die Schweiz gelockt werden) auf Gemeindeebene finde ich Standortpolitik nur noch schädlich.

      • Daniel Blattmann sagt:

        So ist es Hans, die Linken verstehen diese Problematik nicht, diese sind nur von Neid getrieben und wünschen den, den Cüpli-Sozialisten gehorchenden Einheitsmenschen.

      • Helmuth sagt:

        @Hans. Vielleicht haben noch ganz andere das Thema nicht ganz verstanden. Der tolle Wettbewerb hat zum Beispiel dazu geführt, dass der Kanton Schwyz für solche, die wenig verdienen, sich zur Steuerhölle entwickelt, während Grossverdiener sich gesundstossen können. Explodierende Immobilien und Bodenpreise, im nächsten Jahr 150 Millionen CHF in den Nationalen Finanz-Ausgleich und dabei rote Zahlen schreiben in der Kantons-Rechnung und die Unterstützung zum Beispiel in der Bildung zusammenstreichen. Nicht mal die sonst so wettbewerbsgläubige FDP findet mittlerweile dieses Modell mehr erstrebenswert. Die “guten” Steuerzahlen sind ein Märchen. Das Geld wird bei den Grossverdienern so optimiert, dass sie möglichst wenig zahlen. Zudem ist es sehr liquide und verflüchtigt sich ganz schnell zur nächsten Steueroase. Null Nachhaltigkeit prägt das Modell. Der Kanton Schwyz dient bestens als abschreckende Beispiel.

    • Andy sagt:

      …weil sonst jeder in jedem Kanton schnell 40% Steuern zahlen würde. Der Wettbewerb mag zwar Nachteile haben, aber ist die einzige Möglichkeit für den Normalbürger, sich ein wenig gegen hohe Besteuerung zu wehren und die Verwaltung dazu zwingen, sorgsamer mit dem Geld umzugehen. Dem Wettbewerb haben Sie zu verdanken, dass die Steuern bis heute einigermassen moderat geblieben sind (und dennoch stehen die Gemeinden/Kantone in Bezug auf die Finanzen im internationalen Vergleich verhältnismässig sehr gut da, siehe DE oder USA…)

      • Tamara Kern sagt:

        Dass die Steuern in Deutschland (zum Beispiel) so viel höher sind, ist ein Mythos (an den auch viele Deutsche glauben, bis sie mal in der Schweiz leben). In den ~40% die in Deutschland weg gehen sind auch diverse Versicherungen, Krankenkasse, Rentenkasse, etc. beinhaltet. Rechnet man in der Schweiz alles dazu & Krippe und Zahnarzt (welcher in Deutschland auch auf die Versicherung geht) zahlen wir locker das Selbe, wenn nicht mehr.

    • Sacha Meier sagt:

      Wohl genau aus dem gleichen Grund, weshalb wir auch den globalistisch-sozialdarwinistischen Lohn- und Jobwettbewerb brauchen. Damit am Schluss der Reiche noch reicher und der Arme noch ärmer wird.

  16. Hans sagt:

    Es fehlen leider die Bundessteuer und die Vermögenssteuer und Eigenmietwert kommt auch noch dazu so dass es schlussendlich statt 13% deren 20% werden. Nicht vergessen, die Schweiz hat zwar keine Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen dafür aber lebenslängliche Vermögenssteuer und Eigenmietwert.

    • Peer West sagt:

      und das ist auch gut so und soll so bleiben. Bei uns bezahlt sogar der Lottomillionär, na sowas! Schauen sie ins benachbarte Ausland. DE zockt die Bürger ab, aber keine Vermögenssteuer, Lottogewinne quasi gratis, Eigenmietwert abgeschafft und deshalb Probleme mit der Schwarzarbeit. Den Österreichern wird von US-Ökonomen vorgeschlagen den Eigenmietwert einzuführen. Dies aus GRÜNDEN DER GERECHTIGKEIT. Die CH macht das schon richtig.

      • Manuela sagt:

        Was ist denn an einem Eigenmietwert gerecht? Ich spare (endlich hab ich die geforderten 20% auch mit Hilfe meiner Pensionskasse zusammen), nehme eine Hypothek auf und habe das volle Risiko. Ich muss die Reparaturen selbst bezahlen und für den Unterhalt sorgen. Und dafür werde ich mit dem Eigenmietwert bestraft.
        Derjenige, der mietet, muss sich um nichts kümmern und kann sein Geld anlegen und fertig.

      • Pedro Linder sagt:

        … ausgerechnet US-Ökonomen! Dann wird es ja schon richtig sein… nur ich finde es trotzdem nicht gerecht, dass man ein Haus mit einer Vermögenssteuer belegt und dann zusätzlich noch mit einem fiktiven Einkommen. Natürlich müssten auch die Abzüge gestrichen werden. Die heutige Lösung würde es nahe legen, auch z.B. Schmuck oder Luxuskarrossen ähnlich zu besteuern. Schlicht und einfach: absurd!

  17. Bernhard Piller sagt:

    Zahlt der Autor keine Bundessteuer? Die Bundessteuer hat die grösste Progression und bei 1 Mio Einkommen beläuft sie sich auf über 20 %. Somit erhält man für Lausanne 46% und für Zug 36%. So, und 46% ist immer noch zu wenig? Dies grenzt schon an Konfiskation und diese Städte sollen nicht heulen, wenn die Gutverdiener wegziehen

    • Urs Zimmermann sagt:

      Schön, wenn Sie sich Sorgen machen um die armen Leute die über ein Einkommen von mind. 1 Mio. verfügen können. Das ist die Bevölkerungsgruppe die natürlich am schlimmsten dran ist, und jeden Rappen umdrehen muss, wirklich, mein Mitleid haben Sie…

      • Bernhard Piller sagt:

        @Urs Zimmermann: Ich will damit sagen, dass der Titel wieder mal so richtig irreführend war. Mit EInbeziehen der Bundessteuer haben wir Unterschiede in der Besteuerung von rund 20% und nicht einen Faktor 6.
        Und was das Mitleid anbetrifft: Wenn Sie die Gutverdienenden vertreiben, haben Sie denen, die jeden Rappen umdrehen müssen, nicht geholfen – im Gegentei, es wird ihnen noch schlechter gehen.

    • Bernhard Sommer sagt:

      Herr Piller, ich weiss nicht, in welchem Land Sie die Bundessteuer bezahlen. Bei mir in der Schweiz ist der Höchstsatz 11.5%, und der wird ab einem steuerbaren Einkommen von ca. Fr.760’000.- erreicht! Für 500’000.- sind es ca. 10.6%, bei 250’000.- deren 8.1% und bei 100’000.- lediglich 2.9%! Bei 50’000.- sind es übrigens noch 0.9%…(Quelle: Kant. Steueramt Zürich, 2014). Der normalverdienende Einwohner bezahlt also sehr wenig Bundessteuer…und für jemanden, der jährlich 1 Mio, steuerbares Einkommen generiert (also ohne Abzüge vermutlich gegen 1.5-2 Mio. verdient), der kann ohne Mitleid die 115’000 Franken stemmen!

      • Bernhard Piller sagt:

        @Bernhard Sommer: Sie haben recht mit dem Höchstsatz von 11.5% Ich benutzte den Steuerrechner des Bundes und wahrscheinlich wurden gewisse Zahlen nicht “ge-updated”. Mit der richtigen Zahl kommt man bei 1 MIo Einkommen in Lausanne auf 36% und Zug auf 26%, also rund 30% weniger.
        Warum Sie denken, ein Abzug sei bei Leuten mit einem Einkommen von 1 Mio a priori nicht gerechtfertigt, entzieht sich meiner Logik.

  18. Andy Meyer sagt:

    Ein sehr interessante Grafik. Danke dafür !

  19. Alois Eichenberger sagt:

    Super Grafik/Toll, Danke.

  20. Joe Amberg sagt:

    Erschreckend tief gewisse Steuersätze im Kanton Bern – der dann gleichzeitig astronomische Steuer-Ausgleichszahlungen von 1,3 Mia pro Jahr beansprucht!

  21. Pedro Linder sagt:

    Diese Anwendung ist nicht wirklich brauchbar, weil das Vermögen nicht eingerechnet wird. Rentner die ihr PK-Kapital bezogen haben sind z.T. Millionäre, haben aber z.B. nur eine AHV-Rente als Einkommen. Da spielt es sehr schnell eine Rolle, ob das Vermögen mit ein paar Promille mehr oder weniger belastet wird. Und wer wirklich gut verdient, der hat oft auch ein ansehnliches Vermögen. Aber Steuerhinterziehung ist in der CH so beliebt, dass man das Vermögen ausblenden kann ;-)

  22. Anton Schneider sagt:

    Es ärgert mich, es ist aber auch beschämend, dass Zürich derart hohe Steuersätze hat. Zürich, eine Stadt enorm beliebt, viele Firmensitze, reiche Bewohner, Bauboom ohnegleichen, viele Zuzüger – trotzdem eine sehr hohe Steuerlast. Die Frage des “warum” ist interessant. Die Stadt Zürich als grösster und rasant wachsender Arbeitgeber, alles was die Stadt an öffentlichen Projekten realisiert, hat enorme überdurchschnittliche Investitionskosten und Kostenüberschreitungen. Die Politiker der Stadt fechten nur noch Verteilkämpfe, obwohl es nichts zu verteilen gibt. Wie liessen sich den 700m öffentlicher Verkehr mit 140 Mo. rechtfertigen? 51/2 Zimmer subventionierte Wohnungen für 1900.- im beliebtesten Quartier… die Liste können fast endlos sein…
    Die Politik hat die Relation verloren… ändern könnte es nur noch der Steuerzahler… in dem er Zürich verlässt.

    • Tamara Kern sagt:

      Sie haben natürlich recht. Nur darf mann den Effekt einer Steuersenkung nicht unterschätzen. Sinken die Steuern in der Stadt Zürich stiegen die Lebenskosten schlagartig. So ungern ich also die verhältnismässig hohen Steuern in Zürich bezahle so weiss ich auch, dass dies Steuern den Druck auf Zürich senken. Gerade sehr gut Verdienende, welche jede Miete, jede Restaurantrechnung, jeden Pelz und jede Parkbusse mit Links bezahlen werden so ein wenig abgeschreckt.

    • Zürcher sagt:

      Herr Schneider ich verstehe nich ganz weshalb sie über Zürich reklamieren. Ich verdiene 125K und bin ledig. Kanton Zürich, Stadt Zürich und Innerschweiz sind alle in den Farben zwischen gelb und grün bei meinem Lohn. Der grosse Rest der Schweiz befindet sich in den Farben gelb bis rot. Erst ab einem Lohn von 250k als lediger, wird auch Stadt Zürich langsam rot. Und wenn ich dann die Auswertung noch mache als verheiratet mit 2 Kindern und 200K ist sogar die Stadt Zürich im grünen Bereich. Klar, die Kosten sind in der Stadt höher als auf dem Land, der Verdienst aber auch! Wer 70k im Jahr verdient und zwei Kinder hat, wird es sicherlich schwieriger haben in der Stadt als auf dem Land!

  23. Fischer sagt:

    Die Betrachtung der reinen Steuerbelastung ist müssig, denn was bringt mir ein tiefer Steuersatz wenn ich dann das gesparte Geld in die horrende Wohnungsmiete stecken muss.
    Ok die einen geben das Geld lieber einem Privaten, ich zahle liebe etwas höhere Steuern und hoffe es dient damit der Allgemeinheit als einem einzelnen.

    • Hans sagt:

      @Fischer: ich zahle mein Geld aber lieber einem Privaten, den ich auswählen kann, als dem Staat, dem ich ausgeliefert bin. V.a. wenn mit “Allgemeinheit” Asyl-, Migrations- und Sozialindustrie gemeint ist.

      • Manuela sagt:

        @Hans – ganz genau! In Deutschland haben Sie die Wahl nicht! Sie zahlen die Steuer an den Staat und der macht mit dem Geld was er will. Hier haben Sie wenigstens die Wahl und können entscheiden, wofür Sie das Geld ausgeben.

        @Fische – rUnd wenn Sie gern mehr Steuern zahlen, dann ziehen Sie um nach Bern oder spenden Sie, aber lassen Sie um Himmels willen den Anderen die Freiheit, selbst zu entscheiden.

  24. Roger Humbeli sagt:

    Der kantonale Steuerwettbewerb ist eine der besten Errungenschaften der Schweiz! Das müssen wir unbedingt bewahren. Es ist ja schon erstaunlich, wie stark die Kantone Steuern senken konnten dank dem echten Wettbewerb zwischen den Kantonen!

  25. Stefan W. sagt:

    Die Grafik zeigt m.E. eines sehr schön: Wie unsinnig dieses ganze Tiefsteuergehetze ist. Bei einem Einkommen von 125000, Familie mit 2 Kindern, macht der Unterschied zwischen den hellgrünen und den tiefroten Gemeinden in Zürich grade mal rund tausend Franken im Jahr aus, wenn ich richtig gerechnet habe. Lohnt es sich dafür, den Wohnort nach Steuern statt nach Lebensqualität auszusuchen? Lohnt es sich dafür. einen längeren Arbeitsweg in Kauf zu nehmen? Allein das würde die Steuerersparnis wohl mehr als auffressen.

    • Thomas sagt:

      Naja es geht… mein Vergleich – Ledig, Bruttoohn 108’000, Früher Basel Stadt kantonale Steuern: gut 17’000. jetzt Freienbach kantonale Steuern: 5500. Das ist eine Ersparnis von 1000 Fr pro Monat. Und die Mieten sind in Basel auch nicht mehr so tief, die Preise sind vergleichbar.

      Von halb so hohen Krankenkassenkosten will ich gar nicht mehr sprechen…

      Übrigens, die Berechnungen auf der Karte stimmen nicht ganz. Mir bekannter Beispiel: ein lediger mit 3800 Bruttoeinkommen in Basel Stadt zahlt noch heftige 4200 kantonale Steuern pro Jahr (dabei reicht der Lohn gerade mal zum leben), in Freienbach hingegen würde er nur ca. 1200 Fr. Wer ist da asozial???

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