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Frauen im Parlament: Die Schweiz in einer Liga mit Burundi und Kamerun

Von DB, 30. Juni 2014 27 Kommentare »
Seit mehr als 40 Jahren besitzen Frauen das Wahl- und Stimmrecht. Was hat sich seither getan? Ein Blick auf die Entwicklung der Frauenquote im Parlament auf Kantons- und Bundesebene und im Vergleich mit dem Ausland.

Ein Gastbeitrag von Marko Kovic

Über 40 Jahre sind vergangen, seit Frauen das Wahl- und Stimmrecht auf Bundesebene haben. Wir schmunzeln, schaudern und schämen uns ein bisschen, wenn wir die Argumente von damals hören, mit denen diese aus heutiger Sicht selbstverständliche Gleichbehandlung bekämpft wurde.

Lasst uns aus dem Spiel

Quelle: Plakatsammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Waren etwas mehr als vier Jahrzehnte genug Zeit, damit Frauen angemessen Einzug in das politische Leben der Schweiz halten konnten? Es gibt viele Indikatoren, um auf diese Frage Antworten zu finden. Einer davon: der Anteil von Frauen im Parlament.

Als Kern repräsentativer Demokratie hat das Parlament nicht bloss die Aufgabe, regelmässig Gesetze zu verabschieden. Das Parlament soll möglichst auch ein Abbild der Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger sein, für welche es letztlich arbeitet. Wie sieht es in dieser Hinsicht in Bundesbern, wie in den Kantonen aus? Und wo ist die Schweiz im internationalen Vergleich einzuordnen?

Die verwendeten Daten stammen vom Bundesamt für Statistik sowie von der Inter-Parliamentary Union. Die zusammengetragenen Rohdaten können hier abgerufen werden.

 

1. Situation auf Bundesebene

 

Seit 1971 können Frauen in den National- und den Ständerat gewählt werden. Werden sie es auch?

Verlauf NR und SR

 

Der Anteil an Frauen hat sowohl im National- als auch im Ständerat seit 1971 deutlich zugenommen. Im Nationalrat belegen Frauen aber immer noch weniger als ein Drittel aller Sitze. Mit weniger als 20 Prozent Frauenanteil ist der Ständerat 2011 noch deutlich männerlastiger.

Der Anstieg des Frauenanteils im Ständerat ist insgesamt etwas schwankender, aber beide Kammern machten bis 2003 eine ähnliche, mehr oder weniger beständige Entwicklung durch. Seit 2003 ist der Frauenanteil im Ständerat aber leicht rückläufig und seit 2007 auch jener im Nationalrat. Eine stetige Zunahme des Frauenanteils im Parlament liegt also nicht vor, aber auch noch nicht zwingendermassen eine Stagnation oder Abnahme. Erst die Wahlen im kommenden Jahr werden zeigen, ob es sich hier möglicherweise um einen Trend handelt.

Das Parlament setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Parteien. Sind die Frauenanteile im Parlament über alle Parteien ähnlich? Die folgenden zwei Grafiken zeigen den Frauenanteil im National- und Ständerat pro Partei auf. Erfasst sind nicht alle Parteien, welche seit 1971 im Parlament vertreten waren, sondern nur die Bundesratsparteien sowie die heute bedeutenderen Nichtbundesratsparteien, die Grünen sowie die GLP.

Zunächst die Situation im Nationalrat:

Verlauf NR nach Parteien

 

Alle Parteien haben seit den 1970er-Jahren eine deutliche Entwicklung hin zu mehr Nationalrätinnen durchgemacht, aber die Unterschiede  sind gross. Die SVP ist die grösste Männerpartei: 2011 war sie mit 11 Prozent Frauenanteil in etwa wieder auf dem Niveau von 1991.

Die Partei mit den meisten Nationalrätinnen waren lange Zeit die Grünen. 1999 betrug der Frauenanteil sogar über 60 Prozent, ab 1999 nahm er dann wieder ab. Die gleichmässigste Zunahme an Nationalrätinnen seit 1971 ist bei der SP zu beobachten. 2011 hatte denn auch die SP mit knapp 45 Prozent den höchsten Anteil an Parlamentarierinnen. Vielleicht überraschend hat die CVP seit 1991 einen deutlichen Zuwachs an Nationalrätinnen erlebt und sowohl die SVP als auch die FDP deutlich überholt. Bei der GLP waren 2007 2 der insgesamt 3 Sitze von Frauen besetzt, 2011 4 der insgesamt 12 Sitze.

Haben sich die Frauenanteile bei den Parteien im Ständerat ähnlich entwickelt?

Verlauf SR nach Parteien

 

Die SVP ist hier noch deutlicher als im Nationalrat eine Männerpartei. Die FDP hatte von 1991 bis 1999 einen höheren Anteil an Ständerätinnen als die SP. Die beiden grünen Ständeratssitze 2007 und 2011 wurden je von zwei Männern besetzt, wie auch der einzige Sitz der BDP 2011 (in der Grafik verdeckt). Die GLP hatte 2007 nur einen Ständeratssitz, der von einer Frau besetzt war. 2011 kam ein zweiter von einem Mann besetzter Sitz dazu. Bei der CVP hat eine Zunahme des Frauenanteils ab 1991 im Unterschied zum Nationalrat nicht stattgefunden.

 

2. Situation auf Kantonsebene

 

Der Frauenanteil im Nationalrat beträgt etwas weniger als 30 Prozent. Ist das möglicherweise ein Spiegelbild der Situation bei kantonalen Parlamenten? Der Nationalrat und kantonale Parlamente werden im gleichen Wahlverfahren, der Proporzwahl, besetzt (mit Ausnahme von Graubünden sowie Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden). Darum ist es denkbar, dass in den kantonalen Parlamenten ähnliche Anteile an Frauen wie im Nationalrat vertreten sind.

Frauenanteile kantonale Parlamente

 

Ausser dem Tessin haben alle Kantone seit den späten 1960er- bzw. frühen 1970er-Jahren eine deutliche Zunahme des Frauenanteils erlebt. Die Bandbreite des Frauenanteils in den 2000er-Jahren ist dabei gross: von etwa 15 Prozent im Tessin, Wallis, Jura und in Nidwalden bis über 30 Prozent im Aargau, in Bern, Basel-Stadt, Baselland, Luzern und Zürich. Die Westschweiz gilt in soziokulturellen Fragen als progressiver als der Rest der Schweiz. Bei dem Frauenanteil in kantonalen Parlamenten wird die Westschweiz ihrem Ruf nicht gerecht.

 

3. Der internationale Vergleich

 

Wie ist der Frauenanteil im Parlament verglichen mit anderen Staaten?

Frauenanteil grosse Kammer international

 

Von den 188 erfassten Staaten belegt die Schweiz Rang 38. Für die Grafik wurden nur die Originaldaten der Inter-Parliamentary Union verwendet, welche den Frauenanteil im Nationalrat um knapp 2 Prozent zu hoch angibt; die Schweiz wäre sonst in etwa auf Rang 40.

Und wie schlägt sich die Schweiz im internationalen Vergleich der kleinen Kammer (also des Ständerates)? Die Grafik zu der kleinen Kammer enthält 76 Staaten, weil von den 188 erfassten nur ein Teil über eine zweite Kammer verfügt.

Frauenanteil kleine Kammer international

 

Das Ergebnis ist noch bescheidener: Rang 40 von 76. Insgesamt also ein schlechtes Zeugnis für die Schweiz?

Der Frauenanteil in den Kammern sagt, global gesehen, nicht zwingend etwas über die Qualität der effektiven Demokratie der jeweiligen Länder aus (Nordkorea beispielsweise hat einen höheren Frauenanteil in der grossen Kammer als Südkorea). Ein Vergleich mit etablierten Demokratien fördert aber Interessantes zutage.

Bei der grossen Kammer wird die Schweiz von Deutschland, Italien, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Island wie auch von Spanien überflügelt. Ähnlich sieht es bei der kleinen Kammer aus: Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, die Niederlande, Spanien, Irland und sogar die USA schneiden besser ab (Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark und Island haben keine zweite Kammer).

 

4. Fazit

 

Zusammenfassend können vier Beobachtungen zum Frauenanteil im Parlament in der Schweiz gemacht werden:

  • Der Anteil an Frauen im National- und Ständerat hat seit 1971 stark zugenommen, ist aber noch deutlich von einem ausgeglichenen Verhältnis entfernt – und dürfte es vorerst bleiben.
  • Die Parteien im National- und Ständerat haben unterschiedlich hohe Frauenanteile. Die SP und die Grünen haben die höchsten Frauenanteile im Parlament, die SVP die tiefsten.
  • Auf kantonaler Ebene sind die Frauenanteile im Parlament im Schnitt nicht höher als auf Bundesebene.
  • Im internationalen Vergleich haben über zehn westeuropäische Staaten höhere Frauenanteile im Parlament als die Schweiz.

 

Marko Kovic doktoriert am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ). Er ist Präsident des Vereins Skeptiker Schweiz – Verein für kritisches Denken und Mitglied im «Denkfest»-Organisationskomitee. Schwerpunktmässig interessiert er sich für den unkritischen Umgang der klassischen Massenmedien mit (pseudo-)wissenschaftlichen Themen, nicht zuletzt bei «weichen» Disziplinen wie den Sozialwissenschaften.

 

27 Kommentare zu “Frauen im Parlament: Die Schweiz in einer Liga mit Burundi und Kamerun”

  1. Paul Giger Zuzwil sagt:

    Es ist kaum zu glauben, dass es immer noch so viele eingebildete Männer gibt, die glauben die Frauen gehören an den Herd und schauen den Kindern?!? Seid vielen Jahren verfolge ich die Politik und je länger desto mehr hoffe ich, dass die vielen sehr gut ausgebildeten Frauen mehr Platz in der Politik und der Wirtschaft finden. Schauen wir doch nach Bern, leider hat es zu viel Männer die mühe haben ihr Wissen an die Räte zubringen hätten wir mehr Frauen, müssten endlich die unvernünftigen Männer endlich einsehen, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Ich freue mich und habe gutes Gefühl, dass die vielen guten Frauen neuen Wind ins Parlament beringen können. Die Zeit der Besserwisser der Männer muss und soll vorbei sein. Wer ist schuld an den vielen Aufstände und Kriege der Welt?!? Bestimmt nicht die Frauen. Dies mussten lange spiessruten Läufe absolvieren, bis sie das was sie heute haben zu erreichen.

  2. r.meier sagt:

    wir brauchen keine Frauen oder männerquote im Parlament,wass wir brauchen,sind Fähige leute,mehr nocht

  3. Marcel Zufferey sagt:

    Ja, und das Interesse der Frauen an politischen Belangen spielt natürlich wieder einmal überhaupt keine Rolle: Hauptsache, man kann rein quantitative Daten auflisten, nicht? Der soeben publizierte Bildungsbericht 2014 vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung schafft Klarheit: Frauen sind in Deutschland nicht einmal halb so stark an Politik interessiert, als Männer- und zwar quer durch alle Bildungsschichten und Altersklassen hinweg betrachtet! Ergo sind auch nur halb soviele Frauen Mitglied in einer politischen Partei! Zu lesen auf den Seiten 341 und 342 (Tab. I2-1A und Tab. I2-3A).

  4. Martin Huber sagt:

    Der National- und Ständerat wird vom Volk gewählt, d.h. man/Frau hat die Wahl, d.h. da kann man nur noch das Volk auswechseln damit die Statistik stimmt! Los!

  5. SrdjanM sagt:

    Nach dem durchlesen der Kommentare muss ich mich ernsthaft fragen: gehört die Lektüre des Datenblogs zu den Therapiewerkzeugen in psychiatrischen Kliniken?
    Anders kann ich mir diese Anhäufung von Paranoia und verzerrter Wahrnehmung kaum erklären…

  6. Lukas O. Bendel sagt:

    Und wieder eine sozialwissenschaftliche Studie, bei der das Gefühl aufkommt, die Fragestellung sei so eng definiert worden, dass garantiert das erwünschte Ergebnis herauskommt.
    Gleichberechtigung heisst doch einzig, das Gleiche ohne systemische Hürden geschweigen denn Barrikaden erreichen zu können. Der Erfolg hängt dann aber eben von vielen anderen, nicht per se diskriminierenden Faktoren (z.B. den effektiven Zielen und dem persönlichen Engagement) ab. Und in der Schweiz kann jede Frau – teils sogar leichter als ein Mann, weil sie speziell gefördert werden (SP und Grüne) – Parlamentarierin ja sogar Regierungsmitglied werden, wenn sie sich denn zur Wahl stellt und den Wählerinnen und Wählern überzeugend präsentiert!
    So wurden – wenn ich mich richtig erinnere – letztes Jahr zeitgleich National-, Stände- und Bundesrat von Frauen präsidiert und gleich auch noch die Bundeskanzlei von einer Frau geführt. Und zuvor gab es schon Legislaturperioden mit nicht bloss einer Frauenmehrheit im Bundesrat, sondern gleichzeitig gar noch dessen Präsidierung durch eine Frau.
    Und derzeit werden in Zürich (Kanton und Stadt) nicht bloss Parlament (Kantons- bzw. Gemeinderat) sondern auch Regierung (Regierungs- bzw. Stadtrat) von Frauen präsidiert werden.
    Aber all das wird vom (in Zürich doktorierenden und ergo hoffentlich kundigen) Gastautor selbstverständlich nicht berücksichtigt; was insofern in den publizistischen Zeitgeist passt, als das amtliche Publikationsorgan der Stadt Zürich auch gleich nach der Wahl der vierten Präsidentin in diesem Reigen auf S. 2 die unzureichende Vertretung / Benachteiligung der Frauen in der Politik beklagte.
    Nochmals: In der Schweiz ist die Gleichberechtigung für Frauen sicher mehr als gegeben, wenn man bedenkt,
    – was für neue Sonderrechte den Frauen stets und sonders eingeräumt werden (Unterhaltsanspruch aller Mütter, Babyklappen, Umkehr der Beweispflicht bei Klage wegen Lohndiskriminierung, …) und
    – wie wenig die Frauen auf ihre angestammten Vorrechte (Kinderzuteilung bei Scheidung, Wittwenrente, Pensionsalter, Befreiung von Militär & Feuerwehrdienst, …) verzichten müssen.
    Der Vergleich der Schweiz mit Kamerun und Burundi ist daher absolut nicht wissenschaftlich sondern rein polemisch und ergo eigentlich eines Doktoranden unwürdig!

  7. Henry Blogg sagt:

    Die Spitzenplätze belegen aber auch die fortschrittlichsten und entwickeltsten Staaten der Welt, von einem Lebensstandard wie in Rwanda, Burundi oder Bolivien können wir nur träumen.

    • Luisa sagt:

      Hr.Blogg: Rwanda und Burundi haben durch den Krieg zuviele Männer verloren. Jetzt dürfen dort die Frauen das Puff aufräumen – wie überall nachdem die ach soo tüchtigen Herren alles kurz und klein gehauen haben…
      In Bolivien haben die Frauen traditionell eine so prominente Rolle in Familie und Gemeinden, von dem wir Schweizer Frauen nur träumen können. Was den Lebensstandard dieser Staaten betrifft, so ist es wirklich nicht die Schuld der Frauen, dass seit Jahrhunderten die Kolonialisten (=Männer!!) diese Länder ausbeuten, bzw.entsprechende Handlanger an die Regierungen brachten und bringen. Da es bei uns mehr zu holen gibt, werden Frauen halt toleriert…

      Im Uebrigen: Die Achtung und den Respekt, den CH-Männer vor Frauen haben, können wir jedes Mal klar und deutlich vernehmen, wenn es um Familien-, Scheidungs-, Unterhaltsrecht, Frauenquoten oder Frauenparkplätze geht.
      Da aber Männern in der Regel in solcher Hinsicht jegliche Scham abgeht, merken sie nicht einmal, wie sie sich mit Voten wie dem Ihren selber disqualifizieren…

  8. Annegreth Zweifel sagt:

    …und was hat uns das Frauenstimmrecht gebracht: M.E. nur schlechtes, die Frauen hocken zusammen und politisieren anstatt sich zuhause um den Haushalt und insbesondere um die Kinder zu kümmern. Seit die Frauen mehr ausser Haus sind, hat die Kindererziehung enorm gelitten. Steigende Kriminalität, Randalle und zunehmend linke, extreme Ansichten der Kinder sind die Folge. Jede anständige Frau sollte als erstes und grösstes Ziel die Kindererziehung und die Führung eines tip-toppen Haushalts vor Augen haben, so dass sich der Mann abends freut nach hause zu kommen und eben auch nicht “aushäusig” werden muss. Frauen bleibt zuhause und erzieht eure Kinder zu rechten, anständigen Menschen!!!

    • Yolanda sagt:

      Echt? Sie haben Zeit mit andern zusammen zu hocken und zu Politisieren? Habe ich noch nie gesehen. Frauen machen doch sowas weniger, meine ich. Ich stimme immer nach meiner Meinung ab. Zum “Käfele” hätte ich gar keine Zeit, muss ja arbeiten, Kinder sind zwar schon recht Selbstständig, aber zu tun gibts immer was. Ich wäre dann tatsächlich eine Frau.

    • Martin Cesna sagt:

      Die Männer waren vorher aich nicht untätig, was diverse grosse Kriege durchaus beweisen. Seit die Frauen in der Politik mehr sichtbar sind, es sogar bis zur Bundeskanzlerin geschafft haben, ist Europa doch etwas “kriegsfreier” geworden.
      Ob Ihr Rat da wirklich so gut ist?

    • Stefan Gisler sagt:

      Hab ich das richtig gelesen – es ist einzig und allein die Aufgabe der Frau, im Haushalt und bei der Kindererziehung zum Rechten zu sehen? Ist wohl Realsatire und stammt direkt von einem Benimmheft für angehende Ehefrauen aus den 50er Jahren. Die Frau soll dem Manne dienen?
      Na na – die Männer können ebenso gut haushalten und Kinder erziehen. Und wir haben sowohl das Recht wie die Pflicht für beides.

    • Oreg Meyer sagt:

      Schöne Satire! 🙂 Zum Glück gibt es solch reaktionäres Gedankengut heute kaum noch.

  9. Vogt Hans - Ulrich sagt:

    Was möchte uns Herr Kovic eigentlich sagen? Das CH in jeder Statistik immer die Erste und Beste sein muss? Das unbedingt die Forderung einiger weniger Emmanzen nach einer Frauenquote erfüllt werden muss? Offensichtlich sind unsere Frauen schlicht mit den, von den Parteien angebotenen, Kandidatinnen nicht zufrieden. Vom Wählerinnenanteil her sollte ja mindestens Geschlechterparität möglich sein. Die linken Parteien zeigen ja in der Praxis, dass Quote vor Qualität die Ergebniss der Politik nicht verbessert. Mir ist es lieber der Frauenanteil wächst ohne Eingriffe aber bringt eine qualitative Verbesserung in unsere Parlamente. Schlechte männliche Politiker sind genug im Angebot. Wir müssen sie nicht noch mit schlechten weiblichen Politikerinnen ergänzen.

  10. markus pfalzer sagt:

    Mir geht das Genderthema schon so auf die nerven, ich weiss gar nicht mehr, warum ich solchen Artikeln immer wieder auf den Leim krieche.
    Warum ist es erstrebenswert, einen Geschlechtermix von 50:50 in den Parlamenten oder irgend einem Lebensbereich zu haben? Für statistisch perfekte Räpresentation müssten auch 50% der Parlamentatier einen IQ unter 100 haben, 16% müssten faktische Analphabeten sein (also auch einer der 7 Bundesräte) und ungefähr 4 Nationalräte sollten eine geistige Behinderung haben. Der Anspruch, das Parlament sollte “Abbild der Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger sein”, wie es der Author fordert, scheint mir also auf ziemlich wackligen Beinen zu stehen.
    Dass das Parlament mit fähigen und motivierten Leuten zu besetzen ist – ganz unabhängig von ihrem Geschlecht, IQ, etc – macht meines Erachtens mehr Sinn. Wenn sich ein Grossteil der Frauen nicht für Politik oder Fussball interessiert, ist das eine Entscheidung dieser mündigen Frauen. Ein Grossteil der mündigen Männer interessiert sich beispielsweise nicht für Makeup oder Monatshygiene.

    • Marko Kovic sagt:

      Grüezi Herr Pfalzer

      «Der Anspruch, das Parlament sollte “Abbild der Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger sein”, wie es der Author fordert, scheint mir also auf ziemlich wackligen Beinen zu stehen.»
      Die Ausführung zu diesem Postulat ist etwas kurz geraten. Wenn wir uns aber überlegen, woraus sich die demokratische Legitimität des Parlamentes speist, ist das Konzept des Pluralismus im Parlament als Abbildung des Pluralismus in der Gesellschaft nicht sehr unplausibel, würde ich meinen. Die Schweiz als «korporatistisches» System lebt diesen Pluralismus in anderen Bereichen sehr stark.

      Allgemein interpretieren Sie die Absicht des Textes, scheint mir, nicht ganz korrekt, und zwar in zweifacher Hinsicht:

      – Erstens: Im Fokus steht nicht ein «Genderthema», sondern die Legislative. Die Legislative ist der Angelpunkt moderner Demokratien, und es lohnt sich, ab und zu bestimmte Aspekte der Legislative genauer anzuschauen.

      – Zweitens: Es geht nicht darum, *präskriptiv* irgendwelche Quoten vorzuschreiben (also besteht die von Ihnen geschilderte Gefahr des unendlichen Regresses aufgrund «statistisch perfekter Räpresentation» nicht). Es geht darum, *deskriptiv* zu beschreiben, wie eine bestimmte aus normativer Sicht relevante Eigenschaft des Parlamentes ausfällt. Der Anteil Frauen im Parlament ist keine banale Eigenschaft wie Interesse an Fussball, weil es im Schweizer Kontext recht eigentlich klar ist, dass Beteiligung am politischen Leben nicht bloss Ausdruck reinen Interesses oder Desinteresses ist, sondern ein, würde ich meinen, wichtiger Indikator gesellschaftlichen Wandels.

      Grüsse
      Marko Kovic

    • Stefan Gisler sagt:

      Na ja – solange es SVPler gibt die sagen, eine richtige Fraktion ist nur eine ohne Frauen, solange geht’s nicht nur um ein bischen Genderpolitik, sondern um ein gesellschaftliches Problem, die sie mit ihrem Antigendergesülze vertuschen möchten. Im übrigen interessieren sich Frauen sehr wohl für Fussball!

  11. Hannes Walther sagt:

    Ich befürworte, dass Burundi und Kamerun einen gleich hohen Frauenanteil in ihren Parlamenten haben. Gerade in Schwarzafrika ist es wichtig, dass die Frauen im Parlament adequat vertreten sind. In solch paternalischen Stammesgesellschaften können Frauen in Parlament viel bewegen.

  12. Veronika sagt:

    Von mir aus kann die CH auf Frauenniveau von Afganistan, Pakistan oder Saudi Arabien fallen. Es Interessiert mich nicht mehr. Ich werde als Frau bald auswandern oder mich von der Brücke stürzen. Lebe in Bern Bümpliz, da kann man als Blonde gar nicht mal mehr Einkaufen gehen. Überall wird man nur angestarrt und angesabbert derselbigen. Wir sind auf dem Niveau.

    • Yolanda sagt:

      Genau, wohne auch da. Warte auf die erste “Umkreisung” der Frauen, wie man es nach den EGT Unruhen überall verfolgen konnte. Blondinnen bevorzugt. Wer warnte die Euros da? Genau! Der Genozid kann auch so vollzogen werden. Wer Interessiet sich noch für Quoten? Wir haben andere Probleme. Viele Frauen helfen da schön mit. Sie selber werden geschützt sein, dafür gibts Papierchen. Die andern sind egal. Passiert es dann, wird plötzlich gejammert. Ich habe kein Vertrauen in Menschen. Die hiesigen Männer sind ja schon wieder angetan und Posten Frauenfeindliche Sprüche. Am liebsten würden die Frauen als Wegwerfware betrachten. Wie damals..vor 2000 Jahren…wird nie ändern…es wiederholt sich…

    • kamm sagt:

      liebe Veronika, nicht verzagen …

  13. thomas meier sagt:

    frauen stellen mehr als 50% der bevölkerung – doch wieso schaffen es politikerinnen nicht, frauen dazu zu bringen, vermehrt für frauen zu stimmen?

    • Blanche Wu sagt:

      Vielleicht weil Frauen untereinander auch Vorurteile haben, welche man nicht einfach so wegräumen kann und dann viele Frauen lieber den Mann wählen. Ich würde auch nicht jeder Frau gewisse Dinge einfach so überlassen. Denn es gibt Sachen wo nicht jede Frau automatisch dafür geeignet ist es zum Ziel zu führen.

      • Luisa sagt:

        @Meier: Das ist tatsächlich ein Problem. Doch: Wie sehen die Märchen aus, die man den kleinen Mädchen erzählt?! Der Prinz muss her. Und: Du musst sein wie Barbie, sonst bist Du schlecht!
        Fakt ist, dass es weltweit bloss 2 Demokratien gibt (siehe oben). Denn: Parlamente sind die Volksvertretung. Doch es gibt kein Volk mit 30% Frauen!! (in China und Indien fehlen erst “nur” 10 % Frauen… Sarkasmus!!) Es müsste eigentlich in der Verfassung stehen, dass die Volksvertretung 50% Frauen hat.
        @Wu: Bei Männern wird NIE nach der Kompetenz gefragt. Dort ist das Geschlecht der Kompetenzausweis (- und die Welt sieht ganz danach aus)! Es gibt auch Sachen, wo nicht jeder Mann dafür geeignet ist. Sorry, aber so ein Argument ist Blödsinn, denn Männer wie Frauen können sich einarbeiten! Frauen tun es, Männer eher selten, wie die Praxis zeigt.

  14. Edgar Oberholzer sagt:

    Nicht der Rede wert. Lassen wir es so, wie es ist. Frauen haben zu jeder Zeit, ungeachtet ihrer Position und Funktion, ihren Einfluss geltend gemacht. Das war schon vor Einführung des Frauenstimmrechts so. Und bisher ist der Beweis ausgeblieben, wonach Frauen die besseren Männer sind. Machen wir uns also keinen unnötigen Stress.

  15. Erich Meier sagt:

    Die “Fortschrittlichkeit” eines Landes nur am Frauenanteil seiner Parlamente zu messen, ist irreführend. Viele männliche Parlamentarier laufen blindlings mit dem Trend mit und vertreten Fraueninteressen. Man betrachte nur, wie soeben die Unterhaltspflichten von Männern in unhaltbarer Weise einseitig ausgedehnt wurden, so dass sich Frauen auf Kosten der Männer bequem und feudal aus dem Erwerbsleben zurückziehen können. Vor lauter einseitiger Frauenförderung sind jetzt Männer in vielem die Benachteiligten.

    • Margot sagt:

      Da haben Sie was gründlich missverstanden, Herr Meier! Es sollen die Unterhaltskosten und Erziehungsarbeit gerecht aufgeteilt werden, dann muss kein Elternteil bezahlen! Wenn ein Elternteil dies nicht kann oder will, dann muss dieser den anderen entsprechend entlöhnen. Richtig so!