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Zürichs beliebteste Wohngegenden und die Mietpreise dazu

Von Iwan Städler, 4. Juni 2014 14 Kommentare »
Dank einem neuen Modell lässt sich schweizweit bis auf die Quartierebene zeigen, an welchen Lagen mit wie hohen Mietpreisen zu rechnen ist. Ein Blick auf Zürich und Winterthur.

Die folgenden Karten basieren auf Daten des Immobilienberatungsbüros Wüest & Partner, das die Wohnlagen bis fast auf die Liegenschaft genau bewertet hat. Dafür teilten die Experten die Schweizer Siedlungsfläche in knapp fünf Millionen Zellen von jeweils 25 auf 25 Meter auf. Anschliessend ermittelten sie für jede Zelle die Standortqualität und rechneten diese in einen Mietpreis für eine Standardwohnung um.

Zürich ist nicht gleich Zürich. An den besten Lagen der Stadt muss man mit doppelt so hohen Mietpreisen rechnen wie an den schlechtesten – wohlgemerkt für denselben Wohnungstyp. Am Zürichberg, beim Dolder und im Seefeld lassen sich laut dem Immobilienberatungsbüro Wüest & Partner Mietpreise von über 4500 Franken für eine 4½-Zimmer-Wohnung verlangen. Die Nähe zum See sowie die Aussicht auf diesen machen es möglich. An verkehrsbelasteten Standorten bei Altstetten hingegen ist eine 4½-Zimmer-Wohnung für unter 2500 Franken zu haben. Dasselbe gilt für Stadtrandlagen in Seebach und Schwamendingen, die zum Teil ebenfalls Verkehrslärm ausgesetzt sind. Allein der Lärm kann einen Preisabschlag von 10 bis 20 Prozent ausmachen.

Klicken Sie auf die Karte für eine noch detailliertere Ansicht:

Mietpreise Zuerich

 

Eher moderat bewertet ist auch Zürich-West, das frühere Industriequartier beim Escher-Wyss-Platz. Zwar sind dort etliche Luxuswohnungen entstanden. «Aber es ist nicht einfach, eine moderate Standortqualität mit einer hohen Objektqualität zu kompensieren», sagt Ronny Haase von Wüest & Partner.

Höngg schneidet dagegen überraschend gut ab. Die starke Neigung des dortigen Südwesthangs sorgt für eine gute Aussicht und viel Sonne. Auch sind die Wege in die Natur kurz. Das wissen die Mieterinnen und Mieter zu schätzen, und das treibt die Preise in die Höhe.

Neu-Oerlikon hingegen ist flach und hat dadurch wenig Aussicht – von Seesicht ganz zu schweigen. Hinzu kommt zum Teil Verkehrslärm. Das mildert die Standortqualität und lässt keine exorbitanten Mietpreise zu.

In Winterthur sind die Preisunterschiede viel geringer als in Zürich. Am begehrtesten sind die Altstadt und die Hanglagen. Ein wichtiger Faktor ist die Nähe zum Bahnhof. Denn nicht wenige Winterthurer pendeln zum Arbeiten nach Zürich – und können dank dieser Fahrt bei der Miete viel Geld sparen.

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Mietpreise Winterthur

14 Kommentare zu “Zürichs beliebteste Wohngegenden und die Mietpreise dazu”

  1. blpo81 sagt:

    Die Grafik an sich ist leider sehr ungenau! Wenn man sich für Immobilien Thurgau oder Immobilien Kreuzlingen interessiert gibt es immer einen Quadratmeterpreis. Schön wäre es diesen auf der Karte anzugeben. Vor allem in den anderen Kantonen ist dies üblich um Immobilien Kreuzlingen oder Immobilien Weinfelden zu vergleichen.

  2. Maria sagt:

    Ich finds auch super. Kommt bloss nicht auf die Idee nach Seebach zu ziehen, Leute! Das ist ein total herunter gekommenes Ghetto, hier gibt’s nur abgefuckte Bruchbuden in denen ganz böse Kriminelle wohnen! Ich wohne nur aus purem Zufall seit zehn Jahren in dieser Gegend, in einer unverschämt günstigen Wohnung, mit Blick ins Grüne und ohne jeden Verkehrslärm… Es ist wirklich ganz, ganz schrecklich hier! Ehrenwort.

  3. Peter Müller sagt:

    Wenn diese Studie stimmt, wie kommt es dann, dass Zürichs teuerste Mietwohnungen (war hier im Tagi zu lesen, ich meine das neue Käse-Terrassenhaus beim Escherwyss) und Zürichs teuerste Eigentumswohnungen (ebenfalls im Tagi, die Penthouse-Wohnungen im Löwenbräu Black beim Dammweg) in Zürich-West stehen? Auch die Preise im Mobimo-Tower an der Pfingstweidstrasse sind für die Referenzwohnung jenseits von 4500 Franken. Entweder stimmt etwas mit dieser Studie und der einbezogenen Faktoren nicht oder dann haben diese Immobiliengesellschaften völlig an der Nachfrage vorbeigeplant.

    • Heidi Müller sagt:

      Hauptsache mein Wohnquartier liegt nicht nur hinter dem Berg sondern auch aus der Schusslinie der Sim-City-Methoden dieser Mieterhöhungs-Agentur. Die Figur Harry Hasler sang einst ein amüsantes Lied darüber. Nicht über die Agentur natürlich.

  4. Peter Meier sagt:

    Die hohen Beträge lassen sich einfach erklären: “Anschliessend ermittelten sie für jede Zelle die Standortqualität und rechneten diese in einen Mietpreis für eine Standardwohnung um.” Die Werte sind also nicht reale Mietpreise, sondern eine Annahme, wie hoch die Mietpreise realistischerweise sein könnten.
    Das dient also den Vermietern, um festzustellen wo noch Abschöpfungspotential vorliegt. Wen wunderts, die Karte wurde von einem Immobilienberatungsbüros erstellt.

  5. Heidi Müller sagt:

    Das riesige “Wohnareal” am nördlichen Stadtrand von Affoltern, das auf der Karte als blau-grünes Rechteck aufgeführt ist, besteht übrigens in Wirklichkeit aus der agronomischen Versuchsanstalt der Agroscope sowie einem Bauerngut, welche von einer Bauersfamilie, deren Angestellten und vermutlich einem Hauswart bewohnt werden.
    Auf den bunt gefärbten Arealen der ETH Hönggerberg, der Universität Irchel und des Gleisfelds im Limmattal gibt es ebenso viele 4.5-Zimmer-Wohnungen à 110m2 wie im – korrekterweise – weiss gelassenen Areal des Friedhofs Sihlfeld: 0.

    Ob der Rest dieser Karte ähnlich realitätsbezogen ist und warum derart fehlerhaftes Material ohne entsprechenden Kommentar veröffentlicht wird, darüber wage ich kein Urteil.

  6. aw sagt:

    Stehe absolut hinter den ersten drei sätzen von p.grassi ! Auf der karte der ganzen ch will man wissen,dass das gambarogno (über winter keine sonne) höhere mieten bezahlen soll als auf der gegenüberliegenden sonnenseite!
    Scheint nicht logisch zu sein.

  7. Paddington Meier sagt:

    Mindestens am äussersten Rand von Höngg (Grünwald, Rütihof) weist die Karte Fehler auf. Demnach wäre es deutlich teurer direkt auf der Strasse zu wohnen, als in der an die Strasse angrenzenden Liegenschaft. Zudem sind in dem mir sehr gut und detailliert bekannten Teil des Quartiers die Preisstrukturen nicht nur insgesamt höher, sondern auch ziemlich anders strukturiert.
    In Züri West (dort kenne ich mich allerdings selber nicht ganz so gut aus) dünken mich die Preise viel zu tief zu sein – bereits für eine 2-Zimmerwohnung müsste ich dort CHF 2’700.00 / Monat auf den Tisch legen.
    Wüest & Partner ist in der Presse beliebt, weil die viele Zahlen und Daten sammeln und sie dann in hübschen Graphiken aufbereiten. Wie weit werden diese Zahlen dann aber auf der Redaktion auch kritisch hinterfragt?

  8. Heinz Eugster sagt:

    “Neu-Oerlikon hingegen ist flach und hat dadurch wenig Aussicht – von Seesicht ganz zu schweigen. Hinzu kommt zum Teil Verkehrslärm. Das mildert die Standortqualität und lässt keine exorbitanten Mietpreise zu.”
    Also mittlerweile betragen die Mietpreise für eine 4,5 Zimmer Wohnung teils auch schon CHF 3500 – CHF 4500 in Neu-Oerlikon. Und das soll nicht exorbitant sein?

    • mutter in Neu-Oerlikon sagt:

      @Heinz Eugster:
      Ich unterschreibe ihre Aussage, zu den Mietpreise in Neu-Oerlikon. Deswegen frage ich mich wie man auf seine Aussage kommt, denn der muss in dem Fall noch nie ein Wohnungsinserat aus dem Quartier gelesen haben.

    • gunnar jauch sagt:

      “Das mildert die Standortqualität”: Sollte wohl heissen “das MINDERT die Standortqualität.

  9. Blanche Wu sagt:

    Von mir aus sollen sich die Menschen im Zentrum auf den Füssen herumtrampeln und einfach nicht auf die dumme Idee kommen plötzlich, Seebach, Affoltern, Altstetten .etc. zu entdecken: Dort hat man nämlich noch Natur, wenig Lärm, gute Wohnungen zu Preisen die man sich noch leisten kann. Sobald die Trendies, Szenies und Juppies diese Quartiere entdecken werden sie zerstört: Preise gehen in die Höhe, es wird alles hässlich verbaut und Familienquartiere werden zu Schnarchquartieren, da die Familien spätestens dann in Dietikon leben müssen.

  10. Peter Grassi sagt:

    Was soll denn diese “Zahlungsbereitschaft” überhaupt sein? Wenn 2800 als “günstig” dargestellt wird, ist die Bandbreite viel zu klein. Diese Grafik dient nur dazu, Leuten, die bereits heute 3000 Fr für 100 m2 in ZH bezahlen, das Gefühl zu geben, sie würden noch günstig wohnen um so noch weiter an der Preisschraube drehen zu können. Ich habe 20 Jahre lang im Kreis 6 zwischen Schaffhauserplatz und Bucheggplatz gewohnt und dort stehen fast ausschliesslich Genossenschaftswohnungen (Seminarstrasse, Hofwiesenstrasse, Zeppelinstrasse, Guggachstrasse usw.). Meine Eltern wohnen heute noch in einer kürzlich sanierten 4.5-Zimmer 95 m2 Wohnung für 1500 Fr. (die übrigens vor 10 Jahren noch 800 Fr. gekostet hatte). Die gesamte Gegend ist “orange” eingetragen, obwohl – da gehe ich jede Wette ein – keine der dortigen 4.5Z / 110 m2 – Genossenschaftsohnungen über 2000 Fr. (geschweige denn 3000 Fr.) kostet. Pure Hochpreispropaganda!

  11. Ludin sagt:

    Sind die Preise netto kalt gemeint oder inkl. Nebenkosten? Wird leider nicht präzisiert. Danke J. Ludin