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Wie sich die SVP aus dem Bürgerblock verabschiedet hat

Von TA Korrektorat, 21. April 2014 145 Kommentare »
Inwiefern hat sich die Positionierung der Parteien im Verlauf der Jahrzehnte verändert? Eine Auswertung der Abstimmungsparolen in einer animierten Grafik zeigt: Nicht die FDP und die CVP haben sich bewegt, sondern die SVP.
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Von Michael Hermann und Iwan Städler

Es gehört zu den Besonderheiten des schweizerischen Politsystems, dass sich die Parteien regional unterschiedlich positionieren. Kantonalsektionen können eine andere Abstimmungsparole fassen als ihre Mutterpartei. Doch wie oft geschieht dies überhaupt? Welches sind die Parteien mit den eigensinnigsten Kantonalsektionen? Und inwiefern hat sich deren Positionierung im Verlauf der Zeit verändert? Der «Tages-Anzeiger» und die Forschungsstelle Sotomo haben sämtliche Parolen zu eidgenössischen Volksabstimmungen seit Ende der 70er-Jahre ausgewertet. Damit lassen sich die Mutter- und die Kantonalparteien im politischen Raum verorten. Und ihre Positionen lassen sich mit dem Mittelwert des Stimmvolks vergleichen.

Entstanden ist ein Bild des Wandels. Das zeigt unsere Animation (1985 bis 2014):

Foto 2

 

Animierte Grafik: Mario Nowak, Michael Hermann (sotomo)

Diese Entwicklung widerspricht der Wahrnehmung, welche die SVP bisher hatte. Sie sah sich gerne als die «einzige verbleibende bürgerliche Partei», während sich CVP und FDP von ihren bürgerlichen Wurzeln entfernt hätten. Stattdessen zeigt die Auswertung der Parteiparolen, dass sich die SVP aus dem einstigen Bürgerblock entfernt hat und heute dort steht, wo einst die Autopartei respektive die spätere Freiheitspartei politisierte.

Weit stabiler sind die FDP und die CVP. Vor allem die Christlichdemokraten politisieren bezogen auf den Mittelwert der Stimmenden erstaunlich konstant. Beim Freisinn zeigt sich eine leichte, aber bemerkenswerte Verschiebung nach rechts. Bemerkenswert deshalb, weil die FDP der 80er-Jahre von rechten Kritikern oft als Vorbild bezeichnet wird. Die Partei hatte damals zwar mit dem Slogan «Mehr Freiheit, weniger Staat» geworben, bei konkreten Abstimmungsparolen trat sie aber gemässigter auf als heute.

Nimmt man die Abstimmungsparolen zum Massstab, stehen sich CVP und FDP ziemlich nahe, während zur SVP eine grosse Lücke klafft. Anders im Parlament: Dort positioniert sich die FDP zwischen der CVP und der SVP. Woher rührt dieser Unterschied? Während im Parlament eher die Finanz- und die Sozialpolitik dominieren, stehen an der Urne oft gesellschaftliche und staatspolitische Fragen im Zentrum – vom Minarett bis zu den Pädophilen. Es sind Themen, welche die Stimmbürger offensichtlich beschäftigen, denn sie sind oft Inhalt von Initiativen. Und hier steht die SVP nicht selten alleine in der Opposition.

Die Entwicklung lässt sich auch mit zwei Momentaufnahmen illustrieren:

Positionierung Partei-Kantonalsektionen einst und heute

 

Das linke Diagramm zeigt die Situation in den späten 80er-Jahren, das rechte die heutigen Verhältnisse. Während die Kantonalsektionen bis zum Ende des Kalten Krieges vor allem auf bürgerlicher Seite weit streuten, klumpen sie sich heute um ihre Mutterparteien. Zwar bildete die SVP schon vor 30 Jahren den konservativen Pol der bürgerlichen Parteien. Aber die Unterschiede waren gering und verwischten sich in den Kantonen. So fasste etwa die Schwyzer FDP rechtere und konservativere Parolen als die meisten SVP-Kantonalparteien.

Seither haben die Parteien – bildlich gesprochen – aufgeräumt. Die regionalen Eigenheiten sind weitgehend verschwunden. Heute beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kantonalsektion mit ihrer Abstimmungsparole von der Mutterpartei abweicht, nur noch 4 Prozent. Zu Beginn der 90er-Jahre kam dies noch doppelt so oft vor. Der Wandel ist die Folge veränderter Rahmenbedingungen. Zwar findet der nationale Wahlkampf auch heute noch in erster Linie in den Kantonen statt und konzentriert sich – anders als im übrigen Europa – nicht auf nationale Spitzenkandidaten. Aber die Mobilität nimmt zu, die lokale Verankerung ab. Heute dominieren nicht mehr kleine Regionalblätter die politische Debatte, sondern überregionale Zeitungen und das sprachregionale Fernsehen. Entsprechend sind nationale Themen und nationale Parteiexponenten derart prägend, dass sich eigene kantonale «Marken» kaum noch aufrecht halten lassen.

Das «faule Nest» im Thurgau

Es gibt aber immer noch Kantonalsektionen mit eigener Linie. Die eigenwilligste ist derzeit die SVP Thurgau. Neunmal ist sie seit 2008 ausgeschert – mehr als jede andere Kantonalpartei.

Abweichungen der Kantonalparteien

 

Die Thurgauer SVP sagte zum Beispiel Ja zu einer teureren Autobahnvignette, Nein zur Volkswahl des Bundesrats und Ja zur Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien – stets im Gegensatz zur SVP Schweiz. Im vergangenen Jahr wich sie in 4 von 11 Abstimmungen von der nationalen Partei ab. Im Thurgau sei die SVP eben eine «staatstragende Partei», erklärt ihr Präsident Ruedi Zbinden. Sie stellt zwei von fünf Regierungsräten und übernimmt auch in den Gemeinden Verantwortung. Das prägt. Entsprechend politisieren die National- und Ständeräte der Thurgauer SVP moderater und konsensorientierter als Parteikollegen anderer Kantone.

Dies wirkt sich wiederum beim Fassen der Parteiparolen aus. So setzte sich etwa Ständerat Roland Eberle für ein Nein zur Volkswahl des Bundesrats ein. Und das Engagement des einstigen Nationalrats Peter Spuhler trug stark dazu bei, dass sich die SVP Thurgau 2009 deutlich für die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien aussprach.

Das gefiel Christoph Blocher nicht. Er bezeichnete die ausscherende Kantonalsektion als «faules Nest», das sich nur nach der etablierten Meinung richte. Die Thurgauer blieben ihrem Kurs aber treu. «Unsere Wählerschaft schätzt, dass wir einen anderen Stil pflegen als die SVP Schweiz», sagt Präsident Zbinden. Der Erfolg an der Urne scheint ihm Recht zu geben: Bei den letzten Nationalratswahlen kam die SVP im Thurgau auf einen Anteil von 38,7 Prozent, während sie sich gesamtschweizerisch mit 26,6 Prozent begnügen musste.

Blocher war selbst Abweichler

Falls abweichende Kantonalsektionen faule Nester sind, hat Christoph Blocher einst selbst ein solches präsidiert. Unter seiner Leitung wich die SVP Zürich zwischen 1977 und 2003 über 30 Mal von der Mutterpartei ab. Damit war Blochers Kantonalpartei eine der grössten Abweichlersektionen aller Parteien.

Dies gehörte zu seiner Strategie, innerhalb der SVP eine konservativere Linie durchzusetzen. Das erste Mal zeigte sich dies 1985 in aller Deutlichkeit. Blocher übernahm die Führung des Komitees gegen das modernisierte Ehe- und Erbrecht. Dies, obwohl die nationale SVP die Ja-Parole beschlossen hatte. In der Folge gelang es Blocher, 11 der damals 14 SVP-Kantonalparteien auf seine Seite zu ziehen. Sie stellten sich mit ihrer Nein-Parole gegen die Mutterpartei. Die nationale Parteiführung war desavouiert – und Blochers konservative Revolution begann.

Die SVP-Sektionen Schwyz und Aargau steuerten aber schon vor Blochers Aufstand gegen die Mutterpartei einen rechtskonservativen Kurs. Sie politisierten auf Blocher-Linie, bevor es eine solche gab. Schliesslich setzte sich dieser Kurs unter Führung der Zürcher durch.

SVP bewirtschaftet konservative Hälfte

Warum die SVP mit ihrem konservativen Kurs so erfolgreich ist, lässt sich gut aus den beiden politischen Landkarten ableiten: In den späten 80er-Jahren positionierten sich alle etablierten Parteien in der oberen, liberaleren Hälfte des politischen Raums. Sie waren also alle progressiver als der Mittelwert der Stimmenden. Die SVP hat sich dieses Ungleichgewicht zu Nutzen gemacht, indem sie sich von den anderen bürgerlichen Traditionsparteien entfernt und in die untere, konservative Hälfte des politischen Raums verschoben hat. Anders als von ihr behauptet, hat sie sich damit nicht dem Volk angenähert, sondern eine Marktlücke besetzt. Als einzige etablierte Partei vertritt sie bei Parolen die konservative Hälfte des Stimmvolks.

«Wir haben unser Profil in aussen- und europapolitischen Fragen geschärft», sagt SVP-Präsident Toni Brunner. Auch vertrete die SVP die traditionellen Schweizer Werte konsequenter als die anderen Parteien. Die Konstanz der FDP und vor allem der CVP überrascht aber Brunner: «In unserer Wahrnehmung haben sie sich öfters neu positioniert.»

Epische Auseinandersetzungen

Auch die Schweizer Demokarten (SD) haben eine Marktlücke gesucht. Die einstige «Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat» kombiniert heute ihre traditionell nationalistische Ausrichtung mit sozialen und ökologischen Positionen. Damit haben die Schweizer Demokraten den gesamten links-konservativen Quadranten des politischen Raums für sich. Trotzdem schaffen sie es nicht, ihr Abdriften in die Bedeutungslosigkeit zu stoppen. Offenbar hat die SVP eine derart starke Anziehungskraft, dass sie auch von jenen gewählt wird, die durch ihr soziales Profil eigentlich besser zu den Schweizer Demokraten passen würden.

Die von Blocher vorangetriebene Neupositionierung der SVP wurde aber nicht überall willig aufgenommen. Die epischen Auseinandersetzungen zwischen dem Zürcher Flügel auf der einen Seite sowie dem Berner und dem Bündner Flügel auf der anderen Seite sind legendär. Spätestens um die Jahrhundertwende hatte sich die Zürcher Linie durchgesetzt. Dennoch blieb die SVP – entgegen ihrem Image einer stramm geführten Organisation – bis 2003 die Bundesratspartei mit dem höchsten Anteil abweichender kantonaler Parolen. Seit der Abspaltung der BDP weichen die SVP-Sektionen etwa gleich häufig ab wie jene der FDP und der CVP.

Geschlossene Linke

Deutlich geschlossener treten die SP und die Grünen auf – und zwar seit jeher. Für die SP gehört eine klare Programmatik zum Selbstverständnis. Ihre kantonalen Sektionen fassen zum Teil gar keine eigene Parole. Auch im National- und Ständerat bleiben die Linken stramm auf Linie. Ihre Parlamentarier weichen nur selten von der Fraktionshaltung ab.

Allerdings ist das Verhalten im Bundesparlament nicht immer ein Spiegel der Parolenfassung. So stimmen die grünliberalen Parlamentarier noch geschlossener als die Linken. Die Kantonalsektionen hat GLP-Präsident Martin Bäumle dagegen weniger im Griff. Hier liegt seine Partei nur im Mittelfeld. Eine ähnliche Diskrepanz zeigt sich bei der BDP. Hier sind es aber die Kantonalsektionen und nicht die Nationalräte, die auffällig selten abweichen. Indirekt haben die beiden neuen Parteien dazu beigetragen, dass die Schweizer Parteienlandschaft heute aufgeräumter wirkt: Wer sich in seiner angestammten Partei nicht mehr zu Hause fühlte, hat durch BDP und GLP eine Alternative gefunden.

Die Methode

Die Parteien und ihre Kantonalsektionen wurden auf Basis ihrer Abstimmungsparolen zu den 275 eidgenössischen Volksabstimmungen von 1981 bis 2014 im politischen Raum positioniert. Die Zuordnung der einzelnen Abstimmungen zu den beiden Dimensionen des politischen Raums basiert auf einer Faktorenanalyse der Gemeinderesultate zu den Volksabstimmungen. Abhängig von der Faktorladung wurde jeder Abstimmung ein Gewicht von -3 bis +3 zugewiesen (vgl. beiliegendes Dokument). Die einzelnen Abstimmungen wurden so standardisiert, dass die Position der Parteien im politischen Raum ihrem Abstand in Prozentpunkten vom Mittelwert der Stimmenden (Median) entspricht.

Hier geht es zu den Rohdaten der Auswertung

Für die zeitliche Veränderung wurden die Abstimmungen zusätzlich mit einer Gauss-Funktion abhängig von der zeitlichen Distanz zum jeweiligen Jahr gewichtet.

Links vs. rechts: Staatsverständnis

Die horizontale Dimension des Raums bildet den klassischen Links-rechts-Gegensatz ab. Sie bringt das Staatsverständnis zum Ausdruck. «Links» steht für ein Staatsverständnis, das Wohlfahrt und Ausgleich ins Zentrum stellt. Im «rechten» Staatsverständnis stehen Ordnung und Sicherheit im Fokus. Die Links-Rechts-Achse kann nicht auf den Nenner «mehr oder weniger Staat» reduziert werden. Die Parteien im rechten Spektrum des politischen Raums setzen die Prioritäten anders als jene des linken. Statt für den Ausbau des Wohlfahrtstaats setzen sie sich für die Stärkung von Armee und Polizei ein. Entlang der Links-rechts-Achse verlaufen ausserdem Abstimmungen zu Umweltschutz und zum Asylwesen. Die Parteien auf der linken Seite des Raums setzen sich für mehr Umweltschutz und für ein an humanitären Prinzipien ausgerichtetes Asylwesen ein.

Konservativ vs. progressiv/liberal: Öffnung und Veränderung

Die vertikale Dimension des politischen Raums bezeichnen wir als Gegensatz zwischen «konservativ» und «progressiv/liberal». Bei dieser Dimension steht der Umgang mit Öffnung und Veränderung im Zentrum. Die progressiv/liberale Position im politischen Raum steht für freiheitliche und reformorientierte Einstellungen. Die Konservativ-progressiv-Achse ist nicht auf einzelne Politikfelder begrenzt, sondern deckt wirtschaftliche, gesellschaftliche und staatspolitische Fragen ab. Im gesellschaftlichen Bereich geht es um individuelle Selbstbestimmung (Schwangerschaftsabbruch, Partnerschaftsgesetz usw.); im wirtschaftlichen um die Förderung von Strukturwandel, Wettbewerb und um eine affirmative Haltung gegenüber der Globalisierung (Subventionsabbau, Werbefreiheit, Freihandel usw.); im staatspolitischen Bereich geht es schliesslich um Zentralisierung und Internationalisierung (Schengen, Auslandeinsätze usw.) versus der Bewahrung der föderalen Ordnung.

145 Kommentare zu “Wie sich die SVP aus dem Bürgerblock verabschiedet hat”

  1. Merz sagt:

    Die Politiker der BDP haben sich aber viel viel weiter weg von ihrem Ursprung weg bewegt, denn als diese noch in der SVP waren, war die SVP praktisch bereits da wo sie auch heute ist!!! Wer hat sich also verabschiedet?

  2. Johnny Wezel sagt:

    Und wieder wird das politische Spektrum umgedeutet. Man definiert links als die neue Mitte und somit wandern alle Konservativen nach rechts, dort wo man sie haben will.

    Linke sind Weltmeister im umdeuten, umdrehen, verzerren und umdefinieren.

  3. Jan Dubach sagt:

    Die SVP setzt die Themen und die anderen Parteien rennen eifersüchtig hinterher. Zuerst wird alles in Bausch und Bogen verworfen oder zerredet. Wenn alle Gegenpropaganda keine Früchte tragen und bei grossen Teilen der Bevölkerung der Unmut nicht nachlässt, versucht man mit anderen, ähnlichen Vorstössen der SVP den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dass dies zunehmend nicht gelingt stösst sauer auf.

    • Nadine Binsberger sagt:

      @Dubach: die Grafiken sprechen eine andere Sprache. Die Autopartei (Ursprung: Goldküste…) besetzt ein unbewirtschaftetes Feld. Unter Führung eines anderen Goldküstlers schwimmt die ganze SVP den ganzen weiten Weg dorthin. Und die Autopartei? Löst sich auf (Mission erfüllt). Alle anderen Parteien treten mehr oder weniger an Ort. Aber von der SVP sind wir es uns ja gewohnt, dass sie sich selber immer im Zentrum stehend sieht und die eigene Radikalisierung auf das gesamte Umfeld projiziert. Wie ein Fallschirmspringer der meint, die Erde falle auf ihn zu. Solche Gruppendynamiken sind nicht neu. Hugo Stamm hat sich schon oft dazu geäussert (nur – noch – nie im Zusammenhang mit der SVP).

  4. Daniel Blattmann sagt:

    Alles paperlapapp! CVP ist eine Linkspartei geworden und die FDP tendiert in div. Bereichen auch dort hin. Nur ultrakonservative Rechtspolitik bringt die gute Schweiz weiter! Diese Graphik ist z.G. links geschoenigt. Ausser der SVP kann man keiner Partei vertrauen, alle wollen direkt oder indirekt in die EU und verscherbeln unsere wunderbaren konservativen Werte. Daher ohne wenn und aber SVP forever und von mir aus ruhig noch ein wenig noch mehr rechts politisieren, das kann nicht schaden und hebt uns positv vom europaeischen Moloch um uns ab!

    • Nadine Binsberger sagt:

      @Blattmann 00:10: Ihre Aneinanderreihung von Behauptungen ist nicht uninteressant. Sie gibt ein Bild ab über den Standpunkt eines SVP-Getreuen. Aber für einen Diskurs fehlen die Argumente. Ein Diskurs wäre noch interessanter, als eine reine Bildbetrachtung.

    • Claudio Hammer sagt:

      Sie meinen also man könnte das inhaltsleere Gebrüll der SVP noch steigern und die Probleme noch effizienter dauerbewirtschaften mit unterirdisch schlechten Initiativen? Und Europa den Stinkefinger zeigen — irgendwann würden die dann einfach mal ein Embargo gegen die Schweiz machen und in sechs Wochen wäre das Land am Boden und Ihre SVPler würden auf den Knien nach Brüssel kriechen!
      Die SVP ist ja wohl die unschweizerischte Partei seit 1848 – die tun nur so als wären sie die schweizerischten aller Schweizer! Aber nach dem Ableben des Herrlibergers wird die SVP zum Glück wieder dorthin verschwinden wo sie hingehört – nämlich in die Bedeutungslosigkeit!
      Was bitte sind denn Ihre wunderbaren konservativen Werte? Die Heidiland, Bäckerei Zürrer und Polizist Wäckerli Schweiz aus den 50er Jahren ohne Frauenstimmrecht, ausländischen Wanderarbeitern fast ohne Rechte?
      Aber vergessen Sie es – die Mehrheit der Eidgenossen will Ihren Albtraum eh nicht – und das ist gut so!!

      • Yves Namel sagt:

        Diese Antwort ist der Hammer! Immerhin ein Hoffnungsschimmer: Blattmann könnte seine Worte ironisch gemeint haben. Ansonsten hätte der Hammer die Argumente Blattmanns mit einem Blattschuss treffsicher erwidert.

  5. Urs Emch sagt:

    Die Graphik zeogt, dass sich die Entwicklung immer stärker auf die von den Gegenpolen SP etc. bzw. SVP gebildete schiefe Ebene verlagert: Links/progressiv gegen rechts/konservativ. Damit haben wir ein System, das fast alle westlichen demokratischen Staaten von USA bis Frankreich schon kennen. Die SVP ist daran, unser zwar weniger spektakuläres aber unter dem Strich effizienteres Konkordanzsystem zu Grabe zu tragen. Mit ihrem Regierungs-/Oppositions-Denkschema höhlt sie ein über Jahrzehnte bewährtes System aus, das Bestandteil unserer Politkultur ist. Sie macht damit das genaue Gegenteil von dem, was sie immer vorgibt, die Erhaltung schweizerischer Werte. Die einst so stolze (echt) liberale FDP singt dazu schlingernd das Requiem und wird den Weg in die Bedeutungslosigkeit gehen die deutsche Schwesterpartei. Gute Nacht.

  6. Lukas Aeschbacher sagt:

    Nun sind auch die Rohdaten veröffentlicht und die Methodik beschrieben, besten Dank. Obwohl ich solche Auswertungen hochinteressant finde, sehe ich hier eine grundlegende Schwäche: Es werden zu viele Dimensionen auf letztlich zwei Dimensionen zusammengequetscht. Oder anders formuliert gibt es eine Abbildung von n Dimensionen auf 2 (plus die Zeit als dritte). Diese Abbildung ist nicht exakt durch objektive Regeln definiert sondern wird durch einen Menschen bestimmt, der nach seinem Gutdünken Gewichtungen vornimmt. Das ist nicht falsch, aber der Betrachter der Resultate muss sich dessen bewusst sein, dass sie stark durch den Verfasser der Untersuchung geprägt sind (eine kleine Stichprobe hat bestätigt, dass ich etliche Gewichtungen anders setzen würde, was natürlich einen Einfluss auf das Resultat hat).

    Eins verstehe ich allerdings nicht: Weshalb kann eine einzelne Abstimmung nur zu einer Koordinate beitragen? Weshalb kann eine Abstimmung nicht sowohl im links/rechts- wie auch im progressiv/konservativ-Raum positioniert sein?

  7. gabi bossert sagt:

    Die SVP zeigt deutlich gefährliche und zerstörerische Richtlinien auf. Da sie aber in der Bevölkerung einen hohen Befürworter Anteil aufzeigt, werden Diskussionen keine Revolution dagegen auslösen. Wir werden zuschauen müssen, in welche Richtung dieser bedrohliche Karren noch gefahren werden kann und ob dann noch grenzen zu setzen sind.
    Auch die Linke spaziert daneben eher einen schläfrigen Gang. Was uns Allen bleibt ist nichts als Abwarten.
    Die Schlagzeiten wieder jüngster Zeit zeigen auf, dass die SVP Massen bewegen kann und aus der Geschichte lassen sich da doch einige Erinnerungen zurück rufen.

  8. Claudio Hammer sagt:

    Von dort unten aus der rechtskonservativen Ecke kann man die meisten Feindbilder bewirtschaften: Die Linken, die Grünen, die Mitteparteien (am liebsten die BDP) die Europhilen, die Etaisten, die Liberalen und ausländerfreundliche Kreise – und so langt es dann auch für 26-30% Wähleranteil — allerdings wird Schlüers Traum vom 51% SVP Wähleranteil nie aufgehen, da bei so vielen verschiedenen Feindbildern nie eine Mehrheit zustande kommen wird!
    Aber die SVP Millionäre sind nicht schlecht gefahren mit dieser Strategie – konnte sie doch 1992 ihre Kartelle halten und das Volk weiterhin abzocken, der Schrei nach Steuersenkungen kommt beim Volch auch immer gut an und für den Rest gibt es ja noch Minarette, Cannabis, Pädophile, Carlos, die fremden Richter etc, die man dauerbewirtschaften kann!
    Und die Lemminge glauben tatsächlich der Herrliberger täte etwas für die Schweiz – nur das Schwingen von ein paar Schweizerfahnen machen noch keinen aufrichtigen Patrioten aus!

  9. Hansjakob sagt:

    Die SVP habe sich aus dem Bürgerblock verabschiedet. Ein lustiger Titel, weil doch Partei-Angehörige, Sympathisanten und die ungebundenen Bürgerinnen und Bürger allesamt dem Bürgerblock angehören. Bürger dieses Landes ist jedermann. Wahrscheinlich meinten die Herren, welche diese weitere Analyse, welche die Welt nicht braucht, erstellten, das bürgerliche Lager. Konservativ denken ist also nicht bürgerlich, sowie Kommunisten offenbar nicht Sozialisten sind? Schon an diesem Wortspiel an sieht man, was das wieder für einen Quatsch ist, der da angestellt worden ist. Oder ist es einmal mehr der Versuch, die korrekte allgemeine Wahrnehmung, wonach sich CVP, GLP u.a. halt in Gottes Namen im Laufe der Jahre nach links bewegt haben, weg von der SVP, zu widerlegen? Es bleibt dabei: Diejenige Partei, welche ein klares, werteerhaltendes, bürgerliches Profil hat, ist die SVP. Es ist verständlich, wenn Politologen, Meinungsforscher, Umfragegurus u.a. möglichst viel Ungereimtes in die Parteienlandschaft kolportieren müssen. Von was sollten sie sonst leben?

  10. Jörn Knie sagt:

    Völlig unberücksichtigt bleibt die Entwicklung der Abstimmungsvorlagen. Berücksichtigt man die Salamitaktik, dann stimmen dann findet bei zweimaliger Zustimmung zu Vorlagen bzgl. linker Familienpolitik nicht ein Beibehaltung der Position sondern ein extermer Linksdrift statt. Oder: Wer heute einer linken Vorlage zustimmt stimmt viel weiter links als noch vor Jahren. Umgekehrt war z.B. die Kontigentierung ausländischer Arbeitskräfte bereits einmal Realität. Man kann der SVP nicht vorwerfen, sie sei nach rechts abgedriftet, wenn sie etwas wieder einführen will, was vor 15 Jahren übliche Praxis war und diversen Parteien mitgetragen wurde.

    • Yves Namel sagt:

      Tja, das ist ja der Gag an der Sache: Lernfähige entwickeln sich weiter, “dr Esel bliibt stah”. Nur weil sich die SVP in einer weiterentwickelten Welt die “gute alte Zeit” zurück wünscht, ist sie noch lange nicht standfest. Sie hat im Gegenteil eher überhaupt keine Ahnung, was die Stärken der Schweiz sind und wie sie diese in Zukunft angesichts des sich ständig verändernden Umfelds ausspielen will. Kein Wunder also, irrt sie auf dem Tableau der politischen Haltungen umher bzw. entwickelt sich gemäss neusten Marketing-Ideen lieber in eine Nische, als dass sie sich der Herausforderungen der Schweiz, meinem Zuhause, annimmt. Ich zweifle nicht daran, lieber Jörn, dass Du das irgendwann auch noch einsiehst. In ein paar Jahren steht’s in den Geschichtsbüchern.

    • Fabian sagt:

      Ja, aber die Welt hat sich in den letzten 15 Jahren verändert und so auch viele Menschen in Ihren Denkweisen. Deshalb kann man schon sagen das die Partei in der heutigen Sicht rechter ist als vor 15 Jahren.

      Diese Meinung (z.B.Kontingentierung Arbeitskräfte) ist heute rechter als in der Vergangenheit. Da sich die Gesellschaft verändert hat.

  11. Laurent Meier sagt:

    Diese Grafiken werfen einige interessante Fragen auf:
    1. Wurde die Tatsache berücksichtigt, dass sich das psychologische Klima der Schweiz seit den 2000er wieder Richtung Konservatismus bewegt?
    2. Wie kann es sein, dass der “Mittelwert Stimmende” nicht auf dem Schwerpunkt des Quadrates liegt? Schliesslich bilden unsere Parteien in etwa das politische Spektrum der Stimmbevölkerung ab.
    3. SP/Grüne sind deutlich linker, als die SVP rechts ist, trotzdem wird bei der SP in den Medien gerne von den “Linksliberalen” gesprochen, bei der SVP von “Rechtsextrem, Rechtspopulisten, Nationalrechtskonservativen” etc. Die einzige plausible Erklärung dazu ist, dass die Medien im Allgemeinen links anzusiedeln sind und aus deren Perspektive die Parteien klassifizieren.
    4. Würde der “Mittelwert Stimmende” zum “Ist-Wert” verschoben, wären die SP/Grünen noch deutlicher linker, eine faire Berichterstattung würde somit – falls der SVP das Attribut “rechtsextrem” zugeordnet wird – bei der SP von ultralinksextrem sprechen, das ominöse Wort mit “K” nehme ich nun nicht in den Mund.

    • Luca sagt:

      Herr Laurent Meier Sie brauchen nur regelmässig die Kommentare (auch ihre) der schreibenden SVP-Sympathisanten zu lesen. Auch ohne Grafik werden Sie feststellen, dass die SVP ihrem Ruf gerecht wird, nicht umsonst haben alle namhaften rechtsextremen Parteien Europas zum grandiosen MEI-Sieg gratuliert. Aber wahrscheinlich ist Fremdenhass für Sie ein “bürgerlicher” Wert

      • Laurent Meier sagt:

        Die MEI Initiative kann unterschiedlich interpretiert werden, ausschliesslich mit Fremdenhass greift meiner Meinung nach viel zu kurz. Für gewisse Kreise ist es eine Absage an Europa, für andere Fremdenhass, für andere wiederum waren ökologische oder Wachstumskritische Gedanken dahinter, alle gleich in den rechtsextrem Topf zu werfen ist etwas gar einfach.
        Zudem ist die Methodik sehr zweifelhaft:
        1. MEI wird mit -3 gewichtet, ABER: als Folge der PFZ wurde das Land mit GAV übersät, also das pure Gegenteil von “liberal/progressiv”
        2. im Umkehrschluss wird die PFZ als +3 gewichtet, sehr zweifelhaft Lohnpolizei und Gewerkschaften als “liberal” zu betiteln
        3. Abtreibungsinitiative wiederum mit -3, liberal aber ist, wer für seine Kosten selbst aufkommt, ergo müsste dort eine +3 stehen.
        4. Volkswahl des BR -1? wie bitte? was gibt es liberaleres als eine demokratische Wahl?
        5. die Wirtschaftsfreundliche UST II Reform müsste +3 bei “liberal” sein, aber kein Deut davon
        6. Kriegsmaterial-Export-Verbot ist doch völlig antiliberal, also -3
        u.s.w.

        ich werde den Verdacht nicht los, dass die Autoren dieser Studie mit sehr erklärungsbedürftigen Gewichtungen ein Ihnen genehmes Resultat erzeugt haben…

      • Willy Brauen sagt:

        Leider kommt von den Linken immer das armselige Argument des “Fremdenhasses”, in Ermangelung besserer Argumenten, wenn berechtigte Fragen über die masslose Zuwanderung gestellt werden.

    • Yves Namel sagt:

      Lieber Laurent. Wen interessiert schon das linke Extrem, d.h. die SP? Das war jahrzehnte-lang kein Problem für die Schweiz. Die SP hat ja erst ab jenem Zeitpunkt an Bedeutung und politischer Einflussnahme gewonnen, in dem die SVP entschieden hat, sich aus dem bürgerlichen Block zu verabschieden. Das WAHRE Problem ist und bleibt diese Entwicklung der SVP der vergangenen 25 Jahre. DIES schädigt die Schweiz, aber sicher nicht die Extrempositionen der seit jeher so agierende SP. Eine SP hat die Schweiz schon immer ertragen können. An der SVP geht aber das Land ultimativ zugrunde. Ich wünsche mir deshalb, dass nach Blochers Abtreten die SVP die Bewegung zurück in den liberalen Bürgerblock absolviert, so dass wir – nach diesem im historischen Kontext dereinst sich als wenig erfolgreich erweisenden Blocher-Intermezzo – wieder auf den langfristigen Erfolgspfad zurückfinden.

      • Hansli sagt:

        @Laurent Meier Ich glaube Sie müssen ihr Koordinatensystem neu eichen. Die MEI war das antiliberalste was hierzulande an der Urne angenommen wurde. Die PFZ hingegen ist eine liberale Idee.

        • Laurent Meier sagt:

          @Hansli
          Selbstverständlich ist die PFZ im Grunde eine liberale Idee, Unternehmen können frei im gesamten EU Raum Mitarbeiter rekrutieren, angesichts der Gefälle der Volkswirtschaften in Europa war aber auch absehbar, dass der Schweizer Arbeitsmarkt mit billigeren Arbeitskräften geflutet wurde und immer noch wird. Wieso also war die SP für die PFZ? Das Zauberwort heisst “flankierende Massnahmen”, und das ist nun das antiliberalste was es gibt: flächendeckende GAV, Lohnpolizei, Pflichtbeiträge an Gewerkschaften, paritätische Kommissionen die Betriebe kontrollieren u.s.w., was das mit einem liberalen Arbeitsmarkt zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht.
          Das ist auch ein enormer Schwachpunkt dieser Statistik: sie wirft gesellschaftspolitischen Liberalismus (Homo-Ehe, Drogenkonsum, KiTa usw) in denselben Topf wie wirtschaftspolitischer Liberalismus (PFZ, USTII, Ladenöffnungszeiten etc). Eine FDP ist für die PFZ aus ganz anderen Motiven als eine SP, erstere wollen Gewinnmaximierung und Wachstum, letztere mehr staatliche Kontrollen und eine Regulierung des Arbeitsmarktes. Die SP schreit nach immer mehr Kontrollen, Gesetzen, Verordnungen und strebt eine Aufblähung des Staatsapparates an, schliesslich will sie ihr Klientel von Funktionären und Etatisten bedienen, wer die SP liberal bezeichnet, verkennt ihre wahren Motive, oder können Sie mir nur einen einzigen sozialistischen Staat nennen, der liberal ist und den Bürgern maximale Freiheit garantiert?

          • Josef Marti sagt:

            Sozialismus ist nicht dasselbe wie Sozialdemokratie, das sollte man eigentlich wissen. Das Antiliberalste sind für mich immer noch die Sonntagslliberalen von der FDP, offenbar kommen nur solche Hirne auf so abstruse Ideen, wie dem Bürger den Einkauf ennet der Grenze verbieten zu wollen. Liberal? nur für Banken und Multis, sicher nicht für den Konsumenten. Und die Sonntagsliberalen lobbyieren ausgerechnet für die Finanzwirtschaft, also eine Clique die dank staatlichem Geldschöpfungsmonopol in der geschützten Werkstatt eine permanente Defizit- und Bonusgarantie zulasten Steuerzahler und zulasten der Währung geniesst.

          • Yves Namel sagt:

            Laurent: Du verbeisst Dich. Deine Argumente gehen m.E. in die richtige Richtung. Aber die FlaM zu der PFZ sind halt ein politischer Kompromiss, der die PFZ deshalb nicht “un-liberal” macht. Jedenfalls ist eine PFZ mit FlaM um Welten liberaler als die MEI. Liberal heisst halt auch, dass man sich eine optimale Freiheit mit Optionen sucht, nicht eine maximale, die ultimativ zum Entfall der Optionen führt. Die Studie mag deshalb ihre Erhebungsinkonsistenzen haben. Aber, lassen wir uns nicht täuschen: Die SVP hat schlicht keine Ahnung, was sie will – abgesehen davon, dass sie die rechteste Partei sein will, um einen Einfronten-Krieg gegen alle “Linken” zu führen. Das belegen ihre Probleme in Genf (MCG) oder im Tessin (Lega). Und wer die MEI mal liest und versucht zu verstehen, was da gemeint sein könnte, wird aus dem Kopfschütteln einfach nicht mehr rauskommen.

  12. Rene Wetter sagt:

    Die SVP hat die Autopartei geschluckt und deren Position eingenommen. Sie ist auch ihrem Führer und Sponsor gefolgt. Es gibt sonst keine Partei in der Schweiz die so einen Führer ausgerichtet ist

    • Max Bader sagt:

      Im Text steht, dass es bei der SP viel weniger Abweichler gibt, sowohl im Parlament als auch bei den kantonalen Parteien. Die SP ist somit viel zentralistischer als die SVP, wo es auch so manche Abweichung gibt.

      • Lukas Aeschbacher sagt:

        Im Text wird das bei den Linken als “Geschlossenheit” dargestellt. Es wurde auch schon in anderen Untersuchungen gezeigt, dass die Linken parolentreuer sind als die Rechten. Interessanterweise sehen die Linken selber das ganz anders und machen vorab bei den Rechten eine starke Geschlossenheit aus, welche sie dann als “Kadavergehorsam” bezeichnen.

  13. Was ist neu an dieser Erkenntnis? Dass sich die SVP weit nach rechts verabschiedet hat, ist längst bekannt.

    • Willy Brauen sagt:

      Die ordnungsliebenden Linken fühlen sich in der SVP besser aufgehoben als in der chaotischen Linken.

  14. Markus Notter sagt:

    Was mir auffällt: Auf der recht-links Skala hat die SVP 40 Punkte (ein paar mehr als noch vor ein paar Jahren und etwa gleich wie die FDP), die SP -50 (gleich viel wie immer). Mathematisch gesehen ist die SVP also näher an der rechts-links Mitte als die SP (und als GP, PdA etc.). Trotzdem wird im Zusammenhang mit der SVP von Kritikern gerne und oft der Ausdruck ‘rechtsextrem’ gebraucht. Die Daten zeigen aber, dass die SP eigentlich viel extremer ist bezüglich links-rechs-Politik als die SVP. Ein Schelm wer böses dabei denkt…

    • Andreas Meier sagt:

      Die SP ist halt auch echte Opposition – sie erreicht so knapp 20% Wähleranteil. Die SVP hat fast überall eine Mehrheit oder ist zumindest mit Abstand die stärkste Partei (wie zum Beispiel im Kanton Bern).
      Und wer so wenig in die Classe Politique gehört wie die SP muss halt etwas pointierter auftreten

      • Claudio Hammer sagt:

        Meier: Na immerhin ist die SP in den wichtigen Städten der CH sehr gut vertreten — und wo wird das meiste Geld verdient, wo wohnen die meisten Menschen, wo passiert Aussenpolitik – genau in den grossen Städten – dort wo es viel SP und Grüne in der Exekutive hat – auch der Gemeinderat Bern selber wird von SP und grünes Bündnis dominiert – von dem her machen die Sozis nicht alles falsch…

  15. Heiner Hug sagt:

    Das spannendste sind eigentlich die Kommentatoren, von denen die grosse Mehrheit bereits mit 2 Achsen überfordert ist, selbst wenn diese noch wunderbar grafisch dargestellt sind.
    Wirtschaftspolitisch sind FDP und SVP auch auf dieser Grafik fast der gleichen Linie.
    Und: Gesellschaftsliberal ist nicht “links”!
    Zwei Achsen – sollte man so etwa ab der 5. Klasse unterscheiden können. Aber offenbar ist es für 90% der Kommentatoren zu hoch.

  16. Oreg Meyer sagt:

    Hervorragende Analyse, sehr nützlich. Vielen Dank!

    Vielleicht hätte es noch geholfen, das Koordinatensystem zu erklären. Ich nehme an, es entspricht dem “Political Compass”, d.h. rechts-links ist die Wirtschaftspolitik und liberal-konservativ die Sozialpolitik?

  17. U. Schmid sagt:

    “widerspricht der Wahrnehmung, welche die SVP bisher hatte”

    Hier zitiere ich die SVP selbst mit der von der SVP furchtbar tiefgründig wahrgenommenen Gegenfrage auf so ziemlich alles:

    “Wen wundert’s?”

  18. Peter Fürst sagt:

    Blocher ist nicht nach rechts gerutscht, er war immer rechts, deutschtümelnd, und hat jetzt das quasi-religiöse Verhalten der Tea Party in seine Partei injiziert.Was die Oligarchen Koch Brothers in den USA ist der Oligarch Blocher in der Schweiz.
    Einmal Missionar, immer Missionar.

    • Hansjakob sagt:

      @Fürst: Darum wird es wichtig sein, dass Blocher nächstens einmal bei der SVP abtritt, damit die Partei weiter wachsen kann. Sie ist die einzige Partei, welche CH-Werte mit Weltoffenheit paaren kann. Sie hat ein grosses Plus, weil sie sich einem EU-Beitritt dermassen dezidiert entgegenstellt. Sie widersetzt sich dem Isolationismus, welcher die CH innerhalb der EU zu einem nicht mehr erkennbaren Gebilde schrumpfen liesse. Bleibt sie ausserhalb und dadurch weltoffen, kann Sie mit jedem Land der Erde eigene Verträge abschliessen und das Beste für das Land herausholen.

  19. Hansruedi sagt:

    die SVP ist ein vorübergehendes Phänomen. Verschwindet Blocher (und seine Sponsormillionen) fällt die Partei in der heutigen Form auseinander. Blocher als Unternehmer ist bei den Abzocker anerkannt und als gelernter Landwirt ist er auch für die mindergebildeten und polternden Schichten glaubwürdig. Er ist eine Integrationsfigur für alle wirtschaftlichen Verlierer und für die Bewahrer der vergangenen Landi39-Schweiz. Es gibt weit und breit kein Nachfolger mit seinem Format in Sicht. Der bäuerische Brunner wird von den Abzocker belächelt und die Intellektuellen Köppel und Mörgeli sprechen für das einfache “Volch” eine zu unverständliche Sprache. Verschwindet Blocher beginnt der Abstieg der SVP

    • Hansjakob sagt:

      @Hansruedi Da spricht jemand, der nur nach dem Mediengeheul urteilt, von den “Innereien” der SVP keine Ahnung hat. Es ist gerade andersrum: Weil Blocher noch das Sagen hat, vegetiert die Partei bei 26%. Wäre die SVP blocherfrei, wäre sie wohl bereits heute über 30%. Die Partei ist – gerade wegen den guten, jüngeren Leuten – gut aufgestellt!

  20. Dimitri Papadopoulos sagt:

    Ich habe etwas Mühe mit den Achsen der Graphik. Für mich ist das Gegenteil von liberal nicht konservativ sondern sozialistisch. Und das Gegenteil von konservativ wäre progressiv. Liberal ist auch nicht das selbe wie progressiv, zumindest nicht nach kontinentaleuropäischem Verständnis. Oder ist heute nur noch liberal, wer Obama und Energiewende gut findet?

    • Daniel Caduff sagt:

      Sie haben einen viel zu engen Liberalismusbegriff. “Liberalismus” beschränkt sich eben nicht auf den alten Marktgegensatz bezüglich “Arbeit vs. Kapital”. Wie im Artikel erwähnt, befinden sich auf der Achse Liberal/Konservativ eben sehr viele gesellschaftspolitische Fragen. z.B. legales Recht auf Abtreibung, Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle, Legalisierung des Drogenkonsums, etc. Liberalismus in dem Sinne bedeutet eben nicht nur “möglichst wenig Staat”, sondern Liberalismus im Sinne von “Deine Freiheit endet da, wo meine beginnt”.

      Hier merken Sie sehr schnell, dass z.B. die liberale Position zur eingetragenen Partnerschaft eben die ist, dass es Schwulen und Lesben selbst überlassen werden soll –> betrifft mich nicht, ist also die Freiheit der anderen. (Wert-)Konservative lehnen diese Freiheit für Schwule und Lesben aber ab, weil es gegen ihre Grundüberzeugungen geht. Ergo ist hier die SVP, welche gegen eingetragene Partnerschaft, Fristenregelung, etc. war eben auf der Konservativen Achse. Und natürlich macht es keinen Sinn, jeder der für die Wahlfreiheit von Schwulen und Lesben ist, als “sozialistisch” zu bezeichnen. “Sozialistisch” würde sich wieder ausschliesslich auf den alten Verteilungskampf Arbeit vs. Kapital beziehen und deckt somit nur ein kleines Spektrum aller politischen Fragen ab.

      • Erich K sagt:

        Den Sozialisten in der Schweiz geht es nicht mehr so stark um die das Verhältnis Arbeit – Kapital. Eher um das Verhältnis Staat zum Individuum. Bei jeder Gelegenheit wollen sie die Macht des Staates ausbauen und Staatsstellen für die vielen SP-Sympathisanten wählen, die mit ihren Soziologie- Politologie- oder anderen Studien, für die es neben dem Staat keine Arbeitsstellen gibt, sonst keine Arbeitsplätze finden. Dass am Schluss der normale Bürger für diesen wuchenrnden Beamtenstaat zahlt, ist ihnen egal.

    • Walther Hannes sagt:

      Sozialistisch als Gegensatz zu lieberal ist nicht korrekt, weil es eben liberale und konservative Soziallisten gebern kann. Machnmal sind neue Sichtweisen gut für die überprüfung der eigenen Ansichten. In Ihrem FAll hilt nur die eigene Sichtweise zu korrigieren.

  21. Daniel sagt:

    das rechtsextreme Wählersegment betrug immer 10-12%, diese Wähler haben heute ihre Heimat in der SVP gefunden. Die wirtschafts- und finanzpolitische Agenda wir von der Blocherclique dominiert: Sozialabbau, Steuererleichterungen für Unternehmen und Reiche, Pauschalbesteuerung für sehr reiche Ausländer. Die gesellschaftpolitischen (vorallem Ausländer) Themen überliess man den Rechtsaussen um Schlüer und den anderen ehemaligen Auto- und Freiheitsparteiler. Man verfasst die Initiativen immer sehr schwammig, damit sie nicht zuviel Schaden anrichten aber trotzdem gut zum dauerhaften bewirtschaften sind.

    • R. Merten sagt:

      Die JUSO und die SP vertreten Ihre Ansichtsweise, Daniel. Aber sie entspricht nicht der Wirklichkeit. Damit Sie verstehen, warum man was gemacht hat, sollte man eine Ahnung von Volks- und Betriebswirtschaft haben. Aber mit Ausdrücken wie “Blocherclique” und “rechtsextrem” zeigen Sie, Daniel, dass Sie nur linke Parolen nachplappern und von Wirtschaft keine Ahnung haben. Ich bin ein Anhänger von Bildung und Weiterbildung von vor allem jungen Leuten !

      • Hansli sagt:

        @Merten Die SVP hat doch gerade behauptet der CH-Pass genügt als Qualifikation und hat dafür eine Mehrheit erhalten. Bildung und Weiterbildung ist in diesem Wirtschaftsverständnis nicht nötig.

      • Daniel sagt:

        dann erklären Sie mir doch, als Wirtschaftsexperte, wieso die Wirtschaftsverbände die meisten SVP-Initiativen ablehnen und bekämpfen. Weil die Verbände nicht soviel Ahnung von Wirtschaft haben wie R. Merten oder weil R. Merten die Wirklichkeit verkennt und “rechtsextrem” mit “bürgerlic”h verwechselt?

        • Erich K sagt:

          Die Wirtschaftsverbände schauen nur noch auf das, was ihren Manager in den nächsten 2-5 Jahren mehr Profite bring. Und auf diesen Zeitraum hin bringen die tiefen Löhne durch massive Einwanderung mehr, als die schrittweise Annhäherung an das sozialistische Europa. Auch die Kosten, die durch die Zuwanderung generiert werden, ist diesen Leuten egal. Die Schweiz kann ja noch ein Jahrzehnt Schulden machen, bevor sie so weit ist, dass es schmerzt – und dann kann man mit der Firma ja einen neuen Standort suchen.

    • @Daniel

      Was hat Ihre Weltsicht mit der Interpretation der Grafiken im Datenblog zu tun? Wie oft haben Sie letzte Woche, letzten Monat, letztes Jahr schon die gleichen Sprüche geklopft? Haben Sie auch 1985 schon die gleichen Parolen ausgegeben?

      • Daniel sagt:

        Brechtbühl ich weiss wo mein politischer Platz ist. Wenn jedoch ein Ökologe (vielleicht meinten Sie ja auch Önologe) sich als SVP-Wähler outet, ist das vergleichbar mit einem Veganer, der bei den “Freunden der Schlachtplatte” die Mitgliedschaft anstrebt. Auch ohne Grafiken wissen die aufmerksamen Leser der Blogs, dass die Schlechtmenschen (als Kontrast zu ihrem abschätzigen Gutmensch) am äusserten rechten Rand ihre politische Heimat bei der Volchspartei gefunden haben

  22. Die These des Blogeintrages hat zwei ganz grosse Haken:

    1) Die Grafiken nehmen den “Mittelwert der abgegebenen Stimmen” als Nullpunkt. Woher wollen Sie wissen, dass dieser am gleichen Ort geblieben ist? Vielleicht hat ja die Propaganda der Gutmenschen und Weltveränderer oder die vermeintliche Sicherheit nach dem Ende des Kalten Krieges oder die Einschüchterung durch die Klimaalarmiker die Bevölkerung nach links getrieben!

    • Zweiter Haken an der These:

      2) Was genau ist “progressiv” und was “konservativ”? Für mich als Ökologe und SVP-Wähler ist keine Partei so verhockt in ihrer immer gleichen doktrinären, verstaubten Rethorik wie die SP. Die SP ist aus meiner Sicht weit unten am Rand bei den Konservativen anzusiedeln. Wer also bewertet politische Anliegen mit links-rechts, mit progressiv-konservativ? Was ist dessen Weltsicht?

      • Hansli sagt:

        Keine Ahnung wie man als Ökologe SVP wählen kann, immerhin sollte einem als Ökologe die Natur nicht egal sein.

        • Knecht Stephan sagt:

          Wenn dem so wäre @ Hansli , wieso lehnen die Grünen denn die MEI und EcoPop ab ? Weniger Zuwanderung und weniger Wachstum wäre ja zum Vorteil der Natur. Wiegt die Mulitkulti-Sozialgiesskanne am Ende doch mehr als Mütterchen Natur ? Ist die Natur hier ein Kollateralschaden zugunsten einer rot-grünen Interessensgemeinschaft ?

        • Hans sagt:

          @ Hansli: Mit der Beschränkung der Zuwanderung, oder anderst ausgedrückt, schauen, dass “wenige” Menschen in der kleinen CH wohnen wird die Natur viel mehr geschohnt als das grüne Gerede und dabei Kleti und Pleti in der CH aufnehmen zu wollen.

        • Stephen Coldwell sagt:

          Ich bin zwar kein Ökologe, versuche aber möglichst ressourcenschonend zu leben. Das habe ich für mich entschlossen, und will niemandem meine Lebensweise aufzwingen. Ausserdem möchte gerne die Freiheit behalten, wo und wie ich meine Lebensweise umsetze. Würde ich grüne Parteien wählen, die mir ihre Ideologien gesetzlich vorschreiben wollen,fallen diese Punkte ins Wasser. Oft sind ihre Ideen gut gemeint, ergeben aber genau das Gegenteil. Im Frame der SVP/FDP behalte ich diese Freiheit und unterstütze keine Umweltverbieterli-Partei, die mir zuwider ist.

      • Walther Hannes sagt:

        Zu 1) es spielt in der vorliegenden Grafig überhaupt keine Rolle, wie sich der Mittelpunkt der Wähler verändert hat. Die Aussage beschränkt auf die Veränderung der Parteien im Verhältnis zum Mittelpunkt.
        Zu 2) Ihre Sichtweise der SP ist bezeichnend, weil wenig differenziert! Zum Beispiel ist die SP in Gesellschaftsfragen progressiv/liberal, was von der SVP nicht behauptet werden kann.

        • Juerg Brechbuehl sagt:

          @Walther Hannes

          Sie glauben nicht im Ernst, dass sich der Mittelwert der Stimmenden in 20 Jahren nicht verändert hat?

          Anstatt einer “Animation” könnte man auch eine Trajektorie in das Achsensystem zeichnen. Nun fragt sich eben, was genau das Bezugssystem ist.

          Nehmen wir einmal an, die Positionen der SVP hätten sich in sämtlichen sachpolitischen Fragen nicht gross geändert und wir nähmen den Mittelwert der SVP-Positionen als Mittelpunkt der Graphik. Aus dieser Sicht wären alle grosse Parteien sehr viel “liberaler” geworden.

          Mit “liberal” ist vermutlich gemeint, Beitritt zur EU, Verstaatlichung der Kinder in Krippen und zweijährigem Kindergarten, Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht, Abschaffung der Polizeistunde und Sauferei und Schlägereien in der Innenstadt an 7 Nächten pro Woche.

          • Walther Hannes sagt:

            @Juerg Brechtbühl
            Ich habe geschrieben:”Es spiel keine Rolle wie sich der Mittelpunkt verändert hat”. Sie schreiben: “Sie glauben nicht im Ernst, dass sich der Mittelwert der Stimmenden in 20 Jahren nicht verändert hat?”
            Zu Ihren weiteren Ausführungen kann ich nur folgedes sage: “Als SVP Vertreter träumen Sie es natürlich gerne die SVP hätte die MIttelpunkt-Posititon. aber mit 30% Wähleranteil am rechten Rand kann die SVP keine Mittelpunkt-Position einnehmen. Hat sich der wahre Mittlpunkt der Wähler tatsächlich Richtung mehr Liberalität verschoben, wäre die SVP immer noch am rechten unteren Rand. Also das Modell ist in jedem Punkt ziemlich stimmig und aussagekräftig.
            Zweiter wichtiger Hinweis: Wenn Sie den Artikel gelesen haben, müssen Sie Vermutungen bezüglich liberal anstellen, die ist im Textteil (nicht nur Bildli anschauen) aufgeführt.

        • @Walther Hannes

          zu 2) Im Artikel steht, dass die SP klare Parteiprogramme habe, die Kantonalsektionen keine eigenen Parolen fassen. Abweichler wurden in den letzten 20 Jahren regelmässig aus der Partei hinausgeworfen. Tatsächlich hat die SP die höchste Parteidisziplin, wenn man die andernorts aufzufindenden Grafiken “smartvote” mit dem Abstimmungsverhalten der Parlamentarier anschaut.

          All diese engstirnige Disziplinierung sämtlicher Parteimitglieder zielt darauf, die immer gleichen Forderungen in der Politik durchzusetzen: Entmündigung der Bürger im Alltag von Beruf und Familie, Verstaatlichung der Kinder, Abschaffung der direkten Demokratie, Verwirklichung der sozialistischen Internationalen mittels der EU. Was will man da eigentlich differenzieren? Daran hat sich seit den 30-Jahren nichts geändert – genauso wie man nach wie vor an jeder Parteiversammlung die sozialistische Internationale singt.

          • Hansli sagt:

            @Knecht & Hans

            Umweltschutz: Nach ihnen hat der Zuwandere in der Heimat keine Ressourcen verbraucht, erst in der CH belastet diese Person die Umwelt. Umweltschutz kennt keine Landesgrenzen!

            Naturschutz: Wir mussten also z.Bsp. alle unsre Flüsse bis in die 80ern verbauen, weil wir 30 Jahre später eine Zuwanderung haben!!! Wir haben unsere Natur lange vor der Zuwanderung zerstört. Oder den Wolf wollen nicht die Zuwanderer abknallen.
            Wir haben eine grüne Wüste geschaffen und haben sogar in überbautem Gebiet eine höhere Artenvielfalt! Und das wie gesagt lange vor der PFZ erreicht.

            Die SVP zeigt offen ihren Naturhass und das ihnen Umweltschutz egal ist. Natur- und Umweltschutz wird von der SVP grundsätzlich bekämpft.

          • Walther Hannes sagt:

            @Juerg Brechtbühl
            Ich möchte ja nicht pingelig sein, aber Sie haben zwischen S und P das V vergessen. Meines Wissens wurden die meisten Parteimitglieder von der SVP vor ca. 6 Jahren ausgeschlossen (Vgl ehemalige SVP Graubünden)

            Irgendwie verzweifle ich fast beim Schreiben: Weil ich Angst habe, Sie lesen wieder etwas, was nicht da steht, oder ob Sie nach dem Lesen schon wieder vergessen haben, was ich schrieb:-) s. oben Massenrauswurf bei der SVP!

  23. Hansli sagt:

    Beim betrachten der Grafik fühlt man sich bestätigt. Die SVP ist die antiliberalste Partei der Schweiz. Mit der MEI hat sie sich sogar als wirtschaftsfeindlichste Partei positioniert. Nun ist die Positionierung als nationalkonservative Partei abgeschlossen.

  24. Elmar Tauber sagt:

    Ich kann nur staunen, wie eine grafische Auswertung publik gemacht werden kann, in dem ganz ernsthaft die SD im links-rechts Schema irgendwo zwischen EVP und SP positioniert wird. Den Erklärungsnotstand kann auch ein “die wollen absichtlich dahin, weil da sonst niemand ist” nicht beheben.

    • Markus Weber sagt:

      Wer für 1:12, Mindestlohn, 6 Wochen Ferien etc. ist (siehe Parolen auf HP), ist links. Wer zudem für die Ausschaffungs- und Masseneinwanderungsinitiative ist, bei der Abtreibungsfinanzierung Stimmfreigabe beschliesst etc., ist konservativ. Linkskonservativ trifft es also meiner Meinung nach sehr gut.

      • Heiner Hug sagt:

        Herr Tauber – das ist eben die Realität, jenseits von Schlagwort Kategorien. In den Köpfen wird jede nationalistische (oder heute EU-Kritische) Partei als “rechts” eingestuft. Aber wer das denkt, hat keine Ahnung was “rechts” und “links” eigentlich bedeutet.

  25. Erich Meier sagt:

    Die “Bewegung” der SVP rührt allenfalls daher, dass sich 2012 die Bremser verabschiedet und in der BDP eine eigene Partei gegründet haben. Für die SVP war das nur gut, weil sie dadurch an Profil und innerer Geschlossenheit gewonnen hat. Genau das kann man von den Mitte-Parteien nicht sagen. Diese haben sich schon vor langer Zeit in (zu) vielem mit den Linken getroffen und können daher nicht (mehr) als wirklich bürgerlich bezeichnet werden. Die SVP hat dagegen eine gesunde Gegenbewegung gemacht.

    • Reto Stadelman sagt:

      Die SVP ist lange vor der Abspaltung immer konservativer geworden. Zumindest soweit man das an der Grafik erkennen kann. Mich würde eher interessieren, auf welchen Daten die Grafik beruht. Abstimmungsergebnisse? Parolenfassung? Wie ist das Raster an dem die Parteien ausrichten zu stande gekommen?

  26. Charles Bücheli sagt:

    Ist den schon Wahlkampf ?
    Ob dieser wohl gut, für die SP, geschriebene Artikel, welcher beweisen möchte, dass sich die SVP zu einer fast extremen Rechtspartei verschoben hat, dieser bei den Lesern auch so ankommt, bezweifle ich!
    Mit was sich doch die so guten Heeren echt verraten haben ist, dass sie die Namen von Ch.Blocher und T.Brunner im leuchtenden Rot drucken ließen!! Man spürte förmlich den Neid, wenn nicht Hass, der Schreibenden!
    Aber die Herren haben recht, dass sich die SVP nach mehr rechts verlagern musste, um so wenigstens noch eine Partei sich für die freie Schweiz einsetzt und nicht nur für EU und deren Gewerkschaften, oder nur für die Interessen der Banken und Großkonzerne.
    Ich stehe zu meiner Eistellung, denn ich möchte, dass meine 5 Kinder und die Großkinder noch in einer freien
    Schweiz weiter leben können, dürfen.

    • Reto Stadelman sagt:

      Wenn die Wut über die Wahrheit die Sinne vernebelt… Die SVP ist nicht weiter nach rechts gedriftet sondern konservativer geworden. Niemand versucht ihr also den “rechtsextremen” Stempel aufzudrücken. Man versucht nur klar zu zeigen dass es die SVP war die sich immer weiter von den Bürgerlichen wegbewegt hat und nicht umgekehrt wie von der SVP behauptet.
      Über die SP wird so gut wie nichts geschrieben. Also von positiver Propaganda sehe ich da gar nichts. Wenn nichts steht, wird man nicht beachtet. Das gilt auch für die Parteien.
      Wo also liegt genau das Problem oder das SVP Bashing? Ist schon interessant, wir leben in einer Welt in der links die Deutungshoheit hat. Und die Anhänger der einzigen Partei die sich effektiv dagegen stellt, sind so verbissen dass man NICHTS über diese Partei (SVP) sagen darf, ohne dass es als SVP Bashing ausgelegt wird. Schöne Zeiten auf die die SVP da zusteuert…

    • R. Merten sagt:

      Was Sie sagen stimmt, Hr. Bücheli. Die Linken unternehmen alles, um rechtskonservative, bürgerliche Kreise schlecht zu machen. Die Sozis sollten von den sozialistischen Staaten auch in Europa gelernt haben, wohin eine solche Politik führt. Oder meinen die Genossen gar, dass die wirtschaftliche und soziale Lage z.B. in Frankreich gut sei ? Nein, sie ist besorgniserregend !

      • Hans sagt:

        Merten, “rechtskonservativ” und “bürgerlich” schliessen sich gegenseitig aus – das sollten sogar Sie mittlerweile kapiert haben. Wenn nicht, geben Sie bitte Ihr Stimmrecht ab: Wer so realitätsfremd ist, sollte nicht über unsere Zukunft bestimmen dürfen.

        • R. Merten sagt:

          Kommentare ohne Anstand kommentiere ich nicht weiter Hans. Ich bin weiterhin für eine umfassende Ausbildung !

          • Hans sagt:

            Dann, Merten, gönnen Sie sich die von Ihnen geforderte Bildung endlich. Mehr als die immer gleiche Hetze gegen links und gebetsmühlenartig wiederholte Sprüchlein aus dem SVP-“Argumente”-Almanach hatten Sie hier noch nie zu bieten. Für einen Demokraten zu mager.

      • Walther Hannes sagt:

        Lieber Herr Merten
        Es sind die Parteien am koservativen rechten Rand, welche, andere Meinunge pauschal verurteilen. Dadurch ist es nicht abwegig, die rechts-konservativen in die Nahe der Nationalsozialisten zu rücken. Falls nicht die Gesinnung übernommen wird, so zumindest die Ausdrucksweise!

        • Martin Fehr sagt:

          @Walther Hannes: Der Verglich mit den Nationalsoziallisten ist ein starkes Stück. Demzufolge könnten die Linksliberalen den Stalinisten zugeordnet werden.

          • Walther Hannes sagt:

            Herr Fehr
            Oben werden vier Quadranten gezeigt. Wenn Sie ein Pendant zur SVP auf der linken Seite suchen wollten, müssten Sie im unteren linken Quadranten suchen. Das wäre dann links-konservativ, nicht lieberal. Also sicher keine Sozialdemokraten, sondern erzkonservative Kommunisten, wie es sie früher in Südostasien gab.

        • R. Merten sagt:

          ich bin dezidiert anderer Meinung, Hr. Walter. Eine konservative Einstellung meint, auf Bewährtes zu setzen. Wir sind damit in den letzten Jahrzehnten gut gefahren. Vergleichen Sie doch andere Länder mit der CH. Das heisst aber nicht, dass es auch für Neues Platz haben muss. Auf jeden Fall bringt und das sozialistische Gedankengut sicher nicht weiter- vergleichen Sie doch die vielen Länder mit sozialistischen und damit totalitären Regierungen. Aber man kann drauf hinweisen wie man will- es gibt immer wieder Leute von der linken Szene, die das nicht begreifen !

          • Walther Hannes sagt:

            Herr Merten
            Auch konservatives Gedankengut bringt uns nicht weiter,mal ganz abgesehen vom politischen Schema, weil sonst würde es ja nicht konservativ heisen! Dank der ehemaligen progressiven Partei FDP wurden wir zum modernen Bundesstaat! Die Vorläufer der SVP haben dann als konservative Bremser abgespalten. Die SP hat mit ihrem Kampf für soziale Gerechtigkeit dazu beigetragen, dass wir heute einen ausgewogenen Sozialstaat haben.
            Sie können die Schweiz mit einem Viererbob vergleichen. Vorne SP, FDP und CVP, zuhinderst die SVP als Bremser. Damit alle schnell ins Ziel kommen müssen alle beim Schieben helfen. Im Ziel kann dann der Bremser seines Amtes walten, damit die drei andern nicht über das Ziel hinausschiessen – zuerst muss aber die Strecke zurückgelegt werden. In meinen Augen versucht die heutige SVP schon im voraus zu bremsen, manchmalg gelingt dies, dann haben wir das Chaos (MEI) meist nicht, dann kann sie immer noch ohne Schieben aufspringen und wird von den andern 3/4 freundlicher Weise mit ans Ziel genommen.

  27. marie sagt:

    ich wünschte mir mehr und regelmässiger solche betrachtungen. sehr interessant; man könnte anschliessend die einzelnen parteien in diesem rahmen analysieren. würde ich sehr begrüssen.
    danke.

  28. Sacha Meier sagt:

    Der Artikel liefert zwar eine wunderschöne historische Entwicklung der Parteipositionen – lässt aber den entscheidenden Punkt aus: Weder Parteien, noch Politiker, noch das Volk bestimmen heute die Realpolitik, sondern der System-Geldadel tut das via seinen Lobbyisten. Vor rund einem Jahr brachte Frau BR Sommaruga diesen Sachverhalt klarer auf den Punkt, als sie sich vermutlich selber bewusst war, als sie sagte: «Heute ist nicht mehr die Politik für die Zuwanderung und die Schaffung der Erwerbsgrundlagen für die Bevölkerung zuständig, sondern die Wirtschaft.» Damit machte eigentlich die Politikerin klar, dass die Politik heute nur noch Erfüllungsgehilfin der konzernwirtschaftlichen und systemgeldadeligen Interessen ist. Egal, was das Volk abstimmt, umgesetzt wird letztlich stets das, was unsere wirtschaftliche Elite will. Nachprüfbar von Alpenschutz- bis Zweitwohnungs-Initiative. Damit endet die direkte Demokratie beim Autobahn-Vignettenpreis.

    • Knecht sagt:

      Sehr schön analysiert. Wenn man sieht wie sich immer mehr Lobbyisten in Bern tummeln sieht man schön welche drei relevanten Themen es noch gibt. Mehr Sozialpolitik inkl. der daran angehängten Jobs und Budgets, Wirtschaftslobbyismus inkl. Jobs und lukrative Aufträge und dann ist da noch die SVP allein auf weiter Flur.

      • Andreas Meier sagt:

        Also die SVP Exponenten nicht dem Wirtschaftssystem zuzuordnen braucht schon viel viel Blindheit: Blocher = Ems, BZ-VIsion, Matter = Privatbank, Frey – Autoimport, Stadler – Stadler Rail, um nur ein Paar der bekanntesten zu nennen

      • Sacha Meier sagt:

        Herr Knecht, die SVP ist nicht schlechter oder besser als jede andere Partei – bloss bewirtschaftet sie die politischen Probleme cleverer und volksnaher, als die anderen Parteien. Sie politisiert stets scheinbar (!) nach dem Herzen des Volkes – während sie in Tat und Wahrheit eiskalt die Interessen ihrer wahren Klientel durchdrückt; nämlich die der Generalimporteure, Grossverteiler und Bauern. Waren z.B. 1992 die Bilateralen «die Lösung» zum Schutz gegen die fremden (Kartell-)Richter des EWR, war schon 2011 klar, dass spätestens mit dem kommenden Stromabkommen auch die Bilateralen weg mussten, weil die EU auch das EU-Kartellrecht forderte. Also zimmerte die SVP die Masseneinwanderungsinitiative, die zwar faktisch keine Verminderung der Zuwanderung bewirkt, aber alleine die Änderung des Regimes auf Kontingente ist hinreichend inkompatibel mit den Bilateralen, damit neue Abkommen für Jahre, wenn nicht gar ein Jahrzehnt, blockiert sein werden. Unsere Hochpreisinsel ist schliesslich unantastbar. Dass es der SVP mit der MEI nie um eine Problemlösung, sondern um die Themenbewirtschaftung gegangen ist, sieht man auch an der Inländerklausel: Wendet man diese analog zu Anti-Diskriminierungsklauseln an, kann diese nur bei gleicher Qualifikation, Alter und Lohn gelten. Wenn also ein junger, hochzertifizierter Industriekaufmann oder Intralogistik-Ingenieur Fachrichtung Elektronikfertigung gesucht wird, bleibt der Ü50 Schweizer auf der Strecke. Erstens gibt es diese Berufe nur in Deutschland und zweitens genügt schon ein geringerer Lohnanspruch. Fazit: Weil sowohl für unsere Sozialindustrie, wie auch den regierenden System-Geldadel alles nahezu ideal ist, wird sich für die nächsten ein, zwei Jahrhunderte nichts mehr ändern. Vorausgesetzt, der Bausand wird nicht knapp werden.

        • Erstklassiger Kommentar Herr Meier. Zudem sollte man erwähnen, dass der vaterländische Populismus seitens der SVP beispielsweise bei der Herausgabe der Bankkundendaten an die USA schnell ein Ende fand und aufgrund des überraschenden Stimmverhaltens der SP, zur Zustimmung durch die SVP führte. Beispiele dieser Art gibt es einige, das rhetorische und inhaltliche Zurückrudern der SVP nach der ebenfalls überraschenden Annahme der MEI gehört dazu. Wählerfang durch Populismus gepaart mit Interessenspolitik für einen Filz aus Kartellen, Importeuren und z.T. auch Bauern.

    • Jürg Stöckli sagt:

      Das ist sehr gut auf den Punkt gebracht Hr. Meier. Ich kann Ihnen nur beipflichten. Hat man das einmal durchschaut, werden viele Vorgänge in unserem Land plötzlich sonnenklar und man kann ob den paar Politikern, die so tun als würden sie was beschliessen, nur milde lächeln.
      Zwei Dinge möchte ich ergänzen:
      1. Ich beobachte in jüngster Zeit ein Umdenken. Vielen wird bewusst, dass es nach dem herkömmlichen Muster der totalen Wirtschaftshörigkeit nicht mehr weitergehen kann. Das sind neuerdings u.a. gerade auch konservative Kreise. Früher war das mal SP Politik. Die sind mittlerweile aber auch im System angekommen.
      2. Sind sie sicher, dass es nur der Geldadel ist? Ich denke im Umfeld der Staaten und ihren Agenturen sind auch viele Nutzniesser eingenistet, die sich gern durch die Allgemeinheit alimentieren lassen und längst auch ihre System-Netze gespannt haben.

      • Knecht sagt:

        Da haben Sie sicher Recht Herr Stöckli. Wenn man sieht dass der Staat pro Monat 500 Stellen schafft !!! dann kann man sich auch ausmalen wie gross das Interesse ist von gewissen Parteien dort ihre Wählerschaft ins Trockene zu bringen. Leider sind das grösstenteils nur Stellen die keinen Gegenwert generieren sondern verwalten und administrieren. Eigentlich müssten BDP, CVP viel mehr noch nach links gerückt werden wenn man sieht wie deren Funktionäre abstimmen.

        • Josef Marti sagt:

          Das ist noch gar nichts; was meinen Sie wieviel neue Staatsstellen generiert werden wenn alle 10 Jahre die Bevölkerung um 1 Mio wächst? Die jetzt schon aus allen Nähten platzenden Gefängnisse werden verdoppelt werden müssen genau gleich wie Polizei-/Justiz und Vollzugswesen, von Gesundheit, Schulen, Verkehr usw. ganz zu schweigen. Das alles wird begleitet von massivem Steuersenkungen auf Unternehmenssteuern unter Kompensation / Verlagerung auf indirekte Steuern (MWST), Gebühren u. Abgaben, Lenkungssteuern etc. sowie Lohnsteuererhöhungen für die Renditesklaven mittels Kürzung von Abzugsmöglichkeiten. Die Stunde der Wahrheit wird bald auch die SVP erreichen.

    • Josef Marti sagt:

      Wenn man die beiden SP Bundesräte anschaut erkennt man schnell, dass die die beiden entenlahmen FDP Vertreter locker rechts überholen; bessere Erfüllungsgehilfen könnte sich das internationale Kapital gar nicht wünschen; der Ueli dagegen ist der einzige an dem in seinem Schützengraben abseits der Realität das neoliberale Spiel irgendwie vorbeizugehen scheint. Es fehlt nur noch der erste Grünliberale BR, das wäre in Wirtschaftsfragen ein Superrechtsaussen à la Deutsche FDP, der den lahmen Bürgerlichen Feuer unterm Hintern machen würde. Bei den Wahlen 2011 dürfte die SP einen massiven Denkzettel dafür erhalten, dass sie sich prostituiert hat indem sie sich mit dem Establishment von economiesuisse Banken und Multis ins Bett gelegt hat.

  29. Derek Richter sagt:

    Mässig interessant in einer direkten Demokratie -nur die Parteien zu betrachten.
    Die Hauptfrage muss doch sein: wo befinden sich Herr und Frau Schweizer? Hat sich eventuell das Zentrum verschoben? Ist vielleicht nur die SVP den Wählern nachgelaufen und hat sich demzufolge das politische Zentrum verschoben? ..und jetzt keine VOX-Analyse bitte!

    • Stef sagt:

      Das ist genau der Punkt. Wenn man als Nulllinie das Stimmverhalten definiert, stimmt die Aussage der oben aufgeführten Analyse. Wenn man als Nulllinie aber einige wichtige politische Grundsätze definieren würde (z.B. Einstellung zur Landesverteidigung, zur Atomkraft, zur Souveränität, zur Eigenverantwortung, Liberalismus etc.) würde sich ein ganz anderes Bild ergeben und die ehemals bürgerlichen Parteien FDP, CVP etc. wären stark nach links gerutscht. Nur so ist zu erklären, dass die genannten, ehemals rechtsbürgerlichen Parteien heute in vielen Punkten heute die Standpunkte vertreten, welche die SP vor 30 Jahren vertreten hat.
      Oder frei nach Churchill: Traue keiner Analyse die du nicht selber gefälscht hast.

      • Nadine Binsberger sagt:

        @Stef 8:25: Richtig. Und wenn man weiter in Betracht zieht, wieviele Menschen heute tatsächlich daran glauben, dass die Welt rund ist und sich um die Sonne dreht, dann befinden wir uns längst und unwiderruflich in einem kommunistischen Sodom und Gomorra. Wenn heute feststeht, dass bei gewissen Themen vor 30 Jahren nur die SP alleine recht hatte, dann liegt das an der Trägheit der anderen und nicht an der SP. Leider gehört heute auch die SP zu den trägen Wirklichkeitsverweigerern. In Bezug auf den Kapitalismus hat sogar der IWF gemerkt, dass die bisher angenommenen ökonomischen Prämissen kreuzfalsch waren. In der CH-Politik ist das noch gar nirgends angekommen, nicht einmal bei SP oder PdA.

  30. Felix Enderle sagt:

    Näme man diese “Analyse” ernst, käme man unter anderem auch zum Schluss, dass die Lega eine typische Mittepartei ist, die CVP aus ausgesprochen progressiven Exponenten besteht, während sich die FDP als Fundamentalopposition am weitesten vom Durchschnittswähler in die extreme Ecke verabschiedet hat. Die SP? Ziemlich liberale Kommunisten, sozusagen.

    Zur Bedeutung des Wortes “liberal” sagt Wikipedia unter anderem: “Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums vornehmlich gegenüber staatlicher Gewalt”. Also das, was die Partei der Arbeit weit mehr als Blocher will. Ein nahe liegendes Ergebnis; zumindest wenn man mit der “Analyse” nicht wissenschaftliche, sondern politische Ziele verfolgt.

  31. Ike Conix sagt:

    Spannender als jedes Formel-1-Rennen, wie die SVP sogar die Autopartei rechts überholt. Die SP – ein bisschen weniger rasant – die Kommunisten links. Die Grünen überholen dieselbe PdA rechts, um dann – verbotenerweise, typisch Velofahrer – auf die linke Spur zu wechseln; was Hänschen lernt, verlernt Hans nimmermehr. Und die PdA und die SD waren sich noch nie so nahe wie heute, die könnten glatt fusionieren.

  32. Karin keller sagt:

    Super Grafiken, interessanter Artikel – gut gemacht!

  33. Mathias sagt:

    Was meint der Autor mit «epische Auseinandersetzungen»? Hat Blocher einst etwa antike Epen vorgesungen im Nationalratssaal? Vielleicht sogar im Toga? Oder ist der Autor dem Faux-pas verfallen, das im Englischen gebräuchliche «epic» falsch zu übersetzen? Denn das englische «epic» meint epochal und bezieht sich auf ein unvergleichlich herausragendes, eben epochales Ereignis – und nicht etwa episch, also eben der Epik betreffend, welches neben Drama und Lyrik eine der drei antiken Dichtformen darstellt! Und das hat (und nicht «macht»!) absolut keinen Sinn in dem Zusammenhang!

    • Marcus Ballmer sagt:

      Die einfachste und gebräuchlichste Definition haben Sie vergessen: unter “episch” wird auch “wortreich” verstanden. Jetzt steht in jedem Lexikon.

  34. Beat Bannier sagt:

    Es gibt eine alle anderen überragende Frage für die Schweiz des 21 Jh. bleiben wir eine eigenständige direkt demokratische Nation oder ordnen wir uns der EU unter. Vor diesem Hintergrund gibt es nur zwei Parteien in der Schweiz, die, welche die direkt Demokratische Nation Schweiz beibehalten will und die Gegen-Partei.

    • johannes fischer sagt:

      Den Nagel auf den Kopf getroffen. JA oder NEIN lautet hier die Frage. Und denen, die uns in die EU zwingen wollen, fehlt jedes Demokratieverständnis, wenn sie von denen, die es nicht wollen, Kompromisse, ja sogar die Aufgabe der Nicht-Beitritt-Position verlangen mit dem Argument, man “könne doch nicht immer Nein sagen” oder mit der Bezeichnung “die ewigen Nein-Sager”. Eine Taktik von FDP – CVP – Linke/Grüne. Sie nennt sich die “Koalition der Vernunft”. Stimmt’s?

    • Reto Stadelman sagt:

      Falsche Frage. Darauf kann man nur eine falsche Antwort bekommen. Die Frage des 21. Jahrhunderts lautet: Wie viel Markt wollen wir? Darf der Markt die Demokratie dominieren oder eher umgekehrt? Darin betet sich dann indirekt auch die Frage nach der EU ein.

  35. CHristoph Balluff sagt:

    Auf der senkrechten Skala werden die Begriffe «progressiv / liberal» und «konservativ» gegenübergestellt. Das war vielleicht früher sinnvoll, heute ist es sicher unzweckmässig. Der Fortschritt geht leider in Richtung der Abnahme der Freiheit: EU-Beitritt, mehr Macht für den Staat, Einschränkung der Bürgerrechte, Bevormundung überall… Das ist das Programm der progressiven SP. Die Progressiven sind also heute die Antiliberalen. Wer die letzten Reste an Freiheit erhalten (konservieren) will, ist konservativ und gleichzeitig liberal. Das gilt besonders für die SVP: Gegen den EU-Beitritt, weniger Macht für den Staat, Erhalt der Bürgerrechte, Freiheit statt Bevormundung…
    Wie soll sich ein konservativer Liberaler wie ich auf dieser Skala einordnen? Das geht überhaupt nicht. Es wird Zeit, diese untaugliche Skala zu reformieren. «Liberal» und «antiliberal» wären sinnvollere Begriffe für die senkrechte Skala. Denn das wichtigste Kriterium für politische Entscheidungen ist, ob dadurch die Freiheit vergrössert, erhalten oder verringert wird.

    • Max Bader sagt:

      Sie haben eine sehr wichtige Bemerkung gemacht. Weder sind progressiv und liberal das gleiche, noch ist die Öffnung als liberal zu betrachten, da man mit jeder Annäherung an die EU mehr Freiheit. Konservativ bedeutet zudem bewahren, ob man damit liberale Werte oder anti-liberale bewahren will, ist unklar.

    • Kurt Ochsner sagt:

      Für Sozialdemokraten gehört zur Freiheit des Individuums auch die Freiheit vor wirtschaftlicher Existenzangst. Und das Individuum definieren wir nicht mit “Urschweizer”, sonder mit “Jeder Mensch auf der Welt”. Mit dem 18%-Müller an der Spitze und einer grossen Portion Sozialdarwinismus à la Reagan/Thatcher/Friedman im Gepäck erkennen wir bei der FDP nicht mehr viel Liberalismus.

  36. Linus Huber sagt:

    “Anders als von ihr behauptet, hat sie sich damit nicht dem Volk angenähert, sondern eine Marktlücke besetzt.”

    Die Bewusstseinsveränderung der Gesellschaft ist wohl eher der Treiber dieser Entwicklung und nicht die Entdeckung einer “Marktlücke”. Sich diesem Trend der verändernden Wahrnehmung anzupassen ist jedoch genau eine Annäherung an das Volk.

    • Hans sagt:

      Das stimmt nur dann, Herr Huber, wenn man ausser Acht lässt, dass die SVP jedes Jahr x Millionen ausgibt, um das Bewusstsein im Volk zu ändern. Wie jeder erfolgreiche Konzern schafft sie zuerst ein sogenanntes Bedürfnis, also eine Nachfrage, um dann in diese Lücke zu springen. Das unterscheidet sie von allen anderen Parteien, denn die achten die Demokratie noch, während sich die SVP deren Überwindung zum Ziel gesetzt hat und sie laufend durch Erpressung zu ersetzen versucht.

      • Josef Anton sagt:

        Künstlich ein Bedürfnis zu wecken ist nicht nachhaltig und würde nicht zum Erfolg der SVP führen, sondern es handelt sich um ein lange durch die Bürokraten unterdrücktes Anliegen der Bevölkerung die Relevanz in wichtigen Aspekten der gesellschaftlichen Entwicklung nicht weiter an eine korrumpierte Elite von Gutmenschen, welche unter dem Strich in erster Linie ihr persönliches Wohlbefinden allen anderen Belangen voranstellt zu delegieren. Ein menschlich sehr verständliches Verhalten der Buerokraten, jedoch im Bereiche von Regierungen, welche nicht marktwirtschaftlichen Kräften ausgesetzt sind, eine für die Gesellschaft schädliche Entwicklung, in welcher ein immer höherer Anteil des wirtschaftlichen Erfolges an nicht produktive Bereiche abgeführt wird.

  37. Kallmann sagt:

    Im Marketing spricht man von einem Alleinstellungsmerkmal (USP) – die FDP, CVP und GLP brauchen das nicht, sie balgen sich alle ums gleiche Segment. Aus verkaufstaktischen Gründen eher suboptimal, was wir an der Entwicklung der Wählerstärken in den letzten Jahren ja gut ablesen können. Schade eigentlich.

  38. Geert Bernaerts sagt:

    Schade, dass sich im einzigen Quadrant, in dem die Spezies “Mensch” eine überlebenschance hat, sich nur eine einzige unbedeutende Partei herumtummelt. Das Quadrant welches dafür sorgt dass wir kopflos in die Vollverfehlung steuern hingegen ist reichlich besetzt. Und ohne SVP-befürworter zu sein: immerhin hat die SVP besagtes Quadrant verlassen…

    • Markus sagt:

      Es tummelt sich noch eine zweite Partei in diesem Quadranten. Das ist in der Grafik nicht ersichtlich, da sie nur die National- resp. Kantonalparteienmitte fixiert. Wenn man die Positionen der Nationalratskandidaten der EDU betrachtet, fällt auf, dass diese breit gestreut von Mitte rechts bis Mille links reichen, nur einheitlich im (Werte-)konservativen Bereich.

  39. Markus M sagt:

    Die Veränderung in der Animation hat wohl auch mit der Absplitterung der BDP zu tun. Eine SVP mit BDP wäre wohl genauso stabil wie CVP, FDP.

  40. Remo sagt:

    “Wie sich die SVP aus dem Bürgerblock verabschiedet hat”
    Dieser Titel ist total falsch und populistisch. Ich weiss nicht wer diese Diagramme zusammengeflickt hat. Fact ist das sie nicht stimmen. Die SVP Wähler und Politiker waren schon immer konservativ.
    Und verabschiedet haben sich vorallem die FDP, CVP, BDP Wähler.

    • Laura Frei sagt:

      Absolut richtig, genau so ist es.

      • Marcus Ballmer sagt:

        Die alte Leier, lieber Remo: wenn einem ein Resultat nicht gefällt, moniert man, es sei falsch. Die Grafiken sind schon richtig, die SVP hat sich seit Blocher massiv von der bürgerlichen Seite in die rechte Ecke verabschiedet. Darum wurde sie auch attraktiv für Rechtsausleger wie Schlüer, Fehr, Giezendanner usw., die sich einst alle in Parteien am rechtesten Rand der Szene tummelten. Die SVP in der Vor-Blocher-Ära war tatsächlich konservativ-bürgerlich. Dann kam der Herrliberger und funktionierte sie zu einem populistischem Sammelsurium um, das vor allem aus der nationalistischen und fremdenfeindlichen Ecke Zulauf erhielt. Kurzum: der Stammtisch hat seither eine Heimat.

    • Andreas Meier sagt:

      Ne, Remo, das ist falsch. Wer selber nach rechts in BEwegung ist kann nicht sagen, dass die anderen nach links gehen; dazu bräuchte es einen dritten fixen Punkt, sonst geht das nicht.
      Und in Regierungspositionen ist die SVP praktisch nicht wählbar, weil die SVP eben so Autoparteiparolen bedient. Deshalb wohl all die Wahldesaster in ZH- die bediente Wählerschaft ist mit dem Themenspektrum halt einfach zu schmal.

  41. Steven Frederic sagt:

    Seltsam finde ich, dass bei dieser Auswertung rechnerisch ein viertel der Bürger (die unten links) keine Partei haben, die SD hat sich in den letzten Wahl ziemlich aufgelöst. Der Erfolg der SVP beruht auf dem Protestwähler- Segment der ehemaligen Autopartei. Warum es diese Klumpenbildung links gibt, ist nicht zu verstehen, dient aber wohl kaum dem Bürger.

  42. Imhof Christian sagt:

    Sehr interessant! Kann man die Animation noch mit einem Schieber versehen, damit man das von Hand auch etwas langsamer betrachten kann? Das wäre hilfreich.

  43. Stefan W. sagt:

    Interessant. Aber das Problem einer solchen Analyse ist, dass sie oft mehr über den Untersucher, als über das untersuchte Objekt aussagt. Schliesslich werden ja keine “harten” Daten gemessen, sondern eine Abstimmungsparole wird willkürlich als “mehr Konservativ”, “leicht progressiv” oder “sehr Links” einsortiert. Das ist aber gar nicht immer so einfach. Ist eine Abkehr vom Dogma der Globalisierung und des unbegrenzten Wachstums eher konservativ oder eher progressiv? Davon, wie der Untersucher diese Frage /für sich selbst/ beantwortet, hängt zum Beispiel ab, ob die Ja-Parole zur MEI als konservatives oder als progressives Statement gewertet wird. Deswegen glaube ich auch nicht, dass die SD irgendwie bewusst nach links unten gerutscht sind, um einen “ganzen Meinungsquadranten” für sich zu haben. Vielmehr haben sie eben bestimmte Einzelentscheidungen getroffen, die im Weltbild des Untersuchers diese Positionierung ergeben haben.

    • Josef Anton sagt:

      Sie erkennen wohl einen wichtigen Aspekt. Zusätzlich ist auch eine Veränderung des gesellschaftlichen Bewusstseins ein Aspekt, welche nicht wirklich messbar ist und somit auch einen entsprechenden Einfluss ausüben mag, z.B. was heute als Progressiv erkannt wird, wurde vielleicht vor 10 Jahren als konservativ eingestuft, oder umgekehrt.

  44. Nadine Binsberger sagt:

    Was heisst schon “bürgerlich”. Niemand in der Schweiz ausser die Linke nimmt z.B. die internationalen Bürger- und Menschenrechte ernst. Leider nicht einmal mehr die “Liberalen”, denen die Freiheit des Geldes heiliger ist als die Freiheit der Menschen. Die SVP ist nicht bürgerlich sondern nationalkonservativ – und in Bezug auf Geld genauso engstirnig wie die FDP. Was “christlich” oder “evangelisch” sein soll, weiss niemand – nicht einmal die entsprechenden Parteien.

    • Ehrenbolger Vitus sagt:

      An Nadine Bnisberger
      Ihre Behauptung, was christlich oder evangelisch ist, wisse niemand, nicht einmal die entsprechenden Parteien, erscheint mir reichlich gewagt. Entweder Sie lesen nichts oder Sie haben ein Brett vor den Augen. Haben Sie beispielsweise auch schon etwas von der deutschen CDU und ihrem eklatanten Wahlsieg gehört? Ohne glaubwürdige Politik wäre so etwas in einem so grossen Land wohl kaum möglich. Das ist eben – was Sie nicht wissen möchten! – christlichdemokratische Politik für das Volk!

      • Nadine Binsberger sagt:

        @Ehrenbolger 7:29: Angenommen, die christlichen und evangelischen Parteien wüssten, was ihre Adjektive bedeuten. Warum hört man dann von dieser Seite nichts bis sehr wenig über Guantànamo? Oder zu den Sanspapiers oder der Situation von Flüchtlingen? Oder Landgrabbing und andere kapitalistische Ausbeutungsmechanismen in armen Ländern?

  45. Hannes Müller sagt:

    Die Begriffe der Skalen sind allerdings interpretationwürdig. Ist Distanz zur EU konservativ oder weitsichtig? 1994 fand ich noch, judihui, vorwärts in die EU, heute denke ich, in Richtung EU ist das Vorwärts der Lemmimge bis zur Klippe.

  46. Ronnie Grob sagt:

    Das sind interessante Erkenntnisse, vor allem in der animierten Grafik von Mario Nowak. Aber wie sind sie zustandegekommen?

    – Wie wurden die Unterschiede links / rechts sowie progressiv/liberal / konservativ vorgenommen?
    – Wo habe ich als Leser Einsicht in die Datengrundlage, um die (unumgänglichen) redaktionellen Einstufungen zu überprüfen?
    – Sehr seltsam erscheint mir zum Beispiel, dass die CVP seit 1985 sehr klar im progressiv/liberalen Bereich steht. Wie wird hier der Begriff “konservativ” ausgelegt?
    – Wenn “sämtliche Parolen zu eidgenössischen Volksabstimmungen seit Ende der 70er-Jahre ausgewertet” wurden, warum wird dem Leser denn eine Grafik gezeigt, die erst 1985 startet?

    Kurz: Bitte den Beitrag raschmöglichst ergänzen mit nachvollziehbaren Hintergrundinformationen, also den konkreten Rohdaten und den dazugehörigen redaktionellen Einstufungen. Oder gibt es Gründe, diese dem Leser vorzuenthalten? Bleibt das aus, so bleibt dieser Datenblog-Beitrag intransparent. Ausserdem bleibt (bei mir jedenfalls) der Verdacht einer tendenziösen Auslegung der Daten durch die Redaktion.

  47. Patrick sagt:

    Bitte veröffentlichen Sie die Daten zu den Grafiken, damit man Ihre Klassifizierung der Abstimmungsparolen nachvollziehen kann.

  48. Walter Bossert sagt:

    Geschlossene linke…..Dabei sind es gerade die Linken welche ständig motzen, alle nicht Linken würden nur einer Person hinterher rennen! Das es in der Schweiz auch erlaubt ist derjenigen Meinung zu zustimmen,welche man für die Beste hält, das lässt sich halt in steifen Grafiken schwer festhalten und eine eigene Meinung, das scheint grundsätzlich verboten zu sein.

  49. Jürg Ender sagt:

    Ich denke eher, dass sich die SVP treu geblieben ist. Sie war und ist im Kern eine liberal-konservative Partei. Eine progressiv-liberale Haltung geht gar nicht! Denn die Progressiven sind für mehr Staat. Die Liberalen für weniger.

    • Andreas Meier sagt:

      Die SVP als liberal zu sehen … na, wo denn? Doch eher National-Konservativ, oder nicht?

    • Reto Stadelman sagt:

      Progressiv hat nichts mit Staat oder nicht Staat zu tun. Progressiv bedeutet sich der wünschenswerten Entwicklung zuzuwenden. Wenn dies mehr Staat bedeutet gibt es mehr Staat. Bedeutet dies weniger Staat gibt es weniger Staat. Progressiv = mehr Staat ist eine falsche Zuordnung. Diese wird aber gerne gemacht um die Progressive Seite schlecht zu reden…

      • Josef Anton sagt:

        “Progressiv bedeutet sich der wünschenswerten Entwicklung zuzuwenden.”

        Die Frage, welche sich hier stellt ist, wer entscheiden soll, was wünschenswert sein soll. Genau hier scheiden sich wohl die Geister zwischen Bürokraten (sowie Ihrer Person) und der Bevölkerung, indem Bürokraten zwecks Ausbau ihrer persönlichen Zukunftsabsicherung immer mehr an Regulierung, Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung anstreben, während der mündige Bürger langsam genug hat von dieser Infantilisierung und Bevormundung durch diese Bürokraten.

        Einzig Entzug finanzieller Mittel sowie die klare Beschränkung der Macht von Regierungen kann dieses krebsartige Wachstum stoppen. Der Grund liegt in der Natur des Menschen, welcher seine persönliche Zukunftsabsicherung immer anderen Überlegungen voranstellt. Dieses menschliche Attribut ist in sich nicht verwerflich, jedoch erzeugt im Falle einer Regierung (da nicht marktwirtschaftlichen Kräften ausgesetzt) eine für die Gesellschaft negative Entwicklung, in welcher ein immer höherer Anteil des wirtschaftlichen Erfolges an nicht produktive Bereiche abgeführt wird.

  50. Bernhard Piller sagt:

    Es fallt auf, dass die Graphik wieder mal die alten Cliches bedient, wo links automatisch mit progressiv/liberal gleichgesetzt wird und rechts mit konservativ. Wenn man die Sachverhalte aber genau betrachtet, stimmt dies keineswegs: Ein Beispiel ist die Meinungsäusserungsfreiheit im Zusammenhang mit Genozid, wo die SVP sehr liberal ist, die Linke sehr anti-liberal. Ein anderes, die Zuwanderungsinitiative, ist sie progressiv oder konservativ? Eine gewollte Begrenzung des Wachstums mit gleichzeitiger Schonung der Umwelt ist ein absolutes Novum im Vergleich zu anderen Staaten und somit sie progressiv. Die Linke, die dem ewigen Wachstumsprinzip verhaftet bleibt ist konservativ, auch hier gerade umgekehrt. Vielleicht ist die SVP einiges moderner als man sie darstellt…

    • Adrian E. sagt:

      Offensichtlich haben sie die Grafik überhaupt nicht angeschaut und/oder verstanden. Es stimmt nicht, das links mit liberal/progressiv und rechts mit konsercativ assoziiert werden.

      Links/rechts und liberal/konservativ sind zwei verschiedene Dimensionen, und wie man leicht erkennen kann, ist z.B. die FDP gemäss den Grafiken liberaler/progressiver als die Linken und die SVP konservativer.

      Dass im Einzelfall eine Zuordnung von Entscheidungen bezüglich der Achsen links/rechts und liberal/konservativ nicht immer einfach ist, ist klar, und man könnte sich sicher auch ganz andere Achsen/Dimensionen mit anderen Kriterien vorstellen, aber insgesamt scheinen die gewählten sinnvoll zu sein.

      • Bernhard Piller sagt:

        @Adrian E. Wie viele Punkte haben Sie im konservativen-linken Quadranten gesehen? Praktisch keine, was bedeutet, dass man generell annimmt, dass die Linken progressiv/liberal sind Tatsache ist, dass mittlerweile viele Linke (und auch linke Parteien) sehr “spiessig” geworden sind und Veränderungen ablehnen.

    • Markus sagt:

      In dieser Skala sind zwei Werte eines 3-D Modells zusammengefasst: Wirtschafts- und Werte- Liberal/Konservativ. So kommt es, dass eine Wirtschaftsliberale Partei wie die SVP in der konservativen Hälfte landet, weil sie die Werte stärker bearbeitet. Das gleiche gilt für die SP und die Grünen, die extrem Werteliberal sind.

  51. e.meier sagt:

    Und schon wieder eine Auswertung mehr einer “Forschungsstelle”, deren Grafiken und Schlussfolgerungen wohl niemand mit fundierten anderen Statistiken widerlegt werden kann, höchstens mit dem gesunden Menschenverstand und Erfahrungen von liberal und freiheitlich eingestellten Schweizer Bürgern, die sich an Schweizer Politik und Werte, die unseren Wohlstand und Erfolg ermöglicht haben, erinnern können. Begriffe, wie “konservativ”, “liberal” und “progressiv” unterliegen dem heutigen Zeitgeist, der “konservativ” als “rechtspopulistisch”, “liberal” als “wirtschaftshörig” und” progressiv” als “sozial” definiert.
    Die Schlussfolgerung, dass kantonale Parteien immer wieder von der Mutterpartei abweichen, gilt wohl für sämtliche Parteien, zum Glück. Was soll diese Aussage?

  52. Sven Rump sagt:

    Das ist nun echt toll gemacht ! Gratulation

  53. Jane Bissig sagt:

    Was mir an dem Artikel fehlt, sind Definitionen der Begriffe links und rechts. Wenn ich die Autoren richtig verstehe bezieht sich die Achse progressiv/liberal vs. konservativ auf sogenannt gesellschaftspolitische Fragen. (Liberal kann aber auch wirtschaftsliberal heissen, wo die Linken sicher nicht dazu gehören würden.) Bezieht sich also rechts vs links auf Wirtschafts- bzw Sozialpolitik?

  54. Walter Brun sagt:

    Wer bestimmt eigentlich, was progressiv ist? Die SP sicher nicht, sie will ja den Kapitalismus abschaffen und den Sozialismus einführen. Uralt…

    • Walter Bossert sagt:

      Genau, das ist die Frage aller Fragen! Man könnte sich nun auch noch fragen wer hat sich bewegt und wer bleibt stur einer alten Ideologie verpflichtet welche nie funktionieren wird. Zum Beispiel statt nur die Schweiz, gleich die ganze Welt verbessern zu wollen!

      • Daniel Caduff sagt:

        Unter diesem Link finden Sie eine sehr detaillierte Präsentation von Michael Herrmann, in der er den Liberalismusbegriff im Sinne seiner Forschung definiert: http://bit.ly/PpqVDQ

    • Nadine Binsberger sagt:

      @Brun: Leider will die SP den Kapitalismus schon lange nicht mehr abschaffen. Obwohl man allen Grund dazu hätte: die Marktmechanismen führen zum Gegenteil von optimalen und effizienten Ergebnissen. Die Umwelt wird zerstört, die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Wer hart arbeitet verdient nichts, aber wer an der Börse Computergames spielt oder eine Bank führt, wird immer belohnt, egal ob gerade Hochkonjunktur oder Krise ist. Bei den Gewerkschaften dasselbe Bild: sie kämpfen nicht gegen den Kapitalismus, sondern sie fordern nur ein grösseres Stück vom Ausbeutungskuchen. Dabei wäre Wirtschaft nicht Privatsache sondern sie geht uns alle existenziell etwas an. Sie ist politisch. Darum sollte sie demokratisiert werden, wie alle anderen politischen Bereiche.

      • Josef Marti sagt:

        Der Kapitalismus muss nicht abgeschafft werden. Es müsste vielmehr sichergestellt werden, dass das Wirtschaftswachstum allen zugute kommt also gleichmässig auf die Lohn- uind Gewinnquote verteilt wird entsprechend dem Produktivitätsfortschritt.
        Zudem müsste gemäss einer alten Forderung der Österreicherfraktion unter Hayek das Geldwesen entnationalisiert werden. Schon Hayek hat gesehen, dass die Finanzwirtschaft nichts anderes ist als eine nach sowjetischem Muster funktionierende Planwirtschaft, die wie ein Geschwür über der Realwirtschaft wuchert, weil sie selbst infolge staatlilchem Monopol der Geldschöpfung keinem Wettbewerb ausgesetzt ist.