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Wo die Grossverdiener wohnen

Von Iwan Städler, 1. April 2014 43 Kommentare »
Die Einkommensunterschiede zwischen den Gemeinden sind gewaltig, wie eine umfassende Analyse der Steuerdaten zeigt.
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Am 18.  Mai stimmt das Volk über die ­Mindestlohninitiative ab. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie das Einkommen in der Schweiz verteilt ist. Die Eidgenössische Steuerverwaltung weiss darüber recht gut Bescheid – dank der jährlichen Steuererklärung. Jedoch braucht das Auswerten der Daten seine Zeit, sodass die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2010 stammen.

Ins Auge stechen vor allem die gewaltigen Differenzen zwischen den einzelnen Gemeinden. Am höchsten ist das durchschnittliche Einkommen im waadtländischen Vaux-sur-Morges. Sagenhafte 681 467 Franken werden dort pro Haushalt versteuert. Davon können die Einwohner von Blitzingen  VS nur träumen. Sie mussten sich 2010 mit durchschnittlich 16 055 Franken begnügen – nicht einmal einem Vierzigstel des Einkommens von Vaux-sur-Morges. Die übrigen knapp 2600 Gemeinden liegen dazwischen. Unsere interaktive Karte zeigt die räumliche Einkommensverteilung auf einen Blick. Sie können Regionen, die Sie besonders interessieren, heranzoomen. Und mit einem Klick auf eine bestimmte Gemeinde oder per Suchfeld können Sie deren Daten abrufen.

Im landesweiten Durchschnitt beläuft sich das steuerbare Einkommen auf 57 774 Franken pro Steuerpflichtigen. In den Alpen, im Juramassiv und im nördlichen Tessin ist es tiefer, in den Kantonen Zug, Schwyz, Zürich sowie um den Lac Léman höher. Gleich sechs der zehn einkommensstärksten Gemeinden liegen im Genfersee-Raum, drei im Kanton Schwyz (Wollerau, ­Feusisberg und Freienbach) sowie eine im Kanton Zug (Walchwil).

Einer zahlt fast alle Steuern

In Vaux-sur-Morges ist es eine einzige Person, die den Durchschnitt in die Höhe treibt: André Hoffmann, Vizepräsident des Pharmakonzerns Roche. Dank ihm schwimmt die kleine Gemeinde mit ihren 178 Einwohnern im Geld. Von den rund fünf Millionen Franken Steuereinnahmen stammen etwa 90 Prozent von ihm.

Hoffmann ist Urenkel des Gründers von Hoffmann-La Roche, vertritt die Erben im Roche-Verwaltungsrat und verwaltet das Familienvermögen. Wie stark der 55-Jährige die Steuerstatistik von Vaux-sur-Morges dominiert, zeigt sich auch im Einkommensunterschied zwischen den Verheirateten und den Unverheirateten. Letztere versteuern im Schnitt unspektakuläre 43 656 Franken. Bei den Verheirateten hingegen, zu welchen André Hoffmann und seine Frau zählen, sind es 1,2 Millionen Franken.

Es gäbe günstigere Steueroasen

Nun könnte man dem Roche-Erben vorhalten, er habe sich gezielt eine kleine Gemeinde ausgesucht, damit er den Steuerfuss mit seinem eigenen Gewicht massiv nach unten ziehen kann. Dies wäre aber zu kurz gedacht. Denn Vaux-sur-Morges zählt keineswegs zu den steuergünstigsten Gemeinden der Schweiz. Zwar konnte das Dorf die Steuerbelastung auf das in der Waadt erlaubte Minimum senken. Doch anderswo in der Schweiz – etwa in den Schwyzer Gemeinden Wollerau, Freienbach und Feusisberg – müsste Hoffmann 70 Prozent weniger an den Fiskus abliefern.

Er selbst mag nicht darüber sprechen. Doch es waren wohl andere Kriterien, die Hoffmann nach Vaux-sur-Morges lockten. Unter anderem dürfte der Naturfreund und Vizepräsident von WWF International die aussichtsreiche Lage rund 130 Meter über dem Genfersee geschätzt haben. Und die ländliche Umgebung.

Seit er in einen renovierten Bauernhof gleich neben dem Gemeindehaus gezogen ist, hat Vaux-sur-Morges keine finanziellen Sorgen mehr. Das Dorf zahlte seine Schulden zurück und unterstützt nun Nachbargemeinden – etwa mit einem günstigen Kredit. Auch wappnet es sich für den Fall, dass der potente Steuerzahler plötzlich wegzieht. Die Gemeinde baute für sechs Millionen Franken Mehrfamilienhäuser, deren Mieteinnahmen die Abhängigkeit von Hoffmann reduzieren sollen. Doch vorerst profitiert man noch – und zwar immer mehr. Zwischen 2003 und 2010 hat sich das durchschnittliche Einkommen von Vaux-sur-Morges mehr als verdreifacht.

Jetzt hat auch Blitzingen einen Reichen

Auch Blitzingen hat inzwischen das grosse Los gezogen. Dies, nachdem die Walliser Gemeinde 2010 noch das landesweit tiefste Einkommen auswies. Lediglich 3400 Franken betrug das Medianeinkommen – also jener Wert, bei dem die eine Hälfte darunter- und die andere Hälfte darüberliegt. Vor zwei Jahren zog dann ein Reicher ins hübsche Dorf im Goms – einer, der viermal mehr Steuern zahlt als alle anderen zusammen.

Dies kommt der kleinen Gemeinde mit 75 Einwohnern sehr gelegen. Gemeindepräsident Erwin Ritz hatte zwar nie den Eindruck, sein Dorf sei arm. Wahrscheinlich habe der hohe Anteil an Pensionierten das durchschnittliche Einkommen gedrückt, sagt er. Aber Blitzingen bestritt fast die Hälfte seiner bescheidenen Ausgaben mit Geld aus dem kantonalen Finanzausgleich. Dies ist jetzt vorbei. Inzwischen konnte man die Steuern um 25 Prozent senken und hat nun den tiefstmöglichen Steuerfuss im Wallis, wie Finanzverwalter Bernhard Schwestermann sagt.

Mehr Einkommensmillionäre

Interessant sind nicht nur die Unterschiede zwischen den Gemeinden, sondern auch jene innerhalb der Gemeinden. Sie lassen sich mit dem sogenannten Gini-Koeffizienten beziffern – einer Zahl zwischen 0 und 1. Je höher der Wert, desto stärker die Ungleichheit. Bei 1 verdient einer alles und die anderen nichts, bei 0 verdienen alle gleich viel.

Den höchsten Gini-Koeffizienten weist mit 0,92 Vaux-sur-Morges aus – gefolgt von anderen Gemeinden im Genferseeraum und Wollerau (auf dem neunten Platz). Die kleinsten Einkommensunterschiede kennen das freiburgische Prévondavaux (0,28) und das aargauische Wiliberg (0,30). Bei all diesen Werten ist der Einfluss der unterschiedlichen Grösse der steuerpflichtigen Haushalte bereits herausgefiltert.

Unter den Städten mit mehr als 10 000 Steuerpflichtigen erweist sich Zug als jene mit der ungleichsten Einkommensverteilung (0,65) – gefolgt von Pully, Lugano und Genf. Auch in Basel (0,52) und Zürich (0,50) liegt der Gini-Wert leicht über dem Schnitt. Auf der anderen Seite sind die Einkommen in Emmen (0,39), Gossau SG und Kriens sehr gleichmässig verteilt. Auch Wetzikon und Bülach können dies für sich in Anspruch nehmen.

Gesamtschweizerisch ist der Gini-Koeffizient seit 2001 leicht angestiegen – von 0,47 auf 0,49. Am stärksten hat die Ungleichheit zwischen 2005 und 2007 zugenommen, was sich auch im Zuwachs der Einkommensmillionäre widerspiegelt. Deren Zahl hat sich seit 2001 fast verdoppelt – von 2907 auf 5061 Steuerpflichtige. Noch viel häufiger sind die Vermögensmillionäre. Von ihnen gab es 2010 mehr als 230 000, was fast jedem zwanzigsten Steuerpflichtigen entspricht.

Prekäre Entwicklung im Tessin

Sehr aufschlussreich ist auch die Einkommensentwicklung in den einzelnen Kantonen. In Zug, wo die Einkommen am höchsten sind, stiegen diese seit 2003 um knapp 25 Prozent. Noch heftiger legte der Kanton Schwyz zu – um mehr als 30 Prozent. Im Tessin hingegen, wo das Durchschnittseinkommen massiv tiefer ist, stieg es in den sieben Jahren nur um 0,17 Prozent. Das mittlere Einkommen (Median) ist gar um 8 Prozent gesunken.

Wachstum

 

Betrachtet man den Median sowie den Gini-Koeffizienten, fällt auf, dass die Ungleichheit in den einkommensstarken Kantonen Schwyz und Zug besonders hoch ist. Aber auch im Wallis sind die Einkommen ziemlich ungleichmässig verteilt – und dies auf sehr tiefem Niveau. Die Kantone Aargau und Baselland haben dagegen trotz relativ hoher Einkommen eine überdurchschnittlich gleichmässige Verteilung.

 

Ungleiche Verteilung

 

Unter den Gemeinden hat das freiburgische Greng das höchste Median­einkommen – 86 600 Franken. Auf dem zweiten Platz folgt Uitikon ZH mit 80 400 Franken. Vaux-sur-Morges kann hier – mit nur einem Superreichen – nicht mithalten (55 350). Ganz unten hingegen zeigt sich aber wieder dasselbe Bild wie beim Durchschnittseinkommen – mit Blitzingen als Schlusslicht. Diese Zahlen aus dem Jahr 2010 kümmern das Gommer Dorf aber wenig. Es hat nun ja ebenfalls einen Reichen.

 

43 Kommentare zu “Wo die Grossverdiener wohnen”

  1. Willem van Velthuysen sagt:

    Mindestlohn ist pro Kopf. Wieviele Köpfe zält das durchschnittliche Einkommen?

  2. beat müller sagt:

    Der ganze Steuerwettbewerb ist ein Witz. Ich wohne im Kanton Zug, in einer Eigentumswohnung, welche 20% teurer war als vorher im Kanton Freiburg, arbeite in Bern und zahle nun sage und schreibe statt 25000 Steuern (B+K+G) nur noch 12500.–
    steuern – also 50% weniger. Innerhalb von 10 Jahren habe ich somit meine teurere Wohnung amortisiert… ist doch ein Witz.
    Dazu kommt, dass ich durch den längeren Arbeitsweg jährlich 15000.– Franken an Fahrspesen abziehen kann.

    Was hat das mit Wettbewerb zu tun ? Für mich ist das möglich, weil ich schlichtweg privilegiert bin, z.B. auch Homeoffice machen kann, etwas Geld beiseite gelegt habe etc… Aber das rechtfertigt nicht, dass einfach in einem anderen Kanton so extrem weniger Steuern bezahlen muss….

    • flückiger max sagt:

      Sie sparen also rund CHF 1’000 pro Monat. Angenommen Sie fahren aufgrund des Homeoffices rund 2-3x pro Woche nach Bern sind monatliche Benzinkosten (Annahme CHF 300) sowie die zusätzliche Amortisation des Fahrzeugs (CHF 400) in Abzug zu bringen. So kommen sie auf ein Nettoersparnis von approx. CHF 300 pro Monat. Jetzt können Sie diese CHF 300 ins Verhältnis von täglich 3h (oder 10-13d à 3h – monatlich 30-40h) Arbeitsweg (Zug-Bern retour) ins Verhältnis setzen. Zudem gehe ich davon aus, dass Sie Ihren eigentlichen Lebensmittelpunkt d.h. den Ort ihrer primären privaten Kontakte in eine fremde Region verschoben haben – dies kann man nicht monetär erfassen, spielt aber auch eine Rolle. Finden Sie jetzt ihre tiefe Steuerrechnung noch immer so prickelnd?

  3. kasimir sagt:

    Da kann ich mit meinen 20 000 Fr steuerbaren Einkommen natürlich nicht mithalten.

  4. Peter Hubacher sagt:

    Der Steuerwettbewerb ist schon eine gute Sache. Ich finde, die Steuern sind selbst in verhältnismässig günstigen Kantonen immer noch viel zu hoch. Meine Frau und ich arbeiten beide 100% und versteuern zusammen CHF 200’000. Davon müssen wir rund 25% dem Staat abgeben. Also CHF 50’000 pro Jahr! Einer von uns arbeitet also ein halbes Jahr nur für den Staat. 100’000 brauchen wir pro Jahr für den Lebensunterhalt. Das heisst, wir können “nur” CHF 50’000 pro Jahr auf die Seite legen. Das ist ganz schön frustrierend. Und andere jommern, wenn sie CHF 5’000 an Steuern zahlen müssen. Dabei will ich gar nicht, dass das Geld anders umverteilt, sondern schlicht und einfach, dass es effizienter eigesetzt wird. Wieso muss ich mit meinen Steuergeldern den ÖV quersubventionieren? Wieso faule Sozialhilfeempfänger finanzieren, welche sich zu schade sind um einer geregelten Arbeit nachzugehen? Oder warum irgendwelche Prestige- und Kulturbauten mitbezahlen? Die Öffentliche Hand schmeisst das Geld mit beiden Händen zum Fenster raus. Und das lässt sich nur durch den Steuerwettbewerb eindämmen!

    • Ben sagt:

      Ich würde sagen die Progression ist zu steil, das ist das asoziale daran.

      Kommt noch dazu das wir als Staat hunderte von Millionen an Steuerausfällen finanzieren müssen die aber zum grössten teil nur den sehr hohen Einkommen und Vermögen zu gute kommen. So wie etwa der Wegfall des Beitrages zum Regionalspital den Reichen im Dorf eine Steuersenkung einbrachte (die auch lauthals zelebriert wurde) und mir eine massvie Erhöhung der KK Prämien.

      Auch beim SBB Angebot spart man, man spart überhaupt an vielen kleinen Dingen in der Gemeinde anfallen, feiert dann die Steuersenkungen die bei den Reichen wirklich spürbar sind, und alle anderen dürfen die höheren Abgaben bezahlen… wie der Abfuhrunternehmer nur noch 1x die Woche kommt, dafür ist der Abfallsack 20 Rappen billiger. Dann noch der Wegfall der Erbschaftssteuer (zwei drittel der neuen Reichen entstehen durch erben nicht durch eigene Hände arbeit) und eine Kapitaltransaktionsabgabe fehlt eigentlich komplett…

    • Mark Keller sagt:

      Peter Hubacher, mir kommen gleich die Tränen! Aus Ihrem Kommentar spricht der pure Egoismus. Von Solidarität mit Ihren weniger gut verdienenden MitbürgerInnen keine Spur. Wer “nur” CHF 5000 Steuern bezahlt, verdient wohl auch entsprechend weniger. Den Menschen in unserem Land, die nicht genug verdienen um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, werden ihren Kommentar als Schlag ins Gesicht empfinden. Denken Sie mal daran, dass Sie einmal gar nichts werden mitnehmen können. Aber bis dahin in Saus und Braus leben, und am Liebsten gar keine Steuern bezahlen. Falsch Ihr beide arbeitet 3 Monate pro Jahr für den Staat. Und das ist auch gut so. Jeder soll seiner wirtschaftlichen Leistungskraft entsprechend besteuert werden!

    • Mark sagt:

      Guten Abend Herr Hubacher,

      Ich bin in einer ähnlichen finanziellen Situation, möchte aber folgendes beifügen:

      1) Der “Staat” ist nicht (nur) irgendein fernes Gebilde, sondern Sie sind selber Staat in dem Sinne, als dass Sie als Staatsbürger täglich die Infrastruktur gebrauchen, und das nicht zu knapp. Leider schreddert der Staat regelmässig die Steuereinnahmen oder verwendet die Steuergelder für – aus Ihrer Sicht – unnötiges Zeug (andere finden vielleicht gerade das eine wunderbare Investition…). Wie man dies wirklich beheben könnte, weiss ich auch nicht. Sehr wahrscheinlich liegt die “Verschwendung” in der Natur von grossen Gebilden (auch Grossunternehmen verschleudern Unmengen an Geld für “unnützes” Zeug).
      2) Sie können Ihre 50’000.- Steuerausgaben nicht direkt vergleichen mit 5’000..- Steuerausgaben. Sie haben nach Steuern immer noch 150’000.- über (für Lebensunterhalt usw.). Eine Person mit 5’000.- Steuerausgaben hat vielleicht noch 60’000.- über, d.h. Sie bezahlen zwar 10mal so viele Steuern (die Progression ist oft sehr steil), aber Sie haben auch 90’000.- mehr pro Jahr übrig.

    • kasimir sagt:

      @Peter Hubacher: Es ist doch schön wenn man in der sozialen Hängematte liegen kann und schauen wie sich andere abrackern für diese Schmarotzer.

    • Hans Peter sagt:

      @Hubacher. Das ganze Einkommen der Frau und noch viel mehr muss Ihnen abgezogen werden. Ausserdem müssen Sozialhilfeempfänger arbeiten, wenn sie gesund sind. Haben Sie auch Kinder gross gezogen, oder reicht das Einkommen nicht aus? Weil Ihr beiden “Schmarotzer” 2 und zum Teil noch mehr Arbeitsplätze braucht, haben 430000 andere Personen überhaupt gar keine Arbeit. Ihr Kommentar ist von Egoismus nicht zu toppen. Hoffe nicht, dass Ihr beide den Job verliert und selber hilfebedürftig werdet, das geht nämlich ganz schnell. MfG

  5. Reto Gross sagt:

    Es liegt doch auf der Hand, dass der Steuerwettbewerb innerhalb der Schweiz, ja sogar innerhalb der Kantone zum destruktiven Selbstläufer werden kann, wenn nicht rechtzeitig Korrekturmassnahmen getroffen werden. Eine möglichst ertragsneutral verschärfte Progression der Bundessteuern unter Schonung der Mehrwertsteuer wäre wohl das einfachste. Damit könnte der weiteren Desintegration der schweizerischen Zivilgesellschaft, wie wir sie heute schon in den “Speckgürtelgemeinden” grosser Zentren beobachten, wirksam entgegengewirkt werden. Es täte und Eidgenossen allen gut, wir hätten wieder etwas mehr für und von einander.

    • Beat Zahnd sagt:

      Nein das währe sehr kurzsichtig. Der Wenigverdiener würde den Mehrverdienst einfach konsumieren. Der Vielverdiener invsestiert den Mehrverdienst viel stärker und sorgt so auch gleichzeitig dafür, dass der Weniverdiener mehr hat.

      • Ben sagt:

        Wie geht das genau? Im Detail meine ich !
        .
        Die Reichen investieren nicht, so wie theoretisch mal gedacht, die spekulieren und wollen Geld mit Geld vermehren anstatt mit Arbeit, Forschung, Produktion.

        Auch die Armen haben irgendwann mal fertig konsumiert…

        • Hans Peter sagt:

          @Ben. Richtig und dort zahlen sie dann fast keine oder gar keine Steuern, AHV Beiträge, Löhne usw. während jemand der einer Arbeit nachgeht bis zu 40% zahlen muss. Das Kapital ist nicht mehr im Wirtschaftskreislauf, deshalb die vielen Arbeitslosen usw. Ist ja der Sinn der Glpbalisierung. MfG
          (Thementag 3 Sat. Sonntag 30. Märrz)

  6. Gregor sagt:

    Leider zeigt auch diese “Statistik” nur bedingt die Ungleichverteilung. Ich kenne konkrete Fälle, die zwar ein Haus und eine Firma besitzten, aber sogar noch Krankenkassenverbilligung erhalten… Von den Autos vor den Häusern darf man schon gar nicht mehr reden.

    Das ist ein Schlag ins Gesicht für JEDEN Normalverdiener mit Lohnausweis. Letztlich sind wir aber selber schuld, da man sich die eigenen Böcke zum Gärtnern wählt.

    -> sieht so wirklich Bürgerliche Politik aus?

    • Robert Sahli sagt:

      Ich bin der festen Ueberzeugung, dass wenn jeder/jede Firma und Privatperson, Steuern bezahlen würde, wie der normale Lohnausweisempfänger,könnten die Steuern durch ein “Topfkollekte” ersetzt werden. Habe selbst während 40 Jahren mit Lohnausweis Steuern abgeliefert, und weiss deshalb wovon ich rede. Gönne den Selbstständigen ihre Möglichkeiten der Abzüge, doch irgenwann sollten auch wirklich dicken Fische ihren Obolus entrichten. Übrigens noch Grüsse an Hrn.AB Merz, dessen USTR 2, schlappe Beträge in zweistelliger Millionehöhe zur Folge hätten………… Die Wirklichkeit sieht anders aus….. , viersteliige und vorne keine eins, aber das konte er ja nicht wissen….. als bester Finanzminister von Europa, lt damaligem FDP Präsident Fulvio Pelli ……

  7. Plüss sagt:

    Die Wirtschaft brummt, es braucht offensichtlich immer mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland, und trotzdem schreiben viele Kantone rote Zahlen und zum Teil sogar Rekorddefizite. Was läuft hier genau falsch? Und was wird passieren, wenn wir mal wieder in eine Rezession schlittern?

    • Paul Lüthy sagt:

      Weil die Politiker immer alles Geld das sie in die Hände kriegen verteilen – und auch Geld das die öffentliche Hand nicht hat.

    • Hans Peter sagt:

      @Plüss: Kann ich Ihnen sagen. Dann wird bei den eh schon Ärmsten Personen, Sozialhilfebezüger IV, EL Arbeitslosen das Geld noch gekürzt und gleichzeitig im grossen Rat bei sich selber die Löhne verdoppelt. MfG

  8. Hans Kaufmann sagt:

    Frage: wer ist der schlechtere Mensch – der Grossverdiener oder der Vermögensmillionär?

  9. Reto Gabathuler sagt:

    Was immer wieder erstaunt: die Reichen tragen in absoluten Zahlen den grössten Teil der Steuerlast. Im Beispiel Blitzingen zahlt eine einzelne Person 80% der gesamten Steuern. Wieso lassen sich das die Reichen gefallen?

    • Beat Müller sagt:

      Ihrer Meinung nach sollen die 75 Niedrigstverdiener von Bitzingen mit durchschnittlich 3400 Einkommen also die Steuerhauptlast tragen – wieso sollten sich die “Armen” sowas gefallen lassen?
      Unter dem Strich ist es ja eine Win-Win Situatution für alle in diesem Fall – die Steuern in Blitzingen konnten um 25% gesenkt werden für arm und reich — also was soll Ihr unqualifizierter Kommentar – wollten Sie einfach ein bisschen Sozialneid gegen unten schüren oder was?

  10. Stefan Gisler sagt:

    Zug steht an der Spitze der hohen Einkommen – das heisst nicht, dass wir alle reich sind. Als Normalverdiener mit Familie bleibt einem aufgrund der hohen Wohn- und Lebenskosten kaum etwas im Portemonnaie übrig Ende Jahr. Gleichzeitig spart sogar die Stadt Zug, um die Steuerprivilegien für die Reichsten zu erhalten, bei Familien, Schulen, Kultur. SVP, FDP und CVP verkaufen unsere Seele, für das überrissene Wachstum, von welchem Reiche sowie deren Helfer (Anwälte, Immobilienspekulanten, etc.) profitieren.

  11. max müller sagt:

    Dieser Kantönliblödsinn muss aufhören. Dass man sich gegenseitig die guten Steuerzahler und Firmen abjagt ist wohl schweizerisch. Gegen Ausländer motzen aber innerhalb des Staates völlig unsolidarisch sein, das passt.

  12. Urs Kym sagt:

    Weler Milliardär wohnt im Bedretto-Tal ? Das Bedretto ist ein sterbendes Alpental mit alten Bauernhäusern mit etwa 76 Personen Einwohnern (aufgeteilt auf die Ortschaften Bedretto, Villa Osasco, Ronoc und All’Aqua). Die meisten Einwohner sind pensioniert. Würde mich schon interessieren, welcher Milliardär sich in diesem Tal versteckt.

  13. Ueli Müller sagt:

    Der Steuerwettbewerb ist doch ein Irrsinn. Profitieren tut nur das obersten Einkommensviertel enorm, während die untere Einkommenshälfte mit indirekten Steuern belastet wird. Auch die Schüler im Kanton Luzern leiden darunter, wenn ihnen eine Woche Gymi gestrichen wird um die Ausfälle wieder rein zu holen. Ausserdem ist es schlicht asozial gegenüber den Zentren, wo gearbeitet wird, deren Infrastruktur man in Anspruch nimmt, aber dann wieder nach Zug oder Schwyz verschwinden um ja nichts an die Allgemeiheit zurückzugeben. Die echten Büenzer in diesen Steueroasen haben auch nicht viel davon. Ganz zu schweigen von den ökologischen Auswirkungen der Zersiedlung, die durch den schädlichen Steuerwettbewerb verursacht werden. Wiso verkaufen wir unser Land an die Internationalen Millionäre? Wir können doch auch anderes als nur Geld verstecken

    • Dani Meier sagt:

      Herr Müller Niemand MUSS in einer Stadt wohnen, und niemand MUSS diese finanziell Unterstützen. Das wäre eigentlich der richtige Ansatz. Ich muss aber über meine Steuern angebliche Zentrumslasten in der Stadt bezahlen, die mich aber nicht interessieren und die ich nicht nütze. Aber umgekehrt betreibt die Stadt Standortmarketing eben genau mit diesen Angeboten, die ich auch als Nichtnützer mitbezahlen muss. Wenn sie in der Umgebung Zürich nachschauen, ist Richtung Limmattal und Glatttal alles geragelt voll mit Industriebetrieben. Es wird also mitnichten “nur” in der Stadt Zürich gearbeitet. Im Gegenteil, Industrie gibts dort ja kaum mehr, jedenfalls im Vergleich zu früher. Also kann man guten Gewissens sagen, dass Steuerwettbewerb etwas Gutes ist, und wir tun sehr gut daran, diesen sozialistischen Umverteilungshumbug zu bekämpfen wo’s nur geht! Denn nur so werden die Gemeinden gezwungen, vernünftig zu haushalten. Alles andere klappt bei unserer Bürokratie nicht, SECO usw. sind nur die Spitze des Eisbergs.

      • Robert Herz sagt:

        Sie wissen schon, dass die Finanzierung der “Zentrumslasten” von Zürich dazu führt, dass die Stadt Zürich einfach etwas weniger in den Finanzausgleich abliefern muss?
        Die Stadtzürcher wären froh, der “Umverteilungshumbug” zu ihren Lasten würde aufhören…

    • nussberger sagt:

      Nagel auf den Kopf getroffen. Unsere Steuerpolitik ist ein Irrsinn. Trotzdem rutschen immer mehr Gemeinden und Kantone in die roten Zahlen. Da stimmt Grundlegendes nicht mehr. Richtig profitieren tun nur die heute schon die Priviligierten.

    • Max Bader sagt:

      Beim Steuerwettbewerb geht es auch vor allem darum, dass man den Staat und seine Verwaltung effizient gestaltet. Man kann entweder durch einen schlanken Staat mit tiefen Steuern auftrumpfen oder durch einen ausgebauten mit mittleren Steuern, aber nicht durch einen mit hohen Steuern, welcher eine ineffiziente Verwaltung bedient. Der Anteil der Staatsausgaben ist über die Zeit immer mehr gestiegen. Es mag vereinzelte Ausnahmen geben, aber die Staatsaufgaben werden massiv ausgebaut. Man kann also nicht von Knappheit sprechen.
      Die Zentren haben zwar mehr Infrastrukturausgaben (auch für nicht Städter), aber sie haben auch massiv mehr Einnahmen etwa durch juristische Personen. Sie profitieren von den Bildungsausgaben anderer Kantone, die sie nicht tätigen mussten. Die Zentrumskosten und der Zentrumsnutzen gleichen sich einigermassen aus, aber ganz genau kann man das nie sagen.

      • Ben sagt:

        Die meisten, wirklich die meisten die hier leben brauchen den Staat um ein einigrmassen erträgliches Leben führen zu können. Es ist die macht des Staates Geld einzunehmen und auszugeben. es ist die Macht des Staates Geld umzuverteilen. Dies sollte in einem normalen Gesunden nicht durch Korruption und durch Lobbying infizierten System ohne weiteres möglich sein…

        Dies ist aber heute nicht mehr der Fall. Die vor allem durch konservative neoliberal bürgerliche Mehrheiten bösartig angeheizte Sparwahnsinn lässt den Menschen in den betroffenen (betroffen!) Ländern immer weniger für das Zusammenleben. Dies einhergehend mit einer komplett asozial daherkommenden Globalisierung die jede Region einem brutalen ruinösen Standortwettbwerb aussetzt in der gar Usanz geworden ist Investoren ihre Produktionssätten mit Steuergeldern aufzubauen.

        Dies ist eine völlige pervertierung dessen was Investoren sein sollten. Die sollten eigentlich Risiken für ihre Investitionen tragen, doch das tun die nicht, Das Risiko trägt die Gesellschaft der man zuvor auch noch die überaus wichtigen Steuereinnahmen vorenthalten hat wärend die Investoren und Spekulanten ihre Profite alle Quartale aus den Unternehmen abziehen können.

        Man muss als Investor i.e.Spekulant heute nur noch den Globus drehen und einen Profitträchtigen Ort auswählen wo man sein Kapital ohne Regulierung der Gesellschaft, ohne lästigen Demokratische Parlamente, ohne Arbeits- und Umweltschutzgesetze, ohne Gewerkschaften, ohne Mindestlöhnen, ohne Streik und Demonstrationsgesetzen… einsetzen kann.

    • Stefan Hess sagt:

      Steuerwettbewerb gefällt mir per se schon, um die Verwaltung effizient zu halten. Allerdings darf er nicht (mehr) über die Progressionskurve und über die Steuerverteilung Unternehmen vs. natürliche Personen laufen. Insofern könnte ich mir vorstellen, dass schweizweit eine Mindest-Progressionskurve bei den natürlichen Personen und ein Mindeststeuersatz für Unternehmen definiert wird, während mit dem Steuersatz der Standortwettbewerb aufrecht erhalten wird.

  14. Ben sagt:

    ist wie ein Autorennen mit Boliden für die Reichen und Sparautos für die Proletarier… wenn man erreichen möchte das alle etwas von so einem Rennen haben müssen die schnellen langsamer fahren so das die langsamen auch mitkommen.

    Tun sie das nicht, so wie heute die Politik und Wirtschaft sich benimmt, dann bleiben alle anderen auf der Strecke. Zuerst verlieren die 1x, dann 2x, dann 10x und immer mehr fallen aus dem Rennen, schliesslich interessiert deren Schicksal niemand mehr.

    Irgendwann gehen die schon gar nicht mehr and den Start und die Reichen tummeln sich alleine auf der Strecke und verteilen die Preise unter sich… bald mal merken die gar nicht mehr, das niemand mehr zuschaut, niemand mehr zu schauen möchte, niemand mehr interessiert ist an ihren Spielchen.

    Es ist ab dann, das die dermassen ausgeschlossenen und nicht angehörten immer mehr von ihrem Glück überzeugt werden müssen.

    Ist nur eine Analogie, ich weiss, doch die Reichtums- Vermögens- Einkommensverteilung und einseitige Steuerbevorteilung in inniger Liebe zwischen Elite und Staat für eine winzige Elite macht immer weniger Spass. ist im eigentlichen Sinn komplett Sinnbefreit geworden weil es ein Dauerzustand geworden ist der keine Zeit für Musse mehr lässt,.

  15. Bitte überprüfen Sie die Zahlenangabe auf der ersten Karte, das steuerbare Einkommen im violetten Bereich ist m.E. eine Kommastelle zu hoch. Oder dann stellt diese Zahl einen Ausnahmewert dar und bezieht sich nicht auf alle violetten Zonen auf der Karte.

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Die Zahlen stimmen schon, nur werden in den Legenden jeweils nur die Minimal- und Maximalwerte angegeben – sicher verbesserungswürdig, mit diesem Kartendienst zur Zeit jedoch nicht anders möglich. Danke für die Anmerkung!

  16. Res Raschle sagt:

    Ungleichheit, Ungleichheit wohin man schaut – gewaltige und mit zerstörerischen Folgen. Aber man kann, wie wir wissen, das vordringliche Problem der Schweiz auch bei den Ausländern sehen. Dabei wissen wir ja, dass vieles, was Viele an den Ausländern stört, direkt mit der ökonomischen Ungleichheit und deren sozialen Folgen zusammenhängt oder mit diesen identisch ist.

    • Thomas Meier sagt:

      Das immer gleiche Mantra der Linken. Wenn nun vorwiegend arme Ausländer einwandern, muss man diese also einfach reicher machen, damit wir weniger Probleme haben? Pauschal verkürzt sind dann die Ausländer die Guten und die Inländer die Schlechten, einfach weil Letztere “zuviel” Einkommen haben? In dieser Soziologenlogik hat’s auch keinen Platz für kulturelle Probleme: Zwangsheirat, Ehrenmord, Blutrache, weibliche Genitalbeschneidung und dergleichen Verhalten sind natürlich reine Funktionen ökonomischer Ungleichheit. Deshalb findet man ja diese Phänomene auch bei Inländern gehäuft in sozial schwachen Gemeinden und Quartieren… Es wäre endlich Zeit, diese Dinge differenzierter zu betrachten.

  17. d p e sagt:

    Zwar ist einzelnen Orten der Median (Zentralwert) erwähnt. Aber alles läuft über das “Durchschnitts-Einkommen”. Zwar wird der Hoffmann-Erbe erwähnt und damit auch gezeigt, dass der Durchschnitt nichts aussagt darüber, was die meisten Leute verdienen. Aber… in die allgemeine Betrachtung hat das dann nicht gereicht.
    Bitte. Zeigt doch auch das Median-Einkommen der Gemeinden. Sonst wird suggeriert, dass an einigen Orte einfach arme Leute wohnen…

    • David Taler sagt:

      @d p e, es wird doch sowohl der Durchschnitt als auch der Median angegeben? Interessant ist es v.a. wenn mann beide Grössen vergleicht…

    • Ike Conix sagt:

      @d p e: Klicken Sie einfach auf eine beliebige Gemeinde. Dann sehen Sie die gewünschten Zahlen.

  18. Daniel Hofstetter sagt:

    Naja, Der Kanton Schwyz hat sehr wenige Sozialhilheempfänger im Gegensatz zu grossen Städten oder den Stadtkantonen. Die ärmeren ungebildeten Personen ziehen eher in die anonymen Städten weil sich in einem 1000-Seelen Dorf keiner als Sozialhilfeempfänger outen will und kann. Schlussendlich bleibt es ein Vergleich ohne jede Konsequenzen. Es wäre gerechter, wenn die Arbeitnehmer einen Teil der Steuern im Arbeitskanton abgeben müssten. Die Städte bezahlen die ganze Infrastruktur für die Pendler und haben so höhere Steuern als auf dem Land wo nur die Geldscheffelnden Manager Ihr Schlösschen besitzen.

    • Peter Hubacher sagt:

      Man darf aber nicht vergessen, dass die Städte dafür auch von den ganzen Steuereinnahmen der Firmen profitieren können. Wir haben ja gesehen, was UBS und CS für einen Einfluss auf das Budget von Zürich gehabt haben. Viele Landgemeinden haben so gut wie keine Steuereinnahmen von juristischen Personen. Müssten nun die ganzen Pendler einen Teil ihrer Steuern abgeben, würden viele dieser Gemeinden in arge Schieflage geraten. Daher denke ich, ist das derzeitige System mit dem Finanzausgleich schon gut so.