datenblog

Überall Berge – ausser in den Alpen

Von DB, 8. Februar 2016 25 Kommentare »
Wo liegen all die -bachs, -hofs, -wils und -eggs? Erforschen Sie die häufigsten Ortsnamensendungen der Schweiz mit unserer interaktiven Karte.
Stichworte:, , ,

Von Kaspar Manz und Marc Brupbacher

Welche Namensendungen von 49’341 Orten in der Schweiz kommen am häufigsten vor? Die folgende interaktive Karte zeigt es. Wir verwenden als Datenquelle die SwissNames3D von Swisstopo. Ausgewählt wurden nur Siedlungsnamen – ausgeklammert sind Flurnamen, Geländenamen, Namen von Bergen, Seen und Gewässern. Weitere Informationen zur Methodologie können Sie unten mit einem Klick auf das Symbol i einsehen.

Die Erläuterungen zu den Karten stammen von Sprachwissenschaftler Dr. Martin. H. Graf.

25 Kommentare zu “Überall Berge – ausser in den Alpen”

  1. Ein Romand sagt:

    Das ganze wäre vielleicht ein bisschen aussagekräftiger wenn anstatt “Schweiz” “Deutschschweiz” stände. -berg mag die häufigste Endung sein, da es aber ein Sprachbarriere gibt, werden all die französischen und italienischen Ortsnamen direkt ausgeschlossen 😉

  2. Peter Hofer sagt:

    Dieses Abfragesystem macht mir grosse Freude. Es ist nicht zuletzt ein Beitrag zum kulturellen Selbstverständnis. Danke dafür!

  3. Sonja Wieland sagt:

    Als frisch zugezogene Person aus dem Ausland ist diese Karte ein witziger Beitrag zum Verständnis der Nomenklatur. Natürlich hat sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber da können ja die Leute helfen die sich beeilt haben Fehler und Weglassungen herauszuheben.
    Vielen Dank für die interessanten Ausführungen.

  4. Hotel Papa sagt:

    Sonderbare Erklärung zum Ausdünnen von “Berg” in den Alpen. Wenn ich die Karte anschaue, dann korreliert sie weitgehend mit der Besiedlungsdichte der deutschsprachigen Bevölkerung. Es gibt durchaus Konzentratioen von “-berg” im Alpenraum, aber eben nur da, wo Leute wohnen. Es gibt wenig Grund, das Niemandsland zu benennen.
    Ausserdem wird die Sprache da, wo viele Berge stehen, spezifischer. Es heisst dann nicht mehr “-berg”, sondern “-horn”, “-fluh”, “-spitz”

  5. Sula sagt:

    Mich würde interessieren wo die -Dorf; -Torf Dörfer rangieren. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das weniger als 140 sind.

  6. Markus König sagt:

    Orte wie Golfpanorama, Taa und Kaa habe ich noch nie gehört. Kenn die jemand?

  7. Lucca Balmer sagt:

    Meine ich das nur oder ist bei den meisten Endungen die Konzentration im Kanton Bern (Emmental / Oberland) am höchsten? Ebenfalls eine recht hohe Nennung finden die Endungen im Kanton Sankt Gallen. Weiss jemand warum?

  8. Beat Hess sagt:

    Vielen Dank für die Beantwortung dieser Frage, über deren Antwort ich mich lange Zeit gewundert habe (genauer gesagt, seit mich eine französische Verwandte gefragt hat, ob dies mit “Ikonen” zu tun hat…).

  9. Ronnie König sagt:

    In den Alpen gabs schon Namen für die Berge! Aber viele Berge hatten keine spezielle Bedeutung oder das Wissen um den Namen kam abhanden. Pässe/Sattel hatten Namen, Hochtäler etc. Das ist weltweit so. Manche Alpengipfel hatten auch aus religiösen Gründen keine Namen, andere gerade darum. Dafür waren Hänge oft mit Namen. Die Namen sollten auch Gefahren die damit verbunden sind in Erinnerung rufen. In der Nordwestschweiz und im Dreiland ist dies ganz schön sichtbar und erlebbar. Allerdings muss dann das Ausland klat miteinbezogen werden.

  10. Uri Liebeskind sagt:

    Ist ja super, dass der Tagi hier ein wenig Informatik zeigt 🙂
    Für -ikon, -ikofen, -ingheim, -kausen haben Sie folgende RegEx angegeben: (in?ghei?m|kaus(en)?|i(ng|e)hausen|ik[eo](n|fen))$
    Für die relativ simplen zu findenden Patterns weckt diese RegEx mein Misstrauen.
    Diese RegEx würde doch genügen: (iko(n|fen)|ingheim|kausen)$
    Und in der Tat findet Ihre RegEx auch: -bleiken und weicht damit von der Vorgabe ab. Weitere RegEx habe ich nicht überprüft.

  11. Johann Meier sagt:

    Wobei man auch sagen muss, dass die Verteilung auch massiv davon abhängt, wo wie viele Orte erfasst wurden. z.B. Zürich besteht einzig und alleine aus Zürich. Oerlikon, Höngg, u.ä. sind nicht erfasst, Genauso besteht Bern einzig und alleine aus Bern. Andere Gemeinden haben dafür dutzende assoziierte Ortsnahmen.

    Die Analyse dieser Daten ist interessant, aber die Ortsnamen müssten zuerst genauer analysiert und möglicherweise teilweise auch aussortiert oder ergänzt werden.

  12. Hächler Martin sagt:

    Was soll der Nutzen dieser Studie sein. Für mich nichts anderes als Steuergelder verschwendet. Warum wir solche Studienfächer finanzieren erschliesst sich mir absolut nicht.

  13. Beat Hess sagt:

    Interessante Ausführungen! Die Bedeutung der Endung “ikon” würde mich noch interessieren.

    • Sev Schneider sagt:

      @Hess: “ikon” bzw. “ikofen” und “iken” sind Verkürzungen, die man vorallem im alemannischen Dialektraum findet. Sie stammen in den meisten Fällen von den Namen “-hofen” bzw. “-hoven” ab. Der Wiki-Artikel zu Ortsnamen könnte für Sie interessant sein, oftmals findet man dort in den Quellenangaben weiterführende Links.

    • Lukas Schuler sagt:

      -ikon bedeutet Hof des vorangestellten Namens (des Besitzers). Soweit ich mich an meine Schulbildung erinnere.

    • Ronnie König sagt:

      Ikon oder- kon geht meist auf die Einwanderung von Goten zurück. Es gibt auch Mischherkunft. Beispiel Wattenwil. Da waren zuerst die Kelten in relativen Streusiedlungen, die einwandernden Alemannen bildeten kompaktere Siedlungen (Wil) um kurzdarauf von den Goten verdrängt zu werden (Watt von Wato/Wasser (Vod) da es sich Moor im Alemannenland handelte). Ing geht meist auf Germanen zurück. Nicht selten entschied die Anzahl der jeweiligen Siedler oder deren Macht/Reichtum darüber wie die Namensgebung da war. Das ursprüngliche Kernland der Kelten war eher nordwestlich und westlich (Schwarzbubenland, Bern (nicht die Stadt selber/Zähringer). Hoffe konnte helfen.

      • Ronnie König sagt:

        Anmerkung: Goten = Ostgermanen.

        • Ronnie König sagt:

          Übrigens das Schwarzburgerland war auch eine keltische Hochburg. Hochburg in und auf den Bergen. Viele der Einwanderer waren Invasoren sowie Flüchtlinge zugleich, mit den Ungarn resp. Hunnen im Nacken. Von diesen blieb ausser der Erinnerung fast nichts zurück. Ausser bei Basel Hüningen und Kleinhüningen. Soweit meine Infos reichen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 Zeichen verfügbar:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.