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Wie aussagekräftig Longchamps Umfragen sind

Von DB, 8. Oktober 2015 31 Kommentare »
Der Datenblog hat sämtliche SRG-Wahlbarometer mit den Endresultaten verglichen. Gewinner und Verlierer werden fast immer korrekt erfasst – allerdings mit gewichtigen Ausnahmen.
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Von Felix Schindler

Wäre Ende September gewählt worden, hätte die SVP 27,9 Prozent und die FDP 16,7 Prozent aller Stimmen erhalten. Das ist das Ergebnis des vierten und letzten Wahlbarometers von GFS Bern, das im Auftrag der SRG erstellt wurde. Doch was haben diese Resultate mit der Wahl am 18. Oktober zu tun?

Der Datenblog hat alle bisherigen Wahlbarometer ausgewertet und mit den tatsächlichen Wahlresultaten verglichen. 1998 führte Claude Longchamp erstmals im Auftrag der SRG ein Wahlbarometer durch – und betonte seither immer wieder: «Umfragen erfassen den Istzustand, Umfragen sind keine Prognosen.» Trotzdem weist das Forschungsinstitut GFS Bern gerne die Trefferquoten seiner Umfragen aus. Nach den vorletzten Parlamentswahlen im Jahr 2007, als die Umfrageergebnisse der Realität so nahekamen wie nie zuvor, teilte GFS Bern unbescheiden mit: «Wir sagen es bei jeder Gelegenheit: Das Wahlbarometer war für die fünf grössten Parteien im Schnitt auf ein Prozent genau im Vergleich zum Endresultat (…).»

Unsere Auswertung zeigt hingegen, in allen 28 GFS-Analysen, auf die bisher Wahlen folgten, sind die Umfragen durchschnittlich um 1,5 Prozentpunkte von den Endergebnissen abgewichen.

Die letzte Umfrage-Welle geniesst durch ihre zeitliche Nähe zur Wahl das grösste Vertrauen. Dann scheint es unwahrscheinlich, dass Ereignisse die Stimmung unter den Wählern gravierend verändern. Entsprechend sollten sich diese Umfragen auch am ehesten mit den Auszählungen der Wahlzettel decken. Was man in den Jahren 1999 bis 2011 allerdings erkennen kann: Die durchschnittlichen Differenzen der verschiedenen Umfragen gleichen sich einander an und nehmen kurz vor den Wahlen leicht ab – doch auch in der letzten Welle bleibt die Abweichung gross (durchschnittlich 1,2 Prozent). Eine Differenz, die sich kaum mit einem Stimmungswandel in der Bevölkerung erklären lässt.

Die Barometer erfassten Sieger und Verlierer fast immer korrekt. Nur 2011 liessen die Umfragen erwarten, dass sowohl SP als auch SVP weiter zulegen werden. Beide verloren, die SP 0,9 Prozent, die SVP gar 3,4 Prozent.

Die grösste Abweichung ergab sich 1999 mit 7,6 Prozentpunkten – was einem Unterschied von rund 15 Nationalratssitzen entspricht. Seither lag die Abweichung von Umfrage zu Wahl immer unter 4 Prozent. 1999 ermittelte Longchamp in den ersten zwei Umfragen einen Stimmenanteil von 15 Prozent für die SVP. Die Volkspartei holte schliesslich 22,6 Prozent der Stimmen. Allerdings lagen diese Umfragen sieben respektive zwölf Monate vor der Wahl. Die SVP startete damals als viertstärkste Partei mit einem Wähleranteil von 14,9 Prozent in den Wahlkampf. Entsprechend kann man die Entwicklung der Umfrageergebnisse dahingehend deutend, dass sie die Meinungsbildung im Volk korrekt erfassten.

Mehrere weitere Ergebnisse legen diesen Befund nahe. 2003 blieben die Umfragewerte zum Wahlerfolg der Grünen im Jahr 2003 lange auf dem Niveau der letzten Wahlen. Im August schliesslich wurde die Schweiz von einer Hitzewelle erfasst, wie es sie seit Beginn der Messung noch nie gegeben hatte. Die Diskussion um die Klimaerwärmung und die Sorgen um die Umwelt nahmen neue Dimensionen an. Schon im August ergab das Wahlbarometer einen Wahlerfolg der Grünen (+ 1 Prozent), zwei Monate gehörten die Grünen zu den Gewinnern der Wahl

2007 ergaben die Umfrageergebnisse bis kurz vor der Wahl, dass es für die SVP nicht mehr Stimmen zu holen gibt als im Jahr 2003 (26,8 Prozent). Ende August allerdings witterte die SVP einen «Geheimplan» zur Abwahl von Bundesrat Blocher und vermarktete diesen erfolgreich als Kampagne. In der letzten Befragung legte die SVP plötzlich um 0,6 Prozent zu – und legte bei den Wahlen deutlich zu.

Allerdings offenbart die Betrachtung auch starke Abweichungen. 2003 wurde die FDP durchgehend überschätzt. Die Parteistärke betrug damals knapp 20 Prozent (43 Sitze), das Barometer ermittelte stets ein leicht tieferes Resultat. Dass die Partei am 19. Oktober 2003 2,6 Prozent und 7 Sitze verlieren wird, liess sich aufgrund von Longchamps Analyse nicht erahnen. Auch in der letzten Welle nicht, einen Monat vor der Wahl. Damals hätte die FDP laut GFS Bern nur 0,4 Prozent verloren.

Systematisch unterschätzt wurde die Stärke der SVP, und zwar während Jahren. Bei allen 21 Umfragen von 1999 bis 2007 ergaben die GFS-Analysen tiefere Stimmenanteile für die SVP, als sie tatsächlich erzielte – und zwar im Durchschnitt um 2,7 Prozent. Bei den letzten Parlamentswahlen überschätzten die Umfragen das Potenzial der SVP zum ersten Mal, damals um stattliche 3,7 Prozent.

Aussergewöhnlich waren die Wahlen 2011 – gleich in verschiedener Hinsicht. In diesem Jahr findet im Laufe der Zeit kaum eine Annäherung statt. Ausserdem kam es in diesem Jahr zur grössten Differenz von 2,7 Prozent (die Umfragen ergaben einen Anteil von 29,3 Prozent für die SVP, die tatsächlich nur 26,6 Prozent erreichte). Ebenfalls im Jahr 2011 kam GFS Bern einer Punktlandung am nächsten. Das Wahlbarometer ermittelte für die FDP 15,2 Prozent der Stimmen, tatsächlich erreichte sie 15,1 Prozent. Und vor allem: Im Jahr 2011 haben die Umfragen zum ersten Mal in der Geschichte Sieger und Gewinner nicht korrekt erfasst.

31 Kommentare zu “Wie aussagekräftig Longchamps Umfragen sind”

  1. max steiner sagt:

    Die Masche, mit den sattsam bekannten Umfragen Wahlprognosen zu untermauern, ist letztlich nicht anderes als Wahlpropaganda zu betreiben. Indem man die Prozentanteile einzelner Parteien zur Schau stellt und damit den vermuteten
    Gewinnern Sukurs leistet, wird die Unabhängigkeit mit Füssen getreten. Richtig wäre, wenn midestens einen Monat vor den Wahlen die Prognosen verboten würden. Für billige Unterhaltung sind Wahlen in einem ernstgemeinten Staat nicht geeignet.

  2. Bruno Bänninger sagt:

    Wieso gehen wir noch wählen, wenn Herr Longchamp schon Wochen vor der Abstimmung die Resultate ganz genau kennt?
    Wieso fragt keiner nach dem Sinn solcher Umfragen?
    Wieso fragt keiner nach Beeinflussungsgefahren und solcher Umfragen?
    Wer, ausser Herr Longchamps hat irgendeinen quantifizierbaren Nutzen?

    • Fredy sagt:

      Die Parteien haben einen sehr grossen Nutzen davon.Sie wissen in etwa,wie sie im Rennen liegen,da ja die Umfrageergebnisse veröffentlicht werden.

    • Hans sagt:

      Die Prognosen von Longchamps sind wirklich nahe an unbrauchbar. Aber Prognosen an sich helfen dem interessierten Bürger den Grenznutzen seiner eigenen Stimme zu optimieren. Aufgrund meiner eigenen Prognose wähle ich deshalb nicht die Partei, die ich bei nationalem doppeltem Puckelsheim wählen würde. Insofern: Ja, Prognosen beinhalten eine grosse Beeinflussungs”gefahr”.

  3. Peter Muggli sagt:

    Der “Erdrutsch” des SVP-Sieges beläuft sich auf ein geschichtsträchtiges Prozent. Bei einer Fehler Quote von zwei Prozent ist es wirklich eine Leistung richtig gelegen zu haben. Oder vielleicht ist die Fehler Quote noch höher angesetzt. Um sicher zu gehen, Weiss es nicht. Aber eines weiss ich: Mike Shiva würde die gleichen Resultate weitaus günstiger liefern in einer Minute nämlich, für Fr. 4.80. glaub ich.

  4. Sperber Felix sagt:

    Longchamps trägt ein Stigma mit sich herum. Er ist SP-Mitglied. Ein professionell Umfragender sollte neutral sein. Alles was er sagt, und seien die Worte noch so auserlesen, ist “von links kommend” zu betiteln. Wenn der SP-Umfrageguru die SVP über den grünen Klee lobt, so hat er unterschwellig im Sinn: Mobilisieren links, einlullen rechts. Umfragen wissen, wie die 2000 auszuwählen sind, damit das entsprechende Resultat herauskommt. Hier kann SRF künftighin Geld sparen und das nicht wenig. Typisch die letzte Umfrage: Da die für die SVP sehr positiv ist (und von letzterer vorsichtig genug eingeordnet wird), musste noch ein Negativpunkt her: So pflasterte man noch ein Präsidentenrating, das gewonnen worden ist von…natürlich nicht vom SVP-Chef; welch eine Überraschung! Auch Darbellay war noch besser. Dieser soll beliebtester Parteichef sein? Also SRF: Solchen Unfug vergessen und streichen, realistisch bleiben.

    • Fredy sagt:

      Ihr Artikel zeigt mir wieder einmal,wie wenig die meisten Leute von diesen Umfragen verstehen.Herr Longchamp ist nur Besitzer der gfs.Wenn diese Mitarbeiter 2000 Leute in einer Umfrage der SRG befragen müssen,wird diese Anzahl gleichmässig über die ganze Deutsschweiz verteilt.Ebenso im Welschland und Tessin.Ausserdem wird auch noch mit Alterskategorien gearbeitet und in jeder Alterskategorie wird ein Quotenmaximum vorgegeben.Auch werden die Mitarbeiter kontrolliert,ob sie die Antworten der Befragten richtig erfassen.Und wegen den Kosten:Solche Umfragen belasten das SRF-Budget mit einem seeeeehr kleinen Prozentsatz.

  5. Claudio Hammer sagt:

    Bei Umfragen gebe ich eh immer die Partei an, die ich nie wählen würde und wähle dann ganau eine entgegengesetzte Partei – hat den Vorteil, dass die ungeliebte Partei sich siegesicherer fühlt und die gewünschte Partei nochmals einen Extraeffort gibt, wenn das einige so bei den Umfragen machen!

    • Chris sagt:

      Herr Hammer, ich halte es auch so. ;-)! Bei mir stimmt ausser die Ausbildung nichts, weder Alter noch Parteien usw.. Meine Freunde halten es gleich. Deshalb stimmen die Voraussagen nie. Ich habe auch nie um einen Abruf gebeten!

  6. Koliofotis sagt:

    Ich finde eine Kritik auch völlig unangebracht. Die Abweichungen sind äusserst minimal bei der Anzahl durchgeführten Interviews und der Restdauer bis zur Abstimmung.
    Ein möglichst genaues Resultat setzt hauptsächlich voraus, dass der Befragte ehrlich antwortet und der Interviewer nochmals nachfragt, wenn eine ungenaue Antwort kommt oder man merkt, dass der Befragte etwas falsch oder nicht ganz verstanden hat.

    Ob das von Matthias Kappeler genannte OPINIONPLUS zu den Klassenbesten gehört, bezweifle ich. Ich würde für dieses Institut nicht arbeiten.

    • Koliofotis sagt:

      Sorry ich war etwas irritiert durch Ihre Werbung für das Institut in dem Sie arbeiten. Ich wollte ganz klar Demoscope schreiben nicht OPINIONPLUS.

  7. Rolf Hefti sagt:

    Zur Zeit wird ein Erdrutschartiger Ruck nach Rechts vorhergesagt, man liest dann, sie sagen 1.3% mehr für SVP voraus. Bei welchem Zehntelprotzent fängt dieser Erdrutsch eigentlich an?

  8. Daniel Wigger sagt:

    Finde auch, diese Prognosen scheinen ja besser zu sein als die Mehrheit der Schweizer Journalisten jeweils denkt. Ich wünschte mir auch, dass die Wetterprognose mit einem Fehler von 1.5% zutreffen würde…

  9. Edwin Bachmann sagt:

    Umfragen liegen so oft falsch. Es ist auch erstaunlich, wie unkritisch (oder gar manipulativ?) sie von der Presse wiedergegeben werden. Die Muster für die Befragungen sind zu klein und nicht repräsentativ. Oder hat jemand der mitten im Leben steht, also so mit Job und Familie, Zeit für telefonische Befragungen??

  10. Stefan W. sagt:

    Was ich nie verstehe ist, wieso jemand Geld für solche Umfragen ausgibt. Im Grunde ist es doch total egal, wie die Leute gewählt hätten, wenn letzten Sonntag Wahl gewesen wäre. Es war ja keine Wahl, Ich finde es so “was wäre wenn” absolut uninteressant. Interessant ist nur das Ergebnis, wenn die Wahl stattgefunden hat. Und dann braucht man kein Umfrageinstitut, sondern seriöse Zähler.

    Oder geht es eher darum, die Wahl noch ein wenig zu beeinflussen? Bekanntlich wollen ja viele Menschen am liebsten zu den Siegern gehören, wählen also tendenziell diejenigen Parteien, die in den Umfragen führend sind. Das wäre der einzige vernünftige Grund, den ich mir für solche Umfragen vorstellen könnte. Aber das wäre kein ehrenwerter Grund…

  11. Philipp sagt:

    Bei der verwendeten Umfragegrösse von 2000 Interview und zum Beispiel dem Wert von 30% liegt das Signifikanzintervall bei +/-2.8%-Punkte (= mit 95% wahrscheinlichkeit ist der “wahre” Wert zwischen 28%+/-2.8%). Wenn gfs eine Durchschnittliche Abweichung von 1.5% erreicht und dies 2 Wochen vor der Wahl, ist eine Kritik – so leid es mir tut – nicht angebracht. Solange gfs sich innerhalb dies Signifikanzbereichs bewegt + ein wenig mehr Toleranz für die Zeitverschiebung, ist die Qualität gut. Umfragen sind leider nicht genauer. Zusätzlich ist auch jetzt schon klar, dass die SVP-Werte zu tief sind. Gewisse Leute erachten SVP wählen als sozial unerwünscht und werden dies entsprechend am Telefon nicht preisgeben. Das könnte man handgelenk mal pi korrigieren, aber dann gibt’s Kritik wegen “Datenmanipulation”. Also auch kein weg.

    • Monika sagt:

      absolut korrekt
      grundsätzlich denke ich jedoch nicht, dass sich jemand die Zeit für eine Befragung nimmt, nur um dann nicht die zu Wahrheit zu sagen, selbstverständlich kann aber die Meinung noch geändert werden. Die Momentaufnahme ist sicherlich korrekt und so oder so eine Momentaufnahme und keine Zukunfsprognose.
      Mir persönlich wäre die Zeit zu Schade an einer Umfrage teilzunehmen nur um die Unwahrheit zu sagen (leider wurde ich erst drei Mal in meinen Leben für so was angefragt, irgendwie ungerecht, da viele hier ständige Anfragen haben)

  12. Cybot sagt:

    Wenn ich mir die Grafiken so anschaue, sind die Prognosen von ein paar Ausreissern abgesehen doch eigentlich gar nicht so schlecht. Mit ein paar Prozent Abweichung muss man doch immer rechnen, wenn man eine Stichprobe nimmt.

  13. Warum werden nur Parteien besprochen? Gibt es noch andere form von “Magistraten”?

  14. Sehr geehrte Herren
    Danke für den Artikel – dieser ist sehr interessant. Allerdings stört mich, dass ausschliesslich die Umfragen von CL von gfs Bern aufgegriffen werden, denn diese waren in den letzten 17 Jahren zwar meist nicht schlecht – jedoch nur einmal bezogen auf die Parteistärksten die genausten. Ihre eigenen TA-Medien (SoZ, Facts) haben mit dem Institut ISOPUBLIC unzählige Untersuchungen durchgeführt – auch Ringier führte immer mit ISOPUBLIC und Demoscope Umfragen zu den eidg. Wahlen durch. Seit letztem Jahr bin ich nicht mehr bei ISOPUBLIC sondern neu bei OPINIONPLUS und ich führte dieses Jahr bereits 2 Wellen für den Blick durch. Schön wäre es, wenn die Klassenbesten und nicht nur das bekannteste Institut verglichen.
    Gruss Matthias Kappeler Tel. 078 812 32 54

    • Mario Monaro sagt:

      Demoscope? Die, die mit gefälschten Interviews und Suggestivfragen aufgefallen sind? Kann man denn denen wieder trauen? Für mich ist deren Ruf massiv geschädigt.

    • Hanspeter Müller sagt:

      Sehr geehrter Herr Kappeler
      In Wikipedia zu Isopublic steht: “Geschäftsführer: Matthias Kappeler” und “Am 7. Mai 2015 eröffnete das Bezirksgericht Uster den Konkurs über die Firma.” Und dann steht da noch Ihre Natelnummer. Sind Sie sicher, dass der post von Ihnen ist, und dass Sie das alles wirklich schreiben wollten?
      Gruss Hanspeter Müller

      • Mario Monaro sagt:

        Der Wikipedia-Eintrag ist wohl nicht à-jour. Herr Kappeler hat Isopublic vor Jahren an die kanadische Leger verkauft und unter diesem Namen firmierte sie zuletzt auch. Zwar blieb er vorübergehend noch Geschäftsführer, stieg dann aber aus und gründete eine neue Firma – eben Opinionplus. Der Konkurs war wohl eher eine Liquidation von Leger, die sich den Einstieg im Schweizer Markt einfacher vorgestellt hatte.So jedenfalls ist mein Kenntnisstand. Herr Kappeler kann das ja bei Bedarf korrigieren oder präzisieren.

  15. willi mosimann sagt:

    Wenn schon gespart werden muss bei der SRG sähe ich hier viel Sparpotential. Solches “Kaffeesatzlesen” bringt nichts. Die Wahlergebnisse werden wir nach den Wahlen kennen, alles andere ist reine Geldverschwendung. Tut mir Leid Herr Longchamps dass sie sich einen neuen Job suchen müssen.

    • Mario Monaro sagt:

      Ob’s was bringt ist im Grunde zweitranging. Es besteht ein Bedürfnis danach, deshalb wird es gemacht. Wenn niemand mehr diese Auswertungen anschaut/konsumiert, wird man damit aufhören.

      • bernhard.moser sagt:

        Ob es was bringt ist das Eine und das Bedürfnis das Andere. Fakt ist aber, bevor die SRG 250 Leute entlässt, sollte man zuerst fragen; ob dies Service Public ist? Meine Antwort ist Nein, zumindest kein notweniger Service, denn die moderne CH hat von denn 167 Jahren ca. 130 Jahre ohne Umfragen auch existiert.

        • Mario Monaro sagt:

          Wir sind 130 Jahre ohne so manche Sache ausgekommen, auf die wir heute nicht mehr verzichten möchten. Es gibt nun mal ein ausgewiesenes Bedürfnis für solche Befragungen. Man kann sich fragen, ob das Service Public ist. Aus meiner Sicht schon, weil ich weder Blick noch 20 Minuten lese, die solche Umfragen auch durchführen mögen. Von mir aus könnten sie weniger Gewicht in den Medien bekommen, aber es ist ein Beitrag zur politischen Bildung. Was dann daraus gemacht wird, ist manchmal jenseits von Gut und Böse, das liegt aber nicht an den Befragungen per se.

    • Steinlin sagt:

      Ganz meine Meinung Herr Mosimann, im Prinzip fragt man sich, warum dieser Longchamps ein Dauer-Abo bei SRF hat.
      Diese blöden Umfragen bringen nichts, ausser dass vielleicht die Wählerinnen beeinflusst werden könnten. Spart Geld bei der SRG, solche Umfragen sind unnötig und gehören auch nicht zur Kernaufgabe des SRF.

    • H.Moser sagt:

      Kein kafeesatzlesrn sondern einfach Zeitgeistiger Fakt. Solange nicht einmal die Hälfte aller stimmberechtigten mitdenken mitbestimmen und Stimmrecht freiwillig bleibt eben keine stimmpflicht. Wird es so weiter gehen. Viel Geld wenig Effizienz. Noch nie wurde soviel Geld eingesetzt für so wenig Erfolg.. Ausser Spesen nichts gewesen .. Die Wende zum Guten verpasst.. Falsche Hoffnungen falsche Zahlen falsche Versprechungen. Chance zum Change verpasst.. Lieber alles so lassen wie es eh nie Art… Weiter auf der Flucht vor Wahrheit Klarheit Leistung…

    • Küsel sagt:

      Unterschätzen Sie nicht den Impact der Veröffentlichung solcher Umfragen! Die unsäglichen Zuwanderungs- oder Ausschaffungsinitiativen konnten v.a. dadurch gewonnen werden, dass im Vorfeld alle Medien aufgrund solcher Umfragen berichteten, dass sie chancenlos und übertrieben seien und am Abstimmungssonntag abstürzen werden. Das ist eine (wohl ungezielte und unbeabsichtigte) direkte Nebenerscheinung solcher Publikationen, denn sie rief genau zwei Arten von Stimmbürgern zum Urnengang auf: die Wutbürger, welche aus Prinzip gegen den Status Quo stimmen und die Anhänger der Initiativparteien. Ein grosser Rest blieb der Urne fern, da sie dachte, dass es auf ihre Stimme in dem Falle nicht an komme.

      Genau das wird hier auch der Fall sein, da die Medien die Pschologie durchschaut haben: Alle blasen ins selbe Horn: die SVP wird gewinnen, die Schweiz driftet ins rechte Segment und in die Isolation ab! Das ruft hoffentlich diesmal die Realisten und pragmatisch denkenden Bürger an die Urne, welche der Volkswirtschaft und dem Sozialen Frieden eine Zukunft geben wollen.