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Foto: Mario Anzuoni (Reuters)

Boykott! Boykott?

Was machen wir jetzt mit den Oscars?

Der Oscar, diese traditionsreiche Auszeichnung der Filmkunst, ist zurzeit in der Diskussion, meine Damen und Herren. Bedeutende Veränderungen bahnen sich an. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die den Preis vergibt, kündigte «historische» Massnahmen an, um mehr Frauen und Vertreter von Minderheiten in ihre Reihen aufzunehmen. «Diversität» heisst das Zauberwort. Damit reagierte die Akademie auf die wachsende Kritik an dem Umstand, dass zum zweiten Mal in Folge Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien für den Oscar nicht vorkamen. Mehr Diversität kann sicher nicht schaden. Das Anliegen ist wichtig.

Andererseits sollten wir nicht vergessen, dass der Oscar ein Filmpreis ist. Warum redet niemand wirklich über die Qualität der Filme? Über bessere Rollen für Schwarze statt immer nur Gangster und Rapper und Sklaven und Haushaltshilfen und verrückte Originale? Ab und zu mal Morgan Freeman als US-Präsident reicht nicht. Und andererseits: Ihre Hautfarbe ändert nichts daran, dass Jada Pinkett Smith keine grossartige Schauspielerin ist. Frau Pinkett Smith will nun die Oscars boykottieren. Soll das die Lösung sein? Oder nur eine andere Form von Rassismus, wie die Oscar-nominierte Schauspielerin Charlotte Rampling meinte? Das bleibt zu diskutieren. Wir jedenfalls sind gegen den Pauschalboykott und für Integration. Allerdings hätten wir ein paar andere sehr spezifische Boykottideen im Zusammenhang mit den Oscars:

  1. Dolce & Gabbana

    Elton John ist nicht vergessen.

  2. Gwyneth Paltrow

    Niemand will dieses prätentiöse Ernährungsgequassel hören.

  3. Roter Teppich

    Es gibt viel zu viele rote Teppiche inzwischen. Und seitdem Joan Rivers nicht mehr unter uns weilt, sind sie alle sinnlos geworden.

  4. Selfies

    Genug! Genug!

  5. Humorlosigkeit

    Humorlosigkeit muss immer boykottiert werden. Deswegen sind wir froh, dass der diesjährige Oscar-Gastgeber Chris Rock dem Vernehmen nach sein gesamtes Material gerade umschreibt, und erwarten ein paar Pointen zu #OscarsSoWhite.

Bild oben: Die Schauspielerin Jada Pinkett Smith an den Golden Globe Awards vor drei Wochen. Foto: Mario Anzuoni (Reuters)

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Philipp Tingler

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Publiziert am 31. Januar 2016

2 Kommentare

  1. Kristina says:

    Sechstens. Political Corectness.
    Hate the haters wäre wohl konsequent. Ich schreibe aber: Jaden sprich mal mit deine Mutter. #OscarsSoLeo.

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  1. Kristina says:

    Sechstens. Political Corectness.
    Hate the haters wäre wohl konsequent. Ich schreibe aber: Jaden sprich mal mit deine Mutter. #OscarsSoLeo.

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