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«Wer stets online ist, riskiert eine Minderung seines IQ»

Mathias Morgenthaler am Freitag den 3. Februar 2012

Weshalb bleibt am Ende des Arbeitstages stets so viel Unerledigtes übrig? Und warum üben belanglose Mail-Nachrichten eine grössere Anziehungskraft auf uns aus als wichtige Denkarbeit? David Rock beantwortet solche Fragen, indem er aufzeigt, wie unser Gehirn funktioniert. Wer sein Buch «Brain at Work» liest, kommt nicht umhin, viele Gewohnheiten zu überdenken.

Dass jemand die Nacht durchfeiert, wenn er am nächsten Tag etwas Wichtiges erarbeiten will, ist eher selten. Ebenso ist wenig bekannt von Menschen, die zwei, drei Joints rauchen, um sich auf wichtige Denkarbeit vorzubereiten. Dass wir aber ständig online sind, eingehende Mails augenblicklich lesen und telefonisch permanent erreichbar sind, ist heute für viele eine Selbstverständlichkeit – obwohl dieses Verhalten auf unsere mentale Leistungsfähigkeit die gleiche Auswirkung hat wie die schlaflose Nacht oder der Cannabis-Konsum.

Warum legen wir bei der täglichen Arbeit ein Verhalten an den Tag, das dazu führt, dass das Hirn eines Harvard-Absolventen den Stand eines Achtjährigen annimmt? Der amerikanische Wirtschaftsberater David Rock ist dieser Frage nachgegangen. Er gründete 2006 das Neuro-Leadership Institute in Sydney und suchte in den letzten fünf Jahren nach Wegen, wie wir die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessern, kurz: wie wir intelligenter arbeiten und mehr erreichen können. Rock hat zu diesem Zweck 30 führende Neurowissenschaftler zu Gesprächen getroffen und über 300 Forschungsarbeiten studiert. Sein Buch «Brain at Work» hat gegenüber all diesem Expertenwissen einen gewichtigen Vorteil: Es liest sich über weite Strecken wie ein Roman – ein Roman, der einem unzählige konkrete Anregungen gibt für Veränderungen im Alltag.

Ein Arbeitstag im Zeitraffer

Rock vermittelt sein Wissen über die Funktionsweise des Gehirns mit Hilfe zweier Figuren. Er macht uns zu Zuschauern eines Schauspiels in vier Akten, lässt uns im Detail miterleben, wie die Protagonisten Paul und Emily einen Tag ihres Lebens absolvieren. Paul ist selbständiger IT-Berater, seine Frau Emily hat in einem Unternehmen, das Konferenzen organisiert, neu eine Führungsfunktion übernommen; gemeinsam haben sie zwei halbwüchsige Kinder.

David Rock schildert uns in 14 Szenen, wie die beiden die Aufgabenflut zu meistern versuchen. Er lässt sie strampeln, Termine verpassen, Konflikte austragen, verzweifelt Ideen suchen, ihren Stress an den Kindern abreagieren und vieles mehr. Und er erläutert nach jeder Szene, was die beiden anders machen könnten, wenn sie wüssten, wie ihr Gehirn funktioniert, und dem Rechnung trügen. Dann heisst es «Klappe, die zweite», Regisseur Rock spult zurück im Handlungsablauf und zeigt, wie die Protagonisten es schaffen können, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, unter Druck gelassen zu bleiben und im entscheidenden Moment produktiv zu sein.

Es sind alltagsnahe Situationen, die die beiden Figuren durchleben. Emily ist voller guter Vorsätze und Ideen, als sie um 8 Uhr ihren ersten Arbeitstag als Führungskraft in Angriff nimmt – doch die vielen Mails und Telefonate bringen sie mehr und mehr vom Weg ab. Die geringe Verarbeitungskapazität ihres präfrontalen Kortex’ wird absorbiert durch viele kleine Störefriede, die Aufmerksamkeit beanspruchen. Während sie die Mails abarbeitet und Telefonate führt, verliert sie die wichtigen Dinge mehr und mehr aus den Augen. Rock vergleicht ihre Konzentrationsfähigkeit mit einer Bühne und bezeichnet es als eine der wichtigsten Aufgaben, diese Bühne rigoros zu sperren, wenn anspruchsvolle Aufgaben anstehen. Tun wir dies nicht, tendieren wir dazu, viel Zeit mit jenen Dingen zu verbringen, die wenig Energie verbrauchen, aber auch wenig bewirken. Wir beantworten stundenlang Mails, statt klare Prioritäten zu setzen für unseren Tag, und wir verlieren uns in Gesprächen über lästige Probleme, statt neue Lösungen zu entwickeln.

Wer rasch antwortet, bestraft sich

(Bild: Flickr/f1uffster)

Zu viel Computer, schadet der Gesundheit. (Bild: Flickr/f1uffster)

«Das Setzen von Prioritäten gehört zu denjenigen Gehirnaktivitäten, die am meisten Energie verbrauchen», schreibt Rock, entsprechend tun wir gut daran, diese anspruchsvolle Aufgabe dann zu erledigen, wenn wir noch frisch sind. Dasselbe gilt für Entscheidungsfindung und Kreativität. Den Vormittag der Korrespondenz zu widmen, ist deshalb meist keine gute Idee. Überhaupt gibt es bei den meisten Mails keinen guten Grund, sie sofort zu lesen und zu beantworten. «Stets online zu sein hat nicht nur negative Auswirkungen auf Ihre geistige Leistungsfähigkeit», schreibt Rock, «überraschenderweise erhöht sich dadurch auch die Anzahl der E-Mails, die Sie erhalten. Die Menschen registrieren, dass Sie schnell antworten, also schicken sie Ihnen noch mehr Fragen, auf die Sie antworten müssen.»

Emily erfährt rasch, dass sich die Gedanken nur allzu gerne mit leichtem Stoff befassen, statt sich aufs Wichtige und Sinnvolle zu konzentrieren, was mehr Anstrengung verlangt. Weil sie bereitwillig den vielen Ablenkungen nachgeht, gerät sie mit dem Wichtigen in Verzug und versucht schliesslich, unter Druck verschiedene Dinge parallel voranzutreiben, was ihre Leistungsfähigkeit weiter reduziert und den Stress erhöht. Sie verliert den Überblick, weil ihre Bühne überfüllt ist, weil sie ihr Gehirn überfordert. Schliesslich arbeitet sie so, als hätte sie die Nacht durchgefeiert oder übermässig Cannabis konsumiert.

2,1 Stunden Ablenkung pro Tag

Paul ergeht es nicht besser. Er versucht, sich sorgfältig auf das Mittagessen mit einem wichtigen Kunden vorzubereiten, erscheint aber verspätet und gestresst zum Termin, weil er zu viel will und wegen der vielen Aktivitäten wenig schafft. Er ist damit in guter Gesellschaft. Studien zufolge nehmen Ablenkungen im Büro durchschnittlich 2,1 Stunden in Anspruch. Menschen arbeiten im Durchschnitt 11 Minuten konzentriert an einem Projekt, heisst es in Rocks Buch, dann werden sie unterbrochen und brauchen mindestens so lange, um sich wieder ganz in die Materie zu vertiefen. Rock rät kategorisch: «Schalten Sie während der Denkarbeit sämtliche modernen Kommunikationsmittel aus.» Tun wir das nicht, stürzt sich das Gehirn unweigerlich auf jeden neuen Reiz. Und das hat unliebsame Folgen, wie Rock schreibt: «Wer stets online ist, der riskiert eine beträchtliche Minderung seines IQ.»

David Rock beschränkt sich nicht darauf, dem Leser aufzuzeigen, wie man fokussiert bleibt und warum Multitasking höchstens bei Routinearbeiten funktioniert. Er führt uns auch vor Augen, warum wir unter Druck selten zündende Ideen haben und warum es bei Teamarbeit so oft zu Konflikten kommt. Wir lernen mit den beiden Protagonisten, Emotionen zu regulieren, statt zu versuchen, sie zu unterdrücken. Als Paul versucht, beim Business Lunch seine Angst auszublenden, kostet ihn das so viel Energie, dass er auf die kritischen Fragen des potenziellen Auftraggebers wenig Überzeugendes antworten kann. Seine Gedanken schweifen ab, er erinnert sich an missglückte Projekte, ist blockiert, unkonzentriert – und sein Unbehagen färbt auf seine Gesprächspartner ab. Hätte er sich ein paar Sekundenbruchteile Zeit genommen, sein Angst-Gefühl zu benennen und es, wie ein Regisseur, von aussen zu betrachten, wäre sein limbisches System weniger erregt worden, sein präfrontaler Kortex hätte wesentlich besser funktioniert. So aber nimmt das Unheil seinen Lauf...

Literatur:
David Rock: Brain at Work. Intelligenter arbeiten, mehr erreichen. Campus Verlag 2011. 330 S., 35.90 Fr.

5 Empfehlungen für effektiveres Arbeiten
- Beginnen Sie Ihren Arbeitstag nicht damit, Mails zu lesen. Nutzen Sie die volle Hirnkapazität, um Prioritäten zu setzen und den Tag zu strukturieren.
- Schalten Sie Benachrichtigungen, die Sie über eingehende Mails informieren, aus.  Planen Sie Zeitblöcke ein, in denen Sie sich um Mails und Telefonate kümmern.
- Achten Sie darauf, Ihre Aufmerksamkeit nicht zu teilen, wenn Sie anspruchsvolle Arbeit verrichten. Multitasking funktioniert höchstens bei weitgehend automatisierten Routinearbeiten.
- Lassen Sie Probleme von Ihrem Unterbewusstsein lösen. Angestrengtes Nachdenken führt selten zu wichtigen Einsichten. Bringen Sie Ihren Geist zur Ruhe, gehen Sie innerlich auf Distanz, zu dem, was Sie beschäftigt, und lassen Sie sich überraschen, mit welchem Geistesblitz Sie Ihre rechte Hirnhälfte überrascht.
- Versuchen Sie negative Gefühle nicht zu unterdrücken, sondern zu benennen und nach Möglichkeit neu zu bewerten. Menschen erreichen sechs Monate nach einem Lottogewinn und nach einer Querschnittlähmung mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder das gleiche Zufriedenheits-Level wie vor dem einschneidenden Ereignis. Nutzen Sie diese Fähigkeit der Neubewertung einer Situation.

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28 Kommentare zu „«Wer stets online ist, riskiert eine Minderung seines IQ»“

  1. Annemarie Richard sagt:

    Nicht alles was als Intelligent deklariert wird – ist es auch. Nicht alles was in Studien als Gerechtfertigt vorgegeben wird – entspricht der Wahrheit. Will heissen eine Studie ist immer so gut wie ihre Macher. Beispiele gibt es deren viele. Kaffee vor Jahren schlecht – heute sollte man täglich mindestens 5 Tassen davon trinken um gesund zu sterben. Eier gestern schlecht – heute empfohlen…… .

  2. Andres Müller sagt:

    «Wer stets online ist, der riskiert eine beträchtliche Minderung seines IQ.»

    Diese Aussage kann ich so pauschalisiert nicht stehen lassen. Online sein ist nicht gleich online SEIN.
    Vielmehr ist es so dass sich im Internet im wesentlichen zwar die Gefahren zur Ablenkung steigern, doch kann man mit ihnen umgehen und dann profitieren. Wenn ein Manager ständig online ist, so ist das auch nicht daselbe wie wenn ein Webdesigner ständig online ist. Ich bin fast immer online, weil es mein Beruf ist, online anwesend zu SEIN. Ich denke das ist auch der Zweck des Buches, den Unterschied zwischen Schein und SEIN zu lernen. Die Gefahr der Ablenkung besteht online höchstens in gesteigerter Form, aber umgekehrt kann man seine Konzentrationsfähigkeit mit Hilfe des Internet massiv steigern
    -man muss nur lernen wie.

    Ich möchte das so ausdrücken, der Mensch läuft nur gesteigert Gefahr auf dem Internet den eigenen Schwächen zu erliegen, weil auf dem Internet viele Möglichkeiten zur Aktion gegeben sind. Es gehört aber zu meinem Beruf diese Aktivitäten bewusst zu organisieren, ansonsten könnte ich meine Arbeiten nicht pünktlich ausliefern.

    Es ist zwar tatsächlich so dass in der EDV das Überziehen von Terminen weit verbreitet ist. Trotzdem habe ich den Eindruck dass im Büro die Gefahr zur Ablenkung durch ständig zur Ablenkung bereite Mitarbeiter grösser ist als durch diese Online abgelenkt zu werden. Im ersten Fall kann ich nämlich wenig verhindern wenn Mitarbeiter geschwätzig sind und meine Zeit offline beanspruchen, aber die E-mail eines geschwätzigen Mitarbeiters kann ich öffnen wann immer ich dies will. Die Gefahr abgelenkt zu werden ist letztendlich, wenn man den Umgang mit dem Internet gelernt hat, geringer als durch unerwünschte Telefone oder geschwätzige Mitarbeiter den IQ einzubüssen ;)

  3. fischer sagt sagt:

    Wer schon im Vorfelde keine (Time)zeitmanagement inne hat, der verursacht doch mit Garantie ein Chaos. Aus anderen Studien weiss mann, es sind die vielen kleinen chefs, die sich gerne angeblich ins Zeuge legen wollen, aber die befähigung nicht inne haben. Wer allso innerbetrieblich permanent mit E-Mails per intranet bombadiert wird der hat einen chaotischen Arbeitsplatz ohne Strukturen. doch wer denkt, dass in der globalen Wirtschaft der Onlinebetrieb heute zu den magialen Bereiche gewoden ist, wo eben Geschäfte schnell und umfasssend getätigt werden. Es macht fast den Anschein, dass in der Schweiz die Zeit still gestanden ist, und viele der Rohrpost noch immer nacheifern!

  4. Bruno Bernasconi sagt:

    Da war Rock fünf Jahre online und was ist dabei heraus gekommen? Eine weitere Studie, die vermarktet sein will. Meine These ist: „das Lesen dieses Buches kann Ihren IQ mindern!“

  5. Ich habe relativ im hohen Alter (70) ein Computer angeschafft, und benutze in täglich 2 Std. bin heute 84. Spielen damit habe ich zu Beginn ausgeschlossen bin keine Spieler natur. Lese jeden Tag verschiedene Zeitungen Interessiere mich für Politik Wirtschaft Naturwissenschaften und Psychologie. Schreibe auch viele Kommentare Sport gehört auch dazu Joga Martial Arts und laufe täglich mindest- 2 Km. Der Computer hat mein Leben positiv beeinflusst. Mein Blickwinkel hat sich dabei stark erweitert. Meine Geistige Leistung bringe ich in meine Körperliche ein, was ich erlebe ist dass ich mich noch jugendlich fühle und noch im Stande bin viele Handarbeiten von jüngeren Leuten zu verrichten. Mein Fazit mein Computer hat mein Leben positiv verändert und das zum Guten.

  6. PlainCitizen sagt:

    Danke, ist gekauft.

  7. will williamson sagt:

    Meine Frau behauptet, ich sei oft 14 Stunden täglich online. Jetzt bin ich absolut beunruhigt. Ob ich wohl meinen IQ schon verloren habe? Ich denke, das Buch werde ich nicht lesen. Aber einen IQ-Test sollte ich wahrscheinlich schon ablegen um festzustellen, ob ich wenigstens noch auf einen IQ von 10 – 20 komme. Aber was ist, wenn da kein Wert mehr heraus kommt? Bin ich dann völlig durch den Wind?

  8. urs sagt:

    hä iq – wtf is denn das? hab geguugelt, die frage ins fb gestellt, mehrere boards kontaktiert, hunderte emails gecheckt, aber es will mir einfach nicht in den schädel, krieg einfach den kopf nicht frei von dieser frage *ironie aus*

  9. Hans Christoffel sagt:

    Wenn man nicht fähig ist seine Arbeitszeit einzuteilen und Prioritäten zu setzen, so war der IQ schon vorher zu tief und man hat den falschen Job. Man suche sich einen Job, in welchem ein Vorgesetzter genau vorgibt, was, wann und wie man etwas tun muss. Will man seinen IQ wirklich verkleinern, so könnte man aber auch solche Studien ernst nehmen, das hilft bestimmt…–:))

  10. urs sagt:

    @hans christoffel – sehr treffend auf den punkt gebracht – danke ;-) )

  11. Martin Cesna sagt:

    Man merkt die Definitionsproblematik betreffend IQ daran, dass man nach einer gewissen Dosis Online zunehmend der Imbezillität verfallen müsste und dann die IV-Anmeldung deswegend dringend angebracht wäre. Auch bei Bewerbungsgesprächen müsste die Frage nach Online-Schädigung geklärt werden, da der zukünftige Mitarbeiter ja trotz vorhergehender Schulqualifikation auf den Grad der Online-bedingten Verblödung überprüft werden müsste.

    Das, was der Autor wohl meint, ist eine Verhaltensänderung, durch “Online-Gebrauch” induziert und zunehmend verfestigt, bis es zum Teil der der Persönlichkeitsstruktur wird, sodass der Betroffene dann fast gar nicht mehr anders kann, etwa nach dem Motto: “Erst lernt man Bäcker, später ist man Bäcker”. Diese Art der Verhaltensänderung wird in der Arbeitswelt vielfach erwartet. Die Nebenwirkung dieses Verhaltens ist allerdings tatsächlich eine verminderte Zeit der Überlegung, was durchaus zu unüberlegten Reaktionen “Kurzschlüssen” führen kann. Bei längerer Dauer kann dabei die Übung des differenzierten Denkens zunehmend verloren gehen, etwa in der Art eines “Online-coach-potato”, was für einen Betrieb auf Dauer auch negative Konsequenzen hat. Etwa wie beim Autofahren: Wer nur dem Strassenrand entlang fährt, merkt nicht, was es sonst noch so auf der Strasse hat.

    Was hilft als Ausgleich? 4 Wochen Wüste oder Kloster, eine nette Insel, die auch über längere Zeit leider nicht erreichbar ist, oder als Kontrastprogramm die bewusste Auseinandersetzung mit Kurzzeit-übergreifenden Dingen.

    Ein Tipp für Umgang mit komplexeren Situationen: Kurze Zeit damit beschäftigen, dann im Hinterkopf ruhen lassen. Dieser arbeitet weiter und liefert dann plötzlich sehr vernünftige Resultate.

  12. Andres Müller sagt:

    Nachtrag: Das Internet ist zumindest theoretisch eher ein IQ -Aktivator als dass er durch Online Präsenz vermindert wird. Aber ich gebe zu, zwischen Theorie und Praxis klafft hier eine Lücke. Zumindest auf den Journalismus bezogen scheint das Internet eher einen Stich ins Populistische und banalisierende auszuüben. Schlagworte statt differenzierte Analyse, populistische Kurztexte anstelle objektive Zusammenfassung. Auch hier gilt, wer alleine die Massenmedien mechanisch durcharbeitet und auf eigene Recherchen verzichtet, der kann Online tatsächlich schnell verblöden.

  13. michael vogt sagt:

    bis mitte november 2010 schrieb ich alles von hand und wusste immer genau, was ich wohin geschrieben habe, obschon ich nie eine kopie machte. seither schreibe ich mit dem pc. die handschrift ist noch erhalten. wenn ich jemandem etwas zum geburtstag male, kommt es nicht schlechter heraus als vorher. aber was ich wohin geschrieben habe, da muss ich des öftern auf dem email-konto oder wo immer nachschauen. die vereinigung mit dem geschrieben hinkt vorerst hinterher. vielleicht kommt’s noch. – von mails überflutet bin ich nicht. ich mache die umgekehrte erfahrung: bevor ich mich etwas ernsthafterem zuwende, laufe ich mich sozusagen ein, indem ich auf das email-konto gehe, schaue, ob der und der bund-beitrag on line ist etc. und siehe da: es ergibt sich ein entspannter waldlauf…

  14. peter seiler sagt:

    “Wer stets online ist, riskiert eine Minderung seines IQ”. Es sollte heissen: Wer stets online ist, hat einen sehr tiefen IQ.

  15. Sabine Schweizer sagt:

    Das Emails (belanglos od. nicht), Sozialnetworks, generell das Internet eine Sog Wirkung auf uns hat u. einem vom wesentlichen abhalten kann ist unbestritten.

    Eine “hohe geistige Aktivität” garantiert jedoch noch lange nicht dass was intelligentes dabei heraus kommt.

    Sehen sie sich unsere Welt derzeit nur mal an. Alles zündende Ideen umgesetzt u. delegiert von “intelligenten, geistig hoch aktiven Menschen” wie Hochschulabsolventen, Fachleuten, Experten, Professoren, Dipl., Jus., Dr. etc.

    Überfluss u. Übersättigung herrscht nicht nur auf materieller, sondern auch auf geistiger Ebene. Emotional jedoch sind wir immer mehr am verarmen, was m.E. dazu führen kann dass man irgendwann mit Alzheimer od. Demenz seinen Lebensabend verbringt. David Rock zeigt das wunderbar in seinem Statement “Emotionen regulieren, statt versuchen, sie zu unterdrücken”. Worin liegt der Unterschied? Kernaussagen wie “Lassen Sie Probleme von Ihrem Unterbewusstsein lösen” “gehen Sie innerlich auf Distanz, zu dem, was Sie beschäftigt” ist Unterdrückung pur u. genau hier liegt m.E. der Hund begraben. Ich kann David Rock beipflichten dass es sinnvoll ist bewusst u. mehr in der Ruhe zu leben um so weniger unvorteilhafte Entscheidungen zu fällen. Diese Ruhe u. Fokus findet man aber nicht in einer Flut von Arbeit u. im Bestreben “mehr u. noch mehr erreichen zu wollen” (fragt sich ja auch noch was man “mehr erreichen” will? mehr gesellschaftliches Ansehen, mehr Einkommen/Wohlstand) Weniger ist mehr!

  16. René Baron sagt:

    Bei mir ist nur der Kommunikations-PC online und ja, der hat wirklich einen nicht sehr hohen IQ :-)

  17. André Hübscher sagt:

    Also was soll jetzt nun eine Buchvorstellung in ‘Beruf als Berufung – Einblicke in die Arbeitswelt’?
    Diese Rubrik wird immer langweiliger und esoterischer. Scheinbar kann Herr Morgenthaler keine interessanten Akteure aus der Arbeitswelt mehr finden – schade.

  18. Urs sagt:

    Wann haben Sie letztmals Ihren Arbeitstag mit einem weissen Blatt Papier begonnen? (N.B. ohne den PC einzuschalten)

  19. James Lehmann sagt:

    Als angehender Arbeits-Psychologe habe ich genau diesselben Dinge schon einmal gehört. Aber das ist nicht von David Rock. Das haben andere erforscht. Ich finde es gut, wenn man sich auf die Wissenschaft abstützt. Es gibt unzählige Bücher in dieser Sorte, welche alles andere als fundiert sind. David Rock habe ich versucht zu googeln, aber ausser seinen eigenen Einträgen, welche ihn als CEO von einer Internetseite und als Doktor ausgeben, habe ich gar nichts gefunden. Das ist sehr merkwürdig.

  20. Martin Weidegger sagt:

    2.1 Stunden Ablenkung pro Tag. Aha, dacht ich’s mir. Und an alle, die das Gefühl haben, Lehrer würden zu wenig arbeiten: 25 Lektionen pro Woche. 45 Minuten höchste Konzentration, sonst geht der Laden hopps. Der Rest der Zeit: Vorbereitung, Korrekturen und Sitzungen. Facebook? Tagi-Online? Niet, unmöglich. Wenn einer von Euch Büro-Gummis noch einmal gegen uns Lehrer wettern will, dann soll er sich wärmer anziehen…

  21. JOSEF sCHMID sagt:

    warum schreibt der Autor nicht seinen IQ als Referenz ?

  22. Martin Reifler sagt:

    Aufgrund dieser Buchinhaltsbeschreibung komme ich zum Schluss: Alter Kaffee, einfach mal wieder neu beschrieben. Nämlich: Prioritäten setzen, nicht ausweichen, sich ablenken. Dass wir das tun müssten wissen wir längst, die Frage ist doch, warum wir es trotzdem nicht tun, bzw. warum es den einen gelingt, die Erkenntnisse diszipliniert umzusetzen und den andern nicht. Wie schaffen wir es konkret, im Alltag, das 100% zu tun, was wir wollen, die Vorsätze umzuzusetzen (z.B. Prioritäten setzen, sich nicht ablenken) und nicht nur für ein paar Tage, sondern dass es zum automatischen Verhalten wird, ohne jeden Kampf. Das ist für mich die zentrale Frage. Durch Training, ok, aber wie schaffe ich es regelmässig zu trainieren. Auf dieses Buch warte ich.

  23. Robin Bergan sagt:

    Passt am Schluss doch alles zusammen: das mittlere Management in CH ist hauptsächlich damit beschäftigt, Meetings zu veranstalten (bringt nach vielen Studien fast nichts), Mails zu beantworten und im Internet zu recherchieren (gefährdet Ihren IQ) oder Powerpoint-Präsentationen zu erstellen (gefährdet Ihren gesunden Menschenverstand). Oder Tagi-Blogs zu kommentieren (gefährdet Ihren Job).
    Ist doch kein Wunder, dass wir nur noch vom Mythos unserer ehemaligen Stärken leben …

  24. Niki sagt:

    Dann sollten alle Eltern ihre Kinder dringend vom PC fernhalten und in Schulen dürfte kein PC-Kurs mehr angeboten werden. Mal ehrlich – dieser Beitrag (bzw. das Buch) muss, genauso wie jedes andere Forschungsergebnis, im richtigen Verhältniss zum Alltag betrachtet werden. Ich glaube nicht, dass Rock sagt, dass man gar nicht mehr online gehen soll. So wie ich das herauslese, sollen doch nur Prioritäten gesetzt werden, um effektiver arbeiten zu können. Und dass sollte jeder, der etwas erreichen möchte, sowieso tun.

  25. Heinz Müller sagt:

    Meine Eltern haben mir auch immer erzählt das Onanieren Blind macht.
    Vielleicht trage ich deshalb heute eine Brille.

  26. Rolf Schumacher sagt:

    Konzentraton ist die Mutter der Intelligenz. Wahre INTELLIGENZ behält die volle Konzentration auch in absoluter Hektik. Wahre Intellienz braucht keine rigiden Strukturen. Wahre Intelligenz ist fähig vieles parallel zu tun. Wer sich für seine Arbeit verkreichen und hermetisch abschotten muss, nützt niemandem was. In einem Unternehmen (Operationssall, Schalchtfeld etc) ist Flexibilität überlebenswichtig,Informationsbeschaffung gleichzeitig(fast) auf verschiedenen Kanälen und blitzschnelle saubere Analyse, sowie darauf basierende klare Entscheidungsfähigkeit sind ein must. Es ist eine Kunst Dinge gleichzeitigt zu tun und im Kopf eine sich stets wandelnde Prioritätenliste zu führen und in jeder Situation Ruhe und vollste Konezntration zu fahren. IQ-Books sind die dümmst möglichen Intelligenzberater. PS: Im Kampf (und das Leben ist ein Ueberlebenskampf) muss man oft blitzschnell und gezielt klug handeln, wer da wichtige Informationsquellen ausblendet, tötet sich vorzeitig. Denn Zeit ist nicht Geld sondern Leben, resp. Ueberleben.

  27. Anh Toan sagt:

    Ich kiffe konstant während ich online bin – einzig die Minderung meines IQ kann verhindern, dass ich zum arroganten Zyniker werde!

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