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«Ich verdiente nichts und lebte von Reis und Bohnen»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 3. August 2013
Ursula Hauser, Psychoanalytikerin

Ursula Hauser, Psychoanalytikerin


Ursula Hauser, Tochter des Gemeindeschreibers von Kilchberg, wurde in den Siebzigerjahren zu einer Pionierin der politisch engagierten Psychoanalyse in Zürich. Die letzten dreissig Jahre lebte die Zürcherin in Nicaragua und Costa Rica, wo sie traumatisierten Frauen half, Depression und Resignation zu überwinden. Nun zieht es die 67-Jährige nach Uruguay.

Interview: Mathias Morgenthaler

Frau Hauser, Sie leben seit 30 Jahren in Zentralamerika, vor allem in Costa Rica, wo Sie als Psychoanalytikerin tätig sind. Mehrmals pro Jahr kehren Sie in die Schweiz zurück, um Ihre betagte Mutter zu besuchen. Wie erleben Sie den Kontrast?
URSULA HAUSER: Seit mein Mann vor 17 Jahren gestorben ist, lebe ich alleine in Costa Rica. Ich wollte mir lange nicht eingestehen, dass das gefährlich ist, aber kurz vor der Abreise bin ich zum fünften Mal überfallen und ausgeraubt worden. Diesmal haben sie auch meinen Hund mitgenommen, vermutlich getötet. Deshalb ist für mich die Zeit gekommen, das Land zu verlassen und nach Uruguay zu ziehen. Nach einem solchen Erlebnis schätzt man die Ruhe und die Sicherheit in der Schweiz. Ich habe das Privileg, ein Häuschen mit Seezugang in Oberhofen am Thunersee geerbt zu haben, was wunderbar ist für eine passionierte Alpinistin und Schwimmerin wie mich. Ich merke aber auch, dass ich nicht zu lange in der Schweiz sein kann. Nach einem Monat habe ich jeweils das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können, abzustumpfen und meine Schaffenskraft zu verlieren. Wir führen hier ein so apolitisches, von Konsum und Wohlstand bestimmtes Leben.

Das steht im Kontrast zu Ihrem sonstigen Arbeitsalltag. Da engagieren Sie sich in Zentral- und Südamerika sowie Palästina dafür, dass Opfer von Diktaturen und bewaffneten Konflikten ihre Traumata überwinden können. Sind Sie in einem politischen Haushalt aufgewachsen?
Nein, gar nicht. Mein Vater war Gemeindeschreiber in Kilchberg/ZH, wir waren eine brave vierköpfige Musterfamilie, ich das Enfant Terrible. Nach Abschluss meiner Lehrerausbildung ging ich 1966 in die USA. Da geriet ich unvermittelt in den Strudel der Anti-Vietnam-Bewegung und lernte die Arbeit der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Black Panther Party kennen. So wurde ich in kurzer Zeit politisiert. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz geriet ich in eine grosse Sinnkrise. Ich nahm in Zürich eine Psychoanalyse bei Goldy Parin-Matthéy in Angriff. Die vier bis fünf Sitzungen pro Woche kosteten mich ein Vermögen, eröffneten mir aber eine ganz neue Welt. So nahm ich bald ein Psychologie-Studium in Angriff und arbeitete nebenher als Lehrerin und Schultherapeutin. Ich machte zum Beispiel Quartierarbeit im Auzelg, dem «Negerdörfli von Schwamendingen», wie damals alle sagten. Dort setzte ich erstmals das Theaterspiel ein, um Zugang zu den sozial benachteiligten Menschen zu finden.

Paul Parin, seine Frau Goldy und Fritz Morgenthaler gehörten Anfang der Siebzigerjahre in Zürich zu den Vorkämpfern einer politisch engagierten Psychoanalyse.
Ja, Zürich wurde damals im Zuge der 68er-Bewegung eine rote Uni, die Bildnisse von Marx, Lenin, Engels, Mao und sogar Stalin hingen an den Wänden. Die Psychologen und die Architekten revoltierten an vorderster Front gegen die starren akademischen Hierarchiestrukturen. Im August 1969 trafen sich weit über 100 Psychoanalytiker zu einem Kongress in Rom, der den Grundstein legte für eine linke Psychoanalyse, die gesellschaftliches Engagement und internationale Solidarität hoch gewichtete: die Plataforma Internacional. Ich war von dieser Bewegung sehr angetan und wirkte an vorderster Front bei der internationalen Vernetzung mit. Als die «NZZ» berichtete, das Psychoanalytische Seminar Zürich sei «in den Händen von Marxisten», wurde mein Vater in Kilchberg vorwurfsvoll gefragt, ob das wirklich seine Tochter sei, die da zu den Rädelsführern gehöre. Er sagte, es gefalle ihm zwar nicht, was ich mache, ich müsse aber meinen Weg gehen. 1976 wurde das Autonome Psychoanalytische Seminar Zürich gegründet, in Abspaltung von der Internationalen Psychoanalytischen Gesellschaft; es funktioniert bis heute als Selbstverwaltungsbetrieb.

Wann begannen Sie, Theater und Therapie zu verbinden?
Ich suchte seit meinen ersten Erfahrungen mit Quartierarbeit und Schultherapie nach einem solchen Weg. 1971 entdeckte ich die Psychodrama-Methode des österreichisch-amerikanischen Arztes Jacob Levy Moreno und nahm eine Ausbildung in Überlingen in Angriff. Moreno hatte als Psychiater in Wien beobachtet, welch günstige therapeutische Wirkung es hatte, wenn er Strassenkindern mit einem Trauma aus dem Ersten Weltkrieg erlaubte, den Krieg in verschiedenen Rollen nachzuspielen. Während die Psychoanalyse ganz von den Verbalisierungsfähigkeiten abhängig ist, erlaubt das Psychodrama allen, sich über ihren Körper zu äussern. Ich habe das eindrücklich erlebt in einem Projekt mit Bauerntöchtern aus dem Tösstal, welche durch ihre Verstocktheit erfahrene Psychiater zur Verzweiflung gebracht hatten. Im Rollenspiel taute eine wortkarge 27-Jährige rasch auf, als sie eine Kuh spielen durfte. In diesem selbstvergessenen Zustand sagte sie plötzlich: «Und jetzt kommt dann mein Vater vorbei, um mich zu melken.» Ohne den Rollentausch hätte sie nie von der beklemmenden Inzestgeschichte erzählen können.

Warum gingen Sie Anfang der Achtzigerjahre nach Nicaragua?
Ich wollte ja gar nicht auswandern, aber von den vielen lateinamerikanischen Psychoanalytikern, die in Europa im Exil lebten, wusste ich, wie dringend die Menschen in diesen Ländern therapeutische Hilfe gebrauchen konnten, erhielten sie doch in den Spitälern in aller Regel einfach Psychopharmaka in rauen Mengen.

Ursula Hausers Mann Antonio (links) mit Che Guevara, 1963 in Punta de Este, Uruguay.

Ursula Hausers Mann Antonio (links) mit Che Guevara, 1963 in Punta de Este, Uruguay.

So ging ich 1980 für zwei Jahre nach Nicaragua, auf Anfrage des sandinistischen Gesundheitsministeriums. Ich verdiente nichts und lebte von Reis und Bohnen, aber ich musste mich keinen Moment fragen, ob das sinnvoll war, was ich tat. Dann lernte ich in Nicaragua meinen Mann kennen, einen Ingenieur aus Uruguay, der dort Windmühlen bauen wollte. Gemeinsam zogen wir weiter nach Costa Rica. Mein Mann wollte nicht nach Uruguay zurückkehren, solange jene, die ihn in den Siebzigerjahren gefoltert hatten, nicht zur Rechenschaft gezogen worden waren. Ich begann, an Universitäten in Kuba, Mexiko und Costa Rica zu arbeiten und schrieb mit 48 Jahren eine Doktorarbeit in Ethnopsychoanalyse.

Was war Ihr Hauptanliegen?
Es gibt zwei Hauptaspekte. Zum einen wollte ich dazu beitragen, dass traumatisierte Frauen einen Ausweg aus Depression und Resignation fanden und wieder auf ihre Ressourcen vertrauen konnten. Da ist es enorm hilfreich, wenn sie im surrealistischen Raum belastende Dinge durchspielen und in verschiedenen Rollen erleben können. In El Salvador etwa konnte ich mit Hilfe der NGO «medico international Schweiz» 15 Frauen, Ex-Guerrilleras und zum Teil Analphabetinnen, in Psychodrama ausbilden, die jetzt mit der sozialistischen Regierung zusammenarbeiten. So entstand ein Raum, in dem Frauen sich mit ihren traumatisierenden Kriegserlebnissen auseinandersetzen können.

Und der zweite Aspekt?
Ich möchte Menschen dazu befähigen, sich in ihrem Kontext zu begreifen, klar zu denken und Selbstverantwortung zu übernehmen. Ein Beispiel: Die vier Enkel meines verstorbenen Mannes haben wie die meisten Kinder in Uruguay keine Ahnung, warum sie ihren Grossvater nie kannten, warum die Mutter so oft Migräne hat und weshalb das Land so heruntergewirtschaftet ist. Die Menschen finden mit ihrer Identität keinen Anschluss an die Geschichte, weil ihre Eltern schweigsam wurden während der Diktatur. Reden war verboten. Psychodrama ist ein gutes Instrument, die Geschichte aufzuarbeiten aus subjektiver Warte.

Sie fordern die jüngste Generation auf, spielerisch Staatsstreich, Militärputsch und Folter durchzugehen?
Ja. Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten – nur so gelingt es, nicht Opfer der Geschichte zu bleiben. Es bringt nichts, nur wie die alte Linke moralisch zu richten, sondern es kommt aufs Verstehen und Überwinden an. Das gilt bei weitem nicht nur für Uruguay. Haben denn die Chilenen, Argentinier, Mexikaner, Spanier und Italiener verstanden, was die Diktatur in ihren Ländern angerichtet hat und wie diese Zeit sie weiterhin prägt?

Sie sind jetzt 67-jährig – denken Sie manchmal an den Ruhestand?
Nein, ich breche jetzt zu einem neuen Abenteuer in Uruguay auf. Zudem bilde ich Ärzte, Psychiater, Sozialarbeiter und Krankenschwestern in Palästina in Psychodrama aus. Da ich kinderlos bin, habe ich Anfang Jahr eine Stiftung gegründet, damit das alles nicht einfach versandet, wenn ich einmal nicht mehr da bin.

Kontakt:
ursonio@hotmail.com oder www.fundacionursulahauser.org



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18 Kommentare zu “«Ich verdiente nichts und lebte von Reis und Bohnen»”

  1. Marcel Senn sagt:

    Es gab ja zwei Volksbefragungen ob die Diktatur nochmals aufgearbeitet werden sollte, und das Volk sagte nein – der jetztige Präsident Mujica war insgesamt 14 Jahre im Gefängnis – meist in Einzelhaft und jetzt ist er Präsident, erstaunliche Karriere als ehemaliger Stadtguerilla – und heutzutage trifft man ihn ab und zu in der lokalen Pizzeria an, wenn er in Anchorena ist.

    Uruguay ist zum 4. Mal in Folge die grösste Whiskeytrinkernation der Welt pro Einwohner (erstaunlich, das einzige südamerikanische Land mit diesem Whiskeykult) – vielleicht lösen sie ihre Vergangenheit halt so…

    Sicherer als Mittelamerika ist es schon, aber auch in Uruguay gibt es gefährliche Ecken, die man meiden sollte. Aber im grossen und ganzen schon sicher – wohne auch schon ein paar Jahre in Uruguay – mir ist noch nie was passiert.

  2. sehr guter Artikel ,gratuliere für dieses Intervieu

  3. tolle-tolle frau!!!!

  4. Angela Nussbaumer sagt:

    Immer wieder lesenswert, Ihre Interviews, Herr Morgenthaler.
    Merci.

  5. Uri Degania sagt:

    Ein sehr schönes Interview! Wunderbar, was da alles miteinander verknüpft wird!

  6. Verena Parigi sagt:

    Eine konsequente Haltung darf durchaus auch gezeigt werden – nur sollte man sie auch zu Ende führen und das geerbte Häuschen am Thunersee weitergeben, z.B. an eine Familie, die sich so etwas nicht leisten kann.

  7. Monika Hunkeler sagt:

    Find ich toll was die Frau macht.
    Ich wuensche viel Glueck in Urugay !

    Freundlicher Gruss
    Monika Hunkeler

  8. Juan Valencia sagt:

    Es wird Spanien genannt. Nun, ohne Aufarbeitung der jüngeren Geschichte verdient es das Attribut Demokratie nicht, nie und nimmer. Es regiert immer noch die Franco-Bande unter gütiger Mithilfe des Opus Dei und des sich selbst zerstörenden, nutzlosen Königshauses. Natürlich verdeckt und die naiven Linken, Roten, Grünen und Möchtegern Separatisten merken nicht wer die Strippen zieht. Pseudo Demokratie eben!!

  9. Sonia Chappron sagt:

    Guter Artikel, bewundertswerte Frau. Ich habe auch vielen Frauen und Kindern hier in Costa Rica geholfen, aber jetzt ist die Zeit gekommen hier wegzugehen, viel zu gefaehrlich geworden. Endlich konnte ich jetzt mein Haus verkaufen und in 3 Monaten wenn alles ueber die Buehne ist, nur weg von hier und zwar gehe ich zurueck nach Florida, wo ich den Winter verbringen werde und den Sommer in der SChweiz und unsere schoene Bergwelt geniessen. Nie wieder Zentralamerika! 8 Jahre in Costa Rica war zu lange. Man sollte nie als AHV-Bezueger in ein Latein-amerikanisches ziehen, obwohl man die Sprache beherrscht. Bin jetzt 77 und freue mich riesig hier wegzukommen!

  10. Marie Schueli sagt:

    Une telle personne rend le monde meilleur, merci Madame Hauser

  11. ElaH sagt:

    Frau Parigi, ich meine, Frau Hauser zeigt im Interview, dass sie ihren Weg konsequent geht. Würde es nicht mehr bringen, wenn Sie direkt an die Zürcher und Genfer Hausverwaltungen (und die damit verbundenen Lokalpolitiken) appellieren, um die Mietpreise generell wieder auf ein erschwingliches Niveau zu bringen? Ich habe Mühe damit, dass man Leuten, die sich sozial engagieren, immer tausendmal mehr auf die Finger schaut als jedem Otto Normalverbraucher – so im Sinne von: Wehe dem, der es wagt, sich gesellschaftlich zu engagieren und sich dabei selbst noch was zu gönnen! Da sind mir leerstehende Ferienhäuser von Hausbesitzern, die oft gar keine persönliche Geschichte mit der Schweiz verbindet, doch viel mehr ein Graus…Und wer weiss, vielleicht vermietet Frau Hauser in ihrer Abwesenheit ja das Häuschen gar zu einem erschwinglichen Preis?…Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor ihr – mit oder ohne Häuschen am Thunersee.

  12. Marcel Senn sagt:

    Chappron: Es scheint ja wirklich sehr gefährlich geworden sein in der Schweiz Mittleamerikas – in Costa Rica! Ich war vor einigen Jahren mal dort – allerdings nur ferienhalber – da gings eigentlich noch – aber vermutlich dem Einfluss der Maras und der kolumbianischen Drogen- und Waffenhändler kann sich Costa Rica längs wie weniger entziehen – schade um so ein schönes Land.

    Hier in der Schweiz Südamerikas in Uruguay gibt es diesen Trend zum Glück noch nicht, obwohl es auch unsicherer geworden ist in den letzten 15 Jahren was sich mitunter auch mit der Verbreitung des Kokainabfallproduktes Paco (Kokain für Arme) zu tun hat. Aber dafür gibt es hier noch fast keine professionellen Einbrecherbanden oder Kriminaltouristen wie leider mittlerweile in der Schweiz.

    Es gibt in Uruguay schon einige Deutsche, Schweizer und Oesterreicher, die vorher in Mittelamerika gelebt haben und wegen der zunehmenden Kriminalität dort nach Uruguay umsiedelten.

  13. UrsusBrandi sagt:

    Verena Parigi, ich meine, Ihr Kommentar zeugt von Neid und Missgunst. Es würde Ihnen gut anstehen, sich zu entschuldigen.
    Auf diesem Weg GRATULATION an Frau Hauser zu Ihrem grossen Einsatz und Mut. Alles Gute.

  14. Felix Hope sagt:

    Bei allem Respekt vor der Arbeit von Frau Hauser wäre ihr bei ihrem nächstem Trip zu den Schützlingen in Palästina zu raten, sich dort in der Gegend auch um die viel betroffeneren Opfer in Syrien, Irak, Ägypten und Libyen zu kümmern.

  15. Karin Nussberger sagt:

    Mein grösster Respekt!! Eine ganz tolle, inspirierende Frau!!!!

  16. Hans Wisler sagt:

    Lebe seit ueber 19 Jahren in Costa Rica. Wurde noch nie ueberfallen, noch ausgeraubt, noch
    belaestigt oder ein sonstiges schlechtes Erlebnis! gehabt! Wohne in einer anstaendigen
    Gegend wo vorallem der einheimische Mittelstand lebt. Fahre allerdings nie in die gefaehrlichen
    und von Armut beherrschten Orte von Costa Rica, namentlich fast ganz San Jose sowie Puerto Limon. In ganz Lateinamerika
    hat Costa Rica nach wie vor die niedrigste Krminalrate, jedoch Tendenz steigend – leider! Doch
    Dimensionen wie sie herrschen in Mexico, Honduras, Guatemala, Nicaragua, Brasilien etc.
    werden wir wohl hier nie erreichen!

  17. ralph kocher sagt:

    Ich schätze, in der Psychoanalyse eine Fantasiewelt aufzubauen, sie durchzuspielen, staunend die Ergebnisse reflektieren – das Know-How müsste man in der Unterstufe bereits den Kindern zugänglich machen, nebst Aufklärung zur reinen Vernunft. Kinder sind nicht blöd und noch wenig von Neurosen besessen. Hingegen mit allem, wo/wie man die armen Dinger ab Geburt bereits vollgestopft. ES kann einem nur leid tun!
    Christusmärchen, unnachhaltiges Plastikspielzeug; gedrängt und genötigt als sei man gejagt > einen Beruf zu erlernen (nur damit das Finanzsystem seine Sklaven kriegt), Gewaltverherrlichung über die obersten Ränge (nicht nur Film und Games), Sinnlichem beraubt = ergibt den passenden Patienten. Aber nur wenn er sich einmal fragen wird, was Freiheit bedeuten hilft: Mentale Unabhängigkeit. Manche kennen sowas nur über den Drogentrip. Mit Alkohol ist gar nicht einmal studieren bzw. nachdenken müssen, wo die Musi spielt. Auch also man verfügt über seinen ausfüllenden Job oder ein vereinnahmendes Hobby, welches zur Musse zwingt; der Freundschaftskreis hilft auch beim Wegsehen zum Rationellen.
    Ausklinken, das Glashaus verlassen. Seiner Kräfte sich bewusst werden, diese umsetzend. ES nennt sich vollwertig.
    ES ist aber wirklich schwierig, sein gemachtes Daunenbett zu verlassen. Soviel Trägheit hat uns gefangen. Noch mehr mit dem neuen Teil (fast wie ein Organ) Android.
    “Fortschritt” ist im Prinzip der Rückschritt vom Wesentlichen. Wir haben uns selber gefangen. Mit der Droge Geld. Die Elektrizität polte den Rest des Gehirns nur noch um. Zu richtigen Zombies mutiert sind wir. Tot im wahrnehmenden Bereich. Ob dies an den mikrobiotischen Bestandteilen z.B. des Plastikabfalls im Ozean liegt, welche an die Genstruktur andocken und eins mit unserem Stoffwechsel werden? Oder die Handystrahlen? Wir werden ES nie wissen. Nur die Genvererbung wird später den Menschen zwingen, mal nachzufragen. “Wie war ES oder wäre ES gewesen, wenn nicht…”?
    Nichtwahrhabenwollen reflektiert – den unsachgemässem Überfluss.
    Eine Krankheit? “Ich bin doch normal…”!
    Wer masst sich schon an, eine Analyse aufzusuchen?
    Angst, Hass, Aggression bzw. Kriege sind nur die Fortsetzung dieser Geschichte.

  18. Martin F. Nussbaum sagt:

    Ich lese die Interviews, die Mathias Morgenthaler immer mit interessanten Leuten führt, mit grossem Interesse und ebensolcher Freude. Was Ursula Hauser in Ländern leistet, in die ich mich selbst nie wagen würde, ist bewundernswert. Sie kann nicht die Welt retten oder an mehreren Orten gleichzeitig sein. Aber ihre Arbeit ist ein wertvoller Beitrag für eine bessere Welt. Dazu braucht es viel Aufbauarbeit. Und unsere Unterstützung. Deshalb leiste ich auch einen Beitrag an die von ihre gegründete Stiftung Ursula Hauser (www.fundacionursulahauser.org).

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