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Ein Arzt mit einem Flair für riskante Finanzspritzen

Mathias Morgenthaler am Samstag den 3. November 2012
Daniel Borer (Bild: Valérie Chételat)

Daniel Borer, Arzt und Investor


Zwei Tage pro Woche kümmert sich Daniel Borer als Arzt um seine Patienten. Daneben ist er mit über 200 Millionen in fünf Unternehmen investiert.

Herr Borer, werden Sie oft von Unternehmen und Privaten um Unterstützung gebeten?

Ja, das hat deutlich zugenommen, seit ich vor gut einem Jahr in der TV-Sendung «Aeschbacher» gesagt habe, dass ich bei Investitionsentscheiden stark auf mein Bauchgefühl höre. Ich erhalte etwa ein Dutzend Anfragen pro Woche und muss in den meisten Fällen absagen. Auch ich kann nicht nur aufs Herz hören, sondern muss schauen, ob ein Investment zu meiner Ausrichtung passt. Zudem engagiere ich mich jeweils nicht nur mit Geld, sondern auch mit Zeit. Derzeit bin ich voll ausgelastet.

Stimmt es, dass Sie den 100-Millionen-Deal mit dem Möbel- und Reise-Unternehmer Bobby Dekeyser im Bademantel auf einer Hotelserviette festgehalten haben, oder ist das eine gut erfundene Geschichte?

Nein, das war so, die Serviette ist bei mir zuhause, ich habe sie eingerahmt. Bobby und ich trafen uns um 6 Uhr nach dem Schwimmen. In unseren Hotel-Bademänteln und Filzpantoffeln spazierten wir an der Promenade entlang und waren so in unser Gespräch vertieft, dass wir die Blicke der Touristen in Ascona zuerst gar nicht bemerkten. Dann kehrten wir um und entwarfen auf der Serviette den Businessplan. Ich sicherte ihm per Handschlag zu, mich mit 20 Prozent an seinem Unternehmen Dedon zu beteiligen. Dadurch konnte er die Banken rauskaufen und seine Design-Gartenmöbel-Firma weiterentwickeln.

Laufen Sie so nicht Gefahr, viel Geld zu verlieren?

Seine und meine Juristen haben natürlich die Hände verworfen, als wir sie über den Deal informierten. Sie prüften dann alles sorgfältig und sicherten unser Bauchgefühl ab. Ich habe seither nie bereut, bei Dedon eingestiegen zu sein. Der Absatz entwickelt sich erfreulich, speziell in den USA. Aber Sie haben schon Recht: Meine Investments bekämen von den Banken sicher keine AAA-Ratings.

Man könnte sagen: Sie haben ein Faible für Krisenbranchen: Design-Möbel, Hotellerie und Luftfahrt . .

 .. . .fehlt eigentlich nur noch ein Sportklub, nicht wahr? Das werde ich mir niemals antun. Aber sonst mag ich Herausforderungen. Und ich engagiere mich gerne in Bereichen, wo man mit einem guten Team und überdurchschnittlichem Service den Unterschied machen kann.

Warum arbeiten Sie immer noch in Mörigen als Hausarzt?

Arzt war immer mein Traumberuf. Das hat sich bis heute nicht geändert. Deshalb arbeite ich immer noch mindestens zwei Tage pro Woche als Arzt in einer Gemeinschaftspraxis. Ich kann dabei sehr gut abschalten.

Als Patient möchte ich keinen Arzt, der sich bei der Behandlung von seinen Investments erholt.

(Lacht) Abschalten heisst nicht, dass ich nicht bei der Sache bin. Aber die Abwechslung tut mir gut. Als Arzt bin ich mit ganz alltäglichen Problemen konfrontiert, ich kümmere mich um die Sorgen des kleinen Mannes. Durch den regelmässigen Seitenwechsel schleicht sich keine Routine und keine Betriebsblindheit ein. Zudem gibt es Parallelen: Sowohl als Arzt wie als Investor kommt es darauf an, gut zuzuhören, Probleme klar zu erkennen und Lösungen zu finden.

Kommt es vor, dass falsche Patienten zu Ihnen in die Konsultation kommen, um Sie direkt nach finanzieller Unterstützung zu fragen?

Ja, das ist schon passiert. Da ist die Diagnose dann rasch gestellt: Die müssen dringend wieder an die frische Luft.

Sie haben zwei Söhne im Teenager-Alter und aus der zweiten Ehe eine dreijährige Tochter. Warum arbeiten Sie noch so viel, obwohl keine Notwendigkeit besteht?

So viel arbeite ich gar nicht. Gut, ich bin meistens von 6 bis 22 Uhr auf den Beinen und ansprechbar, aber den einen Teil meiner Arbeit kann ich sehr frei einteilen. Die Wochenenden sind heilig, und wenn meine Kinder Zeit brauchen, bin ich für sie da. Dank Tablet und Smartphone kann ich überall arbeiten, ich bitte auch mal Geschäftspartner, zu uns nach Hause zu kommen. Wichtig ist, dass man den Kopf dann nicht am falschen Ort hat. Meine Frau sagt mir das jeweils sofort, wenn es mir passiert.

Im Grunde müssten Sie gar nicht mehr arbeiten als Rolex-Erbe.

Ich hasse die Bezeichnung «Rolex-Erbe». Das klingt so, als wären meine Eltern gestorben. Sie sind aber beide kerngesund.

Wie kommt es denn, dass Sie in den letzten Jahren weit über 200 Millionen Franken investieren konnten?

Das Kapital, das mir zur Verfügung steht, stammt aus dem Verkauf meiner Aktienanteile an den verschiedenen Firmen, die unsere Familie an Rolex verkauft hat. Ich bin aber so erzogen worden, dass es undenkbar wäre, einfach von Zinsen zu leben. Nichts liegt mir ferner, als den Lebemann zu geben. Ich will mein Geld einsetzen und mit harter Arbeit dafür sorgen, dass Arbeitsplätze erhalten und zusätzliche geschaffen werden – bei Skywork, in meinen Hotels, bei Dedon und in anderen Unternehmen. Ich glaube, es war Richard Branson, der einmal sagte, er gebe seinen Kindern so viel, dass sie sich alles ermöglichen können, ausser nicht mehr zu arbeiten. Das ist auch meine Linie. Deswegen ist mein Geld in Unternehmen investiert, es liegt nicht auf der Bank.

Verstehen Sie als Arzt genug von Wirtschaft, um die Firmen, die Sie besitzen, strategisch gut zu führen?

Mein Vater war und ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Er hat viel zu Hause gearbeitet, so dass ich von jung an in Genuss eines praktischen Lehrgangs in Unternehmensführung gekommen bin. Später habe ich das Wirtschaftsgymnasium in Biel absolviert und mich an Kaderschulen in Bern und St. Gallen weitergebildet. Das Meiste habe ich aber in der Praxis gelernt. So war ich in den Achtzigerjahren an Shopway, einem der ersten Internetshops beteiligt. Obwohl wir die Firma ohne Verlust verkaufen konnten, tat es mir sehr weh, dass das nicht richtig funktioniert hatte. Ich lernte daraus: Es ist gefährlich, etwas anzubieten, bevor der Markt reif dafür ist.

VR-Präsident Daniel Borer über die Perspektiven von Skywork

Sie werden bis Ende Jahr knapp 40 Millionen Franken in die Berner Fluggesellschaft Skywork investiert haben. Letztes Jahr resultierte ein Verlust von 24 Millionen. Warum tun Sie sich das an?

Der Verlust betrug nicht 24 Millionen Franken. So hoch war der Finanzbetrag, den ich 2011 in die Gesellschaft steckte. Darin sind aber auch mittelfristige Investitionen in Fluggeräte enthalten. Zudem müssen wir ein Liquiditätspolster von fünf Millionen Franken garantieren. Dieses Geld ist nicht verloren.

Wie hoch fiel denn der Verlust im vergangenen Jahr aus?

Wir kommunizieren keine detaillierten Finanzzahlen.

Er dürfte zwischen 15 und 20 Millionen betragen haben.

In dieser Grössenordnung, ja.

Sie sagten vor einiger Zeit der «Handelszeitung», bei 50 Millionen sei Ihre Schmerzgrenze erreicht. Müssen wir damit rechnen, dass Skywork nächstes Jahr den Betrieb einstellt?

Nein, der Betrieb von 2013 ist mit diesem Kostendach gesichert. Dieses Jahr wird der Verlust aller Voraussicht nach unter 10 Millionen liegen, nächstes Jahr sollten wir schwarze Zahlen schreiben.

Das klingt ebenso abenteuerlich wie die Prognose, dass Sie bis in vier Jahren eine Million Passagiere befördern werden. 2011 waren es 88 000 Passagiere, die durchschnittliche Auslastung lag bei 56 Prozent. Woher sollen all diese Kunden kommen?

Wir haben das Streckennetz massiv ausgebaut und viel Marketing gemacht. Das zahlt sich nun aus. Dieses Jahr werden wir einen Wert zwischen 220 000 und 250 000 Passagieren erreichen, dreimal mehr als im Vorjahr. Damit übertreffen wir unsere eigenen Erwartungen. Das Outgoing-Geschäft, die Flüge von Bern-Belp ins Ausland, laufen sehr gut, da profitieren wir vom schwachen Euro. Die Auslastung liegt mit 65 Prozent über den Erwartungen. So sind wir mit Grund optimistisch, 2013 die Gewinnschwelle von 320 000 bis 350 000 Passagieren erreichen zu können. Vergessen Sie nicht: Wir bauen auf nächsten Sommer das Netz von 25 auf 35 Destinationen aus.

Skywork-Chef Tomislav Lang sagt, die Pläne gingen auf, wenn es keine Turbulenzen gebe. In der Luftfahrt gibt es aber dauernd Turbulenzen, wie das Grounding der Charter-Gesellschaft Hello letzte Woche gezeigt hat. Da muten Ihre Wachstumsszenarien unrealistisch an.

Für uns ist die alte Crossair eine Orientierungsgrösse. Ich bin früher oft ab Bern-Belp Crossair geflogen. Crossair erreichte in den besten Zeiten knapp 300 000 Passagiere. Diesen Wert werden wir im nächsten Jahr übertreffen. Eine Marktstudie, die wir in Auftrag gegeben haben, kam zum Ergebnis, dass Bern-Belp im Umkreis von 50 Kilometern ein Marktpotenzial von 700 000 Kunden hat. Schauen Sie sich auf unserem Parkplatz um. Sie sehen immer mehr Autos mit Zürcher-, Aargauer-, Waadtländer- und Neuenburger-Kennzeichen. Viele Kunden nehmen eine Stunde Anfahrt in Kauf, weil sie es schätzen, dass sie hier nur 15 Minuten brauchen, um vom Parkplatz ins Flugzeug zu kommen. Da sehen wir noch ein grosses Potenzial. Zudem ist es gut denkbar, dass wir ab 2014 oder 2015 auch andere Basen als Ausgangspunkt nutzen.

Sie erwägen Flüge ab Basel und Zürich?

Zürich nicht, nein, aber Basel ist im Gespräch. Auch Lugano wäre eine Option. Wir wären schon im Tessin, wenn der Bund mehr Verständnis gezeigt hätte für die strategische Bedeutung einer solchen Verbindung. Alleine konnten wir das Risiko aber in dieser Phase nicht tragen.

Der Flughafen Bern-Belp hat also kein Imageproblem mehr, sondern zieht inzwischen sogar Zürcher Kundschaft an?

Das ist so, das Imageproblem hat sich in einen Standortvorteil verwandelt. Bern-Belp lag lange im Dornröschenschlaf, nun ist der Flughafen wachgeküsst und immer mehr Kunden entdecken die Vorzüge. Wir wissen: Wer einmal ab Bern-Belp geflogen ist, kommt wieder. Jetzt, wo wir das Reisebüro Aaretal-Reisen hier in die Firma integriert haben, erst recht.

Welche Destinationen laufen am Besten?

Berlin, Hamburg, London und Wien sind die beliebtesten Strecken.

Mit dem öffentlichen Verkehr ist der Flughafen schlecht erschlossen. Ich bin von Bern aus mit dem Rad gekommen, weil es sonst 50 Minuten gedauert hätte.

Tatsächlich? Es stimmt, wir sind unglücklich darüber, dass Bern-Mobil den Pilotversuch mit der direkten Bus-Verbindung wieder eingestellt hat. Wir suchen gemeinsam mit der Stadt nach einer guten Lösung.

War es keine Option, dass Sie Moritz Suters Hello durch eine Kooperation vor dem Grounding retten?

Ich bin persönlich gut befreundet mit Moritz Suter, entsprechend hat mich das Ende von Hello getroffen. Eine Fusion oder eine Übernahme wäre für uns aber viel zu riskant gewesen. Unser Businessplan erlaubt es nicht, dass wir nach links und rechts schauen. Im Charterbereich hat der Wind komplett gedreht. Bis vor einiger Zeit kauften die Tour-Operators ein ganzes Flugzeug zum Fixpreis. Heute buchen sie höchstens noch Teilkontingente, die restlichen Plätze muss die Fluggesellschaft selber verkaufen. Hello war zuletzt als Billigfluggesellschaft in direkter Konkurrenz zu TUI, Easyjet und Ryanair. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen.

Werden Sie künftig enger mit Darwin oder Helvetic kooperieren?

Wir sind regelmässig im Gespräch. Es gibt viele Möglichkeiten lockerer Kooperationen, in der Vermarktung, in der Koordination der Flugzeiten, bei der Flotte. Wir arbeiten auch mit KLM zusammen. Die Kunden fliegen mit uns nach Amsterdam und KLM macht den Interkontinentalflug.

Sie setzen derzeit 32-Plätzer von Dornier für die Linienflüge und 72-Plätzer von Dash für die Charterflüge ein. Liebäugeln Sie nach wie vor damit, die Flotte mit Embraer-Jets zu vergrössern?

Die 70-Plätzer sind – ausser im Sommer – eigentlich zu gross. Düsenjets im 50-Platz-Segment wären attraktiv, aber wir haben noch kein gutes Angebot auf dem Markt gefunden. Zudem können wir bei einer so kleinen Flotte nicht drei verschiedene Flugzeugtypen fliegen. Das wäre schlicht zu teuer. (mmw)


 

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18 Kommentare zu „Ein Arzt mit einem Flair für riskante Finanzspritzen“

  1. Yoo Pa Dy Dooda sagt:

    warum wird der Herr Dr in der Anrede nicht mit seinem Titel angesprochen. Wenn er SP-Mitglied waere wuerden beide Dr Titel angewendet. Dieser Arzt imponiert mir. Weiterhin heissen die Flugzeuge nicht Embräer.Das kommt wohl daher, dass der Frageri mit dem Rad und nicht mit dem Velo gekommen ist.

  2. Alfred Siffert sagt:

    90% sind ja OK, aber etwas ist ja schon heftig. Da hat Jemand ne Riesenverantwortung für hunderte von Arbeitsplätzen und pläuschelt zum Spass zwei Tage in einer Arztpraxis rum. Und dann lebt er noch sehr luxeriös, reist viel, wohnt in Luxushotels. Ich weiss nicht: wenn ich eine FIrma habe oder eine Familie haben, dann bin ich nicht zwei Tage weg auf ner Alp und mach, was mir Spass macht. Entweder verkauf ich alles oder dann schau ich richtig dazu und schaffe täglich neue Arbeitsplätze. Ich finde das immer erstaunlich, wie CEO’s noch dazu kommen, das Leben zu geniessen. Ich war mal in der Führungsetage einer börsenkotierten AG. GL war in Canada FIschen, am Formel I Rennen im Ausland, im Südafrica Weihnachten feiern, viel auf dem Golfplatz. Für mich war das immer krass. Ich schätze mal, 30-35% der Tätigkeit von Top-CEO’s besteht aus GL-Erholungs-Reisen, Events, Golf, verlängerte Wochenende in Luxushotel. Wenn ich (wie erwähnt) eine Familie haben, habe ich nicht noch 2 Tage eine andere Freundin, verlasse meine Famille Wochenweise für FIscherferien in Canada wenn ein Kind krank ist, das andere Prüfungen hat und ein weiteres Kind nen wichtigen Auftritt. Allein die Arbeiter haben doch ein Recht, dass man 10 Stunden pro Tag schaut, dass man die Arbeitsplätze absichert, neue Deals abwickelt etc. Diese Welt der CEOs zwischen harter Arbeit KOMBINIERT mit viel Wellness, Golf und Erholungsreisen mit massiven, unvorstellbarem Luxus, das gab es früher nicht so. Wo bitte bleibt der seriose Unternehmer, der jede Woche neue Arbeitsplätze schafft, der (nicht geheuchelt) nicht schlafen kann, weil 2 Leuten kündigen muss, die er selber mal vor 20 Jahren angestellt hat obwohl er 1000 andere Angestellte hat? Wo bleibt der Unternehmer, der sagt, 2 Mio reichen mir? Wo bleibt der Unternehmer der sagt, ich profitiere vom Staat, meine Angestellten profitieren vom Staat, den Schulen, der Poilzei und ich ZAHLE GERNE STEUERN. Wo ist der Unternehmer, der den Angestellten mal von einem 100 Mio Gewinn 80 Mio abgibt, anstatt das Geld in Ankerbilder zu stecken oder seinen Töchtern Leckerli-Firmen zu kaufen? Wo bleibt der Unternehmer, der weltweit verkauft und erkennt, dass man global handeln muss und daher gern mal 10 Mio nach Africa schickt, damit es auch denen gut geht, damit dor ein Markt entsteht, damit weniger Asylanten kommen anstatt Rassist zu werden? Wo bleibt der Unternehmer, der mal einem Geschäftsführer sagt, 250’000 sind genug: entweder Du arbeitest für das Geld oder ich hol mir einen motivierten Jüngeren? Wo bleibt der CEO, der nicht seine Studienkollegen einstellt? Wo bleibt der CEO, der nicht alle mobbt und kündigt, die ihm nicht gehorsam sind? Wo bleibt der CEO, der ohne Rolex, Pattek Philip oder Blancpain und S-Klasse mal mit dem Fahrrad ins Geschäft fährt und durch die Fabrik läuft, mit den Arbeitern redet und auch mal eine Schraube aufliest und in die Verkaufsverpackung zurücklegt? Gibt es keinen CEO, der mit Easy Jet an eine SItzung nach Spanien fliegt anstatt mit dem FIrmenjet? Sieht denn Niemand mehr, was Normal sein könnte?

  3. Pascal Luca sagt:

    Herr Siffert, ganz Ihrer Meinung. Schön gefragt. Widerspruch bei Vorgesetzten ist in der Tat immer weniger gewünscht so scheint es. Die Devise heisst: Gehorchen oder gehen. Speziell bei angestellten Vorgesetzten. Komisch oder: Da wird durch die Direkte Demokratie versucht den politischen Prozess auf die Bevölkerung auszudehnen, aber in der Wirtschaft herrscht noch reinste Autokratie. Deswegen kann ich die westlichen Gesellschaften auch nur eingeschränkt frei nennen, wenn ein grosser Bereich des Lebens von gemeinsamen Entscheidungen einfach ausgeklammert wird.

    @Yoo Pa Dy Dooda: Natürlich, weil der Herr Redaktor “Rad” statt “Velo” sagt, muss er ja ein schlechtes Interview führen. Wie soll er als Ausländer auch so eine gute Arbeit leisten wie ein schweizer Redaktor, der zwar “Velo” sagt, aber harmlos daherfragt. Aber Hauptsache Sie haben Ihre Vorurteile.

  4. Heinz HAGER sagt:

    Ich würde Herrn Borer raten keine Fluggesellschaft von Moritz Suter zum Vorbild zu nehmen.Die letzte, Hello groundete mangels Geld.Nicht mal mir privat passiert dass ich glaube es sei noch genug Geld da,wenn dem nicht so ist.Die Crossair vernichtete Leben.Flog nicht billig,aber mit billigen nicht optimal ausgebildeten Piloten ungespitzt in den Boden.Wenn Herr Borer also klug ist,bleibt er klein und fein.Denn mit der Grösse wie Crossair war, kommen nur Probleme.

  5. Mark Traber sagt:

    Herr Siffert – Herr Borer ist Investor / Geldgeber und nicht CEO = er leitet die Geschäfte nicht operationell und hat daher alle Freiheiten. Herr Tomislav Lang ist CEO der Skywork und der arbeitet ganz bestimmt mehr als 40 Stunden pro Woche. Ich denke man sollte Herr Borer gratulieren das er sein geerbtes Kapital positiv zur Arbeit setzt und damit hunderte von neuen Arbeitsplätzen schafft, anstatt ihn um sein ein angenehmes Leben zu beneiden. Betreffend seines Reichtums; er hat sich ja seine Eltern nicht selber ausgesucht und es gibt viele Erben auf diesem Erdball die ihr Vermögen verdummen….

  6. Ernst Frischknecht sagt:

    Der massive Fluglärm, mit dem grosse Quartiere Berns eingedeckt werden, durfte vermutlich beim Interview nicht thematisiert werden. Wann beschäftigt sich der “Bund” mit den zunehmend negativen Auswirkungen des “wachgeküssten” Flughafens? Die gesteigerten Aktivitäten von Skywork beeinträchtigen zunehmend die Lebensqualität vieler Menschen. Ein weiteres Wachstum ist weder volkswirtschaftlich sinnvoll noch ökologisch und gesundheitlich vertretbar. Gerne würde ich erfahren, welchen Nutzen der Region Bern erwächst, wenn für die Weihnachtseinkäufe Shoppingflüge nach Berlin oder Wien durchgeführt werden. Und die Ansicht eines Hausarztes zu donnerndem Fluglärm um sechs Uhr morgens würde mich auch interessieren.

  7. Toni Lauber sagt:

    Lieber Herr Borer nicht Richard Branson sagte das, sondern Bill Gates. Ich weiss nicht, wie man einen solchen Reichtum, wie Ihre Familie durch Arbeit anhäufen kann, aber die Uhren Industrie war in den 90 Jahren völlig auf dem Rumpf und diese wurde lediglich durch eine kluge Strategie von der Familie Hayek gerettet. Vielleicht hatten Sie lediglich etwas Glück und haben all Ihre Firmen zum richtigen Zeitpunkt verkauft. Eine Fluggesellschaft zu betreiben erfordert sehr viel Mut, wenn das ganze nämlich nicht funktioniert werden sie schnell einmal zum “Buhmann” der Nation. Investitionen sind bekanntlich keine Almosen, vielmehr geht es um Profit, wie immer der auch aussieht, da spielen auch Abbau von Stellen keine Rolle mehr.

  8. Max Peter sagt:

    @Ernst Frischknecht: Kaum erscheint ein Artikel über ein Thema der Fligerei ruft es natürlich immer irgenwelche Fluglärmgegner auf den Plan. Bitte beachten Sie, dass mehr Flüge mehr Arbeitsplätze für die Region bedeuten. Und wenn sie von den negativen Externalitäten von Weihnachtseinkäufen der Schweizer im Ausland ausgahen, vergessen Sie jedoch, dass Flüge ins Ausland auch immer Touristen für die Schweiz (oder Bern) implizieren! Und für mich als langjährigen direkten Anwohner des Flughafens Zürich habe ich für die Fluglärm-geplagten Berner nur ein Schmunzeln übrig. Meinetwegen dürften alle Flughäfen der Schweiz während 24 Stunden operieren – das würde zusätzliche Arbeitplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln. I LOVE FLUGLÄRM

  9. Tim Egger sagt:

    Der “kleine” Mann kommt in seine Praxis. Das sagt schon alles.

  10. Telemachos Hatziisaak sagt:

    Ich finde es nicht nur äusserst sympathisch, sondern sogar sehr löblich, dass sich Hr. Borer halbtags der Hausarztmedizin widmet. Ein 50%-Pensum ist keine Alibiübung! Im Gegenteil. In Zukunft wird die Merhheit der Hausärzte, besser gesagt, der Hausärztinnen, ausschliesslich teilzeit arbeiten. Ohne, dass die Behandlungsqualität leiden wird, notabene. Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute bei seiner Arbeit mit seinen Patienten, aber auch als Investor. Und dass er, als ein Mann, der auf der obersten Stufe der Maslow’schen Bedürfnis-Hierarchie angelangt ist, Neider hat, wird er wohl verkraften können.

  11. peter huber sagt:

    ich kenne herrn borer persönlich, er ist ein super typ. überlegt, offen, sympathisch. ich wusste jahrelang gar nicht, dass er rolex erbe ist.

    wir sollten leuten wie ihm dankbar sein, dass sie ihr kapital in arbeitsplätze investieren und nicht zum eigenen wohlgefallen, wie das heute bei reichen eher der fall ist.

  12. tom weishaupt sagt:

    @Frischkneckt: “donnernder Fluglärm” in Bern Belp… bin ich der einzige der hier lacht??

  13. Jean Gerber sagt:

    Er IST investiert? Da ist die Schreibsperson wohl einen Fehler gemacht.

  14. Chris Hofmaenner sagt:

    “Jetzt fehlt mir nur noch ein Sportclub” Dies war der fette Titel des Interviews im TA vom 3. November…
    Auf die Frage : Sie haben ein Faible für Krisenbranchen…..antwortete Herr Borer : “Jetzt fehlt mir nur noch ein Sportclub,NICHT WAHR? DAS WERDE ICH MIR NIEMALS ANTUN.
    Man kann eine Aussage also im Titel quasi ins Gegenteil drehen uns alle Leser, welche das Interwiew nicht oder nicht aufmerksam lesen komplett in die Irre führen…Wieso ?

  15. Robert Häberli sagt:

    Es gibt nur eine Legitimation, über mehr finanzielle Mittel verfügen zu können, als man selbst überhaupt braucht: verantwortungsvolles Investieren – und das ist Arbeit wie jede andere auch. In diesem Sinne gratuliere ich Herrn Borer zu seiner Hoffnung machenden Lebensgestaltung.

  16. Maria sagt:

    Herr Siffert: Wieder einmal ein typischer Schweizer Neider und Noergler. Herr Borer hat tatsaechlich etwas, dass Sie nicht haben: Ihm macht das Leben naemlich sichtlich Spass. Wenn Sie es nicht zum CEO geschafft haben, sind Sie vielleicht selber daran schuld. Aber es ist natuerlich viel einfacher, an anderen herumzunoergeln, als selbst etwas zu tun. Oder arbeiten Sie auch von 6-22 Uhr?

  17. Eva sagt:

    Gott sei Dank haben wir noch reiche Menschen in der Schweiz, die für Arbeitsplätze sorgen. Hätten wir nur die SP Nörgeler, so würde es der Schweiz sehr schlecht gehen.
    Das Leben von Dr. Bohrer ist Privatsache. Offensichtlich ist er und seine Familie glücklich so wie es ist und das ist doch das Wichtigste.
    Hut ab vor Dr. Borer!

  18. Michael Kummer sagt:

    In 4 Jahren als Sitznachbar von Daniel Borer am Wirtschaftsgymnasium Biel habe ich etwas fürs Leben gelernt: Charakter ist der verlässlichste Navigator zu Erfolg und Anerkennung. Von den Eltern vorgelebt, geprägt und durch eigenen Fleiss und Wille vervollständigt. Kaufen kann man diese grösste aller Tugenden niemals. Daniels herausragender Charakter wurde nur noch von seiner Bescheidenheit übertroffen. Chapeau!

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